14.07.2007: Kardinal Meisner spricht in einer seiner berühmtesten Predigten von Kunst die entartet. Ein Begriff den die Nationalsozialisten in unrühmlicher Art und Weise prägten. Eine dieser typischen Entgleisungen, die die Karriere des Kardinal Meissner geprägt haben. Zwar galt die katholische Kirche bisher als konservativ und konnte mit diesem Bild immerhin auch lange Mitglieder an sich binden, doch entwickelte sich nun eine Diskussion um die Kirche mit einer neuen Qualität. Der Grünen-Politiker Volker Beck setzte sich sehr direkt mit Meissner auseinander. Die Folge: er darf Meissner nicht mehr als "Hassprediger" bezeichnen. Aber Herr Beck: Da fällt uns doch bestimmt noch was ein Herr Merk, oder etwa nicht? Auch wenn die Kritik von Merk nicht stets politisch korrekt war, regte sie doch eine Diskussion an, die Fragen aufwirft.
So muss sich die Kirche fragen lassen, ob sie, die den Menschen im Alltag zu Glauben verhelfen will, sich überhaupt noch der Alltagssituation der Menschen bewusst ist. Soziale Probleme, Arbeitslosigkeit und Probleme in der Integration von Bürgern mit Migrationshintergrund fordern eine intensive Behandlung und keine vorschnellen effektvollen Ausrufe. Doch das gilt nicht nur für die katholische Kirche.
Denn es scheint nun Bestrebungen zu einer Art Ökumene im Sinne der Anlehnung ans rechte politische Lager zu geben. So lud die evangelische Erlöserkirche in Mülheim an der Ruhr am 28.01.2008 die allseits bekannte Eva Herman ein. Wie die WAZ und NRZ berichteten war die Kirche gut gefüllt, das Interesse war groß, jene Frau zu sehen, die von der Bildzeitung einst als Eva Braun bezeichnet wurde.
Die Presseberichte der beiden Westdeutschen Zeitungen WAZ und NRZ unterschieden sich am 29.01.2008 jedoch enorm, was den Umgang mit der Person Eva Herman angeht. So setzte sich die NRZ ausführlich mit Eva Hermans Thesen auseinander und attestierte ihr zwar ein „krudes Weltbild“, sie sei „der Spiegel einer verunsicherten Gesellschaft“, doch habe sie keinesfalls einen rechtsradikalen Hintergrund. Die WAZ hingegen sympathisierte vor allem mit den Gästen, die die Veranstaltung vorzeitig verlassen hatten. Wesentlich kritischer hinterfragt wurden hier die teils unglücklichen Versuche, die Eva Herman in der Vergangenheit produzierte um ihre Aussagen zu erklären. Man muss sich schon fragen wieso die ehemalige Tagesschausprecherin und Late-Talkerin es als erfahrene Person aus dem Medienzirkus nicht schaffte glaubhaft klarzustellen, dass ihre politische Haltung nicht weit rechts der Mitte sei. Möglichkeiten dazu hatte sie genug.
Einen besonderen Beigeschmack erhielt die Veranstaltung auch deshalb, weil sie – wie aus gemeindeinternen Kreisen bekannt wurde – nicht, wie bei ähnlichen Veranstaltungen üblich, mit dem Presbyterium abgesprochen wurde. Damit hat Pfarrer Wolfgang Sickinger die Kirchengemeinde mit seiner Eigeninitiative in einen Bild gerückt, dass sie vor allem auch mit Organisationsdefiziten in Verbindung bringt. Hinzukommt, dass Sickinger in der Vergangenheit u.a. von Mitgliedern aus anderen Gemeinden, öfter in Verbindung gebracht wurde mit rechtslastigen Gruppen verschiedener Freikirchen.
Zwar ist die Kirche in Deutschland sicher eine Institution, die als Mittler in politischen Fragen eine Rolle spielt und auch weiter spielen sollte, etwa durch Initiativen wie den EPD im Bereich der Medienüberwachung und Medienregulierung. Doch muss man überspitzt gesagt schon fast vor einer Radikalisierung der Kirche in ihrem politischen Auftreten fürchten. Wer Böses denkt könnte man meinen, die Kirche wolle einen Gegenpart zum oft zitierten radikalen Islamismus spielen.
[Benjamin Weiß]
Kommentar ohne Titel
z.B Attentate auf Kliniken die Abtreibungen vornehmen. Hinzu kommen noch theokratische Züge wie Schöpfungslehre im Biologieunterricht. In den USA ist es schon Alltag,dass die Kirche dort in der Politik ein großes Wort mitzureden hat. Das gleiche versuchen mittlerweile einige Kirchen auch hier. Zu der Sache mit dem Islamismus. Die Kirche ist neidisch auf den Islam. Was glaubst du wie die sich wünschen, dass ihre Schäfchen genauso schnell zu Fuß gehopplet kommen.
Nen Thema wo ich noch ne Menge zu shcreiben könnte, aber wo ich jetzt kein bock drauf hab. Fjen interessanter Brief.