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Ayranmaiden - Trinkt mehr Ayran!
27.06.2008 - 18:01
Das K.I.Z.-Video zum Track "Neuruppin" kennt mittlerweile sicherlich jeder hier. So konnte man sich von einer komplett neuen, interaktiven und spektakulär in Szene gesetzten Machart überzeugen. Ayranmaiden hat bei den Bremern von Kubikfoto³ um ein Interview gebeten...
 

Ayran: Wie kam die Idee auf, das weltweit erste Video dieser Art zu machen
und wie lang habt ihr am Konzept und an der Realisierung gesessen?

Wir sind ja auf Kubikfotos spezialisiert, also interaktive, fotorealistische Welten für das Internet. Die Idee, ein Kubikfoto-Musikvideo zu machen hatten wir schon vor langer Zeit, wann und warum genau weiß ich gar nicht mehr. Von der ersten Kontaktaufnahme zu K.I.Z. bis zur Veröffentlichung des Kubikfotos ist fast ein halbes Jahr vergangen.

Ayran: Wie ist der Kontakt zu K.I.Z. zustande gekommen und habt ihr
deren Laufbahn schon vorher bewusst miterlebt, oder erst mit der
Zusammenarbeit?

Wir haben uns die Band bewusst herausgepickt, da wir sie für besonders kreativ und innovativ halten. Einige von uns mochten die Musik auch vorher schon, der ein oder andere hat sie jetzt während des Projekts lieben gelernt, aber den Song 'Neuruppin' solltest du hier bei uns in der Nähe der Programmierer lieber nicht mehr anmachen. Könnte sein, dass sie dich mit nem USB-Kabel erdrosseln.

Ayran: Ich stelle mir vor, dass das schon - neben der vielen
Fleißarbeit - auch ein Heidenspaß war, die ganzen Details
einzubauen und sich vorzustellen, wie die Leute danach suchen
würden...

Ja, absolut!!! Wir hatten wirklich viel Spaß dabei. Wir haben auch so eine geheime Steuerung eingebaut, dass wir den Usern per Webcam zugucken können, wenn sie sich durchs Kubikfoto klicken. HÄHÄ!

Ayran: Das Video wartet mit einigen Szenen auf, die evtl unter das
Jugendschutzgesetz fallen. Aber gerade die Jugendlichen werden durch
die Interaktivität, durch das videospiel-hafte ja bewusst
angesprochen: ein Widerspruch in sich?

Ja, schon irgendwie, oder? Aber ich habe das Jugendschutzgesetz ja nicht gemacht. Ich glaube auch nicht, dass sich Jugendliche durch unser Horror-Musikvideo inspiriert fühlen werden zum Triebtäter zu werden.

Ayran: Um sich an solch ein Projekt, man könnte fast schon sagen, zu
wagen, muss man meines Erachtens eine gewisse Schwelle überschritten
haben, nach der man zum normalen Video nicht mehr zurück kommt. Erster
Teil der Frage: kann man von euch nun solche Videos in Serie erwarten
und 2.: seid ihr von herkömmlichen Videos abgeturnt, und wenn ja,
wovon ganz besonders?

Wir haben schon große Lust darauf, weitere Musik-Kubikfotos zu produzieren. Die Musikindustrie gibt allerdings zur Zeit nicht viel Geld aus für hochwertige Produktionen. Wenn ich mir allerdings die ersten Besucherzahlen, -zeiten und -reaktionen anschaue, denke ich schon, dass es sich lohnen könnte. Ich glaube vom Musikvideo als Medium sind wir an sich nicht abgeturnt, es gibt ja wirlklich geile Musikvideos und kreative Regisseure. Dass - auch gerade im Hip-Hop Bereich - zum großen Teil langweilige und klischeehafte Videos gedreht werden ist natürlich schade. Oft passt das ja aber auch zur Musik.  Da wir sowieso aus der Fotografie- und Internetecke kommen, werden wir uns auch zukünftig hofentlich an interaktive Musikvideos 'heranwagen'!


Ayran: Die Bilder die im Song gezeichnet werden sind schon stark genug
und werden durch den Clip ja noch intensiviert. Ihr arbeitet ja auch
mit Psychologen zusammen. Gab es da Bedenken, dass die Kombination zu
heftig sein könnte?

Ja, erhebliche Bedenken sogar ...von Seiten der Psychologen. Zum Glück sind die Fotografen hier stärker, so konnten wir uns dann durchsetzen. Wichtig war uns schon, eine intensive Stimmung beim Erforschen der Welt zu erzeugen, daher durfte es auch nicht zu albern werden. Ich hoffe aber trotzdem, dass wir es geschafft haben eine leichte Ironie mitschwingen zu lassen.


Ayran: Das Video ist ein Anachronismus zur heutigen Schnelllebigkeit
in der von den Medien befeuerten Musikwelt, denn man kann oder muss
sich sogar Zeit nehmen für das, was darin passiert und setzt sich auch
so gezielter mit dem Song auseinander. War das, vielleicht sogar als
Kritik, gewollt?

Oh ja, toll dass du das ansprichst! Wir sind überzeugt davon, dass das rücksichtslose Ausbeuten von Musikkultur nicht beliebig lange fortgeführt werden kann. Wir glauben, dass die Hörer das nicht mehr lange aushalten werden. Immer plattere Songs, immer gleichere Musik, immer weniger Zeit sich mit der Kunst auseinander zu setzen. Wir glauben auch, dass die Musikkonsumenten wieder anfangen werden nach besonderen und neuen Sachen zu suchen. Oder noch besser selbst anfangen Musik zu machen.
Aber wenn wir es wenigstens schaffen, dass sich die Hörer bzw. Besucher von 'Neuruppin' intensiver mit der Welt des Songs auseinandersetzen ist das doch auch schon ganz schön!




  


kevla | 27.06.2008 - 18:27
cooles ding
Neohipster | 1.07.2008 - 19:14
Schöne Idee mit dem Interview und sehr informativ. Gefällt!
Grüße,
Jan
Anonymous | 3.07.2008 - 06:54
this is only the beginning of interactive music videos...
there are way more possibilities..



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