SPEZIAL

Qwel liebt Graffitis.
"I'm on a mission to make heaven look like your neighborhood."
Schon den neuen Wein probiert? Das neue Album von Qwel ist seit dem 10. Juni draussen. Nach "The Harvest" (Herbst) und "Freezerburner" (Winter) hat sich der Herr aus Chicago mit dem erfahrenen Jungle-DJ/Hip Hop-Produzenten Kip Killagain zusammengetan um das Frühlingsalbum "The New Wine" aufzunehmen. Nach ausgelutschten Produktionen und trägen Rhymes sucht man vergebens. Aber solche Sätze kann man sich bei einem wie Qwel ruhig sparen. Was seine Alben angeht, so wurde bisher nur wenig Wasser in den Wein gegossen. Und im neuen Wein hat das sowieso nichts verloren.
Die Rapkarriere von Qwel begann beim Chicagoer Radiosender WHPK in einer Rap Show, wo er auf vier bestimmte Leute traf, durch die er das ganze Hip Hop-Ding zum ersten Mal ernst nahm. Die fünf Köpfe formten sich zu einer Gruppe: Typical Cats. Qwel mit Qwaazar und Denizen Kane am Mikrofon und DJ Natural an den Reglern. Der fünfte im Bunde ist Kid Knish, der mehr oder weniger nur durch seine Backup-Auftritte auffällt. Kurios auch die Zusammenstellung bei näherer Betrachtung. Qwel ist ein Weißer, Qwaazar ein Schwarzer, Denizen Kane ein Asiate, Kid Knish ist ein Jude und der DJ Natural ein Italiener. Aber da scheint noch etwas nicht ganz normal zu sein. Es ist der Name der Gruppe. Sie sind alles andere als das, was man als anspruchsvoller Hörer unter "typisch" versteht. Das zeigten sie auf dem nach ihrem Gruppennamen benannten Debüt von 2001. Rap nach Mustern sieht definitiv anders aus.

Ihn als "typical cat" zu bezeichnen ist nicht verkehrt,
meint Qwel:
"I’m not dope, everybody else is just wack"
"If It Ain't Been In A Pawn Shop, Then It Can't Play The Blues" wurde im gleichen Jahr wie die erste Typical Cats-LP veröffentlicht und war der Startschuss für Qwel's Solokarriere. Besonders für seine Lyriks wird er seitdem hochgelobt. Er kann nicht nur ausgezeichnet mit Punchline-Bomben um sich werfen, sondern auch die Menschen zum Nachdenken bewegen. Mit prächtigem Wortschatz und einer respektablen Technik, versteht sich. 2004 sollte ein tolles Jahr für den Mann werden, der in der Tat beim ersten Anblick eher wie ein Holzfäller ausschaut als ein talentierter Rhymemeister. Das zweite Typical Cats-Album folgte und die erste CD für die "Four Seasons"-Reihe. Die Jahreszeit Herbst machte den Anfang. Qwel arbeitete dafür mit dem Produzenten Maker zusammen und man spürt beim Durchhören der Platte, dass hier viel Arbeit und Mühe drin steckt. Wenn Kanye West's Debüt in Sachen Innovation ein Apfel wäre, dann wäre das herbstliche "The Harvest" eine Kokosnuss. Exotisch eben. Und schwer zugänglich. Ob sie dann aber besser als der alltägliche Apfel schmeckt, muss jeder für sich selbst rausfinden.

wurde veröffenlicht am 10. Juni 2008
Das winterliche "Freezerburner"-Album (2006) war eine Zusammenarbeit mit dem Beatbauer Meaty Ogre und erschien, wie alle anderen CD's von ihm, über Galapagos4. Ein Label, das schon seit 1999 massig gute Releases auf den Markt schleudert - und Qwel hat großen Anteil dran. Denn mittlerweile ist "The New Wine" das sechzehnte Release (diese Info könnte falsch sein!) des jetzt im Westen Amerikas lebenden und verheirateten Familienvaters. Fehlt nur noch der Sommer, dann ist die Jahreszeiten-Reihe komplett. Und was kommt als Nächstes? Wahrschenlich Solo-CD's und weitere Kollaborationen mit vielseitigen Producern. Garantiert aber gute Musik.
01. Adam & Eve
02. Big Eye
03. Agape Rain
04. Innuendo
05. B.rainwashing
06. Starved Rock
07. The New Wine
08. Can't Fool The Blues
09. Frost Seeding
10. Reality TV
11. Grinding Gear
12. Bonita Bitrell
13. Internet Killed The Video Star
14. Heliocentric
MySpace von Qwel
MySpace von Kip Killagain
Der Track "Agape Rain":
Tracklist:
01. Adam & Eve
02. Big Eye
03. Agape Rain
04. Innuendo
05. B.rainwashing
06. Starved Rock
07. The New Wine
08. Can't Fool The Blues
09. Frost Seeding
10. Reality TV
11. Grinding Gear
12. Bonita Bitrell
13. Internet Killed The Video Star
14. Heliocentric
MySpace von Qwel
MySpace von Kip Killagain