Esham - "Sacrificial Lambz" Esham kehrt nach 3 Jahren zurück. Seine letzten beiden Alben waren schlecht. Ziemlich schlecht. Mit "Sacrificial Lambz" will er wieder auf den Sattel des Pferdes, welches ihm den Erfolg in der Szene brachte. Und das heißt wieder gute und mächtige Samples einsetzen und die Beats mit der sicken Stimme und den noch sickeren Rhymes mixen. Wer nicht weiß wer Esham ist, kennt Hip Hop nicht. Wer von Werken wie "Closed Casket" oder "Kkkill The Fetus" noch nichts gehört hat, der hat viel nachzuholen. Aber man verachtet sehr gerne solche Undergroundkünstler wie diesen Detroiter Wicked Shit Schöpfer, der im zarten Alter von 14 Jahren sein erstes, komplett von ihm produziertes Album in das milchige Face der Hip Hop-Welt bombardierte.
Aber lassen wir die Nichtanerkennung von irgendwelchen Sachen aus dem Spiel und konzentrieren wir uns lieber auf das neue Erzeugnis "Sacrificial Lambz". Dieses schaut mit einem Blick auf die Tracklist zuerst desillusionierend aus. 27 Tracks auf einem Album versprechen selten Gutes. Jedoch ist das im Jahr 2001 releaste "Tongues" ähnlich vollgepackt und mit vielen kurzen Tracks versehen.
Der Track "Garbitch" erinnert nur zu gut an alte Sachen und den wunderbaren und lockeren Gitarrenriffs in "6 Million" und Esham's ständigem Wiederholen von "wicked shit will never die" kann man ohnehin nicht entkommen. Zu fesselnd ist das Ganze, leider ist der Spaß nach nicht einmal 2 Minuten vorbei. "No Place On Earth" ist eine Ode an seine Heimat Detroit, bei der man genau hören kann, wie fantastisch Samples genutzt werden können. Bedrohlich wird es bei "Fallen Down" oder "U Kill Me". Beide ausgestattet mit grimmigen Instrumentals, bösen Reimen und einer ernstzunehmenden Performance. Das ist wie Magie. Und nach Jahren scheint diese wieder zu funktionieren beim Detroiter Black Hitler.
Ansonsten spielt das Album thementechnisch ganz vorne mit und an der sonstigen Abwechslung scheint es auch nicht zu mangeln. Der Unholy zeigt sich nicht immer im bösem Anzug. So hört man auf "Dont' Give Up", "Substance Abuse" und dem hervorragenden Tune "Root Of Evil" einen mehr als nur nachdenklichen Esham. Warum das unfassbar schreckliche "Waterhose" auf die CD genommen wurde, bleibt wohl ein Rätsel. Man kann auch sagen, dass die CD in der Mitte ein wenig einbricht, denn Tracks wie das eastcoastlastige "Get Me Down" oder das dekorative, aber unausgefallene "Can't Let Go" sind zwar keinesfalls wack, werden aber schnell langweilig. Das Ende der CD ist das schonmal angesprochene Lied "Substance Abuse". Ein Highlight ohne Ecken und Kanten, bei dem Esham negativ über die Folgen von Drogen berichtet. "I'm drinkin at the cemetary, reminince with the dead folks" - spannungsreich, unvergesslich, einfach Esham in Perfektion.
Seit 2 Dekaden im Spiel dabei und Esham hat nichts verlernt. Hier ist ihm eine passende und tolle Mischung aus den Vorgängeralben "KKKill The Fetus", "Dead Flowerz", "Mail Dominance" und "Tongues" gelungen. Er bleibt ein Original. Oft kopiert, aber nie erreicht. Für die Hater und Möchtegernversteher der Rapmusik zitiere ich ihn gerne: "Thank you and fuck you very much."

Hörprobe: "Garbitch"
Normalerweise