Interessanter Track von Doctor Who und Brand Nubian Member Sadat X. Produziert wurde das Ding vom Chicagoer Produzenten Grant Parks. Auf seinem neuen Mixtape "Thou Shall Not Hate" hört man von seiner Beatschmiedekunst. Das ganze Mixtape kann man sich kostenlos downloaden: KLICK.
Das neue Duo Heavy Hittaz besteht aus zwei alten Hasen des Undergroundgames: McNastee aus Oklahoma und Menacide. Der Letztgenannte arbeitete schon mit B-Real, der Dayton Family, Proof, Q-Strange und vielen anderen mehr oder weniger bekannten Namen zusammen. Ihr Debüt "13 Percent" ist Anfang dieses Jahres rausgekommen.
Seit dem 3. Februar 2009 steht der Nachfolger von "Audition" (2006) in den Plattenläden. Das neue Album mit dem Namen "Never Better" ist nun schon die dritte LP, die er über das sehr populäre Independentlabel Rhymesayers Entertainment rausbringt. Produziert wurden die Stücke größtenteils von Doomtree Produzent Lazerbeak und P.O.S. selbst. "Drumroll" heißt die erste Videoauskopplung.
Infinito
2017 hat 2007 in einem Interview mal gesagt, dass die Leute auf "Most
High Definition" nur Knallerbeats hören werden und er mit seinen Lyrics
weiter Burgen baut, während andere Rapper mit ihren den Keller
aufräumen. Solche Ansagen sind nichts Neues in Zeiten von 15-30
Rap-Veröffentlichungen im Monat. Kein Wunder also, wenn man etwas
überzeugter auftritt. Und im Falle von Infinito 2017, ein Typ der
selten weniger als 5 Soloalben in einem Jahr veröffentlicht, mag das
für die meisten albern klingen. Die Sprücheklopfer fallen meist durch
die fehlende Einschätzung auf die Nase. Das zeigt sich dann vielleicht
nicht in den Verkaufszahlen, aber dafür in CD-Kritiken.
Marcellous
Lovelace aka Infinito 2017 ist ein vieltalentierter Mann aus Chicago.
Er ist Mitglied mehrerer Rap-Gruppen und veröffentlichte bis heute
locker mehr als 100 verschiedene CD's. Ein Arbeitstier also, der
aber niemals über das Undergroundmileau hinausgekommen ist. Desweiteren
ist er ein leidenschaftlicher Maler und führt die Regie bei seinen eigenen Musikvideos.
Auf
allen Alben von Infinito 2017 stehen die Lyrics im Vordergrund.
Selbstverständlich ist das bei "Most High Definition" ebenso der Fall.
Größtenteils bestehen die Texte aus Sozialkritik, Aufklärung,
Ansagen und Aussagen. Eben Hörspiel mit Niveau. Nicht zum ersten Mal
redet er über das schwarze Volk und die Missstände im Land, so zum
Beispiel auch beim Track "Black Friday Madness". Auf "Political
Artists" ruft er gemeinsam mit dem Rapper I Self Devine zum
Zusammenschluss der Unterworfenen. Das ganze passiert auf einem Beat
von Memo, der zwei klasse Beats zu diesem Projekt beisteuerte. Ein
anderer Beitrag von Memo findet sich auf "In High Definition", auf
welchem Infinito sich wie immer mit trefflichen Lyrics zeigt, aber es
nicht schafft das mit einem starken Chorus zu stützen. Auf "In Love
With The Mic" kommt ein quitschendes Frauenvoice-Sample über eingängige
Beatstruktur zum Einsatz, dann wird am Ende des Tracks ein wenig
gescratcht, sowie Voices eingespielt. Alles gekonnt und flüssig
rübergebracht. Ein besonders schönes Instrumentalwerk hat der
langjährige Gefährte Thaione Davis beim Track "On My Way Back Home"
hinbekommen. Mit schnellen Drums geht der Beat nach vorne, während das
schöne, langsame Pianospiel aus einem einzigen Takt besteht und
unverändert durchläuft, aber kein Stück langweiliger wird. Dazu gibt es
eine Portion Straßenpoesie, wo sich nicht alles unbedingt reimt. Das
aber, erwartet man auch nicht bei Marcellous Lovelace, der sowieso
seine technischen Defizite auf so gut wie jedem Track zeigt.
Erwähnenswerte Gastparts gibt es von Nashville-Rapper Count Bass D auf
"Can't Stand Against Me" und Insight, der einen interessanten Auftritt
auf seinem selbst gezimmerten Endzeitbeat bei dem Track "Remember This
My Children" abgibt. Das Album lebt von den Erzählungen des Künstlers,
hier gibt es weder irgendwelche Posse-Cuts noch austauschbaren
Representerstoff. Doch die Produktionen müssen für die Texte nicht das
Feld räumen, denn diese tragen Infinito 2017, den Mann von der "South
Side of Chicago", über das ganze Album wie auf Händen.
Esham kehrt nach 3 Jahren zurück. Seine letzten beiden Alben waren schlecht. Ziemlich schlecht. Mit "Sacrificial Lambz" will er wieder auf den Sattel des Pferdes, welches ihm den Erfolg in der Szene brachte. Und das heißt wieder gute und mächtige Samples einsetzen und die Beats mit der sicken Stimme und den noch sickeren Rhymes mixen. Wer nicht weiß wer Esham ist, kennt Hip Hop nicht. Wer von Werken wie "Closed Casket" oder "Kkkill The Fetus" noch nichts gehört hat, der hat viel nachzuholen. Aber man verachtet sehr gerne solche Undergroundkünstler wie diesen Detroiter Wicked Shit Schöpfer, der im zarten Alter von 14 Jahren sein erstes, komplett von ihm produziertes Album in das milchige Face der Hip Hop-Welt bombardierte.
Aber lassen wir die Nichtanerkennung von irgendwelchen Sachen aus dem Spiel und konzentrieren wir uns lieber auf das neue Erzeugnis "Sacrificial Lambz". Dieses schaut mit einem Blick auf die Tracklist zuerst desillusionierend aus. 27 Tracks auf einem Album versprechen selten Gutes. Jedoch ist das im Jahr 2001 releaste "Tongues" ähnlich vollgepackt und mit vielen kurzen Tracks versehen.
Der Track "Garbitch" erinnert nur zu gut an alte Sachen und den wunderbaren und lockeren Gitarrenriffs in "6 Million" und Esham's ständigem Wiederholen von "wicked shit will never die" kann man ohnehin nicht entkommen. Zu fesselnd ist das Ganze, leider ist der Spaß nach nicht einmal 2 Minuten vorbei. "No Place On Earth" ist eine Ode an seine Heimat Detroit, bei der man genau hören kann, wie fantastisch Samples genutzt werden können. Bedrohlich wird es bei "Fallen Down" oder "U Kill Me". Beide ausgestattet mit grimmigen Instrumentals, bösen Reimen und einer ernstzunehmenden Performance. Das ist wie Magie. Und nach Jahren scheint diese wieder zu funktionieren beim Detroiter Black Hitler.
Ansonsten spielt das Album thementechnisch ganz vorne mit und an der sonstigen Abwechslung scheint es auch nicht zu mangeln. Der Unholy zeigt sich nicht immer im bösem Anzug. So hört man auf "Dont' Give Up", "Substance Abuse" und dem hervorragenden Tune "Root Of Evil" einen mehr als nur nachdenklichen Esham. Warum das unfassbar schreckliche "Waterhose" auf die CD genommen wurde, bleibt wohl ein Rätsel. Man kann auch sagen, dass die CD in der Mitte ein wenig einbricht, denn Tracks wie das eastcoastlastige "Get Me Down" oder das dekorative, aber unausgefallene "Can't Let Go" sind zwar keinesfalls wack, werden aber schnell langweilig. Das Ende der CD ist das schonmal angesprochene Lied "Substance Abuse". Ein Highlight ohne Ecken und Kanten, bei dem Esham negativ über die Folgen von Drogen berichtet. "I'm drinkin at the cemetary, reminince with the dead folks" - spannungsreich, unvergesslich, einfach Esham in Perfektion.
Seit 2 Dekaden im Spiel dabei und Esham hat nichts verlernt. Hier ist ihm eine passende und tolle Mischung aus den Vorgängeralben "KKKill The Fetus", "Dead Flowerz", "Mail Dominance" und "Tongues" gelungen. Er bleibt ein Original. Oft kopiert, aber nie erreicht. Für die Hater und Möchtegernversteher der Rapmusik zitiere ich ihn gerne: "Thank you and fuck you very much."