Achtelfinale, Spiel 2
Morgen, am 4. Februar beginnen diese Spiele:
Heltah Skeltah - D.I.R.T. (2.) gg. The Knux - Remind Me In 3 Days...(2.)
Q-Tip - The Renaissance (1.) gg. Sadistik - The Balancing Act (3.)
Hip
Hop Musik gibt es selbstverständlich seit mehr als 20 Jahren.
Jedoch begannen die heißen CD/Platten-Releases erst ab 1988 und hier
starteten auch die guten Jahre von Hip Hop. 1988-2007 das waren 20
Jahre Hip Hop. Ich will euch in dieser Rubrik meinen persönlichen
Liebling aus dem jeweiligen Jahr präsentieren. Ihr könnt gern per
Kommentar euren Senf rauslassen. Denn: Meine Auswahl ist nicht
immer berechenbar und ihr habt sicher auch eine Meinung.
2001 "If It Ain't Been In A Pawn Shop, Then It Can't Play The Blues" von Qwel

In der Serie "20 Jahre Hip Hop" geht es jetzt auch mal weiter. Und für das Jahr 2001 sehe ich Qwel's "If It Ain't Been In A Pawn Shop, Then It Can't Play The Blues" als meinen Favoriten. Wahnsinns Undergroundscheibe. Qwel ist ein Rapper aus Chicago, seit Ende der 90er dabei und hat etwas mehr als 15 Releases draussen. Wie auch immer, Qwel ist ein richtig guter Rapper und das zeigt er auf dem Album pausenlos. Allgemein ist für mich das Jahr 2001 aber wenig beeindruckend ausgefallen. Aesop Rock will ich hier noch erwähnen mit "Labor Days". Und die Cannibal Ox Scheibe "The Cold Vein" sollte ich auch mal wieder hören. Vieles aus dem Jahr kenne ich aber auch nicht.
Dazu existiert kein Musikvideo, dafür der Song "The Highest Commitment":
5 weitere interessante Releases aus dem Jahre 2001:
Masta Ace - Disposable Arts
Esham - Tongues
UGK - Dirty Money
Cormega - The Realness
Jay-Z - The Blueprint
Am 27. Januar erschien das dritte Soloalbum von Ex-Three 6 Mafia Rapper
Lord Infamous. Fragt sich jetzt nur, warum das auch offiziell als Soloalbum verkauft wird, wenn es doch eher eine Art Labelcompilation darstellt. Gefeaturet werden vor allem Artists seines eigenen Labels
Black Rain Entertainment, die sich zusammen
Tha Club House Click nennen. Das Album nennt sich übrigens
"After Sics".
E-A-Ski gehört ganz sicher zu den bekanntesten und besten Produzenten aus der Bay Area. Nun plant er mit dem Rapper
Locksmith ein ganzes Album zu veröffentlichen. Einen Vorgeschmack auf dieses Projekt bietet der Track
"I.M.G.M.I", welches zwar recht kurz ist, aber vom Instrumental her definitiv nicht enttäuscht. Man darf gespannt sein.
Infinito 2017 - "Most High Definition"Infinito
2017 hat 2007 in einem Interview mal gesagt, dass die Leute auf "Most
High Definition" nur Knallerbeats hören werden und er mit seinen Lyrics
weiter Burgen baut,
während andere Rapper mit ihren den Keller
aufräumen. Solche Ansagen sind nichts Neues in Zeiten von 15-30
Rap-Veröffentlichungen im Monat. Kein Wunder also, wenn man etwas
überzeugter auftritt. Und im Falle von Infinito 2017, ein Typ der
selten weniger als 5 Soloalben in einem Jahr veröffentlicht, mag das
für die meisten albern klingen. Die Sprücheklopfer fallen meist durch
die fehlende Einschätzung auf die Nase. Das zeigt sich dann vielleicht
nicht in den Verkaufszahlen, aber dafür in CD-Kritiken.
Marcellous
Lovelace aka Infinito 2017 ist ein vieltalentierter Mann aus Chicago.
Er ist Mitglied mehrerer Rap-Gruppen und veröffentlichte bis heute
locker mehr als 100
verschiedene CD's. Ein Arbeitstier also, der
aber niemals über das Undergroundmileau hinausgekommen ist. Desweiteren
ist er ein leidenschaftlicher Maler und führt die
Regie bei seinen eigenen Musikvideos.
Auf
allen Alben von Infinito 2017 stehen die Lyrics im Vordergrund.
Selbstverständlich ist das bei "Most High Definition" ebenso der Fall.
Größtenteils bestehen die Texte
aus Sozialkritik, Aufklärung,
Ansagen und Aussagen. Eben Hörspiel mit Niveau. Nicht zum ersten Mal
redet er über das schwarze Volk und die Missstände im Land, so zum
Beispiel auch beim Track "Black Friday Madness". Auf "Political
Artists" ruft er gemeinsam mit dem Rapper I Self Devine zum
Zusammenschluss der Unterworfenen. Das ganze passiert auf einem Beat
von Memo, der zwei klasse Beats zu diesem Projekt beisteuerte. Ein
anderer Beitrag von Memo findet sich auf "In High Definition", auf
welchem Infinito sich wie immer mit trefflichen Lyrics zeigt, aber es
nicht schafft das mit einem starken Chorus zu stützen. Auf "In Love
With The Mic" kommt ein quitschendes Frauenvoice-Sample über eingängige
Beatstruktur zum Einsatz, dann wird am Ende des Tracks ein wenig
gescratcht, sowie Voices eingespielt. Alles gekonnt und flüssig
rübergebracht. Ein besonders schönes Instrumentalwerk hat der
langjährige Gefährte Thaione Davis beim Track "On My Way Back Home"
hinbekommen. Mit schnellen Drums geht der Beat nach vorne, während das
schöne, langsame Pianospiel aus einem einzigen Takt besteht und
unverändert durchläuft, aber kein Stück langweiliger wird. Dazu gibt es
eine Portion Straßenpoesie, wo sich nicht alles unbedingt reimt. Das
aber, erwartet man auch nicht bei Marcellous Lovelace, der sowieso
seine technischen Defizite auf so gut wie jedem Track zeigt.
Erwähnenswerte Gastparts gibt es von Nashville-Rapper Count Bass D auf
"Can't Stand Against Me" und Insight, der einen interessanten Auftritt
auf seinem selbst gezimmerten Endzeitbeat bei dem Track "Remember This
My Children" abgibt. Das Album lebt von den Erzählungen des Künstlers,
hier gibt es weder irgendwelche Posse-Cuts noch austauschbaren
Representerstoff. Doch die Produktionen müssen für die Texte nicht das
Feld räumen, denn diese tragen Infinito 2017, den Mann von der "South
Side of Chicago", über das ganze Album wie auf Händen.