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Don der Baumeister

28.05.2009 - 06:57

Leute - mal ganz ehrlich. Ich liebe meinen Job! Gibt es einen besseren Job? Den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, mit dem Kopf zu arbeiten mit einer genialen Kollegin an meiner Seite? Nun gut, das mit der genialen Kollegin an meiner Seite ist Geschichte, aber es geht hier ums Prinzip. Ich bin nicht für harte körperliche Arbeit geschaffen. Woher ich das weiß? Ich renoviere! Schlimm! Ich habe Blasen an den Händen, mein Kreuz glüht - und inzwischen auch schon beim Aufstehen - ich brauche demnächst Urlaub vom Urlaub, weil Urlaub hat für mich was mit Chillen zu tun. Gleichzeitig muss ich meinen tiefempfundenen Respekt für alle Handwerker aussprechen. Wir Sesselpupser haben eventuell Kopfschmerzen vom vielen "denken", aber - wow. Also ne - ich bin am Sack und wen mir Bob der Baumeister verkommt, stelle ich ihm mal Don den Haumeister vor. Ich ramm ihm diese Scheiß Hilti dahin, wo keine Sonne scheint und rasier ihn mit dieser monströsen Flex, mit der ich heute Granit zerbröselt habe. Ich sehne mich zurück an meinen Arbeitsplatz und mein Klassenlehrer meinte bereits 1995, dass ich eines Tages Steine klopfen würde. Wie Recht er haben sollte. Respekt für diese hellseherische Vorraussage Herr H.P. Schnitzler.

 

 

Das führt mich zu dem glücklichen Umstand, dass wir heute bereits früh Feierabend gemacht haben. Ich also Zeit zum Knochen gerade biegen hatte und mich vor allem noch mit Lukas getroffen habe, der mich zu diesem Blog inspiriert. Wir saßen bei mir im Auto und haben ein wenig gechillt und gequascht. Klar - zuerst über Hiphop und wie am Arsch die Industrie ist und dass man heute mit 2000 Einheiten ja schon gut dabei ist und so. Also typisches Musiknerdgequatsche. Nachdem das Musiknerdgequatsche zu Ende war, hat er mich auf den Dokumentarfilm "The King of Kong" hingewiesen. In dieser Doku geht es um Videogamesverrückte. Also weitere Nerds. Nerds quatschen über Nerds. Was hier aber mein Punkt ist, rein nach Faktenlage geht es in der Doku um zwei Typen, die sich bei King Kong batteln. Jeder will der beste sein und es gibt Verlierer. Was die Doku so gut macht, man fühlt regelrecht mit. Aber erstmal der Trailer - baddabing:

 


Und es ist doch verrückt, mag sich jemand denken, der Videospiele nicht ganz so frenetisch und fanatisch verfolgt. Wie nur kann man seine ganze Freizeit mit so einem behinderten Spiel wie "King Kong" verdaddeln? Aber hat nicht jeder von uns sein "Donkey Kong"? Für mich z.B. ist es Musik, eine Nebensächlichkeit (Gemessen an der Unendlichkeit des Universums und so weiter), für andere ist es Fussball (hmm für mich eigentlich doch auch...egal), andere sammeln Briefmarken und würden für eine blaue Maurizius ihr Leben geben, während wieder andere mit Tesa Gläser und andere Gegenstände kleben (hab ich die Tage in einer Galileo"reportage" gesehen), während wieder andere bei Sexshoperöffnungen die Digicam drauf halten (hat wer nach dem Champions League Finale den Fernseher laufen lassen? Ufuk, Marcel, Lukas und ich haben GEFEIERT - aber ich schweife ab).


Um es also auf den Punkt zu bringen:
Jeder von uns hat seinen Mikrokosmos, mit dem er aus der Realität entflieht und der ihm ÜBERtrieben wichtig ist. Das muss nicht von jedem verstanden werden, aber das wollen wir auch nicht. Genau das macht uns als Menschen aus - es gibt Dinge, die uns persönlich wichtig sind, die Aussenstehende aber nicht nachvollziehen können. Sind wir dann alle Nerds? Alle ein wenig Verrückt, nach dem ein oder anderen?

 

Was ist es bei dir?

Hast du dich schonmal gefragt, wo deine irrationale Leidenschaft, nennen wir es Passion, liegt? Und kommt mir jetzt nicht mit Sex - das zählt nicht, weil es hier nicht um Grundbedürfnisse geht. Es geht um Nebensächlichkeiten, die eines Tages eine große Bedeutung einnimmt.
Warum stehen wir dann nicht dazu, dass wir verrückt sind? Einen Dachschaden haben? - einen partiellen natürlich.

Wir sollten also Dinge, die wir persönlich nur schwer nachvollziehen können, nicht sofort verurteilen. Wir müssen es ja nicht verstehen, aber zumindest Verständnis zeigen. Es gibt so viele Situationen im Leben, in denen wir das sollten. Beziehungen! Deiner Frau ist etwas total wichtig, was du nicht nachvollziehen kannst also gibst du einen Fick "So wichtig kann DAS ja nicht sein" (oder andersherum und z.B. mit dem Bundesligafinale) und ruck zuck hat man Streit. Wegen nichts. Eigentlich, denkt man, aber eigentlich ist ja eigentlich nicht nichts, weil es nur einem nichts bedeutet! Noch dabei? Mit etwas Verständnis ließe sich viel Stress sparen. Ich bin sicherlich nicht der Größte Mensch in Sachen Einfühlungsvermögen - ich bin eher die oben erwähnte Hilti - also predige ich mal wieder Dinge, die ich auch nicht besser mache. Aber einmal mehr können wir versuchen unser Leben besser zu machen - mit einer Kleinigkeit: Verständnis! Auch wenn wir die Sache nicht verstehen.

 

Verdammt - ich bin heute wieder philosophisch.

Hmmm... die Tage will ich mal weniger "esoterisches" verfassen. Das wird aber wohl erst nach irgendeinem Festival an irgendeinem Ort welches ich kommenden Sonntag besuche, sein. Bis dahin wünsche ich gute Gesundheit, gutes Wetter und so Zeug.

 

Und falls Ihr Bob den Baumeister trefft:
Hilti! Direkt in die Fresse. Hämmert diesem debil dreinschauenden Klops sein grenzdebiles Grinsen aus dem Rundschädel. Tut es für alle Büromenschen und klopft danach hart arbeitenden echten Bauarbeitern auf die Schulter und esst ein Bernd das Brot.

Danke

Euer
Don Diggedy



Re:

ONEILL33GWENDOLYN | 12.06.2010 - 04:50
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