
„Von Pechvögeln und Blechfiguren – Bäck like cooked Schweinshaxe!“
1.Kanye West in Indien – Reisetagebuch Pt. 1!
Hallo liebes Tagebuch,
so weit ist es nun gekommen, dass ich in dieses schmutzige, schlecht gekleidete Land fahren muss, um spirituelle Heilung zu erfahren. Das letzte Mal, als ich hier reingeschrieben habe, war ich gerade in Paris, um Modedesigner zu werden. Die Kollektion wurde ja kürzlich eingestampft. Noch vor dem Verkauf. Die Welt ist eben noch nicht bereit für essbare Schals und bauchfreie Männerjeansjacken. Wasever, no big deal! Heute bin ich jedenfalls in Neu-Delhi gelandet und wurde am Flughafen von meinem spirituellen Heilbetreuer Rajesh abgeholt. Seine Begrüßung lautete: „Hier wohnen 1,2 Milliarden Menschen. Du bist nur ein Staubkorn. Ach ja, hallo!“ Was er mir wohl damit sagen wollte? Staub gibt es hier jedenfalls genug. Und arme, dreckige Menschen. Man kann sich doch wenigstens gut kleiden, wenn man schon arm sein muss oder? Vielleicht wäre das ja mal ein geeignetes Modedesignerprojekt für mich? Im Anschluss fuhren wir in Rajeshs spirituelles Zentrum. War im Endeffekt nur ein Wohnzimmer voller Räucherstäbchen und Kissen. Ich musste mich übergeben. Glücklicherweise habe ich einen ganzen Koffer seidener Hermès-Taschentücher mit. Danach fuhren wir ans Set irgendeines Bollywood-Films. Rajesh meinte, dass ich mitspielen solle, um so neue kreative Energie zu tanken. Leider durfte ich nur einen Baum spielen. Als der Hauptdarsteller seine erste Szene spielte, stürmte ich vor die Kamera und sagte „Hey Salman Khan, ich freu mich für dich und werde dich auch aussprechen lassen, aber ich bin der schönste Baum der indischen Filmrequisitengeschichte!“ Es hagelte sofort kiloweise Gulab Jamun und wir mussten das Filmset fluchtartig verlassen. Hallo? Was hab ich denn bitteschön getan? Morgen will Rajesh mit mir die Slums besuchen, damit ich geerdet werde. Igittigitt!
2.Massive Töne!
Nicht nur das er es immer gewusst hat, nein, er hat es auch ganz allein geschafft. Massiv hat ein neues Feindbild. Nach Snaaaga & Pillaaath sind jetzt die Majors im Allgemeinen und Sony im Speziellen dran. Liest man die unzähligen Interviews der letzten Zeit, könnte fast man den Eindruck bekommen, dass Massiv in den zwei letzten Jahren von einer Gruppe vierzigjähriger Schlipsträger gefoltert und anschließend nackt und mit leeren Taschen auf den kalten Beton zurückgeworfen wurde. War das wirklich so? Richtig ist wohl das er sich seinen ersten Buzz via Ghettolied und ohne Majorlabel aufgebaut hat. Aber war daran nicht auch schon jemand anderes maßgeblich beteiligt? Dieser Teufelskerl mit dem Silbergebiss? Und haben nicht die Kids, die seinen Track per Handy verbreitet haben, die ganze Werbung für ihn gemacht? Stellt sich also die Frage, was Massiv überhaupt alleine gemacht hat. Laut Snags gäbe es da schon etwas, aber das ist ja nun auch schon zwei Jahre her und außerdem sind Massiv und sein erster Förderer wieder Kumpels. Habt ihr das neue Video schon gesehen? Hollywood? Hello-ho! Vielleicht hat er sich ja diesmal das Bomben-Drehbuch selber ausgedacht, viel hanebüchener geht es auch nicht mehr. Seinen Talk mit Atze Cem fand ich dann aber doch wieder sehr sympathisch und so bleibt Massiv für mich weiterhin das unförmige Rätsel mit den Tribals, das es schon immer war!
3.Mix Trap Phenomenon!
Alle lieben Gucci Manfred. Alle. Zumindest alle die entweder in der Juice-Redaktion sitzen (da läuft er ja scheinbar auf Dauerrotation) oder in Georgia wohnen (da werden auch Erdnüsse angebaut) oder bei Warner Bros. Entscheidungen treffen (die Knallköpfe haben den Manfred über drei Ecken gesignt, aber Wiz Khalifa gedroppt) oder bei MTV arbeiten (die haben ihn zum sechst-heißesten Rapper der Saison auserkoren). Alle anderen müssen sich nun entscheiden, ob sie auf der guten, geistreichen, aber eben auch manchmal etwas langweiligen Seite der Macht bleiben wollen oder ob sie in das so eisige Lager der „Burrr Burrr“-Rufer wechseln wollen. Dort reißen sich Hoodratten und Supermodels gleichermaßen die Shirts vom Körper, um mit Gucci Manfred und Olaf Jens dem Saftmann einmal durch den Tourbus zu hüpfen. Um Musik geht es da primär weniger bis gar nicht. Na, schon entschieden? Ich für meinen Teil habe nach ausgiebigen Studien beschlossen, nicht an der Sause teilzunehmen. Warum? Weil ich es nicht verstehe und auch nicht verstehen will. Vielleicht trinke ich zu wenig Promethazin-Sprite-Cocktails oder gehe zu selten in süddeutsche Schnips-Clubs. Oder aber ich bin einfach nicht dabei gewesen und im falschen Land geboren. Man weiß es nicht. Damit bleibt mir nur noch zu sagen: “I'm icy, so muthafuckin snowed up, lil kids wanna be like Gucci when they grow up” Gott bewahre! Burrr!
4.Wenn sie dich nicht (mehr) lieben…!
Fat Joe ist erledigt. Big Puns Die-Hard-Fans waren schon immer dieser Meinung, Cürbis Cekzun denkt wahrscheinlich das er einen großen Anteil daran hat und Cuban Linx wird sich freuen, dass die fette Krabbe endlich zu ihm runter kommt. Vom warmen Miami in die kalte Bronx sozusagen. Was ist schief gelaufen? Eine ganze Menge, denn anders ließen sich die sensationellen 8300 Erstwochenverkäufe nicht erklären. Das ist für jemanden der mit „Lean Back“ und „Make It Rain“ internationale Club-Hits hatte und außerdem mit Weezy, Khaled und Ricky Raus befreundet ist, ein mittelschweres Fiasko. Den Grund dafür sollte man aber weder bei Downloads noch bei schlechter Label-Arbeit suchen, sondern allein beim dicken Johannes. Das er nach dem tragischen Ableben eines der größten Rap-Talente aller Zeiten nicht ewig die Boogie Down Bronx reppen würde, war irgendwie abzusehen. Immerhin war er, neben Big L der Flashieste und der mit den meisten Starambitionen von allen D.I.T.C.lern. Leider ist Joey irgendwann dem Irrglauben verfallen, dass er auf Albumlänge immer den Balanceakt zwischen Großraumdisse und Hinterhof schaffen müsste. Daraus entsprang dann der zweite, aktuellere Irrglaube, nämlich der das man das mit dem Hinterhof dann auch gleich komplett lassen und stattdessen Singles wie das irrwitzig-schlechte „Aloha“ rausbringen könnte. Leider hat er dabei übersehen, dass die „Make It Rain“-Klingeltonkäufer ebenjenen vor allem wegen Wayne kauften und mittlerweile nach Gucci Manfreds Pfeife tanzen. Die Straßenköter, Blogger und Hardcore-Rapfans hatte er ebenfalls verloren und so blieb dann eigentlich auch keiner mehr übrig, der sein Album hätte käuflich erwerben können. Das Cürbis mit seinen Comedy-Sticheleien nur über die Tatsache hinweg zu täuschen versucht, dass es ihm, auch wenn auf höherem Level, ähnlich geht, spielt da schon gar keine Rolle mehr. Anders und besser hat es Raekwon gemacht, dem mit seinem Meisterwerk ein sensationeller Erfolg gelungen ist. „Aloha“ wird da nicht einmal gerufen!
5.Ehrenfeld Blues!
La Honda waren bisher der Inbegriff für vollkommene Ignoranz gegenüber allem was im Hip Hop bereits musikalisch und inhaltlich erreicht wurde. Die beiden Wandmenschen aus Köln machten Musik aus scheinbar einem einzigen Antrieb heraus, nämlich der Zerstörung jeglicher Resthoffnung auf ein Ende von Gewalt im deutschen Rap-Sandkasten. Die hatte in den letzten Jahren, so jedenfalls suggerierten es die (Hip Hop-)Medien, stetig zugenommen, was sicherlich nicht von der Hand zu weisen ist. Wirklich interessiert hat das dann letzten Endes wohl auch nur ein paar Halbwüchsige aus Köln und Umgebung. Immerhin haben die zwei Hondas kaum CDs verkauft und waren auch nie auf Tour. Jetzt ist allerdings Schluss mit unlustig, denn OJ Kingpin beendet seine „Karriere“ als „Gangsterrapper“ - „Schade!“ Um anderen „Künstlern“ diesen Schritt zu erleichtern, hat das WDR beschlossen, ihm dabei zur Seite zu stehen und den Ausstieg zu dokumentieren. Die dreiteilige Doku, u.a. mit Gastauftritt von „Manuellson, dem einflussreichsten Rapper NRWs“, könnt ihr euch bei youtube reinziehen, lohnt sich auf jeden Fall. Denn ganz so absurd und komisch ist das ganze gar nicht. Das liegt zum einen daran, dass es sich um den WDR und eben nicht um RTL und Konsorten handelt, andererseits aber auch daran, dass der Rapper sich als normalen, friedliebenden Familienvater präsentiert. Das tut er glaubwürdig und damit kann ich mich in gewisser Hinsicht auch identifizieren (auch wenn ich weniger Muskeln habe). Das er tatsächlich Drohanrufe bekommt und im Internet als Verräter bezeichnet wird, zeigt vor allem eines: mit Musik hatte das alles nichts zu tun gehabt!
6.Homo Dance!
Alexander Marcus, the officially pinkest man in showbusiness, ist zurückgekehrt. Nach dem sensationellen „Electrolore“, welches nicht nur inoffizieller Soundtrack zu unserem letztjährigen Ungarn-Takeover wurde sondern auch das musikalische Gegenstück zu „Borat“ darstellt, folgt nun der Nachfolger „Mega“. Der Titel ist Programm, so viel sei schon mal gesagt. Ich war ja äußerst skeptisch, aber einfach nur weil ich in letzter Zeit immer skeptisch bin wenn es um neue Musik bzw. um Nachfolgealben geht. Wahrscheinlich kommt langsam der Opa in mir durch. Die zweite Videosingle „Hawaii Toast Song“ war dann passenderweise auch nicht so prall. Filmisch hatte es zwar wieder den „Papaya“-Swagger vergangener Tage, aber die Hook wollte einfach nicht zünden. Dies besorgt der Titeltrack dafür umso besser. Certified Hit! Besonders gut war dann auch seine Präsentation von „Mega“ bei MTV, in deren Anschluss er genau kein Wort sagte und lieber grinste. Auf dem Album sind noch ein paar andere Hits drauf, wie z.B. das bekannte „Homo Dance“, eine grandiose Hymne auf alles und das Leben, sowie „Fiesta Musica“, welches mit wahnwitzigen Trompeten aufwarten kann und schließlich „Hallo Hallodri“, pumpt wie Sau und Hallodri ist sowieso bestes Wort. Sehr empfehlenswert ist auch das beigefügte Hörbuch, eine Art Reiseführer in das Reich des kalkulierten Wahnsinns inklusive Biographie, Philosophie und Wahrheit. „Mega“ ist damit das musikalische „Brüno“ und das ist doch auch nicht schlecht. Atzenstyle eben!
7.Shynebar wird es einfach nicht besser!
Es gibt Menschen, die trifft das Schicksal mit einer Härte die unverhältnismäßig erscheint. Shyne, der Ex-Bad Boy-Rapper und Sohn des Premierministers von Belize, ist so ein Fall. Nachdem er für die Diddymaus in die Box wanderte und dafür von diesem mit rein gar nichts belohnt wurde, schien seine Karriere am Ende zu sein. Es gab zwar immer wieder Gerüchte über etwaige Deals, die ihn nach seiner Entlassung erwarten würden, aber spruchreif war das wohl alles nicht. Inzwischen sitzen oder saßen ja nicht gerade wenige Rapper hinter Gittern, allerdings mussten die wenigsten von ihnen so lange einfahren und kaum einer bekam so viele Respektsbekundungen von draußen wie Moses Michael Leviy, wie sich Shyne seit seiner Konvertierung zum Judentum nennt. Wer hält es denn bitteschön noch für Prodigy unten? Lebt der überhaupt noch? Jedenfalls steht Shyne mittlerweile kurz vor seiner finalen Entlassung und eine Rückkehr ins Rap-Karussell scheint nicht ausgeschlossen. Allerdings gibt es da noch ein kleines Problem für den Rapper der aussieht wie Tupac und klingt wie Biggie. Er soll abgeschoben werden und zwar nach Belize, also in das Land, in dem sein Vater Premierminister ist. Perfekt, könnte man jetzt denken, immerhin dürfte er da einige Prioritäten genießen, finanzielle Unterstützung von väterlicher Seite erhalten und das schöne Wetter genießen. Andererseits sähe es dann noch mauer für eine Fortführung seiner Karriere aus, da sich alles Geschäftliche noch immer ausschließlich in New York abspielt. Vielleicht hilft Diddy ihm ja dieses Mal irgendwie. Vielleicht schneit es ja auch in Belize!
8.Spann doch mal aus, Moola!
Mit 27 wird Weezy zum ersten Mal in seinem Leben Urlaub machen. Die Begleitumstände sind ja mittlerweile allgemein bekannt. Genauso wie die Tatsache, dass man sich als Südstaatenrapper in New York nicht mit einer Waffe erwischen lassen sollte. Geht unter Garantie nicht gut und vor allem nicht unter einem Jahr aus. In etwa so lange wird der kleine Mann hinter Gitter müssen, nachdem er sich jetzt schuldig bekannt hat. Das hat Vor-und Nachteile für ihn und seine Karriere. Auf der einen Seite kann er endlich mal ein Time-Out nehmen, nicht unwichtig für jemanden der mit 12 Jahren gesignt wurde und seitdem geschuftet hat, und sich vom harten Tour-Alltag erholen. Keine Becher-Büffets, nervige Groupies, aufdringliche Schmuckgeschenke vom Vogelvater und keine Verantwortung mehr für zwei Labels. Einfach nur chillen. Jedoch stellt sich die Frage, ob Weezy wegen seines Status überhaupt zum Entspannen käme. Immerhin besteht die realistische Möglichkeit, dass einige inhaftierte Bloods auf die Idee kommen könnten, den kleinen Mann an seine Nicht-Mitgliedschaft zu erinnern bzw. seiner imaginären Fantasie-Mitgliedschaft ein für allemal ein Ende zu bereiten. Oder er lässt sich vor lauter Langeweile auch noch den Rest des Körpers tätowieren und wird damit zum dritten Scofield. Nur eben ohne Plan. Am Ende sorgen Papa Birdman und Onkel Benjamin Franklin wahrscheinlich eh dafür, dass er da drin den John Gotti raushängen lassen kann. PS: Mal schauen, ob Drake die Zeit nutzt, um vorbei zu ziehen…!
9.Livereport: Raekwon!
Vor drei Wochen war der Chef persönlich in der Stadt und natürlich konnte ich mir dieses historische Ereignis nicht entgehen lassen. Da sich keiner der SW Goons dazu überreden ließ nach Leipzig zu kommen, hielt ich die Flagge im Alleingang hoch. Einer musses ja machen, ne? Nach einer Aufwärmphase mit alten Wu-Bangern und spanischem Bier in Seizes Studio machten wir uns auf den Weg. Zwischendurch trafen wir eine offensichtlich verwirrte Frau, die „Wir müssen alle sterben“ wie ein Mantra vor sich her murmelte und uns damit perfekt auf die Wukapolypse einstimmte. Vor der Location dann der übliche Trashtalk mit diversen Bekannten, u.a. Scientist und Splash!Mag-Ben, wobei mir da schon das veränderte Publikum auffiel. Später stellte sich heraus, dass Megaloh mit seinen Berliner Goons angereist war. Und offensichtlich hatten es ihm einige gleichgetan. Sowas will eben keiner verpassen. Nirgendwo und niemals. Den Voract skippten wir komplett und Seize startete die erste Gin Tonic-Runde. Gab noch viele weitere, da dies der Drink des Abends war. Die Show selber war dann erwartungsgemäß sensationell. Man spürte förmlich wie erleichtert alle waren, dass es keine Wiederholung des Freddie Foxxx-Debakels gab. Von alten Klassikern hinzu neuen Bangern lieferte Rae alles ab. Und dazu auch noch in erstaunlich guter Form. Kein Playback, keine Armada von Backuppern und kein stundenlanges Gelaber. Einfach nur fette, gutgelaunte New Yorker mit einem Classics-Katalog. Rapshit! Mein Versuch live zu twittern, um meine Begeisterung mit dem Rest der Welt zu teilen, schlugen leider etwas fehl. Blame it on the Gin! Danach wurde draußen weiter getrashtalkt, u.a. mit zwei äußerst lustigen Thüringern, von denen einer mal Tischtennis für einen Verein gespielt hat, welcher in dem Minidorf angesiedelt ist, in dem der Onkel wohnt, dessen Hund mich mal gebissen hat. Verrückt oder? Der Nachhauseweg lief dann dank Seizes äußerst unkonventioneller aber effektiver Fahrzeuglösung problemlos ab. WUUU!
10.Was macht eigentlich…!
Agallah? Der Brooklynese mit der markantesten Stimmt seit Big Twinz macht sich nicht erst seit der endgültigen Schließung des Dipset-Tollhauses äußerst rar. Dabei agierte das Purple City Kollektiv, im Kern bestehend aus ihm, Shiest Bub (aka Scheißt Bob?) und Un Kasa, von Anfang an selbstständig und dabei sogar relativ erfolgreich. Wer auf rohen Harlem-Sound stand, der hörte sich die Mixtapes jedenfalls an. Aber wie das bei solchen Verbandelungen eben immer so ist (und die waren durch die stetigen Kollaborationen mit Jimmy Blue Jones definitiv gegeben), steht und fällt letztlich doch alles mit dem Mutterschiff. Frag die Theodore Unit! Aber Agallah ist, im Gegensatz zu vielen anderen Affiliates aus dem Dipset-Umfeld, Hip Hop bis in die Knochen und schon so lange dabei, dass ihm so etwas eigentlich nichts ausmachen dürfte. Obwohl die meisten ihn erst seit seinem Beitrag zum GTA3-Soundtrack auf dem Radar hatten, war er schon lange vorher im New Yorker Untergrund tätig und hat u.a. Beats für Busta, Pun und Mobb Deep gemacht. Kein schlechter Katalog, wie ich finde. Bei „Crookie Monster“ hingegen, einem 2000er Straßenhit mit Uncle Al-Beat, zeigte er seine Skills als Rapper. Feier ich bis heute das Ding! Genauso wie die Tatsache, dass sich sein alter Spitzname 8-Off von Adolf ableitet. Muss man erst mal drauf kommen…!
Nicht nur das er es immer gewusst hat, nein, er hat es auch ganz allein geschafft. Massiv hat ein neues Feindbild. Nach Snaaaga & Pillaaath sind jetzt die Majors im Allgemeinen und Sony im Speziellen dran. Liest man die unzähligen Interviews der letzten Zeit, könnte fast man den Eindruck bekommen, dass Massiv in den zwei letzten Jahren von einer Gruppe vierzigjähriger Schlipsträger gefoltert und anschließend nackt und mit leeren Taschen auf den kalten Beton zurückgeworfen wurde. War das wirklich so? Richtig ist wohl das er sich seinen ersten Buzz via Ghettolied und ohne Majorlabel aufgebaut hat. Aber war daran nicht auch schon jemand anderes maßgeblich beteiligt? Dieser Teufelskerl mit dem Silbergebiss? Und haben nicht die Kids, die seinen Track per Handy verbreitet haben, die ganze Werbung für ihn gemacht? Stellt sich also die Frage, was Massiv überhaupt alleine gemacht hat. Laut Snags gäbe es da schon etwas, aber das ist ja nun auch schon zwei Jahre her und außerdem sind Massiv und sein erster Förderer wieder Kumpels. Habt ihr das neue Video schon gesehen? Hollywood? Hello-ho! Vielleicht hat er sich ja diesmal das Bomben-Drehbuch selber ausgedacht, viel hanebüchener geht es auch nicht mehr. Seinen Talk mit Atze Cem fand ich dann aber doch wieder sehr sympathisch und so bleibt Massiv für mich weiterhin das unförmige Rätsel mit den Tribals, das es schon immer war!
3.Mix Trap Phenomenon!
Alle lieben Gucci Manfred. Alle. Zumindest alle die entweder in der Juice-Redaktion sitzen (da läuft er ja scheinbar auf Dauerrotation) oder in Georgia wohnen (da werden auch Erdnüsse angebaut) oder bei Warner Bros. Entscheidungen treffen (die Knallköpfe haben den Manfred über drei Ecken gesignt, aber Wiz Khalifa gedroppt) oder bei MTV arbeiten (die haben ihn zum sechst-heißesten Rapper der Saison auserkoren). Alle anderen müssen sich nun entscheiden, ob sie auf der guten, geistreichen, aber eben auch manchmal etwas langweiligen Seite der Macht bleiben wollen oder ob sie in das so eisige Lager der „Burrr Burrr“-Rufer wechseln wollen. Dort reißen sich Hoodratten und Supermodels gleichermaßen die Shirts vom Körper, um mit Gucci Manfred und Olaf Jens dem Saftmann einmal durch den Tourbus zu hüpfen. Um Musik geht es da primär weniger bis gar nicht. Na, schon entschieden? Ich für meinen Teil habe nach ausgiebigen Studien beschlossen, nicht an der Sause teilzunehmen. Warum? Weil ich es nicht verstehe und auch nicht verstehen will. Vielleicht trinke ich zu wenig Promethazin-Sprite-Cocktails oder gehe zu selten in süddeutsche Schnips-Clubs. Oder aber ich bin einfach nicht dabei gewesen und im falschen Land geboren. Man weiß es nicht. Damit bleibt mir nur noch zu sagen: “I'm icy, so muthafuckin snowed up, lil kids wanna be like Gucci when they grow up” Gott bewahre! Burrr!
4.Wenn sie dich nicht (mehr) lieben…!
Fat Joe ist erledigt. Big Puns Die-Hard-Fans waren schon immer dieser Meinung, Cürbis Cekzun denkt wahrscheinlich das er einen großen Anteil daran hat und Cuban Linx wird sich freuen, dass die fette Krabbe endlich zu ihm runter kommt. Vom warmen Miami in die kalte Bronx sozusagen. Was ist schief gelaufen? Eine ganze Menge, denn anders ließen sich die sensationellen 8300 Erstwochenverkäufe nicht erklären. Das ist für jemanden der mit „Lean Back“ und „Make It Rain“ internationale Club-Hits hatte und außerdem mit Weezy, Khaled und Ricky Raus befreundet ist, ein mittelschweres Fiasko. Den Grund dafür sollte man aber weder bei Downloads noch bei schlechter Label-Arbeit suchen, sondern allein beim dicken Johannes. Das er nach dem tragischen Ableben eines der größten Rap-Talente aller Zeiten nicht ewig die Boogie Down Bronx reppen würde, war irgendwie abzusehen. Immerhin war er, neben Big L der Flashieste und der mit den meisten Starambitionen von allen D.I.T.C.lern. Leider ist Joey irgendwann dem Irrglauben verfallen, dass er auf Albumlänge immer den Balanceakt zwischen Großraumdisse und Hinterhof schaffen müsste. Daraus entsprang dann der zweite, aktuellere Irrglaube, nämlich der das man das mit dem Hinterhof dann auch gleich komplett lassen und stattdessen Singles wie das irrwitzig-schlechte „Aloha“ rausbringen könnte. Leider hat er dabei übersehen, dass die „Make It Rain“-Klingeltonkäufer ebenjenen vor allem wegen Wayne kauften und mittlerweile nach Gucci Manfreds Pfeife tanzen. Die Straßenköter, Blogger und Hardcore-Rapfans hatte er ebenfalls verloren und so blieb dann eigentlich auch keiner mehr übrig, der sein Album hätte käuflich erwerben können. Das Cürbis mit seinen Comedy-Sticheleien nur über die Tatsache hinweg zu täuschen versucht, dass es ihm, auch wenn auf höherem Level, ähnlich geht, spielt da schon gar keine Rolle mehr. Anders und besser hat es Raekwon gemacht, dem mit seinem Meisterwerk ein sensationeller Erfolg gelungen ist. „Aloha“ wird da nicht einmal gerufen!
5.Ehrenfeld Blues!
La Honda waren bisher der Inbegriff für vollkommene Ignoranz gegenüber allem was im Hip Hop bereits musikalisch und inhaltlich erreicht wurde. Die beiden Wandmenschen aus Köln machten Musik aus scheinbar einem einzigen Antrieb heraus, nämlich der Zerstörung jeglicher Resthoffnung auf ein Ende von Gewalt im deutschen Rap-Sandkasten. Die hatte in den letzten Jahren, so jedenfalls suggerierten es die (Hip Hop-)Medien, stetig zugenommen, was sicherlich nicht von der Hand zu weisen ist. Wirklich interessiert hat das dann letzten Endes wohl auch nur ein paar Halbwüchsige aus Köln und Umgebung. Immerhin haben die zwei Hondas kaum CDs verkauft und waren auch nie auf Tour. Jetzt ist allerdings Schluss mit unlustig, denn OJ Kingpin beendet seine „Karriere“ als „Gangsterrapper“ - „Schade!“ Um anderen „Künstlern“ diesen Schritt zu erleichtern, hat das WDR beschlossen, ihm dabei zur Seite zu stehen und den Ausstieg zu dokumentieren. Die dreiteilige Doku, u.a. mit Gastauftritt von „Manuellson, dem einflussreichsten Rapper NRWs“, könnt ihr euch bei youtube reinziehen, lohnt sich auf jeden Fall. Denn ganz so absurd und komisch ist das ganze gar nicht. Das liegt zum einen daran, dass es sich um den WDR und eben nicht um RTL und Konsorten handelt, andererseits aber auch daran, dass der Rapper sich als normalen, friedliebenden Familienvater präsentiert. Das tut er glaubwürdig und damit kann ich mich in gewisser Hinsicht auch identifizieren (auch wenn ich weniger Muskeln habe). Das er tatsächlich Drohanrufe bekommt und im Internet als Verräter bezeichnet wird, zeigt vor allem eines: mit Musik hatte das alles nichts zu tun gehabt!
6.Homo Dance!
Alexander Marcus, the officially pinkest man in showbusiness, ist zurückgekehrt. Nach dem sensationellen „Electrolore“, welches nicht nur inoffizieller Soundtrack zu unserem letztjährigen Ungarn-Takeover wurde sondern auch das musikalische Gegenstück zu „Borat“ darstellt, folgt nun der Nachfolger „Mega“. Der Titel ist Programm, so viel sei schon mal gesagt. Ich war ja äußerst skeptisch, aber einfach nur weil ich in letzter Zeit immer skeptisch bin wenn es um neue Musik bzw. um Nachfolgealben geht. Wahrscheinlich kommt langsam der Opa in mir durch. Die zweite Videosingle „Hawaii Toast Song“ war dann passenderweise auch nicht so prall. Filmisch hatte es zwar wieder den „Papaya“-Swagger vergangener Tage, aber die Hook wollte einfach nicht zünden. Dies besorgt der Titeltrack dafür umso besser. Certified Hit! Besonders gut war dann auch seine Präsentation von „Mega“ bei MTV, in deren Anschluss er genau kein Wort sagte und lieber grinste. Auf dem Album sind noch ein paar andere Hits drauf, wie z.B. das bekannte „Homo Dance“, eine grandiose Hymne auf alles und das Leben, sowie „Fiesta Musica“, welches mit wahnwitzigen Trompeten aufwarten kann und schließlich „Hallo Hallodri“, pumpt wie Sau und Hallodri ist sowieso bestes Wort. Sehr empfehlenswert ist auch das beigefügte Hörbuch, eine Art Reiseführer in das Reich des kalkulierten Wahnsinns inklusive Biographie, Philosophie und Wahrheit. „Mega“ ist damit das musikalische „Brüno“ und das ist doch auch nicht schlecht. Atzenstyle eben!
7.Shynebar wird es einfach nicht besser!
Es gibt Menschen, die trifft das Schicksal mit einer Härte die unverhältnismäßig erscheint. Shyne, der Ex-Bad Boy-Rapper und Sohn des Premierministers von Belize, ist so ein Fall. Nachdem er für die Diddymaus in die Box wanderte und dafür von diesem mit rein gar nichts belohnt wurde, schien seine Karriere am Ende zu sein. Es gab zwar immer wieder Gerüchte über etwaige Deals, die ihn nach seiner Entlassung erwarten würden, aber spruchreif war das wohl alles nicht. Inzwischen sitzen oder saßen ja nicht gerade wenige Rapper hinter Gittern, allerdings mussten die wenigsten von ihnen so lange einfahren und kaum einer bekam so viele Respektsbekundungen von draußen wie Moses Michael Leviy, wie sich Shyne seit seiner Konvertierung zum Judentum nennt. Wer hält es denn bitteschön noch für Prodigy unten? Lebt der überhaupt noch? Jedenfalls steht Shyne mittlerweile kurz vor seiner finalen Entlassung und eine Rückkehr ins Rap-Karussell scheint nicht ausgeschlossen. Allerdings gibt es da noch ein kleines Problem für den Rapper der aussieht wie Tupac und klingt wie Biggie. Er soll abgeschoben werden und zwar nach Belize, also in das Land, in dem sein Vater Premierminister ist. Perfekt, könnte man jetzt denken, immerhin dürfte er da einige Prioritäten genießen, finanzielle Unterstützung von väterlicher Seite erhalten und das schöne Wetter genießen. Andererseits sähe es dann noch mauer für eine Fortführung seiner Karriere aus, da sich alles Geschäftliche noch immer ausschließlich in New York abspielt. Vielleicht hilft Diddy ihm ja dieses Mal irgendwie. Vielleicht schneit es ja auch in Belize!
8.Spann doch mal aus, Moola!
Mit 27 wird Weezy zum ersten Mal in seinem Leben Urlaub machen. Die Begleitumstände sind ja mittlerweile allgemein bekannt. Genauso wie die Tatsache, dass man sich als Südstaatenrapper in New York nicht mit einer Waffe erwischen lassen sollte. Geht unter Garantie nicht gut und vor allem nicht unter einem Jahr aus. In etwa so lange wird der kleine Mann hinter Gitter müssen, nachdem er sich jetzt schuldig bekannt hat. Das hat Vor-und Nachteile für ihn und seine Karriere. Auf der einen Seite kann er endlich mal ein Time-Out nehmen, nicht unwichtig für jemanden der mit 12 Jahren gesignt wurde und seitdem geschuftet hat, und sich vom harten Tour-Alltag erholen. Keine Becher-Büffets, nervige Groupies, aufdringliche Schmuckgeschenke vom Vogelvater und keine Verantwortung mehr für zwei Labels. Einfach nur chillen. Jedoch stellt sich die Frage, ob Weezy wegen seines Status überhaupt zum Entspannen käme. Immerhin besteht die realistische Möglichkeit, dass einige inhaftierte Bloods auf die Idee kommen könnten, den kleinen Mann an seine Nicht-Mitgliedschaft zu erinnern bzw. seiner imaginären Fantasie-Mitgliedschaft ein für allemal ein Ende zu bereiten. Oder er lässt sich vor lauter Langeweile auch noch den Rest des Körpers tätowieren und wird damit zum dritten Scofield. Nur eben ohne Plan. Am Ende sorgen Papa Birdman und Onkel Benjamin Franklin wahrscheinlich eh dafür, dass er da drin den John Gotti raushängen lassen kann. PS: Mal schauen, ob Drake die Zeit nutzt, um vorbei zu ziehen…!
9.Livereport: Raekwon!
Vor drei Wochen war der Chef persönlich in der Stadt und natürlich konnte ich mir dieses historische Ereignis nicht entgehen lassen. Da sich keiner der SW Goons dazu überreden ließ nach Leipzig zu kommen, hielt ich die Flagge im Alleingang hoch. Einer musses ja machen, ne? Nach einer Aufwärmphase mit alten Wu-Bangern und spanischem Bier in Seizes Studio machten wir uns auf den Weg. Zwischendurch trafen wir eine offensichtlich verwirrte Frau, die „Wir müssen alle sterben“ wie ein Mantra vor sich her murmelte und uns damit perfekt auf die Wukapolypse einstimmte. Vor der Location dann der übliche Trashtalk mit diversen Bekannten, u.a. Scientist und Splash!Mag-Ben, wobei mir da schon das veränderte Publikum auffiel. Später stellte sich heraus, dass Megaloh mit seinen Berliner Goons angereist war. Und offensichtlich hatten es ihm einige gleichgetan. Sowas will eben keiner verpassen. Nirgendwo und niemals. Den Voract skippten wir komplett und Seize startete die erste Gin Tonic-Runde. Gab noch viele weitere, da dies der Drink des Abends war. Die Show selber war dann erwartungsgemäß sensationell. Man spürte förmlich wie erleichtert alle waren, dass es keine Wiederholung des Freddie Foxxx-Debakels gab. Von alten Klassikern hinzu neuen Bangern lieferte Rae alles ab. Und dazu auch noch in erstaunlich guter Form. Kein Playback, keine Armada von Backuppern und kein stundenlanges Gelaber. Einfach nur fette, gutgelaunte New Yorker mit einem Classics-Katalog. Rapshit! Mein Versuch live zu twittern, um meine Begeisterung mit dem Rest der Welt zu teilen, schlugen leider etwas fehl. Blame it on the Gin! Danach wurde draußen weiter getrashtalkt, u.a. mit zwei äußerst lustigen Thüringern, von denen einer mal Tischtennis für einen Verein gespielt hat, welcher in dem Minidorf angesiedelt ist, in dem der Onkel wohnt, dessen Hund mich mal gebissen hat. Verrückt oder? Der Nachhauseweg lief dann dank Seizes äußerst unkonventioneller aber effektiver Fahrzeuglösung problemlos ab. WUUU!
10.Was macht eigentlich…!
Agallah? Der Brooklynese mit der markantesten Stimmt seit Big Twinz macht sich nicht erst seit der endgültigen Schließung des Dipset-Tollhauses äußerst rar. Dabei agierte das Purple City Kollektiv, im Kern bestehend aus ihm, Shiest Bub (aka Scheißt Bob?) und Un Kasa, von Anfang an selbstständig und dabei sogar relativ erfolgreich. Wer auf rohen Harlem-Sound stand, der hörte sich die Mixtapes jedenfalls an. Aber wie das bei solchen Verbandelungen eben immer so ist (und die waren durch die stetigen Kollaborationen mit Jimmy Blue Jones definitiv gegeben), steht und fällt letztlich doch alles mit dem Mutterschiff. Frag die Theodore Unit! Aber Agallah ist, im Gegensatz zu vielen anderen Affiliates aus dem Dipset-Umfeld, Hip Hop bis in die Knochen und schon so lange dabei, dass ihm so etwas eigentlich nichts ausmachen dürfte. Obwohl die meisten ihn erst seit seinem Beitrag zum GTA3-Soundtrack auf dem Radar hatten, war er schon lange vorher im New Yorker Untergrund tätig und hat u.a. Beats für Busta, Pun und Mobb Deep gemacht. Kein schlechter Katalog, wie ich finde. Bei „Crookie Monster“ hingegen, einem 2000er Straßenhit mit Uncle Al-Beat, zeigte er seine Skills als Rapper. Feier ich bis heute das Ding! Genauso wie die Tatsache, dass sich sein alter Spitzname 8-Off von Adolf ableitet. Muss man erst mal drauf kommen…!
Danke fürs Lesen!

In diesem Sinne-lasst es euch gutgehen und kleidet euch mal wieder tierisch modisch…so wie Birdman! TrashmoneyGäng, Bitches!
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PPS: Wie wird Westsidewelle reagieren, wenn er feststellt, dass Deutsch keine Weltsprache ist?
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Kommentar ohne Titel
am:25.10.2009 um:12:22