
„Von Überfliegern und Brudermördern – Die Kolumne wird 60!“
1. Kanye West in Indien – Reisetagebuch Pt. 2!
Hallo liebes Tagebuch,
ich veröffentliche mal wieder einen Tagebucheintrag in meiner Lieblings-Latte-Macchiato- Kolumne. Mich freut es sehr, dass auch meine deutschen Die-Hard-Stans vorbeischauen, um auf den neuesten Stand zu sein. Ihr Stefans und Jochens habt immer einen Platz in meinem Herzen!
Anyway, letzte Woche nahm mich mein spiritueller Mentor Rajesh mit in die Slums von Neu- Delhi. Ausschlaggebend dafür war mein „rüpelhafter Ausbruch“ (so nennt er es…und die indische Presse) am Filmset, als ich den „berühmtesten Bollywood-Schauspieler“ (angeblich) unterbrach. Wasever! Der Besuch war wie erwartet eine recht trostlose Angelegenheit. Gegen Armut habe ich ja gar nichts, auch über Lepra und Analphabetismus kann ich noch großzügig hinwegsehen, aber schlechte Kleidung ist in-ak-zep-ta-bel! Ich hatte es ja schon befürchtet, aber das es so schlimm sein würde, konnte ich ja nicht ahnen. Dreckige Lumpen soweit das Auge reicht! Rajesh konnte das natürlich nicht nachvollziehen, aber er hat ja auch nie mit Karl Lagerfeld in Mailand diniert oder ein Praktikum bei Louis Vuitton gemacht. Armer Rajesh, er kann es ja gar nicht wissen. Sofort hatte ich eine Idee, die ich den auf der Straße Herumlungernden zu vermitteln versuchte. Sie sollten ab jetzt meine neue Kollektion, u.a. silberne Schlafanzüge für sie und es, hautfarbene Miederjacken und unsichtbare Schuhe, schneidern und bekämen dafür entweder keinen Lohn oder aber die Möglichkeit, sich aus den Stoffresten der unsichtbaren Schuhe schnittige, peppige Kleider zu nähen. Erneut mussten wir übereilt die Flucht ergreifen. Un-fass-bar! Heute haben wir uns mit dem Musiker A. R. Rahman getroffen. Soll wohl eine große Nummer sein. Rajesh faselte irgendwas von einem „Slum Dog Millionaire“-Soundtrack und das er als indischer Mozart gelte. Pah! Ich begrüßte ihn mit den Worten „Hey Panjabi MC, ich freu mich für dich und werde dich auch weiter Knight Rider samplen assen, aber „React“ von Erick Sermon hat den besten Hindi Gesang aller Zeiten!“ Ich wurde daraufhin ausgewiesen und befinde mich jetzt im Flugzeug. 808s & Lassi Shakes! Ende
Tagebuch Part 1
2. Stille Post – Snaga boxt!
Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir vor Jahren mal nach dem letzten Radebeuler Rapcontest mit Illz in Siggis Auto saßen und der Freund der Sonne uns auf dem Weg zu McDonalds ein paar amüsante, testosterongeladene Anekdoten über Snags und Sebastian Hämer erzählte. Besonders hervorstach hierbei die Beschreibung, wie der Gladbecker Haudegen alleine drei Türsteher zerlegte. Feier ich ja immer sehr solche Räuberpistolen. Was er zusammen mit Pillath rappt, steht ja auch nicht wirklich im Gegensatz dazu und so bleibt wohl festzuhalten, dass die Grenze zwischen Fakt und Fiktion bei den Pott`lern vielleicht dünner verläuft als bei anderen Rappern. Letztens war es dann wohl wieder mal soweit. Während eines gemeinsamen Auftritts mit Fard meinte Snaga aus dem Publikum „H-sohn“-Rufe zu hören und sprang sofort von der Bühne. Aber nicht so wie damals beim Abschluss der Abitour, sondern so wie es schon unzählige Rapper vor ihm gemacht haben. Was nicht passt, wird passend geklatscht! Letztlich war es wohl ein Missverständnis (also das mit dem „H-sohn“, die Bombe war echt) und endete damit, dass Snaga sich bei dem Demolierten entschuldigte. Natürlich sind die Blogs und Foren erst mal durchgedreht, so läuft das eben, aber mittlerweile hat Snaga seine Sicht der Dinge dargelegt und das ganze sollte gegessen sein. Interessenterweise hat sich auch Promoes „STAAAIGERRRR“-krächzender Gammelbruder Immo zu einem qualifizierten Video-Statement hinreißen lassen, um seine L-Sicht-Der Dinge kundzutun. Bemitleidenswert as usual!
3. Am I My Brother`s Keeper?
Beanie Sigel ist ein Problembär. Da Philly aber nicht Bayern und Jay-Z nicht Stoiber ist, lebt er zum Glück noch und macht leider weiterhin mehr Ärger als Musik. Was schade ist, denn immerhin hat er mit „Feel it in the Air“ nicht nur einen der stärksten Songs der gesamten Roc-A-Fella-Ära geschaffen, sondern auch einen jungen Casper zu früher Höchstform auflaufen lassen. Each on teach one und so. Und auch sonst war der dicke Bully für jeden Spaß zu haben, als da wären: State Property, Jada ärgern, Gerichtsprozesse, Gerichtsprozesse und, ja der Fairness halber muss man es auch erwähnen, Gerichtsprozesse. Nein, professionell war er nie, denn sonst hätte er eines schönen Tages sicherlich mal beschlossen, Knarren Knarren und Codein Codein sein zu lassen und sich auf die Musik zu konzentrieren. Für Joe Camel war das offensichtlich nur so lange tragbar, wie es ihm und dem Image von Roc-a-Fella genutzt hat. Sprich: eine Menge Street Credibility, gute Verbindungen in dessen Heimatstadt und einen loyalen Bully an der Seite. Seit er mit Obama per Du ist und Weltmusik macht, kann er so jemanden verständlicherweise nicht mehr mitziehen. Man wird eben auch kein halber Milliardär als großväterlicher Wohltäter. So läuft das eben. Im Endeffekt ist eine traurige Geschichte ohne wirkliche Gewinner. Für Jigga ist das nur ein weiterer Haken auf der Abschussliste (die überproportional viele Rapper aus Philly enthält), aber für Beanie dürfte dies das endgültige Karriereaus darstellen. Daran ändert auch kein Wechsel zu G-Unit Records etwas. Im Gegenteil!
4. Mein Label, dein Label, kein Label!
Manche nennen es das große Labelsterben, andere Gesundschrumpfung, schön findet es wohl keiner. Ich auch nicht, so viel vorweg. Wenn sich jemand mit Leidenschaft und großem, persönlichen Einsatz (und vielleicht auch entgegen jeder Vernunft) etwas aufbaut, um andere Leute zu unterstützen und natürlich auch um damit Geld zu verdienen, dann ist das per se eine gute Sache. Ganz egal ob man der Meinung ist, dass man auch ohne BetonBozzBlockBlut und Let`sDeluxeIchHabMeinHolMichHierRaus gut zurecht gekommen wäre. Das ist persönlicher Geschmack. Das allerdings nicht jeder gute Rapper automatisch auch ein guter Geschäftsmann ist, steht außer Frage und hat sich in den letzten Monaten und Jahren mehrmals gezeigt. Das hängt zum einen mit der oftmals verhängnisvollen Verflechtung von Geschäft und Freundschaft zusammen und zum anderen mit der simplen Tatsache, dass das eigene Sublabel eben nicht so eigen und unabhängig ist und man von Anfang an auf die Unterstützung des Majors angewiesen ist. Und bei den prominenten Vertretern, welche „ihre Labels“ schließen mussten, war das (zumindest anfangs) immer so. Letztlich ist es auch weit weniger dramatisch als es so mancher Deutschrap-Defätist wahrhaben will, denn die meisten Akteure des Label-Debakels rappen ja trotzdem noch. Und die die es nicht mehr tun, tun es eben nicht mehr. No big deal, ja? Interessanterweise halten sich ja kleine Labels, die nicht von berühmten Rappern geführt werden, bedeutend länger und erfolgreicher. Chimperator, SpokenView und Selfmade (Sorry Slick!) sind da wohl die bedeutendsten Beispiele. M.O.B.!
5. Recession Blues 2.0!
Marc Ecko, Antoine Walker und Nas haben alle eines gemeinsam: Geldprobleme. Jeder auf eine andere Art und Weise und mit unterschiedlichem Härtegrad, aber dennoch in Gefilden, die für uns Normalsterbliche schwer zu fassen sind. Marc Ecko musste kürzlich einen Unternehmensanteil von 51% an Iconix verkaufen. Dafür bekam er von den Besitzern von Rocawear einen ordentlichen Batzen Cash und die Position als Chef-Kreativer. Dem vorrausgegangen waren Entlassungen bei Ecko, drastisch sinkende Verkaufszahlen und eine gegen Null gehende Popularität bei den Karmaloop-Jugendlichen. Läuft also alles nicht mehr so gut für den Mann, der noch vor zwei Jahren einen Baseball für eine Dreiviertelmillion ersteigerte, nur um diesen dann zu spenden. Antoine Walker, der damals in Boston ordentlich Rambazamba gemacht hat und All-Star war, wurde kürzlich festgenommen weil er Spielschulden hat und mit ungedeckten Schecks um sich warf. Angeblich soll er während seiner aktiven Zeit insgesamt 110 Mio.$ gemacht haben, wovon wohl nichts mehr übrig zu sein scheint. Scott Storch hätte das nicht besser hinbekommen. Nicholas Cage erst recht nicht. Schade eigentlich, aber wer eine Entourage durchfüttert, die locker sechs Fußballteams stellen könnte, und seiner Mama eine Villa mit zehn Bädern baut, will es scheinbar nicht anders. Und zu guter Letzt noch Nasty Nas, der nicht nur monatlich 44.000$ an Kelis abdrücken muss, sondern auch Steuerschulden in Höhe von sensationellen 2,5 Mio.$ angehäuft hat. 2006 und 2007 soll er angeblich keine Steuern bezahlt haben und da dies gute Jahre für den Gottessohn waren (Def Jam und Fila Deal), hat sich da was gestapelt. Don`t mess with the IRS – weiß doch jeder!
6. Cürbis Cekzun der Salzstreuer!
Der böse Onkel aus Jamaica Queens gibt dieser Tage einfach keine Ruhe. Kein Wunder, immerhin kommt er mal wieder mit einem neuen Album um die Ecke spaziert und es bestehen berechtigte Zweifel an dessen Massenverkäuflichkeit. Nicht nur weil generell immer weniger CDs verkauft werden, sondern auch weil die Ära 50 Cent/G-Unit schon seit geraumer Zeit vorüber ist. Die Luft ist raus. Die Kids feiern ja längst wieder andere Rapper und außerdem gilt Q-Tips Zyklen-Regel noch immer. Mal regiert man, mal schaut man zu. So funktioniert das eben in der Welt. Die einzigen die sich dem widersetzen sind Jay-Z und Silvio Berlusconi. Wie sagte mal ein Dichter? „Mafia ties, I'm like Gotti in the hood.“ Cürbis hat diesen Status jedenfalls nicht und wurde von seinen Fans konsequenterweise wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen. Mitleid muss man keines mit ihm haben, denn mit seinen Buch/Spiel/Film-Projekten dürfte er noch immer ordentlich verdienen. Aber die goldenen Vitaminwasser-Zeiten sind eindeutig vorbei, von seinen 2003er Verkaufszahlen kann er nur noch wehmütig träumen. Was macht er also? Er stänkert! Fat Joe und Carol City Cartel floppen? Cürbis hat schon längst drei Videos darüber gemacht! Beanie verliert den Kopf und disst Jigga? Cürbis schlägt sich auf seine Seite und will ihn signen! Sollte The Game morgen ein Bein verlieren, 50 wäre der Erste der lachend und mit einer Prothese wedelnd durch das Internet geistern würde. Selbstverteidigung? Selbstzerstörung? Wird sich zeigen…!
7. Hi Kids, do you like violence?
Eminem, der meiner Meinung nach (und ja, mit der steh ich relativ alleine da) seit der Slim Shady LP kontinuierlich abgebaut hat, will sich verstärkt dem Genre des Horrorfilms zuwenden. Eine Entscheidung, die ich sehr begrüße, denn das würde mir einiges anderes ersparen. Zum Beispiel: Features mit Akon, Shady Clothing, Lieder über Tochter und Ex- Freundin und sein starres lustige Single/harte Single-Konzept. Es reicht ganz einfach. Gegen einen kompletten Umzug nach Hollywood spricht rein gar nichts, denn mit 8 Mile hat er ja schon einmal bewiesen, dass er passabel schauspielern (bzw. sich einfach selber spielen) kann. Bei Ice Cube hat es doch auch funktioniert. Wie hieß denn sein letztes Album nochmal? Genau! Aber „AmeriKKKa`s Nightmare“ feiern wir trotzdem immer noch alle und seine Filme sind manchmal gar nicht schlecht. „Snow Dogs“ war nicht so cool. Jedenfalls kennt man ihn jetzt als Schauspieler und weiß dennoch seine frühen Verdienste für Rap zu schätzen. Das wäre doch genau das Richtige für den Detroiter Hansdampf. Horrorfilme im Stile seines „3 A.M.“-Videos und dafür keine neue Musik wäre jedenfalls ein Kompromiss mit dem ich gut leben könnte. Sähe Proof (R.I.P.) sicher ähnlich!
8. Du bist Schuldland!
Man sollte ja eigentlich meinen, dass die gesamte Diskussion um den Zusammenhang zwischen Rap, Killerspielen und Amokläufen beendet sei und man sich nun wieder wichtigeren Themen zuwenden könnte. Das dem nicht so ist, bewies jetzt wieder ein juristisches Glanzurteil. Ein junger Mann wurde von einem alten Richter zu Zahlung von 500€ oder 50 Tagen Gefängnis verurteilt, weil er im Internet Zitate von K.I.Z. und Prinz Pi gepostet hat. In beiden ging es entweder ums Amoklaufen oder um Waffen (ACHTUNG: DAS SIND SEHR BÖSE DINGE! JAJA!). Daraufhin kam es zu einer Hausdurchsuchung, bei der übrigens genau gar keine Waffen gefunden wurden, denn immerhin waren die Zitate nicht als solche gekennzeichnet und überhaupt sollte man immer und jederzeit härter durchgreifen. Gegen alles übrigens! Wie absurd dieser paranoide Kontrollzwang eigentlich ist, zeigt sich schon an simpelsten Theoriemodellen. Ist der Leser eines Batman Comics potentiell gefährlich? Verherrlicht Frank Miller Gewalt? Geht es nicht schon beim Erschlagen einer Mücke los? Tötet so jemand nicht auch Menschen? Die Diskussion um Kaas und dessen angebliche Mitschuld fand ich schon unmöglich, aber diese undifferenzierte, panische Schuldzuweisung an Rap im Allgemeinen setzt dem ganzen noch mal eine Krone auf.
PS: Krone reimt sich auf Kanone und Patrone…oh oh!
9. Partyreport: Down & Dirty Halloween Takeover!
Letzten Samstag warfen wir mal wieder alle “Jetzt aber mal langsam erwachsen werden hier“-Pläne über Bord, um eine legendäre Partyzerstörung durchzuführen. Da kann man solch einen Ballast wahrlich nicht gebrauchen. Anlass war die Down & Dirty Halloween Party in Dresden, bei welcher die guten Phlatliner DJ Maxxx, DJ Ron und DJ Shusta sowie OG Rambo aka DJ Fake auflegten. Ich entschied mich spontan an dem Kreuzzug teilzunehmen, nachdem ich mich gegen eine Teilnahme an der Uni-Halloweenparty entschieden hatte. Die hatte für mich keinen Reiz mehr, seit ich da vor zwei Jahren mit meinem Darth Maul-Kostüm den dritten Platz gewonnen hatte. So stieg ich in den Zug und überraschte die Gäng beim Vorglühen. Der Spaß stieg in Ekos Bude und der Atzenfaktor war seit langem mal wieder sehr hoch. Panzers Ankündigung, die Zersörung mit dem Veranstalter Krasscore-Martl im Stadion bereits abgesprochen zu haben und eine neue Ära dessen einführen zu wollen, versetzte alle in Hochstimmung. Während Mo den Youtube-DJ gab, tankten wir auf und machten uns nach Geisterstunde in einem Tross von unbezalhbaren Concept-Cars auf in Richtung Club. Freitag sammelte zwischendurch noch eine Olle ein, was u.a. zur Folge hatte, dass ich auf der Rückbank zwischen einem schreienden Eko und einem medikamentös-berauschten Malle eingeklemmt war. Vorm Club sammelten sich die Wolverines dann und fielen ein wie Ideen. Das Publikum bestand standardmäßig aus weißen Lil Scrappys und einigen verirrten Unterhemd-Metros. Easy! Drinnen traf man auch weitere bekannte Gesichter, u.a. den lebenden Wiz Khalifa-Fanclub Padding, den Papageienjungen, Kamikaze und Insider Kai. Nach einer Whiskyrunde ging ich erst mal auf den Floor oder besser gesagt, ich flog. Als ich mich umdrehte, stand da ein grimmig dreinschauender Lil Wayne-Verschnitt samt Anhang. Auf meine Frage hin, warum er mich geschubst habe, konnte er mir keine befriedigende Antwort geben und so beließ ich es, als friedliebender Bürger, dabei und belagerte die zweite Bar. Dort begann dann mein Bowle-Flatrate-Fiasko, welches viele Erinnerungen für immer auslöschen sollte. Ich weiß noch, dass ich mich viel und nett unterhielt. Eko verbrachte Nacht damit, Leute anzurempeln, ihnen dann vorzugaukeln sie hätten seinen teuren Drink verschüttet, um sich anschließend „einladen“ zu lassen. Funktionierte wohl recht gut. Panzer stellte an dem Abend einen neuen Rekord im Fast-Rausfliegen auf. Da die Securities allesamt Atzen waren, verziehen sie ihm alles. Auch seine Pinkel-Aktion im Frauenklogang, welche sämtliche Damen in Angst und Schrecken versetzte, und das er den heraneilenden Türsteher mit Peace-Zeichen begrüßte. Und das er einem übermotivierten Lulatsch das Gesicht massierte. Und… Am Ende waren wir alle kaputt, Malloze war später wegen seines Medikamenten-Alkohol-Cocktails kollabiert, so dass ein Krankenwagen gerufen wurde, Freitag hatte sich null um seine Begleitung gekümmert, so dass sie ihm letztlich in die Eier treten wollte und frustriert mit Taxi abfuhr und ich muss wohl einige Mal vor dem Club eingeschlafen sein. Aus dem Stand heraus. Aber das stimmt sicher nicht. Nach einer turbulenten Fahrt zu Donnis Crib entledigte sich mein böser Zwilling noch der Bowle und fiel tot auf die Couch. Aber das ist alles nur Hörensagen. Bum Bum!
10. Was macht eigentlich…!
Robird Styles? Laut seiner Myspace-Seite nichts mehr. Dort war er nämlich seit über zwei Jahren nicht mehr online. Im Rap 2.0-Zeitalter eine Ewigkeit und ein halbwegs verlässlicher Indikator. Was war passiert? Nach seiner Big Bud/Krasscore-Zeit, die ich während meiner NY-Hardcore-Phase geflissentlich ignoriert habe, wechselte er ins Lager der Sauerkraut-Trittset-Armada. Features mit Sentino, Kobra und Taichi folgten, sowie der zweifelhafte Ritterschlag durch S.A.S., was in Eurogang-Höheflügen gipfelte und einen von vielen Deutschrap-Tiefpunkten markierte. Das dazugehörige Album „Charterflug“ kam dann über Jubeko Records raus, ein Label das u.a. für großartige Alben wie und natürlich auch verantwortlich war. Leider gibt es die auch nicht mehr. Irgendwann ist eben auch jede Bausparsumme alle. Irgendwann wurde der Robird dann vom Senti öffentlich abgemahnt, weil der es mit den cocktailfrüchtefarbenen, 9 Meter langen T-Shirts übertrieb obwohl er dazu gar nicht autorisiert war. Streit im Ayyy-Team. Danach war Ruhe und daran hat sich bis heute nix mehr geändert. Bleibt noch eines festzuhalten: Wer seinen Part auf dem phantastischen „Alles vorbei“ dechiffrieren kann, bekommt von mir eine Flasche Pfeffi!
Hallo liebes Tagebuch,
ich veröffentliche mal wieder einen Tagebucheintrag in meiner Lieblings-Latte-Macchiato- Kolumne. Mich freut es sehr, dass auch meine deutschen Die-Hard-Stans vorbeischauen, um auf den neuesten Stand zu sein. Ihr Stefans und Jochens habt immer einen Platz in meinem Herzen!
Anyway, letzte Woche nahm mich mein spiritueller Mentor Rajesh mit in die Slums von Neu- Delhi. Ausschlaggebend dafür war mein „rüpelhafter Ausbruch“ (so nennt er es…und die indische Presse) am Filmset, als ich den „berühmtesten Bollywood-Schauspieler“ (angeblich) unterbrach. Wasever! Der Besuch war wie erwartet eine recht trostlose Angelegenheit. Gegen Armut habe ich ja gar nichts, auch über Lepra und Analphabetismus kann ich noch großzügig hinwegsehen, aber schlechte Kleidung ist in-ak-zep-ta-bel! Ich hatte es ja schon befürchtet, aber das es so schlimm sein würde, konnte ich ja nicht ahnen. Dreckige Lumpen soweit das Auge reicht! Rajesh konnte das natürlich nicht nachvollziehen, aber er hat ja auch nie mit Karl Lagerfeld in Mailand diniert oder ein Praktikum bei Louis Vuitton gemacht. Armer Rajesh, er kann es ja gar nicht wissen. Sofort hatte ich eine Idee, die ich den auf der Straße Herumlungernden zu vermitteln versuchte. Sie sollten ab jetzt meine neue Kollektion, u.a. silberne Schlafanzüge für sie und es, hautfarbene Miederjacken und unsichtbare Schuhe, schneidern und bekämen dafür entweder keinen Lohn oder aber die Möglichkeit, sich aus den Stoffresten der unsichtbaren Schuhe schnittige, peppige Kleider zu nähen. Erneut mussten wir übereilt die Flucht ergreifen. Un-fass-bar! Heute haben wir uns mit dem Musiker A. R. Rahman getroffen. Soll wohl eine große Nummer sein. Rajesh faselte irgendwas von einem „Slum Dog Millionaire“-Soundtrack und das er als indischer Mozart gelte. Pah! Ich begrüßte ihn mit den Worten „Hey Panjabi MC, ich freu mich für dich und werde dich auch weiter Knight Rider samplen assen, aber „React“ von Erick Sermon hat den besten Hindi Gesang aller Zeiten!“ Ich wurde daraufhin ausgewiesen und befinde mich jetzt im Flugzeug. 808s & Lassi Shakes! Ende
Tagebuch Part 1
2. Stille Post – Snaga boxt!
Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir vor Jahren mal nach dem letzten Radebeuler Rapcontest mit Illz in Siggis Auto saßen und der Freund der Sonne uns auf dem Weg zu McDonalds ein paar amüsante, testosterongeladene Anekdoten über Snags und Sebastian Hämer erzählte. Besonders hervorstach hierbei die Beschreibung, wie der Gladbecker Haudegen alleine drei Türsteher zerlegte. Feier ich ja immer sehr solche Räuberpistolen. Was er zusammen mit Pillath rappt, steht ja auch nicht wirklich im Gegensatz dazu und so bleibt wohl festzuhalten, dass die Grenze zwischen Fakt und Fiktion bei den Pott`lern vielleicht dünner verläuft als bei anderen Rappern. Letztens war es dann wohl wieder mal soweit. Während eines gemeinsamen Auftritts mit Fard meinte Snaga aus dem Publikum „H-sohn“-Rufe zu hören und sprang sofort von der Bühne. Aber nicht so wie damals beim Abschluss der Abitour, sondern so wie es schon unzählige Rapper vor ihm gemacht haben. Was nicht passt, wird passend geklatscht! Letztlich war es wohl ein Missverständnis (also das mit dem „H-sohn“, die Bombe war echt) und endete damit, dass Snaga sich bei dem Demolierten entschuldigte. Natürlich sind die Blogs und Foren erst mal durchgedreht, so läuft das eben, aber mittlerweile hat Snaga seine Sicht der Dinge dargelegt und das ganze sollte gegessen sein. Interessenterweise hat sich auch Promoes „STAAAIGERRRR“-krächzender Gammelbruder Immo zu einem qualifizierten Video-Statement hinreißen lassen, um seine L-Sicht-Der Dinge kundzutun. Bemitleidenswert as usual!
3. Am I My Brother`s Keeper?
Beanie Sigel ist ein Problembär. Da Philly aber nicht Bayern und Jay-Z nicht Stoiber ist, lebt er zum Glück noch und macht leider weiterhin mehr Ärger als Musik. Was schade ist, denn immerhin hat er mit „Feel it in the Air“ nicht nur einen der stärksten Songs der gesamten Roc-A-Fella-Ära geschaffen, sondern auch einen jungen Casper zu früher Höchstform auflaufen lassen. Each on teach one und so. Und auch sonst war der dicke Bully für jeden Spaß zu haben, als da wären: State Property, Jada ärgern, Gerichtsprozesse, Gerichtsprozesse und, ja der Fairness halber muss man es auch erwähnen, Gerichtsprozesse. Nein, professionell war er nie, denn sonst hätte er eines schönen Tages sicherlich mal beschlossen, Knarren Knarren und Codein Codein sein zu lassen und sich auf die Musik zu konzentrieren. Für Joe Camel war das offensichtlich nur so lange tragbar, wie es ihm und dem Image von Roc-a-Fella genutzt hat. Sprich: eine Menge Street Credibility, gute Verbindungen in dessen Heimatstadt und einen loyalen Bully an der Seite. Seit er mit Obama per Du ist und Weltmusik macht, kann er so jemanden verständlicherweise nicht mehr mitziehen. Man wird eben auch kein halber Milliardär als großväterlicher Wohltäter. So läuft das eben. Im Endeffekt ist eine traurige Geschichte ohne wirkliche Gewinner. Für Jigga ist das nur ein weiterer Haken auf der Abschussliste (die überproportional viele Rapper aus Philly enthält), aber für Beanie dürfte dies das endgültige Karriereaus darstellen. Daran ändert auch kein Wechsel zu G-Unit Records etwas. Im Gegenteil!
4. Mein Label, dein Label, kein Label!
Manche nennen es das große Labelsterben, andere Gesundschrumpfung, schön findet es wohl keiner. Ich auch nicht, so viel vorweg. Wenn sich jemand mit Leidenschaft und großem, persönlichen Einsatz (und vielleicht auch entgegen jeder Vernunft) etwas aufbaut, um andere Leute zu unterstützen und natürlich auch um damit Geld zu verdienen, dann ist das per se eine gute Sache. Ganz egal ob man der Meinung ist, dass man auch ohne BetonBozzBlockBlut und Let`sDeluxeIchHabMeinHolMichHierRaus gut zurecht gekommen wäre. Das ist persönlicher Geschmack. Das allerdings nicht jeder gute Rapper automatisch auch ein guter Geschäftsmann ist, steht außer Frage und hat sich in den letzten Monaten und Jahren mehrmals gezeigt. Das hängt zum einen mit der oftmals verhängnisvollen Verflechtung von Geschäft und Freundschaft zusammen und zum anderen mit der simplen Tatsache, dass das eigene Sublabel eben nicht so eigen und unabhängig ist und man von Anfang an auf die Unterstützung des Majors angewiesen ist. Und bei den prominenten Vertretern, welche „ihre Labels“ schließen mussten, war das (zumindest anfangs) immer so. Letztlich ist es auch weit weniger dramatisch als es so mancher Deutschrap-Defätist wahrhaben will, denn die meisten Akteure des Label-Debakels rappen ja trotzdem noch. Und die die es nicht mehr tun, tun es eben nicht mehr. No big deal, ja? Interessanterweise halten sich ja kleine Labels, die nicht von berühmten Rappern geführt werden, bedeutend länger und erfolgreicher. Chimperator, SpokenView und Selfmade (Sorry Slick!) sind da wohl die bedeutendsten Beispiele. M.O.B.!
5. Recession Blues 2.0!
Marc Ecko, Antoine Walker und Nas haben alle eines gemeinsam: Geldprobleme. Jeder auf eine andere Art und Weise und mit unterschiedlichem Härtegrad, aber dennoch in Gefilden, die für uns Normalsterbliche schwer zu fassen sind. Marc Ecko musste kürzlich einen Unternehmensanteil von 51% an Iconix verkaufen. Dafür bekam er von den Besitzern von Rocawear einen ordentlichen Batzen Cash und die Position als Chef-Kreativer. Dem vorrausgegangen waren Entlassungen bei Ecko, drastisch sinkende Verkaufszahlen und eine gegen Null gehende Popularität bei den Karmaloop-Jugendlichen. Läuft also alles nicht mehr so gut für den Mann, der noch vor zwei Jahren einen Baseball für eine Dreiviertelmillion ersteigerte, nur um diesen dann zu spenden. Antoine Walker, der damals in Boston ordentlich Rambazamba gemacht hat und All-Star war, wurde kürzlich festgenommen weil er Spielschulden hat und mit ungedeckten Schecks um sich warf. Angeblich soll er während seiner aktiven Zeit insgesamt 110 Mio.$ gemacht haben, wovon wohl nichts mehr übrig zu sein scheint. Scott Storch hätte das nicht besser hinbekommen. Nicholas Cage erst recht nicht. Schade eigentlich, aber wer eine Entourage durchfüttert, die locker sechs Fußballteams stellen könnte, und seiner Mama eine Villa mit zehn Bädern baut, will es scheinbar nicht anders. Und zu guter Letzt noch Nasty Nas, der nicht nur monatlich 44.000$ an Kelis abdrücken muss, sondern auch Steuerschulden in Höhe von sensationellen 2,5 Mio.$ angehäuft hat. 2006 und 2007 soll er angeblich keine Steuern bezahlt haben und da dies gute Jahre für den Gottessohn waren (Def Jam und Fila Deal), hat sich da was gestapelt. Don`t mess with the IRS – weiß doch jeder!
6. Cürbis Cekzun der Salzstreuer!
Der böse Onkel aus Jamaica Queens gibt dieser Tage einfach keine Ruhe. Kein Wunder, immerhin kommt er mal wieder mit einem neuen Album um die Ecke spaziert und es bestehen berechtigte Zweifel an dessen Massenverkäuflichkeit. Nicht nur weil generell immer weniger CDs verkauft werden, sondern auch weil die Ära 50 Cent/G-Unit schon seit geraumer Zeit vorüber ist. Die Luft ist raus. Die Kids feiern ja längst wieder andere Rapper und außerdem gilt Q-Tips Zyklen-Regel noch immer. Mal regiert man, mal schaut man zu. So funktioniert das eben in der Welt. Die einzigen die sich dem widersetzen sind Jay-Z und Silvio Berlusconi. Wie sagte mal ein Dichter? „Mafia ties, I'm like Gotti in the hood.“ Cürbis hat diesen Status jedenfalls nicht und wurde von seinen Fans konsequenterweise wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen. Mitleid muss man keines mit ihm haben, denn mit seinen Buch/Spiel/Film-Projekten dürfte er noch immer ordentlich verdienen. Aber die goldenen Vitaminwasser-Zeiten sind eindeutig vorbei, von seinen 2003er Verkaufszahlen kann er nur noch wehmütig träumen. Was macht er also? Er stänkert! Fat Joe und Carol City Cartel floppen? Cürbis hat schon längst drei Videos darüber gemacht! Beanie verliert den Kopf und disst Jigga? Cürbis schlägt sich auf seine Seite und will ihn signen! Sollte The Game morgen ein Bein verlieren, 50 wäre der Erste der lachend und mit einer Prothese wedelnd durch das Internet geistern würde. Selbstverteidigung? Selbstzerstörung? Wird sich zeigen…!
7. Hi Kids, do you like violence?
Eminem, der meiner Meinung nach (und ja, mit der steh ich relativ alleine da) seit der Slim Shady LP kontinuierlich abgebaut hat, will sich verstärkt dem Genre des Horrorfilms zuwenden. Eine Entscheidung, die ich sehr begrüße, denn das würde mir einiges anderes ersparen. Zum Beispiel: Features mit Akon, Shady Clothing, Lieder über Tochter und Ex- Freundin und sein starres lustige Single/harte Single-Konzept. Es reicht ganz einfach. Gegen einen kompletten Umzug nach Hollywood spricht rein gar nichts, denn mit 8 Mile hat er ja schon einmal bewiesen, dass er passabel schauspielern (bzw. sich einfach selber spielen) kann. Bei Ice Cube hat es doch auch funktioniert. Wie hieß denn sein letztes Album nochmal? Genau! Aber „AmeriKKKa`s Nightmare“ feiern wir trotzdem immer noch alle und seine Filme sind manchmal gar nicht schlecht. „Snow Dogs“ war nicht so cool. Jedenfalls kennt man ihn jetzt als Schauspieler und weiß dennoch seine frühen Verdienste für Rap zu schätzen. Das wäre doch genau das Richtige für den Detroiter Hansdampf. Horrorfilme im Stile seines „3 A.M.“-Videos und dafür keine neue Musik wäre jedenfalls ein Kompromiss mit dem ich gut leben könnte. Sähe Proof (R.I.P.) sicher ähnlich!
8. Du bist Schuldland!
Man sollte ja eigentlich meinen, dass die gesamte Diskussion um den Zusammenhang zwischen Rap, Killerspielen und Amokläufen beendet sei und man sich nun wieder wichtigeren Themen zuwenden könnte. Das dem nicht so ist, bewies jetzt wieder ein juristisches Glanzurteil. Ein junger Mann wurde von einem alten Richter zu Zahlung von 500€ oder 50 Tagen Gefängnis verurteilt, weil er im Internet Zitate von K.I.Z. und Prinz Pi gepostet hat. In beiden ging es entweder ums Amoklaufen oder um Waffen (ACHTUNG: DAS SIND SEHR BÖSE DINGE! JAJA!). Daraufhin kam es zu einer Hausdurchsuchung, bei der übrigens genau gar keine Waffen gefunden wurden, denn immerhin waren die Zitate nicht als solche gekennzeichnet und überhaupt sollte man immer und jederzeit härter durchgreifen. Gegen alles übrigens! Wie absurd dieser paranoide Kontrollzwang eigentlich ist, zeigt sich schon an simpelsten Theoriemodellen. Ist der Leser eines Batman Comics potentiell gefährlich? Verherrlicht Frank Miller Gewalt? Geht es nicht schon beim Erschlagen einer Mücke los? Tötet so jemand nicht auch Menschen? Die Diskussion um Kaas und dessen angebliche Mitschuld fand ich schon unmöglich, aber diese undifferenzierte, panische Schuldzuweisung an Rap im Allgemeinen setzt dem ganzen noch mal eine Krone auf.
PS: Krone reimt sich auf Kanone und Patrone…oh oh!
9. Partyreport: Down & Dirty Halloween Takeover!
Letzten Samstag warfen wir mal wieder alle “Jetzt aber mal langsam erwachsen werden hier“-Pläne über Bord, um eine legendäre Partyzerstörung durchzuführen. Da kann man solch einen Ballast wahrlich nicht gebrauchen. Anlass war die Down & Dirty Halloween Party in Dresden, bei welcher die guten Phlatliner DJ Maxxx, DJ Ron und DJ Shusta sowie OG Rambo aka DJ Fake auflegten. Ich entschied mich spontan an dem Kreuzzug teilzunehmen, nachdem ich mich gegen eine Teilnahme an der Uni-Halloweenparty entschieden hatte. Die hatte für mich keinen Reiz mehr, seit ich da vor zwei Jahren mit meinem Darth Maul-Kostüm den dritten Platz gewonnen hatte. So stieg ich in den Zug und überraschte die Gäng beim Vorglühen. Der Spaß stieg in Ekos Bude und der Atzenfaktor war seit langem mal wieder sehr hoch. Panzers Ankündigung, die Zersörung mit dem Veranstalter Krasscore-Martl im Stadion bereits abgesprochen zu haben und eine neue Ära dessen einführen zu wollen, versetzte alle in Hochstimmung. Während Mo den Youtube-DJ gab, tankten wir auf und machten uns nach Geisterstunde in einem Tross von unbezalhbaren Concept-Cars auf in Richtung Club. Freitag sammelte zwischendurch noch eine Olle ein, was u.a. zur Folge hatte, dass ich auf der Rückbank zwischen einem schreienden Eko und einem medikamentös-berauschten Malle eingeklemmt war. Vorm Club sammelten sich die Wolverines dann und fielen ein wie Ideen. Das Publikum bestand standardmäßig aus weißen Lil Scrappys und einigen verirrten Unterhemd-Metros. Easy! Drinnen traf man auch weitere bekannte Gesichter, u.a. den lebenden Wiz Khalifa-Fanclub Padding, den Papageienjungen, Kamikaze und Insider Kai. Nach einer Whiskyrunde ging ich erst mal auf den Floor oder besser gesagt, ich flog. Als ich mich umdrehte, stand da ein grimmig dreinschauender Lil Wayne-Verschnitt samt Anhang. Auf meine Frage hin, warum er mich geschubst habe, konnte er mir keine befriedigende Antwort geben und so beließ ich es, als friedliebender Bürger, dabei und belagerte die zweite Bar. Dort begann dann mein Bowle-Flatrate-Fiasko, welches viele Erinnerungen für immer auslöschen sollte. Ich weiß noch, dass ich mich viel und nett unterhielt. Eko verbrachte Nacht damit, Leute anzurempeln, ihnen dann vorzugaukeln sie hätten seinen teuren Drink verschüttet, um sich anschließend „einladen“ zu lassen. Funktionierte wohl recht gut. Panzer stellte an dem Abend einen neuen Rekord im Fast-Rausfliegen auf. Da die Securities allesamt Atzen waren, verziehen sie ihm alles. Auch seine Pinkel-Aktion im Frauenklogang, welche sämtliche Damen in Angst und Schrecken versetzte, und das er den heraneilenden Türsteher mit Peace-Zeichen begrüßte. Und das er einem übermotivierten Lulatsch das Gesicht massierte. Und… Am Ende waren wir alle kaputt, Malloze war später wegen seines Medikamenten-Alkohol-Cocktails kollabiert, so dass ein Krankenwagen gerufen wurde, Freitag hatte sich null um seine Begleitung gekümmert, so dass sie ihm letztlich in die Eier treten wollte und frustriert mit Taxi abfuhr und ich muss wohl einige Mal vor dem Club eingeschlafen sein. Aus dem Stand heraus. Aber das stimmt sicher nicht. Nach einer turbulenten Fahrt zu Donnis Crib entledigte sich mein böser Zwilling noch der Bowle und fiel tot auf die Couch. Aber das ist alles nur Hörensagen. Bum Bum!
10. Was macht eigentlich…!
Robird Styles? Laut seiner Myspace-Seite nichts mehr. Dort war er nämlich seit über zwei Jahren nicht mehr online. Im Rap 2.0-Zeitalter eine Ewigkeit und ein halbwegs verlässlicher Indikator. Was war passiert? Nach seiner Big Bud/Krasscore-Zeit, die ich während meiner NY-Hardcore-Phase geflissentlich ignoriert habe, wechselte er ins Lager der Sauerkraut-Trittset-Armada. Features mit Sentino, Kobra und Taichi folgten, sowie der zweifelhafte Ritterschlag durch S.A.S., was in Eurogang-Höheflügen gipfelte und einen von vielen Deutschrap-Tiefpunkten markierte. Das dazugehörige Album „Charterflug“ kam dann über Jubeko Records raus, ein Label das u.a. für großartige Alben wie und natürlich auch verantwortlich war. Leider gibt es die auch nicht mehr. Irgendwann ist eben auch jede Bausparsumme alle. Irgendwann wurde der Robird dann vom Senti öffentlich abgemahnt, weil der es mit den cocktailfrüchtefarbenen, 9 Meter langen T-Shirts übertrieb obwohl er dazu gar nicht autorisiert war. Streit im Ayyy-Team. Danach war Ruhe und daran hat sich bis heute nix mehr geändert. Bleibt noch eines festzuhalten: Wer seinen Part auf dem phantastischen „Alles vorbei“ dechiffrieren kann, bekommt von mir eine Flasche Pfeffi!
Danke fürs Lesen!

In diesem Sinne-lasst es euch gutgehen und nascht mal wieder von einem leckeren Lil Wayne-Kuchen…so wie die Tochter von Alec Baldwin und Kim Basinger (die ihr Kind wirklich hassen müssen!) DänischeDelikatessenGäng, Bitches!
PS: Hier geht’s zum Kolumnenarchiv!
PPS: An dieser Stelle noch mal Glückwunsch an Mellowvibes Media zum Gewinn des street awards 2009 in der Kategorie Musik!
PPPS: Wie kann es sein, dass das Hamburger Abendblatt das bisher einzige Medium ist, welches ein Interview mit Überrapper Nate57 gemacht hat? Shame on you!
Kritik bitte an: wzeut9mnc74hd@kLoä+=js.de



















Kommentar ohne Titel
am: 8.11.2009 um:13:16