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Alibi Kolumne: Ein Gespräch mit KraftKlub - Teil 1

11.04.2010 - 12:15
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RANDIE POP – THE BOYS ARE ALRIGHT!

EIN GESPRÄCH MIT KRAFTKLUB

Es gibt sie noch-die Bands die sich einen Namen machen, indem sie ohne jede Berührungsangst kreativ sind und live um jeden Preis überzeugen wollen. Hohe Ansprüche und noch höhere Ziele. Die Rede ist von der Chemnitzer Formation Kraftklub, deren kürzlich erschienene EP „Adonis Maximus“ Indie-Rock mit Rap paart und mit deren Mitgliedern Bernd (Rap), Karl (Gitarre/Gesang) und Till (Bassist) sich Alibi zu einem Gespräch hinsetzte, um mit ihnen über Flo-Rida, Ostdeutschland und Homoerotik zu sprechen. Eine Reise ins Reich des Randie Pop it is…



Alibi: Wer ist denn jetzt eigentlich Kraftklub?
Karl: Kraftklub ist Bass Boy und Neonblocks zusammen, also Rapper und Band plus DJ. Wir sind quasi zu sechst.

Alibi: Seit wann macht ihr als Neonblocks Musik, wie habt ihr euch kennen gelernt?
Till: Naja wir hatten zuerst so eine kleine Schülerband und haben vor allem Cover gesp-
Karl: (unterbricht) Warte mal, sowas würde ich immer raus lassen.
Till: Wieso? So fängt doch eigentlich jeder an oder nicht?
Bernd: Nein!
Karl: Sag einfach, Neon Blocks gibt’s seit 2006.
Till: Ok, also Neon Blocks gibt’s seit 2006 und wir haben uns im Proberaum kennen gelernt.

Alibi: Und was habt ihr für Musik gemacht? Wie würdet ihr das selber beschreiben?
Karl: Gitarrenmusik mit Punkeinflüssen. Viele Coversongs natürlich, aber vor allem tanzbar. Jetzt machen wir eher so Indie-Musik mit Discobeat.

Alibi: Aber mit Hip Hop hattet ihr damals noch nichts am Hut?
Karl: Nö, ich bin durch Bernd Bass ein bisschen zum Rap gekommen.

Alibi: Und wie habt ihr dann Bernd Bass kennen gelernt?
Bernd: Wir haben uns im McFit kennen gelernt. Da sind wir alle angemeldet.

Alibi: Ernsthaft?
Bernd: Ja. Wir haben da immer zusammen gepumpt und dann kam irgendwann raus, dass wir ja auch alle Musik machen. Dann kam auch noch raus das Till, der Bassist der Neon Blocks, mein Bruder ist.
Karl: Das war vorher nicht klar!
(Gelächter)
Bernd:  So sind wir jedenfalls alle zusammen gekommen und dann haben wir einfach aus Spaß für unsere Atzen im Fitnesscenter bisschen Musik gemacht. Damit die was zum Pumpen haben. Die Musik lief dann auch über die Anlage im McFit. Ja und dann wurde es auch immer bekannter, die Fitnessatzen haben es anderen Kumpels gezeigt und so wurde es immer größer. Dann haben wir auch richtige Auftritte gespielt.

Alibi: Die Fitnessatzen haben das gefeiert?
Bernd: Ja.

Alibi: Wie kam dann die Idee zustande diese EP zu machen?
Bernd: Naja, sowohl Neon Blocks als auch Bass Boy waren eher begrenzt erfolgreich gewesen und wir wollten jetzt einfach mal was machen, womit wir auch Geld verdienen können. Und berühmt werden. Vor allem aber für Frauen.

Alibi: Ist das denn Frauenmusik?
Bernd: Ja, auf jeden Fall. Mit deutschen Texten und alles ein bisschen poppiger...wir haben halt gesehen wie erfolgreich Revolverheld, Juli und Silbermond sind und-
Karl: (unterbricht) …die ja auch alle mit ihrer Musik deutsche Frauen ansprechen wollen.
Bernd: Genau. Und so kam dann auch die Idee das alles zusammen zu schmeißen. Im Prinzip sind Silbermond etc. schon so unsere Roots, sozusagen.
Till: Aber nicht unsere Vorbilder!

Alibi: Was ist denn da jetzt der Unterschied?
Bernd: Weiß nicht was der (Till, Anm. d. Verf.)schon wieder erzählt hat. Der sagt immer irgendwas und wenn dann der Interviewer nachhakt, kann er es nicht erklären.
(Gelächter)
Till: Wenn das unsere Vorbilder sind, dann ist das doch voll scheiße. Die sind höchstens unsere Impulsgeber.

Alibi: Die Grundidee versteht man schon. Ihr habt auch deutsche Texte, um…
Karl: …viele Leute zu erreichen.

Alibi: Und Frauen!
Bernd: Ja aber Frauen eher zu dem Zweck…also egal ob wir jetzt Punkmusik oder Rap oder Hip Hop oder Indie machen, im Wesentlichen geht es darum das wir bekannt werden, so wie Silbermond, und dadurch kommen dann die Frauen. Also es ist nicht so, dass wir Frauen mit unseren Liedern im Speziellen ansprechen wollen, sondern eher mit unserem Ruhm.

Alibi: Ihr habt ja vorher schon eine gewisse Erfahrung gehabt. Die Band als Neon Blocks, du als Bass Boy, aber wie produziert man denn jetzt eine Rockplatte? Wie funktioniert das?
Bernd: Es dauert auf jeden Fall ungefähr zehnmal so lange wie eine Hip Hop Produktion. Es kostet auch zehnmal so viel und man muss zehnmal so viele Kompromisse eingehen. Also eigentlich ist es voll die krasse Scheiße. Aber es ist halt irgendwie auch cooler (lacht).

Alibi: Habt ihr ein Studio oder einen Proberaum?
Karl: Einen Proberaum. Ins Studio haben wir uns eingemietet.

Alibi: Habt ihr das aus eigener Tasche bezahlt?
Karl: Ja.

Alibi: Und wie lange war der Aufnahmeprozess?
Karl: Zehn Tage und dann noch ein paar Tage gemischt. Aber wir sind halt schon mit den fertigen Songs ins Studio gekommen und haben da dann nicht mehr viel Neues gemacht. Die Songs sind ja schon im Proberaum entstanden.

Alibi: Und wie lief das ab?
Karl: Wir haben irgendwelche Riffs arrangiert, also Hook und Bridge und sowas, Bernd hat dann eine Idee gehabt und einen Text dazu geschrieben, dann haben wir das zusammen gebastelt und gute Hits daraus gemacht.

Alibi: Wie war das für euch als Band ohne Rap-Affinität? Wenn er seine Texte schreibt, bringt ihr euch da als Band mit ein? Sagt ihr dann auch mal wenn euch was nicht passt?
Karl: Also gegen Sprechgesang hab ich ja nichts. Das klingt schon gut.
Till: Naja, es ist ja fast das Gleiche geblieben. Es ist ja trotzdem noch Indie-Musik aber eben mit Rap Texten.
Karl: Aber klar, mit Hip Hop Musik hat unser Projekt jetzt nicht viel am Hut.

Alibi: Worauf ich jetzt eher hinauswollte war, ob es eine klare Arbeitsteilung gab wenn Bernd seine Texte auf eure Musik geschrieben hat oder gab es da auch einen Austausch?
Karl: Klar, das gab es schon. Man hat da viel zusammen dran gearbeitet.

Alibi: Also lässt du dir da auch reinreden?
Bernd: Nö.

Alibi: Ok, aber war das dann nicht schwierig?
Bernd: Naja, er (Karl, Anm. d. Verf.) ist auf jeden Fall so der Musik-Diktator und ich bin der Texte-Diktator. Ich habe ja gar keine Ahnung von Gitarren. Ich kann dann auch nicht sagen „Mach mal Dur Fis sonstwas“, sondern ich sag dann immer „Ey Karl, machste mir ma so ein Dideldideldi?“ und er sagt dann so „Schnauze“. Und wenn Karl dann mal so einen pseudo-tollen Reim hat, sag ich dann auch immer „Schnauze“.
Till: Klar, wir arbeiten schon zusammen, aber im Endeffekt ist es eben ein Ego-Ding. Wir wären im Endeffekt besser wenn wir uns mehr aufeinander einlassen würden.

Alibi: Also gab es auch mal Momente in denen ihr die Lust verloren habt?
Bernd: Nö, soweit war es nie.
Karl: Es ist nur manchmal so, dass man eine Idee im Kopf hat und will, dass die anderen diese Idee mit tragen und dann versucht man halt die Band davon zu überzeugen.
Bernd: Im Endeffekt ist die Aufteilung schon klar. Ich kann nicht Gitarre spielen und der Karl kann nicht rappen. Und da ist es natürlich klar, dass da jetzt nicht so viele Impulse kommen.

Alibi: Andererseits weiß Karl als Rockmusiker vielleicht besser was da funktioniert, z.B. bei einer Hook. Das sind doch Sachen die Bernd gar nicht wissen kann, weil er vorher noch nie Rockmusik gemacht hat oder?
Bernd: Naja, aber eigentlich ist das für uns alle Neuland. Wir haben sowas ja alle noch nicht gemacht, also Rap und Indie zusammen. Es ist ja auch nicht so dieses Nu Metal, das es schon mal gab, mit schweren Gitarren und immer den gleichen bpm-Zahlen. Es ist ja alles viel, viel schneller. Man merkt ja auch, dass das alles so 150 bpm Sachen sind.

Alibi: Du sagst ja auch auf einem Track, dass es sowas vorher noch nicht gab. Würdet ihr das alle so unterschreiben? Habt ihr wirklich das Gefühl gehabt, etwas völlig neues zu erschaffen?
Bernd: Also auf Deutsch gab es das so noch nicht. Klar, es gibt ein paar Sachen auf Englisch die so ein bisschen in die Richtung gehen, aber so konsequent durchgezogen hat das noch keiner.
Karl: Besonders nicht mit so originellen und witzigen Texten.
Bernd: Naja komm, wir beide wissen schon wonach es ein bisschen klingt.

Alibi: Und wonach klingt es?
Till: Nein, sag`s nicht!
Bernd: Ich muss mir das schon gefallen lassen. Aber die sind auch cool. Die sind die Besten, Alter, die sind die Besten. Das rockt, also K.I.Z.  mein ich.

Alibi: Da wären wir ja beim Thema. In eurem Pressetext spielt ihr ja auch mit einigen Klischees und Vergleichen. War das eher so eine Art Vorbeugetaktik um den Leuten potentielle Sachen aus dem Mund zu nehmen oder musstet ihr euch schon gewisse Sachen anhören?
Bernd: Das war eher vorbeugend. Wir haben ewig rumüberlegt was für einen Pressetext wir schreiben könnten und haben dann einfach die schlechtmöglichste Kritik die über uns geschrieben werden könnte selber geschrieben, damit die niemand mehr über uns schreiben kann. Jetzt steht da schon alles drin. Wir denken auf jeden Fall das das total smart ist.

Alibi: Also hat sowas noch keiner zu euch gesagt?
Bernd: Nee, eigentlich noch gar nicht.

Alibi: Habt ihr die Songs denn schon live präsentiert? Gab es da schon viel Feedback?
Bernd: Ja, schon.

Alibi: Und was kam da so? Ist der K.I.Z-Vergleich da mal gefallen?
Karl: Also unsere Kumpels finden es geil. Und irgendwelchen Schreiberlingen fällt das dann schon eher auf.
Bernd: Also bei rap.de kam konkret der Vergleich mit K.I.Z.

Alibi: Stört euch das?
Bernd: Nee, die sind ja auch cool, aber-

Alibi: Du lässt es trotzdem nicht gelten?
Bernd: Doch, ich lass es voll gelten. Aber man muss auch unterscheiden. Die spielen ohne Band und die machen trotzdem Hip Hop. Natürlich von den Texten und vom Humor her ist es schon ähnlich und geht in dieselbe Richtung, aber die gelten ja noch so offiziell als die beste Liveband im Hip Hop und den Titel werden wir ihnen auf jeden Fall abnehmen. Zumindest im Hip Hop Bereich.

Alibi: Das ist schon Fakt?
Bernd: Die werden den Titel an uns abtreten müssen, Alter! Die geben uns dann den Live-Staffelstab.

Alibi: Manche werden vielleicht am ehesten beim Rap-Stil Ähnlichkeiten feststellen und weniger bei der Musik selber.
Bernd: Ja kann sein. Aber ey, ich finde es jetzt auch nicht so übereklatant. Manchmal hört man es ein klein wenig raus, aber…
Karl: Das ist doch aber schon kacke das man da den Stil raus hört.
Bernd: Naja, aber es gibt z.B. total viele Savas-Klone. Ganz viele Rapper haben in ihrer Anfangszeit so geklungen und etwas anderes ist es bei mir ja im Endeffekt auch nicht. Ich bin auch erst 20, sag ich sogar in einem Track.

Alibi: Da wir jetzt gerade beim Thema Genre sind, auch wenn ihr das blöd findet-
Bernd: (unterbricht) Wir haben uns ein Genre ausgedacht.

Alibi: Nämlich?
Bernd: Randie Pop!

Alibi: Randie Pop? Magst du das mal erklären?
Bernd: Ja, also es klingt geil und wir sind die Erfinder dieses Genres. Es ist quasi das Ra- von Rap und dazu –ndie von Indie und halt Pop. Jetzt noch mal ganz offiziell: Wir sind die Erfinder von Randie Pop. Wenn irgendwelche anderen Bands das auch machen-wir sind die Erfinder von Randie Pop!
Karl: Da wird es auch bald `ne Wikipedia-Seite geben.
Bernd: Endlich kommt auch mal eine Musikrichtung aus Deutschland!

Alibi: Aus Ostdeutschland sogar…
Bernd: Genau, aus Ostdeutschland und nicht immer nur aus..äh…

Alibi: Darüber reden wir später noch mal. Zurück zur EP. Der Track der am meisten für Furore gesorgt hat, war sicherlich „Scheissindiedisko“. Den kann man ja so oder so interpretieren und bei der einen Interpretation stellt sich natürlich die Frage, warum macht man solche Musik wenn man das alles so scheisse findet?
Bernd: Also erstens ist es ja Usus, wir machen uns einfach lustig über die Typen und gleichzeitig machen wir uns ja auch über uns selber lustig.
Till: Ich dachte, es geht nur ums in die Diskokacken?!
Bernd: Das stimmt, es geht auf jeden Fall nur ums in die Disko scheißen!

Alibi: Man soll da also nicht mehr rein interpretieren?
(Gelächter)
Bernd: Wir merken schon, du hast dich gut vorbereitet.
Bernd: Im Ernst, du machst dich doch auch über Hip Hopper lustig und bist selber Hip Hopper. Du machst dich auch über New Era Cap-Träger lustig und hast selber eins auf. Über Stereotypen macht man sich halt immer gern lustig.



Alibi: Na gut, um mich geht es ja jetzt auch nicht. Die Platte ist ja eindeutig eine Liveplatte, aber wem wollt ihr die präsentieren bzw. wem habt ihr sie schon präsentiert? Wem kann man die überhaupt präsentieren, wenn es manchen Rapfans zu rockig ist und die Indie-Leute auf die Schippe genommen werden?
Bernd: Stell dir einfach vor das du zwei Kreise hast, Hip Hop und Indie, und die Schnittmenge davon sind unsere Fans. Und dann gibt’s natürlich aus beiden Kreisen Leute denen es entweder zu Hip Hop oder zu Indie ist, aber auf die scheißen wir.
Karl: In ganz Ostdeutschland sind das dann so 13 Mann.
(Gelächter)

Alibi: Meint ihr wirklich, dass  es nicht viele sind?
Karl: Nee, sowas feiern schon voll viele Leute.
Bernd: Wir haben auch letztens in Berlin gespielt. Das war..äh
Karl: Am 28. Februar 2010!
Bernd: Danke. Also da haben wir in Berlin vor einem reinen Hip Hop Publikum gespielt, die weder wussten wer wir sind, noch was wir überhaupt spielen und es war um acht, sprich die waren stocknüchtern. Wir haben vielleicht drei, vier Lieder gebraucht, während denen die irritiert geguckt haben und dann hatten wir sie. Die haben mitgegröhlt, also die haben teilweise versucht die Texte mitzusingen und am Ende sogar Pogo getanzt. Die sind total abgegangen. Und dann haben wir noch total viele CDs verkauft.

Alibi: Das ist für euch als Band wahrscheinlich mit das Schönste, wenn man so ein Publikum dann überzeugen kann oder?
Bernd: Ja!
Karl: Die waren halt wirklich geflasht das da wirklich `ne Band spielt und nicht nur DJ und Rapper. Das kam schon gut an.
Till: Vielleicht sollten wir immer unangekündigt spielen?

Alibi: Also den Berlin-Test habt ihr damit schon mal bestanden. Viele Musiker schaffen das ja nicht.
Bernd: Hm. Einige werden ja von der Bühne geklatscht..

Alibi: Das ist ja bei euch der Vorteil, dass ihr euch über sowas keine Gedanken machen müsst.
Karl: Nee, aber wir passen nicht alle in ein Auto rein. Darüber müssen wir uns Gedanken machen.

Alibi: Ist das schwierig Veranstalter zu überzeugen? Bei euch kostet es ja dann doch mehr..
Till: Naja, das ist wie bei jeder anderer Band auch. Aber für Clubs die nur Rapzeug machen ist es bestimmt was anderes.
Bernd: Klar, aber für Clubs die Gitarrenmusik machen ist das stinknormal.

Alibi: Ja aber ihr seid ja nicht stinknormal. Ihr macht ja euren Randie Pop..
Bernd: Richtig, das kann man gar nicht oft genug sagen.

Alibi: Wollt ihr eigentlich eine Tour machen? Habt ihr Lust auf sowas?
Bernd: Lust auf jeden Fall. Wir arbeiten jetzt gerade an einer Ostdeutschland-Tour von Mai bis Anfang Juni. Aber das ist noch nicht so in trockenen Tüchern. Es gibt da so einen jungen Mann der sich darum kümmert.

Alibi: Ist das dann eure einzige Struktur die ihr so habt?
Bernd: Nee, also du bist jetzt der Erste der das erfährt. Wir haben einen Vertrag zugeschickt bekommen…von Chimperator!

Alibi: Glückwunsch!
Bernd: Ja, aber wir verstehen überhaupt nicht was da drin steht. Jetzt müssen wir uns noch so `nen scheiß Musikanwalt nehmen.

Alibi: Wie kam es dazu?
Bernd: Na die haben uns ja nach Berlin eingeladen. Die haben uns durch die Blogs entdeckt und wollten uns dann mal live sehen.

Alibi: Die haben euch extra eingeladen?
Karl: Die haben dann so Tische aufgestellt und sich unsere Show angeguckt. Wir haben im Prinzip nur für die gespielt.

Alibi: Vor der Show schon?
Bernd: Nee, während der Show saßen die an Tischen beim Mischpult und haben dann immer bei jedem Titel so Ziffern hochgehalten und am Ende hatten wir dann so `ne Gesamtpunktzahl von 70 Punkten.

Alibi: Ist das euer Ernst?
(Tumultartiges Gelächter)
Alibi: Aber ihr habt doch alle mal Beat Street gesehen oder? Da gibt es auch so eine Szene in einem Club, bei der Bands auftreten und dann sitzt da eine Jury.

Till: Ach ja genau. Da sind doch auch Breakdancer und-
Bernd: (unterbricht) Nein! Du verwechselst da was. Der Junge, der so ein talentierter Breaker ist, wird von der Tanzschule eingeladen und geht mit seinen Atzen zum Casting. Der guckt sich das dann an und findet es geil aber die Typen in der Tanzschule machen voll auf hart. Dann gehen die wieder und scheißen auf den Vertrag weil die lieber undercover bleiben wollen.

Alibi: Nein. Also die Szene gibt es, aber die Casting-Szene gibt es auch.
Bernd: Ihr müsst euch den Film noch mal angucken und dann wisst ihr ganz genau das das nicht in Beat Street ist.

Alibi: Wollen wir wetten?
Bernd: Können wir gerne machen. Wenn du verlierst, kommst du zu unserem Splash-Auftritt oberkörperfrei auf die Bühne.

Alibi: Nee, das geht leider nicht.
Bernd: Dann hab ich die Wette jetzt gewonnen. Ach ja, Till hätte den Auftritt komplett nackt spielen müssen.
Till: Äh hallo, wie soll ich das machen? Wir haben doch alle die tollen College-Jacken an.
Karl: Alibi hat sich schon „Kraftklub“ auf die Brust tätowieren lassen, deshalb will er das nicht.
Bernd: Nee, „Linkin Park“!
(Gelächter)

Alibi: Wie war denn das Feedback von den anderen Chimperator-Künstlern?
Bernd: Also Kaas hat auch eine CD bekommen und, ach ja, Casper hat uns bei Myspace geschrieben das er es sehr geil fand. Gruß an Casper!

Alibi: Der hat ja auch noch so ein rockiges Bandprojekt. Freut euch sowas?
Bernd: Klar. Und die waren auch alle echt nett. Kaas war echt nett. Der war so der Einzige der mit uns rumgechillt hat. Der Tourmanager hat uns zwar immer aus dem Backstage geworfen. Der war übergestresst. Maeckes war sympathisch und nett. Und Kaas war eigentlich der Sympathischste.

Alibi: Wie war denn eure erste Reaktion als der Vertrag kam?
Karl: War cool.
Bernd: Naja, ganz ehrlich? Ich hab mich voll gefreut und die anderen meinten nur so „wer?“.
Till: Bernd kam so in den Proberaum und meinte „Ey, Chimperator managen uns jetzt! Voll geil!“ und wir waren gerade am Karten spielen und meinten so „Halt`s Maul, wir wollen in Ruhe spielen!“

Alibi: Ihr anderen wusstet ja gar nicht wer oder was Chimperator ist…
Till: Eben. Er hat dann noch die Künstler aufgezählt und das sagte uns auch nichts.
Karl: Genau, aber jetzt geht’s los!

Alibi: War das denn von vornherein euer Wunsch oder sogar euer Plan mit einem Label zusammen zu arbeiten? Ihr macht ja in einer Zeit Musik, in der es der ganzen Branche sehr schlecht geht…
Karl: Ja genau, deshalb haben wir auch letztens eine Vinylplatte rausgebracht.

Alibi: Gegensteuern also?
Till: Das Problem ist nur das wir hungrig durch die Straßen laufen, weil wir immer gegensteuern müssen und dann kein Geld mehr für Essen haben.

Alibi: Waren denn Indie-Strukturen von vornherein euer Ziel oder habt ihr auch mal was an ein Majorlabel geschickt?
Bernd: Das ist uns eigentlich egal. Gerade was du da angesprochen hast, mit dem heutigen Sterben der Strukturen, das interessiert uns nicht. Uns geht es ums Touren. Ob wir jetzt CDs verkaufen ist doch...also ich meine es ist cool wenn die uns die Produktion bezahlen und wir dadurch ein Video drehen können, aber eigentlich hoffe ich darauf das wir viel live spielen können. Und dann bekommen die ihre Provision ab und wir kommen rum.
Karl: Und was wir jetzt so live verkaufen ist auch nicht schlecht.

Alibi: Das ist schon ein wichtiger Faktor für euch oder?
Karl: Es ist ein guter Zuschuss und wir haben ja auch noch sehr coole T-Shirts. Die gibt es online bei poor-dog.com
Till: de oder?
Karl & Bernd: NEIN!
Bernd: Till ist wirklich mein Bruder, deshalb wird er immer ein bisschen geknechtet.

Alibi: Noch mal zum Thema Ostdeutschland, immerhin seid ihr seid ja alle Chemnitzer. Inwiefern spielt das eine Rolle auf der EP? Erwähnt wird es ja nur einmal, in einem nicht ernsten Zusammenhang, und dann nochmal etwas ernster bei „Ich hau rein“…
Till: Na da geht’s aber wirklich mehr um die Stadt als um ganz Ostdeutschland.
Karl: Die meisten hauen eben wirklich ab sobald sie fertig mit der Schule sind.
Bernd: Das ist auch gar keine Hymne gegen Chemnitz, falls das jetzt so wirken sollte, sondern mehr eine Reflektion. Alle Kumpels hauen ab und wir sicher auch früher oder später. Also was das angeht, ist Chemnitz schon richtig am Sack. Manchmal sitzt man dann halt zu Hause und fängt an sich zu über irgendwelche nichtigen, lokalpolitischen Dinge Gedanken zu machen. Da fiebert man dann richtig mit was z.B. mit irgendeinem besetzten Haus passiert. Und irgendwann resignierst du dann trotzdem, weil in dieser Stadt alles den Bach runtergeht. Dann schreibt man eben so einen Song, weil alles nervt, mir alles auf den Sack geht und dann hau ich eben auch ab.

Alibi: Ist es so schlimm in Chemnitz? Außenstehende können das natürlich schlecht beurteilen…
Karl: Ach, es gibt schon coole Partys am Wochenende.
Bernd: Es ist ja trotzdem unsere Heimatstadt und wir fühlen uns da wohl, aber manchmal da gibt es so Situationen…da nervt es nur noch.
Karl: Manchmal hat man unter der Woche ein Konzert von einem größeren Act und dann kommen 50 Leute. Das würde in Dresden oder in Leipzig nie passieren.
(kurze Diskussion)

Alibi: Ihr wollt also eigentlich nicht weg?
Bernd: Richtig. Es wäre schöner nicht weg zu müssen. Es wäre schön wenn sich die Frage gar nicht er stellen würde. Das geht ja schon in der Schule los.

Alibi: In den letzten Jahren sind ja auch einige Rapper aus dem Osten etwas bekannter geworden. Fühlst du dich mit denen irgendwie verbunden?
Bernd: Meine ganzen Kumpels feiern die schon krass.

Alibi: Also Leute wie Joe Rilla, Dissziplin..?
Bernd: Nee, die find ich überhaupt nicht cool.
Till: Joe Rilla? Klingt wie Gorilla!
(Gelächter)

Alibi: Wen feiern die denn dann?
Bernd: Alle meine Kumpels feiern Morlockk Dilemma. Ich kann aber irgendwie nix mit dem anfangen. Das ist schon gut was der macht, aber ich kann damit halt nix anfangen. Linus der Profi und Rust feiern den zum Beispiel, aber ich konnte mich noch nicht so erwärmen.
Karl: Und wie findest du Flo-Rida?
(Gelächter)
Bernd: Flo-Rida ist auf jeden Fall killer.
Till: Der hat doch mit dieser Ke$ha diesen Song gecovert.
Karl: Das ist auch so ein alter Rocksong.
Bernd: So ein Achtziger-Ding ist das (fängt an zu singen)

Alibi: Das ist ja jetzt eine gute Überleitung zu eurem Lied „Zu jung“ und den übersetzten Rockklassiker-Zitaten darin. Ist das auch wieder so ein Gefühl, dass ihr wirklich habt, also dieses „zu spät gekommen sein“?
Bernd: Schon. Aber im Endeffekt ist es ja nicht so schlimm. Es nervt halt schon weil man ja öfters mal auf hart machen und seine Eltern schocken will. Aber wenn man dann darüber nachdenkt, gibt es einfach nicht mehr so viel womit man schocken kann. Ich könnte jetzt vielleicht Nazi werden, damit würden wir unsere Eltern sicher schocken.
Till: Aber das macht keinen Spaß.
Bernd: Eben. Man kann vielleicht seine Eltern noch schocken wenn man Bankkaufmann wird oder so. Aber das ist ja auch irgendwie bescheuert. Wir würden unsere Eltern gerne mit coolen Sachen schocken, aber die coolen Sachen haben unsere Eltern schon gemacht.

Alibi: Hatten eure Eltern denn eine Band?
Bernd: Ja. Unsere Eltern waren sogar schon mal in der Bravo!

Alibi: Ach Quatsch.
Bernd: Doch. AG Geige hießen die. Das war so eine Ost-Band, ziemlich experimentell. Die waren sogar bei Amiga. Das war echt richtig experimentelle Scheiße, so richtig krudes Zeug. Bisschen wie Kraftwerk, aber die waren eigentlich eher ein Künstlerkollektiv in dem alle völlig crazy drauf waren. 

Alibi: Wenn man diesen Hintergrund kennt, dann macht der Song natürlich noch mehr Sinn.
Bernd: Wir meinten halt so „Hey wir haben einen Plattenvertrag, Papa!“ und er so „Joar…cool“. Aber gut, wenn jetzt die Bravo kommt, dann hätten wir sie zumindest schon mal eingeholt.
Karl: Ja, wenn wir dann mit Flo-Rida chillen…
Bernd: Auf jeden Fall! Aber wenn schon Bravo dann wenigstens Cover.



Alibi: Habt ihr Bock auf die Bravo?
Bernd: Schon. Aber mich stört, dass die da scheinbar immer die kompletten Namen der Künstler reinschreiben. sido hat ja z.B. immer ein Riesengeheimnis darum gemacht und dann stand der da drin. Das würde mich jetzt gar nicht so sehr stören, aber es wäre eben so ein Prinzipiending.

Alibi: Bei euch würde sich ja dann wieder die Frage stellen, ob „normale“ Bravo oder die Bravo Hip Hop. Wo kommt ihr rein?
Bernd: Wir kommen auf jeden Fall in die Bravo Indie. (Gelächter) Nee, wir kommen in die Bravo Randie Pop.

Alibi: Bravo ist also ein Ziel?
Bernd: Auf jeden Fall für unsere kleinen Schwestern, die es übrigens wirklich gibt. Die haben auch mitgesungen. Jedenfalls lesen die auch immer Bravo und die haben gesagt: „Ey Alter, wenn ihr in die Bravo kommt, dann seid ihr voll super“.
Karl: Nee, haben sie eben nicht. Die haben gesagt: „Ihr schafft`s nie in die Bravo!“

Alibi: Und die sind so drauf wie das in „Meine kleine Schwester“ beschrieben wird?
Till: Das ist echt krass. Eine ist so wie ich und die andere ist so wie mein Bruder. Die eine mag auch eher rockiges Zeug und die andere mehr so Mainstream, aber das dann richtig krass.

Alibi: Aber solche Sachen wie in dem Song machen die dann wohl eher nicht oder?
Bernd & Till: Doch!
Till: Die Eine ist da so wie ich.
Karl: Der hat echt ein krankes Hirn.

Alibi: Gut.
Bernd: Der ist wirklich wahnsinnig!
Till: Ja, stimmt. In der Schule war das wirklich krass. Also du musst jetzt keine Angst haben, dass ich jetzt ausraste oder so.
Die Bedienung kommt und nimmt unsere zweite Bestellung auf. Es dauert außergewöhnlich lange.

Alibi: Bernd, kommen wir noch mal zurück zu deinem „Genre-Hopping“. Du hast als BassBoy Electro-Rap gemacht, jetzt diese Indie-Richtung. Hast du auch mal ganz normalen Rap gemacht? Wie war es am Anfang?
Bernd: Grüße an Linus den Profi. Mit dem habe ich ein Album aufgenommen, obwohl das war eigentlich auch schon Electro-Rap. Also eigentlich mach ich dieses neue Projekt jetzt nur wegen Frauenarzt. Electro-Rap ist played out. Ich fand auch das zweite Deichkind-Album nicht mehr so cool.
Karl: Aber Frauenarzt ist doch Ballermann-Electro, oder?
Bernd: Ja, das geht alles so in die Richtung. Dann gibt’s auch noch Frittenbude. Aber das ist doch alles das Gleiche.
Till: Also Frittenbude finde ich zu poppig. Nicht so wie Frauenarzt.
Bernd: Naja, jedenfalls…Frauenarzt ist wohl nicht poppig oder was?
Till: Doch schon. Aber er hat ja seinen Pop selber gemacht.
Bernd: Kannst du nicht mal die Schnauze halten? Egal, eigentlich ist Bassboy eh nicht so wichtig und Neon Blocks auch nicht. Kraftklub ist jetzt wichtig. Der Rest ist nur Hintergrundinfo.

Alibi: Aber was wäre denn jetzt der nächste logische Schritt für euch? Wollt ihr noch mal was miteinander machen und wenn ja, was wird das dann?
Karl: Wir müssen noch mal was zusammen machen. Zwei Alben sogar!

Alibi: Das steht also vertraglich fest?
Bernd: Ja…ich weiß gar nicht ob wir das schon alles erzählen sollen. Nicht das es dann Probleme gibt mit Chimperator.
Karl: Sonst ersetz doch einfach immer Chimperator durch Sternchen.

Alibi: Ihr seid also aneinander gefesselt…?
Karl: Noch ist nichts unterschrieben. Aber das wär natürlich sehr gut.

Alibi: Aber ihr würdet auch ohne den Vertrag weiter zusammen Musik machen?
Bernd: Das wär aber nicht gut wegen den Mädchen. Wir sind noch nicht an dem Punkt angekommen, wo wir einfach so machen können (winkt imaginäre Mädchen heran)

Alibi: Nochmal zurück. Wo soll es denn jetzt musikalisch hingehen? Klingt die nächste Platte wieder so?
Karl: Keine Ahnung. Kann sein, aber wir haben uns noch nicht so viele Gedanken gemacht.
Bernd: Das wird schon so in die Richtung weitergehen, aber…
Karl:…wahrscheinlich ein bisschen elektronischer.
Bernd: Es wird alles noch weiter ausgekitzelt. Oder so.
Karl: Es kann eigentlich nur besser werden.
Bernd: Eben, das war jetzt erst mal nur eine Idee, ein Versuch.

Alibi: Ist es deswegen so kurz geworden?
Karl: Ist halt `ne EP mit acht Songs. Das waren die ersten Songs und die haben wir gleich drauf genommen.
Bernd: Es war ein Testlauf, um zu sehen wie die Reaktionen sind und dann kommt eben irgendwann mal DAS Album.
Karl: Es hätte ja auch schief gehen können mit Kraftklub. Dann hätten wir das gleich begraben!

Alibi: Was wäre denn ein Fiasko gewesen? Wenn es eure Freunde nicht gefeiert hätten?
Karl: Na wenn das jetzt wirklich nur die Mucki-Atzen gefeiert hätten..
Bernd: Häh? Die Mucki-Atzen sollten es doch feiern!
Karl: Ja, aber wenn es nur die Atzen feiern, kommen wir nicht an Mädels ran.
Bernd: Na gut. Also wenn das jetzt so Männer-Mucke geworden wäre, die nur Männer hören…
Karl: Ja, so Tuning-Rap zum Autofahren.

Alibi: Habt ihr schon gemerkt, dass eure Musik bei Frauen gut ankommt?
Karl: Oh ja!
Till: Herr im Himmel!
(Gelächter)

Alibi: Um es mal zusammen zu fassen: eure Atzen müssen es feiern und Frauen.
Karl: Genau. Und Geld spielt noch eine Rolle. Kaas hat uns z.B. am 28. Erklärt, dass wir nie davon leben werden können.
Bernd: Das liegt daran das wir so viele sind. Er kann jetzt davon leben, aber auch erst seit einem Jahr.

Alibi: Na gut, aber Seeed sind ja auch eine Riesentruppe…
Bernd: Na gut, aber bei dem einen geht das ja auch mehr schlecht als recht...hier..wie heißt der? Bauzaun? Der mit „Louder“!
Karl: Niki Lauda!

Alibi: Die haben sich aber live profiliert. Ihr wollt das ja auch…
Bernd: Das sind aber auch echt so krasse Live-Typen.

Alibi: Was kann man denn von euch live erwarten? Was passiert da?
Bernd: Bei Kraftklub-Shows sollte man als Mann auf jeden Fall immer in die erste Reihe gehen.  Da stehen die ganzen barbusigen Mädchen. Also das dauert zwei, drei Lieder und dann sind die T-Shirts oben. Außerdem sollte man als stark geschminktes Mädchen nicht ganz vorne stehen, weil wir oft runter spucken. Und pinkeln. Dieses Rockstar-Ding halt. Aber weil es von uns kommt ist es nicht eklig, es geht nur um die Schminke-nicht das die verwischt.
Karl: Aber die Mädchen die ins Backstage wollen, die kommen schon in die erste Reihe. Wenn es die ersten auf die Bühne spült, wird da gleich aussortiert.

Alibi: Aber mit vollgepinkelten Erste Reihe-Mädchen könntet ihr eure Eltern schon wieder schocken oder?
Karl: Das hab ich meinem Vater auch gesagt und er meinte nur so „Gab`s schon!“
Bernd: Es gibt da eine Band namens Smoke Blow, die haben wir jetzt schon zweimal live gesehen und von denen haben wir uns da inspirieren lassen. Die pissen da echt rum und stecken sich Bierflaschen in den Hintern rein. Der eine Sänger heißt MC Straßenköter und bei dem dauert es keine drei, vier Lieder und schon ist er nackig.

Alibi: Es gab auch mal einen amerikanischen Rockmusiker, der live auf die Bühne gekackt und Leute aus dem Publikum vergewaltigt und geschlagen hat.
Bernd: Krasser Typ!
Karl: Beenie Man!
(Es wird angestoßen)

Alibi: Na gut, aber sowas macht ihr nicht oder?
Bernd: Also in 99% der Fälle wollen es die Frauen ja auch, deshalb kommt es gar nicht erst zu Vergewaltigungen.

Alibi: Aber die Live-Frage habt ihr trotzdem noch nicht beantwortet. Was lasst ihr euch denn einfallen, um die beste Live-Band Deutschlands zu werden?
Till: Es gibt Bands die haben dies gemacht und andere Bands haben jenes gemacht. Aber wir machen alle krassen Sachen zusammen.
Bernd: Wenn du jetzt begreifen willst was uns auszeichnet, warum wir die krasseste Live-Band sind, dann kann ich dir jetzt keinen Katalog an verrückten Aktionen aufzählen. Du musst einfach dabei sein und dort stehen. Und wenn du zum dritten Mal in Ohnmacht gefallen bist, dann weißt du es. Dann geht dir ein Licht auf.

Alibi: Erklär das mal genauer.
Bernd: Es gibt viele Bands, die gute Musiker sind. Es gibt viele Bands, die wie Models aussehen. Aber kennst du viele Bands, die gute Musiker sind und wie Models aussehen? Wir haben auf jeden Fall einen Hang zum Exhibitionismus. Und mit Homoerotik spielen wir ja auch ein bisschen. Kraftklub, Fitnesscenter…

Alibi: Der Titel „Adonis Maximus“ gibt das ja schon vor. Wer ist das eigentlich auf dem Cover?
Bernd: Das dürfen wir nicht verraten. Es ist einer aus der Band.
Alibi: Es wirkt auf jeden Fall sehr männlich, sehr brachial.
Bernd: Das ist wie in der Schwulenszene. Da kann man schon Analogien ziehen. Diese harte Musik und dieser Gesang der auch Gefühle transportiert…da ist dann auch was Poppiges und Süßliches drin.
Till: Männliche Liebe!

Alibi: Wird in der Schwulenszene nicht auch unterteilt nach Bär und Kalb? Also nach behaart und männlich und nach rasiert und feminin?
Bernd: Wir sind auf jeden Fall Bärenkälber! Darum geht es ja auch bei Kraftklub. Als Mann muss es dir nicht peinlich sein vor der Bühne zu stehen und einen Halbsteifen zu haben. Das muss dir nicht unangenehm sein. Wenn du uns als Mann ansiehst und dann denkst „Mensch, so bisschen geil sind die schon“, dann ist das überhaupt nicht schlimm. Das gehört dazu. Da sind alles so Sachen, die uns zu der besten Live-Band machen, z.B. auch wie wir uns bewegen. Das ist alles eher subtil. Wir kommen da nicht mit Super Soakern auf die Bühne und spritzen Wodka ins Publikum. Komm einfach vorbei und lass dich verzaubern!

Alibi: Es gibt also keine lustigen Gimmicks?
Bernd: Ach, das gehört schon dazu. Aber das können wir jetzt nicht vorher erzählen.

Alibi: Habt ihr schon mal vor einem reinen Indie-Publikum gespielt?
Karl: Bei unserer Release-Party waren schon einige da, aber sonst nicht.

Alibi: Welche Reaktionen kamen von denen? Haben die sich verarscht gefühlt?
Bernd: Manche sicherlich. Aber in Berlin ist auch keiner zu uns gekommen und hat gesagt das er es scheiße findet. Aber vor einem Indie-Publikum würde es auch funktionieren. Wir haben z.B. eine restlos ausverkaufte Show in unserem Stammklub gespielt und das Publikum war bestimmt zur einen Hälfte Hip Hop und zur anderen Hälfte Indie.
Till: Die ganze Band ist ja eigentlich Indie und kommt trotzdem damit klar.
Karl: Es ist ja durch den Rap auch spannender als reine Indie-Musik.

FORTSETZUNG FOLGT…



I like...

geschrieben von:sannsche
am:11.04.2010 um:13:00
"und wir haben uns im Proberaum kennengelernt"
..haha

EP ist spitze, Interview sehr unterhaltsam, hoffentlich kommen sie auf ein Konzert nach DD, ich bin da!

aaalter...

geschrieben von:Anonymous
am:11.04.2010 um:13:40
"ls Mann muss es dir nicht peinlich sein vor der Bühne zu stehen und einen Halbsteifen zu haben"
Ich bepiss mich vor Lachen...freu mich auf den zweiten Teil.

geilo

geschrieben von:MK
am:11.04.2010 um:13:47
baeren und kaelber...jawohl!
warum hast du die schaukel nicht erwaehnt?
gutes interview(nur a bissl lang)
wo kann man die jungs nochmal hoeren(ausser youtube)und dann viell.auch kaufen?

und das an nem sonntag

geschrieben von:ben dog
am:11.04.2010 um:13:51
damit habt ihr die kolumne wohl endgültig begraben.trauer

Kommentar ohne Titel

geschrieben von:stephano
am:11.04.2010 um:14:41
beste band der welt!

Kommentar ohne Titel

geschrieben von:Anonymous
am:11.04.2010 um:15:13
weiter so KRAfTKLUB
ihr seit die besten!
ihr solltet euch ma bei Bundesvision Song Contest anmelden - für Sachsen schaukelt ihr den Sieg nach Hause...und die Mädchen kommen dann auch ;)

Kommentar ohne Titel

geschrieben von:Anonymous
am:11.04.2010 um:15:18
freue mich das es wieder eine Kolumne gibt, aber leider keine richtige egal, war ein gutes interview und kraftklub wirkt sympatische

Kommentar ohne Titel

geschrieben von:Anonymous
am:11.04.2010 um:17:33
was ist kraft club alta?

...

geschrieben von:Donni
am:11.04.2010 um:18:22
bei soundcloud kann man sich die ganze ep anhören

http://soundcloud.com/kraftklub/sets/adonis-maximus

Kommentar ohne Titel

geschrieben von:cana
am:11.04.2010 um:20:01
schönes interview...gefällt...bin ja auch überzeugt von den jungs :D

Kommentar ohne Titel

geschrieben von:Anonymous
am:12.04.2010 um:00:29
FAIL, nach der HDF Folge hat man schon gesehen, dass es Opfer sind.
Pi Style biten und dann nur am Pi haten?
Euch gibts noch nen Jahr, dann is wieder Ende. KIZ vergleich wäre zu großes Lob für euch Lappen.

fette scheiße

geschrieben von:phillip g.i.
am:12.04.2010 um:18:28
musik=top
live=grandios
wer sie nicht liebt stinkt!




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