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Thank You Based Boris

20.07.2011 - 09:53
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Wieder ein kleiner Klamauk von Alibi. Wer weitere unterhaltsame Posts täglich von ihm lesen möchte, muss nur seine Tumblr Seite besuchen.




'I Can Skate' by Alibi

1.04.2011 - 13:39
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Einige Blog Leser werden sich noch an die erfolgreiche Sonntagskolumne von Blog Kollegen Alibi erinnern. Ich werde zumindest immer wieder gefragt, wann wieder eine neue kommt. Leider hat der gute Junge kaum noch Zeit so ein Projekt zu realisieren.

Dafür ist er aktuell bei Tumblr unterwegs und haut täglich sehr unterhaltsame Sachen raus. Ein gutes Beispiel sind seine 'I Can Skate' Einträge, die ich hier einfach bloggen muss. Mehr von ihm könnt ihr dann natürlich auch auf seiner Tumblr Seite finden Swag!







Kumpel Farid Ständer und meine Wenigkeit sind natürlich auch bei Tumblr zu finden.




Alibi Spezialkolumne – Die 10 unfickbaren Splash!fakten 2010

3.08.2010 - 19:33
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Von Greifzangen und Langfingern – It´s a Festivalle, Muchachos!“


  1. Zeltkreisgäng!

Das Allerwichtigste an einem Festival sind die Leute mit denen man da ist. Line up hin, Toilettenfrauenfreundlichkeit her – was wirklich zählt sind die Menschen (Florian Silbereisen-Ausruf). Die meiste Zeit verbringt man logischerweise im Zeltkreis unterm Pavillon und deshalb muss da einfach die Chemie stimmen. Dadurch, dass die halbe Schwänzengäng zugegen war, war das natürlich ein Selbstläufer und somit gute Stimmung quasi garantiert. Im Gegensatz zum letzten Jahr hatten wir dieses Mal für genügend Pavillons gesorgt, wodurch sich jedem von uns (theoretisch) die Möglichkeit bot, den Pavillon stündlich zu wechseln. So nach dem Motto: „Boah, unter Pavillon 2 stinkt`s nach Hippiekraut. Ich geh ich mal unter die 3“ oder „Oh, unter Pavillon 1 ist ein fremder Hund der Töpfe ausleckt, da geh ich doch lieber unter die 4“. Außerdem konnten wir durch unsere enormen Kapazitäten dem Splash!Mag-Blogger Lukas und seinen Trierer Freunden Obdach gewähren (Ich hoffe ihr verzeiht die häufigen „Macht mal was Cooles rein!“ –Rufe…eigentlich mochten wir eure BoomBap-Mixtapes total!). Ein weiteres Phänomen des Zeltkreises war die plötzliche Wiederentdeckung des Kiffens durch so manchen Mittzwanziger. Äußerst amüsante Angelegenheit, sag ich euch. Aber Hip Hop Säm hat ja auch wieder angefangen, richtig? Ansonsten wurden Mutterwitze gemacht und es folgte ein „Superbad“-Zitat aufs andere. Viel mehr passiert da nicht, aber das reicht auch. Der einzige Nachteil besteht in der schnell einsetzenden Bequemlichkeit, die einen dazu verleitet sich manche (frühe) Acts nicht anzuschauen. Bedauerlich. Abschließend möchte ich noch einmal Liam, Till, Rustee und Oliver Pocher beglückwünschen, die mit ihrer Anwesenheit den Zeltkreis geistig und körperlich erweiterten. Kraft frei!

  1. Backstage – Alles kann, nix muss!

Hinter den Kulissen ist alles kostenlos. Eine heile Welt voller Bier, Herzlichkeit und Häppchen. Ich musste mich dort auch aufhalten, denn immerhin befand sich der schöne Splash!Mag-Container dort. Wie gesagt, es gibt kostenlose Getränke, kostenlose Mahlzeiten, kostenlose Massagen, kostenlose Tätowierungen und kostenloses „Stars“-Bestaunen. Und deshalb verlassen Letztegenannte dieses kleine Areal der Glückseligkeit auch nicht mehr. Warum auch? Draußen beim Pöbel kostet alles viel Geld, überall ist Schmutz und man ist eben nicht unter sich. Im Backstage sind alle wie eine große Familie. Literally. Es gehören natürlich nicht alle dazu, aber die meisten haben sich schon sehr, sehr lieb. Und das ist irgendwie auch schön zu sehen, denn immerhin gibt es in der richtigen Welt schon genug Probleme. Ein kleiner Laufsteg ist das Backstage natürlich auch. Wenn Rapper xxx und seine Entourage gelangweilt und gut gekühlt durch die Gegend schlurfen, dann soll das was aussagen. Da sind Verkaufszahlen erst mal zweitrangig, auf dem Level kann man sich hierzulande keine Competition liefern. Ich fand es jedenfalls interessant mal da gewesen zu sein und habe auch einige nette Leute getroffen sowie gute Unterhaltungen geführt. Auch die Putenröllchen gefüllt mit getrockneten Tomaten fand ich sehr lecker, aber am Ende war ich jedes Mal froh, wenn ich wieder draußen bei den Muchachos war. Bussi Bussi!

  1. Ach ja, Acts gab es ja auch noch…pt. 2!

Eine Auswahl: Donnerstag ging es ja schon mal gut los. Im schweißnassen Zelt gab Marteria ein basslastiges Stelldichein inklusive neuer Lieder und Geschenke für die Fans. Is halt einfach ein cooler Dude. Am Freitag folgte dann Raekwon. Ich hatte wirklich hohe Erwartungen, immerhin ist das der Cuban Linx-Muchacho. War dann aber nicht so der Bringer. Das fing schon mal damit an, dass er viermal fragte wie es denn Berlin so ginge. Bei seinem Stundenlohn muss er sich auch keine Mühe geben. Er hätte ja nicht mal Gräfenhainichen rufen müssen, das kann man von niemandem außerhalb des deutschsprachigen Raumes verlangen, aber etwas mehr Interesse und Hingabe wäre schon schön gewesen. Eigentlich hätte man ein Transparent mit der Aufschrift „Danke der Nachfrage, Cappadonna. Kopenhagen geht’s spitze!“ ausrollen müssen. Aber wer hat sowas schon parat? Seinen „Ich habe meinen letzten Vorschuss in Schlagsahne“-Belly fand ich zumindest ganz sympathisch. Der Gruppenauflauf seiner Gang war bisschen besser, wobei Mef das schon irgendwie alleine machen musste. Samys Auftritt war, dank sensationeller Band, sehr schön. Savas war halt so Hausmannskost. Missy und ihre Tänzerinnen haben am Ende schön abgerissen. War halt gutes Entertainment mit einigen Clubbangern garniert. Bevor sie in die Menge trat, dachte ich ja schon sie will stagediven. Schade, wäre legendär gewesen. Rah Digga hat vorher im Sonnenschein gerockt, kann man machen. Unsere guten Kraftklubber habe ich leider verpasst, da ich zur gleichen Zeit ein Interview geführt habe. Im Nachhinein ärgere ich mich ebenfalls darüber, dass ich Fashawn und Mayer Hawthorne verpasst habe. Blame it on the Zeltkreis!

  1. Festivalle, der Kreuzberger Skater!

Mit Speck fängt man Mäuse und mit Pommes fängt man Skater. So viel weiß ich jetzt. Das Unheil nahm am frühen Sonntagmorgen seinen Lauf und sollte noch viele Stunden andauern. Alles begann damit, dass Tures und ich mit dem VIP-Bus zum Zeltplatz fuhren, um das Ende der Nacht einzuläuten. Ich hatte mir vorher noch eine Riesentüte Pommes mit Mayo geholt und verteilte diese munter an jeden der wollte (und an alle anderen auch). Einer der besonders häufig zugriff, folgte uns dann einfach zum Zeltkreis. Da erzählte er uns dann, dass er aus Berlin Kreuzberg kommt, gesponserter Skater ist und als Lagerist bei (bekannte Bekleidungsfirma) arbeitet. Was weder er noch wir wussten, war das er in diesem Moment gleichzeitig der Anhalter aus „Fear and Loathing in Las Vegas“ sowie McLovin aus „Superbad“ wurde. Wir waren jeweils die anderen. Nur schlimmer. Was sich genau in den folgenden Stunden zugetragen hat, vermag ich nicht mehr im Detail wiederzugeben. Es war in jedem Fall die größte Show auf Erden. Wenn Valle ein Hoch hatte, konnte er jeden von uns treffsicher analysieren und die verrücktesten Ansagen raushauen. Ich war der Chef, weil ich im Pommes gegeben hatte, Tures war böse und Pi war eigentlich ein ganz lieber. Und einmal kurbelte er sogar an seiner Hand und richtete langsam seinen Mittelfinger auf. Köstlich. Hatte er ein Tief, wollte er weg und beschimpfte uns. Es war ein Auf und Ab mit ihm. Einmal flüchtete er in einen anderen Zeltkreis, aber die brachten ihn zurück. Mit Valle muss man eben umgehen können, da sind die Menschen wie die Hunde. Einmal drohte er damit Herpes zu haben und versetzte mir mit der Aussage „Ey, wir haben übertrieben Pommes geteilt“ einen gehörigen Schrecken. Ich hätte ihn getötet, aber es war falscher Alarm. Irgendwann wollte er dann wirklich zurück in sein Zelt und so entließen wir ihn schweren Herzens in die Freiheit. Ich schließe dieses Kapitel mit einem Zitat von Karate Pi: „Das glaubt uns kein Mensch“!

  1. Gigantus – Ein Greifarm geht ihren Weg!

Wenn es darum geht, was man als Festivalle-Besucher unbedingt dabei haben sollte, kommen schon seit Urzeiten immer die gleichen Vorschläge. Kocher, Stuhl, Regenjacke usw. Das ist zwar alles richtig, aber eben auch nur die halbe Wahrheit. Was ihr alle wirklich braucht ist Gigantus die Riesenkralle. Unser Junge Tures ist auf diese geniale Idee gekommen. Als wir vor der Abfahrt noch mal durch das Kaufland schlenderten und er, nachdem er den Satz „Ich liebe es einfach, hier sinnlose Sachen zu kaufen“ ausgesprochen hatte, diesen praktischen Greifarm für 5,99€ entdeckte, musste er einfach zuschlagen. Die beste Entscheidung seit langem, wie sich später herausstellen sollte. Stellt es euch einfach mal vor: kein lästiges Bücken nach Dosen und Flaschen mehr, nie wieder aufstehen und Dinge herumreichen und wenn man mit Gigantus raucht, sieht es garantiert total sexy und elegant aus. Wir haben diesen Greifarm auf jeden Fall in unser Herz geschlossen und hoffen, nächstes Jahr viele seiner Geschwister auf dem VIP-Zeltplatz zu sehen. Mach dein Leben entspannter – Kauf dir Gigantus, den Greifarm der Liebe!

  1. On The Run Eating!

Ernährungstechnisch war das diesjährige Splash! natürlich wieder sehr grenzwertig, wofür das Splash! selber natürlich nichts kann. Es ist halt ein Festival und keine Gourmetmesse. Man steht vormittags auf, plumpst verkatert und mit 1,5 Promille im Turm in den Campingstuhl und…verhaftet erst mal eine Vase. Der Orangensaft hielt ja leider nur einen Tag. Dazu gibt es Frischeiwaffel mit nichts weiter. Köstlich. Auf dem Gelände ist eigentlich alles wie immer. Pizza Mario, Burger/Pommes und Asia Pfanne buhlen um die hartverdienten Euros der Besucher. Etwas abseits gibt es auch wieder vegetarische und exotische Küche, wobei ich sagen muss, dass ich mich sehr über den Karibik-Dude geärgert habe. Warum? Weil er nicht da war. Oder aber ich habe ihn nicht gefunden. So oder so, eine höchst ärgerliche Angelegenheit. Ich möchte euch hiermit auch noch mal eindringlich vor der roten Soße waren, welche am Asia-Stand zu den Mini-Frühlingsrollen gereicht wird. Die hatte sich Karate Pi bestellt und mir dann die Soße überlassen, welche ich komplett in meine Nudelbox gedonnert habe. Es war so scharf, dass ich fast geheult hätte. Dazu sang Moe Mitchell auf der Bühne (alles live natürlich...hallo!). Um die Schärfe zu vertreiben holte ich mir dann einen Mango Lassi an dem indischen Stand. Dadurch bekam ich dann aber wieder Durst und musste mir ein Bier holen. Dann hatte ich wieder Hunger. Moe Mitchell war mittlerweile fertig mit dem Singen. Schmecken lassen!

  1. Ich wache jeden Morgen auf und bete für…!

Woran es genau liegt, dass scheinbar immer mehr Langfinger auf dem Splash! herumspazieren, weiß ich nicht. Vielleicht liegt es an der schwierigen Wirtschaftslage, vielleicht ist aber auch der vielbeschworene, allgemeine Werteverfall daran schuld. Keine Ahnung, ich bin kein Feuilletons verwüstender Jugendforscher Das sich Leute auf dem normalen Campingplatz Dinge aus den Zelten anderer „ausleihen“, scheint ja normal zu sein. Aber das Leute wirklich über das Festivalgelände marschieren, mit der festen Absicht andere Besucher abzuziehen, finde ich doch erstaunlich. Es ging schon am Freitag los, als Atze Udo während des Raekwon Auftritts das soeben erstandene Bier(!) entwendet(!!) wurde. In so einer Situation kann man chillen oder eben auch nicht. Udo hat nicht gechillt und den Dieb ent..äh..gestellt. Dafür gabs immerhin ein neues Bier vom Barmann.

Am Samstagabend folgte dann der Höhepunkt. Wir betraten gutgelaunt und berauscht die Fressmeile und wollten uns im Anschluss einfach nur die volle Wu-Packung geben. Als Udo sich gerade Kippen holen wollte und einen Zehner zückte, tauchten plötzlich zwei große Dorfgangster auf zogen ihn ab. Schein aus der Hand und dann noch in den Schwitzkasten. „Ey, guckt mal wir haben dieses Opfer abgezogen“. Fehler. Denn schlagartig wurde den beiden Knallern bewusst, dass Udo weder ein Lulli ist, noch das er alleine war. Anstatt die Kohle rauszurücken und sich zu entschuldigen, wurden sie jedoch aggressiv und feige gleichzeitig. Fehler. Was folgte, war weder schön noch Hip Hop, aber darum ging es auch nicht. Karate Pi, Murder Malle und Unfuckable Udo klärten die Situation. Es gibt eben Lektionen, die muss man auf die harte Tour lernen. Bass Sultan Hengzt sagte mal: „I hit you on the nose“ und Michael Corleone sagte mal: “Just when I thought I was out... they pull me back in!” In diesem Sinne…peace out!

  1. Leinen los fürs Line-up!

Über das Line-up zu meckern ist reine Verschwendung von Energie. Dennoch muss es getan werden, einfach weil es die Phantasie beflügelt und Meckern hierzulande an sich schon Tradition hat. Was die Booker so antreibt bzw. welche Kriterien sie anwenden, ist dem normalen Besucher sowieso nicht immer ersichtlich. Und das ist auch okay, denn immerhin ist es ihr Job und nicht der meine. Trotzdem. Warum nicht einmal die ganze Palette junger und frischer Spucker aus ihrer (verdienten) Hype-Blase zerren und zwischen regennassen Ossi-Baggern platzieren? Ich rede von Curren$y, Wiz Khalifa, Theophilus London und wie sie nicht alle heißen. Ihr kennt die ja eh alle. Wären dadurch mehr Leute gekommen? Auf keinen Fall, aber schön wäre es trotzdem gewesen. Andererseits haben die Verantwortlichen mit Chiddy Bang, Fashawn und Kraftklub wieder alles richtig gemacht und ein gutes Gespür bewiesen. Ausgleich, sozusagen. Besonders rätselhaft fand ich allerdings die Tatsache, dass Snaga und Pillath gebucht waren. Klar haben wir die alle mal gefeiert, aber das ist jetzt auch schon paar Jährchen her und ihr letztes Album war weder gut noch relevant. Ist mir wirklich unverständlich. Die beste und blasphemischste Idee kam uns aber während des gerade noch soliden Auftritts der Shaoliner Gesangskapelle. Vorab muss ich schon sagen, dass ich sehr froh bin diese Chaotengruppe wenigstens einmal im Leben live erlebt zu haben. Aber stellt euch mal vor, stattdessen hätte es eine Dipset-Reunion gegeben. Stellt euch vor, die Harlemesen wären zu den Klängen von „Dipset (Santana´s Town)“ in rosa Jogginganzügen auf die Bühne gerannt. ALLES wäre kaputt gegangen. Die Bagger, D-Flames Grill und sogar die Bierzapfmaschine im Backstage. Ich bin gespannt in welche Richtung es nächstes Jahr gehen wird und hoffe auf mehr frisches, hungriges Blut. No Money For Old Men!

  1. Ordner ordnen die Ordnung ordentlich pt. 2!

Ich mochte die Art und Weise mit der die Ordner letztes Jahr ihre Arbeit verrichtet hatten. Am VIP-Eingang wurde man nicht weiter behelligt und konnte ganz entspannt mit Dosenbier hereinspazieren (also eins in jeder Hand, eins in der Gürteltasche und zwei in der Jacke). Ich hätte dies in der letztjährigen Splash-Kolumne nicht so laut heraus posaunen dürfen, denn dieses Jahr sah das ganz anders aus. Wir marschierten am ersten Abend gewohnt ausgestattet zur VIP-Schleuse und wurden sofort alle Dosen los. Ich verlor nur die angefangene Vase, denn als Besitzer eines Artist-Bändchens wurde ich doch eher oberflächlich inspiziert. Aber der Rest der Gäng war plötzlich trocken. Also so richtig mit Harald Juhnke-Gedächtniszittern. Da halfen keine Diskussionen und besonders keine „Hier, ich reich dir die Dosen durch den Zaun, während die Securities abgelenkt sind“-Aktionen. So richtig schön Ossi-Muchacho-Style eben. Ist dafür aber umso peinlicher, wenn man dabei erwischt wird. Da fühlt man sich direkt wieder wie ein zehnjähriger Frechdachs. Letztes Jahr waren es halt mehr so schlaksige Soziologiestudenten ohne Eier und diesmal eben spaßfreie Kampflesben mit Röntgenblick. Aber ich will nicht alle über einen Kamm scheren. Es gab auch nette, entspannte Ordner, die mir immer wieder denselben Weg erklärten. Detailliert, freundlich und dreimal hintereinander. Bis ich es kapiert hatte. Nächstes Jahr werde ich übrigens einen überdimensionalen Trenchcoat tragen, um in dessen Innentaschen literweise Schnaps und Bier zu verstecken. Ohne Schlüpper und Nicki übrigens…G 4 Life!

  1. Grüße und Dank gehen an…!

Tures den Gigantus-Zähmer, Donni den Fuchs, Blutsbruder Panzer, Murder Malle, Unfuckable Udo, Eko aka Tarkan, Papa Billy, Karate Pi, Mo, Dörte, Floschi, Stephano, Pommesfinger Martl, Julian, Ben, das gesamte Splash!Mag-Team, Felix, Till, Lion aka Liam, Rustee, Linus, Fake, Becks, Maxxx, Lydooor, Psaiko Dino, Davide Bortot, Sebastian Andrej Schweizer, Ndilyo, Lukas und die Trierer, Jonas, Skala, Scientist, Sichtbeton, Harris, Kraftklub, Eternia, Chiddy Bang, Localorez & Manager, Vallerie, Kiffer Karl, Gigantus und die Klofrau!


Danke fürs Lesen!




In diesem Sinne, Muchachos-lasst es euch gutgehen und macht was ihr wollt…alt genug seid ihr, um so ein Manöver durchzuführen!


Schwänzengäng, Bitches!




Alibi Interview: Ein Gespräch mit KraftKlub - Teil 2

4.05.2010 - 12:51
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RANDIE POP – THE BOYS ARE BACK!

EIN GESPRÄCH MIT KRAFTKLUB Pt. 2

Im zweiten Teil (erster Teil HIER) spricht Alibi mit Bernd, Till und Karl von Kraftklub u.a. über Uniformen, Homophobie und Kartonstecktaschen.



Alibi: Gestern waren ein paar Freunde zu Besuch. Wir haben gepokert und nebenbei lief eure EP, sozusagen als Feldversuch.
Bernd: Da bin ich jetzt mal gespannt!

Alibi: Also eine junge Frau meinte, es wäre sehr eingängig, aber schlecht abgemischt.
Bernd: Was?

Alibi: Ja, meinte sie halt.
Bernd: Dann hast du ´ne scheiß Anlage. Wir haben das einfach mal beim King of Mastering machen lassen.

Alibi: Und wer ist das?
Bernd: Rautenkranz. Du kennst doch bestimmt Tocotronic, Die Sterne, eben diese ganze Hamburger Schule. Der hat das gemastert. Besser als wie es jetzt ist, ist mit unseren Möglichkeiten gar nicht drin.

Alibi: War auch nur ein spontaner Eindruck…
Bernd: Jaja, weiter!

Alibi: Ein anderer, der oft Indie hört, war irritiert vom Sprechgesang. Damit kam er nicht klar.
Karl: Na gut, dann muss er sich das vielleicht noch ein zweites Mal anhören. Beim ersten Mal ist das immer schwierig zu beurteilen.

Alibi: Er fing dann jedenfalls an von Deichkind zu reden und irgendwann entbrach eine Diskussion über Frauenarzt.
Karl: Vielleicht weil das auch Gruppen sind, die irgendwie was Neues gemacht haben.
Bernd: Also  mit den Atzen will ich mich ungern in einen Topf werfen lassen. Bei K.I.Z. geh ich mit, aber Atzen-Rap? Manny Marc? Jetzt mal ganz im Ernst, vom Rap her ist das doch… Ich mag die ja auch, ich hab als BassBoy sogar mal Vorgruppe für die gemacht. Das sind echt nette Typen, aber vom Rap her…also Frauenarzt hat ja eine der besten Rap-Stimmen die man überhaupt haben kann. Den find ich geil. Aber Manny Marc? Also wenn mich jemand mit dem vergleichen würde, dann würde ich mich wirklich ärgern. Bitte nicht falsch verstehen. Bei dem K.I.Z.-Vergleich ist es anders. Die Referenzen gibt es ja ohne Frage und dann ist das schon eher wie ein Kompliment für mich, mit Leuten, die ich so cool finde, in Verbindung gebracht zu werden. Aber Manny Marc?

Alibi: Meine Freundin feiert es. Und die feiert sonst kaum etwas.
Bernd: Was macht die heute noch so?
(Gelächter)

Alibi: Sie arbeitet! Außerdem findet sie ja nur eure Musik gut.
Bernd: Ach musikalisch findet sie uns gut aber ansonsten eher unsympathisch oder was?

Alibi: Nein, sie kennt euch ja gar nicht.
Bernd: War bei eurer Pokerrunde auch ein HipHopper? Was hat der gesagt?

Alibi: Er nannte es Studentenmusik.
Bernd: Studentenmusik? Ist ja nicht so schlimm.
Till: Studenten gibt es viele. Wenn die das alle kaufen…
Bernd: Find ich wirklich nicht schlimm. Studenten sind ein angenehmes Publikum.
Karl: Die wird’s auch noch ´ne Weile geben.

Alibi: Er hatte keine Lust sich darauf einzulassen. Für ihn ist es Indie und damit scheiße.
Bernd: Ach, eigentlich ist es uns auch egal, ob uns jemand mag oder nicht. Geschrieben liest sich das bestimmt total komisch. Obwohl eigentlich ist es uns nicht egal.
Karl: Es ist uns gar nicht mal so egal.
Bernd: Wir wollen es allen recht machen. Gebt uns Tipps und dann werden wir euch allen hoffentlich gefallen.
Till: Wir müssen das mal in einem Track sagen. „Das geht raus an alle Hater“
Karl: Das geht raus an Darth Vader!
Bernd: Hörst du das? Von dem muss ich mir was wegen Reimen erzählen lassen!

Alibi: Ich merke schon. Es gibt wohl bald einen Rollenwechsel bei Kraftklub?
Bernd: Das ist schon vorprogrammiert.

Alibi: Jetzt mal ganz im Ernst. Hätten die Musiker nicht auch mal Lust eine Hook zu schreiben oder sogar zu singen?
Bernd: Er (Karl, Anm. d. Red.)singt ja.
Karl: Ich singe die Refrains und doppel ihn.



Alibi: Die Refrains sind alle von dir gesungen?
Karl: Ja!
Bernd: Also live mache ich auch keine einzige Gesangspassage, wenn sie nicht total simpel ist, mit. Aber Karl doppelt mich.

Alibi: Du kannst gar nicht singen?
Bernd: Nein und ich will das auch gar nicht auf Teufel komm raus erzwingen. Ich hatte mal überlegt, ob ich Mundharmonika spielen könnte, aber naja…

Alibi: Euer Projekt ist ja insgesamt sehr, sehr stark durch konzipiert. Das Cover, das Artwork, der Name, die Collegejacken. Wer hat sich das ausgedacht?
Karl: Es war eigentlich von vornherein klar, dass wir ein Outfit brauchen weil wir ja gut aussehen wollen. Wir haben lange überlegt und sind dann irgendwann auf die Collegejacken gekommen.
Bernd: Das ist auch eher so ein Ding aus deren Ecke. Ich fand das schon immer cool, als Live-Combo so eine Uniform zu tragen, so Hives-mäßig. Dieses Einheitliche fehlt ja in der Hip Hop Szene vollkommen. Außer vielleicht bei Seeed, wenn man die jetzt bei Hip Hop einordnen würde. Als wir letztens in Berlin gespielt haben, ist das den Leuten auch richtig krass aufgefallen das wir uns Gedanken darüber gemacht haben. Die meinten alle, dass wir total geil aussehen mit dem Outfit. Beim Hip Hop ist es ja…
Till: Na, die sind ja auch allein.
Karl: Wir sind eine Gruppe, aber dadurch braucht nicht jeder seinen eigenen Namen. Wir sind halt Neon Blocks. Da gibt’s nicht noch…(überlegt) Bass Master Tilli. Wir sind eins!

Alibi: Ihr habt euch also schon richtig hingesetzt und euch Gedanken gemacht?
Karl: Das darf zwar niemand wissen, aber wir haben uns Gedanken gemacht.
(Gelächter)
Karl: Bei Rap-Gruppen hat ja trotzdem jeder seinen eigenen Namen. Bei Indie-Bands hat keiner noch einen eigenen Indie-Namen.
Bernd: Stimmt schon.

Alibi: Diese Uniformierung ist also schone eher so eine Indie-Sache?
Bernd: Das ist alles zusammen einfach das Beste aus zwei Welten.

Alibi: Im Hip Hop gibt es ja auch diese Zwiespältigkeit. Einerseits sind Klamotten total wichtig, aber andererseits darf es nicht zu viel sein, weil es dann ja schwul und unmännlich wirkt.
Bernd: Das stimmt. Das ist ein lustiges Paradoxon, dass die sich alle total viele Gedanken über ihr Aussehen machen und dann nach außen total „No Homo“ sind. Ach ja übrigens: Ich finde alle Rapper scheiße, die „No Homo“ ernsthaft verwenden. Das ist so krass dumm. Muss ich auch mal einem Kool Savas sagen-tut mir echt leid für dich. Ich kann das nicht gut finden.

Alibi: Geht es dir jetzt nur um die Phrase oder-
Bernd: (unterbricht) Nein, diese ganze Homophobie im Hip Hop. Das ist ganz dumm. Ohne Scheiß jetzt, das ist ganz dumm. Bei Dancehall ist es dasselbe, fast sogar noch schlimmer. Auf der einen Seite sind sie gegen Nazis, was ja im Hip Hop auch sehr verbreitet ist, so nach dem Motto “Yoyo, wir sind voll die toleranten Typen und meine ganze Gang besteht aus Farbigen“ und dann ist es aber total normal wenn man gleichzeitig Schwulsein für eine Krankheit hält. Oder das man dann in Songs sagt das gleichgeschlechtliche Partnerschaften abartig sind und das dann auch noch normal findet. Wie ein Savas sowas auf seinem Album sagen kann…also das kann er ja gerne sagen, aber ich halte ihn dann, zumindest in diesem Zusammenhang, für nicht sonderlich intelligent. Wenn das jetzt eine Meinung wäre oder ein politisches Statement, dann von mir aus. Aber so muss man sich dann eben auch in einen Topf mit Neonazis werfen lassen. Also zumindest wenn er das politisch so sieht. Und wenn nicht, dann ist es einfach nur Dummheit.
Karl: Ist Kool Savas ein Neonazi?
Bernd: Nein und wenn es nicht politisch motiviert ist, ist es einfach dumm.

Alibi: Man könnte natürlich auch sagen, dass es eine Reflektion dessen ist, was die Jugend heutzutage darüber denkt oder?
Bernd: Auf jeden Fall.

Alibi: Es ist ja ganz normal das Wort schwul als Schimpfwort zu gebrauchen.
Bernd: Ja, aber wenn du jetzt sagst „Das ist schwul“, dann ist das ja so wie wenn du sagst „Ey voll behindert“. Da denkst du ja auch nicht an jemanden im Rollstuhl. Weißt du wie ich das meine? Das kann ich schon verstehen, wenn einem das mal rausrutscht. Aber es gibt da einen Unterschied zwischen diesem Spiegel der Gesellschaft, was sich Rapper ja immer gerne als Schutz vorhalten, also jemandem der das nur so sagt, weil er das von seinem Umfeld kennt und dem, der vor einem Blatt Papier sitzt und es aufschreibt. Der reflektiert ja dann auch noch mal darüber. Derjenige sagt es bewusst in einem Text und das ist für mich der Unterschied. Wenn du das ganz bewusst nach außen trägst, dann musst du dir halt auch…also ich bezweifle das es Kool Savas stört, dass ich das dumm finde…

Alibi: Wahrscheinlich nicht.
Bernd: Aber dann muss er sich das auch gefallen lassen, wenn ich sage, dass es dumm ist.
Karl: Ich stell mir grad vor wie du zu ihm sagst „Ey du Arschloch!“
Bernd: Wie gesagt, wenn man das im Alltag sagt, weil es einem rausrutscht, dann ist das ja ok. Aber wenn jemand wirklich ernsthaft denkt, dass Schwulsein eine Krankheit ist, die man heilen muss oder ein Virus der um sich greift oder das es an der Erziehung liegt, dann ist das, Rapper oder nicht, dumm. Und das stört mich auf jeden Fall. Diese ständige, latente Homophobie.



Alibi: Das heißt diese Musiker müssten mehr Verantwortung übernehmen?
Bernd: Nö. Das ist mir völlig egal. Die müssen ja selber damit klarkommen. Ich sage ja auch nicht, dass die sich jetzt gegenüber der Gesellschaft rechtfertigen müssen. Ich sage bloß, dass ich es persönlich für dumm halte. Ich maß mir nicht an für alle die, die es in der Gesellschaft betrifft, zu sprechen. Ich finde sowas einfach nur dumm.

Alibi: Aber musikalisch beschäftigen euch solche politischen Themen ja nicht weiter oder?
Bernd: Also rein technisch fände ich es schon schwer einen guten politischen Song zu schreiben. Ich habe auch Respekt vor Leuten, die sowas gut hinkriegen. Aber ich hab auch schon genügend Songs gehört, die ich so krass peinlich fand. Bei diesem Liebes-Song auf dem Album hab ich z.B. auch sehr lange überlegt, ob ich ihn drauf lasse oder nicht. Denn wenn sowas schief geht, und das kann man ja selber schwierig beurteilen, kann es auch richtig peinlich werden.
Karl: Nochmal zu deiner Frage wegen den politischen Themen. Ich finde es eigentlich ganz cool, dass die Songs nicht abgestempelt werden, als etwas womit wir was bewegen wollen. Sondern das da einfach Zeilen dabei sind, die was aussagen, aber durch die die anderen Songs nicht abgestempelt werden.
Bernd: Wenn du da jetzt unbedingt einen roten Faden suchen willst, dann findest du mit „Scheissindiedisko“ und „Randale“ voll die Blödel-Songs, aber mit „Zu Jung“ und „Ich hau rein“ ist es wiederrum nicht so eindeutig. Da weiß man ja auch nicht genau wie ernst das gemeint ist. Es ist dann einfach nicht so klar. Wir sind nicht die totalen Partytypen die mit Phrasen um sich schmeißen. So „Yeah, Yeah, Yeah“-mäßig. Wir sind aber auch nicht die, die unbedingt was bewegen wollen mit politischen Parolen. Uns ist auch wichtig, dass ein Song einfach cool ist weil es ein cooler Song ist. Und nicht weil sich damit eine politische Gruppe angesprochen fühlt, weil wir einen Greenpeace-Song gemacht haben oder irgendeinen krassen Anti-Nazi-Song oder weil wir einen Hetz-Song gegen Homosexuelle gemacht haben. Das ist ja auch Quatsch. Obwohl ich jetzt zwanzig Minuten darüber geredet habe, wie schlimm ich das alles finde, hab ich trotzdem im Club zu Beenie Man getanzt. Wie heißt denn dieser Song?
Till: Chi Chi Man!
Bernd: Dazu hab ich, wie gesagt, trotzdem getanzt. Ein guter Song ist eben ein guter Song, weil es ein guter Song ist. Und so gehen wir auch unsere Musik an.
Till: Ja gut, aber wir reden nicht die ganze Zeit von verbrannten Schwulen.
(Während ich auf Toilette bin, läuft die Aufnahme weiter. Die drei Künstler stellen sich eigene Fragen und philosophieren lautstark. Zwischendurch fallen immer wieder Beleidigungen)

Alibi: Um nochmal auf Chemnitz sprechen zu kommen. Es gibt dort ja eine sehr vitale Musikszene, vor allem im Hip Hop Bereich. Arbeitet man da viel zusammen?
Bernd: Schon. Auch im Vergleich zu anderen Städten, in denen vermeintlich mehr abgeht, wie Leipzig und Dresden. Hier gibt es z.B. ein sehr erfolgreiches und großes Electro-Label.
Karl: In Chemnitz kennt die aber kaum einer.
Bernd: Die machen jedenfalls richtig krass Action, z.B. auch in Japan. Dann gibt es das splash!, die sitzen ja immer noch in Chemnitz. Was DJs angeht, fällt mir jetzt, außer vielleicht Berlin, keine Stadt ein die so einen guten Ruf genießt. Ron, Maxxx und Shusta sind ja schon fame.
Till: Chemnitz ist halt eine kleine Großstadt, wo man eben ziemlich einfach seine Kontakte findet. In Berlin ist das sicher schwieriger, weil es da so ein Überangebot gibt.
Karl: Naja, hier ist es vielleicht einfacher Kontakte zu finden als in Berlin, aber da sind es dann vielleicht auch bessere Kontakte.
Till: In Chemnitz trifft man aber nicht so viele Aufschneider.

Alibi: Also ist es schon so, dass man sich kennt und respektiert und gegebenenfalls auch zusammen arbeitet?
Bernd: Auf jeden Fall. Die ganzen DJs sind alles super Jungs. Das sind alles coole Typen.

Alibi: Wie kommt eure Musik bei denen an?
Bernd: Gut. Die haben natürlich mehr diese ganze Bernd Bass-Geschichte gespielt. Und das war cool. Die haben das in den Clubs gepumpt und das ist doch echt schön, wenn Leute in den Club gehen und da dann zu der Musik ihrer lokalen Künstler tanzen können. Das ist schon cool, wenn ich auf eine Party gehe und dann kommt da mein Song. Ich weiß natürlich nicht, ob die das Kraftklub-Zeug spielen, weil sie sicher etwas Schiss haben, ob das jetzt auch funktioniert. Aber z.B. „Vollmond“ von unserem Album „Mit Handtuch und Kapuze“ war ein richtiger Clubhit in Chemnitz. Das haben die immer gespielt in den letzten zwei Jahren. Das lief in der Primetime und dann ging´s ab. Am Anfang als wir bei Shusta aufnehmen waren, meinte der immer so „Nee, scheiße!“ Aber nach einer Weile fand er es dann cool. Und weil er auch meinen Vater kennt, wusste ich dass er das dann auch wirklich so meint, wenn er sagt, dass es cool ist. Wie gesagt, die sind alle echt super und man kann gut mit denen arbeiten. Die unterstützen sich auch alle gegenseitig. Für die Partys die ich mache, buche ich dann natürlich auch diese DJs und im Gegenzug spielen die unsere Songs oder helfen uns weiter mit ihren Kontakten. Das ist in Chemnitz eben ein richtiges Nehmen und Geben. Ihr macht das ja auch so mit eurem Blog. Ich kann es nur noch mal sagen: das sind alles überkorrekte Leute, die sich immer gut verhalten.



Alibi: Über das nächste Release habt ihr euch ja noch nicht so viele Gedanken gemacht, aber wie soll das denn jetzt perspektivisch gesehen mit euch weiter gehen. Wollt ihr wirklich davon leben? Ist das für jeden von euch ein Ziel?
Karl: Naja, ich weiß jetzt nicht ob wir das wirklich für den Rest unseres Lebens machen wollen.  
Bernd: Also ich fänd es cool, wenn ich in zwei Jahren davon leben kann. Und alle anderen von der Band auch. Und dass wir dann fünf Jahre von dem leben können, was wir gerne machen.
Karl: Ich fänd es cooler wenn wir fünf Jahre davon leben können und dann die restliche Zeit davon leben  können, was wir in den fünf Jahren verdient haben.
(Gelächter)
Bernd: Wenn du fünf Jahre von Musik lebst, dann erlebst du so viele coole Sachen und triffst so viele Leute. Da ergibt sich was. Wenn das wirklich klappt, und ich weiß ja das wir cool sind, dann wäre das schon ein Traum. Ob wir alle davon leben können, sei mal dahin gestellt, aber ich weiß, dass es erfolgreich werden wird. Es wäre einfach echt cool, wenn wir ein paar Jahre über die Runden kommen würden. Ich mache mir da auch keine Illusionen, dass wir jetzt die nächsten Rolling Stones werden. Sowas gibt’s heute gar nicht mehr. Selbst für Revolverheld wird es in drei Jahren wieder vorbei sein und dann müssen die doch auch gucken was sie machen. Dann werden die auch Schuhverkäufer.
Karl: Oder die werden dann-
Bernd: (unterbricht) Merchstore-Besitzer! Sowas ist ja eigentlich cool. Fänd ich gar nicht schlimm, wenn es so kommen würde.

Alibi: Habt ihr Existenzängste wenn ihr an eure Zukunft denkt?
Bernd: Ach guck mal, wir sind Anfang zwanzig. Wenn wir beschließen irgendwas ganz sicheres zu machen, dann kann ich das auch. Ich hab mein Abi und wenn ich anfangen will zu studieren, dann kann ich das später immer noch machen. Dann kann ich BWL studieren und in die Wirtschaft gehen. Aber ich würde mich ärgern, wenn ich es nie versucht hätte.

Alibi: Ihr sagt ja ganz klar, dass es auf jeden Fall funktionieren wird.
Karl: Es steht schon ganz gut.
Bernd: Wenn wir uns zusammen reißen und nicht alle aufeinander abkacken aus welchen Gründen auch immer, dann-
Karl: (unterbricht) Drogen!
Bernd:..dann kann es-
Karl: (unterbricht) Drogen!
Bernd: Wir haben ja auch schon paar neue Songs aufgenommen. Also nein, eigentlich nicht aufgenommen, aber gemacht.
Karl: Und auch schon live gespielt!
Bernd: Das sind Überhits. Das ist jetzt unsere erste Platte, die wir gemacht haben. Die hast du dir angehört und fandest sie cool. Aber das war nur die erste Idee, die wir hatten und die haben wir gleich aufgenommen. Wenn jetzt in einer Kritik steht, dass es ganz nett ist aber mehr auch nicht, dann ist das nicht schlimm. Es war halt ein Schnellschuss. Im Prinzip war es so. Wir haben uns ja nicht ein Jahr lang in den Proberaum eingeschlossen und 50 Songs gemacht und dann von den 50 Songs die Besten genommen.
Karl: Eben. Wir haben einfach alle sieben Songs genommen.
Bernd: Und wenn jetzt mal jemand ein bisschen Geld anpackt, dann weiß ich das wir irgendwann unser eigenes „Remmidemmi“ haben. Das wird kommen. Das weiß ich. Früher oder später wird dieser Song kommen.
Till: Es kann ja auch sein, dass er jetzt schon dabei ist.
Karl: Ich weiß auch nicht, ob jetzt noch mal ein Label kommt und uns sagt, dass wir es noch mal ordentlich aufnehmen sollen.
Till: Das wird sich ja zeigen, was jetzt durch den neuen Vertrag passiert. Noch ein paar Songs dazu und schon ist es ein Album.

Alibi: Ärgert ihr euch eigentlich gar nicht darüber, dass ihr vor einigen Jahren viel mehr hättet reißen können mit eurem Potential?
Bernd: Ganz im Ernst, bei unserem Hip Hop-Projekt schon. Als ich mir damals bei Fettrap die Klickzahlen für unser Album angesehen habe, habe ich mir schon so gedacht „Ey, wenn jetzt jeder, der sich das runtergeladen hat, fünfzig  Cent bezahlt hätte, dann wäre das echt cool gewesen. Aber ich weiß ja das wir live…also jetzt mal Spaß beiseite…aber live gab es sowas noch nicht. Und du wirst wirklich ziemlich wenige Hip Hop Bands finden, bei denen du so abgehen kannst bei einem Liveauftritt.
Till: Bei uns stehen eben auch fünf Musiker auf der Bühne.
Bernd: Klar, vielleicht hätten wir paar mehr CDs verkaufen können. Vielleicht tausend mehr als wir es jetzt machen. Aber so machen wir eben aus der Not eine Tugend. Es wird eben nicht mehr. Im Endeffekt finde ich es auch gut so wie es ist. Diejenigen, die Musik machen um damit Geld zu verdienen, wie diese ganzen Gangsterrapper, die werden irgendwann einfach kein Geld mehr damit verdienen können.

Alibi: Das ist ja jetzt schon so.
Bernd: Genau. Und diejenigen, die Musik machen, einfach weil sie es gerne machen, die werden immer Musik machen. Und die werden auch noch Musik machen, wenn kein Schwein mehr CDs kauft. Wir werden auch noch Musik machen, wenn die CD zu einem audio-visuellen Flyer geworden ist. Dann ist die CD nur noch ein Flyer für die Tour, damit man die Songs vorher schon mal hören kann. So wird es, denke ich, noch kommen.  In zehn Jahren spätestens. In fünf Jahren wahrscheinlich schon.
Till: Ich denke, die CD wird wie ein Flyer werden, in den man einfach rein hören kann.
(Stille, gefolgt von Gelächter)
Bernd: Das war jetzt relativ ähnlich meiner vorigen Ausführung.
Till: Ja, das ist doch einfach eine geile Idee.
Bernd: In fünf bis zehn Jahren wirst du eine CD in einer Kartonstecktasche bekommen und auf der Kartonstecktasche stehen dann die Toudates drauf. Und diese Kartonstecktaschen werden einfach rausgeballert. Die gibt es dann in jedem Ticketshop. Die nimmst du dir dann mit und es hörst es dir zuhause an. Ich denke diese ganzen Bemühungen der Musikindustrie da noch irgendwie Geld rauszuhauen-
Karl: (unterbricht) Ich denke eher es wird noch mehr spezielle Editionen geben, bei denen man dann ein super Booklet hat. Die muss man dann einfach haben.
Bernd: Vinyl wird immer wichtiger werden. Alles dazwischen wird wegfallen. Kassette ist schon weggefallen und die CD wird es auch. Es wird noch MP3 und Vinyl geben. Beim Vinyl hast du ein riesiges Booklet, das kannst du dir ins Regal stellen und es geil finden. Und MP3 ist für diejenigen, die sich das in den Blogs runterladen, um was zum pumpen zu haben und es ein halbes Jahr später schon wieder vergessen haben. Aber wenn du in dieser Zeit coole Shirts machst und live gut bist, dann läuft das.
Karl: Ein cooles Live-Shirt!
Bernd: Yeah. Das klingt jetzt so arrogant wenn ich das sage. Aber wir haben da einfach einen riesigen Vorteil gegenüber vielen anderen.

Alibi: Das setzt aber auch voraus, dass die Fans, die sich keine CDs mehr kaufen, dann eben zu den Liveshows kommen.
Bernd: Was heißt hier voraussetzen? Du wirst dir nie einen Liveauftritt runterladen können und ein T-Shirt auch nicht. In ferner Zukunft kannst du dir vielleicht irgendwelche Hologramme runterladen. Von mir aus. Aber einen Liveauftritt kann dir nichts ersetzen. Die Leute, die keinen Bock auf Konzerte haben, die gehen auch so nicht zu einem Konzert. Aber die, die schon immer Bock hatten, das sind die gleichen die schon vor 30 Jahren auf einem Konzert waren und die wird es auch noch in 30 Jahren geben. Weißt du wie ich das meine?
Karl: Unsere Generation ist ja so.
Bernd: Ja. Unsere Generation geht auf Konzerte. Als wir im Atomino gespielt haben, war um elf alles ausverkauft. Ausverkauft! Hallo?

Alibi: Hallo? Ein Hund im Bürohoo?
Bernd: Halloho?



Alibi: Aber ihr macht euch da scheinbar schon mehr Gedanken als andere.
Bernd: Klar machen wir uns Gedanken über dieses ganze (flüstert) Geschäft. Aber auch weil es einfach total interessant ist. Man guckt gerade zu wie eine einstmals total mächtige Industrie zu Grunde geht. Das ist schon interessant.
Till: Das klingt vielleicht alles utopisch, aber es wird auf jeden Fall so sein.
Bernd: Das eine einzelne Kassettenfabrik pleitegeht…sowas ist ja schon passiert, aber dass die komplette Musikindustrie, eine komplette Branche umdenken muss und sich um 360 Grad drehen muss…wir schweifen jetzt grad komplett ab…

Alibi: Das gehört ja schon dazu.
Bernd: Ja. Also das so eine riesengroße Industrie nicht weiß was sie machen soll, das ist schon krass.

Alibi: Unterm Strich seid ihr also hoffnungsvoll?
Bernd: Naja, das Ding ist ja, je weniger Macht ein Majorlabel hat, umso mehr Macht haben wir als kleine Band bzw. Chimperator als Indiependentlabel. Ein Majorlabel kann ja auch nicht mehr 100.000 für ein Video ausgeben und dir die überkrassen Plakataktionen bezahlen. Und so schrumpft der Unterschied immer weiter. Für kleine Bands ist es so einfach schöner. Für Placebo ist es vielleicht ein Verlustgeschäft von mehreren Millionen, aber für uns macht es überhaupt keinen Unterschied (lacht hysterisch).

Alibi: Der Weg zu den Frauen und zum Ruhm wird dadurch aber auch nicht leichter.
Bernd: Nö, aber auch nicht schwerer. Wir machen ja jetzt schon seit Jahren Musik und spielen uns durch die kleinen Kaschemmen. Und so langsam bauen wir uns so einen Fan-Stamm auf, der immer wieder gerne hinkommt, um es live zu erleben. Und sowas hat Nevada Tan nicht gemacht, sozusagen. Die haben viele Stufen überspringen. Und das tun wir nicht. Wir spielen uns von kleinen Clubs in größere Clubs und irgendwann spielen wir dann in Hallen.
Karl: Am Flughafen!
Till: Du musst auf jeden Fall schreiben, dass die Indie-Fraktion im Laufe des Abends immer stiller geworden ist.

Alibi: Es ist ja nicht unüblich, dass eine Band ein Sprachrohr hat das dann auch am meisten redet.
Till: Wir haben dafür unsere Instrumente.
Karl: Wenn ich was sagen will, mach ich (imitiert Bass-Laute)

Alibi: Ich kann euch leider schlecht zu einzelnen Akkorden befragen.
Till: Nee, das war ja auch keine Kritik.
Karl: Es geht ja um Kraftklub.
Bernd: Wir sind ja jetzt nur zu dritt. Wenn wir das Interview in Chemnitz führen würden, wären wir zu fünft und es wäre noch anstrengender.

Alibi: Mit Randiepop habt ihr ja schon euer eigenes Genre geschaffen. Besteht da gar keine Gefahr, dass das ganze mal langweilig werden könnte. Noch mal das Stichwort Genre-Hopping. Könntet ihr euch auch vorstellen, mehr in Richtung Blues oder Heavy Metal zu gehen?
(Geflüster)
Karl: Wir haben dieses Genre erschaffen.
Bernd: Wenn es Nachahmer gibt, dann ist das unser Erbe. Irgendwann wird es eine Band geben die Café Orange heißt und die voll am Durchstarten ist. Und wenn du dann fragst was die für Musik machen, dann wird es heißen „So wie Kraftklub eben“. Vielleicht machen die das noch mit mehr Synthesizer, das kann gerne so kommen. Aber wir waren die Ersten.

Alibi: Aber mit Electro-Rap warst du nicht der Erste.
Bernd: Nee. Aber ich war mit Gangster-Rap der Erste (Gelächter)
Till: War nicht eigentlich jeder mit Gangster-Rap der Erste?
Karl: Aber es ist nicht so offensichtlich wie bei Frittenbude oder Deichkind. Es gibt da ein paar Parallelen, aber sonst…
Bernd: Bei uns war es weniger dieses Parolen-Dingsbums. Wir waren noch ein bisschen mehr Rap. Bei Frittenbude und Deichkind gab es immer diese Parolen.
Karl: Oder bei Mediengruppe Telekommander. Weiß nicht, ob du die kennst?
Bernd: Das war immer so (imitiert schrille Laute)

Alibi: Ich wollte eigentlich auch nur etwas provokant auf dieses Genre-Hopping zu sprechen kommen. Ich finde schon, dass das ein Merkmal von dir ist.
Bernd: Ja, aber das liegt nur daran, dass ich das alles interessant finde. Bei dieser rap.de-Review gab es z.B. keine Referenz zu Bass Boy, sondern da war ich einfach nur der Rapper von Kraftklub. Das fand ich schon interessant wie das dieser Reviewer gesehen hat, der ja weder wusste wer Bass Boy ist, noch wer Neon Blocks sind. Er hat sich einfach nur dieses eigenständige Produkt angeguckt und es auch so beurteilt. Der wurde ja viel gescholten, der arme Mensch.
Till: Naja, der hat halt erst mal alle Crossover-Bands, wie Rage Against The Machine und so, gedisst. Er meinte das wäre alles scheiße, aber jetzt mit Kraftklub gäbe es das mal in geil. Da haben die Leute natürlich gesagt, dass Rage Against The Machine die Geilsten sind. Kraftklub ist zwar cool, haben viele geschrieben, aber Rage Against The Machine darf man nicht dissen.

Alibi: Auf dem Album fallen ja auch viele Referenzen, wie bspw. The Hives, die ihr ja eher nicht feiert-
Karl: (unterbricht) Natürlich feiern wir The Hives!

Alibi: Was feiert ihr denn als Musiker noch so?
Karl: The Hives sind z.B. eine Hammer Live-Band. Die sehen sehr gut aus und haben eine coole Uniform.
Till: Die machen einfach geile Musik. So wie Bernd halt irgendwelche Rapper feiert, so feiern wir die.
Karl: Die haben halt ihren eigenen Stil.
Till: So wie Who Made Who. Die fahren auch ihre eigene Schiene.
Karl: Nee, die nicht.
Till: Na doch, die haben schon ihren eigenen Stil.
Karl: Aber nicht so wie The Hives.

Alibi: Euer Sprachrohr ist ja Bernd, euer Sänger. Karl singt zwar die Hooks, aber Bernd ist eure Stimme. Und ich finde, dass das auf der EP so nicht rüberkommt, dass ihr, die Musiker, diese Art von Bands feiert.
Karl: Von der Musik her merkt man das schon.

Alibi: Ok, aber das sind ja nur Referenzen oder?
Till: Na, die Musik ist doch unser Sprachrohr.
Bernd: Das finde ich ja interessant, wenn die Musik eine klare Sprache Richtung Indie spricht und ich konkret sage „Ich scheiß auf die Hives“, dann ist das interessant. Damit haben wir ja absichtlich gespielt. Wir sagen, dass wir die Killers scheiße finden und dann gibt’s da „Scheissindiedisko“, was ja ein ganz offensichtlicher Indie-Song ist, der sich über Indie lustig macht. Das ist einfach ein interessanter Konflikt, den wir musikalisch verarbeiten wollten.

Alibi: Als Hörer kann man den Eindruck gewinnen, dass sich das beißt oder dass es nicht passt.
Karl: Aber das wär ja ziemlich blöd von uns, wenn uns das vorher nicht aufgefallen wäre.
Till: Ey, scheiß Indie…oh wir machen ja selber Indie (Gelächter)

ENDE



Alibi Kolumne: Ein Gespräch mit KraftKlub - Teil 1

11.04.2010 - 12:15
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RANDIE POP – THE BOYS ARE ALRIGHT!

EIN GESPRÄCH MIT KRAFTKLUB

Es gibt sie noch-die Bands die sich einen Namen machen, indem sie ohne jede Berührungsangst kreativ sind und live um jeden Preis überzeugen wollen. Hohe Ansprüche und noch höhere Ziele. Die Rede ist von der Chemnitzer Formation Kraftklub, deren kürzlich erschienene EP „Adonis Maximus“ Indie-Rock mit Rap paart und mit deren Mitgliedern Bernd (Rap), Karl (Gitarre/Gesang) und Till (Bassist) sich Alibi zu einem Gespräch hinsetzte, um mit ihnen über Flo-Rida, Ostdeutschland und Homoerotik zu sprechen. Eine Reise ins Reich des Randie Pop it is…



Alibi: Wer ist denn jetzt eigentlich Kraftklub?
Karl: Kraftklub ist Bass Boy und Neonblocks zusammen, also Rapper und Band plus DJ. Wir sind quasi zu sechst.

Alibi: Seit wann macht ihr als Neonblocks Musik, wie habt ihr euch kennen gelernt?
Till: Naja wir hatten zuerst so eine kleine Schülerband und haben vor allem Cover gesp-
Karl: (unterbricht) Warte mal, sowas würde ich immer raus lassen.
Till: Wieso? So fängt doch eigentlich jeder an oder nicht?
Bernd: Nein!
Karl: Sag einfach, Neon Blocks gibt’s seit 2006.
Till: Ok, also Neon Blocks gibt’s seit 2006 und wir haben uns im Proberaum kennen gelernt.

Alibi: Und was habt ihr für Musik gemacht? Wie würdet ihr das selber beschreiben?
Karl: Gitarrenmusik mit Punkeinflüssen. Viele Coversongs natürlich, aber vor allem tanzbar. Jetzt machen wir eher so Indie-Musik mit Discobeat.

Alibi: Aber mit Hip Hop hattet ihr damals noch nichts am Hut?
Karl: Nö, ich bin durch Bernd Bass ein bisschen zum Rap gekommen.

Alibi: Und wie habt ihr dann Bernd Bass kennen gelernt?
Bernd: Wir haben uns im McFit kennen gelernt. Da sind wir alle angemeldet.

Alibi: Ernsthaft?
Bernd: Ja. Wir haben da immer zusammen gepumpt und dann kam irgendwann raus, dass wir ja auch alle Musik machen. Dann kam auch noch raus das Till, der Bassist der Neon Blocks, mein Bruder ist.
Karl: Das war vorher nicht klar!
(Gelächter)
Bernd:  So sind wir jedenfalls alle zusammen gekommen und dann haben wir einfach aus Spaß für unsere Atzen im Fitnesscenter bisschen Musik gemacht. Damit die was zum Pumpen haben. Die Musik lief dann auch über die Anlage im McFit. Ja und dann wurde es auch immer bekannter, die Fitnessatzen haben es anderen Kumpels gezeigt und so wurde es immer größer. Dann haben wir auch richtige Auftritte gespielt.

Alibi: Die Fitnessatzen haben das gefeiert?
Bernd: Ja.

Alibi: Wie kam dann die Idee zustande diese EP zu machen?
Bernd: Naja, sowohl Neon Blocks als auch Bass Boy waren eher begrenzt erfolgreich gewesen und wir wollten jetzt einfach mal was machen, womit wir auch Geld verdienen können. Und berühmt werden. Vor allem aber für Frauen.

Alibi: Ist das denn Frauenmusik?
Bernd: Ja, auf jeden Fall. Mit deutschen Texten und alles ein bisschen poppiger...wir haben halt gesehen wie erfolgreich Revolverheld, Juli und Silbermond sind und-
Karl: (unterbricht) …die ja auch alle mit ihrer Musik deutsche Frauen ansprechen wollen.
Bernd: Genau. Und so kam dann auch die Idee das alles zusammen zu schmeißen. Im Prinzip sind Silbermond etc. schon so unsere Roots, sozusagen.
Till: Aber nicht unsere Vorbilder!

Alibi: Was ist denn da jetzt der Unterschied?
Bernd: Weiß nicht was der (Till, Anm. d. Verf.)schon wieder erzählt hat. Der sagt immer irgendwas und wenn dann der Interviewer nachhakt, kann er es nicht erklären.
(Gelächter)
Till: Wenn das unsere Vorbilder sind, dann ist das doch voll scheiße. Die sind höchstens unsere Impulsgeber.

Alibi: Die Grundidee versteht man schon. Ihr habt auch deutsche Texte, um…
Karl: …viele Leute zu erreichen.

Alibi: Und Frauen!
Bernd: Ja aber Frauen eher zu dem Zweck…also egal ob wir jetzt Punkmusik oder Rap oder Hip Hop oder Indie machen, im Wesentlichen geht es darum das wir bekannt werden, so wie Silbermond, und dadurch kommen dann die Frauen. Also es ist nicht so, dass wir Frauen mit unseren Liedern im Speziellen ansprechen wollen, sondern eher mit unserem Ruhm.

Alibi: Ihr habt ja vorher schon eine gewisse Erfahrung gehabt. Die Band als Neon Blocks, du als Bass Boy, aber wie produziert man denn jetzt eine Rockplatte? Wie funktioniert das?
Bernd: Es dauert auf jeden Fall ungefähr zehnmal so lange wie eine Hip Hop Produktion. Es kostet auch zehnmal so viel und man muss zehnmal so viele Kompromisse eingehen. Also eigentlich ist es voll die krasse Scheiße. Aber es ist halt irgendwie auch cooler (lacht).

Alibi: Habt ihr ein Studio oder einen Proberaum?
Karl: Einen Proberaum. Ins Studio haben wir uns eingemietet.

Alibi: Habt ihr das aus eigener Tasche bezahlt?
Karl: Ja.

Alibi: Und wie lange war der Aufnahmeprozess?
Karl: Zehn Tage und dann noch ein paar Tage gemischt. Aber wir sind halt schon mit den fertigen Songs ins Studio gekommen und haben da dann nicht mehr viel Neues gemacht. Die Songs sind ja schon im Proberaum entstanden.

Alibi: Und wie lief das ab?
Karl: Wir haben irgendwelche Riffs arrangiert, also Hook und Bridge und sowas, Bernd hat dann eine Idee gehabt und einen Text dazu geschrieben, dann haben wir das zusammen gebastelt und gute Hits daraus gemacht.

Alibi: Wie war das für euch als Band ohne Rap-Affinität? Wenn er seine Texte schreibt, bringt ihr euch da als Band mit ein? Sagt ihr dann auch mal wenn euch was nicht passt?
Karl: Also gegen Sprechgesang hab ich ja nichts. Das klingt schon gut.
Till: Naja, es ist ja fast das Gleiche geblieben. Es ist ja trotzdem noch Indie-Musik aber eben mit Rap Texten.
Karl: Aber klar, mit Hip Hop Musik hat unser Projekt jetzt nicht viel am Hut.

Alibi: Worauf ich jetzt eher hinauswollte war, ob es eine klare Arbeitsteilung gab wenn Bernd seine Texte auf eure Musik geschrieben hat oder gab es da auch einen Austausch?
Karl: Klar, das gab es schon. Man hat da viel zusammen dran gearbeitet.

Alibi: Also lässt du dir da auch reinreden?
Bernd: Nö.

Alibi: Ok, aber war das dann nicht schwierig?
Bernd: Naja, er (Karl, Anm. d. Verf.) ist auf jeden Fall so der Musik-Diktator und ich bin der Texte-Diktator. Ich habe ja gar keine Ahnung von Gitarren. Ich kann dann auch nicht sagen „Mach mal Dur Fis sonstwas“, sondern ich sag dann immer „Ey Karl, machste mir ma so ein Dideldideldi?“ und er sagt dann so „Schnauze“. Und wenn Karl dann mal so einen pseudo-tollen Reim hat, sag ich dann auch immer „Schnauze“.
Till: Klar, wir arbeiten schon zusammen, aber im Endeffekt ist es eben ein Ego-Ding. Wir wären im Endeffekt besser wenn wir uns mehr aufeinander einlassen würden.

Alibi: Also gab es auch mal Momente in denen ihr die Lust verloren habt?
Bernd: Nö, soweit war es nie.
Karl: Es ist nur manchmal so, dass man eine Idee im Kopf hat und will, dass die anderen diese Idee mit tragen und dann versucht man halt die Band davon zu überzeugen.
Bernd: Im Endeffekt ist die Aufteilung schon klar. Ich kann nicht Gitarre spielen und der Karl kann nicht rappen. Und da ist es natürlich klar, dass da jetzt nicht so viele Impulse kommen.

Alibi: Andererseits weiß Karl als Rockmusiker vielleicht besser was da funktioniert, z.B. bei einer Hook. Das sind doch Sachen die Bernd gar nicht wissen kann, weil er vorher noch nie Rockmusik gemacht hat oder?
Bernd: Naja, aber eigentlich ist das für uns alle Neuland. Wir haben sowas ja alle noch nicht gemacht, also Rap und Indie zusammen. Es ist ja auch nicht so dieses Nu Metal, das es schon mal gab, mit schweren Gitarren und immer den gleichen bpm-Zahlen. Es ist ja alles viel, viel schneller. Man merkt ja auch, dass das alles so 150 bpm Sachen sind.

Alibi: Du sagst ja auch auf einem Track, dass es sowas vorher noch nicht gab. Würdet ihr das alle so unterschreiben? Habt ihr wirklich das Gefühl gehabt, etwas völlig neues zu erschaffen?
Bernd: Also auf Deutsch gab es das so noch nicht. Klar, es gibt ein paar Sachen auf Englisch die so ein bisschen in die Richtung gehen, aber so konsequent durchgezogen hat das noch keiner.
Karl: Besonders nicht mit so originellen und witzigen Texten.
Bernd: Naja komm, wir beide wissen schon wonach es ein bisschen klingt.

Alibi: Und wonach klingt es?
Till: Nein, sag`s nicht!
Bernd: Ich muss mir das schon gefallen lassen. Aber die sind auch cool. Die sind die Besten, Alter, die sind die Besten. Das rockt, also K.I.Z.  mein ich.

Alibi: Da wären wir ja beim Thema. In eurem Pressetext spielt ihr ja auch mit einigen Klischees und Vergleichen. War das eher so eine Art Vorbeugetaktik um den Leuten potentielle Sachen aus dem Mund zu nehmen oder musstet ihr euch schon gewisse Sachen anhören?
Bernd: Das war eher vorbeugend. Wir haben ewig rumüberlegt was für einen Pressetext wir schreiben könnten und haben dann einfach die schlechtmöglichste Kritik die über uns geschrieben werden könnte selber geschrieben, damit die niemand mehr über uns schreiben kann. Jetzt steht da schon alles drin. Wir denken auf jeden Fall das das total smart ist.

Alibi: Also hat sowas noch keiner zu euch gesagt?
Bernd: Nee, eigentlich noch gar nicht.

Alibi: Habt ihr die Songs denn schon live präsentiert? Gab es da schon viel Feedback?
Bernd: Ja, schon.

Alibi: Und was kam da so? Ist der K.I.Z-Vergleich da mal gefallen?
Karl: Also unsere Kumpels finden es geil. Und irgendwelchen Schreiberlingen fällt das dann schon eher auf.
Bernd: Also bei rap.de kam konkret der Vergleich mit K.I.Z.

Alibi: Stört euch das?
Bernd: Nee, die sind ja auch cool, aber-

Alibi: Du lässt es trotzdem nicht gelten?
Bernd: Doch, ich lass es voll gelten. Aber man muss auch unterscheiden. Die spielen ohne Band und die machen trotzdem Hip Hop. Natürlich von den Texten und vom Humor her ist es schon ähnlich und geht in dieselbe Richtung, aber die gelten ja noch so offiziell als die beste Liveband im Hip Hop und den Titel werden wir ihnen auf jeden Fall abnehmen. Zumindest im Hip Hop Bereich.

Alibi: Das ist schon Fakt?
Bernd: Die werden den Titel an uns abtreten müssen, Alter! Die geben uns dann den Live-Staffelstab.

Alibi: Manche werden vielleicht am ehesten beim Rap-Stil Ähnlichkeiten feststellen und weniger bei der Musik selber.
Bernd: Ja kann sein. Aber ey, ich finde es jetzt auch nicht so übereklatant. Manchmal hört man es ein klein wenig raus, aber…
Karl: Das ist doch aber schon kacke das man da den Stil raus hört.
Bernd: Naja, aber es gibt z.B. total viele Savas-Klone. Ganz viele Rapper haben in ihrer Anfangszeit so geklungen und etwas anderes ist es bei mir ja im Endeffekt auch nicht. Ich bin auch erst 20, sag ich sogar in einem Track.

Alibi: Da wir jetzt gerade beim Thema Genre sind, auch wenn ihr das blöd findet-
Bernd: (unterbricht) Wir haben uns ein Genre ausgedacht.

Alibi: Nämlich?
Bernd: Randie Pop!

Alibi: Randie Pop? Magst du das mal erklären?
Bernd: Ja, also es klingt geil und wir sind die Erfinder dieses Genres. Es ist quasi das Ra- von Rap und dazu –ndie von Indie und halt Pop. Jetzt noch mal ganz offiziell: Wir sind die Erfinder von Randie Pop. Wenn irgendwelche anderen Bands das auch machen-wir sind die Erfinder von Randie Pop!
Karl: Da wird es auch bald `ne Wikipedia-Seite geben.
Bernd: Endlich kommt auch mal eine Musikrichtung aus Deutschland!

Alibi: Aus Ostdeutschland sogar…
Bernd: Genau, aus Ostdeutschland und nicht immer nur aus..äh…

Alibi: Darüber reden wir später noch mal. Zurück zur EP. Der Track der am meisten für Furore gesorgt hat, war sicherlich „Scheissindiedisko“. Den kann man ja so oder so interpretieren und bei der einen Interpretation stellt sich natürlich die Frage, warum macht man solche Musik wenn man das alles so scheisse findet?
Bernd: Also erstens ist es ja Usus, wir machen uns einfach lustig über die Typen und gleichzeitig machen wir uns ja auch über uns selber lustig.
Till: Ich dachte, es geht nur ums in die Diskokacken?!
Bernd: Das stimmt, es geht auf jeden Fall nur ums in die Disko scheißen!

Alibi: Man soll da also nicht mehr rein interpretieren?
(Gelächter)
Bernd: Wir merken schon, du hast dich gut vorbereitet.
Bernd: Im Ernst, du machst dich doch auch über Hip Hopper lustig und bist selber Hip Hopper. Du machst dich auch über New Era Cap-Träger lustig und hast selber eins auf. Über Stereotypen macht man sich halt immer gern lustig.



Alibi: Na gut, um mich geht es ja jetzt auch nicht. Die Platte ist ja eindeutig eine Liveplatte, aber wem wollt ihr die präsentieren bzw. wem habt ihr sie schon präsentiert? Wem kann man die überhaupt präsentieren, wenn es manchen Rapfans zu rockig ist und die Indie-Leute auf die Schippe genommen werden?
Bernd: Stell dir einfach vor das du zwei Kreise hast, Hip Hop und Indie, und die Schnittmenge davon sind unsere Fans. Und dann gibt’s natürlich aus beiden Kreisen Leute denen es entweder zu Hip Hop oder zu Indie ist, aber auf die scheißen wir.
Karl: In ganz Ostdeutschland sind das dann so 13 Mann.
(Gelächter)

Alibi: Meint ihr wirklich, dass  es nicht viele sind?
Karl: Nee, sowas feiern schon voll viele Leute.
Bernd: Wir haben auch letztens in Berlin gespielt. Das war..äh
Karl: Am 28. Februar 2010!
Bernd: Danke. Also da haben wir in Berlin vor einem reinen Hip Hop Publikum gespielt, die weder wussten wer wir sind, noch was wir überhaupt spielen und es war um acht, sprich die waren stocknüchtern. Wir haben vielleicht drei, vier Lieder gebraucht, während denen die irritiert geguckt haben und dann hatten wir sie. Die haben mitgegröhlt, also die haben teilweise versucht die Texte mitzusingen und am Ende sogar Pogo getanzt. Die sind total abgegangen. Und dann haben wir noch total viele CDs verkauft.

Alibi: Das ist für euch als Band wahrscheinlich mit das Schönste, wenn man so ein Publikum dann überzeugen kann oder?
Bernd: Ja!
Karl: Die waren halt wirklich geflasht das da wirklich `ne Band spielt und nicht nur DJ und Rapper. Das kam schon gut an.
Till: Vielleicht sollten wir immer unangekündigt spielen?

Alibi: Also den Berlin-Test habt ihr damit schon mal bestanden. Viele Musiker schaffen das ja nicht.
Bernd: Hm. Einige werden ja von der Bühne geklatscht..

Alibi: Das ist ja bei euch der Vorteil, dass ihr euch über sowas keine Gedanken machen müsst.
Karl: Nee, aber wir passen nicht alle in ein Auto rein. Darüber müssen wir uns Gedanken machen.

Alibi: Ist das schwierig Veranstalter zu überzeugen? Bei euch kostet es ja dann doch mehr..
Till: Naja, das ist wie bei jeder anderer Band auch. Aber für Clubs die nur Rapzeug machen ist es bestimmt was anderes.
Bernd: Klar, aber für Clubs die Gitarrenmusik machen ist das stinknormal.

Alibi: Ja aber ihr seid ja nicht stinknormal. Ihr macht ja euren Randie Pop..
Bernd: Richtig, das kann man gar nicht oft genug sagen.

Alibi: Wollt ihr eigentlich eine Tour machen? Habt ihr Lust auf sowas?
Bernd: Lust auf jeden Fall. Wir arbeiten jetzt gerade an einer Ostdeutschland-Tour von Mai bis Anfang Juni. Aber das ist noch nicht so in trockenen Tüchern. Es gibt da so einen jungen Mann der sich darum kümmert.

Alibi: Ist das dann eure einzige Struktur die ihr so habt?
Bernd: Nee, also du bist jetzt der Erste der das erfährt. Wir haben einen Vertrag zugeschickt bekommen…von Chimperator!

Alibi: Glückwunsch!
Bernd: Ja, aber wir verstehen überhaupt nicht was da drin steht. Jetzt müssen wir uns noch so `nen scheiß Musikanwalt nehmen.

Alibi: Wie kam es dazu?
Bernd: Na die haben uns ja nach Berlin eingeladen. Die haben uns durch die Blogs entdeckt und wollten uns dann mal live sehen.

Alibi: Die haben euch extra eingeladen?
Karl: Die haben dann so Tische aufgestellt und sich unsere Show angeguckt. Wir haben im Prinzip nur für die gespielt.

Alibi: Vor der Show schon?
Bernd: Nee, während der Show saßen die an Tischen beim Mischpult und haben dann immer bei jedem Titel so Ziffern hochgehalten und am Ende hatten wir dann so `ne Gesamtpunktzahl von 70 Punkten.

Alibi: Ist das euer Ernst?
(Tumultartiges Gelächter)
Alibi: Aber ihr habt doch alle mal Beat Street gesehen oder? Da gibt es auch so eine Szene in einem Club, bei der Bands auftreten und dann sitzt da eine Jury.

Till: Ach ja genau. Da sind doch auch Breakdancer und-
Bernd: (unterbricht) Nein! Du verwechselst da was. Der Junge, der so ein talentierter Breaker ist, wird von der Tanzschule eingeladen und geht mit seinen Atzen zum Casting. Der guckt sich das dann an und findet es geil aber die Typen in der Tanzschule machen voll auf hart. Dann gehen die wieder und scheißen auf den Vertrag weil die lieber undercover bleiben wollen.

Alibi: Nein. Also die Szene gibt es, aber die Casting-Szene gibt es auch.
Bernd: Ihr müsst euch den Film noch mal angucken und dann wisst ihr ganz genau das das nicht in Beat Street ist.

Alibi: Wollen wir wetten?
Bernd: Können wir gerne machen. Wenn du verlierst, kommst du zu unserem Splash-Auftritt oberkörperfrei auf die Bühne.

Alibi: Nee, das geht leider nicht.
Bernd: Dann hab ich die Wette jetzt gewonnen. Ach ja, Till hätte den Auftritt komplett nackt spielen müssen.
Till: Äh hallo, wie soll ich das machen? Wir haben doch alle die tollen College-Jacken an.
Karl: Alibi hat sich schon „Kraftklub“ auf die Brust tätowieren lassen, deshalb will er das nicht.
Bernd: Nee, „Linkin Park“!
(Gelächter)

Alibi: Wie war denn das Feedback von den anderen Chimperator-Künstlern?
Bernd: Also Kaas hat auch eine CD bekommen und, ach ja, Casper hat uns bei Myspace geschrieben das er es sehr geil fand. Gruß an Casper!

Alibi: Der hat ja auch noch so ein rockiges Bandprojekt. Freut euch sowas?
Bernd: Klar. Und die waren auch alle echt nett. Kaas war echt nett. Der war so der Einzige der mit uns rumgechillt hat. Der Tourmanager hat uns zwar immer aus dem Backstage geworfen. Der war übergestresst. Maeckes war sympathisch und nett. Und Kaas war eigentlich der Sympathischste.

Alibi: Wie war denn eure erste Reaktion als der Vertrag kam?
Karl: War cool.
Bernd: Naja, ganz ehrlich? Ich hab mich voll gefreut und die anderen meinten nur so „wer?“.
Till: Bernd kam so in den Proberaum und meinte „Ey, Chimperator managen uns jetzt! Voll geil!“ und wir waren gerade am Karten spielen und meinten so „Halt`s Maul, wir wollen in Ruhe spielen!“

Alibi: Ihr anderen wusstet ja gar nicht wer oder was Chimperator ist…
Till: Eben. Er hat dann noch die Künstler aufgezählt und das sagte uns auch nichts.
Karl: Genau, aber jetzt geht’s los!

Alibi: War das denn von vornherein euer Wunsch oder sogar euer Plan mit einem Label zusammen zu arbeiten? Ihr macht ja in einer Zeit Musik, in der es der ganzen Branche sehr schlecht geht…
Karl: Ja genau, deshalb haben wir auch letztens eine Vinylplatte rausgebracht.

Alibi: Gegensteuern also?
Till: Das Problem ist nur das wir hungrig durch die Straßen laufen, weil wir immer gegensteuern müssen und dann kein Geld mehr für Essen haben.

Alibi: Waren denn Indie-Strukturen von vornherein euer Ziel oder habt ihr auch mal was an ein Majorlabel geschickt?
Bernd: Das ist uns eigentlich egal. Gerade was du da angesprochen hast, mit dem heutigen Sterben der Strukturen, das interessiert uns nicht. Uns geht es ums Touren. Ob wir jetzt CDs verkaufen ist doch...also ich meine es ist cool wenn die uns die Produktion bezahlen und wir dadurch ein Video drehen können, aber eigentlich hoffe ich darauf das wir viel live spielen können. Und dann bekommen die ihre Provision ab und wir kommen rum.
Karl: Und was wir jetzt so live verkaufen ist auch nicht schlecht.

Alibi: Das ist schon ein wichtiger Faktor für euch oder?
Karl: Es ist ein guter Zuschuss und wir haben ja auch noch sehr coole T-Shirts. Die gibt es online bei poor-dog.com
Till: de oder?
Karl & Bernd: NEIN!
Bernd: Till ist wirklich mein Bruder, deshalb wird er immer ein bisschen geknechtet.

Alibi: Noch mal zum Thema Ostdeutschland, immerhin seid ihr seid ja alle Chemnitzer. Inwiefern spielt das eine Rolle auf der EP? Erwähnt wird es ja nur einmal, in einem nicht ernsten Zusammenhang, und dann nochmal etwas ernster bei „Ich hau rein“…
Till: Na da geht’s aber wirklich mehr um die Stadt als um ganz Ostdeutschland.
Karl: Die meisten hauen eben wirklich ab sobald sie fertig mit der Schule sind.
Bernd: Das ist auch gar keine Hymne gegen Chemnitz, falls das jetzt so wirken sollte, sondern mehr eine Reflektion. Alle Kumpels hauen ab und wir sicher auch früher oder später. Also was das angeht, ist Chemnitz schon richtig am Sack. Manchmal sitzt man dann halt zu Hause und fängt an sich zu über irgendwelche nichtigen, lokalpolitischen Dinge Gedanken zu machen. Da fiebert man dann richtig mit was z.B. mit irgendeinem besetzten Haus passiert. Und irgendwann resignierst du dann trotzdem, weil in dieser Stadt alles den Bach runtergeht. Dann schreibt man eben so einen Song, weil alles nervt, mir alles auf den Sack geht und dann hau ich eben auch ab.

Alibi: Ist es so schlimm in Chemnitz? Außenstehende können das natürlich schlecht beurteilen…
Karl: Ach, es gibt schon coole Partys am Wochenende.
Bernd: Es ist ja trotzdem unsere Heimatstadt und wir fühlen uns da wohl, aber manchmal da gibt es so Situationen…da nervt es nur noch.
Karl: Manchmal hat man unter der Woche ein Konzert von einem größeren Act und dann kommen 50 Leute. Das würde in Dresden oder in Leipzig nie passieren.
(kurze Diskussion)

Alibi: Ihr wollt also eigentlich nicht weg?
Bernd: Richtig. Es wäre schöner nicht weg zu müssen. Es wäre schön wenn sich die Frage gar nicht er stellen würde. Das geht ja schon in der Schule los.

Alibi: In den letzten Jahren sind ja auch einige Rapper aus dem Osten etwas bekannter geworden. Fühlst du dich mit denen irgendwie verbunden?
Bernd: Meine ganzen Kumpels feiern die schon krass.

Alibi: Also Leute wie Joe Rilla, Dissziplin..?
Bernd: Nee, die find ich überhaupt nicht cool.
Till: Joe Rilla? Klingt wie Gorilla!
(Gelächter)

Alibi: Wen feiern die denn dann?
Bernd: Alle meine Kumpels feiern Morlockk Dilemma. Ich kann aber irgendwie nix mit dem anfangen. Das ist schon gut was der macht, aber ich kann damit halt nix anfangen. Linus der Profi und Rust feiern den zum Beispiel, aber ich konnte mich noch nicht so erwärmen.
Karl: Und wie findest du Flo-Rida?
(Gelächter)
Bernd: Flo-Rida ist auf jeden Fall killer.
Till: Der hat doch mit dieser Ke$ha diesen Song gecovert.
Karl: Das ist auch so ein alter Rocksong.
Bernd: So ein Achtziger-Ding ist das (fängt an zu singen)

Alibi: Das ist ja jetzt eine gute Überleitung zu eurem Lied „Zu jung“ und den übersetzten Rockklassiker-Zitaten darin. Ist das auch wieder so ein Gefühl, dass ihr wirklich habt, also dieses „zu spät gekommen sein“?
Bernd: Schon. Aber im Endeffekt ist es ja nicht so schlimm. Es nervt halt schon weil man ja öfters mal auf hart machen und seine Eltern schocken will. Aber wenn man dann darüber nachdenkt, gibt es einfach nicht mehr so viel womit man schocken kann. Ich könnte jetzt vielleicht Nazi werden, damit würden wir unsere Eltern sicher schocken.
Till: Aber das macht keinen Spaß.
Bernd: Eben. Man kann vielleicht seine Eltern noch schocken wenn man Bankkaufmann wird oder so. Aber das ist ja auch irgendwie bescheuert. Wir würden unsere Eltern gerne mit coolen Sachen schocken, aber die coolen Sachen haben unsere Eltern schon gemacht.

Alibi: Hatten eure Eltern denn eine Band?
Bernd: Ja. Unsere Eltern waren sogar schon mal in der Bravo!

Alibi: Ach Quatsch.
Bernd: Doch. AG Geige hießen die. Das war so eine Ost-Band, ziemlich experimentell. Die waren sogar bei Amiga. Das war echt richtig experimentelle Scheiße, so richtig krudes Zeug. Bisschen wie Kraftwerk, aber die waren eigentlich eher ein Künstlerkollektiv in dem alle völlig crazy drauf waren. 

Alibi: Wenn man diesen Hintergrund kennt, dann macht der Song natürlich noch mehr Sinn.
Bernd: Wir meinten halt so „Hey wir haben einen Plattenvertrag, Papa!“ und er so „Joar…cool“. Aber gut, wenn jetzt die Bravo kommt, dann hätten wir sie zumindest schon mal eingeholt.
Karl: Ja, wenn wir dann mit Flo-Rida chillen…
Bernd: Auf jeden Fall! Aber wenn schon Bravo dann wenigstens Cover.



Alibi: Habt ihr Bock auf die Bravo?
Bernd: Schon. Aber mich stört, dass die da scheinbar immer die kompletten Namen der Künstler reinschreiben. sido hat ja z.B. immer ein Riesengeheimnis darum gemacht und dann stand der da drin. Das würde mich jetzt gar nicht so sehr stören, aber es wäre eben so ein Prinzipiending.

Alibi: Bei euch würde sich ja dann wieder die Frage stellen, ob „normale“ Bravo oder die Bravo Hip Hop. Wo kommt ihr rein?
Bernd: Wir kommen auf jeden Fall in die Bravo Indie. (Gelächter) Nee, wir kommen in die Bravo Randie Pop.

Alibi: Bravo ist also ein Ziel?
Bernd: Auf jeden Fall für unsere kleinen Schwestern, die es übrigens wirklich gibt. Die haben auch mitgesungen. Jedenfalls lesen die auch immer Bravo und die haben gesagt: „Ey Alter, wenn ihr in die Bravo kommt, dann seid ihr voll super“.
Karl: Nee, haben sie eben nicht. Die haben gesagt: „Ihr schafft`s nie in die Bravo!“

Alibi: Und die sind so drauf wie das in „Meine kleine Schwester“ beschrieben wird?
Till: Das ist echt krass. Eine ist so wie ich und die andere ist so wie mein Bruder. Die eine mag auch eher rockiges Zeug und die andere mehr so Mainstream, aber das dann richtig krass.

Alibi: Aber solche Sachen wie in dem Song machen die dann wohl eher nicht oder?
Bernd & Till: Doch!
Till: Die Eine ist da so wie ich.
Karl: Der hat echt ein krankes Hirn.

Alibi: Gut.
Bernd: Der ist wirklich wahnsinnig!
Till: Ja, stimmt. In der Schule war das wirklich krass. Also du musst jetzt keine Angst haben, dass ich jetzt ausraste oder so.
Die Bedienung kommt und nimmt unsere zweite Bestellung auf. Es dauert außergewöhnlich lange.

Alibi: Bernd, kommen wir noch mal zurück zu deinem „Genre-Hopping“. Du hast als BassBoy Electro-Rap gemacht, jetzt diese Indie-Richtung. Hast du auch mal ganz normalen Rap gemacht? Wie war es am Anfang?
Bernd: Grüße an Linus den Profi. Mit dem habe ich ein Album aufgenommen, obwohl das war eigentlich auch schon Electro-Rap. Also eigentlich mach ich dieses neue Projekt jetzt nur wegen Frauenarzt. Electro-Rap ist played out. Ich fand auch das zweite Deichkind-Album nicht mehr so cool.
Karl: Aber Frauenarzt ist doch Ballermann-Electro, oder?
Bernd: Ja, das geht alles so in die Richtung. Dann gibt’s auch noch Frittenbude. Aber das ist doch alles das Gleiche.
Till: Also Frittenbude finde ich zu poppig. Nicht so wie Frauenarzt.
Bernd: Naja, jedenfalls…Frauenarzt ist wohl nicht poppig oder was?
Till: Doch schon. Aber er hat ja seinen Pop selber gemacht.
Bernd: Kannst du nicht mal die Schnauze halten? Egal, eigentlich ist Bassboy eh nicht so wichtig und Neon Blocks auch nicht. Kraftklub ist jetzt wichtig. Der Rest ist nur Hintergrundinfo.

Alibi: Aber was wäre denn jetzt der nächste logische Schritt für euch? Wollt ihr noch mal was miteinander machen und wenn ja, was wird das dann?
Karl: Wir müssen noch mal was zusammen machen. Zwei Alben sogar!

Alibi: Das steht also vertraglich fest?
Bernd: Ja…ich weiß gar nicht ob wir das schon alles erzählen sollen. Nicht das es dann Probleme gibt mit Chimperator.
Karl: Sonst ersetz doch einfach immer Chimperator durch Sternchen.

Alibi: Ihr seid also aneinander gefesselt…?
Karl: Noch ist nichts unterschrieben. Aber das wär natürlich sehr gut.

Alibi: Aber ihr würdet auch ohne den Vertrag weiter zusammen Musik machen?
Bernd: Das wär aber nicht gut wegen den Mädchen. Wir sind noch nicht an dem Punkt angekommen, wo wir einfach so machen können (winkt imaginäre Mädchen heran)

Alibi: Nochmal zurück. Wo soll es denn jetzt musikalisch hingehen? Klingt die nächste Platte wieder so?
Karl: Keine Ahnung. Kann sein, aber wir haben uns noch nicht so viele Gedanken gemacht.
Bernd: Das wird schon so in die Richtung weitergehen, aber…
Karl:…wahrscheinlich ein bisschen elektronischer.
Bernd: Es wird alles noch weiter ausgekitzelt. Oder so.
Karl: Es kann eigentlich nur besser werden.
Bernd: Eben, das war jetzt erst mal nur eine Idee, ein Versuch.

Alibi: Ist es deswegen so kurz geworden?
Karl: Ist halt `ne EP mit acht Songs. Das waren die ersten Songs und die haben wir gleich drauf genommen.
Bernd: Es war ein Testlauf, um zu sehen wie die Reaktionen sind und dann kommt eben irgendwann mal DAS Album.
Karl: Es hätte ja auch schief gehen können mit Kraftklub. Dann hätten wir das gleich begraben!

Alibi: Was wäre denn ein Fiasko gewesen? Wenn es eure Freunde nicht gefeiert hätten?
Karl: Na wenn das jetzt wirklich nur die Mucki-Atzen gefeiert hätten..
Bernd: Häh? Die Mucki-Atzen sollten es doch feiern!
Karl: Ja, aber wenn es nur die Atzen feiern, kommen wir nicht an Mädels ran.
Bernd: Na gut. Also wenn das jetzt so Männer-Mucke geworden wäre, die nur Männer hören…
Karl: Ja, so Tuning-Rap zum Autofahren.

Alibi: Habt ihr schon gemerkt, dass eure Musik bei Frauen gut ankommt?
Karl: Oh ja!
Till: Herr im Himmel!
(Gelächter)

Alibi: Um es mal zusammen zu fassen: eure Atzen müssen es feiern und Frauen.
Karl: Genau. Und Geld spielt noch eine Rolle. Kaas hat uns z.B. am 28. Erklärt, dass wir nie davon leben werden können.
Bernd: Das liegt daran das wir so viele sind. Er kann jetzt davon leben, aber auch erst seit einem Jahr.

Alibi: Na gut, aber Seeed sind ja auch eine Riesentruppe…
Bernd: Na gut, aber bei dem einen geht das ja auch mehr schlecht als recht...hier..wie heißt der? Bauzaun? Der mit „Louder“!
Karl: Niki Lauda!

Alibi: Die haben sich aber live profiliert. Ihr wollt das ja auch…
Bernd: Das sind aber auch echt so krasse Live-Typen.

Alibi: Was kann man denn von euch live erwarten? Was passiert da?
Bernd: Bei Kraftklub-Shows sollte man als Mann auf jeden Fall immer in die erste Reihe gehen.  Da stehen die ganzen barbusigen Mädchen. Also das dauert zwei, drei Lieder und dann sind die T-Shirts oben. Außerdem sollte man als stark geschminktes Mädchen nicht ganz vorne stehen, weil wir oft runter spucken. Und pinkeln. Dieses Rockstar-Ding halt. Aber weil es von uns kommt ist es nicht eklig, es geht nur um die Schminke-nicht das die verwischt.
Karl: Aber die Mädchen die ins Backstage wollen, die kommen schon in die erste Reihe. Wenn es die ersten auf die Bühne spült, wird da gleich aussortiert.

Alibi: Aber mit vollgepinkelten Erste Reihe-Mädchen könntet ihr eure Eltern schon wieder schocken oder?
Karl: Das hab ich meinem Vater auch gesagt und er meinte nur so „Gab`s schon!“
Bernd: Es gibt da eine Band namens Smoke Blow, die haben wir jetzt schon zweimal live gesehen und von denen haben wir uns da inspirieren lassen. Die pissen da echt rum und stecken sich Bierflaschen in den Hintern rein. Der eine Sänger heißt MC Straßenköter und bei dem dauert es keine drei, vier Lieder und schon ist er nackig.

Alibi: Es gab auch mal einen amerikanischen Rockmusiker, der live auf die Bühne gekackt und Leute aus dem Publikum vergewaltigt und geschlagen hat.
Bernd: Krasser Typ!
Karl: Beenie Man!
(Es wird angestoßen)

Alibi: Na gut, aber sowas macht ihr nicht oder?
Bernd: Also in 99% der Fälle wollen es die Frauen ja auch, deshalb kommt es gar nicht erst zu Vergewaltigungen.

Alibi: Aber die Live-Frage habt ihr trotzdem noch nicht beantwortet. Was lasst ihr euch denn einfallen, um die beste Live-Band Deutschlands zu werden?
Till: Es gibt Bands die haben dies gemacht und andere Bands haben jenes gemacht. Aber wir machen alle krassen Sachen zusammen.
Bernd: Wenn du jetzt begreifen willst was uns auszeichnet, warum wir die krasseste Live-Band sind, dann kann ich dir jetzt keinen Katalog an verrückten Aktionen aufzählen. Du musst einfach dabei sein und dort stehen. Und wenn du zum dritten Mal in Ohnmacht gefallen bist, dann weißt du es. Dann geht dir ein Licht auf.

Alibi: Erklär das mal genauer.
Bernd: Es gibt viele Bands, die gute Musiker sind. Es gibt viele Bands, die wie Models aussehen. Aber kennst du viele Bands, die gute Musiker sind und wie Models aussehen? Wir haben auf jeden Fall einen Hang zum Exhibitionismus. Und mit Homoerotik spielen wir ja auch ein bisschen. Kraftklub, Fitnesscenter…

Alibi: Der Titel „Adonis Maximus“ gibt das ja schon vor. Wer ist das eigentlich auf dem Cover?
Bernd: Das dürfen wir nicht verraten. Es ist einer aus der Band.
Alibi: Es wirkt auf jeden Fall sehr männlich, sehr brachial.
Bernd: Das ist wie in der Schwulenszene. Da kann man schon Analogien ziehen. Diese harte Musik und dieser Gesang der auch Gefühle transportiert…da ist dann auch was Poppiges und Süßliches drin.
Till: Männliche Liebe!

Alibi: Wird in der Schwulenszene nicht auch unterteilt nach Bär und Kalb? Also nach behaart und männlich und nach rasiert und feminin?
Bernd: Wir sind auf jeden Fall Bärenkälber! Darum geht es ja auch bei Kraftklub. Als Mann muss es dir nicht peinlich sein vor der Bühne zu stehen und einen Halbsteifen zu haben. Das muss dir nicht unangenehm sein. Wenn du uns als Mann ansiehst und dann denkst „Mensch, so bisschen geil sind die schon“, dann ist das überhaupt nicht schlimm. Das gehört dazu. Da sind alles so Sachen, die uns zu der besten Live-Band machen, z.B. auch wie wir uns bewegen. Das ist alles eher subtil. Wir kommen da nicht mit Super Soakern auf die Bühne und spritzen Wodka ins Publikum. Komm einfach vorbei und lass dich verzaubern!

Alibi: Es gibt also keine lustigen Gimmicks?
Bernd: Ach, das gehört schon dazu. Aber das können wir jetzt nicht vorher erzählen.

Alibi: Habt ihr schon mal vor einem reinen Indie-Publikum gespielt?
Karl: Bei unserer Release-Party waren schon einige da, aber sonst nicht.

Alibi: Welche Reaktionen kamen von denen? Haben die sich verarscht gefühlt?
Bernd: Manche sicherlich. Aber in Berlin ist auch keiner zu uns gekommen und hat gesagt das er es scheiße findet. Aber vor einem Indie-Publikum würde es auch funktionieren. Wir haben z.B. eine restlos ausverkaufte Show in unserem Stammklub gespielt und das Publikum war bestimmt zur einen Hälfte Hip Hop und zur anderen Hälfte Indie.
Till: Die ganze Band ist ja eigentlich Indie und kommt trotzdem damit klar.
Karl: Es ist ja durch den Rap auch spannender als reine Indie-Musik.

FORTSETZUNG FOLGT…




Alibi Kolumne – Die 10 unfickbaren Sonntagsfakten - „Von Spinnenmännern und Vogeljungen – Ick bin ein Burrliner!“

20.12.2009 - 12:05
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„Von Spinnenmännern und Vogeljungen – Ick bin ein Burrliner!“

Vorwort: Nach der 60. Ausgabe dieser Kolumne wurde es ja bekanntermaßen etwas ruhiger bzw. fuhr die Maschine komplett auf Null runter. Dafür möchte ich mich erst mal entschuldigen, denn immerhin haben viele von euch trotzdem jeden Sonntag nachgeschaut und wurden dann enttäuscht. Der Hauptgrund war technisches Versagen ohne Fremdverschulden, sprich PC und Laptop sind simultan ins Koma gefallen. Verrückt oder? Dass ich auch thematisch ein wenig hinter her hänge dürfte klar sein. Jetzt ist jedenfalls alles repariert und ich präsentiere euch die letzte Kolumne…des Jahres 2009. Danach ist erst einmal Weihnachts-/Silvester-/Geburtstagspause. Ich denke aber an euch wenn ich, meinen krokodilgrünen Murciélago geschickt durch die schneebehangen Hügel von Oberengadin lenkend, an einem frittierten Hummer knabbere, während mir Berlusconi per Freisprechanlage verzweifelt versucht eine Entschuldigung abzuringen.

Bis 2010, liebe Laser und Laserinnen!

1.Neulich bei...Weezy im Knast!

Februar 2010: Es sieht nicht gut aus. Während sein Label Young Money, dank großer Releases, drauf und dran ist durch die Decke zu gehen, sitzt der wichtelhafte Mini-Mogul eine Gefängnisstrafe ab und ärgert sich grün und blau. Kein Champagner, keine Partys, keine Hüftmassagen von Nicki Minaj und keine Ständchen von Goldkehlchen Drizzy. Stattdessen ungenießbarer Fraß, ein schnarchender Zellengenosse, zu kurze Hofspaziergänge und dafür an jeder Ecke zähnefletschende Unterweltgrößen, die nur darauf warten, der kleinen Südfrucht den Stiel rauszureißen. Um zu verhindern, dass seinem Sohn doch noch eines der vielen Haare gekrümmt wird, entwickelt er einen wahnwitzigen Plan, der die Scofield-Brüder wie die verdammte Olsenbande aussehen lässt. And it goes a little something like this:

Zur allwöchentlichen Besuchszeit betreten Birdman, Drake und Nicki Minaj das Gefängnis auf Rikers Island, übrigens das weltweit größte seiner Art. Im Besuchsraum brandet tosender Applaus auf als sich die Rapperin eine Dose zuckerhaltige Limonade aus dem Automaten zieht. Sofort springt Drake auf den nächstbesten Tisch und fängt vor der überraschten Menge an zu singen: „She´s the best i never had..“ Kopfschüttelnd zieht ihn Birdman herunter und gemeinsam gehen sie zu ihrem Tisch, an dem ein ungeduldig auf seinen Rastas kauender Weezy sitzt. „Son, you doin` good?“ “Muuaah..Muuula..Guaa..Huuu..“ antwortet dieser und wackelt aufgeregt hin und her. „Listen Wayne, you need to get outta here. Shit ain´t safe and it´s takin` too fuckin` long!“ Drake springt auf und singt: „..going in for life, that`s how i feel sometimes-“ Birdman entfährt ein verärgertes Gurren und er zerrt den Kanadier zurück auf seinen Stuhl. Nicki kaut derweil gelangweilt auf einem Dildo und zwinkert der Wärterin zu. „Yo, this is our plan, boy..“ Während Birdman erklärt, lauscht ihm Wayne wild nickend und schnalzend, während Drake angestrengt überlegt, wieso er in Deutschland unter dem Namen Fard angeblich dauernd Alben releaset. Dann erheben sich alle und…Fortsetzung folgt!

2. Express Yourself!

Es gab mal eine Zeit, da sagten deutsche Rapper in Interviews, dass sie keine Inhalte in ihren Texten bräuchten, denn für so etwas könnte man ja genauso gut ein Buch schreiben. Genau das haben ja Samy und Bushido getan. Wirklich gelesen habe ich nur Ersteres, die Berliner Räuberpistolensammlung habe ich zumindest mal stellenweise angelesen. Das es verfilmt wurde war nur ein logischer Schritt, denn immerhin bietet es ausreichend Klischees und unterhaltsame Anekdoten, um Dietmar Durchschnitt Fingernägeln kauend an den Multiplex-Sessel zu fesseln. Egal, es werden ihn letztlich sowieso alle anschauen, meine Wenigkeit inbegriffen. Ob im Kino oder woanders, ist ja erst mal egal. An dieser Stelle möchte ich wiederholt betonen, dass ich in der Kolumne Monate vor Bekanntwerden die Beteiligung von Bernd Eichinger prophezeit habe. Wie auch immer, Kai-1 im Whirlpool wird sicher ein ästhetisches Feuerwerk. Das Buch von Hip Hop Säm wurde zwar nicht auf die Kinoleinwand gezaubert, aber dafür gab es eine interessante Fernsehdoku. Eine Reise durch Deutschland später las ich dann auch mal das Buch und muss ehrlich zugeben, dass es mich überrascht hat. Will sagen: ist gut! So sehr ich ihm musikalisch nicht mehr folgen kann oder will, so sehr konnte ich seinen Beschreibungen folgen, besonders wenn es um die Thematiken Hip Hop Sozialisation, Herkunft, Vater und Kiffen ging, und mich dabei sogar in einigen Kapiteln selber wieder finden. Man versteht nach der Lektüre ein wenig besser wie der Künstler Samy Deluxe tickt, weil man eben auch erfährt wie der Mensch Samy Sorge tickt. Und das dürfte auch diejenigen unter uns interessieren, die damals wegen der Dynamite Deluxe-Demo komplett Banane gegangen sind. War die Hitler-Line dämlich? Definitiv! Kann man ihn und seine Ideen darauf reduzieren? Nein! Was geht sonst so an der „Rapper-machen-dies-und-jenes-weil-CDs-will-eh-keiner-mehr-kaufen“-Front? Fler hat erneut seine Modelinie Psalm 23 angekündigt (die Leute scheinen ihm deswegen ja die Bude einzurennen..), sido wird sicher bald gestehen, dass er eigentlich Kanadier ist, um dann in einer Benefizshow mit Mario Barth um seine Maske zu pokern, während Tony D schreiend durchs Publikum rennt und Alben vertickt. Und Massiv? Der wird Vertreter für gasbetriebene Hummer. Joar, läuft doch!


3. Web Wars 2.5!

Das Internet bietet, neben Pornographie, sozialen Netzwerken und Pornographie ebenfalls eine Plattform für unterhaltsame Zweikämpfe. Das ist bekannt und hat sich in der Vergangenheit mehr als bewährt. Man denke nur an die großen youtube-Kriege zwischen Raptile und Hengzt bzw. Snaaaga und Pillaaath und Massiv. War das ein Spaß! Auch aktuelle Mätzchen wie twitter werden dafür genutzt. So konnten Hip Hop-affine Nutzer vor einer Weile einem denkwürdigen, indirekten Schlagabtausch zwischen den alten Buddies Eko und Savas beiwohnen, der die Hoffnung auf eine Reunion à la CCN ein für alle Mal auf Modern Talking-Level senkte. Hintergrund war die Löschung des Urteil-Videos, was Savas Eko in die Schuhe schob, wohl gemerkt ohne ihn direkt anzusprechen, woraufhin dieser sich empört zu Wort meldete und alles dementierte. Dieses kurze Intermezzo dürfte auf die meisten ziemlich skurril gewirkt haben, denn immerhin bezichtigten sich hier zwei ehemalige, beste Freunde und Kollegen gegenseitig der Lüge und das auch noch vor tausenden Außenstehenden. Schlimmer geht’s nimmer! Apropos twitter: ich habe festgestellt, dass es überhaupt nicht gut ist wenn man Künstlern folgt, die man eigentlich gerne hört. In den meisten Fällen beschränkt es sich nämlich auf die Musik und der Mensch dahinter (oder das was er bei twitter von sich preisgibt) ist noch mal eine ganz andere Kiste. Weniger diplomatisch ausgedrückt bedeutet das: viele gute Rapper sind scheinbar ziemliche Kackvögel. Joell Ortiz, Joe Budden und Wale hätte ich beispielsweise lieber nicht folgen sollen. Klingt komisch, ist aber leider so!

4.    Top 20 Sauerkraut! 

Obwohl inzwischen bereits die neue Ausgabe der Juice erschienen ist, muss ich noch mal was zu der vorherigen sagen bzw. zu der darin enthaltenen Umfrage. Mal ganz davon abgesehen, dass das ein durchaus gelungener Coup war, war es einfach auch mal interessant zu sehen wie andere Menschen diesbezüglich ticken, sprich mit welcher inneren Top-Liste andere Nerds so rumrennen. Und siehe da…es sind einige (für mich persönlich) völlig unverständliche Wahlen getroffen worden. Aus naheliegenden Gründen, wie bspw. der simplen Tatsache das die Liste nun mal so ist wie sie ist, macht es wenig Sinn daran herumzumeckern. Wenn das die 86 Teilnehmer (was in aller Welt haben eigentlich die restlichen 14 hingeschickt?) so gewählt haben, dann ist das eben so. Aber wundern darf man sich schon noch bzw. bestimmte Fragen stellen. Das Dilemma es nicht geschafft hat, ist natürlich ein fataler Fehler, allerdings hat mich die Info, dass er den Einzug nur knapp verpasst hat, wieder halbwegs gnädig gestimmt. Geschmack ist eben Geschmack ist… Überrascht haben mich in jedem Fall die Platzierungen von Sido (6), Aphroe (11) und Dendemann (4). Sido ist ein guter Entertainer, Florian Silbereisen allerdings auch. Aphroe hätte ich durch Afrob ersetzt, der immerhin einen Klassiker in seinem Katalog hat, und Dendemann war auf „Gefährliches Halbwissen“ seiner Zeit so weit voraus, dass er danach nie wieder daran anknüpfen konnte. Seht ihr, jetzt doktor ich auch schon an der Liste herum wie ein Foren-Troll. Mission accomplished!

5. The Trials & Tribulations of a Hipster!

Es ist definitiv nicht leicht ein junger, hipper Rapper zu sein. So viel steht schon mal fest. Man könnte fast meinen, das Leben eines chinesischen Bergarbeiters wäre das reinste Paradies dagegen. BeispIele gefällig? Nehmen wir doch mal den notorisch-traurigen Kid Cudi, der seiner Traurigkeit durch traurige Musik Ausdruck verleiht und damit durchaus einige Menschen begeistern konnte. Für mich hingegen war der Ofen nach Commons Feature-Slap mit dem Conscious-Dick endgültig aus. Aber er hat Fans und die wollen ihn auch live sehen. Kürzlich kam es dann auch bei einem Konzert zu einer sehr traurigen und unhippen Begebenheit. Während seines Auftritts flog dem Cleveland Boy ein Portemonnaie entgegen, woraufhin er..HALT! Wenn ihr jetzt denkt „Spitze, das ist ja einfacher als klauen!“, dann denkt ihr so wie ich und dürftet darin kein Problem sehen. Cudi schon, denn kurz darauf springt der kleine Rapper von der Bühne und schlägt besagtem Fan ins Gesicht. Unglaublich oder? Sowas machen doch nur Fler, Jim Jones und Snaga, aber doch nicht Emo Cudder! Oh doch, meine Freunde, und genau diese stumpfe Aktion hat ihn jetzt seine Teilnahme an der Lady Gaga-Tour gekostet. Ein schlechter Deal! Zumal das die einzige Möglichkeit gewesen wäre, wenigstens ein paar Monetos einzusammeln. Smarten up!

6. Werd Vertreter, dann brauchst du kein…!

Weiß eigentlich irgendjemand wie das weitergehen soll mit den Verkaufszahlen? Offensichtlich nicht und ich am allerwenigsten. Das es deutsche Rapper immer schwerer haben ist keine Neuigkeit, aber dass die Verkäufe in den US of A derartig einbrechen würden hätte wohl so auch niemand vermutet. Oder doch? Obwohl, nochmal kurz zurück in heimische Gefilde, Sidos aktuelle Zahlen sind auch für den schwachen, deutschen Markt bemerkenswert schlecht. Er war doch der Goldjunge, der sich neben Bushido als erfolgreichster Rapper des Landes etabliert hatte. Das er mit jedem weiteren Release ebenfalls mindestens Gold gehen würde, war doch eigentlich Konsens oder? Na gut, das Artwork sah diesmal aus als hätte Tony D MS Paint als Gegna gehabt und die Singles waren allesamt arg auf „Ich bin gereift wie eine Frucht“ getrimmt, aber mit der blinden Kaufwut der Bravo-Boyz und Girlz war doch trotzdem zu rechnen. Aber scheinbar gilt inzwischen nur noch ein Gesetz, nämlich das das es keine Gesetze mehr gibt. Jeder kann scheitern, jeder kann wieder absteigen (da ich von Fußball keinen blassen Schimmer habe, gibt es an dieser Stelle keine Metapher!) Ausnahmen gibt es natürlich immer, wie die kürzlich verliehene Goldene für „Das geht ab“ beweist, allerdings werden die auch immer seltener. Im Mutterland zeigt es sich noch extremer. Dass junge, zu Recht gehypete Katzen wie Wiz Khalifa kaum noch eine Chance haben ist nicht nur schade, sondern auch ungerecht. Allerdings erging es den Cudis und Wales, trotz größerer Maschinerie, nicht viel besser. Wirklich bedrohlich wird es allerdings wenn die Popfraktion einbricht, also die Granden auf die sich jeder blind verlässt. Jüngst geschehen bei Chris Brown, Rihanna und Timbaland. Da ich mit keinem der drei etwas anfangen kann, ist es mir persönlich egal, aber welche Auswirkungen solche Zahlen auf Musikschaffende weltweit haben wird, wird sich wohl erst im nächsten Jahr zeigen. Auf Tour kann halt auch nicht jeder gehen. Anarchie!

7. Kill Your Friends!

Als ich am Morgen nach Donnis Geburtstagsparty auf seiner Couch erwachte und voller Freude feststellte, dass ich noch am Leben und der Kater unverhältnismäßig schwach ausgefallen war, beschloss ich spontan mein neues Leben mit dem Lesen schockierender Bücher zu verbringen. Da passte es gut, dass mir Donni kurz vor meiner Abfahrt sein Exemplar von „Kill Your Friends“ in die Hand drückte. Worum geht’s? Um die Musikindustrie, böse Majors, Koks, das Wesen des A&Rs, Partys, Koks, Castingshows, Gewalt, Sex und Koks. Ach ja und um Champagner. Und Koks. Ganz so lapidar kann man das dann aber doch nicht abhandeln, denn immerhin handelt es sich hierbei um eine äußerst schockierende und fesselnde Melange aus den Filmstoffen von „American Psycho“, „Match Point“, „Fear and Loathing in Las Vegas“ und irgendeinem Film über die Musikindustrie. Da fällt mir jetzt keiner ein. Beim Lesen musste ich immer wieder daran denken, wie es wohl in der deutschen Musikindustrie zugehen mag bzw. zuging, und ganz speziell im urbanen Segment. Vor einer Weile gab es mal einen sehr guten Artikel in der Juice, welcher sich mit der Thematik Drogen und Rapper auseinandersetzte. Leider kam darin das Thema Koks viel zu kurz bzw. hätte ich gerne mal gewusst wie verbreitet Schneeballschlachten in der deutschen Hip Hop Szene eigentlich sind. Allerhöchstwahrscheinlich sehr verbreitet, denn immerhin kostet der seltsame Spaß immer weniger und wird wieder so richtig hip. Ich glaube das ist inzwischen so normal, dass sogar die Rapper koksen, denen man es am allerwenigsten zugetraut hätte. Ich kann die Lektüre dieses Buches, um mal zum eigentlichen Thema zurück zu kehren, jedem empfehlen, der selber nicht hinter die Kulissen blicken kann (jedenfalls nicht so wie Rapper, DJs, Produzenten, Manager usw.) und sich mal wieder einen richtigen Anti-Lebensentwurf à la Christiane F. reinziehen will. Wenn nur ein Hundertstel davon stimmt, kann man dem Autor nur zu seinem Lebenswandel gratulieren. Dieses Buch killt alle verbliebenen Illusionen, genauso wie es Bela B. auf der Rückseite verspricht. Schnief!

8. Party Report: Crookers (Pt.1)

Vor einem Monat war das elektrische Duo aus Italien in Leipzig und aus diesem Grund begab sich auch eine illustre Schwänzengäng-Delegation aus Dresden hierher. Angetreten waren Donni, Pi, Billy, der Lange, sowie Donnis Atze Diddy. Bei dieser wurde dann auch im Studentenwohnheim  vorgeglüht und zwar ganz vier Stunden. Muss ja auch mal sein.  Dank selbstgemachter Bowle und Wodka-Energy kamen wir recht ausgelassen am Sweat Club an (den Namen trägt er übrigens mehr als zu Recht, aber dazu später mehr!). Zu meiner Überraschung stand davor tatsächlich eine Schlange, die mit fortgeschrittener Zeit immer länger wurde. Hatte ich so nicht erwartet. Das Publikum entsprach dafür umso mehr meinen Erwartungen bzw. Befürchtungen. Junge, übermotivierte Justice-Klone mit Lederjacke, Schal und Leggins, begleitet von Mädchen die eigentlich genauso aussahen. Leichte Beute that is und so kam es schon nach wenigen Minuten zu den ersten Rüpeleien. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren wir drin und durchschritten einen engen, vernebelten Gang, in dem ebenjene hippen Erstsemester betont gelangweilt und hip abhingen. An der Garderobe kassierte Diddi dann gleich eine Schelle von einem Typen der 1zu1 aussah wie Patrick Swayze. Faszinierend! Um es gleich vorweg zu nehmen: ich habe von den Crookers an diesem Abend genauso viel gehört und gesehen wie ihr, die ihr nicht da wart..

9. Party Report: Crookers (Pt.2)

Das lag zum einen an meinem, im Vergleich zum Rest der Jungs, eher mittelschweren Interesse an dieser Musik und zum anderen an der Tatsache, dass es in dieser verdammten Grotte heißer war als in der Hölle. Und da soll es ja wohl wirklich heiß sein. Kondenswasser lief an den Wänden herunter, die beschalten Hipsterchen klebten alle ganz cool und lässig aneinander und man bekam keine Luft. Pi und ich beschlossen also die Lage vor dem Club abzuchecken und das ist uns, glaube ich, ganz gut gelungen. Wir belästigten, schwafelten und rüpelten was das Zeug hielt. Irgendwann statteten wir der Spiele-Kneipe gegenüber einen Besuch ab und, ja, die haben sich total gefreut uns kurz vor Ladenschluss noch ertragen zu müssen. Da wir kein Spiel mehr ausleihen durften, liehen wir uns kurzerhand selber ein paar Uno-Karten und Kreisel (!?) aus, um diese den Menschen in der Schlange (ja, die gab es die ganze Nacht) zum Kauf anzubieten. In den frühen Morgenstunden stolperten dann die anderen durchnässt aus dem Club und wir marschierten elefantös gen Wohnheim. Ob und was da genau zu Bruch ging, vermag ich nicht mehr zu sagen. Am Ziel angekommen, wurde weiter getrunken und der Beschluss gefasst, dass man noch irgendwas machen müsste. Der In-House-Club hatte schon zu, also fiel uns nur noch völlig hängengebliebener Unsinn ein. Hatte wohl was mit botanischen Umstrukturierungen zu tun, aber Details vermag ich ebenfalls nicht mehr wiederzugeben. Ich weiß nur noch, dass ich danach eine halbe Ewigkeit damit zugebracht habe, ein Taxi für mich zu begeistern. Hat natürlich nicht geklappt.

I love College!

10. Was macht eigentlich…!

High Society? Der schöne Jan Wehn (aka you might find it hard to believe but i´m straight!) schlug mir kürzlich vor, die „Supergroup“ von Kobra und Smexer in dieser Kategorie abzuhandeln. Passt eigentlich ganz gut, denn dann wären wir endlich mal mit der kompletten Speerspitze der germanischen Dipset-Gefolgschaft durch und könnten das Thema abhaken. Ich will hier nicht über Beatfabrik reden, denn das ist nicht nur ein völlig anderes Kapitel, sondern bietet auch wesentlich weniger Spaßfaktor als die 9XL-Phase der zwei Berliner. Die beiden Videos haben ja bis heute nichts an Faszination und, für nicht wenige Rapfans mit einem Funken Anstand, Fremdscham verloren. Besonders „Adler“ sticht da hervor. Die beiden Protagonisten stehen, gehüllt in  riesige Gewänder, in irgendeiner Tiefgarage, hinter ihnen ein Luxusauto irgendeines reichen Papas und werden dabei von einem „singenden“ Kellner „unterstützt“, der für die tiefsinnigste Hook seit „Bailando“ sorgt. Und nicht zu vergessen: die nackte Prostituierte, mit der die beiden durch die Gegend düsen, um abwechselnd an ihren Titten zu nuckeln. Das Highlight dabei ist ja, wie ich finde, die Szene in der sie Smexer das Gesicht ableckt. Coconut-Facelotion FTW! Das Album selber wurde dann auch nur lauwarm angenommen, was wahrscheinlich daran lag, dass die meisten Jungs noch nicht ready für diesen Lifestyle waren. Heute verkauft Kobra übrigens Schuhe bei Kickz. Was sein alter Weggefährte macht ist nicht bekannt. Sicher irgendwas Unlauteres. Hip Hop!

Danke fürs Lesen!

 
 
In diesem Sinne-lasst es euch gutgehen und gedenkt mal wieder der guten, alten Roc-A-Fella Zeiten…so wie dieser außerirdische Körperfresser! Roc-A-Tology-Gäng, Bitches!

ODER
 

In diesem Sinne-lasst es euch gutgehen und tragt mal wieder eine Ladyboy-Wasserleiche durch den Dschungel…so wie Kanyeezy! 808s&GagabreaksGäng,Bitches!

PS: Hier geht’s zum Kolumnenarchiv!

PPS: Das zweite Bild ist mein Weihnachtsgeschenk an euch!

PPPS:  Bin auf eure Geschenke gespannt!

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Alibi Kolumne – Die 10 unfickbaren Sonntagsfakten - „Von Überfliegern und Brudermördern – Die Kolumne wird 60!“

8.11.2009 - 12:41
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„Von Überfliegern und Brudermördern – Die Kolumne wird 60!“

1.    Kanye West in Indien – Reisetagebuch Pt. 2!

Hallo liebes Tagebuch,
ich veröffentliche mal wieder einen Tagebucheintrag in meiner Lieblings-Latte-Macchiato-    Kolumne. Mich freut es sehr, dass auch meine deutschen Die-Hard-Stans vorbeischauen, um auf den neuesten Stand zu sein. Ihr Stefans und Jochens habt immer einen Platz in meinem Herzen!
Anyway, letzte Woche nahm mich mein spiritueller Mentor Rajesh mit in die Slums von Neu-    Delhi. Ausschlaggebend dafür war mein „rüpelhafter Ausbruch“ (so nennt er es…und die indische Presse) am Filmset, als ich den „berühmtesten Bollywood-Schauspieler“ (angeblich) unterbrach. Wasever! Der Besuch war wie erwartet eine recht trostlose Angelegenheit. Gegen Armut habe ich ja gar nichts, auch über Lepra und Analphabetismus kann ich noch großzügig hinwegsehen, aber schlechte Kleidung ist in-ak-zep-ta-bel! Ich hatte es ja schon befürchtet, aber das es so schlimm sein würde, konnte ich ja nicht ahnen. Dreckige Lumpen soweit das Auge reicht! Rajesh konnte das natürlich nicht nachvollziehen, aber er hat  ja auch nie mit Karl Lagerfeld in Mailand diniert oder ein Praktikum bei Louis Vuitton gemacht. Armer Rajesh, er kann es ja gar nicht wissen. Sofort hatte ich eine Idee, die ich den auf der Straße Herumlungernden zu vermitteln versuchte. Sie sollten ab jetzt meine neue Kollektion, u.a. silberne Schlafanzüge für sie und es, hautfarbene Miederjacken und unsichtbare Schuhe, schneidern und bekämen dafür entweder keinen Lohn oder aber die Möglichkeit, sich aus den Stoffresten der unsichtbaren Schuhe schnittige, peppige Kleider zu nähen. Erneut mussten wir übereilt die Flucht ergreifen. Un-fass-bar! Heute haben wir uns mit dem     Musiker A. R. Rahman getroffen. Soll wohl eine große Nummer sein. Rajesh faselte irgendwas von einem  „Slum Dog Millionaire“-Soundtrack und das er als indischer Mozart gelte. Pah! Ich     begrüßte ihn mit den Worten „Hey Panjabi MC, ich freu mich für dich und werde dich auch weiter Knight Rider samplen assen, aber „React“ von Erick Sermon hat den besten Hindi Gesang aller Zeiten!“ Ich wurde daraufhin ausgewiesen und befinde mich jetzt im Flugzeug. 808s & Lassi Shakes! Ende

Tagebuch Part 1

2.    Stille Post – Snaga boxt!

Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir vor Jahren mal nach dem letzten Radebeuler Rapcontest mit Illz in Siggis Auto saßen und der Freund der Sonne uns auf dem Weg zu McDonalds ein paar amüsante, testosterongeladene Anekdoten über Snags und Sebastian Hämer erzählte. Besonders hervorstach hierbei die Beschreibung, wie der Gladbecker Haudegen alleine drei Türsteher zerlegte. Feier ich ja immer sehr solche Räuberpistolen. Was er zusammen mit Pillath rappt, steht ja auch nicht wirklich im Gegensatz dazu und so bleibt wohl festzuhalten, dass die Grenze zwischen Fakt und Fiktion bei den Pott`lern vielleicht dünner verläuft als bei anderen Rappern. Letztens war es dann wohl wieder mal soweit. Während eines gemeinsamen Auftritts mit Fard meinte Snaga aus dem Publikum „H-sohn“-Rufe zu hören und sprang sofort von der Bühne. Aber nicht so wie damals beim Abschluss der Abitour, sondern so wie es schon unzählige Rapper vor ihm gemacht haben. Was nicht passt, wird passend geklatscht! Letztlich war es wohl ein Missverständnis (also das mit dem „H-sohn“, die Bombe war echt) und endete damit, dass Snaga sich bei dem Demolierten entschuldigte. Natürlich sind die Blogs und Foren erst mal durchgedreht, so läuft das eben, aber mittlerweile hat Snaga seine Sicht der Dinge dargelegt und das ganze sollte gegessen sein. Interessenterweise hat sich auch Promoes „STAAAIGERRRR“-krächzender Gammelbruder Immo zu einem qualifizierten Video-Statement hinreißen lassen, um seine L-Sicht-Der Dinge kundzutun. Bemitleidenswert as usual!  

3.    Am I My Brother`s Keeper?

Beanie Sigel ist ein Problembär. Da Philly aber nicht Bayern und Jay-Z nicht Stoiber ist, lebt er zum Glück noch und macht leider weiterhin mehr Ärger als Musik. Was schade ist, denn immerhin hat er mit „Feel it in the Air“ nicht nur einen der stärksten Songs der gesamten Roc-A-Fella-Ära geschaffen, sondern auch einen jungen Casper zu früher Höchstform auflaufen lassen. Each on teach one und so. Und auch sonst war der dicke Bully für jeden Spaß zu haben, als da wären: State Property, Jada ärgern, Gerichtsprozesse, Gerichtsprozesse und, ja der Fairness halber muss man es auch erwähnen, Gerichtsprozesse. Nein, professionell war er nie, denn sonst hätte er eines schönen Tages sicherlich mal beschlossen, Knarren Knarren und Codein Codein sein zu lassen und sich auf die Musik zu konzentrieren. Für Joe Camel war das offensichtlich nur so lange tragbar, wie es ihm und dem Image von Roc-a-Fella genutzt hat. Sprich: eine Menge Street Credibility, gute Verbindungen in dessen Heimatstadt und einen loyalen Bully an der Seite. Seit er mit Obama per Du ist und Weltmusik macht, kann er so jemanden verständlicherweise nicht mehr mitziehen. Man wird eben auch kein halber Milliardär als großväterlicher Wohltäter. So läuft das eben. Im Endeffekt ist eine traurige Geschichte ohne wirkliche Gewinner. Für Jigga ist das nur ein weiterer Haken auf der Abschussliste (die überproportional viele Rapper aus Philly enthält), aber für Beanie dürfte dies das endgültige Karriereaus darstellen. Daran ändert auch kein Wechsel zu G-Unit Records etwas. Im Gegenteil!

4.    Mein Label, dein Label, kein Label!

Manche nennen es das große Labelsterben, andere Gesundschrumpfung, schön findet es wohl keiner. Ich auch nicht, so viel vorweg. Wenn sich jemand mit Leidenschaft und großem, persönlichen Einsatz (und vielleicht auch entgegen jeder Vernunft) etwas aufbaut, um andere Leute zu unterstützen und natürlich auch um damit Geld zu verdienen, dann ist das per se eine gute Sache. Ganz egal ob man der Meinung ist, dass man auch ohne BetonBozzBlockBlut und Let`sDeluxeIchHabMeinHolMichHierRaus gut zurecht gekommen wäre. Das ist persönlicher Geschmack. Das allerdings nicht jeder gute Rapper automatisch auch ein guter Geschäftsmann ist, steht außer Frage und hat sich in den letzten Monaten und Jahren mehrmals gezeigt. Das hängt zum einen mit der oftmals verhängnisvollen Verflechtung von Geschäft und Freundschaft zusammen und zum anderen mit der simplen Tatsache, dass das eigene Sublabel eben nicht so eigen und unabhängig ist und man von Anfang an auf die Unterstützung des Majors angewiesen ist. Und bei den prominenten Vertretern, welche „ihre Labels“ schließen mussten, war das (zumindest anfangs) immer so. Letztlich ist es auch weit weniger dramatisch als es so mancher Deutschrap-Defätist wahrhaben will, denn die meisten Akteure des Label-Debakels rappen ja trotzdem noch. Und die die es nicht mehr tun, tun es eben nicht mehr. No big deal, ja? Interessanterweise halten sich ja kleine Labels, die nicht von berühmten Rappern geführt werden, bedeutend länger und erfolgreicher. Chimperator, SpokenView und Selfmade (Sorry Slick!) sind da wohl die bedeutendsten Beispiele. M.O.B.!

5.    Recession Blues 2.0!

Marc Ecko, Antoine Walker und Nas haben alle eines gemeinsam: Geldprobleme. Jeder auf eine andere Art und Weise und mit unterschiedlichem Härtegrad, aber dennoch in Gefilden, die für uns Normalsterbliche schwer zu fassen sind. Marc Ecko musste kürzlich einen Unternehmensanteil von 51% an Iconix verkaufen. Dafür bekam er von den Besitzern von Rocawear einen ordentlichen Batzen Cash und die Position als Chef-Kreativer. Dem vorrausgegangen waren Entlassungen bei Ecko, drastisch sinkende Verkaufszahlen und eine gegen Null gehende Popularität bei den Karmaloop-Jugendlichen. Läuft also alles nicht mehr so gut für den Mann, der noch vor zwei Jahren einen Baseball für eine Dreiviertelmillion ersteigerte, nur um diesen dann zu spenden. Antoine Walker, der damals in Boston ordentlich Rambazamba gemacht hat und All-Star war, wurde kürzlich festgenommen weil er Spielschulden hat und mit ungedeckten Schecks um sich warf. Angeblich soll er während seiner aktiven Zeit insgesamt 110 Mio.$ gemacht haben, wovon wohl nichts mehr übrig zu sein scheint. Scott Storch hätte das nicht besser hinbekommen. Nicholas Cage erst recht nicht. Schade eigentlich, aber wer eine Entourage durchfüttert, die locker sechs Fußballteams stellen könnte, und seiner Mama eine Villa mit zehn Bädern baut, will es scheinbar nicht anders. Und zu guter Letzt noch Nasty Nas, der nicht nur monatlich 44.000$ an Kelis abdrücken muss, sondern auch Steuerschulden in Höhe von sensationellen 2,5 Mio.$ angehäuft hat. 2006 und 2007 soll er angeblich keine Steuern bezahlt haben und da dies gute Jahre für den Gottessohn waren (Def Jam und Fila Deal), hat sich da was gestapelt. Don`t mess with the IRS – weiß doch jeder!

6.    Cürbis Cekzun der Salzstreuer!   

Der böse Onkel aus Jamaica Queens gibt dieser Tage einfach keine Ruhe. Kein Wunder,     immerhin kommt er mal wieder mit einem neuen Album um die Ecke spaziert und es     bestehen berechtigte Zweifel an dessen Massenverkäuflichkeit. Nicht nur weil generell     immer weniger CDs verkauft werden, sondern auch weil die Ära 50 Cent/G-Unit schon seit     geraumer Zeit vorüber ist. Die Luft ist raus. Die Kids feiern ja längst wieder andere Rapper     und außerdem gilt Q-Tips Zyklen-Regel noch immer. Mal regiert man, mal schaut man zu. So     funktioniert das eben in der Welt. Die einzigen die sich dem widersetzen sind Jay-Z und Silvio     Berlusconi. Wie sagte mal ein Dichter? „Mafia ties, I'm like Gotti in the hood.“ Cürbis hat     diesen Status jedenfalls nicht und wurde von seinen Fans konsequenterweise wie eine     heiße     Kartoffel fallen gelassen. Mitleid muss man keines mit ihm haben, denn mit seinen     Buch/Spiel/Film-Projekten dürfte er noch immer ordentlich verdienen. Aber die goldenen     Vitaminwasser-Zeiten sind eindeutig vorbei, von seinen 2003er Verkaufszahlen kann er nur     noch wehmütig träumen. Was macht er also? Er stänkert! Fat Joe und Carol City Cartel     floppen? Cürbis hat schon längst drei Videos darüber gemacht! Beanie verliert den Kopf und     disst Jigga? Cürbis schlägt sich auf seine Seite und will ihn signen! Sollte The Game morgen     ein Bein verlieren, 50 wäre der Erste der lachend und mit einer Prothese wedelnd durch     das Internet geistern würde. Selbstverteidigung? Selbstzerstörung? Wird sich zeigen…!

7.    Hi Kids, do you like violence?

Eminem, der meiner Meinung nach (und ja, mit der steh ich relativ alleine da) seit der Slim     Shady LP kontinuierlich abgebaut hat, will sich verstärkt dem Genre des Horrorfilms     zuwenden. Eine Entscheidung, die ich sehr begrüße, denn das würde mir einiges anderes     ersparen. Zum Beispiel: Features mit Akon, Shady Clothing, Lieder über Tochter und Ex-    Freundin und sein starres lustige Single/harte Single-Konzept. Es reicht ganz einfach. Gegen     einen kompletten Umzug nach Hollywood spricht rein gar nichts, denn mit 8 Mile hat er ja schon einmal bewiesen, dass er passabel schauspielern (bzw. sich einfach selber spielen) kann. Bei Ice Cube hat es doch auch funktioniert. Wie hieß denn sein letztes Album     nochmal? Genau! Aber „AmeriKKKa`s Nightmare“ feiern wir  trotzdem immer noch alle und     seine Filme sind manchmal gar nicht schlecht. „Snow Dogs“ war nicht so cool. Jedenfalls     kennt man ihn jetzt als Schauspieler und weiß dennoch seine frühen Verdienste für Rap zu schätzen. Das wäre doch genau das Richtige für den Detroiter Hansdampf. Horrorfilme im     Stile seines „3 A.M.“-Videos und dafür keine neue Musik wäre jedenfalls ein Kompromiss mit     dem ich gut leben könnte. Sähe Proof (R.I.P.) sicher ähnlich!

8.    Du bist Schuldland!

Man sollte ja eigentlich meinen, dass die gesamte Diskussion um den Zusammenhang     zwischen Rap, Killerspielen und Amokläufen beendet sei und man sich nun wieder     wichtigeren Themen zuwenden könnte. Das dem nicht so ist, bewies jetzt wieder ein     juristisches Glanzurteil. Ein junger Mann wurde von einem alten Richter zu Zahlung von 500€     oder 50 Tagen Gefängnis verurteilt, weil er im Internet Zitate von K.I.Z. und Prinz Pi gepostet     hat. In beiden ging es entweder ums Amoklaufen oder um Waffen (ACHTUNG: DAS SIND SEHR BÖSE DINGE! JAJA!). Daraufhin kam es zu einer Hausdurchsuchung, bei der übrigens genau gar keine Waffen gefunden wurden, denn immerhin waren die Zitate nicht als solche     gekennzeichnet und überhaupt sollte man immer und jederzeit härter durchgreifen. Gegen     alles übrigens! Wie absurd dieser paranoide Kontrollzwang eigentlich ist, zeigt sich schon an     simpelsten Theoriemodellen. Ist der Leser eines Batman Comics potentiell gefährlich?     Verherrlicht Frank Miller Gewalt? Geht es nicht schon beim Erschlagen einer Mücke los? Tötet so jemand nicht auch Menschen? Die Diskussion um Kaas und dessen angebliche Mitschuld fand ich schon unmöglich, aber diese undifferenzierte, panische Schuldzuweisung an Rap im Allgemeinen setzt dem ganzen noch mal eine Krone auf.

PS: Krone reimt sich auf Kanone und Patrone…oh oh!


9.    Partyreport: Down & Dirty Halloween Takeover!

Letzten Samstag warfen wir mal wieder alle “Jetzt aber mal langsam erwachsen werden hier“-Pläne über Bord, um eine legendäre Partyzerstörung durchzuführen. Da kann man solch einen Ballast wahrlich nicht gebrauchen. Anlass war die Down & Dirty Halloween Party in Dresden, bei welcher die guten Phlatliner DJ Maxxx, DJ Ron und DJ Shusta sowie OG Rambo aka DJ Fake auflegten. Ich entschied mich spontan an dem Kreuzzug teilzunehmen, nachdem ich mich gegen eine Teilnahme an der Uni-Halloweenparty entschieden hatte. Die hatte für mich keinen Reiz mehr, seit ich da vor zwei Jahren mit meinem Darth Maul-Kostüm den dritten Platz gewonnen hatte. So stieg ich in den Zug und überraschte die Gäng beim Vorglühen. Der Spaß stieg in Ekos Bude und der Atzenfaktor war seit langem mal wieder sehr hoch. Panzers Ankündigung, die Zersörung mit dem Veranstalter Krasscore-Martl im Stadion bereits abgesprochen zu haben und eine neue Ära dessen einführen zu wollen, versetzte alle in Hochstimmung. Während Mo den Youtube-DJ gab, tankten wir auf und machten uns nach Geisterstunde in einem Tross von unbezalhbaren Concept-Cars auf in Richtung Club. Freitag sammelte zwischendurch noch eine Olle ein, was u.a. zur Folge hatte, dass ich auf der Rückbank zwischen einem schreienden Eko und einem medikamentös-berauschten Malle eingeklemmt war. Vorm Club sammelten sich die Wolverines dann und fielen ein wie Ideen. Das Publikum bestand standardmäßig aus weißen Lil Scrappys und einigen verirrten Unterhemd-Metros. Easy! Drinnen traf man auch weitere bekannte Gesichter, u.a. den lebenden Wiz Khalifa-Fanclub Padding, den Papageienjungen, Kamikaze und Insider Kai. Nach einer Whiskyrunde ging ich erst mal auf den Floor oder besser gesagt, ich flog. Als ich mich umdrehte, stand da ein grimmig dreinschauender Lil Wayne-Verschnitt samt Anhang. Auf meine Frage hin, warum er mich geschubst habe, konnte er mir keine befriedigende Antwort geben und so beließ ich es, als friedliebender Bürger, dabei und belagerte die zweite Bar. Dort begann dann mein Bowle-Flatrate-Fiasko, welches viele Erinnerungen für immer auslöschen sollte. Ich weiß noch, dass ich mich viel und nett unterhielt. Eko verbrachte Nacht damit, Leute anzurempeln, ihnen dann vorzugaukeln sie hätten seinen teuren Drink verschüttet, um sich anschließend „einladen“ zu lassen. Funktionierte wohl recht gut. Panzer stellte an dem Abend einen neuen Rekord im Fast-Rausfliegen auf. Da die Securities allesamt Atzen waren, verziehen sie ihm alles. Auch seine Pinkel-Aktion im Frauenklogang, welche sämtliche Damen in Angst und Schrecken versetzte, und das er den heraneilenden Türsteher mit Peace-Zeichen begrüßte. Und das er einem übermotivierten Lulatsch das Gesicht massierte. Und…  Am Ende waren wir alle kaputt, Malloze war später wegen seines Medikamenten-Alkohol-Cocktails kollabiert, so dass ein Krankenwagen gerufen wurde, Freitag hatte sich null um seine Begleitung gekümmert, so dass sie ihm letztlich in die Eier treten wollte und frustriert mit Taxi abfuhr und ich muss wohl einige Mal vor dem Club eingeschlafen sein. Aus dem Stand heraus. Aber das stimmt sicher nicht. Nach einer turbulenten Fahrt zu Donnis Crib entledigte sich mein böser Zwilling noch der Bowle und fiel tot auf die Couch. Aber das ist alles nur Hörensagen. Bum Bum! 
 
10.     Was macht eigentlich…!

Robird Styles? Laut seiner Myspace-Seite nichts mehr. Dort war er nämlich seit über zwei Jahren nicht mehr online. Im Rap 2.0-Zeitalter eine Ewigkeit und ein halbwegs verlässlicher Indikator. Was war passiert? Nach seiner Big Bud/Krasscore-Zeit, die ich während meiner NY-Hardcore-Phase geflissentlich ignoriert habe, wechselte er ins Lager der Sauerkraut-Trittset-Armada. Features mit Sentino, Kobra und Taichi folgten, sowie der zweifelhafte Ritterschlag durch S.A.S., was in Eurogang-Höheflügen gipfelte und einen von vielen Deutschrap-Tiefpunkten markierte. Das dazugehörige Album „Charterflug“ kam dann über Jubeko Records raus, ein Label das u.a. für großartige Alben wie                und natürlich auch verantwortlich war. Leider gibt es die auch nicht mehr. Irgendwann ist eben auch jede Bausparsumme alle. Irgendwann wurde der Robird dann vom Senti öffentlich abgemahnt, weil der es mit den cocktailfrüchtefarbenen, 9 Meter langen T-Shirts übertrieb obwohl er dazu gar nicht autorisiert war. Streit im Ayyy-Team. Danach war Ruhe und daran hat sich bis heute nix mehr geändert. Bleibt noch eines festzuhalten: Wer seinen Part auf dem phantastischen „Alles vorbei“ dechiffrieren kann, bekommt von mir eine Flasche Pfeffi!

Danke fürs Lesen!



In diesem Sinne-lasst es euch gutgehen und nascht mal wieder von einem leckeren Lil Wayne-Kuchen…so wie die Tochter von Alec Baldwin und Kim Basinger (die ihr Kind wirklich hassen müssen!) DänischeDelikatessenGäng, Bitches!

PS: Hier geht’s zum Kolumnenarchiv!

PPS: An dieser Stelle noch mal Glückwunsch an Mellowvibes Media zum Gewinn des street awards 2009 in der Kategorie Musik!

PPPS: Wie kann es sein, dass das Hamburger Abendblatt das bisher einzige Medium ist, welches ein Interview mit Überrapper Nate57 gemacht hat? Shame on you!

Kritik bitte an: 
wzeut9mnc74hd@kLoä+=js.de




Alibi Kolumne – Die 10 unfickbaren Sonntagsfakten - „Von Pechvögeln und Blechfiguren – Bäck like cooked Schweinshaxe!“

25.10.2009 - 11:54
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„Von Pechvögeln und Blechfiguren – Bäck like cooked Schweinshaxe!“

1.Kanye West in Indien – Reisetagebuch Pt. 1!


Hallo liebes Tagebuch,
so weit ist es nun gekommen, dass ich in dieses schmutzige, schlecht gekleidete Land fahren muss, um spirituelle Heilung zu erfahren. Das letzte Mal, als ich hier reingeschrieben habe, war ich gerade in Paris, um Modedesigner zu werden. Die Kollektion wurde ja kürzlich eingestampft. Noch vor dem  Verkauf. Die Welt ist eben noch nicht bereit für essbare Schals und bauchfreie Männerjeansjacken. Wasever, no big deal! Heute bin ich jedenfalls in Neu-Delhi gelandet und wurde am Flughafen von meinem spirituellen Heilbetreuer Rajesh abgeholt. Seine Begrüßung lautete: „Hier wohnen 1,2 Milliarden Menschen. Du bist nur ein Staubkorn. Ach ja, hallo!“ Was er mir wohl damit sagen wollte? Staub gibt es hier jedenfalls genug. Und arme, dreckige Menschen. Man kann sich doch wenigstens gut kleiden, wenn man schon arm sein muss oder? Vielleicht wäre das ja mal ein geeignetes Modedesignerprojekt für mich?  Im Anschluss fuhren wir in Rajeshs spirituelles Zentrum. War im Endeffekt nur ein Wohnzimmer voller Räucherstäbchen und Kissen. Ich musste mich übergeben. Glücklicherweise habe ich einen ganzen Koffer seidener Hermès-Taschentücher mit. Danach fuhren wir ans Set irgendeines Bollywood-Films. Rajesh meinte, dass ich mitspielen solle, um so neue kreative Energie zu tanken. Leider durfte ich nur einen Baum spielen. Als der Hauptdarsteller seine erste Szene spielte, stürmte ich vor die Kamera und sagte „Hey Salman Khan, ich freu mich für dich und werde dich auch aussprechen lassen, aber ich bin der schönste Baum der indischen Filmrequisitengeschichte!“ Es hagelte sofort kiloweise  Gulab Jamun und wir mussten das Filmset fluchtartig verlassen. Hallo? Was hab ich denn bitteschön getan? Morgen will Rajesh mit mir die Slums besuchen, damit ich geerdet werde. Igittigitt!   

2.Massive Töne!

Nicht nur das er es immer gewusst hat, nein, er hat es auch ganz allein geschafft. Massiv hat ein neues Feindbild. Nach Snaaaga & Pillaaath sind jetzt die Majors im Allgemeinen und Sony im Speziellen dran. Liest man die unzähligen Interviews der letzten Zeit, könnte fast man den Eindruck bekommen, dass Massiv in den zwei letzten Jahren von einer Gruppe vierzigjähriger Schlipsträger gefoltert und anschließend nackt und mit leeren Taschen auf den kalten Beton zurückgeworfen wurde. War das wirklich so? Richtig ist wohl das er sich seinen ersten Buzz via Ghettolied und ohne Majorlabel aufgebaut hat.  Aber war daran nicht auch schon jemand anderes maßgeblich beteiligt? Dieser Teufelskerl mit dem Silbergebiss? Und haben nicht die Kids, die seinen Track per Handy verbreitet haben, die ganze Werbung für ihn gemacht? Stellt sich also die Frage, was Massiv überhaupt alleine gemacht hat. Laut Snags gäbe es da schon etwas, aber das ist ja nun auch schon zwei Jahre her und außerdem sind Massiv und sein erster Förderer wieder Kumpels. Habt ihr das neue Video schon gesehen? Hollywood? Hello-ho! Vielleicht hat er sich ja diesmal das Bomben-Drehbuch selber ausgedacht, viel hanebüchener geht es auch nicht mehr. Seinen Talk mit Atze Cem fand ich dann aber doch wieder sehr sympathisch und so bleibt Massiv für mich weiterhin das unförmige Rätsel mit den Tribals, das es schon immer war!  

3.Mix Trap Phenomenon!

Alle lieben Gucci Manfred. Alle. Zumindest alle die entweder in der Juice-Redaktion sitzen (da läuft er ja scheinbar auf Dauerrotation) oder in Georgia wohnen (da werden auch Erdnüsse angebaut) oder bei Warner Bros. Entscheidungen treffen (die Knallköpfe haben den Manfred über drei Ecken gesignt, aber Wiz Khalifa gedroppt) oder bei MTV arbeiten (die haben ihn zum sechst-heißesten Rapper der Saison auserkoren). Alle anderen müssen sich nun entscheiden, ob sie auf der guten, geistreichen, aber eben auch manchmal etwas langweiligen Seite der Macht bleiben wollen oder ob sie in das so eisige Lager der „Burrr Burrr“-Rufer wechseln wollen. Dort reißen sich Hoodratten und Supermodels gleichermaßen die Shirts vom Körper, um mit Gucci Manfred und Olaf Jens dem Saftmann einmal durch den Tourbus zu hüpfen. Um Musik geht es da primär weniger bis gar nicht. Na, schon entschieden? Ich für meinen Teil habe nach ausgiebigen Studien beschlossen, nicht an der Sause teilzunehmen. Warum? Weil ich es nicht verstehe und auch nicht verstehen will. Vielleicht trinke ich zu wenig Promethazin-Sprite-Cocktails oder gehe zu selten in süddeutsche Schnips-Clubs. Oder aber ich bin einfach nicht dabei gewesen und im falschen Land geboren. Man weiß es nicht. Damit bleibt mir nur noch zu sagen: “I'm icy, so muthafuckin snowed up, lil kids wanna be like Gucci when they grow up” Gott bewahre! Burrr!

4.Wenn sie dich nicht (mehr) lieben…!

Fat Joe ist erledigt. Big Puns Die-Hard-Fans waren schon immer dieser Meinung, Cürbis Cekzun denkt wahrscheinlich das er einen großen Anteil daran hat und Cuban Linx wird sich freuen, dass die fette Krabbe endlich zu ihm runter kommt. Vom warmen Miami in die kalte Bronx sozusagen. Was ist schief gelaufen? Eine ganze Menge, denn anders ließen sich die sensationellen 8300 Erstwochenverkäufe nicht erklären. Das ist für jemanden der mit „Lean Back“ und „Make It Rain“ internationale Club-Hits hatte und außerdem mit Weezy, Khaled und Ricky Raus befreundet ist, ein mittelschweres Fiasko. Den Grund dafür sollte man aber weder bei Downloads noch bei schlechter Label-Arbeit suchen, sondern allein beim dicken Johannes. Das er nach dem tragischen Ableben eines der größten Rap-Talente aller Zeiten nicht ewig die Boogie Down Bronx reppen würde, war irgendwie abzusehen. Immerhin war er, neben Big L der Flashieste und der mit den meisten Starambitionen von allen D.I.T.C.lern. Leider ist Joey irgendwann dem Irrglauben verfallen, dass er auf Albumlänge immer den Balanceakt zwischen Großraumdisse und Hinterhof schaffen müsste. Daraus entsprang dann der zweite, aktuellere Irrglaube, nämlich der das man das mit dem Hinterhof dann auch gleich komplett lassen und stattdessen Singles wie das irrwitzig-schlechte „Aloha“ rausbringen könnte. Leider hat er dabei übersehen, dass die „Make It Rain“-Klingeltonkäufer ebenjenen vor allem wegen Wayne kauften und mittlerweile nach Gucci Manfreds Pfeife tanzen. Die Straßenköter, Blogger und Hardcore-Rapfans hatte er ebenfalls verloren und so blieb dann eigentlich auch keiner mehr übrig, der sein Album hätte käuflich erwerben können. Das Cürbis mit seinen Comedy-Sticheleien nur über die Tatsache hinweg zu täuschen versucht, dass es ihm, auch wenn auf höherem Level, ähnlich geht, spielt da schon gar keine Rolle mehr. Anders und besser hat es Raekwon gemacht, dem mit seinem Meisterwerk ein sensationeller Erfolg gelungen ist. „Aloha“ wird da nicht einmal gerufen!

5.Ehrenfeld Blues!

La Honda waren bisher der Inbegriff für vollkommene Ignoranz gegenüber allem was im Hip Hop bereits musikalisch und inhaltlich erreicht wurde. Die beiden Wandmenschen aus Köln machten Musik aus scheinbar einem einzigen Antrieb heraus, nämlich der Zerstörung jeglicher Resthoffnung auf ein Ende von Gewalt im deutschen Rap-Sandkasten. Die hatte in den letzten Jahren, so jedenfalls suggerierten es die (Hip Hop-)Medien, stetig zugenommen, was sicherlich nicht von der Hand zu weisen ist. Wirklich interessiert hat das dann letzten Endes wohl auch nur ein paar Halbwüchsige aus Köln und Umgebung. Immerhin haben die zwei Hondas kaum CDs verkauft und waren auch nie auf Tour. Jetzt ist allerdings Schluss mit unlustig, denn OJ Kingpin beendet seine „Karriere“ als „Gangsterrapper“ - „Schade!“ Um anderen „Künstlern“ diesen Schritt zu erleichtern, hat das WDR beschlossen, ihm dabei zur Seite zu stehen und den Ausstieg zu dokumentieren. Die dreiteilige Doku, u.a. mit Gastauftritt von „Manuellson, dem einflussreichsten Rapper NRWs“, könnt ihr euch bei youtube reinziehen, lohnt sich auf jeden Fall. Denn ganz so absurd und komisch ist das ganze gar nicht. Das liegt zum einen daran, dass es sich um den WDR und eben nicht um RTL und Konsorten handelt, andererseits aber auch daran, dass der Rapper sich als normalen, friedliebenden Familienvater präsentiert. Das tut er glaubwürdig und damit kann ich mich in gewisser Hinsicht auch identifizieren (auch wenn ich weniger Muskeln habe). Das er tatsächlich Drohanrufe bekommt und im Internet als Verräter bezeichnet wird, zeigt vor allem eines: mit Musik hatte das alles nichts zu tun gehabt!

6.Homo Dance!

Alexander Marcus, the officially pinkest man in showbusiness, ist zurückgekehrt. Nach dem sensationellen „Electrolore“, welches nicht nur inoffizieller Soundtrack zu unserem letztjährigen Ungarn-Takeover wurde sondern auch das musikalische Gegenstück zu „Borat“ darstellt, folgt nun der Nachfolger „Mega“. Der Titel ist Programm, so viel sei schon mal gesagt. Ich war ja äußerst skeptisch, aber einfach nur weil ich in letzter Zeit immer skeptisch bin wenn es um neue Musik bzw. um Nachfolgealben geht. Wahrscheinlich kommt langsam der Opa in mir durch. Die zweite Videosingle „Hawaii Toast Song“ war dann passenderweise auch nicht so prall. Filmisch hatte es zwar wieder den „Papaya“-Swagger vergangener Tage, aber die Hook wollte einfach nicht zünden. Dies besorgt der Titeltrack dafür umso besser. Certified Hit! Besonders gut war dann auch seine Präsentation von „Mega“ bei MTV, in deren Anschluss er genau kein Wort sagte und lieber grinste. Auf dem Album sind noch ein paar andere Hits drauf, wie z.B. das bekannte „Homo Dance“, eine grandiose Hymne auf alles und das Leben, sowie „Fiesta Musica“, welches mit wahnwitzigen Trompeten aufwarten kann und schließlich „Hallo Hallodri“, pumpt wie Sau und Hallodri ist sowieso bestes Wort. Sehr empfehlenswert ist auch das beigefügte Hörbuch, eine Art Reiseführer in das Reich des kalkulierten Wahnsinns inklusive Biographie, Philosophie und Wahrheit. „Mega“ ist damit das musikalische „Brüno“ und das ist doch auch nicht schlecht. Atzenstyle eben!

7.Shynebar wird es einfach nicht besser!

Es gibt Menschen, die trifft das Schicksal mit einer Härte die unverhältnismäßig erscheint. Shyne, der Ex-Bad Boy-Rapper und Sohn des Premierministers von Belize, ist so ein Fall. Nachdem er für die Diddymaus in die Box wanderte und dafür von diesem mit rein gar nichts belohnt wurde, schien seine Karriere am Ende zu sein. Es gab zwar immer wieder Gerüchte über etwaige Deals, die ihn nach seiner Entlassung erwarten würden, aber spruchreif war das wohl alles nicht. Inzwischen sitzen oder saßen ja nicht gerade wenige Rapper hinter Gittern, allerdings mussten die wenigsten von ihnen so lange einfahren und kaum einer bekam so viele Respektsbekundungen von draußen wie Moses Michael Leviy, wie sich Shyne seit seiner Konvertierung zum Judentum nennt. Wer hält es denn bitteschön noch für Prodigy unten? Lebt der überhaupt noch? Jedenfalls steht Shyne mittlerweile kurz vor seiner finalen Entlassung und eine Rückkehr ins Rap-Karussell scheint nicht ausgeschlossen. Allerdings gibt es da noch ein kleines Problem für den Rapper der aussieht wie Tupac und klingt wie Biggie. Er soll abgeschoben werden und zwar nach Belize, also in das Land, in dem sein Vater Premierminister ist. Perfekt, könnte man jetzt denken, immerhin dürfte er da einige Prioritäten genießen, finanzielle Unterstützung von väterlicher Seite erhalten und das schöne Wetter genießen. Andererseits sähe es dann noch mauer für eine Fortführung seiner Karriere aus, da sich alles Geschäftliche noch immer ausschließlich in New York abspielt. Vielleicht hilft Diddy ihm ja dieses Mal irgendwie. Vielleicht schneit es ja auch in Belize!

8.Spann doch mal aus, Moola!

Mit 27 wird Weezy zum ersten Mal in seinem Leben Urlaub machen. Die Begleitumstände sind ja mittlerweile allgemein bekannt. Genauso wie die Tatsache, dass man sich als Südstaatenrapper in New York nicht mit einer Waffe erwischen lassen sollte. Geht unter Garantie nicht gut und vor allem nicht unter einem Jahr aus. In etwa so lange wird der kleine Mann hinter Gitter müssen, nachdem er sich jetzt schuldig bekannt hat. Das hat Vor-und Nachteile für ihn und seine Karriere. Auf der einen Seite kann er endlich mal ein Time-Out nehmen, nicht unwichtig für jemanden der mit 12 Jahren gesignt wurde und seitdem geschuftet hat, und sich vom harten Tour-Alltag erholen. Keine Becher-Büffets, nervige Groupies, aufdringliche Schmuckgeschenke vom Vogelvater und keine Verantwortung mehr für zwei Labels. Einfach nur chillen. Jedoch stellt sich die Frage, ob Weezy wegen seines Status überhaupt zum Entspannen käme. Immerhin besteht die realistische Möglichkeit, dass einige inhaftierte Bloods auf die Idee kommen könnten, den kleinen Mann an seine Nicht-Mitgliedschaft zu erinnern bzw. seiner imaginären Fantasie-Mitgliedschaft ein für allemal ein Ende zu bereiten. Oder er lässt sich vor lauter Langeweile auch noch den Rest des Körpers tätowieren und wird damit zum dritten Scofield. Nur eben ohne Plan. Am Ende sorgen Papa Birdman und Onkel Benjamin Franklin wahrscheinlich eh dafür, dass er da drin den John Gotti raushängen lassen kann.                                        PS: Mal schauen, ob Drake die Zeit nutzt, um vorbei zu ziehen…!

9.Livereport: Raekwon!

Vor drei Wochen war der Chef persönlich in der Stadt und natürlich konnte ich mir dieses historische Ereignis nicht entgehen lassen. Da sich keiner der SW Goons dazu überreden ließ nach Leipzig zu kommen, hielt ich die Flagge im Alleingang hoch. Einer musses ja machen, ne? Nach einer Aufwärmphase mit alten Wu-Bangern und spanischem Bier in Seizes Studio machten wir uns auf den Weg. Zwischendurch trafen wir eine offensichtlich verwirrte Frau, die „Wir müssen alle sterben“ wie ein Mantra vor sich her murmelte und uns damit perfekt auf die Wukapolypse einstimmte. Vor der Location dann der übliche Trashtalk mit diversen Bekannten, u.a. Scientist und Splash!Mag-Ben, wobei mir da schon das veränderte Publikum auffiel. Später stellte sich heraus, dass Megaloh mit seinen Berliner Goons angereist war. Und offensichtlich hatten es ihm einige gleichgetan. Sowas will eben keiner verpassen. Nirgendwo und niemals. Den Voract skippten wir komplett und Seize startete die erste Gin Tonic-Runde. Gab noch viele weitere, da dies der Drink des Abends war. Die Show selber war dann erwartungsgemäß sensationell. Man spürte förmlich wie erleichtert alle waren, dass es keine Wiederholung des Freddie Foxxx-Debakels gab. Von alten Klassikern hinzu neuen Bangern lieferte Rae alles ab. Und dazu auch noch in erstaunlich guter Form. Kein Playback, keine Armada von Backuppern und kein stundenlanges Gelaber. Einfach nur fette, gutgelaunte New Yorker mit einem Classics-Katalog. Rapshit! Mein Versuch live zu twittern, um meine Begeisterung mit dem Rest der Welt zu teilen, schlugen leider etwas fehl. Blame it on the Gin! Danach wurde draußen weiter getrashtalkt, u.a. mit zwei äußerst lustigen Thüringern, von denen einer mal Tischtennis für einen Verein gespielt hat, welcher in dem Minidorf angesiedelt ist, in dem der Onkel wohnt, dessen Hund mich mal gebissen hat. Verrückt oder? Der Nachhauseweg lief dann dank Seizes äußerst unkonventioneller aber effektiver Fahrzeuglösung problemlos ab. WUUU!

10.Was macht eigentlich…!

Agallah? Der Brooklynese mit der markantesten Stimmt seit Big Twinz macht sich nicht erst seit der endgültigen Schließung des Dipset-Tollhauses äußerst rar. Dabei agierte das Purple City Kollektiv, im Kern bestehend aus ihm, Shiest Bub (aka Scheißt Bob?) und Un Kasa, von Anfang an selbstständig und dabei sogar relativ erfolgreich. Wer auf rohen Harlem-Sound stand, der hörte sich die Mixtapes jedenfalls an. Aber wie das bei solchen Verbandelungen eben immer so ist (und die waren durch die stetigen Kollaborationen mit Jimmy Blue Jones definitiv gegeben), steht und fällt letztlich doch alles mit dem Mutterschiff. Frag die Theodore Unit! Aber Agallah ist, im Gegensatz zu vielen anderen Affiliates aus dem Dipset-Umfeld, Hip Hop bis in die Knochen und schon so lange dabei, dass ihm so etwas eigentlich nichts ausmachen dürfte. Obwohl die meisten ihn erst seit seinem Beitrag zum GTA3-Soundtrack auf dem Radar hatten,  war er schon lange vorher im New Yorker Untergrund tätig und hat u.a. Beats für Busta, Pun und Mobb Deep gemacht. Kein schlechter Katalog, wie ich finde. Bei „Crookie Monster“ hingegen, einem 2000er Straßenhit mit Uncle Al-Beat, zeigte er seine Skills als Rapper. Feier ich bis heute das Ding! Genauso wie die Tatsache, dass sich sein alter Spitzname 8-Off von Adolf ableitet. Muss man erst mal drauf kommen…! 

Danke fürs Lesen!


 
In diesem Sinne-lasst es euch gutgehen und kleidet euch mal wieder tierisch modisch…so wie Birdman! TrashmoneyGäng, Bitches!

PS: Hier geht’s zum Kolumnenarchiv!

PPS: Wie wird Westsidewelle reagieren, wenn er feststellt, dass Deutsch keine Weltsprache ist?

PPPS: Folgt mir bei twitter und sagt euren Freunden, dass die Kolumne bäck on the blog is!

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Alibi Kolumne – Die 10 unfickbaren Sonntagsfakten - „Von Liebhabern und Luftikussen – Fantastic Vol. 2 (R.I.P. Baatin)!“

9.08.2009 - 15:52
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„Von Liebhabern und Luftikussen – Fantastic Vol. 2 (R.I.P. Baatin)!“

1.Frauenfeld 2009 – Backstagebericht!

Mein unermesslicher Reichtum ermöglicht es mir, weite Strecken per Helikopter zurücklegen zu können. Ein Privatjet kommt hingegen nicht in Frage, immerhin bin ich ein umweltbewusster Mensch. Jedenfalls war es mir so möglich, zwischen den parallel stattfindenden Festivals Splash und Frauenfeld hin und her zu wechseln. Im Backstage-Bereich ereigneten sich dann auch einige interessante Vorfälle. Aber lest selbst:
Da The Game schon am Freitag auftrat, sein Buddy Luda allerdings erst am Sonntag, beschloss er spontan noch zwei Tage zu bleiben und den Samstag in Ruhe über die Bühne zu bringen. Sprich: mit seinen Jungs Henny und Kush. Als seine Chucks Samstagmorgen den Marmorboden des diamantbesetzten Vip-Vorzelts berühren, traut er seinen Augen nicht. An der Frischobst-Bar steht niemand Geringeres als sein Erzfeind Cürbis Cekzun aka Boo Boo! Dieser schiebt sich gerade genüsslich eine ganze, ungeschälte Ananas in den Mundraum (so ein Quatsch eigentlich...wer würde sowas schon machen?) und Game will sich gerade wieder herausschleichen. Doch da hat Cürbis ihn schon gesehen und wankt auf ihn zu.
Cürbis: Yo, what the f*ck are u doin here? Maaan, you got some nerves!
Game: I was performin yesterday. But it ain`t your fu*ckin business anyways!
Cürbis: Hell yeah, it is. We got some issues, Game. That whole G-Unot Talk...that...hurt me!
Game (guckt ungläubig): That hurt you? Like…emotionally?
Cürbis (traurig): Yeah! That was some nasty sh*t you said. I mean we were like brothers…
Game: Naw, more like cousins. Why did you kick me out anyways?
Cürbis: Lloyd and Tony…they…i´m basically their dad. I buy them toys, girls, drugs and all that. They were jealous. They thought that I love you more than them…
Game (irritiert): I see..well..i don`t know bout love and all that sh*t but we definitely had a great time. Let`s get back to the studio and do some music!
Cürbis: Oh, you mean like Patrick and Anis?
Game: What the f*ck are you talkin about? I don´t even speak no goddamn French, Curtis!
Cürbis: I`m just tryin to understand. So you mean like Basstard and Massiv?
Game: What the f*ck is it with you? Stop talkin that gay French sh*t to me. Yo, you tryin to be funny? Wanna go back to war with me?
Cürbis: Chill the f*ck out. You need to control your temper, Game. Anyways, you mean like..like..Massiv and Manuellsen?
The Game läuft rot an vor Wut (immerhin ist er ein Crip), dreht sich um und last den verdutzt dreinschauenden Cürbis Cekzun einfach stehen. Chance verpasst!

2.Ektion Cekzun kommt wieder auf die Sachen!

Eko Fresh muss irgendwann mal, vielleicht im Vollsuff, einen Deal mit dem Teufel gemacht haben. Nach dem Motto: Hey, wir haben noch einen Platz in der Themen-Geisterbahn „Einmal Rapstar und nicht zurück, sondern direkt durch die Hölle und dann zum Promidinner“. Unterschreiben sie bitte hier, Herr Fresh. Das hat er dann wohl auch getan, der Rest ist Geschichte. Ich muss ja zugeben, dass ich Freezys wilde Anfangszeit etwas verschlafen hatte. 2001 liefen bei mir immer noch D.I.T.C. und CNN in Dauerrotation und von Deutschrap wollte ich erst einmal nichts weiter wissen. Das änderte sich dann erst wieder mit dem Klassiker „Leben“. Richtig wahrgenommen und gefeiert habe ich Eko erst, als er mit seiner „König von Deutschland“-EP um die Ecke kam. Überraschenderweise, denn auch die passte eigentlich nicht in meine Playlist und die meisten meiner Freunde rümpften verächtlich die Nase ob seiner arroganten Selbstverliebtheiten. Ich betrachtete es einfach nur unter dem Aspekt der Innovation und der Freshness. Dasselbe gilt auch für die „Bitte Spitte“-Styles und „Renexekution“. Großes Kino war das! Und sowas hatte es vorher eben wirklich noch nicht gegeben in Wurstland. Die nachfolgende Phase habe ich  dann wieder komplett ignoriert, als 2Pac und ersguterjunge-Nichtfan irgendwie nicht schwer, nur um in den letzten Tagen und Wochen wieder hellhörig zu werden. Comeback-Single mit Monroe-Beat? Bitte Spitte Neuauflage? Back to the roots? Klingt alles recht vielversprechend. Ich werde allerdings erst das Gesamtpaket abwarten, alles andere ist mir zu bruchstückhaft und aus dem (hoffentlich existierenden) Zusammenhang gerissen. Das hiphop.de Homecoming-Special fand ich zumindest schon mal sehr unterhaltsam und auch menschlich super!  

3.Der Imperator schlägt zurück!

Und er kann es immer noch. Diese Aufregung verbreiten, Ungeduld, Nervosität. Die gesamte Blogosphäre tippt sich die Fingerkuppen wund (ich natürlich nicht, denn ich trage beim Tippen die Diamanthandschuhe von MJ!) und jeder andere Rapper macht sich so seine Gedanken um die eigene Zukunft. Hip Hop ist schon eine lustige Jugendkultur, in der ein vierzigjähriger Multimillionär Jahr für Jahr die mit Abstand größte Aufmerksamkeit für sich verbuchen kann. Oder wird Hip Hop einfach nur erwachsen? Immerhin redet ja auch Joe Camel nicht mehr (nur) über Champagner und Bentleys, sondern auch mal über Vertragsabschlüsse und Lizenzvergaben. Erwachsene Styles halt. Aber weil er der Jiggameister ist, hat er meistens ein auch ein sehr gutes Gespür für Beats. Außer bei Blueprint 2.1.3344987, da war das Ohr van Gogh und der olle Zottelbär Lenny Kravitz durfte mitmachen. Passiert. Dieses Mal hat er sich wieder Kanye geschnappt und gleich noch dessen Mentor No I.D. Da will jemand auf Nummer sicher gehen. Was den Produzenten von D.O.A. angeht, so  zitiere ich an dieser Stelle gerne noch einmal Elliott Wilson: „If you’ve never heard Accept Your Own and Be Yourself a.k.a. The Original Black Album—you are not hip-hop.“ Die Nachfolge-Single mit der talentfreien Blauäugigkeit und Yeezy war dann leider total lahmer Standardbrei. Aber da ich bisher vor jedem Jigga-Album der Neuzeit rumgejammert habe und letzten Endes doch immer zufrieden gestellt wurde, vertraue ich jetzt einfach blind auf die Chicagoer Tastenvirtuosen. Der Rest kommt eh von alleine, Brooklyns Alterspräsident sei Dank. 40/40! 

4.HAAALT DIE FRESSE!

Es ist mir, gelinde gesagt, ein völliges Rätsel, was die Ex-Aggro-Macher mit ihrer heiteren Streetvideo-Reihe erreichen wollen. Wohin soll das führen? Und vor allem: Kann man damit Geld verdienen? Rentiert sich sowas? So richtig klar ist das alles nicht, auch nicht wer eigentlich genau dahinter steckt und welches Ziel damit verfolgt wird. Klar ist nur, dass die Macher der „Halt die Fresse“-Videos selbige in extrem kurzen Abständen rausballern. Sehr inflationär, sehr austauschbar. In 90% dieser Videos sieht man einen Protagonisten, der einen Track von seinem aktuellen Album rappt und dabei von einer Gruppe gewaltbereiter, grimmig dreinschauender Männer begleitet wird. Die dürfen dann auch mal was mitrappen oder Drohgebärden in die Kamera schleudern. Huiiii. Scary Movie nennt man sowas wohl. Die meisten der HDF-Rapper können auch gar nicht rappen, bis auf einige Ausnahmen, was aber scheinbar so gewollt ist. Denn die Auswahl beschränkt sich doch meistens eher auf sog. Streetrapper. Lustig anzuschauen ist es allemal, vor allem wegen des Easter Eggs in Form von Deso Dogg, der in jedem zweiten Video auftaucht. Verdient er damit Geld? Kann ich ihn auch mal mieten, bspw. für ein Uni-Werbevideo? HALT DIE…!

5.How high? Luft…pistole!

Method Man wirkte auf mich bisher ungefähr so bedrohlich wie F.R. Ich glaube ich würde sogar eine Drohung von Rick Ross, mir seine gefährlichsten Homies vorbei zu schicken, als beängstigender empfinden als den guten alten Onkel Mef. Bis jetzt! Denn Redmans Langzeitkumpan soll angeblich ein Group..äh einen weiblichen Fan mit einer Luftpistole beschossen haben. Grund? Sie wartete vor dem Tourbus auf ihn und wollte fi…äh ein Autogramm haben. Ob das wirklich stimmt, ist noch nicht hundertprozentig geklärt, aber so wie es aussieht, scheint es keine totale Ente zu sein. Warum er das gemacht hat, erfahren wir hoffentlich noch. Dürfte sicher auch die europäischen Booker interessieren, die wegen seiner Vorliebe für spontane Heimat-BBQs sowieso schon total Bock auf ihn haben. FAIL!

6.To Leave and Return in NYC!

Dieser Punkt vereint jetzt in gewisser Hinsicht den zweiten (Eko) und den achten (Diddy) durch eine glanzvolle, rhetorische Meisterleistung: durch die schiere Erwähnung dieser Verbindung, ha! Es geht natürlich um Rücktritte und deren temporäre Aufhebung. Und um Harlem. Kommt man als Rapper aus diesem Viertel und war man mal bei Bad Boy gesignt, so scheint man prädestiniert für eine Flucht in religiöse Gefilde zu sein. Den Trend begonnen hat Ma$e, der nach seinem Harlem World-Debakel nach Atlanta zog und sich dort als Pastor Betha niederließ. Zusammen mit seiner Frau gründete er ein eigenes Pfarramt und predigte, ganz im Stil großer US-amerikanischer Fernsehgeistlicher, den finanziellen Erfolg mithilfe Gottes. Total authentisch und alltäglich also. In den US of A stehen Glaube und Geld auch wesentlich weniger im Widerspruch als anderswo, deshalb scheinen die Leute ihm zu glauben und finanzieren seinen Arsch bereitwillig. Ein erstes Comeback wagte er wieder an Diddys Seite, inklusive netter Single und schlechtem, erfolglosen Album. Das zweite Intermezzo hatte er dann als Fast-G-Unit-Neuzugang und Window Shopper und nun folgt wohl der dritte Versuch ins Rampenlicht zurück zu kehren. Angeblich hat er wieder mit seinem alten Förderer Diddy einen dicken Deal ausgehandelt. Der hatte ja nach Masons Weggang einen anderen Harlemesen als slicktalkenden Ersatzmann aufzubauen versucht. Das war Loon, auch wenn es genauso gut Loso hätte sein können. Loons Karriere lief ja dann auch eher mäßig bis gar nicht und so verschwand er dann eines schönen Tages, ohne das davon jemand Notiz genommen hätte. Jetzt tauchte ein Interview auf, indem man ihn über seine Konvertierung zum Islam und seine Rap-Vergangenheit reden hören kann. Sehr interessanter Zufall. Ob es noch mal zu einem finalen Showdown der „Ich war mal ne mittelschwere, gelangweilt rappende Nummer in Harlem, habe es dann aber verkackt und wurde religiös“-Showtanztruppe kommt, ist leider nicht bekannt!

7.And f*ck Warner Music Group - you wiggers just suck!

Dieses abgewandelte N.O.R.E.-Zitat bietet einen unglaublich guten Einstieg für meine nachfolgende Schimpftirade gegen eine der größten Plattenfirmen der Welt. Nicht das es diese Wochenendgolfer in der Urban-Abteilung aus den rückenschonenden Ledersesseln schleudern würde, aber gesagt werden muss es trotzdem. Ihr lutscht ganz gewaltig, liebe Leute. Wie kann man eines der größten Talente des aktuellen Rap-Geschehens an der Angel haben und dann plötzlich wieder zurück in die kalten Gewässer von Pittsburgh werfen? Betrachten wir das ganze doch mal nüchtern und objektiv. Wiz Khalifa erarbeitet sich innerhalb weniger Jahre einen landesweiten Hype, veröffentlicht innovative Mixtapes ohne die Hörer dabei mit Material zu überfluten, landet mit „Say Yeah“ einen kleinen Sommerhit, (den Siggi und ich während unserer letztjährigen Ungarn-Übernahme  außerordentlich gefeiert haben) und schafft es trotz gewisser Parallelen zu Wayne, sprich Unterernährung, Drogenkonsum und Tattoo-Wahn, Interesse an seiner eigenen Person zu generieren. Einen  sicheren Beat-Geschmack und ein fähiges Managementteam hatte er ebenfalls im Gepäck, als ihn die Warner-Würste unter ihre Fittiche nahmen. Und was ist daraus geworden? Niiiirchts. Zum tausendsten Mal in der Geschichte des gerappten Wortes, wird ein junger Künstler rausgeworfen, bevor er überhaupt etwas veröffentlichen
konnte. So bekämpft man die sinkenden Absatzzahlen sicher nicht, ihr Nullen!   

8.Nein, tust du nicht!

Erst kürzlich ließ die Diddymaus via Twitter verkünden, sie würde Hip Hop über alles lieben.  Und zwar ganz ernsthaft und wirklich und total. Natürlich darf jeder seine Meinung kund tun, allerdings wirft diese eine Reihe von Fragen auf. Wenn Diddymaus Hip Hop so liebt:
Warum hat er Jadakiss damals nicht den „It`s All about the Benjamins“-Beat alleine zerstören lassen? Warum hat er überhaupt angefangen zu rappen? Warum hat er Dutzende junge Rapper über die Bad Boy-Karriereklinge springen lassen? Warum hat er politische Acts wie Dead Prez nie gesignt und vernünftig gepusht, wenn er sie doch so gefeiert hat? Warum hat er sich in jedes Video seiner Künstler gezwängt und sie dafür bezahlen lassen? Warum hat er bei „Making the Band“ nicht einen einzigen richtigen Künstler entdeckt? Warum wurde Übertalent Shyne nicht auch von Johnnie Cochrane vertreten und rausgeboxt? Warum twittert er nur pseudo-esoterischen Motivationsunfug? Warum verhilft er Ma$e jedes Mal aufs Neue zu irrelevanten Kurz-Comebacks? Warum gibt er nicht einfach zu, dass er schwul ist und stärkt der Gay-Hip Hop-Szene damit den Rücken? Und warum…nur für den Kick, für den Augenblick? Hip Hop liebt dich jedenfalls nicht. Basta!

9.Party Report #4: I Love College!

Am Thirsty Thursday war Donni in der Stadt, um seinen alten Freund Diddi zu besuchen und natürlich auch um mich, seinen treuen Capo, zu sehen So trafen wir uns abends in Diddis Studenten-WG zum Vorglühen. Außerdem anwesend waren: Linus (der Profi), den einige vielleicht als Demo des Monats-Interpreten aus der Juice kennen dürften, sowie ein ziemlich großer Köpenicker, Atze Thomas der stille Killer, ein verletzter Footballspieler, der Gastgeber, der am Wochenende Kapitän eines Kriminellen-Fußballteams ist (samt weiblicher Begleitung) und ein Fliesenleger mit Stahlbeton-Armen. Sah also alles sehr vielversprechend aus. Zufällig war an diesem Abend wieder großer Studentenabriss im berüchtigten TV-Club. Angekommen mussten wir sagenhafte 30 Minuten anstehen bevor wir rein gelassen wurden. Für den Köpenicker ein kleines Highlight, immerhin verließ er den Club beim letzten Mal unfreiwillig und mit Armen auf dem Rücken. Und das alles nur, weil er sich selber Wechselgeld geben wollte, um Zeit zu sparen. Drinnen war es heiß, voll und feucht (eine Steilvorlage für jeden Pornorapper!). Aufgelegt wurde alles was trashig und scheiße ist, sprich Tag Team, Backstreet Boys und MGMT. Ach ne, die sind ja eigentlich nicht scheiße, aber markierten eben nur die Ausnahme. Bier und Schnaps gab es für 1,50€ (!!!), ein echter Standortvorteil, und so verzogen wir uns alsbald alle in den Outdoor-Bereich, um in halbwegs erträglicher Atmosphäre zu trinken. Einzig Linus war übermotiviert und vom Dancefloor nicht mehr wegzubekommen. Das zahlte sich wohl aus, denn zwischenzeitlich wurde er (laut eigener Aussage) von drei Frauen gleichzeitig belagert und musste fliehen. Den Garten des Clubs haben wir dann eigentlich nur noch aus Nachschubzwecken verlassen, ansonsten wurde über Politik und Rap geredet und ab und zu gepöbelt. Thomas wurde dann noch von einer besoffenen, aufdringlichen Ollen belästigt, der ich sogleich den zärtlichen Kosenamen „Syphilis-Schleuder“ verpasste. Fand sie nicht so gut, aber auch nicht so schlecht. Passte halt einfach, das musste sie sich dann selber eingestehen. Als das erste Handgemenge ausbrach, verließen wir die Absturzstelle und ließen uns per Taxi evakuieren. Lief!          

10.Was macht eigentlich..!

Kenna? Wer jetzt nicht weiß wer gemeint ist, sollte sich schleunigst eine lila Bandana um die recht Faust wickeln und sich selber mit einem gezielten Schlag die Nase crunchy hauen. Also wirklich jetzt, liebe Leute, den muss man auf dem Radar haben. Genauso wie Colin Munroe, der auch noch explodieren muss. Aber zurück zu Kenna. Außer seinem wunderbaren Freedownload-Album „Make sure they see my face“ kenne ich nichts von ihm, also weder älteres noch neueres Material. Nur dieses eine Album, über welches ich ja schon letztes Jahr gesprochen hatte und das mich bis heute fast täglich begleitet. Seine Musik ist, ähnlich wie die von Colin Munroe, ziemlich universell und freigeistig angelegt und kann daher kaum in gängige Kategorien gepresst werden. Kann ein Vorteil sein, aber für Vermarktungszwecke wohl eher ein Makel und daher für Plattenfirmen unattraktiv. Eigentlich schade, denn mit exzellenten Co-Produktionen von Chad Hugo und einigen Kumpels in der Unterhaltungsindustrie standen die Zeichen doch eigentlich auf Sieg. Seit dem 2007er Album ist jedenfalls nichts mehr erschienen und auch sonst ist er nicht weiter in Erscheinung getreten. Change, please!

Danke fürs Lesen!


 
In diesem Sinne-lasst es euch gutgehen und mal wieder praktische Handwerkertipps  von einem echten Mann geben…so wie Kanye Schlumpf! HeeeyVassapGäng , Bitches!

PS: Hier geht’s zum Kolumnenarchiv!

PPS: Joe Budden hat gestern von Raekwons Entourage eine geballert bekommen. Karma, jemand?

PPPS: Gebt euch endlich mal Nate57!

Kritik bitte an:
wzeut9mnc74hd@kLoä+=js.de




Alibi Spezialkolumne – Die 10 unfickbaren Splash!fakten - „Von norwegischen Weckern und frittierten Mutanten – Niiice, i like Splash!“

26.07.2009 - 15:40
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„Von norwegischen Weckern  und frittierten Mutanten – Niiice, i like Splash!“

1.Das erste Mal-der erste Abend Pt.1!

Am Donnerstag holte mich Donni in Leipzig ab und wir fuhren, nachdem ich mich ebenfalls mit einer Palette 5,0er Bier eingedeckt hatte, in Richtung Ferropolis. Am Ziel angekommen, stellten wir den lilafarbenen Gallardo auf dem Normalo-Parkplatz ab, stiegen aus und plötzlich wurde mir bewusst, dass wir drauf und dran waren ein Hip Hop Festival zu besuchen. Klar, das wir mir schon vorher bewusst, aber als ich dann die ganzen Baggy Pants tragenden, besoffenen Halbstarken sah, stellte ich zu meiner eigenen Verwunderung fest, wie wenig ich mich mit ihnen identifizieren konnte. Aber da war ich auch noch nüchtern. Nachdem wir unsere Bändchen hatten, begrüßten wir Julian und Ben vom Splash!Mag und machten uns dann vollbepackt auf in Richtung VIP-Campingplatz. Vor lauter Langeweile fuhren wir erst einmal mit dem falschen Bus zum großen Campingplatz und dann gleich wieder zurück. Welch Spaß. Einige Minuten später hatten wir den Acker gefunden und Donni verfiel sogleich in Klagelieder, in denen es zum größten Teil um Chemnitz und mangelnde Sicherheit ging. Sogleich malten wir uns aus, wie Räuber des Nachts aus dem Wald kommen und unser wertvolles Gepäck per Gleisverkehr in ferne Welten transferieren würden. Aber nach dem ersten Bier in den Campingstühlen seiner Oma (Grüße!) war alles wieder in Ordnung und wir sondierten die Lage. Nachdem wir DJ Shustas Caravan entdeckt hatten, bauten wir unsere Zelte in Sichtweite auf. Schließlich kann es nie schaden, wenn man einen Phlatliner um die Ecke hat. Später trafen noch Billy aka Dr. Motte und der Lange ein, von Donni mit einem beherzten Motorhauben-Sprung begrüßt, und es stellte sich Festivalatmosphäre ein. Dazu trugen auch die zwei nordischen „Ladies“ neben uns bei, von denen die eine eigentlich lieber aufs Wackern und die andere auf Teufel komm raus flirten wollte. Super, die männlichsten Festivalbesucherinnen, im Übrigen passionierte Biertrinkerinnen, zelteten neben uns!  

2. Das erste Mal-der erste Abend Pt.2!

Gegen zehn machten wir uns dann zu Fuß auf den Weg zum K.I.Z. Gig. Die Idee mit dem Bus in der Halle fand ich ja schon mal sehr witzig. So leicht lassen sich die Ämter also linken. Da war natürlich die Hölle los und ein Reinkommen schien unmöglich. Aber Billy motivierte uns mit „Dreistigkeit gewinnt“-Sprüchen und so quetschten wir uns einfach in die Halle rein. Die Show der vier Berliner war spitze, das nachfolgende DJ-Set auch. Trash halt. Nach Smalltalk mit Krasscore-Martl ging es dann wieder raus in die Nacht und auf den großen Zeltplatz. Auf dem Weg dorthin begegneten wir einer Gruppe motivierter Hamburger, alle in Jogginghosen und St. Pauli-Shirts. Nachdem uns der Wortführer stolz seine tätowierten Fäuste präsentiert und uns von seiner 187 Bande-Assoziation unterrichtet hatte, war das Nötigste geklärt und Donni führte mit ihm ein fünf minütiges Fachgespräch über die großartigen Rattos Locos. Später sahen wir, dass ungefähr zehntausend Zelte mit einem 187 Schriftzug versehen waren. Wer das wohl war? Vor dem Wok-Stand zettelten wir ein Freestylebattle an, um es nach einer Minute wieder aufzulösen. Einer der Hänger hatte tatsächlich „Ich step ans Mic“ gerappt. Im Jahr 2009 ein klares No-go! An der Fressmeile erklärte ich einem Interessierten noch fix die Kunst des Schutzgelderpressens und er ließ uns spontan an seinem selbstgemischten Becherinhalt teilhaben. Irgendwann fing es leider zu an zu regnen und wir flüchteten unter das große Zelt neben dem „Supermarkt“. Da nervten uns dann u.a. ein Erfurter, den ich beim allerallerbesten Willen nicht verstand, und ein Bielefelder, der großkotzig damit protzte, dass Casper ihn im Club bedienen und seit neuestem auch noch einen auf Gangster machen würde. Toy halt! Viel mehr passierte an dem ersten Abend nicht mehr. Zum Glück!

3.Wii Ei Pi!

Donni und ich waren glücklicherweise im Besitz der magischen, schwarzen  Bänder, welche uns u.a. zum Aufenthalt auf dem VIP-Campingplatz berechtigten. Das wir für ebendiese nichts bezahlen mussten, war in erster Linie der Tatsache geschuldet, dass ich Splash!Mag Chef Julian Gupta androhte, Method Man zu einer BBQ-Party nach Staten Island einzuladen, falls wir jene Bändchen nicht erhalten sollten. Er leitete dies dann an Splash!-Organisator Mirko weiter und –schwuppsdiwupps- innerhalb von 24 Stunden brachte mir ein verängstigter und durchgeschwitzter UPS-Fahrer die erpresste Beute. Perfekt! VIP klingt natürlich immer nach Champagner und Limousine (und so hätte es auch sein können, wenn wir gewollt hätten) aber im Endeffekt hatte es genau drei Vorteile: eigene Toiletten und Duschen, der separate Eingang, sowie das fabulöse VIP-Tanz-und Gesellschaftszelt. Ich habe es wirklich sehr genossen, mittags in Ruhe die gemischten und sauberen Duschen aufzusuchen, ohne dabei in Ausscheidungen waten zu müssen. Ach ja, das Klopapier war auch nie alle und die Toiletten wurden ständig gesäubert. Danke, liebe Hygienemanager! Der VIP-Eingang ermöglichte schnelles Betreten mit eigenen Bierdosen und war damit bestens für uns broke Assi-Ossis geeignet. Der dritte und letzte Vorteil war allerdings der größte. Am Samstag legten ja die Phlatliner und Craft im VIP-Zelt auf und die halbe Gäng war natürlich mit am Start. Viele bekannte Gesichter, ausgelassenes Jubilieren und gut aufgelegte DJs, die gut auflegten. Welch ein Spaß! Direkt nach Betreten begrüßte ich Falk, der mir im Suff doppelt so groß vorkam wie in den Mixery-Videos, dann ging es erst mal nach hinten in den Chillout-Bereich. Dort trafen wir dann jemanden von 16Bars.de, wurden Selcuk von Ayranmaiden vorgestellt, sowie Gambai und dessen Gossip-Atze. Alles sehr nette Menschen, aber ich glaube, dass ich nur Unfug geredet habe. Ich weiß es, ehrlich gesagt, nicht mehr. Ich weiß noch, dass Gambais Homie aus Berlin nur Juelz und Camron feiert und sämtliche Gerüchte aus dem Berliner Hip Hop Zirkus kennt.  Hab ich natürlich gleich getestet. Ach ja, angeblich hatte er auch Klamotten von Dennis Lisk an. Währenddessen hüpfte Curse an der Bar auf den Schultern von irgendjemandem rum und freute sich. Der Lange hat die Maschine natürlich erst mal ganz normal runtergefahren: „Ey dieser Curse, der ist ganz schön aggressiv!“ „Hey was, meinst du etwa mich?“ Konnte ja keiner ahnen, dass da Junggesellenabend gefeiert wurde. Nach längerem Businesstalk mit dem guten DJ D-Fekt, ging es auf die Tanzfläche zu einem ganz normalen Abriss mit den Schwänzengängern und einem ordentlich motivierten Choleriker im Unterhemd. Als Craft dann „Ice Ice Baby“ und „Can`t touch this“ reinknallte, sind alle durchgedreht. Ganz normal. Ich glaube, ich habe viele Menschen angerempelt und mit Bier benetzt. Ich glaube es, ich weiß es nicht mehr. Tut mir trotzdem sehr leid. Was ich noch weiß, ist das ich irgendwann rattendicht mit blutigem Mittelfinger aus dem Zelt gestolpert bin. Was auch immer das bedeuten soll. Ach ja, der Goon-Preis des Abends geht definitiv an Snuff Pro, die mal wieder die miesesten Module von allen dabei hatten. I Love College! 
 

4.Ach ja, Acts gab es ja auch noch…!

Um es gleich mal vorwegzunehmen: ich habe leider ein paar sehr gute Acts verpasst.  Das lag einerseits an den ärgerlichen Überschneidungen und andererseits an der allgemeinen Camping-Trägheit. Panzer fasste das am letzten Abend sehr treffend zusammen, als er sich wünschte, dass alle Acts einfach absagen würden und er damit kein schlechtes Gewissen zu haben bräuchte. Egal, die Auftritte die ich gesehen habe waren allesamt spitze. Die Detroiter Rabauken haben bspw. ordentlich Lärm gemacht und ich bin seit Black Milks Auftritt noch fester davon überzeugt, dass der völlig unterschätzt wird. Der müsste eigentlich viel größer sein! The Streets war sehr bewegend. Einerseits weil man sich gut dazu bewegen konnte und andererseits weil es einfach sehr bewegend ist, wenn man im Regen „Dry Your Eyes“  vorgespielt bekommt. Klingt jetzt kitschig und unmännlich, ist aber einfach mal so gewesen. Geheult hab ich natürlich trotzdem nicht, bin ja hart wie Stahlbeton. In Frankfurt. Und Umgebung. La Coka Nostra war ebenfalls wunderbar. Auch wenn ich mich ein wenig über die fehlenden Accessoires, sprich Hämmer, Macheten und Motorsägen, geärgert habe. Grüße an die junge Dame, die mich bei „Jump Around“ zum Mithüpfen animieren wollte. Du bist ein Toy! Talib war in Ordnung, mehr auch nicht. Der Sound war mies und irgendwie war ich nicht in Stimmung. Schade. Morlockk und Hiob haben den Strand ordentlich abgerissen. Da hätten aber ruhig noch ein paar mehr apokalyptische Jünger erscheinen können. Das Acapella war außerordentlich dope und ich hoffe das es viele Myspace-Rapper zum vorzeitigen Ruhestand animiert hat. Wen haben wir denn noch so gesehen? Ach ja, Red und Mef. War auch cool. Stank zwar überall nach Kifferei und der Typ neben mir hat geschlafen und ist dadurch zweimal eine Reihe nach unten gestürzt, aber sonst ganz gutes Rap-Handwerk von den netten Onkels. Die Beleidiger waren erwartungsgemäß äußerst unterhaltsam. Sogar Sylabil Spill hat mir extrem gut gefallen, auf jeden Fall viel besser als bei seinem Auftritt in Leipzig. Großes Kino und lautes Mitgegröhle bei der Cora E-Line. Wirklich? Ja! Die Jungs von Hip Hop Don`t Stop haben ebenfalls ordentlich Stimmung im Zelt gemacht. Ich war auf jeden Fall sehr überrascht, dass da Tracks von Mims und diversen Dirty Sauf Moisen gespielt wurden. Die Rucksack-Fraktion vor mir fand es auch nicht lustig. Nicht gesehen habe ich leider Ronny Trettmann, Casper und Dizzie. Ärgerlich. Nächstes Mal!

5.WANTED: Der italienische Norweger!

Das Splash! ist ein Fest der Liebe und der Harmonie. Wie ein dreitägiges Kaas-Konzert. Soviel habe ich verstanden und auch akzeptiert. Aber es gab einen Menschen, der das anders sah und es uns auch auf Teufel komm raus beweisen wollte. Die Rede ist vom Norweger (der keiner war). Und das war so: Samstag früh lag ich rattendicht und durchnässt in meinem Zelt, immer noch geplättet von The Streets und dem grandiosen Hip Hop Don't Stop Special, und versuchte zu schlafen. Gerade als ich es geschafft hatte, wurde ich durch laute Gespräche geweckt. Farid Ständer und Panzer hatten den Zeltkreis betreten und chillten noch eine Runde mit der Wackern-Nachbarin und Nils. Ich wurde komischerweise wach und schickte ein paar unverständliche Flüche nach draußen. Natürlich ohne damit einen Effekt zu erzielen. Irgendwie bin ich dann doch wieder eingeschlafen, als plötzlich ein Höllengeschrei losbrach. Der Norweger (der keiner war) stürzte wutentbrannt aus seinem Zelt und schrie die morgendliche Talkrunde auf Englisch an. Seine Hauptaussagen-und Forderungen:  Sofortige Einstellung der Gespräche, er ist hier zum Arbeiten, er will schlafen, er haut allen auf die Fresse. Ich saß augenblicklich aufrecht in meinem Schlafsack, Adrenalin durchströmte meinen müden, vergifteten Körper und ich war bereit rauszuspringen. Obwohl ich kein Wort sagte, haute er plötzlich auf mein Zelt und meinte, dass ich auch die Klappe halten soll. Okaaay. Farid Ständer redete währenddessen auf ihn ein und gab ihm (recht monoton) Paroli. Durch meine Trunkenheit klang es jedenfalls sehr nach Hengzt-Englisch. „No no, it´s a festival. No sleep. It`s normal“. Der Norweger akzeptierte diese Erklärungsansätze natürlich nicht und drohte weiter Gewalt an. Irgendwann wurde es ruhig und er zog murmelnd ab. Was war passiert? Panzer, der komatös in seinem Stuhl hing, wurde wohl noch umgeworfen, aber dann stand Nils auf. Nils war ca. 2 Meter groß, wog 200 Kilo und hatte Hände wie Baggerschaufeln. Gäbe es die Terror Squad auch in Deutschland, dann wäre er definitiv Mitglied. Der Legende nach baute er sich in Zeitlupe vor dem krakeelenden Schwachkopf auf und verdunkelte für einen Moment die Morgensonne. Dann war Ruhe. Ich versuchte wieder einzuschlafen, aber der Wärmezyklus meines Schlafsacks war hinüber. Irgendwann schaffte ich es dann aber, nur um wieder durch Lärm und Geschrei geweckt zu werden. Der Norweger lief ganz offensichtlich mit einem Topf durch den Zeltkreis, klapperte lautstark damit und schrie „Wake up, it´s a festival. No sleep!“ Tja, mit den eigenen Waffen.. Dann taggte er noch Panzers Stuhl mit dem Wort Toy voll, drohte Billy, der im Auto schlief, die Scheiben zu zerkratzen und verschwand wieder. Außer mir ist natürlich wieder niemand wach geworden. Irgendjemand erzählte später, dass der Norweger eigentlich Italiener war. Ist mir aber gleich, ob er lieber Pasta oder Kjottkaker isst, tot ist er so oder so!

6.Du bist was du isst!

Ernährungstechnisch sind Festivals in der Regel weder besonders vitaminreich noch ausgeglichen. Sprich: Deine Mutter würde dir erst den Hintern versohlen, wenn sie wüsste was du da in dich reinstopfst und dir dann doch besorgt einen Apfel reichen. Aber so ist das nun mal, man ist ja nicht gekommen um Haute Cuisine zu genießen.  Dank Donnis Gaskocher gab es jedenfalls tonnenweise Fünf-Minuten-Terrinen und Nudelgerichte aus der Dose. Dazu Wurst, Brot, Kekse und Red Bull und alles war geritzt. Um ein wenig Abwechslung reinzubringen, wurde ab und zu auch mal (mehr oder weniger) Essbares auf dem Gelände erworben. Die Pizzataschen waren der Gäng-interne Favorit. Ein Gedicht! Die Burger, die u.a. von einem nervös-grinsenden Junkie verkauft wurden, waren auch lecker, aber definitiv zu teuer. Der absolute Über-Geheimtipp war allerdings der afrikanisch-karibische Imbiss am Anfang der Fressmeile. Was der gute Mann da morgens um 4 gezaubert hat, war nicht nur sehr schmackhaft und günstig, sondern auch allerfeinste Unterhaltung. Auf jeden Fall unterhaltsamer als so mancher Reggae-Rapper. Nach Donnis erstem Testlauf, der überaus erfolgreich verlief, begleiteten Panzer und ich ihn beim zweiten Mal. Das Prinzip war folgendes: Du gibst soviel Geld wie du eben hast oder geben willst und bekommst dafür irgendwas Entsprechendes. Es gab diverse Fleischsorten, frittiertes Gemüse, Salat und einige andere Dinge, die uns (noch) nicht so geläufig waren. Und jeweils großzügige Portionen für wenig Geld, da konnte man genau gar nichts falsch machen. Es sei denn natürlich man heißt Ulf und isst am liebsten Deutschländer, dann klappt das nicht. Den wirklichen Eventgastronomie-Charakter machte allerdings die unkonventionelle Arbeitsweise des Verkäufers aus. Er brauchte für einen Teller mindestens fünf Minuten, da er im Zelt umher tänzelte, jeden Deckel anhob, sekundenlang verharrte und überlegte, nur um dann blitzartig die verschiedensten Dinge zusammen zu werfen. Herrlich! Am Ende kam sogar noch V-Mann und tat es uns gleich. Aber da hatte Panzer schon die Zutaten, die er nicht kannte, zurück in den Topf geworfen. Später fragte er noch die verängstigten Menschen im Bio-Crêpes-Stand, ob es denn „Hartewurst“ gäbe. Als sie verneinten, brachte er die Theke mit einem kräftigen Handschlag zum Wackeln und überlegte laut, ob er den Wagen bis zum Zelt ziehen sollte. Schmecken lassen!   

7.Du bist was du trägst!

Klamotten sind unwichtig. Das sagt Professor Prinz Porno im aktuellen Splash!Mag-Interview und das scheinen einige Splash-Besucher ähnlich gesehen zu haben. Ich war jedenfalls überrascht, wie viele Hip Hop Menschen noch ihre traditionelle Kluft tragen. Der Anteil der Leggins+Hemd+Hipsterfresse –Fraktion war eher gering. Hatte ich nicht erwartet. Dafür gab es wie gesagt noch sehr viele, die in überweiten Illmatic-Baggys und zu kurzen Riesenlogo-Hoodys über das Gelände watschelten. Schön. Verdammt, es gab sogar noch den ein oder anderen 9XL-Dipset-Gewandträger, so das man sich fühlte, als wäre man im Jahre 2004 gelandet. Cheeeaah! Stark vertreten waren auch die ATZNMSK-Fans, die sich besonders atzig kleideten und gaben. Was auch immer das im Detail auch heißen mag. Schön war jetzt das irgendwie auch nicht. Am besten gefallen haben mir da die fantasievollen Kostüme so mancher Besucher. Einer ging als Kuh verkleidet, ein anderer als Altenpfleger. Ach nee, das war ja Reggae Säm. Ich bin jedenfalls mal gespannt, in welche Richtung es sich nächstes Jahr bewegen wird. Eng? Weit? Bunt? Grau? Für diese Trendanalyse stellen wir sie nun zu unserem Modeexperten Professor Prinz Porno durch, dem bekennenden Sneakerfreaker und ehemaligen Yamamoto-Model…! 

8.Fremde werden Freunde!

Das Gute an Festivals ist das man seine zivilisatorische Schutzhülle abstreifen und in das Kostüm des „Ich quatsch jeden voll“-Typs schlüpfen kann. Herrlich! Aber dadurch entstehen halt auch, wie ihr alle selber wisst, die besten Dialoge und interessante Bekanntschaften. Einen sehr bleibenden Eindruck hinterließen bspw. besagter Nils und sein Kumpel, die wohl irgendwie mit David Luther, dem Manager von Laas Unltd., angereist waren und zwei Tage in unserem Zeltkreis verbrachten. Dabei kam es auch zu einem völlig übermotivierten Schaukampf der beiden, der mit einer Schelle begann und u.a. auf Panzers Motorhaube ausgetragen wurde. Die Delle beulte sich zum Glück recht schnell wieder aus. Skurril! Sehr stark war auch mein Interview mit Geronimo aka SMG (Self Made Genius!). Wie es dazu kam? Während der Hip Hop Don`t Stop Show sah ich hinter uns einen cripwalkenden Harry Potter-Verschnitt mit Zopf, der völlig alleine am Start zu sein schien.  Ich begrüßte ihn mit den Worten „Ich feier deinen Swagger komplett!“ Er verstand nichts und lächelte ängstlich. Draußen chillten wir ein bisschen mit ihm und ich interviewte ihn spontan mit Handykamera. Es war köstlich! Sein erster Auftritt war auf einem französischen Yogafestival und er rappt meistens auf Englisch (Kostprobe inklusive!). Großen Respekt auch an die Wiener aus dem Bus, die auf meine „Wien West“-Rufe artig mit „Aggro Wien“ antworteten. Spitze. Und schließlich noch die Jungs und Mädels von Nine Hillz Clothing aus Chemnitz, die sich Sonntag früh noch zwei Stunden von mir und meiner betrunkenen Nervigkeit bespaßen lassen mussten. Ihr wart großartig! Alle!

9.Ordner ordnen die Ordnung ordentlich! Ok?

Ich habe während des gesamten Festivals nur liebe Studenten und ältere Herrschaften in farbigen Westen gesehen und nicht einen einzigen Security-Mutanten. Das fand ich sehr sympathisch. Nichtsdestotrotz gab es die ein oder andere „Situation“. Eine spielte sich am Haupteingang ab und war äußerst skurril. Im Eingang neben mir wurde ein Typ nicht durchgelassen, weil er ein Thor Steinar(!) Portemonnaie dabei hatte. Also mal ganz davon abgesehen, dass man als vernünftiger, halbwegs gebildeter Mensch nichts bei dieser hängen gebliebenen  Wurstfirma kauft (nein, nicht mal Portemonnaies!) ist es auch nicht besonders clever damit bei einem Hip Hop Festival rum zu wedeln, geschweige denn am Einlass zu selbigem. Trotz seiner Beteuerungen musste er es ausleeren und wegwerfen. Zur selben Zeit wurde ich abgetastet und dabei wurde mein Leatherman entdeckt. Den hatte ich überhaupt nur für Campingzwecke mit und dann vergessen abzulegen. „Aha, wasn das?“ „Äh..Zigaretten!?“ „Nee, das sind keine Zigaretten..“ „Ja ok, das ist mein Leatherman!“ „Leatherman? Cool! Kannst weiter gehen“. Ja, so war das. Ich war also auf dem Gelände und in Besitz einer tödlichen Waffe. Zum Glück bin ich nicht Osama, der hätte das sicher schamlos ausgenutzt. Eine weitere Begebenheit ergab sich beim samstagabendlichen Bierdosentransport durch den VIP-Eingang.  Der Ordner, Typ Soziologiestudent mit Hang zur Kaulquappenzucht, wollte mich nicht durchlassen, weil ich eine offene Dose mit mir führte. „Damit kann ich dich nicht rein lassen!“ „Ach komm, das ging doch die letzten Tage auch immer“ „Tut mir leid, aber das geht nicht“ „Aber das ist doch VIP!“ Da schaltete sich sein Kollege ein: „Bild dir da mal nichts drauf ein. Hier ist doch jeder VIP!“ Arrgh, wo war mein Leatherman als ich ihn brauchte? Letztlich einigten wir uns darauf, dass ich jetzt einfach durch gehen würde und basta. Tony D-Style! Die letzte „Situation“ erlebten Farid Ständer und Panzer, als sie zu Jedi Mind Tricks ins Zelt wollten (No Homo) und der Ordner ihnen mitteilte, dass er keinen mehr rein lassen dürfte. Panzer erklärte ihm dann ganz gelassen, dass er Künstler sei und schon mal rein müsse, wegen seinem Auftritt nachher. Der Ordner war sichtlich beeindruckt, machte völlig übermotiviert Handshake mit Panzer und ließ die beiden passieren. FAIL!

10.Was macht eigentlich…!

Ein Hip Hop DJ auf dem Splash? Er zieht sich rosa Leggins an und geht zum Feiern ins Electro-Zelt! Spaß beiseite, liebe Leser, aber es ist schon etwas Wahres dran. Electro hat Reggae als Zweit-Zugpferd auf dem Splash abgelöst. Darüber waren einige schon im Vorfeld erfreut, dazu zähle ich mich, andere jedoch weniger. Und ich kann die Nörgler in gewisser Hinsicht auch verstehen.Wenn man nun mal absolut nichts mit Boys Noize (dessen Set im Übrigen phänomenal scheiße war!) und Konsorten anfangen kann, dann war es ab einer bestimmten Uhrzeit durchaus schwierig geeignete Alternativen zu finden. Allerdings gab es diese, bspw. Hip Hop Don`t Stop und DJ Vadim Set, auch wenn es vielleicht nicht gereicht hat für all die Traditionalisten. Interessanterweise lief im VIP-Zelt, zumindest wenn ich da war, nur Rap und nie Electro. Was sagt uns das? Der Pöbel soll sich Pillen schmeißen und der Adel boombappt sich durch die Classics!

Danke fürs Lesen!


 
In diesem Sinne-lasst es euch gutgehen und dreht mal wieder mit einer Gruppe junger Alko-Mutanten zu MSTRKRFT durch…so wie ich! Schwänzengäng, Bitches!

PS: Hier geht’s zum Kolumnenarchiv!

PPS: Wir sehen uns 2010!

PPPS: Die nächste „richtige“ Sonntagskolumne kommt wieder! Bestimmt!

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Alibi Kolumne – Die 10 unfickbaren Sonntagsfakten - „Von Doktorspielchen und Spaßbremsen – I used to get it in [insert your village here]!“

28.06.2009 - 15:14
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„Von Doktorspielchen und Spaßbremsen – I used to get it in [insert your village here]!“

1.Sony Deutschland 2009 – Urban Tactics Pt.3!

Manager Rudi und A&R Jean-Pierre sitzen wieder in ihrem gemieteten Cinquecento und sind mittlerweile sich auf dem Weg nach Düsseldorf. Dort befindet sich nämlich das Selfmade-Hauptquartier und in just diesen Hallen haben sich die zwei mit Casper und dessen neuem Chef Slick verabredet. Auf der Fahrt malen sich beide die Zukunft aus.
A&R Jean-Pierre: Glaub mir Rudi, der Casper wird so richtig mördermäßig durchstarten.
Manager Rudi: Jaja, wenn wir es richtig anstellen, dann wird er der deutsche..äh..Eminem. Ja, genau!
A&R Jean-Pierre: Naja, wohl eher ein Eminem mit Skateboard. Und schwarzen Haaren. Und..
Manager Rudi (unterbricht): Jaja, habs ja verstanden. Also gut, dann wird er eben der deutsche, rappende Tony Hawk. Mit schwarzen Haaren. Und Scheitel. Zufrieden?
A&R Jean-Pierre: Hm, ich würde eher sagen, die nachdenkliche Rap-Version von…
 Ohrenbetäubender Lärm. Die beiden Sony-Mitarbeiter sind so ins Gespräch vertieft, dass sie mit ihrem Cinquecento aus Versehen das Düsseldorfer Stadteingangsschild rammen.
Manager Rudi: Hm, ärgerlich. Der war nur geliehen. Da wird der Vorschuss, den wir Casper anbieten werden, wohl etwas schmaler ausfallen. Egal, los jetzt!
Zwei Stunden später betreten sie die Geschäftsräume des Labels und stellen verwundert fest, dass Casper nicht anwesend ist.
Slick (leicht verärgert): Na ihr zwei Kobolde, reichlich spät seid ihr dran!
A&R Jean-Pierre versteckt sich ängstlich hinter Manager Rudi, als sich der Labelchef zu voller Größe aufbaut.
Manager Rudi (wagemutig): Ganz locker bleiben, du weiß doch wie das ist. Es gibt immer Business zu erledigen…..stimmt`s?
Slick (amüsiert): Jaja, stimmt schon. Also was wollt ihr denn jetzt eigentlich genau?
Manager Rudi: Naja, eigentlich wollten wir den Casper...äh…also wir...ist er denn nicht da?
Slick (wütend): ICH STELLE HIER DIE FRAGEN, DU AMATEUR!
A&R Jean-Pierre fängt an zu weinen.
Manager Rudi: Gut, dann lassen wir die Katze aus dem Sack. Wir wollten ihn zu Sony holen!
Slick (verschmitzt): Weiß ich doch. Deshalb ist er auch nicht hier. Aber dafür ein paar Freunde von mir. (Zeigt auf eine Gruppe muskulöser Gewalttäter, die aus dem Schrank springen) Das sind alles Mitglieder einer serbischen Kampfsportvereinigung. Und ein Metzger ist auch dabei. Haha. (Zieht einen Säbel aus der Hosentasche) AUF SIE!

Ende

Teil 1

Teil 2

2.Off The Wall!

Fangen wir mal so an: Dieser Tage über Michael Jackson zu schreiben ist weder besonders originell, noch wirklich sinnvoll, denn es hat sowieso jeder seine eigene Meinung zu diesem Menschen. Dennoch will ich nicht darauf verzichten. Über ihn als Person wurde ja schon zur Genüge berichtet und spekuliert, das lassen wir mal weg. Ich will nur kurz ein paar Worte über sein 1979er Album „Off The Wall“ verlieren, da mich dieses sehr früh sehr intensiv geprägt hat. Meine Mutter hat mir dieses Album, aus bis heute unerfindlichen Gründen, auf Kassette zu Weihnachten geschenkt. Das muss so 1991/92 gewesen sein. Es war mein erster bewusster Kontakt mit afroamerikanischer Musik. Nicht das ich darauf als kleiner Junge sonderlich geachtet hätte, aber es klang eben schon anders als Udo Lindenberg oder Gerhard Schöne. Ich habe diese Kassette vom ersten Moment an geliebt. Allein die Art und Weise wie  „Don't Stop 'Til You Get Enough“ einsetzt, hat mich fasziniert. Wie er da erst flüstert und dann plötzlich mit dem Einsetzen des Beats total laut und hoch singt…Wahnsinn! Hätte ich damals schon Zugang zu Musikfernsehen gehabt, dann wäre ich heute mit Sicherheit der slickste Tänzer der westlichen Hemisphäre. Ich habe das damals instinktiv gespürt, wie man sich dazu bewegen müsste, aber leider wusste ich nicht wie. Der Rest des Albums steht dem jedenfalls in nichts nach und deshalb hör ich an dieser Stelle auch wieder auf. Ach ja, die Hülle habe ich bis heute noch, nur die Kassette fehlt leider. R.I.P. und Dankeschön an den Helden meiner Kindheit!

3.Politics as (un-)usual!

Endlich. Endlich hat sich mal ein Vertreter des Hip Hop Kulturkreises ein Herz gefasst und sich dem Themenkomplex Palästina/Israel auf intelligente und reflektierte Art und Weise angenommen. Die Rede ist von dem kürzlich via rap.de veröffentlichten Zweiteiler zum Thema „Juden und Araber in Berlin“. Moderiert und erklärt wird das ganze natürlich von Staiger, neben Falk wahrscheinlich der einzige der die nötige Kompetenz besitzt, um so etwas zu machen. Ich will hier nicht den Inhalt wiedergeben, das würde dem Format auch nicht gerecht werden, deshalb schaut es euch einfach mal HIER an. Ich will jedoch ein paar Sachen anmerken bzw. einige Eindrücke mit euch teilen. Grundsätzlich ist es natürlich sehr gewagt, ein so komplexes und konfliktbeladenes Thema in zwei relativ kurzen Beiträgen abzuarbeiten. Das es dennoch sehr gut funktioniert, liegt einerseits an den klug gewählten Interviewpartnern, die von halbstarken Nackenklatschern über sehr reflektierende Musikproduzenten bis hin zu politischen Aktivisten eine sehr große Bandbreite abdeckten, und andererseits an der Annahme, das sich Interessierte sicherlich über diese Beiträge hinaus informieren werden. Fragen kostet ja im Übrigen auch nicht mehr so viel. Bleibt noch zu hoffen das diese Reihe fortgesetzt wird, d.h. das man evtl. in einem Jahr oder nach der nächsten politischen Entscheidung die selben Menschen noch einmal befragt. Würde mich auf jeden Fall interessieren und zwar nicht nur weil ich Halb-Palästinenser bin, sondern auch weil ich der Meinung bin, dass die Thematisierung in einem solchen Format und für diese Zielgruppe längst überfällig gewesen ist. Kudos, Herr Staiger!

4.Return of the Schlaubergerz!

Und wieder ein unheimlicher Fall von „Ich wünsche mir etwas und tataaa…es passiert“, der aber leider wieder keiner ist, da die Kolumne (noch) nicht den gewünschten Einfluss auf die Psyche der Menschheit besitzt. Wird noch! Die Rede ist jedenfalls von Max Herre, der tatsächlich an einem neuen Album zu arbeiten scheint, welches, wie ebenfalls von mir gefordert, nahtlos an den Vorgänger anknüpfen soll. Wir dürfen gespannt sein, ob er noch genügend Hunger und Relevanz besitzt. By the way, wie entwickeln sich eigentlich so die Grundstückspreise in Mitte? Ein anderer Protagonist aus der, in vielerlei Hinsicht, goldenen Ära des deutschen Raps, ist Dendemann und der kommt wohl auch wieder. Vorerst „nur“ auf die Bühne des Hurricane-Festivals, aber vielleicht kann ja der ein oder andere zwischen den Zeilen dieses Interviews lesen bzw. lauschen und weitere Hinweise für ein mögliches Comeback des Wahl-Hamburgers erkennen. Dazu muss ich sagen, dass ich „Gefährliches Halbwissen“ sehr geliebt habe und sämtlichen Nachfolgern genau gar nichts mehr abgewinnen konnte. Leider. Verstärkt wurde dies auch durch einen Konzertbesuch vor drei Jahren, bei dem Dende Tracks aus seinem neuen Album performte. Die Crowd bestand zu 95% aus Studenten-Studenten, ya dig? Das wir selbst mir als Student zu studentisch. Dende ratterte also seine neuen Lieder runter, die ich allesamt langweilig fand und nebenbei wurde noch über Gangsterrapper gelästert, was Meute natürlich super fand. Opferz!


5.Money Is A Major Issue…immer noch!

Zuerst die guten Nachrichten: Nas macht wieder Musik. Und zwar zusammen mit Damian Marley. Für mich als Reggae-Überfan sind das natürlich Über-News und ich freu mich auch überirdisch. Egal, Hauptsache er macht wieder Musik. An der privaten Front, die uns eigentlich nichts angeht, aber über die ich trotzdem schreibe, sieht es ja mehr als finster aus. Seine zukünftige Ex Kelis steht ja nun kurz vor der Geburt ihres gemeinsamen Kindes und offensichtlich sind die monetären Verhältnisse mehr als unklar. Will heißen: Kelis ist pleite und Nas nicht. Er hat ja schon mehrmals angekündigt, dass er ihr so wenig wie möglich zukommen lassen will, was sie wiederrum gerichtlich angefochten hatte. Kurz vor der Geburt wohlgemerkt, eine Zeit in der man ja sowieso nichts Besseres zu tun hat und überhaupt keine Ruhe braucht. Aber Nasty Nas bleibt stur. Patchwork wird das wohl eher nicht. Viel besser geht es schon dem ewig untalentierten und irrelevanten Plies. Bei einem Auftritt schmiss er letztens ganz locker 50.000 $ in die Crowd. Natürlich sind alle ausgerastet und haben sich benommen wie...ja so wie man sich eben benimmt, wenn über einem Hunderte von Scheinen herab segeln. Kennt man ja, oder? Ob es sich dabei um echtes Geld gehandelt hat, ist nicht bekannt, allerdings darf man anhand seiner bescheidenen Erfölgchen den einen oder anderen Zweifel an der monetären Authentizität hegen. Ganz unabhängig davon, ist es natürlich auch moralisch mehr als fragwürdig, wenn man mitten in einer Rezession seinen (eventuellen) Reichtum derart ekelhaft und als Charity Event getarnt zur Schau trägt. FAIL!


6.Party`s over, tell the rest of the crew!

Dieses Jahr wird es keine PopKomm geben. Ja doch, das ist leider die traurige Wahrheit. Ich weiß, wie sehr ihr euch auf diesen Event der Spitzenklasse gefreut habt. So sehr, dass ihr das Geld für die Hinfahrt und den Eintritt gespart habt, bspw. durch den Verzicht auf Splashtickets und feste Nahrung, nur um einmal mit dabei gewesen zu sein, bei Dieter Gornys Industriefete. Der Grund für die diesjährige Absage sind natürlich die sinkenden Verkaufszahlen. Um dem mit neuen, alternativen Vertriebswegen und Geschäftsmodellen entgegenzutreten, könnte man sich natürlich trotzdem treffen. Nein, man müsste es eigentlich tun. Gerade in diesen Zeiten sollten sich die Labels, vor allem die großen, Gedanken über so etwas machen. Stattdessen wird die Messe abgesagt, aus Geldgründen, allerdings mit dem Verweis auf das nächste Jahr, denn da käme sie ja wieder. Fragt sich nur, wie Gorny und Konsorten darauf kommen. Was ist denn nächstes Jahr? Gibt es dann kein Internet mehr? Werden dann plötzlich, wie aus heiterem Himmel und ohne erkennbaren Anlass, Millionen umgesetzt? Wir dürfen gespannt sein und können unser gespartes Geld für andere Dinge ausgeben. Danke, Dieter. PS: Wir sehen uns beim Splash!


7.Gnarls Ailton geht ganz genau NIRGENDWO hin!

Ich habe mich beim letzten Mal wohl nicht deutlich genug ausgedrückt, denn noch immer rappt dieser pseudo-nerdige Harlemese über Nichtigkeiten und noch immer gibt es Menschen, die sich das freiwillig anhören und sogar für gut befinden (Shoutout an Stephan O.) Seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte das Kasperletheater jedoch als der Junge allen Ernstes verkündete, er wolle Dilla (R.I.P.) in den Credits erwähnen und ihm irgendwelche inspirierenden Kräfte zuschreiben. Das ganze hatte er so formuliert, dass es auch missverständlich als Beleg für eine mögliche Kollaboration der beiden hätte auslegen können. Das ist natürlich Unsinn, immerhin habe die beiden nie zusammen gearbeitet und es darf auch, wie dies kürzlich SV-Rapper T3 in einem Interview getan hat, stark bezweifelt werden, ob dies überhaupt jemals möglich gewesen wäre. Immerhin war Dilla ein Beat-Gott und Gnarls ist…eben Gnarls. Das hätte nicht gepasst. Nach heftigen Protesten, u.a. von Ma Dukes, nahm der kleine Mr. Ailton den Unfug wieder aus den Credits und ward nicht mehr gesehen. Eigentlich hätte dieser Tage ja sein Debüt über den Teuf..äh Interscope erscheinen sollen, aber irgendwas scheint da wohl schiefgelaufen zu sein. Karma ist ne Schlampe!


8.Murder they wrote!

So, jetzt sind sie weg. Für eine lange Zeit. Ruhe im Karton. Die Rede ist von den beiden New Yoker Rappern Max B. und Tru Life. Ersterer wurde ja schon vor einer Weile verurteilt und Tru Life zieht jetzt nach. Bei beiden war es jeweils kein Handtaschenraub oder Geldfälschung mit dem Kopierer, sondern Mord. Beim frechen Max kommen da allerdings noch Raub und Kidnapping dazu, was das ganze auch nicht besser macht. Jimmy wird es sicher freuen, immerhin hatte sich sein alter Kumpane und Hook-Ghostwriter zu einem veritablen Gegener entwickelt. Das die Straßen des Großen Apfels dabei die ganze Zeit auf Biggavelis Seite standen, ist kein Geheimnis. Das dies für Mr. Jones ein ernst zunehmendes Problem darstellt, auch nicht. Er muss jetzt natürlich mal anfangen einen neuen Deppen zu finden, der ihm Hits schreibt, denn alleine schafft er es nicht (mehr). Oder hat sich irgendjemand hier „Pray IV Reign“ angetan? Tru Lifes ewiger Urlaub dürfte höchstens Jigga ärgern. Immerhin war er ein veritabler Roc-Fußsoldat. Da wird er sich sicher gleich den Memphis zur Brust genommen haben, um diesem noch mal die wichtigste Regel einzuschärfen: Straße war gestern-Schreibtisch ist heute!


9.Mission Hip Hop!

Letztens bekam unser Institut Besuch von zwei Hip Hop Künstlern aus den US of A. Das ganze fand im Rahmen der Hip Hop Awareness Week statt, welche das Battle of the East thematisch umschließt. Klischees galt es dabei sehr schnell abzubauen, denn der eine Künstler war weiß, spielte Gitarre und singsang-rappte sich die Seele aus dem Leib und der andere Gast war ein indisch-stämmiger, Spoken Word Künstler und politischer Aktivist. Also nix mit Dipset und Young Money. Schade. Aber dann auch wieder nicht, denn beide waren äußerst interessante Persönlichkeiten und waren in dem was sie machten absolut überzeugend. Sehr gute und abseitige Musik. Vormittags performten sie in der Vorlesung und ein wissenschaftlicher Mitarbeiter hielt einen erstaunlich kompetenten Vortrag über Hip Hop und seine Entstehung. Als „The Message“ ertönte, stand der langhaarige Metal-Fan aus der letzten Reihe demonstrativ auf und verließ den Saal. Köstlich. Abends gab es dann noch eine Roundtable Discussion zum Theme „Obama & Hip Hop“, die ich co-moderierte und die mir ebenfalls sehr viel Spaß machte. Auf die bunten, schwachsinnigen Seitenarme des Hip Hops will ich trotzdem nicht (mehr) verzichten, aber solche Ausflüge zum Kern der Sache können ab und an doch sehr hilfreich und befreiend sein. Das klingt sehr esoterisch und wahrscheinlich ist es das auch. Deeper than Rap!


10.Was macht eigentlich…!

Lady Bitch Ray? Um die angehende Doktorandin (oder ist sie das jetzt mittlerweile schon?) ist es verdammt ruhig geworden. Eigentlich hätte man erwarten können, dass sie ihren medialen Hype ausnutzt, um irgendein überaus provokantes Album auf den Markt zu werfen. Spätestens nach ihren Auftritten bei Frau Maischberger und bei den Herren Schmidt und Pocher kannte sie jeder. Und jeder hatte seine spezielle Meinung zu ihr, wobei ich den Eindruck hatte, dass viele von ihrer offensichtlichen „Ich rapp immer übers Ficken, aber ich mach trotzdem meinen Doktor“-Strategie, die wohl gleichzeitig auch als Selbstschutz dienen sollte, gelangweilt waren. Und musikalisch konnte sie auch nie das Level einer (jungen) Lil Kim oder Nicki Minaj erreichen. Viel Lärm um nichts und nebenbei noch Disstracks gegen Savas und Melbeatz, die ebenfalls keiner so recht einzuordnen wusste. Ein kurzweiliges und teilweise recht amüsantes Medienphänomen, für wesentlich mehr hat es dann wohl doch nicht gereicht. A. Schwarzer for the win!      

Danke fürs Lesen!


 
In diesem Sinne-lasst es euch gutgehen und tragt mal wieder eine Ziege beim Motorradfahren…so wie dieser Backpacker! HellsZiegenGäng, Bitches!

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PPS: Übrigens: Rap geht so und so !

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Alibi Kolumne – Die 10 unfickbaren Sonntagsfakten - „Von Kampfpärchen und Egotrippern – Death of Autotuning!“

14.06.2009 - 13:24
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„Von Kampfpärchen und Egotrippern – Death of Autotuning!“

1.Sony Deutschland 2009 – Urban Tactics Pt.2!

Manager Rudi, A&R Jean-Pierre und Praktikant Ulf befinden sich auf dem Weg nach Hamburg, da Kaas dort laut Internet seinen Wohnsitz hat. Nach mehrstündiger Suche erfahren sie dann aber, dass sich der A&R verlesen und Kaas mit Laas verwechselt hatte. Als sie daraufhin dem Praktikanten mit Rausschmiss drohen, immerhin wäre das seine Aufgabe gewesen, steigt dieser erleichtert aus dem gemieteten Cinquecento aus und heuert auf einem Frachter an. Einige Stunden später erreichen die beiden Sony-Mitarbeiter Reutlingen.
A&R Jean-Pierre: Also, ich habe uns ein Meeting mit Kaas organisiert. In einer Stunde treffen wir uns mit ihm im Feenwald.
Manager Rudi (verwirrt): Bitte wo?
A&R Jean-Pierre: Keine Ahnung. Er hat mir nur eine Wegbeschreibung geschickt und gemeint, dass dort der Feenwald sei.
Nach kurzer Zeit erreichen die beiden den Waldrand und setzen ihren Weg zu Fuß fort. Dank der genauen Wegbeschreibung stehen sie plötzlich auf einer zauberhaften Lichtung. Um sie herum schwirren Bienen und Schmetterlinge und die warme Luft ist vom Duft der Walderdbeeren erfüllt. Plötzlich raschelt es hinter einem Baum und hervorspringt Kaas. Auf seiner Stirn prangt ein rosa Horn und seine Hände halten ein riesiges Herzbonbon.
Kaas: Hallo meine lieben Freunde! Schön das ihr gekommen seid. Setzen wir uns doch.
Manager Rudi: Nee, ich steh lieber. Wegen Grasflecken und so. Also wie dir Jean-Pierre sicher schon mitgeteilt hat, wollen wir mit dir über…
Kaas (unterbricht): Eins nach dem anderen, liebe Menschenkinder. Wir sind doch schön und haben Zeit. Lasst uns erst mal einen Freundschaftszaubertrank aus den Elfenkräutern der Hochebene herstellen und dann mit dem Zwergenkönig um das ewige Feuer des Lichts tanzen, um anschließend…
Manager Rudi (unterbricht): Hey, jetzt reicht es aber. Wir wollen Business machen und nicht rumzaubern. Also wir bieten dir einen (kurze Pause) Major-Deal an!
A&R Jean-Pierre (strahlt Kaas erwartungsvoll an): Tataaaaaa!
Kaas: Und wie wäre es mit einer Partie Trollball oder wir braten uns Ogerwürste oder wir besuchen die Elfenprinzessin und sammeln mit ihr magische Blumen oder wir tanzen mit den Einhörnern im tiefen Gras oder wir verzaubern ein paar Häschen..?
Während sich die Sony-Mitarbeiter mit hängenden Schultern auf dem Weg zu ihrem Wagen machen, telefoniert Kaas mit dem Chimperator Büro.
Kaas: Hey, jaja lief alles klar. Die denken ich spinne und hauen grade wieder ab. Haha.
Fortsetzung folgt!

Teil 1

2.No Auto-Tune for Old Men!

He did it again. Officer Jigga hat mal wieder ein Verbot ausgesprochen und gleichzeitig den vorzeitigen Tod eines sehr beliebten Gimmicks verkündet. Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, in der Shawn Carter, auf dem Zenit seines Ballertums, mit einer einzigen Line vorgeben konnte, welche Autos, Getränke und Juweliere für die kommende Saison angesagt waren und welche nicht. Mit der Line „..we give those to baby moms“ tötete er bspw. eigenhändig ein Modell eines bekannten Autoherstellers der oberen Preisklasse, so dass jeder Rapper der etwas auf sich hielt, diesen Wagen entweder verkaufen musste oder ihn sich erst gar nicht zulegen durfte. Original Regulator! Und jetzt hat er es wieder getan. Der vielbeschäftigte Multimillionär hat sich den guten alten No I.D. geschnappt, über den seit „D.O.A.“ Hinz und Kunz redet, als hätten sie ihn schon immer gekannt und gefeiert, und mit ihm zusammen ein trocken rockiges Geschoss aufgenommen. Das Endergebnis ist ein Manifest der Jigga`schen Bosshaftigkeit. In der ihm eigenen Arroganz erklärt er den jungen Katzen ganz souverän warum man das Aufspringen auf Zügen lieber Stuntdarstellern überlassen sollte und warum enge Hosen für dünne Stimmchen sorgen. Ach ja und das die Verwendung von Auto-Tune ab jetzt völlig indiskutabel ist, wird auch mal erwähnt. Die Frage ist natürlich, darf er das? Darf ein fast vierzigjähriger Unternehmer der Jugend vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen hat? Zumindest tut er es einfach ohne um Erlaubnis zu fragen und liefert gleichzeitig einen attraktiven Gegenentwurf ab. Und das ist es, was ihn von den anderen Heulsusen und Meckeropas unterscheidet. Einmal Blaupause Drei, bitte!

3.Der Showdown der Tagteams!

Da es in Deutschland paradoxerweise trotz (oder vielleicht gerade wegen) einer Überflutung an Rappern und deren „Labels“, eine recht beschauliche, überregionale Szene gibt, wird jede mehr oder weniger aufregende A gegen B-Situation dankend angenommen und zelebriert. Das Deutschrap-Jahr 2009 scheint jedenfalls ganz im Zeichen des Showkampfs Berlin vs. Düsseldorf zu stehen. Auf der einen Seite stehen Bushido und Fler, die von gemeinsamen Gangbangs, über Disstracks, hinzu Gewaltandrohungen, alle Stufen einer gesunden und geerdeten Männerfreundschaft durchlaufen haben. Jetzt haben sie sich wieder zusammen gefunden, um den Fans das zu geben was sie scheinbar immer wollten. Ich habe CCN damals irgendwie verpasst, deshalb kann ich nicht behaupten, dass ich darauf gewartet hätte. Andererseits ist Frieden und Freude immer besser als Krieg, das weiß auch Kaas und freut sich gleich mit. Auf der anderen Seite stehen Farid Bang und Kollegah, die ebenfalls eine tiefe Männerfreundschaft zu verbinden scheint, immerhin wohnen sie zusammen und philosophieren in gemeinsamen Interviews über das Geschlechtsteil des jeweils anderen. Die lustigen Neckereien über die vergangen Ausflüge in die Talk-und Malereiwelt tun ihr Übriges. An dieser Stelle empfehle ich euch das Interview von Jan Wehn, das mit Abstand interessanteste von allen. Die Mischung aus zweideutigen Aus- und Ansagen an die Gegenseite lässt auf ein hitziges Verkaufsbattle schließen, wobei die gutenjungs in dem Punkt eindeutig die Nase vorn haben. Immerhin könnte Bushido einen Rohling releasen und die Kids würden die Media Märkte des Landes stürmen. Ich freue mich bei all der medialen Aufregung übrigens besonders auf das junge, brutale, apokalyptische Duo aus dem Spoken View Lager…!

4.Wenn man sich einmal verbrannt hat…!

Ist Anakin noch mal zu diesem riesigen Monstermaul auf Tatooine gereist, um darin mit einem Surfbrett herumzufahren? Ist Chuck Noland noch mal auf eine einsame Insel geflogen, um dort Volleyball zu spielen? Hat Beatrix Kiddo noch mal geheiratet? Die Antwort lautet in jedem Fall: NEIN! Und warum? Weil alle drei etwas gemacht haben, dass man gemeinhin als schlechte Erfahrung bezeichnen würde. Und dadurch, dass der Mensch (theoretisch) lernfähig ist kann er bestimmte Entscheidungen treffen, die verhindern, dass er sich noch einmal in dieselbe Lage versetzt. Ein Kind das sich am Ofen verbrennt wird es sich von nun an zweimal überlegen, ob es sich diesem Objekt noch einmal nähern sollte (Shout Outs an meinen Sohn!). Die LOX-Moise vom Block D scheinen das irgendwie anders zu sehen und widerstreben diesem Naturgesetz. Denn obwohl sie schon einmal mit dem selbstverliebten Mogul Diddymaus, dessen Label Bad Boy noch immer den zweifelhaften Ruf eines schwarzen Artist-Lochs genießt, zusammen gearbeitet haben wollen sie daran wieder anknüpfen. Beim nächsten Album soll es dann wohl so soweit sein. Dazu seien zwei Dinge gesagt. Erstens möchte ich nie wieder so ein schwach produziertes Album wie „No Security“ von den Jungs hören. Die sollen sich mal ein paar ordentliche Beats geben lassen (Crada nehm ich hier raus, der hat gute Arbeit geleistet) und vor allem aufhören ihren untalentierten Weedcarriern das Mic zu geben. Zweitens wissen wir doch alle noch gut genug wie die letzte „Zusammenarbeit“ der drei Yonkers-Trolle mit dem bösen Mann aus Harlem endete: mit Tränen, Streitereien und anderen unnützen Komplikationen. Verschont uns!  

5.sidochmalgenauhin!

Angeregt durch mein persönliches „Guter, alter Berlinrap-Revival“, welches durch die Wiederentdeckung des phänomenalen Berlin No.1 Vol.2-Tapes begann und durch die Tape-und Plattensammlung meines Nachbars, welche Exemplare von WBM, Royal TS und MOR enthält, zusätzlich angetrieben wurde, kann ich nicht anders als mich über die merkwürdige Wandlung des Maskenmannes zu wundern. Bestes Beispiel dafür dürfte wohl der denkwürdige Auftritt bei der diesjährigen Comet-Verleihung sein, als sido, Kitty Kat und Tony D ihren Preis für diesen Scooter-Song abholten. Der mit dem Arsch, bei dem der Tony so laut schreien darf. Das war auch das einzige was er durfte, die Katzenfrau kam überhaupt nicht zu Wort. Desweiteren wurden ihre Namen kein einziges Mal erwähnt und selbst sido sprach die ganze Zeit von seinem Preis und wie sehr er diesen verdient hätte. Irgendwie armselig. Das locker-freche Videointerview, welches die Bravo mit sido und dessen Freundin führte, reißt da leider auch nichts raus. Sido scheint inzwischen jede Art von Promo mitzunehmen, ganz egal wie peinlich diese auch sein mag. Und obwohl ich wirklich der Allerletzte bin, der in Sellout-Heultiraden einstimmt, so muss ich an dieser Stelle doch mal ein Zitat bringen: „Hier kommt der vercrackte sido von der Sekte“ Ach ja, früher..!

6.The Definition of Hype!

Drizzy Drake, Kanadas Exportschlager Nr. 1 (Kolle und Alanis Morissette müssen sich den zweiten Platz teilen), ist momentan der am meist gehypete Newcomer der Welt. Das ist Fakt. Natürlich kann sich nicht jeder mit dem croonenden Slicktalker aus Toronto anfreunden, aber dass  er untalentiert ist würde so auch keiner behaupten. Irgendwas scheint er sehr richtig zu machen. Jetzt könnte man dagegen halten, dass das auch für Soulja Boy gelten müsste, allerdings wird der nicht auf Jiggas nächster Single sein, hat keinen 9th Wonder Beat auf seinem Debütmixtape und generell auch weniger Fans im Rapper-Lager. Aber all das kann man getrost vergessen, denn das untrüglichste Zeichen für seinen übernatürlichen Hype, in dem Ausmaß zuletzt vielleicht beim kleinen Wanja aus Neu Orleans zu beobachten, ist ein ganz anderes. Vor kurzem veröffentlichte ein obskures Label namens Canadian Money Entertainment ein inoffizielles, nicht autorisiertes „Album“ von Drizzy namens „The Girls Love Drake“. Erstaunlicherweise stieg das Album in die Charts ein, bei iTunes und Amazon sogar recht hoch, da viele Fans scheinbar dachten, dass dies ein offizielles Album sei. Hätten sie fünf Minuten ihrer Zeit ins Nachdenken investiert, wäre ihnen sicher aufgefallen, dass es sich vielmehr um ein Mixtape handelt, welches fast ausschließlich altbekannte Songs enthält, und das Drake noch immer nicht gesignt ist. Das dürfte sich jedoch bald ändern, angeblich liegen auch schon die ersten Angebote über 2 Mio. $ auf dem Tisch. Vorher müssen Drake und sein Management allerdings noch dieses kanadische Label verklagen, insbesondere weil einige Songs auf dem Mixtape noch ungeklärte Samples enthalten. Egal, in Wirklichkeit zeigt das nur wie es am Tag der echten Albumveröffentlichung abgehen wird: Girls Gone Wild!

7.Young At Last!

Die Vorstellung, dass meine Kolumne den verlorenen Phillyanern auf dem weiteren Karriereweg hilft, ist schön, aber nicht besonders realistisch. Deswegen hat die aktuelle Meldung, dass Freeway mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von Young/Cash Money gesignt werden wird, auch nichts mit mir zu tun. Schön ist es aber trotzdem. Oder? Nachdem „Philadelphia Freeway 2“ auf einem mir völlig unbekannten Label erschien und dementsprechend unterging, sah sich der bärtige Nölian wohl dazu gezwungen, ein wenig Zeit in die weitere Karriereplanung zu investieren. Irgendwie ist er dabei an Baby Birdman geraten und scheinbar wurde man sich schnell einig. Den Rest der Welt ließ er per Twitter an diesem Prozess teilhaben und sorgte so für einigen Wirbel. Dadurch das er das Signing weder bestätigte noch völlig von sich wies, heizte er die Gerüchteküche (seit langem mal wieder) zusätzlich an. Was genau Baby und Wayne mit Philly Freezer anstellen wollen und warum sie meinen, dass dieser ins Roster passt und kommerziell erfolgreich sein kann, weiß (noch) niemand. Sollten sie ihm allerdings seine künstlerische Freiheit lassen und mit ordentlichen Soul-Beats eindecken, könnte daraus, vor allem durch die große Hype-und Marketingmaschine, noch was werden. Und mal ganz ehrlich: ein Duett von Free und Wayne auf einem Just Blaze Beat mit einer Jigga-Screwed Hook wär schon ganz geil, richtig?!        

8.Der ganz normale Wahnsinn – Ein Überblick!

In den US of A passieren laufend verrückte Sachen und natürlich macht dieses Phänomen auch nicht vor Hip Hop und dessen Protagonisten halt. Hier eine kleine Rundschau:
In Kansas kam es bei einem Zwischenstopp der Bacardi B-LIVE 2009 Tour zu einem äußerst denkwürdigen Vorfall. DJ Jazzy Jeff, Skillz und DJ Z-Trip sollten eigentlich dort performen, wurden dann allerdings kurzfristig rausgeschmissen (nein, nicht ausgeladen, sondern tatsächlich rausgeschmissen!) und zwar weil sie…Rap spielen wollten. Das durften sie nämlich nicht. Selbst wenn die Verantwortlich nicht wussten, welche Musik Jazzy gerne produziert und auflegt, so müssten sie doch zumindest früher mal Fresh Prince geguckt haben, eine Serie die sich eher am Rande mit klassischer Orchestrierung beschäftigte!
Scott Storch hat in einem Interview nochmal Stellung zu seinen Drogen –und Geldproblemen bezogen und erklärt, dass er mal innerhalb von sechs Monaten 30 Mio. ausgegeben hat. Meine Bewunderung für ihn und sein Können ist seitdem ins schier Unermessliche gewachsen.
Cürbis Cekzun beschwerte sich unlängst darüber, dass die Rapper von heute sich lieber mit Verkaufszahlen als mit ihrer eigenen Kreativität auseinandersetzen würden. Den kreativen Aspekt an „Curtis“ muss ich irgendwie überhört haben. Ganz anders ergeht es mir dagegen bei Yayos aktuellem Mixtape. Der Titel „Swine Flu“ lässt schon auf gehörige Kompetenzen schließen!
Als Jay-Z bei der diesjährigen Summer Jam Sause seinen neuen Hit performte, gesellte sich nach kurzer Zeit spontan der Mann zu ihm auf die Bühne, dessen Musikstil der Jiggamann gerade zu beerdigen versuchte. Jigga, ganz bosshaft, beugte sich kurz zu T-Pain, der nickte artig und hampelte nickend zum Beat neben Mr. Carter rum. Das 1mal1 des Erniedrigens!

9. Livereport: Cormega!

Letzte Woche nutzte Cormega aka The Dealer`s last Lyricist die Pause zwischen den zwei One Love Festivals um bei uns in Leipzig vorbeizuschauen. Im Vorfeld wurde bereits angekündigt, dass die Show aus Kostengründen im Café der eigentlichen Location stattfinden würde und man die Besucherzahl aus Platzgründen auf 100 begrenzen würde. Da ich seit Jahren ein knallharter Cormega-Stan bin, habe ich mir natürlich gleich ein Ticket reserviert und hörte mir am Abend vorher noch einmal „The Realness“ und „The True Meaning“ an, zwei Alben die man getrost als moderne Klassiker bezeichnen kann. An der Location angekommen, traf ich gleich einige Bekannte, bei so einer kleinen Besucherzahl auch nicht weiter verwunderlich. Nach ausführlichem Trashtalk begleitet von Flüssignahrung ging es dann irgendwann auch mal los. Der kleine Raum war ordentlich gefüllt, die Luft stand und alle schienen motiviert zu sein. Perfekt. Was folgte waren knapp 90 Minuten Rap und zwar raw & uncut. Der kleine Mann schlurfte zwar anfangs noch recht unsicher und benebelt auf die Bühne, bemerkte aber schnell, dass alle nur wegen ihm gekommen waren und einfach nur seine Hits hören wollten. Er freute sich dann auch sichtlich über den konstanten Chor der Mitrappenden. Der deutsche DJ, den man dem QBler zur Verfügung gestellt hatte, war leider ultra-whack. Hab ich so noch nie erlebt, ganz ehrlich. Er hatte zwar ein ganz hübsches, farblich perfekt abgestimmtes Kostüm an, baute aber nur Mist, so das ihn erst nur das Publikum und irgendwann auch Mega selber hänge wollte. Die Interaktion mit der Crowd lief dafür umso besser und so entschied sich Corey dazu, Vorschläge aus dem Publikum spontan in die Setlist mit einzubauen. Richtig Hip Hop wurde es dann, als er Mythos, einen stadtbekannten Rapper und Produzenten, auf die Bühne holte und der dann erst einen kompletten Track mitrappte und später für Cormega beatboxte. Noch verrückter wurde es aber, als er eine junge Dame zu sich hochholte, die dann ebenfalls einen kompletten Track von ihm doppelte und mehr Arbeit leistete als sein Backup. Wahnsinn! Seinen Überhit „Get out my way“ musste er übrigens dreimal bringen. We stomped that mother out! 

10.Was macht eigentlich…!

Max Herre? Also außer sämtliche Berliner Rapper auf die Palme zu bringen und am „Ich bin Schwabe also muss ich nach Berlin ziehen“-Syndrom zu leiden, versteht sich. Laut einer alten Pressemitteilung arbeitet er ja an einem neuen Soloalbum und ist mit seinem eigenen Label Nesola beschäftigt. Da ich nie wieder etwas von diesem ominösen Soloalbum gehört habe und mir persönlich auch kein aktuelles Release des Labels bekannt ist, stellte sich der Freundeskreis-Frontmann als potentieller Nummer 10-Kandidat heraus. Freundeskreis waren natürlich super, ganz egal was dein Lieblingspusher sagt, aber die Zeiten sind ja nun leider auch vorbei. Andererseits schafft das natürlich wieder Raum für neue Künstler, insofern sie denn mal kommen. „Zu Elektrisch“ gefiel mir überraschenderweise sehr gut, war halt eine schöne Common-Übersetzung. Und auch „FK 10“ war ein guter Mix aus Rückblick und Status Quo. Wenn er musikalisch und lyrisch irgendwo zwischen diesen beiden Songs anknüpft und weitermacht, dann könnte das sogar noch interessant werden. Für seinen alten Kumpanen Samy wäre das allerdings ein vorzeitiges Aus, zumindest was seine aktuelle Richtung angeht. Aber der Mann ist ja sehr vielseitig, fast wie ein Chamäleon. „Leg dein Ohr…“!

Danke fürs Lesen!


 
In diesem Sinne-lasst es euch gutgehen und Paul McCartney mal wieder so richtig wie einen kindischen, unreifen Trottel aussehen…so wie Kanye! HalloweenGäng, Bitches!

PS: Hier geht’s zum Kolumnenarchiv!

PPS: Curse hat gestern Abend bei Twitter über seine Splash-Auftrittszeit gejammert. Schenken wir ihm doch alle mal ein kollektives WUUUUÄÄÄHHHHH!

PPPS: In zwei Tagen geht die Welt unter…Yippieh!

Kritik bitte an:
wzeut9mnc74hd@kLoä+=js.de




Alibi Kolumne – Die 10 unfickbaren Sonntagsfakten - „Von falschen 50ern und bissigen 305ern – Who killed Davey Moore?“

31.05.2009 - 15:47
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„Von falschen 50ern und bissigen 305ern – Who killed Davey Moore?“

1.Sony Deutschland 2009 – Urban Tactics Pt.1!

Die gesamte deutsche Urban-Abteilung des Labels, immerhin noch drei Personen, hat sich zu einer Krisensitzung in einer Münchner McDonalds Filiale verabredet.
Manager Rudi: Also, dieses ganze Massiv Ding..nee..das läuft nicht. Jetzt will er auf einmal einen auf Streetworker machen. Wozu haben wir den eigentlich gesignt?
A&R Jean-Pierre: Keine Ahnung was mit dem los ist. Der redet nur noch von seiner Bewegung. Ich versteh das alles gar nicht. Ich hab ihm sogar schon Laufschuhe besorgt wegen seiner Bewegung. Hilft nix!
Praktikant Ulf: Darf ich mir ein Sparmenü holen?
Manager & A&R (im Chor): NEIN!
Praktikant Ulf: Och menno. Dann wenigstens ein Eis?
Manager Rudi: NEIN! Wir brauchen neue Ideen. Los, strengt euch an, Was ist grad angesagt bei den Kids? Was flasht die? Worauf floppen..äh flippen oder was auch immer diese Gören?
Der Praktikant vergräbt sein Gesicht in den Händen und wird von tiefer Traurigkeit erfüllt.
A&R Jean-Pierre: Also, ich hab ja immer ein Ohr auf der Straße und deshalb weiß ich zufällig wer gerade so richtig, richtig gut ankommt.
Manager Rudi (euphorisch): Phantastisch! Wer denn? Ich etwa? (lacht wiehernd)
A&R Jean-Pierre: Nein! Also passt auf, es gibt da diesen..äh..diesen..wie heißt er...ah ja Casper. Genau, so heißt er! Also der kommt bei allen gut an, bei den Mädels, bei den Jungs, sogar bei den ganz harten  Rockern und auch bei den Eltern. Der trägt immer enge Hemden und wollte sich mal umbringen und rappt über Skateboards und übers Rasieren. Perfekter Typ!
Praktikant Ulf(gelangweilt): Der ist aber schon bei Selfmade gesignt!
A&R Jean-Pierre: Stimmt, hab ich ganz vergessen. Aber dann gibt es ja noch diesen..hm..verdammt..äh..ah ja Kaas. Der ist ganz witzig, sagen jedenfalls alle. Der hat irgendwas mit diesem Amoklauf zu tun gehabt und ist jetzt Priester geworden, glaube ich, und rappt nur noch über Liebe und Elfen. Super!
Manager Rudi(stirnrunzelnd): Ach und SOWAS kommt gut an bei den Kids? Sind Schießereien und Drogendeals überhaupt nicht mehr angesagt? Das kann ich mir..
Praktikant Ulf(unterbricht): Hey ihr Witzfiguren, der ist auch schon gesignt!
Manager Rudi: Hey Ulf, nicht in dem Ton. Dann müssen wir die beiden eben davon überzeugen, dass sie es bei uns besser haben. Los, das schaffen wir doch mit links!
Fortsetzung folgt!

2.Der Boss der Bosse der Bosse der Bosse der…!

Rein sportlich betrachtet ist das natürlich der gute LeBron, aber da dies keine Sportkolumne ist gehört der Titel selbstverständlich Jay-Z aka Joe Camel. Moment, denkst du jetzt vielleicht, mein Homie G-Erhard ist doch der absolute King am Mic. Mag für dein Dorf stimmen, aber wir reden hier von internationaler Bosshaftigkeit in den Tätigkeitsfeldern Geldvermehrung und..äh..Geldvermehrung. Davon abgesehen ist er eben auch einer der besten Rapper aller Zeiten, das kann auch die letzte Kellerassel, die im Opiumrausch ihr drittes Auge sucht und über Tierkreiszeichen rappt, nicht verleugnen. Damit er diesen Titel auch weiterhin behalten kann, bemüht sich Brooklyn`s Lieblingssohn derzeit um eine neue Label-Heimat, sowie um eine neue erneute Label-Präsidentschaft. Da er ja nicht mehr bei Def Jam ist, benötigt er für Roc Nation einen Vertrieb und genau das soll ab jetzt Sony/Epic übernehmen, natürlich in Kooperation mit Live Nation, die auch weiterhin seine Tourneen organisieren. Da all dies aber nicht ausreicht und Joe Camel scheinbar immer noch denkt, dass er gleichzeitig Rapper, Werbeikone, Manager und Labelchef sein kann , will er es nach dem Def Jam-Ausflug noch einmal versuchen. Angeblich soll er sich mit seinen alten Kumpels Lyor Cohen und Kevin Liles getroffen haben, die ihm bei Warner ein eigenes Label namens Carter Music Group anbieten. Ob das wirklich stimmt und ob sich das mit dem relativ sicheren Epic-Deal erledigt hat, ist noch nicht bekannt. Reich wird er so oder so bleiben. PS: Peedi Peedi 4 Prez!

3.Deutschland, was geht ab?

Unser aller Lieblingsrapper King Zaza (oder King Zulu, wenn es nach Lunatronic geht) ist letztens in die Hip Hop Schlagzeilen geraten, weil er an einem besonders ausgeklügelten Coup beteiligt gewesen sein soll. Die Rede ist von Falschgeldherstellung! Jetzt fragt ihr euch sicher (und zwar wortwörtlich!): Wow, ist seine Booth nur Tarnung und dient vielmehr als Geheimtür zu einem unterirdischen „Hi-Tec“-Labor, indem hartgesottene Schlägertypen Geld fälschen? Die Antwort lautet: Nein! Die Booth benutzt er nur zum Rappen, auch wenn er das scheinbar selten und ohne jeglichen Anspruch an Qualität tut, denn gefälscht wurde per…Kopierer! Ja meine Freunde, die einfachsten Ideen sind manchmal die…einfachsten und am wenigsten erfolgversprechendsten. Jedenfalls sitzt er jetzt in U-Haft und wir können alle nur hoffen, dass Fler ihn mal anruft, damit es zu einer Fortsetzung des jetzt schon legendären Telefon-Battles kommt, welches uns semantische Raffinessen à la „Sag nicht Alter, Du Hund. Hast verstanden?“, Was wie red ich mit dir?“, Wie was will ich?“, „Was für Faxen?“ und natürlich „Das Problem ist das du und Godsilla wie eine Fotze redest“ bescherte. Klassisches Material!

4.Cürbis & Stan – Zwei Schnarchnasen tanken Schlafmohn! 

„Die Gerüchteküche brodelt, klare Sicht nicht möglich…“ rappte einst ein junger und hungriger Samy Deluxe und selbige brodelt auch heute noch. Speziell im  Interscope-Umfeld wurden in letzter Zeit immer wieder Gerüchte laut, dass Cürbis Cekzun und Marshall Mathers die Produktion eines gemeinsamen Albums in Erwägung ziehen würden. DJ Whoo Kid, der eigentlich letztes Jahr seine Frührente in Thailand angekündigt hatte, ließ immer wieder durchblicken, dass es diesbezüglich schon seit Jahren Überlegungen geben würde. Seiner Meinung nach würden wir uns ja auch alle auf dieses Gipfeltreffen freuen. Da muss ich allerdings mal einhaken. Würden wir uns wirklich darüber freuen? Wäre das wirklich eins dieser Alben, dass „Hip Hop retten könnte“. Und wenn ja, wovor? Fakt ist, dass sich dieses Album, besonders gemessen an heutigen Standards, exzellent verkaufen würde und sicher auch die ein oder andere nette Nummer enthalten würde. Fakt ist aber auch, dass es sich hierbei um zwei Künstler handelt, die ihren Zenit schon vor einer Weile überschritten haben und man deshalb eigentlich gar keinen kreativen Quantensprung mehr erwarten kann. Desweiteren ist aber auch Fakt, dass Interscope Fiffys Unit nicht mehr haben will und man davon ausgehen kann, dass dieser auf Jimmy Iovine nicht mehr allzu gut zu sprechen sein dürfte. Ach ja und Detox gibt es ja auch, das könnte man ja vorher noch rausbringen, bevor man sich größenwahnsinnig auf das nächste Mammut-Projekt stürzt. Die Zukunft liegt definitiv woanders!
  
5.K.R.A.U.M.H.!

Das bedeutet soviel wie Kohle reguliert alles um mich herum. Die Shaolin Kampfsportgruppe wusste eben schon damals, worum es wirklich wirklich wirklich geht. Bun B weiß es auch, was er leider nicht weiß, ist, wie man gute Beats pickt, damit man sich ein Soloalbum tatsächlich mal von vorn bis hinten anhören kann. Egal, mit Monetos scheint er sich jedenfalls auszukennen und fühlte sich deshalb auch dazu befähigt, in einem Interview aufzudecken welche Rapper eigentlich wirklich Geld durchs Rappen verdienen würden. Seiner Meinung nach sind das nämlich nur sechs Leute und zwar Jigga, Yeezy, Weezy, Jeezy, T.I. und Luda. That`s it! Soulja Toy, Will.I.Fergie und Flo-Rian erhalten immerhin noch eine Ehrennennung, aber ansonsten soll es das gewesen sein. Cürbis wurde zwar nicht erwähnt, aber der macht sein Geld ja auch mit Vitaminwasser und Medienprojekten. Bevor ihr empört aufschreit, sei gesagt, dass Bun B unter „Geld machen“ etwas anderes versteht als wir Normalbürger. In diesem Kontext versteht er darunter, dass man richtig Asche macht, sprich vom Label auch was abbekommt, und dann so abgesichert ist, dass man theoretisch auch mal ein halbes Jahr aussetzen kann, ohne das der Lebensstandard merklich darunter zu leiden hätte. Und das können, bei genauerer Überlegung, sicherlich die allerwenigsten. Sich selbst bezieht er da gleich mit ein und erklärt, dass er auch nur durch ständiges Touren überleben kann. „Big Pimpin´“ ist schon verdammt lange her, das sagt er ganz ehrlich und nimmt damit hoffentlich einigen Neuankömmlingen die glitzernden Illusionen. Die neue Fake Bling-Welle, zu deren prominentesten Anhängern Gucci Mane zählt, spricht da auch eine ganz eindeutige Sprache. Having money ain´t everything, not having it is!    

6.Smarten up Nas? Naw, dumb it down!

Irv Gotti ist für viele Dinge bekannt. Er hat Ja Rule und Ashanti zu Superstars gemacht, wurde festgenommen wegen des Verdachts auf Geldwäsche , hat sein Label Murder Inc. an die Wand gefahren und darf jetzt in einer eigenen Reality Show rumhampeln. Für besonders intelligente oder geistreiche Kommentare ist er allerdings nicht bekannt und hat dies kürzlich erst wieder unter Beweis gestellt. In einem Interview wurde er auf Nas angesprochen, da Irv ihn ja mal zu seinem Inc. Verein holen wollte, und sollte sich zu dessen Karriere äußern. Der Befragte beteuerte erst einmal wie sehr er Nas respektieren würde und das dieser ein guter Freund sei, bevor er sich dann konkret äußerte. Ginge es nach Irv Gotti, dann sollte Nas ab jetzt nur noch über Oochie Wally und andere Belanglosigkeiten rappen, denn seiner Meinung nach ist Nasty Nas am Stärksten wenn er den Gehalt seiner Texte reduziert und sich dümmer stellt als er eigentlich ist. Wer „Dumb It Down“ von Lupe kennt, weiß wie der Hase läuft. Nichtsdestotrotz findet es Irv natürlich spitze wenn Nas „versucht die Welt zu verändern und nachzudenken“. Mal davon abgesehen, dass man ihm letzteres ebenfalls empfehlen möchte, ist das natürlich völliger Unsinn. Schlaubi Nas for the win!

7.Schmarles Schmamilton!  

Der Sonic-Fan mit den rosa Kopfhörern ist auf dem besten Weg dahin, nicht nur der überschätzteste und überbewerteste Rapper der gesamten Hipster-Fraktion zu werden, sondern auch der peinlichste und am meisten nach Aufmerksamkeit heischende von allen Leggins-Katzen. Nachdem letztens erst ein Video aufgetaucht war, in welchem sich Charles mit seiner Freundin streitet, nur um sie anschließend in einem furiosen Rap-Battle tödlich zu beleidigen, woraufhin sie ihm ordentlich eine donnert, ist nun ein weiteres, nicht weniger grenzwertiges Stück Filmkunst aufgetaucht. In dem Video, einer Webcam-Konferenz zwischen Schmarles und seiner Flamme auf der einen und einer Freundin/Therapeutin auf der anderen Seite, reflektieren beide noch mal über den Vorfall: Und zwar so gut das eben geht mit offensichtlich eingeschränkten, intellektuellen Fähigkeiten. Da die beiden allerdings ein alles andere als harmonisches Miteinander pflegen, geraten sie natürlich gleich wieder in Streit und diskutieren dann darüber, ob sie letztens vorm Club eine Szene gemacht hat oder nicht. Schmarles will dann noch irgendjemanden anrufen, der das angeblich bestätigen kann, aber spätestens da haben die meisten Zuschauer schon längst abgeschaltet. Kinder, macht noch mal ein letztes Battle, trennt euch danach und verschont uns in Zukunft mit intimen Disputen. Achja Schmarles, das gilt auch für deinen musikalischen Output. Shut it down!

8.Preview - Angriff der irischen Schneemänner !

Der von mir sehr geschätzte Bostoner Hip Hop Journalist Chris Faraone veröffentlichte kürzlich eine appetitmachende Liste von Eindrücken, die er beim Pre-Listening des neuen und bald erscheinenden La Coka Nostra Albums gesammelt hat. Da er auf eine Promo-CD, aus Angst vor einem möglichen Besuch von Slaine, Ill Bill, Everlast, Big Left, Danny Boy und DJ Lethal im Falle eines Leaks, verzichtet hat, schrieb er sich während der Session einfach ein paar Notizen auf und eine Auswahl davon präsentiere ich euch jetzt mit eigenen Anmerkungen:
Everlast eröffnet das Album mit folgender Line: „The Pope’s a pedophile with a drug habit” und gibt damit schon mal den Kurs vor. Reflektierte Sozialarbeiterlyrik gibt es woanders!
Es soll wohl recht gitarrenlastig ausfallen, was für alte House of Pain Fans allerdings kein Problem darstellen sollte, oder?
Snoop Dogg(!) ist auf einem Track gefeaturet, der für LCN-Verhältnisse recht catchy ausfällt. Für den Club wird’s sicher nicht reichen, für die Metzgerei aber allemal!
Es gibt einen von Alchemist produzierten Track mit Bun B(!!)-Feature. Das ist gut, denn der Bun braucht anständige Beats und die Koksbande braucht den Bun, damit die Südstaatler erkennen wie großartig das alles ist!
Angeblich (Faraone war gegen Ende schon ziemlich dicht)soll es auch eine Bankräuberhymne geben, in der Bill jemandem androht ihn mit Möbeln totzuschlagen. Durchaus möglich, sag ich mal!
Fazit: Besteee!

9.Das sind Pitties die beißen…!

Pitbull ist kein Rapper der wegen lyrischer Extravaganzen für Aufsehen sorgen könnte. Das weiß er auch und hat deshalb das einzig Richtige getan: er hat sich seine Nische geschaffen. So hampelt er seit Jahren schon in Miami rum und ballert im Jahresrhythmus Alben raus, die sich zwar nicht allzu spektakulär verkaufen, aber immer mindestens eine Single enthalten, welche die Clubs zum Wackeln bringt. Demzufolge hat er sein Live-Game auch ordentlich aufpoliert und verdient damit seine Kröten. Vielleicht weniger als Tony Montana, aber sicherlich noch mehr als Emilio Rebenga (der stirbt nämlich schon ziemlich früh, lieber Farid Kubaurlaub). Um auch regelmäßig gebucht zu werden, muss man sich natürlich professionell verhalten, um potentiellen Veranstaltern eine gewisse Seriosität und Zuverlässigkeit zu vermitteln. Letztens wurde Pitbulls Fähigkeit dies zu tun auf eine harte Probe gestellt, als es während eines Auftritts des Miaminesen zu einem schlagkräftigen Vorfall kam. Aus unbekannten und nicht ganz nachvollziehbaren Gründen zog der Pit einen Fan aus der ersten Reihe zu sich auf die Bühne, woraufhin dieser anfing den Rapper mit Scheinen zu bewerfen. Da dies eine außerordentliche Respektlosigkeit darstellt, immerhin will man ja nicht als Stripperin dastehen, verpasste er dem Scheinewerfer eine ordentliche Ladung Gesichtstechno. Der Getroffene flog gleich mal einen Meter und Herr Bull wurde von der Security in Schach gehalten. Money Is A Major Issue. Indeed it is!    

10.Was macht eigentlich…!

Freeway? Jaaa meine Freunde, die Saga um Phillys Lost Generation geht unerbittlich weiter. Aber keine Sorge, wenn ich mit Philly Freezer durch bin (No Homo!), war es das und andere Städte bekommen auch wieder eine Chance. Free ist einer meiner absoluten Lieblingskünstler, deshalb finde ich es in seinem Fall besonders schade, wie sich die Dinge so entwickelt haben. Ein möglicher Bösewicht ist mal wieder Joe Camel, so wie bei allen anderen Philly Boys, aber er alleine ist sicher nicht Schuld. Das erste Mal habe ich seine wahnwitzige Stimme auf dem Überhit „1-900 Hustler“ gehört und war sofort begeistert. So wie er das gemacht hat, die Patterns, die Stimme, die ganze Delivery, sowas gab es vorher noch nicht. Das war komplett eigenständig und zehnmal innovativer als die gesamte 7L & Esoteric-Diskographie. Na gut, das ist auch nicht sonderlich schwer, aber ihr wisst ja was ich meine. Das erste Soloalbum war dann leider nicht ganz der Klassiker den ich mir erhofft hatte, da einfach zu viele Zugeständnisse an vermeintliche Clubs und Radiostationen gemacht wurden, enthielt mit „What We Do“ allerdings einen meiner Lieblingssongs und die beste The Wire-Vertonung bis dato. Ich war jedenfalls angefixt und freute mich total als ich kurz darauf im Groove Attack Store mehrere Freeway Whitelabels für wenige Euros erstehen konnte. Auf das zweite Album haben Lunatronic und ich uns natürlich total gefreut, einerseits weil wir die größten Leslie Pridgen-Stans des Landes sind und andererseits weil es lange Zeit recht ruhig um ihn war. Gut war es dann auch, auch wenn es wieder nicht für einen Klassiker gereicht hat. Und jetzt? Angeblich ist vor kurzem ein zweiter Teil seines Debüts independent erschienen, aber das hat scheinbar keiner mitbekommen. Ach ja und noch was zu Joe Camel: Letztes Jahr performte er „What We Do“ zusammen mit seinem Schoßhündchen Memphis und ließ den Bartträger, dessen Song es ja eigentlich ist, im Backstage versauern. Hünd!

Danke fürs Lesen!


 
In diesem Sinne-lasst es euch gutgehen und mach mal wieder High Five mit MC Hammers Bruder Flo-Rian, während dieser am Arsch festgehalten wird…so wie Hans-Jürgen! CultureClashGäng, Bitches!

PS: Hier geht’s zum Kolumnenarchiv!

PPS: Checkt bitte Lunatronics neue „Diggin…“-Kolumne und kommentiert sie!

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Kritik bitte an:  wzeut9mnc74hd@kLoä+=js.de




Alibi Kolumne – Die 10 unfickbaren Sonntagsfakten - „Von Schneehunden und Streithammeln – I`m your pusher!“

24.05.2009 - 16:11
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„Von Schneehunden und Streithammeln – I`m your pusher!“

1.ARGE-Gesprächsprotokolle Pt.3 – Specter, Spaiche und Halil!

Die drei ehemaligen Aggro Berlin-Chefs sitzen der ARGE-Beraterin mit Laptops auf den Knien und Handys an jedem Ohr gegenüber.
Beraterin: So meine Herren, nach dem ich schon zwei ihrer ehemaligen Angestellten in Arbeit bringen konnte, werde ich mich heute um sie kümmern.
Spaiche: Nein, nein, wir kümmern uns um EUCH!
Beraterin (irritiert): Bitte? Wie meinen sie das denn jetzt?
Specter: Hör mal zu. Die Farbe und die gesamte Außenpräsentation eures Ladens sind nicht cool. Nicht nur das es keine Aufmerksamkeit und damit auch keinen Buzz generiert, es macht die Leute sogar depressiv. Der Eingang wird..hm..rot-weiß, genauso wie eure Outfits.
Beraterin (entrüstet): Aber so sieht es hier nun mal aus. Das kann man nicht ändern!
Spaiche: Denk doch mal wirtschaftlich. Wenn du ins große Geschäft einsteigen willst, dann musst du dich auch dementsprechend vermarkten. Ich habe hier mal eine Flipchart-Präsentation vorbereitet.
Beraterin (wütend): Jetzt reicht es aber. Ich suche Arbeit für sie und sie wollen hier streichen und...und Flips verkaufen. Aber so nicht, meine Herren!
Halil: Chill mal, Alte. Ich kümmer mich um alles. Ich stell unten einen Stand auf und vertick die Jobs an die Meistbietenden. Zu jedem Job gibt’s dann eine Anti Ansage Nr. 8, da haben wir nämlich noch ein paar Restposten im Lager. Hähähä!
Specter: Killer! Ich besprüh den Stand und designe das Layout der Jobversteigerungsbroschüren!
Beraterin (tobend): JETZT REICHT ES ABER, MEINE HERREN. HIER BESPRÜHT KEINER ETWAS UND ANSAGEN MACHE NUR ICH. WOLLEN SIE JETZT ARBEIT ODER NICHT?
Spaiche (verwundert): Bitch, wir haben genug Geld. Wir dachten nur, wir greifen euch mal bisschen unter die Arme. Neues Image, relevantere Zielgruppe, mehr Einnahmen. Ich habe da eine Idee, wie wir den Umsatz…
Die Beraterin drückt schreiend den Panikknopf unter der Schreibtischplatte.
R.I.P. und Ende.
 
2.Comeback Season – The Kraut Edition!

Pünktlich zur demnächst anstehenden Festivalsaison melden sich einige alte Bekannte aus dem Winterschlaf zurück und kündigen ihr Comeback an. Zum einen wäre da Manuellsen, der croonende Pott-Rapper und Labelboss, der sich denkwürdig verabschiedete, aber dann in einer Art Schwebezustand zwischen Aktion und Resignation verharrte. Und auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, stand doch eigentlich immer eines fest: M hat es drauf. Musikalisch hat er es drauf und alles andere, wie hitzköpfige Drohungen und inkonsequente Ansagen, kann man doch getrost unter den Teppich kehren, zumindest solange man über die rein musikalische Komponente spricht. Und das auch ein Azad nicht jeden dahergelaufenen Lulli aus Kleinbratzdorf auf die Bühne und in Videos holt dürfte ebenfalls bekannt sein. Manuellsen jedenfalls gelobt Besserung und räumt Fehler ein. Mit Massiv hat er sich wohl schon versöhnt und auf ein Interview mit dem rap.de-Chef müssen wir sicher auch nicht mehr lange warten. Was sich jetzt genau hinter „M.Bilal 2010“ verbirgt, weiß momentan nur Manuellsen. Aber das sein Fokus wieder ausschließlich auf Musik liegt, ist ein gutes Zeichen. Ich vermute es wird ein reines R`n`B/Soul- Album und das ist gar nicht mal verkehrt, immerhin ist J-Luv weiterhin Undercover unterwegs und somit keine Konkurrenz vorhanden. Der zweite Auferstandene ist kein Geringerer als Afrob aka Locke der Boss. Nachdem schon längere Zeit spekuliert wurde, kündigte er nun an im September ein neues Album über G-Lette Music (heißt wirklich so!) veröffentlichen zu wollen. Wenn es an alte Stärken anknüpft, bin ich da sofort dabei. Dude started out with a classic!
PS: Dendemann macht auch wieder was, aber da mich das letzte Album sowohl zuhause als auch live so dermaßen enttäuschte, äußere ich mich dazu nicht weiter. Bäh!  

3.Tape ch-check: „…die Nummer Eins in Berlin, Arschloch!“

Vor ca. neun Jahren betrat ich den Plattenladen meines damaligen Vertrauens, mit dem festen Vorsatz eines dieser aberwitzig guten Tony Touch-Mixtapes zu erstehen. Eins hatte ich schon. Auf diesen Trichter bin ich durch mein Schulpraktikum gekommen, welches ich kurz zuvor bei einer coolen Werbeagentur absolviert hatte. Ich saß da immer hinten bei den Grafikern, die ständig kifften, las Bücher über Logikfehler in Star Trek Serien und moderne Architektur, während Tonys Tapes auf Dauerrotation liefen. Einer der Hänger hatte nämlich ein ganzes Regalbrett davon. Zurück zum Laden. Ich wurde enttäuscht, denn es gab keine Tapes mehr. Fast jedenfalls, denn eins hatte er noch:  Berlin No. 1 Vol. 2 hieß es und stand ganz alleine und traurig im Regal rum. Nach kurzem Überlegen, immerhin war ich ein überzeugter Eimsbush-Fan, kaufte ich es und fing am nächsten Tag im Zug an mir die Sause per Walkman ins Ohr zu ballern. Was soll ich sagen? Es war unglaublich…geil! Was die da gerappt haben, der Slang, die Beats, das war alles Neuland für mich und ich spulte einige Stellen hundertmal zurück. Meistens wenn Savas einsetzte oder Royal TS irgendwas komplett Verstrahltes vom Stapel ließen. Den Fuat-Skit fand ich ehrlich gesagt völlig daneben. Erstens weil ich Eißfeldt cool fand, zweitens weil ich es völlig ernst nahm (ausgerechnet SOWAS!) und drittens weil ich den darauffolgenden Track immer vorspulen musste. Vorgestern legte ich das Tape nach jahrelanger Pause mal wieder ein. Ich feier immer noch dieselben Sachen wie damals. Und zwar richtig. Danke, Staiger!

4.New Jersey Gimmick Show!

Zu Mood Muzik-Zeiten tat ich seine subtilen Seitenhiebe gegen (vermeintliche) Gegner und andere Phantome noch als Bestandteil seines Gesamtkonzepts ab, aber inzwischen scheint sich ein bedenkliches psychologisches Profil abzuzeichnen. Joey scheint von der Vorstellung, sich durch Attacken gegen andere Rapper ständig beweisen zu müssen, krankhaft besessen. Ob er tatsächlich schizophren ist oder einfach nur Minderwertigkeitskomplexe hat, weil das Hinterteil seiner besseren Hälfte den größeren Buzz im weltweiten Netz hat, spielt dabei eigentlich gar keine Rolle mehr. Denn der Jersey-Repräsentant hat kürzlich einen Kardinalsfehler begangen. Sich mit Ransom und Saigon anzulegen ist eine Sache, aber jemanden wie Method Man, immerhin eine gestandene Legende, völlig grundlos anzugreifen ist noch mal ein ganz anderes Level an Ignoranz. Der Auslöser war, wie so oft, eine Nichtigkeit in Form einer sinnfreien „Wer sind die besten Rapper“-Liste des Vibe Magazins. Die sezierte Budden per Video und meckerte dabei ohne Unterlass. Ein seltsamer Zeitvertreib, möchte man meinen, immerhin könnte man in der Zeit auch frisches „Slaughterhouse“-Material aufnehmen. So musste dann der gute, alte Mef herhalten. Ob Budden ihm wirklich lyrisch den Kopf abreißen könnte, kann ich (noch) nicht beurteilen. Aber eines steht jetzt schon fest: Wer sich mit Method Man anlegt, legt sich mit dem Clan an und die können fliegen und zaubern. Wusstest du das nicht, Johannes Butter?

5.Groupie Love for Wheelchair Jimmy!

Drake ist der Määän. Auch wenn ihn hierzulande noch nicht viele auf dem Radar haben, teilweise aus Unwissenheit, aber auch aufgrund seiner Nähe zum Young Money Turnverein, was den ein oder anderen Rawkus-Recken vorm Auschecken abhalten dürfte. Völlig zu Unrecht, denn wenn man sich mal sein erstes Mixtape „Comeback Season“ anhört, dann weiß man warum Drizzy seit Monaten einen solchen Hype in den US of A hat. Und das als Kanadier, der vorher in einer Fernsehserie einen Rollstuhlfahrer gespielt hat. Verrückt oder? Sicher, er bedient durch seine Sangeskünste und sein Auftreten auch die Teenie-Zielgruppe, aber dann feiern die Gören wenigstens mal jemanden mit Talent bzw. jemanden der sich schon neben The Clipse, Little Brother und auf Dilla Beats bewiesen hat. Da wir gerade beim Thema Gören sind: Drake scheint einer der wenigen Rapper zu sein, die ohne je ein Album rausgebracht zu haben und ohne in der A-Liga mitzuspielen, ein unglaubliches Pimp Game besitzen. Auf einem bekannten Groupie Blog, auf dem sich die Mitglieder dieser speziellen Gattung über ihre Eroberungen austauschen, tauchten kürzlich gleich drei Erlebnisberichte auf. Alle drei Damen schwärmen in den allerhöchsten Tönen von Drakes Qualitäten als Liebhaber. Und von seinem schönen Appartement. Es gibt da übrigens auch Berichte über Blu(!), Jazze Pha(!!!) und sogar Donnis Lieblingsrapperin Nicki Minaj hat Groupies. Hier geht’s übrigens lang, ihr Schaweinchen!

6.Der junge Jochen und der deutsche Schäferhund!

Young Joc ist kein guter Rapper. Das ist nicht nur meine persönliche Meinung, sondern das steht auch genau so in jedem guten Lexikon. Schaut nach! Letztens stellte er unter Beweis, dass er auch kein besonders großer Hundefreund ist. Besser gesagt kein Freund von zugekoksten Kampfhunden. Klingt komisch? Ist aber so und trug sich folgendermaßen zu: Der junge Jochen, der derzeit in einen Rechtsstreit mit seinem Sklaven-Label Bad Boy verwickelt ist, chillte mit DMX, dem kaputten Ex-Ruff Ryder, und Katt Williams, dem thuggishen Comedian, in seiner Crib. Anwesend war außerdem Katts Hund, einer von der mieseren Sorte. Was die drei bzw. vier da machten? Schnee schaufeln natürlich! Seltsamerweise ließ Joc den Rest der Welt per Twitter an diesem denkwürdigen Freizeitvergnügen teilhaben und zwitscherte fröhlich vor sich hin. Erst stritten sich Katt und X, der erst vor kurzem noch in Interviews von Gott und Läuterung gefaselt hatte, um die letzte Line und dann bekam sie wohl der Hund. Joc schrieb dann noch, dass dieser ihn böse angucken würde und er Angst hätte. Beim nächsten Eintrag war es dann schon passiert: der Hund hatte ihn gebissen. Beef gäbe es nicht zwischen ihm und Williams, nur der Hund musste eben eingeschläfert werden. Traurige Sache, vor allem weil er ein so erfülltes Leben im Schnee führen durfte. Mir hat vor zehn Jahren mal ein Schäferhund in den Arm gebissen und das ohne Koks und DMX. Ungerecht!

7.Drama, Drama, Drama!

Das hier ist nicht die Bild und ich bin auch nicht Frauke Ludowig (thank the lord!), aber wenn es um unsere Helden von einst und heute geht, dann muss ich einfach darüber schreiben. Selbst wenn es um Ärger mit Frauchen geht. Bei Nas und Kelis brennt ja seit kurzem richtig die Hütte. Und zwar so richtig richtig richtig übel. Das urbane Traumpaar, das immer ein wenig wie die Flodders-Version von Beyoncé und Joe Camel wirkte, wollte ihrer Beziehung durch ein gemeinsames Kind eigentlich die Sahnehaube (bzw. -bandana) aufsetzen und ein für alle Mal alle Zweifler zum Schweigen bringen. Jetzt wurde bekannt, dass die Beiden sich schon vor einer Weile getrennt haben und zwar nicht so einvernehmlich wie oft behauptet wird. Es geht, im Klartext gesprochen, um Kohle. Beide werfen sich aus der Distanz recht öffentlich diverse Flüche und Drohungen an den Kopf. So soll Kelis gesagt haben, dass sie ihn finanziell ausbluten lassen wolle, während der Straßenjünger aus QB der Meinung ist, sie könne ruhig alleine für sich und en gemeinsamen Sohn aufkommen. Unschön. Zumal ich so sehr auf ein Kollabo-Album der zwei Genre-Primusse gehofft hatte!

8.Das Mega-Alfamännchen! 

Alfamega ist mein neuer, persönlicher Held. Wenn man Destruktivisten wie Hulk, Bud Spencer und Mister T. feiert, muss man ihn einfach mögen. T.I.`s ehemaliger, da wegen Snitchens in Ungnade gefallener, Weedcarrier/Freizeitbodyguard/American Gladiator hat mal wieder für ordentlich Radau und eine Handvoll verletzte und verstörte Polizisten gesorgt. Bei einer ganz regulären Verkehrskontrolle, so regulär wie die in den US of A eben ablaufen, fand man in Alfamegas Automobil eine Waffe. Offensichtlich hätte die da nicht sein dürfen. Der cholerische Mutant ist natürlich gleich ausgerastet und wollte fliehen. Die Ordnungshüter, die inzwischen in weiser Vorraussicht Verstärkung herbei geordert hatten, versuchten natürlich verzweifelt eben dies zu verhindern. Aber trotz zahlenmäßiger Überlegenheit und dem exzessiven Einsatz von Pfefferspray gelang es dem Alfatier die Herrenrunde zu sprengen und zu entkommen. Es ist im Übrigen davon auszugehen, dass er während des gesamten Procedere lauthals lachte und den Spaß seines Lebens hatte. Bewundernswert! Später fand man ihn dann leider hinter einer Mauer liegend, mit gebrochenen Beinen. Damit war die Flucht beendet und die Polizisten durften aufatmen. The fun of a lifetime, mofos!   

9.Party Report #3: It`s a Wedding, Fishes!

Letzten Sonntag gab es keine Kolumne. Glücklicherweise habe ich eine Ausrede: die phänomenale Hochzeit von Dresden`s Flyest DJ Fake! Anfahrt und Feier nahmen einfach so viel Zeit in Anspruch, dass die Kolumne mal wieder ausfallen musste. Allerdings war es sehr sinnvoll investierte Zeit, da Fake einfach mal der Baus ist und die Feierlichkeiten unsere Erwartungen bei weitem übertraf. Als wir die Location, ein recht exklusiver Beachclub mit Pool in dem die Gastgeber einen Bereich gemietet hatten, erreichten, kam ich mir vor wie in einem Rick Ross-Video. Große, weiße Zelte, zuvorkommende Kellnerinnen, weißer Sand und natürlich (und ab hier ist es mehr Harry als Ricky) lauter schöne Menschen. Spitze! Das Brautpaar stahl selbstverständlich allen Anwesenden den Shine, so wie sich das gehört. Das Essen war spitze, die Gästeschar buntgemischt und Siggi machte den Silbereisen. Zu später Stunde kam dann noch der Rest der Gäng und es wurde mit tatkräftiger Unterstützung von Atze Panzer, dem Bürgermeister der Radebronx und Decino-Intimus, an der Tanke weitergefeiert. Ein denkwürdiges Erlebnis, meine Freunde. Danach ging es dezimiert zurück in einen nahegelegenen Prollschuppen. Hinter dem DJ-Pult, der DJ war überraschenderweise ein talentfreier Hobbit, war die Pseudo-VIP-Lounge, in der auch nur Pseudo-VIPs rumhampelten. Und wir natürlich. Als diese neckisch frisierten Aufschneider auch noch anfingen, mit ihren Champagnerflaschen zu wedeln, wäre es fast eskaliert. Wäre mir zu dem Zeitpunkt auch ganz recht gewesen, schließlich hatte ich schon die ganze Zeit über besorgniserregende Gewaltfantasien beim Anblick dieser armseligen Ammer-Jünger. Wir haben es dann aber doch dabei belassen und die Zelte abgebrochen. Sparta muss man ja nicht jedes Mal verteidigen, richtig? Fazit: Hochzeit besteee und Schickimicki niiirrrcht!

10.Was macht eigentlich…!

Peedi Crakk? Ihr seht schon, ich arbeite jetzt die ganze Lost Generation aus Philly ab. Nicht grundlos, schien diese Stadt doch das Potenzial zu haben, der alten und behäbigen Schwester New York die Show zu stehlen. Wenn mich nicht alles täuscht, dann habe ich genaue diese These in meiner allerersten Kolumne aufgestellt. Nun ja, hat nicht sollen sein. Peedi ist in diesem Kontext allerdings noch mal ein besonders tragischer Fall. Denn während die beiden Übertalente Free und Beans zumindest für einige Zeit Höhenluft schnuppern und an Jiggas schier überdimensionalen ROCzipfel hängen durften, kam dem charismatischen Latino diese Ehre nie so richtig zu Teil. Sicher, auch er war bei Roc-A-Fella gesignt, aber so richtig ist da nie was passiert. Ich weiß noch wie mir Questlove letztes Jahr im Interview begeistert von Peedi vorschwärmte (ok also eigentlich schwärmten wir beide um die Wette-no homo!) und Andeutungen machte, der junge Phillyaner wäre schon so etwas wie ein inoffizielles Mitglied. Besonders begeistert zeigte er sich damals von dessen Individualität und Arbeitsmoral. Leider wurde daraus nie ein Album, die Mixtapes waren auch nur teilweise befriedigend. Laut diverser Quellen sollte ja im Mai „A Night in the Life“ über Amalgam erscheinen, aber da es weder eine Single, noch sonstige Promo gibt, dürfte sich dieses Gerücht wohl schnell detoxizieren. P prizzy mac-milly go rrrrrrrring!

Danke fürs Lesen!


 
In diesem Sinne-lasst es euch gut gehen und steht mal wieder Rücken an Rücken mit einer Blümchenkleid tragenden Busta Langstrumpf…so wie Vorzeigehausfrau Martha Stewart! WeGettinMädchenMoneyGäng, Bitches!

PS: Hier geht’s zum Kolumnenarchiv!

PPS: Black Milk ist einer der besten Produzenten der Gegenwart!

PPPS: Freut ihr euch auch schon alle aufs Splash? Dann esst schön auf, damit es nicht regnet!

Kritik bitte an:
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Alibi Kolumne – Die 10 unfickbaren Sonntagsfakten - „Von Verräterschaweinen und Lippenbären – Jetzt trinken wir Schampus wenn wir durstig sind!“

10.05.2009 - 13:59
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„Von Verräterschaweinen und Lippenbären – Jetzt trinken wir Schampus wenn wir durstig sind!“

1.ARGE-Gesprächsprotokolle Pt.2 – B-Tight!

B-Tight sitzt seiner ARGE-Beraterin in einem Ledertanga gegenüber.
Beraterin: So Herr..(Papierrascheln)..wie war der Name doch gleich?
B-Tight: Ich binnnnns. B-Tight, der geile Ne-
Beraterin (unterbricht): Äh ja, also Herr Teit, sie sind ebenfalls von der Schließung ihres alten Arbeitgebers Aggro Berlin betroffen?
B-Tight: Ja, leider. Aber dafür bin ich sexy. Außerdem darf ich Fler managen und kann über Sektenmuzik releasen!
Beraterin (lächelt mitleidig): Aber Herr Teit, wir wollen für sie doch lieber eine..äh..richtige Arbeit suchen, oder?
B-Tight (lächelt schmierig): Baby, Arbeit is eh nix für Bobby den Schlangenmann. Ich bin lieber nackt und zieh mir was rein. Haste nich auch ma Bock?
Beraterin (errötet): Also wirklich, Herr Teit. Jetzt hören sie aber mal damit auf. Schauen wir doch mal lieber, ob wir hier was für sie finden. Ich geb mal „sexy“, „Schlange“ und „nackt“ in die Suchmaske ein, ok?
Auf der Suchmaske erscheint nach wenigen Sekunden ein Treffer.
Beraterin: Sooo, Herr Teit. Da haben wir doch was für sie.
B-Tight: Irrtum, Baby! Ich hab hier was für dich. Ich bin der geile Ne-
Beraterin (unterbricht): Jaja, also hier hätten wir eine Stelle als Barkeeper im „Conscious Rap Café“. Seltsam, aber naja. Wäre das was für sie?
B-Tight (säuselnd): Meinetwegen! Und wäre ich was für sie? Hm? Komm schon, Schla-
Beraterin: RAUS!

2.Omnipräsenz in Sultan-Moll!

Ich freu mich schon, dass bei Erscheinen dieser Kolumne, Hengzts „neues“ Album endlich draußen ist. Warum? Weil dann ENDLICH sein Interview-Marathon aufhört und weil sich die Hip Hop Journaille dann wieder anderen Rappern zuwenden kann, um diesen immer die gleichen Fragen zu stellen. Jetzt mal im Ernst, muss ich in jedem Magazin (schließt die Katalogmagazine mit ein) und Videointerview exakt die gleichen Fragen und Antworten hören und lesen? Ich müsste es nicht, aber leider habe ich die Angewohnheit mir immer alles durchzulesen und anzugucken. Selber schuld? Vielleicht, aber ein wenig mehr Kreativität wäre schön. Allein diese ganze Murderbass-Seifenoper war irgendwann nur noch nervig und nicht mehr so richtig nachvollziehbar. Sie sind kein Label, schon gar nicht seines, aber trotzdem ist er da für fünf Alben gesignt? Und was sind das überhaupt für Menschen, die eigene Videos löschen und ihren Protagonisten im Dunkeln tappen lassen wie Silent Hill Spieler? Ach ja, dann wäre da ja noch die Olli Banjo-Sache. Bin mal gespannt, ob da was zurückkommt. Sportlich natürlich. Beim Sparring oder so! 

3.Die Eminem Story: Gefangen in der Zeitschleife!

Nach Eminems überaus unkreativer und Fremdscham-verursachenden Promi-Bashing-Single, erschien kürzlich der nächste Streich aus der Shady Anstalt. Diesem Video merkt man ebenfalls in keinem Moment an, dass der Protagonist im Oktober dieses Jahres 37 wird. Und was passiert da schon? Er rennt im Wald rum, badet in Blut, überfällt eine Krankenschwester und nimmt Tabletten. Gähn. Ach so, das soll eine Metapher für sein vergangenes, finsteres Seelenleben sein, voll von Drogen, Schmerz und Angst? Trotzdem Gähn! Nicht nur, weil er das alles schon mehr als einmal gemacht hat, sondern auch weil es so uninspiriert wirkt. Dasselbe gilt leider auch für die geleakten Tracks, die täglich auftauchen. Und was soll dieser schwachsinnige Akzent auf einmal? Hat ihm das Bizarre empfohlen? Oder irgendein anderer großartiger Shady-Künstler? Ich wette, dass es in seiner nächsten Single um seine Mutter geht oder um seine Tochter oder um Drogen oder um seine Ex oder noch mal um Promis oder um seine Mutter oder… Es scheint kein Ausweg in Sicht! Was mich bei all dem allerdings am meisten verwundert, ist das treudoofe Fantum das so viele an den Tag legen. Jeder neue Track wird frenetisch gefeiert und für ein sicheres Anzeichen eines wiedererstarkten Eminems gesehen. Ich bitte euch, „Crack A Bottle“ war allenfalls solide, aber doch kein Hit. DAS war ein Hit!
PS: Ich habe Em übrigens gestern einen Brief geschrieben. Mein Hund hat sich für ein Konzert extra die Haare blond gefärbt und er hat ihn komplett ignoriert. Jetzt werde ich wohl meine Nachbarin in den Kofferraum sperren müssen. Euer Stan.

4.Reich und Schw..äh..Schön!

Das sich das Cash Money Vater/Sohn-Gespann gerne mal Küsschen auf den Mund gibt, ist ja allgemein bekannt. Spätestens seit dem berühmten Beweisfoto. Warum sie dies praktizieren, erklärte Weezy damals in dem für ihn üblichen, unverständlichen, Gebrabbel, mit Mafia und Ehrenkodex und anderen Schwachsinnigkeiten. Sorry, aber bei Goddfellas haben sich nie Männer gegenseitig auf den Mund geküsst. Ist ja auch egal, schließlich leben wir im 21. Jahrhundert, da darf (theoretisch) jeder jeden küssen. Aber für viele ist das Thema scheinbar noch nicht gegessen und so wurde letztens wieder Papa Birdman zu dem Thema befragt. Er verstand den Trubel überhaupt nicht und erklärte, dass er seinen kleinen Wayne eben küsst, wenn er dazu Lust hat. Stani! In einem anderen Interview ging es um die ständigen, meist mehr oder weniger subtilen Attacken von Fiffys Seite gegen seinen Adoptivsohn. Baby entgegnete völlig ungerührt, dass ihnen das komplett am Cash Money-Arsch vorbeigehen würde, schließlich hätten sie Geld. Er faselt dann noch was von Inseln und Flugzeugen und von einem neuen 100 Mio. $ Vertrag. Bei allem Angebertalk, der sich in Rapperkreisen ja immer noch allergrößter Beliebtheit erfreut, kann man all das getrost glauben. Wie er selbst sagt, keiner verdient mehr an den eigenen CD-Verkäufen als die Quatschköpfe mit dem Dollar-Logo. Der richtige Deal, zu richtigen Zeit. So einfach geht das. Dumm sie sind nicht, junge Jedis!

5.Was Rezession? Gage her, Alte!

Man sollte meinen, dass wenn Jigga auf einem Kamel in die Stadt geritten kommt, alle durchdrehen und den Konzertsaal stürmen. Gutes Geschäft für den Jiggamann, gutes Geschäft für den Veranstalter. Ein erstaunliches Beispiel aus den US of A bewies aber kürzlich das Gegenteil. Es ist doch tatsächlich möglich Riesenverluste einzufahren, obwohl man Jay-Z gebucht hat. Oder vielleicht gerade deshalb? Schauen wir uns den Fall mal an. In Arizona wollte eine Studentenorganisation die größte Party des Jahrtausends steigen lassen und buchte zu diesem Zweck den Roccer und Kelly Clarkson. Man rechnete sich aus, durch Ticket- und Merchandiseverkäufe, die enormen Kosten wieder rein zu bekommen und noch etwas Gewinn zu machen. Vielleicht auch viel Gewinn. Wissen wir nicht. Jay wurde also ein Jahr vorher gebucht, bekam seine Gage von sagenhaften 715.000 $ überwiesen und dann wartete man auf den großen Run. Am Ende wurden gerade mal 6100 Tickets verkauft. Der Rest der Halle wurde durch Promo-Aktionen, Verlosungen und Gästeliste gefüllt.  Immerhin 5400 Tickets, für welche die Veranstalter kein Geld sahen. Die Einnahmen beliefen sich letztlich auf magere 500.000 $ und standen Gesamtkosten von insgesamt 1,4 Mio. $ gegenüber. Was tun? Selbstmord? Flucht? Unzurechnungsfähigkeit vortäuschen? Alkoholsucht? Die Organisation hat zum Glück ein Notfallpolster und verständnisvolle Sponsoren. Ein Schuldiger wurde übrigens auch schnell gefunden: Die Wirtschaftskrise. Ach so, ich dachte schon diese fiese Schweinegrippe! Das Low-Budget Line-Up für 2010 dürfte dann wohl aus Ja Rule, MC Hammer und 2pac bestehen. Die kosten nämlich alle gleich viel: Nirrrchts!

6.Rödelheim Returns!

Moses P will wieder zurückkommen. So viel steht fest. Auf der Homepage seines Labels 3P läuft seit geraumer Zeit ein Countdown, der wohl am 26. Mai endet. Über das was dann passiert, kann man nur spekulieren. Den Hintergrund allerdings füllt ein S/W-Foto des Rödelheim Hartreim Projekts. Für die jüngeren Leser sei festgehalten, dass das ein extrem erfolgreiches Bandprojekt von Moses und Thomas Hofmann war. „Höha, Schnella, Weita“ fand ich damals ziemlich cool. So cool, dass ich als Elfjähriger vor dem Spiegel rumhampelte und versuchte alles mit zu rappen. Bedeutet das Foto also genau das-ein Comeback von RHP? Viele Alternativen gibt es ja eigentlich auch nicht. Sabrina Setlur wird wohl kaum ein weiteres, verzweifeltes Comeback versuchen, Illz macht Comedy, Cassandra Stehen ist solo unterwegs und UnterWortverdacht sind..äh wer? Ein dritter Teil seiner „Geteiltes Leid“-Serie könnte es auch sein, aber das würde das Foto nicht erklären. Lassen wir uns also überraschen, was der Onkel da in gut zwei Wochen aus dem Hut zaubern wird. Frei nach Seppo: Moses Pelham, ihr Nullen! 
 

7.Irgendwann kommt alles raus…pfui!

Rick Ross ist der neue Cürbis Cekzun. Zumindest wenn es um Erwähnungen in dieser Kolumne geht, da liegt der dicke Rick weit vorn. Aus der Ecke kommen aber auch wirklich immer wieder die absurdesten Geschichten. Sein Album würde ich da nicht mit einschließen, immerhin ist es (wider aller Erwartung) richtig gut geworden und bietet wenig Platz für Späßchen. Sein reales Leben schon. Da wäre zum einen das Geständnis, dass er (Achtung: Bei niedriger Hemmschwelle und/oder ausgeprägter bildlicher Vorstellungskraft-nirrrcht weiterlesen!) beim Korpulieren meistens eine seiner 2250$(!) teuren Sonnenbrillen aufbehält. Und warum macht er das? Weil er eh immer eine aufhat! Und warum hat er immer eine auf? Weil er, laut eigener Aussage, so schöne Augenlider hat und nicht will das die jeder sieht! Und warum soll die nicht jeder sehen? Weil er so schüchtern ist! Frage: Warum zeigt er dann immer seine tätowierte Wampe? Seiner Credibility schadet das alles schon lange nicht mehr, schließlich hat die sich in Luft aufgelöst. Und falls nicht, dann doch spätestens seit kürzlich herauskam, dass sein eigener Anwalt einen Polizisten beauftragt hat, Rickys angebliche Gangzugehörigkeit und Dealerkarriere zu untersuchen. Ergebnis: Nada, Señor. Welch Überraschung…!

8.Snitch: Schaweine und Diamanten!

Kennt ihr (noch) Alfamega? Der Muskel hinter T.I.`s Grand Hustle Weedcarriertruppe, der irgendwie immer aussah wie ein irre grinsender Hulk auf Steroiden, hat T.I. schwer verärgert. Die Enthüllungsspezialisten von Smoking Gun hatten vor einigen Tagen Dokumente veröffentlicht, die eindeutig belegen, dass T.I.`s Hustle Muscle mal ein Informant gewesen ist. Huiuiui. Bei Tip dürfte diese Nachricht wie eine übel riechende Eierbombe eingeschlagen sein. Immerhin muss er für ein Jahr ins Gefängnis, weil er seinen Bodyguard, der gleichzeitig ein Informant war, dazu beauftragt hatte, einen illegalen Waffenkauf zu tätigen. Alfamega wurde in den Neunzigern ebenfalls wegen einer Waffensache hochgenommen, seine Strafe wurde allerdings stark verkürzt, da er gegen einen Heroindealer aussagte. Sowas nennt man in Amerika Snitchen und Cam`ron wäre die Hutschnur geplatzt, wenn es einer seiner Weedcarrier gewesen wäre. Interessanterweise hat T.I. seinen Security-Mitarbeiter/Rapper  gleich rausgeworfen. Dabei weiß bis heute kein Mensch, wie T.I. bzw. seine Anwälte es hinbekommen haben, seine Haftstrafe auf ein paar Monate zu reduzieren. Alfamega steht jetzt jedenfalls ziemlich allein da und wird sich totärgern über die vertane Chance. Schade eigentlich, denn ich erinnere mich noch gern an diese Award-Verleihung, bei der er auf Shawty Lo`s Crew losgegangen ist und selbst von mehreren Polizisten und Pfefferspray kaum gebändigt werden konnte. Und selbst da lachte er noch vergnügt. The irony of life!

9.Stift und Bildschirmpunkt!

Ein Cover kann eine Kaufentscheidung beeinflussen. Natürlich nicht, wenn es sich um die neue CD deines Lieblingsrappers handelt, denn die kaufst du dir ja auch so. Stimmts? Aber gerade für unentschiedene Spontankäufer, die keine Rap-Nerds sind, sondern einfach mal was Verrücktes ausprobieren wollen, kann dies das entscheidende Argument sein. Wie sieht das Cover aus? Welche Aussage soll es transportieren? Ist der Rapper hässlich? Eine Firma, die sich mit diesem Thema seit vielen, vielen Jahren auseinandersetzt, ist Pen & Pixel aus Houston, TX. Die Jungs sind für einige der schlimmsten Cover der Rapgeschichte verantwortlich. Obwohl nein, eigentlich sind es die schlimmsten Cover der gesamten Musikgeschichte (lässt man mal einige ältere Heino-Platten außen vor). Als ich noch jünger war, störte mich das ungemein. Ich wurde richtiggehend aggressiv, wenn ich eines dieser wahnwitzigen Bling-Cover aus dem Hause No Limit sah. Das sah alles so billig aus und unrealistisch war es selbstverständlich auch. Es war also fake und damit ungenießbar. Jetzt liebe ich diese Cover. Beim Anblick eines bewaffneten, mit Ketten behangenen Hampelmanns, der umgeben von weißen Tigern und halbnackten Grazien, auf einem goldenen Panzer steht, geht mir einfach das Herz auf. Die Krönung sind dann die Rappernamen. DJ Squeeky, Herschelwood Hardheadz, Dat Boy Grace (Ist Grace nicht eigentlich ein Frauenname?). Aber auch die Albentitel und Labelnamen sind ungemein erheiternd. „Frustrated by Death“ steht da auf einem Cover. Und ich dachte, man stirbt nur einmal. Köstlich. Den Kollegen spit.tv und Jan Wehn ergeht es übrigens ähnlich, dem schaurig-schönen Spektakel kann sich scheinbar keiner entziehen. HIER gibt es übrigens eine äußerst aufschlussreiche Doku über die Pen & Pixel Alleskönner und HIER könnt ihr euch 460(!) Cover reinziehen. Enjoy!

10.Was macht eigentlich…!

Beanie Sigel? Phillys Bürgermeister findet im aktuellen Tagesgeschehen (aka Blogs, Twitter, Magazine etc.) nicht mehr statt. Und das schon seit fast einem Jahr. Eigentlich schade, denn der Mann kann rappen und zwar besser als die meisten dieser sog. „Streetrapper“, die sich an den Ecken dieser Welt stapeln. Zugegeben, die Beatauswahl auf seinen Solo-Alben war immer recht durchwachsen, aber im richtigen Moment und mit der richtigen musikalischen Begleitung entstanden wahre Monster. „Feel It in the Air“ ist so ein Monster. Meine Güte, den Song kann ich mir nach vier Jahren immer noch geben und bekomme eine Gänsehaut. Caspers Remix war und ist übrigens der einzig legitime! Leider war der dicke Siruptrinker immer in irgendwelche Schießereien, Räubereien und andere Unsportlichkeiten verwickelt, trotz seiner bequemen Position als Jiggas „Lieblingsatze-falls-Memphis-mal-verhindert-sein-sollte“. Nach seinem letzten Album, welches ich mir übrigens gekauft habe obwohl es nicht besonders gut ist, wurde es dann schlagartig still um ihn. Angeblich soll er jetzt im Süden wohnen und da irgendwas machen. Irgendwie auch nachvollziehbar, denn nachdem Jigga sein Label und auch sein Umfeld radikal gestutzt hatte und State Property jetzt wohl (leider) endgültig Geschichte sind, hatte er offensichtlich nicht mehr allzu viele Anknüpfungspunkte. Echt schade, echt jetzt!

Danke fürs Lesen!


 
In diesem Sinne-chillt mal wieder all-fitted-out mit dem gefährlichsten Gangsterrapper der Welt…so wie Master P und Lil`Romeo! GaylbeBananenGäng, Bitches!

PS: Hier geht’s zum Kolumnenarchiv!

PPS: Unser guter Lunatronic, u.a. Grafiker der Schwänzengäng, veröffentlicht ab jetzt regelmäßig auf den Schwänzengäng Blogs seine „Diggin The Crates – Weisst du noch wie es früher war?“-Kolumne. CH-CHECK IT OUT!



PPPS: Wie wahnsinnig gut wäre eigentlich eine Ryan Leslie/Colin Munroe-Kollabo? Sehr!

Kritik bitte an:
wzeut9mnc74hd@kLoä+=js.de






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