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15.09.2009 - 13:34

Sonny Black & Frank White: Carlo Cokxxx Nutten 2

 

 

 

 

 

"Ratet mal, wer zurück ist: Sonny Black und Frank White, Ihr Penner!...Das ist der Carlo Cokxxx Flavor! ihr wisst Bescheid! Sonny, bounce den Beat!"

Mit diesen Worten im Intro wird das neue, gemeinsame Album von Bushido und Fler aka Sonny Black und Frank White eingeleitet. Es ist dasselbe Konzept wie damals: Bushido produziert alle Beats (diesmal jedoch ohne Samples, d.h. alle Drums und jeder Ton wurde selber eingespielt), teilweise mit Hilfe des Münchener Filmmusikomponisten Martin Stock, und die Texte drehen sich um Drogen, Nutten, Gewalt und Aggression gegenüber anderen Rappern. Die meisten Beats waren eigentlich für den Soundtrack zum kommenden Bushido-Film gedacht, jetzt wurden sie für dieses Album benutzt. Deshalb (und auch weil keine Samples wie auf dem ersten Album benutzt wurden) sollte klar sein, dass dieses Album nicht wie der erste Teil klingen wird. Die Grundstimmung, die die Musik auslöst, ist aber eine sehr ähnliche und das gefällt. Bevor ich im Detail zum Album selbst komme, möchte ich noch kurz etwas zu diesem Event an sich und seinem Verlauf sowie zu beiden Künstlern generell sagen.

2009 sind wir jetz 7 Jahre nach dem ersten Teil. Diese Zeit war für beide geprägt von Untergrundhypes, Labeltrennungen, finanziellen Durchbrüchen, zerbrochenen Freundschaftsverhältnissen, Disses, Beefs, Skandalen und mit der Versöhnung Ende März 2009 schloss sich der Kreis. Gleich wurden Spekulationen laut, dass ein neues, gemeinsames Album geplant sei und auch wenn dies am Anfang bestritten wurde, so entschieden sich beide doch recht schnell dazu, diesen Schritt zu tun. Die Erwartungen von Fans des ersten Teiles stiegen extrem an, manche wurden skeptisch und quittierten diese Meldung gleich mit der Meinung, dass die beiden niemals wieder ein Werk schaffen können, was an den ersten Teil rankommt. Manche sprachen diesem Event sogar seine Besonderheit ab oder sagten, dass es nicht wichtig sei, was hier passiere. Dies ist jedoch auch aus objektiver Sicht absoluter Schwachsinn. Jeder hat über die Versöhnung und über das Album im Vorfeld geredet, viele wollten es aber nicht zugeben, Diesen Leuten sollte zumindest bewusst sein, dass gerade diese Ignoranz auch ein Grund ist, warum beide auf dem Album so harte Inhalte präsentieren, gegen die deutsche Hip Hop-Szene wettern und sich auch in ihren Aussagen absolut nicht zurückhalten. Denn genau dieses Motiv hatten Bushido und Fler auch beim ersten CCN-Album, die Ursachen sind in beiden Fällen auch ähnlich. Nur sind beide heute gestandenen Künstler, die schon einige Top Ten-Chartplatzierungen nachweisen können. Bushido ist seit Längerem sogar der Erfolgreichste Solokünstler aus der deutsche Rapszene. Damals wie heute werden beide von einem Großteil der Szene ausgeschlossen, weil ihnen ein nicht ausreichendes Verständnis für die klassischen Hip Hop-Ideale attestiert, ihnen mangelnde Authentizität vorgehalten oder ihnen vorgeworfen wird, nur des Geldes wegen Musik zu machen. Auch wenn beide das wahrscheinlich nicht so schnell zugeben würden, scheint dieser Makel an ihrer Erscheinung auf andere Leute an ihnen zu nagen. Dieser Mangel an Respekt löst bis heute Wut in ihnen aus und diese Wut war die Motivation zum ersten Album von 2002 und sie ist es auch für das neue Album. Dies bekommt man auch diesmal zu spüren.

Es mag sein, dass man mit der Musik oder den Charaktern von Bushido und Fler nicht viel anfangen kann. Fakt ist jedoch für mich, dass viele Menschen von vornherein nicht mit einer objektiven Sicht an beide herangehen oder sie ihre Schlüsse aus gefährlichem Halbwissen wie Gerüchten, sonderbaren Fernsehberichten usw. ziehen. Ich persönlich finde an beiden sowohl positive als auch negative Aspekte, egal, ob diese auf die Musik oder die Persona bezogen sind. Ich habe von beiden Künsltern einige CDs im Regal stehen und habe mich mit beiden beschäftigt, weil ich beide Künstler (insbesondere Bushido) in vielerlei Hinsicht interessant finde. Das zu sagen löst in mir auch keine Scham aus. Mittlerweile meine ich, beide Künstler in ihrer Mentalität recht gut einschätzen zu können. Das denke ich zumindest, wenn ich mir die Interviews auf www.rap.de oder www.mixeryrawdeluxe.de anlässlich zu CCN 2 anschaue. Besonders, wer bei Bushidos Aussagen zwischen den Zeilen liest und richtig zuhört, kann einiges dazulernen, was seine Sicht auf die Welt und die Rapszene angeht. Man muss diese Ansichten nicht teilen, ich tue das auch nicht in jedem Fall. Aber man kann sie hier zumindest nachvollziehen, da beide sich in diesen Interviews selbst so gut und plausibel erklären wie schon lange nicht mehr. Diese beiden Interviews kann ich jedenfalls nur empfehlen.

Nun zum Album: eben habe ich ein paar Sätze aus dem Intro zitiert und die Rede daraus wird, wie beim ersten CCN, von einer Frau mit einer penetranten Stimme auf aggressive Art vorgetragen. Es ist nicht dieselbe wie im Intro von 2002, aber man kommt doch wieder direkt in diesen Film, den das erste Album schon ausgelöst hat. Dabei wird einem sofort klar, dass sich scheinbar nichts verändert hat, Bushido und Fler sind immer noch dieselben wie damals.

Dann folgt "Reloaded", der erste Song. Der Beat hat aufgrund seiner Soundeffekte etwas hypnotisches an sich, was gut klingt, und die Texte gehen gleich unter die Gürtellinie. Als Opener hätte man aber eher einen anderen, Song nehmen sollen, wie z.B. "Carlo Cokxxx Flashback", dem 3. Track. Die Stimmung, die der Track auslöst, passt besser zu meinen Erwartungen, nicht zuletzt wegen Zeilen wie:

Fler: "Gülcan ohne Make-up ist was so ähnlich wie der Engel, der jetz Aids hat/ Ich fick euch, ihr Faker" (mit dem Engel ist die Sängerin Nadia Benaissa von den No Angels gemeint)

oder

Bushido: "Ghettoprominenz, Tattoos unter'm Hemd/ Tattoos unter'm Hals und Eko mach ich kalt/ Dieser Typ hat euch groß gemacht/ Also sag mir, was kuckst du so, du Spast?"

Erfreulicherweise zitieren beide oft auf dem Album diverse Sätze und Sprüche, die sie schon damals vor ihrem Streit auf gemeinsamen Songs benutzt haben. Mag sein, dass dies nostalgisch ist, aber dadurch gewinnt das Album nur mehr an Atmosphäre.

Der nächste Track namens "Zwei Turntables und ein Mic" bringt gut die Sicht der beiden auf deutschen Hip Hop auf den Punkt. Natürlich ist diese Sicht eine andere als die allgemein gängige:

Bushido: "Ihr seid nicht gangster, ihr Toys, habt ihr's jetzt kapiert?/ ihr seid ein Teil von einer Szene, die nicht exisitiert/.../kuck mich an, Schlampe, ich bin jetzt fame und mächtig/ Doch wie du rappst, Mann, das kann's nicht sein/ Rap ist eine Pussy und ich steck den Schwanz tief rein"

Hier wird klar: Damals, beim ersten Album, sagte man beiden, dass sie mit ihrer aggressiven Musik nicht zur Szene passen. Heute drehen sie den Spieß um, bezeichnen sich selbst als das, was die Hip Hop-Szene ausmacht und schließen die Leute, die sie damals gehasst haben und es heute immer noch tun, von ihrem Geschehen aus. Ihr kommerzieller Erfolg scheint ihre Ansicht darauf nur zu untermauern.

Danach folgt "Eine Chance", der erste Teil der Doppelsingle "Eine Chance/zu gangsta". Als ich den Song zum ersten mal hörte, war ich wenig begeistert, weil die "gesungene" Hook, das Thema des Textes und die Produktion nicht das waren, was ich mir unter einem Comeback von Sonny Black und Frank White vorgestellt habe. Raptechnisch und lyrisch gesehen haben beide auch schon bessere Singles rausgebracht, aber mittlerweile konnte ich mich mit dem Song anfreunden, nicht zuletzt, weil ich jetzt auf dem Album die 3. Strophe gehört habe, die im Video nicht vorkommt:

Fler: "Wir schließen Frieden: kuck ma', was für'n Promoeffekt!"

Man merkt, dass es in dem Song teilweise um ihre Versöhnung geht und welche Motivation sie daraus ziehen. Mit jedem Hören wird der Song auch besser, auch wenn der Beat das Album in seiner Machart wirklich nicht räpresentiert.

Danach geht es auch eher nachdenklich weiter. "Ich wollte eigentlich nur rappen" zeigt auf, welchen Konflikt man als prominenter (Gangster)Rapper man mit sich rumschleppt, weil das eigene Image und die eigene Authentizität sofort bei anderen in Frage gestellt werden. Bushidos erzählte Geschichte zieht hier im Vergleich zu der von Fler den Kürzeren.

Danach folgt das erste, große Hightlight des Albums, "Der Song lacht". Hier geht es um persönliche Ängste und die Gewissensbisse, die beide aufgrund ihres fraglichen Lifestyles haben und wie sich das bis heute auf ihr Verhalten und auch ihre Umwelt auswirkt. Besonders hervorzuheben ist der Beat, der zuerst wegen einer Art vocalsample recht merkwürdig wirkt, aber sobald die Pianomelodie einsetzt, fühlt man sich davon gefesselt. Der Song hat auf jeden Fall einen gewissen Wiedererkennungswert und hat meiner Meinung nach das Potential, eine 2. Single zu werden. Der bildliche Text macht auch einen guten Eindruck:

Bushido:"Die Zeit heilt keine Wunden, du gewöhnst dich dran/ An den Schmerz und dann ist es wohlmöglich Angst/ Angst, die dich nicht mehr loslassen will/ Und auf einmal schiebst du einen so krassen Film/.../ Ich such mein Glück mit 'nem Kompass/ Ich will nur, dass der Song lacht"

Fler:"Du sitzt allein zu Haus', mit Para in deim' Kopf/ Die Mutter, die nur weint, weil der Vater sie verkloppt/ Die Kumpels hinter Gittern, du selber vor Gericht/ Und du selber merkst, wie verloren du bist"

Mit "Komm klar, Spast" und "Ich war noch nie wie die" geht es wieder aggressiv weiter. Der erstgenannte Song ist von den Tracks dieser Machart der beste, wie ich finde.

Bushido:"Ich vögel viel mehr als Vögel, ihr Vögel/ und pöbel, pöbel und pöbel und pöbel/.../Ich finde Mobbing ganz gut/ Schnellfickerhose, mein Jogginganzug/.../Ich war ein Draufgänger, ich war ein Faulenzer, ein Hochhausbanger, ein scheiß Ausländer/ und meine Ex, nur Ärger mit der Bitch/ Heute wackeln Weiber mit den Ärschen nur für mich"

Bushido gibt auf seinem Solosong "Ich war nie wie die" auch wieder einen Einblick in seine Weltansicht, wegen der er oft mit den Medien und diversen Leuten aneinander gerät. Für viele scheint dies pure Provokation oder arroganzes Getue zu sein, für ihn ist es wohl nur eine logische Konsequenz auf das, was in seiner Welt passiert. Auch wenn seine Ansicht nicht die der Allgemeinheit ist, macht es dennoch manchmal Spaß, ihm dabei zuzuhören, wie er sich selbst erklärt.

Mit "Zukunft Pt. 2", einer Fortsetzung des gleichnamigen Songs von dem zweiten Bushido-Soloalbum "Vom Bordstein bis zur Skyline", auf dem Fler gefeaturet war, folgt dann der große Höhepunkt des Albums. Ich hätte nicht erwartet, dass beide in diesem Song die Umstände, unter denen sie sich getrennt, zerstritten und wieder vertragen haben, verarbeiten. Zudem spielt hier auch die Enttäuschung, die Fler verspürt hat, weil sein ehemaliges Label Aggro Berlin irgendwann nach seinem ersten Soloalbum 2005 nicht mehr für, sondern gegen ihn gearbeitet hat, eine Rolle. Dies war ja auch der Grund dafür, dass Bushido das Label 2004 verließ. Beide sprechen sich in dem Song gegenseitiges Vertrauen zu und zeigen, dass sie voll und ganz hinter der Versöhnung stehen. Der aus dem ersten Teil von Zukunft rezitierte Satz

"Wir sind die Zukunft, scheiß auf die Vergangenheit/ Sonny Black und Frank White, wir ficken euren Arsch zu zweit"

gewinnt hier eine völlig neue Bedeutung. An diesem Song stimmt alles: Beat, Text, Hook, einfach alles! Auf einem ruhigen Teppich aus Pianoklängen und Streichern, gepaart mit harten Drums, rappen beide sehr eindrucksvoll ihre Teilen und bezeichnen ihre Wiedervereinigung als Schicksalsakt.

Bushido: "Kannst du, sag, kannst du mir noch in die Augen sehen?"

Fler: "Ich kann, Anis, du weißt doch, ich vertrau nicht jedem!"

Bushido: "Sag mir, warum bist du ihnen so loyal geblieben? Hab den Mund gehalten, doch ich wusste, sie verraten ihn"

Fler: "Kannst du, sag, kannst du mir noch in die Augen sehen?"

Bushido: " Ich kann, Patrick, du weißt doch, ich vertrau nicht jedem!"

Fler: "Sag mir, warum hab ich in meinem Kopf so Krisen?"

Bushido: "Ob wir wollen oder nicht, alles ist von Gott geschrieben"

Im weiteren Verlauf kommen Songs, die mal stärker ("Die Krähen kreisen") , mal schwächer ("ich rap für") sind. Bei den Beats zu "Alptraum" (Flers Solosong), "Vorbild" oder "Die Krähen kreisen" (Hammer Atmosphäre und Melodie!!!) ) wird klar, dass Bushido wirklich ein versierter Produzent geworden ist, der ein gutes Gespür für Melodien und knackende, harte Drums hat. Dass er diesmal nichts gesamplet hat, tut dem Album nur gutes.

Mit "Highlife" befindet sich dann auch ein harter Track gegen Exfreundinnen auf dem Album. Besonders der Text von Bushido geht hier dahin, wo es sehr, sehr weh tut und Tränen bei der Ex fließen dürften, aber der Beat hätte ruhig viel härter ausfallen dürfen. Ich musste dabei unmittelbar an "Drecksstück", einem gemeinsamen Song auf "Vom Bordstein bis zur Skyline", denken, der von der Atmosphäre her besser ist als der Track hier.

Auf der Special Edition befinden sich dann noch ein paar Bonustracks. "Zeiten ändern sich Pt. 2" geht mit den Spuckgeräuchen in der Hook gut ins Ohr und mit "Wie ein Tattoo" ist auch noch ein schöner, nachdenklicher Song drauf. In beiden Songs erzählen die beiden aber nichts, was sie nicht schon auf den anderen Songs gesagt haben.

"Straßengangsound" hingegen ist der Song mit dem höchsten Ohrwurmpotential! Diese wunderschöne, schwebende, melancholische Melodie sorgt für Gänsehaut pur und die simple, gesungene Hook von Fler hakt sich sofort im Kopf fest. Der Song hat einen gewissen, poppigen Touch, aber nicht auf negative Art. Dieser Song, diese Melodie und dieser Rhytmus sind dermaßend smooth, dass man das nur gut finden kann! Ich hoffe, dass es den Rest vom September noch ein paar mal abends relativ warm ist, damit ich das beim Fahren bei offenen Fenstern laut pumpen kann!

Mit dem Remix zu "Ich rap für", auf dem Bushidos Schützling Kay One gefeaturet ist, findet das Album einen eher unspektakulären Abschluss. Der Song gefällt mir in der normalen Version schon nicht so und Kay Ones Strophe bietet ein paar nette Ansagen, aber von der Stimmlage und dem Flow her erinnert er mich zu stark an SD von German Dream, Ekos Label. Er hätte von der Stimme und dem Flow her so rappen sollen wie immer, das hätte dem Song besser gestanden.

Was ich noch sagen möchte, ist, dass auf dem Album viele Cuts und Scratches sind, was zu dem hardcoremäßigen Sound sehr gut passt. Das Album ist auch geil abgemischt, der Sound pumpt laut und klar aus den Boxen. Auf den Konzerten zur CCN 2 Tour im November und Dezember wird es also dementsprechend gut abgehen.

Im Vergleich zum ersten CCN bestehen aus musikalischer und raptechnischer Sicht nicht so viele Gemeinsamkeiten. Das liegt einfach daran, dass beide mehr Erfahrungen im Bereich der Musik haben und diesmal genauer wissen, was sie da eigentlich tun. Übrig geblieben sind eben der Hang zu aggressiven Produktionen und die kompromisslose "Wir scheißen auf euch alle!"-Haltung von Bushido und Fler. Das Album hat zumindest meine Erwartungen erfüllt., weil diese Wut auf dem Album glaubwürdig erscheint und nicht aufgesetzt wirkt.

Zum Abschluss möchte ich das Album noch kurz zu dem Album "Jung, brutal, gutaussehend" von Kollegah und Farid Bang setzen, da 1. beide Duos sich nicht besonders grün sind und 2. schon im Vorfeld Vergleiche zwischen den Alben beider Parteien gezogen wurden und Kollegah sowie Farid Bang klarstellten, dass sie die Bushido und Fler aus künstlerischer Sicht als keine Konkurrenz sehen und finden, dass deren Zeit mittlerweile vorbei sei.

CCN 2 ist für mich das eindeutig bessere Album, da es einfach einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Auf JBG wurden zwar viel ausgefallenere Sprüche, Metaphern, Vergleiche usw. gekickt und auch aus raptechnischer sicht hat zumindest Kollegah bewiesen, dass er im Verlgleich zu Bushido und fler die Nase vorne hat. Aber Bushido und Fler harmonisieren viel mehr miteinander, auf JBG standen sich Kollegah und Farid Bang weitgehend gegenseitig im Weg, da Farid Bang einfach meistens unterlegen war. Zudem fehlte es JBG an thematischer sowie musikalischer Abwechslung. Zwar ist CCN 2 an sich auch kein sehr facetteneiches Album, aber man kann es sich besser am Stück anhören, da es eine Ecke professioneller produziert wurde, und das in gerade mal 2 Wochen!

Der größte Unterschied ist allerdings die Motivation zum Album. Wie ich schon gesagt habe, Bushido haben die beiden CCN Alben aus Wut gemacht, die wollten der Szene in den Arsch treten und mit ihr wegen ihrer Ignoranz abrechnen. Deswegen haben diese beiden auch heute ein gutes Album geschaffen. JGB hingegen wurde nur aus Jux sowie Tollerei aufgenommen und weil Kollegah und Farid Bang sich gut verstanden und denselben Humor hatten, den sie dann auf Platte gebannt haben. Deswegen hat CCN 2 auf jeden Fall den längeren Atem und kommerziell gesehen wird es sowieso viel erfolgreicher werden.

Ob CCN 2 ein kommerziell erfolgreicher Klassiker wird, so ähnlich wie damals CCN 1 zu einem Untergrund-Klassiker wurde, ist schwer abzusehen, jedoch nicht wirklich unmöglich. 2002 war deren Kollaboalbum etwas neues, weil Gangsterrap bzw. Straßenrap der härteren Sorte damals eine absolute Ausnahme war. Heute ist man mit Gangsterrap vertraut und Bushido und Fler fügen diesem Genre nichts neues hinzu. Dafür wirken beide in den nachdenklichen Momenten des Albums reifer als vorher und auch sonst ergänzen sich beide sehr gut. Die Versöhnung markiert sowieso einen wichtigen Moment in der Karriere von beiden und deswegen ist dieses Album zumindest für deren musikalische Laufbahnen ein Meilenstein. Manchen Fans von früher wird das Album bestimmt nicht so sehr gefallen, weil es eben nach 2009 und nicht nach 2002 klingt. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass man ein 7 Jahre altes Gefühl nicht einfach so wiederholen kann. Wer das begriffen hat, wird mit dem Album viel Spaß haben. Deshalb kann ich jedem, der CCN 1 kennt und sich für den neuen Teil interessiert, nur empfehlen, mal genau reinzuhören. Leute, die weder mit Bushido noch mit Fler was anfangen könnten, werden hier jedenfalls fast alles, was sie an beiden hassen, in viel erhöhterem Maße als sonst wiederfinden und sollten die Finger davon lassen.

 

 

WERTUNG: 4,5 von 6 Punkten!




CCN2 Review
Alcz | 14.10.2009 - 02:50
Warum müssen immer Leute, die keine Ahnung von HipHop&Rap haben, solche Reviews machen?
Mal im Ernst, warum könnt ihr nicht wirklich sachlich und objektiv da durchfahren? Warum könnt ihr euch nicht weniger ignorant zeigen und gleich mit den Fakten kommen:

1. Bushido und Fler sind Imagerapper, sie sind ein fake. Sie verhuren sich für alles. Diese Wut von der du da redest, das ist sicherlich nicht die Wut, die rauskommt wenn man nicht verstanden wird. Das ist die Wut, die rauskommt, wenn man auf Welle schieben will.

2. Sind beide, von den Lyrics sowie Niveau her gesehen, das Letzte.(Nadia hat AIDS, wirklich sehr sehr lustig...)

3. Gangstarapper die keine Gangsta sind? Boy bitte, rippe dich nicht selber, was würde Ice Cube dazu sagen?

4. Habe ich schon gesagt, dass Fler und Bushido schlechte Lyricists sind?

Naja viel Spass damit, ich geh und höre mir OB4CL2 an, da hab ich jedenfalls mehr Lyrics, mehr Hirn und mehr Authentizität.