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Gelbe Landschaften wohin man schaut: Auf Werbeplakaten, im Vorabendprogramm von Pro7, in Supermärkten und Spielwarenläden. Das satte Simpsons-Gelb ist bereits eine eigene Marke. Ebenso wie die Figuren dahinter – und das nicht erst seit gestern. Am 19. April 1987 ging eine Zeichentrickserie on Air, deren Wurzeln auf Erfolgsboden fruchtete. 2007 gibt es 18 Staffeln der Kult-Serie und neuerdings einen Kinofilm, den man als Simpsons-Fan unbedingt zwiespältig betrachten sollte.



Eine leise Vorahnung zeichnete sich bereits ab als bekannt wurde, dass keine Reviews über den Simpsons-Film vor dem 24. Juli, ein Tag vor Leinwand-Release, veröffentlicht werden dürfen. Viele sahen darin eine abschreckende Warnung. War es Regisseur David Silverman und dem weltbekannten Zeichner Matt Groening nicht gelungen, eine sonst auf 22 Minuten beschränkte Simpsons-Folge auf ganze 87 Minuten Spielzeit auszudehnen ohne einen sinnigen Gesamtplot zu implementieren? Nach dem Besuch des Films gibt es auf diese Frage wohl nur eine Antwort: Jain.



Bösartig, zynisch, brillant fängt das Movie an. Homer hat sich ein Hausschwein angeschafft, dessen Fäkalabfälle nun in einem riesigen Silo im Garten der Simpsons-Familie steht. Der vom Überlaufen bedrohte Kessel muss schnellstmöglich entsorgt werden. Also entscheidet sich Homer dazu, die Fäkalien im eh schon verdreckten Lake Springfield zu entsorgen, was eine Art Super-Gau in dem kleinen Städtchen auslöst. Von nun an ist Springfield offiziell die schmutzigste Stadt der Staaten. Den Einwohnern gefällt das natürlich nicht und so stellen sie Nachforschungen an, wer den Schweinemist in den See geschüttet hat. So kommt die Gemeinschaft schnell hinter die Straftat und versucht gemeinsam, den Simpsons die Hölle heiß zu machen, indem sie ihr Hab und Gut abfackeln. Glücklicherweise findet die kleine Maggie einen Fluchtweg und so macht sich die typisch amerikanische Familie auf nach Alaska um dort in abgeschiedener Gegend sesshaft zu werden. Doch die anfangs paradiesische Ruhe und Abgeschiedenheit wird bald durch eine schreckliche Meldung getrübt: Springfield soll dem Erdboden gleich gemacht werden. Der Schandfleck muss von der amerikanischen Landkarte verschwinden. Doch am Ende sind es gerade die Simpsons, die Springfield ins Unheil gestürzt haben, die es in einer waghalsigen Aktion retten.



Hört sich nach einem Plot an, den man in einer normalen Simpsons-Folge abhandeln könnte? Exakt. Dann würden zwar einige Lacher rausfallen und die Szenen etwas kürzer auskommen müssen, was jedoch nicht entstehen würde ist Mittelmäßigkeit. In der ersten Hälfte des Simpson-Films wurde genau dieses Prinzip angewandt. Doch was im letzten Teil des Films folgt, ist manchmal etwas platter und zäher, als man es von den Simpsons sonst gewohnt ist. Gerade der Bart/Flanders-Handlungsstrang und damit verbunden das komplette Vater-Sohn-Drama hätte deutlich verkürzt werden können. Erstaunlich ist es auch, wie man in besagtem zweiten Teil Abstriche zugunsten des Mainstream-Publikums machen musste. Besonders romantisch waren die Simpsons in der Vergangenheit ja nie. Durch diese neue, versöhnliche Seite verliert der Film aber an Tempo und wirkt stellenweise aufgesetzt. So ist die Versöhnung zwischen Bart und Homer und die daraus resultierende Springfield-Rettungsaktion auch ein Plot mit Symbolcharakter. Es wird ein Bild geschaffen, das dem typisch amerikanischen Gesellschaftsbild gleicht, in dem in vielen Fällen noch immer der Sohn eine höhere Akzeptanz in der Familie genießt. Was in normalen Simpsons-Folgen also zynisch beleuchtet wird, kann hier als Versöhnung mit den konservativen Kritikern und Moralwächtern der Simpsons ausgelegt werden.



Doch trotz der ein oder anderen Schwäche ist der Simpsons-Film gelungener als zu erwarten war. Die Gags treffen zu 80 % den Lachmuskel volle Breitseite und animationstechnisch ist das Movie tadellos. Richtig war es auch, Homer zum „Hauptdarsteller“ mit dem meisten Witzpotential und der längsten Screen-Time auszuerkiesen. Auftritte von beliebten Charakteren wie Tingletangle Bob oder Hausmeister Willy wurden konsequent außen vor gelassen und haben die teilweise konstruiert wirkende Handlung nicht weiter gestört. Und sein wir mal ehrlich: Bei den Simpsons geht es doch in erster Linie ums herzhafte Lachen.



„Die Simpsons – der Film“ setzt genau dort an, wo eine normale Episode zu Ende ist. Zwar ist mir persönlich der Schluss etwas zu romantisch, dennoch kann das nicht über einen gelungenen Kinoabend hinweg täuschen. Alle, die sich also ansatzweise mit den gelben Figuren aus Springfield identifizieren können, sollten eine Vorstellung besuchen. Und siehe da: Homer rettet nicht nur seine Heimatstadt, sondern auch den Samstag Abend.



Regisseur: David Silverman
Drehbuch: James L. Brooks, Matt Groening
Genre: Comic-Comedy
Laufzeit: 87 min
Release Date: 26.07.2007
Website: http://www.simpsonsmovie.com/
IMDB-Page: http://www.imdb.com/title/tt0462538/

(flo)

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genau

geschrieben von mett flanders
am 10.08.2007 um 12:11
auf n punkt gebracht.
hatte sehr ähnlich gedankengänge
nach dem streifen. etwas langatmig
in der zweiten hälfte,aber trotzdem top.

Kommentar ohne Titel

geschrieben von Rince
am 10.08.2007 um 12:15
Genau das hat mich auch am meisten gestört - bis zum Brechreiz emotional war der Film. Die Geschichte mit Bart und Flanders ist SOWAS von unrealistisch, das geht gar nicht. Und sowieso, Stress zwischen Homer und Marge, Lisa verliebt sich mal wieder in einen Öko-Spinner. Das ist nicht nur aufgewärmter Kaffee, sondern auch einfach nervig.
Den Rest fand ich aber richtig klasse. Und ehrlich gesagt find ich dieses "Mimimi, das is ja nur ne normale Folge in Spielfilmlänge"-Geseier ziemlich behindert. Hätten sie es aufgebaut wie einen normalen Kinofilm, hätten mindestens genauso viele rumgeheult, dass das Simpsonsfeeling fehlt. Ich fand die Story solide. Kein Knaller ("Homer gegen New York" ist unschlagbar), aber in Ordnung. Und es waren genug Lacher drin, alleine das Spider-Schwein ist das Geilste überhaupt. Ich bin zufrieden, sie hätten es viel schlimmer verhunzen können.
R

P.S.: Noch etwas konstruktive Kritik: ich finde, du erzählst in den Reviews oft zu viel von der Handlung. Wenn ich den Film nicht schon kannte, wär ich jetz etwas verärgert. Vielleicht solltest du den inhaltlichen Teil in Zukunft kürzer machen oder zumindest ne Spoiler-Warnung machen oder so.

Kommentar ohne Titel

geschrieben von kevla
am 10.08.2007 um 02:08
ich find du bist da zu kritisch..klar, ist das bart/flenders-szenario ein bißchen seltsam und das ende romantischer als es je eine simpsons-folge war, aber das nimmt doch nun wirklich nur einen kleinen teil des films ein..ich fands eigentlich ziemlich geil, weil jede dieser bilder gleich wieder durch einen urkomischen witz zerhackt wurde

naja, von mir bekommt der film noch mindestens ne halbe acht mehr als von dir

oha

geschrieben von kevla
am 10.08.2007 um 02:09
8,1 bei imdb ist ja auch nciht grad schlecht

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geschrieben von Anonymous
am 10.08.2007 um 02:22
ich stimme dir gerne zu, allerdings hat es mich schon etwas gestört das "kultcharaktere" wie tingletangle bob, hausmeister willy oder andere nichtmal eine szene bekamen, gerade mit vielen charakteren macht mir simpsons mehr spass :)

Kommentar ohne Titel

geschrieben von Anonymous
am 10.08.2007 um 02:53
stimme dir komplett zu =)

die szenen mit marge und homer empfand ich auch als einen kleinen Bruch zwischen der haltlosen Aneinanderreihung von Gags. aber sonst...amüsante 4 mal so lange episode ~

Kommentar ohne Titel

geschrieben von napfkuchen_mc
am 10.08.2007 um 05:07
"So ist die Versöhnung zwischen Bart und Homer und die daraus resultierende Springfield-Rettungsaktion auch ein Plot mit Symbolcharakter. Es wird ein Bild geschaffen, das dem typisch amerikanischen Gesellschaftsbild gleicht, in dem in vielen Fällen noch immer der Sohn eine höhere Akzeptanz in der Familie genießt."

Wenn man einen Satz mit "so" anfängt, sollte man davor auch irgendwelche Gründe aufzählen. Wo wird denn bitte deiner Meinung nach im Film deutlich, dass Jungen in der amerikanischen Gesellschaft ne höhere Stellung haben?

Und ausserdem: Es ist n bisschen sinnlos dieses Geschnulze zu kritiseren. Das mussten die höchstwahrscheinlich schon der Verkaufszahlen wegen machen. Und im grunde genommen sollte das jedem vorher klar gewesen sein, dass der Film so laufen würde. Das ist halt was die Leuten wollen...

Aber sonst stimmt schon, recht guter Film.

Naja - ich finde

geschrieben von Simmel
am 11.08.2007 um 01:36
du stürzt dich da nur auf die paar kleinen negativen Effekte... die einfach in jedem Ami-Film verlangt werden.

Ich finde da sind auch viele kleine geile Sprüche drin die Amerika mal wieder den Spiegel vorhält, so wie ich das von den Simpsons gewohnt bin!

Walt Disney wirds auf Feinste verarscht!
Look Mum I'm the mascot of an evil cooperation (Bart)
Finally the white rich man is in control (Mr. Burns!)
BLACK, that's the worst color there is! No offense Carl. (Lenny)
Say Global warming is a myth..... (Nelson)

Allein schon das der Film n PG13 bekommt weil Barts Nudel gezeigt wird, aber man sieht wie Otto ne Bong raucht, sagt doch schon wieder alles, haha!

Cool das die das dann so auf die Schippe genommen haben, man sieht die ganze Zeit nix und dann für noch nicht mal 5 Sek. n kleinen Schniepel.

Neee, also kann sein das ich da voreingenommen bin, aber die 2 drei Szenen die du da beschreibst, werden durch die vielen kleinen Spiegel wieder ausgewogen.

Kommentar ohne Titel

geschrieben von funkdaddyw
am 12.08.2007 um 10:12
"Es wird ein Bild geschaffen, das dem typisch amerikanischen Gesellschaftsbild gleicht, in dem in vielen Fällen noch immer der Sohn eine höhere Akzeptanz in der Familie genießt. Was in normalen Simpsons-Folgen also zynisch beleuchtet wird, kann hier als Versöhnung mit den konservativen Kritikern und Moralwächtern der Simpsons ausgelegt werden."

Eieieieieieiei. Fenster auf und weiiiiiiit rausgelehnt.


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