Dabei macht Fifty seinen Job gar nicht so schlecht. Dass er wortkark ist, weiß schließlich jeder, der sich ein wenig mit dem Ex-Drogendealer aus Southside Jamaica, Queens beschäftigt oder die letzte Wetten dass...? Show angeschaut hat. Wieso sollte er seine Persönlichkeit als Schauspieler nicht auch ausleben dürfen und einen Film in die Kinos bringen, der nicht gerade von spritzigen Dialogen sprüht, dennoch eine ganz besondere Stimmung schafft und ohnehin autobiographisch konzipiert ist. Von seiner Atmosphäre lebt der Film nämlich und das genau 134 Minuten lang.
Obwohl 50 Cent von Anfang an behauptete, dass der Film keine reine Autobiographie sei, sind die Parallelen wohl kaum übersehbar. Zwar wurden einige dramatische Elemente zur Erhöhung der Spannung eingebaut, aber das Grundgerüst bleibt Mr. Jackson's eigenes Leben. Von seiner Kindheit an, als er seine Mutter verliert, über seine kriminellen Anfänge als Drogendealer in den Straßen bis hin zu seiner Rapkarriere wirkt dieses Grundgerüst keines Wegs aufgesetzt. Dass das Leben in den Straßen der Queens Projects hart sein kann, vermittelt dieser Film vorzüglich. Hierbei wirkt weder Fifty, noch seine Crew, mit der er sein Unwesen treibt, übertrieben dargestellt. Wie schon in Hustle & Flow macht besonders Terrence Howard seinen Job als Komplize und späterer Manager Marcus' (50 Cent) außerordentlich gut, genauso wie Bill Duke, der im Film den herrschenden Drogenboss des Viertels spielt und in seiner Rolle geradezu aufgeht.
Leider hat es Drehbuchautor Terence Winter nicht geschafft, die Story in sich geschlossen zu halten, nicht selten wechseln Szenen so apprupt, dass man als Zuschauer etwas überfordert ist, dem Geschehen hinterher zu kommen. Ein bisschen mehr Spiellänge hätte dem Film sicher gut getan, dann hätte man auch getrost die Beziehung Marcus' zu seiner Jugendfreundin Charlene (Joy Bryant) weiter ausführen können.
Das schöne an dem Streifen ist jedoch, dass sich 50 Cent zu keinem Zeitpunkt mit Gewalt ins Rampenlicht drängen will, wie das so oft bei seiner Musikkarriere der Fall ist. Diese kommt zwar gegen Ende von "Get Rich Or Die Tryin" zur Geltung, allerdings auf dezente und erfreuliche Weise. Denn alleine die Musik und die Liebe zu seiner Freundin, kann Marcus von der Straße fern halten und ihn zu einem besseren Menschen machen, der seiner Aggression in From von Raptexten freien Lauf lässt, anstatt wild auf rivalisierende Kolumbianer zu schießen.
Insgesamt kann man 50 Cent's Schauspieldebüt als sehr gelungen bezeichnen. In seiner autobiographisch geprägten Rolle als Marcus, kommt er zu jeder Zeit glaubhaft rüber und vermittelt nicht zuletzt durch den auktorialen Erzählstil eine mitreisende Stimmung, die auch noch anhält, wenn das Bild langsam schwarz wird.

Komplize schreibt man ohne T.
geschrieben von Chrizzokissam 4.01.2006 um 04:49