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Gleich vorweg: Diese Review wird kurz. Warum? Ganz einfach, die Inhaltsangabe fällt (fast) weg. Warum? Bei „Shoot Em Up“ gibt es auf inhaltlicher Ebene nichts zu erzählen. Dass das nicht immer schlecht sein muss, beweist Michael Davis‘ neues Actionfeuerwerk trotzdem. Denn wer braucht schon Handlung, wenn ein Mann, gewappnet mit Knarre und Special Effects gegen eine ganze Armee antritt...



Ok, in zwei kurzen Sätzen zusammen gefasst, worum es in „Shoot Em Up“ geht: Mr. Smith (Clive Owen) wird durch Zufall Zeuge davon, wie eine wildfremde, schwangere Frau von einem Schurken verfolgt wird. Smith rettet die Frau, diese gebärt ein Kind, wird kurz darauf erschossen, Smith beschützt das Kind mit seinem Leben und metzelt geschätzt 150 Menschen in 86 Minuten ab. Was etwa einen Schnitt von 1,7 Menschen in der Minute macht.



Der Film fühlt sich durchgängig wie ein Rekordversuch an. Doch genau das macht ihn besonders kurzweilig und spannend. Man wartet förmlich auf den durch Dachluken kletternden, hinter Mauern und Fässern hervorkriechenden und Treppenhäuser hochtrampelnden Feind. Man ist eins mit dem Hauptdarsteller. Man wünscht der von Fiesling Hertz (Paul Giamatti) angeführten Armee den Tod. Jeder weitere Verlust auf der Seite des Feindes ist reinigend, erleichternd. Denn man hat immer im Hinterkopf, dass ein Querschläger, ein übersehender Gegner, eine Ladehemmung der eigene Tod bedeuten kann. Klingt wie in einem Counter-Strike oder Quake Match? „Shoot Em Up“ ist der auf Leinwand projizierte Ego-Shooter.



Nichts geringeres als ein Meisterwerk ist es dann auch, was Regisseur Michael Davis mit diesem Film erschaffen hat. Ich kann mich an keinen Film erinnern, der das Thema Tot mit einer solchen Ignoranz und Gleichgültigkeit behandelt. Wie die Faust aufs Auge passt auch daher der von Hertz in den Raum geworfene Spruch: „Guns don't kill people! But they sure help.“



Neben Kugelgewitter, Menschenhagel und Babygeschrei gibt es einen weiteren Faktor, der „Shoot Em Up“ zu einem außergewöhnlichen Streifen macht: Monica Bellucci. Mit welcher Grazie sie die Hure spielt, mit welcher Warmherzigkeit aus ihr der Mutterinstinkt heraus kommt, sie hätte glatt einen Oscar für die beste Nebenrolle verdient. Welche andere weibliche Schauspielerin würde selbst dann glaubhaft bleiben, wenn sie vom Protagonisten gerade durchgefickt wird und dieser gleichzeitig eine Horde von feindlichen Truppen dem Erdboden gleich macht. Gerade diese Szene sollte sich jedes angehende Schauspiel-Sternchen am besten als Bildschirmschoner aufs iBook laden.



„Shoot Em Up“ hat alles, was ein guter Film haben muss: Action, coole Stunts, geniale Einfälle, genialere Kameraperspektiven, tolle Hauptdarsteller und...keine Handlung. Auch wenn letzteres vielleicht für Manche in Widerspruch zu einem gelungenen Film steht, so macht es am Ende die konsequente Missachtung jeglichen Plots, was „Shoot Em Up“ in sich schlüssig macht. Schneller lauter und aufregender kann ein Kinoabend nicht sein.



Genre: Action-Thriller
Regie: Michael Davis
Drehbuch: Michael Davis
Schauspieler: Clive Owen, Monica Bellucci, Paul Giamatti, Stephen McHattie
Laufzeit: 86 min.
Filmstart: 20.09.2007
Website: http://wwws.warnerbros.de/shootemup/
IMDB-Link: http://www.imdb.com/title/tt0465602/

(flo)

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Kommentar ohne Titel

geschrieben von derRon
am 3.10.2007 um 02:28
Guns don't kill people ... Rappers do!


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