Jack Johnson ist gebürtiger Hawaiianer und wie es sich für einen waschechten Hawaiianer gehört, Surfer. Mit dem Musizieren hatte er eigentlich nie viel am Hut, mit 14 fing er zwar an, hobbymäßig auf seiner Accoustic Gitarre zu zupfen, eine große Rolle sollte das alles jedoch erst im späteren Verlauf seines Lebens spielen, da er schon im Alter von vier Pro-Surfer werden will. Dieses Ziel verfolgt er dann auch lange Zeit, bis er sich eines Tages bewusst gegen die Surfkarriere entscheidet, obwohl er schon in mehreren Kultfilmen zu sehen war. Die plötzliche Sinneswandlung könnte man auch den Anfang einer wahrhaft relaxt-erfolgreichen Karriere nennen. Zusammen mit ein paar Freunden musiziert JJ weiterhin, bis er eines Tages über einen Freund mit dem legendären Ben Harper connected. Dieser produziert auch Jack's Debüt-Scheibe "Brushfire Fairytales". Ohne jegliche Art von Promotion werden Songs wie das unglaublich gefühlvolle "Flake" oder das hart groovende "Bubble Toes" in die Programme der kalifornischen Radiosender aufgenommen. Drei Jahre nach Release des Albums erreicht es Platinstatus. Jack Johnson bekommt davon eher wenig mit. Er treibt sich lieber am Strand von Oahu mit seinen Surf-Homies rum.
In Europa kann man zu der Zeit noch nichts mit einen Hawaiianer namens Jack Johnson anfangen. Erst als sein zweiter Joint "On And On" auf den Markt kommt, springt der Funken über. "Taylor" hält sich monatelang in der Charts, außerdem darf man sich über ein entspanntes und durchaus witziges Video dazu freuen, nicht zuletzt wegen dem Auftritt von Ben Stiller. Teilweise wird der Surfer in europäischen Gefilden frenetischer gefeiert, als in den Staaten selbst. Doch auf Tour gehen will er mit seiner Musik nicht, da er sich bei Live-Auftritten "unbehaglich" fühlt und lieber im engsten Freundeskreis jammed. Glücklicherweise bricht er sein Credo bei der Veröffentlichung seines dritten Studioalbums "In Between Dreams" und begibt sich auf eine weltumfassende Tournee. Auch in Deutschland gibt er drei Konzerte, allerdings nicht in riesigen Stadien, die er durchaus mittlerweile füllen könnte, sondern in kleinen Clubs mit maximal 500 Zuschauern. Mehrere Fernsehauftritte bei MTV, Viva und Co. folgen. Besonders im TV präsentiert sich JJ symphatisch, egal wo man ihn sieht, er läuft immer barfuß oder mit Flip Flops bekleidet, trägt ein lässiges Surfer-Shirt und eine ausgewaschene Jeans.
Wenn ein Musiker auf diesem Planeten die Ruhe gepachtet hat, ist es definitiv Jack Johnson. Sowohl seine Musik, also auch seine Biographie und Lebenseinstellung vermitteln wunderbar die erfüllte Glückseeligkeit eines Mannes, der jeden Tag lebt als wäre es sein Letzter. Es tut gut zu sehen, dass diese Phrase auch außerhalb des "Deine Lieblingsrapper Kontextes" Verwendung findet.
