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Artist Of The Week: LL Cool J

11.04.2006 - 08:22
Kategorie:
(1) Kommentar/e | kommentieren
Wenn die Kurzlebigkeit vieler Rapkarrieren die Regel ist, so ist James Todd Smith aka LL Cool J die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Man hält es kaum für möglich, aber der Rapper ist bereits seit über 20 Jahren ein fester Bestandteil von Rap. Einige unter euch werden sich nun sicherlich zwei Fragen stellen. Erstens: Gibt es Rapmusik tatsächlich bereits seit über 20 Jahren? Und zweitens: Ist Mr. "Ladies Love Cool James", kurz LL Cool J, nicht ein bisschen zu alt für das Spiel?



Als 1985 "I Can't Live Without My Radio" rauskam und LL Cool J zu der Zeit gerade 17 Jahre alt war, stand ein Teil der Hiphop Szene Kopf. Der damals Breakdance begeisterte LL begann schnell zu begreifen, was der damaligen Szene fehlte. Mit seiner Mischung aus Party-Tracks und Rap-Balladen fand er eine Lücke, zwischen den damals angesagten N.W.A. Gangsterrappern und den politischen Texten von Public Enemy. Bereits seine ersten beiden Alben "Radio" und "Bigger and Deffer" brachten ihm Fame und Publicity. Doch der Durchbruch ließ bis 1990 auf sich warten. "Mama Said Knock You Out" ist bis heute Cool Js erfolgreichstes und zugleich härtestes Album. Aufgrund eines qualitativ als schlecht betrachteten Vorgängeralbums ("Walking With a Panther") und der aufkommenden Kritik an seiner Person sah er sich dazu verpflichtet, die Mäuler der Hater zu stopfen.



Dass James Todd Smith sich von einem New Yorker Ghetto Kind, das seine frühe Jungend im Stadtteil Queens verbrachte, einmal zu einem Rapstar mit Stehvermögen entwickeln würde, konnte damals, way back in the days, keiner erwarten. Dabei legte sich LL bereits mit neun Jahren selbst den Grundstein, indem er anfing Texte zu schreiben und in ein altes, mit Aufnahmefunktion ausgetattetes, Kassettenradio zu rappen. Als sich seine Eltern trennten wurde er von seinem Großvater weiter erzogen, der das musikalische Talent seines kleinen Enkels sofort erkannte und ihm kurzerhand ein DJ Set zum Geburtstag schenkte. Fortan konnte man den Jungen nicht mehr von seinem Equipment trennen und LL fing an, die aufgenommenen Demos auf der Straße zu verteilen. 1984 war es dann soweit, dass die Aufnahmen in die Hände zweier Studenten mit den Namen Russell Simmons und Rick Rubin fielen, die kurz darauf das Label Def Jam Records gründeten, LL Cool J unter Vertrag nahmen und bis heute nicht mehr gehen ließen.



Mr. Smith widmete sich von Anfang an einer scheinbar unlösbaren Aufgabe: Wie schaffe ich es, Rap mit Pop so zu verbinden, dass der Shit salonfähig wird? Mit "Mama Said Knock You Out", den drei Hitauskopplungen "The Boomin' System", "Around the Way Girl", "Mama Said Knock You Out" und einer legendären MTV Unplugged Performance rappte sich der G.O.A.T. nicht nur in die Herzen der Rapfans. Es folgte eine lange Durststrecke und ein weiteres, vielkritisiertes Album namens "14 Shots to the Dome". Daraufhin widmete sich LL der Schauspielerei und bekam eine Rolle in der Sitcom "In the House". Erst 1995 begann er erneut Musik aufzunehmen und meldete sich mit "Mr. Smith" und Doppel-Platin erfolgreich zurück. Erwähnenswert ist da noch das 2000 releaste "G.O.A.T. Featuring James T. Smith: The Greatest of All Time", welches die Billboards toppte. Mit Hilfe des Hitproduzenten Timbaland wurde auch das 2004 veröffentlichte Album "DEFinition" zu einem vielzitierten Werk und im selben Jahr folgte auch die eigene Clothing Line.



LL Cool J hatte seine Höhen und Tiefen. Von seinem Charme hat der Womanizer allerdings keinen Funken verloren und so wird die News einer weiteren Veröffentlichung im Jahre 2006 einige Hörer freuen. Mit "Todd Smith" setzt der Mann mit dem übertriebenen Sixpack auf Altbewährtes, worauf schon die Singleauskopplung "Control Myself" mit dem Feature-Gast J.Lo schließen lässt. Auch Juelz Santana, Freeway, Pharrell, Mary J Blige, Ginuwine und 112 ehren den "Greatest Of All Times" mit ihren Parts. Dropdate der Platte ist übrigens der 11. April 2006. 20 Jahre Erfolg im Game sind halt nicht einfach so aus dem Handgelenk zu schütteln. Dazu muss man schon äußerst talentiert sein, ein gutes Image pflegen und die nötige Intelligenz mitbringen - oder man ist einfach LL Cool J.



  


Geil!

geschrieben von Chrizzokiss
am 11.04.2006 um 02:32
Endlich mal ein Artist Of The Week, den ich nicht total lächerlich finde. Obwohl mir das neue Album wieder nicht so gut gefallen hat. "Phenomenon", "G.O.A.T." und "The Definition" sind eigentlich die einzigen Scheiben von ihm bisher, die's in mein Regal geschafft haben. Aber hey: Immerhin ist das ein sympathischer Kerl, der Hiphop bewegt hat und sogar den Sprung ins Filmgeschäft geschafft hat, ohne sein Hiphop-Image ununterbrochen ausschlachten zu müssen. Props für einen Oldschool-Rapper, der ewig dabei ist und sich immer noch weiterentwickeln und zeitgemäße Musik an den Mann bringen kann. Oh, und wer ihn nicht gesehen hat: Guckt unbedingt mal "Mindhunters"!

P.S.: Das hier ist einer von 2 Blogs, die ich regelmäßig bewusst lese, sie dürfen stolz sein, Herr Müller.


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