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Die Koolumne: Ich bin ein Berliner Pt. 1

24.04.2006 - 10:07
Kategorie:
(6) Kommentar/e | kommentieren
Der gewöhnliche Berliner ist eine besondere Spezies Mensch. Das ist nicht erst seit gestern bekannt, macht sich aber immer wieder bemerkbar. Erst recht dann, wenn man drei Monate den Großteil seiner Zeit mit einer echten „Berliner Schnauze“ verbringt, die natürlich, und das ist typisch für den Hauptstädter, selbige keine zwei Minuten halten kann.
Eventuell könnte sich der ein oder andere Leser nun fragen wie man es schafft, acht Stunden am Tag mit einem Berliner zu verbringen. Des Rätsels Lösung ist wie so oft die universell anwendbare Antwort „aus rein beruflichen Gründen“. Nebenbei bemerkt ist dieses gewiefte Statement auch eine gute Ausrede, wenn man sich mal wieder um mehrere Stunden verspätet, weil die Sekretärin des Chefs sich lasziv über den Kopierer beugt und man diesem Anblick einfach nicht widerstehen kann – doch zurück zu unerfreulicheren Dingen.



Da sitzt er also, der Berliner, und weiß im Grunde auch nicht so genau, was ihn gerade an diesen Arbeitsplatz verschlagen hat. Neben seinem wichtigsten Tool, dem Mund, hat der gemeine Berliner eine vielfältige Palette an Beschäftigungsmöglichkeiten auf Lager. Zum einen wäre da die permanente Nutzung diverser Chats – natürlich um mit „Atzen“ zu kommunizieren und „Ollen ufzureißen“. Doch der Berliner ist kein sehr geduldiger Mensch. Schnell wird die Chatorgie langweilig und eine neue Beschäftigung muss her. Ausgestattet mit Flexibilität und einer immensen Vorstellungskraft, verfällt der Berliner in multitaskingähnliche Muster. Stift in der Rechten, iPod in der Linken, navigiert er seine Finger flink über Blatt und Click Wheel. Was dabei heraus kommt klingt zwar kontrovers, da dieser Begriff im Wortschatz eines Berliners nicht vorhanden zu sein scheint, wage ich ein in Sekundenschnelle hingetagtes Graffiti und das Ertönen eines Techno-Sets, Herkunft iPod, Länge 73 Minuten, als eher skurril zu bezeichnen.



Doch ein echter Berliner wäre nicht Selbiger, wenn er nicht zu allem Übel anfangen würde, von Techno inspiriert, über sämtliche Drogenarten dieser Welt zu philosophieren, mit denen er – natürlich aktiv – in Berührung gekommen ist. „Fear And Loathing In Las Vegas” hallo; göttliche Arbeitsruhe goodbye…heißt das Motto für den Rest des Nachmittags. Für die Mitarbeiter des Berliners natürlich. Dem anfangs begeisterten Laien fällt es da spätestens nach zwei Stunden schwer, den LSD-Flashs, Speed-Filmen und Cokain-Trips  noch eindeutig zu folgen – sofern er das jemals vor hatte.
Nach zahlreichen Belehrungen über die korrekte Einnahme von Pilzen und die richtige Dosierung von Marihuana und Amphetaminen, findet der Höllentrip ein Ende. Der Berliner ist noch lange nicht fertig, einzig und allein der offizielle Feierabend stellt die Rettung dar. Doch selbst beim Verlassen des Büros beschleicht einen das mulmige Gefühl, dass morgen alles wieder von vorne beginnt. Mit Chats, Techno-Sets, Drogenreisen und all den kleinen Nebengeschichten, die von Messerstechereien, Verfolgungsjagden und illegalen Immobiliengeschäften handeln.

Wenn man dann abends abschließend im Bett ein Tagesresümee zieht, kommt es einem so vor, als ob man den Tag in einer Märchenwelt verbracht hat. Und wenn der Berliner nicht gestorben ist, dann quatscht er noch heute seinen Kollegen die Ohren voll...

(Fortsetzung folgt...)




  


löl

geschrieben von
am 24.04.2006 um 10:40
zwar kann ich die diskriminierung von ethnischen minderheiten (auch die der berliner oder wahlberliner) nicht gutheißen, konnte mir ein gewisses schmunzeln aber nicht verkneifen. eine fortsetzung von king vom prenzlauer berg, wa? alter!

alter!

Bearbeitet von Marius am 24.4.2006 um 10:41

ganz ehrlich....

geschrieben von Sheephunter
am 25.04.2006 um 06:24
...ich finde du solltest bei Reviews bleiben.

Re: ganz ehrlich....

geschrieben von Anonymous
am 25.04.2006 um 08:22
Ganz ehrlich, der Artikel war ein Insider ;)

Ich musste mir das Mal von der Seele schreiben, weil es tatsächlich ein Erlebnis meinerseits ist, das auch noch zu 100 % stimmt...

Raffen allerdings nur ein paar Eingeweihte....

Also easy.

also...

geschrieben von Anonymous
am 26.04.2006 um 01:13
...im ersten moment dacht ick du redest/schreibst da über mich

aber dann schoss es mir durch den kopp "ey atze wir kenn uns doch janisch"

aber nu weeste wenigstens wie es wäre wenn wir uns kennen würden

schöne grüsse aus BigBadBerlin :)

Torsoe
berliner since 1981

Etwas zu viel des Guten

geschrieben von Anonymous
am 25.10.2006 um 02:56
Die 2 Artikel, wenn auch als Insider gedacht, sind meines Erachtens nach etwas zu vernichtend gegenüber den Berliners...
Als Halbberliner kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass die Verallgemeinerungen im Artikel nicht immer zutreffend sind!
Bitte erhaltet nicht einen falschen Eindruck über Berliner durch diesen Artikel

Kommentar ohne Titel

geschrieben von Anonymous
am 6.05.2007 um 04:51
diese beschreibung trifft nun zwar auf einige zu, doch bei weitem nicht auf alle. ich musste bisher auch schon solch eine bekanntschafft machen oder sogar mehrere, doch gibt es noch viele berliner die nicht auf diese beschreibung zutreffen. ich bin selbst berlinerin (von geburt an) und habe auch immer in dieser stadt gewohnt und so bin ich nicht. nicht weil ich das nicht selbst merke und einfach behaupte das ich nicht so wär, sondern weil ich techno hasse, kein grund darin sehe drogen zu nehmen und ich eben daher auch kaum welche kenne (das wissen muss sich ehrlich gesagt auch nicht in diese richtung ausdehnen)und ich kenne nur welche, weil ich fünf jahre lang in der schule von solchen "berlinern" umgeben war. ich kann auch nicht berlinern, also mal ehrlich wwer kommt denn darauf, dass viertel vier, viertel nach drei bedeutet und dreiviertel vier, viertel vor vier bedeutet, als ich nach meiner grundschule mit solchen beschreibungen in kontakt kam, wusste ich sehr oft nicht wie spät es denn nun sei, aber das nur mal am rande. ich ahbe auch keinen i-pot, chatte nie, kenne zwar den film fear and laothing in las vegas, doch ich wurde dazu gezwungen. ich bin eher still und kann über stunden mit mehreren in einem raum sein und schweigen, dann würd ich die merkwürigen mischungen der von dir angeben nahrungmittel nicht essen, klang ja grausig. quark mit joghurt, *ihgitt*. und nicht nur ich bin so, auch einge meiner freunde sind so (auch berliner). ich hoffe du kannst dein kriegsbeilchen mit dem berliner irgentwann noch in den sand stecken (das muss ja nicht gleich vergraben werden).


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