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Der Fluch der Technologie - Click (Filmkritik)

30.10.2006 - 08:09
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Vor 20 Jahren hatte sich der Regisseur Robert Zemeckis solch einer Storyline schon einmal angenommen. Damals rannte ein gewisser Marty McFly durch Vergangenheit und Zukunft, zurück in die Vergangenheit, dann wieder in die Zukunft usw. Alles mit dem Hilfsmittel eines einzigen Autos. Doch das war 1985. Jahre her. Filmemacher – ob alt oder jung – streben ja verständlicherweise immer nach einem solch erfolgreichen Blockbuster der Filmgeschichte. Noch dazu dreiteilig. Oh dieser Ruhm. Diese Millionen. Da witterte Frank Coraci wahrscheinlich seine Chance. Denn gerade weil es schon Jahre her ist und die jungen Leute von heute diese Filme mit Michael J. Fox vielleicht schon eher als Klassiker sehen, versucht dieser nämlich jetzt mit Hilfe der gestandenen Drehbuchautoren Steve Koren und Mark O’Keefe diese Geschichte oder sagen wir mal die Idee mit der Zeitreise wieder aufleben zu lassen. Und da wir ja in der Technologie nun ein wenig weiter sind, im Leben aber fauler wurden, was wird daher heute im 21. Jahrhundert das Hilfsmittel sein? Klar. Eine Fernbedienung. Und die kommt in Coracis Film mit dem passenden Titel „Click“ mehr als nur sporadisch zum Einsatz.



Der Architekt Michael Newman (Adam Sandler) hat schon so seine Probleme. Er ist verheiratet, hat zwei kleine Kinder, einen anspruchsvollen Job und einfach keine Zeit alle drei Seiten seines Lebens unter einen Hut zu bekommen. Er tut was er kann, doch das ist einfach nicht genug. Jeder zieht und zuppelt an ihm rum, keinem kann er es recht machen. Darum rastet er eines abends regelrecht aus, als seine Fernbedienung mal wieder alles andere in den Gang setzt als den Fernseher. Und gerade den benötigt er ganz dringend. Denn unter Druck gesetzt von seinem Boss (David Hasselhoff) sollte er sich eine Dokumentation als Recherche für einen wichtigen Kunden ansehen. Newman steht das Wasser bis zum Hals. Und so setzt er sich in sein Auto und sucht nach einer Universalfernbedienung. Eine, die endlich macht was er clickt. Kurze Zeit später steht er auch schon im passenden Laden. Bed, Bath & Beyond. Doch wie so oft im Leben sind die Verkäufer auch in Newmans Fall alles andere als hilfsbereit. Auf sich allein gestellt, schlendert er durch die Gänge und findet alles für’s Bett und alles für’s Bad, weit und breit aber nicht was er sucht. Vollkommen niedergeschlagen und müde legt er sich trostlos auf ein zur Schau stehendes Bett und schaut sich um. Abseits des Trubels und zwischen hängenden Kissen wittert er seine Chance. Eine Tür mit der Aufschrift „Beyond“. Und was er findet ist endlich eine Person, die weiß wovon er spricht. Morty (Christopher Walken). Besser noch, Morty überlässt ihm ganz umsonst die beste Technologie an Fernbedienung, welche noch nicht einmal im herkömmlichen Handel erhältlich ist. Die Sache hat nur einen Haken – man kann sie nicht zurückgeben oder umtauschen. Für Newman kein Problem. Einem geschenkten Gaul schaut man schließlich nicht ins Maul. Doch kurze Zeit später bemerkt Newman durch Zufall schon wie einzigartig diese Technologie doch ist. Zeigen und klicken ist das Geheimnis. So kann er das Hundebellen leiser stellen, Streitereien mit seiner Frau vorspulen, einen falschen Satz durch zurückspulen ausbessern, beim Familienessen einfach den Ton wegnehmen usw. Sein Leben, das merkt Newman, ist plötzlich um 100 % besser geworden. Doch als er sich entschließt in die Zukunft zu spulen, trifft ihn mehr als nur eine böse Überraschung. Sieht wohl so aus, als ob sein Leben nicht ganz wie geplant verläuft...



Coraci scheint mit Adam Sandler seinen Lieblingsschauspieler gefunden zu haben. In seinen erst fünf Filmen spielte Sandler in sage und schreibe bereits drei mit. ‚Waterboy’, ‚The Wedding Singer’ und jetzt ‚Click’. Und in typischer Sandler-Manier ist auch ‚Click’ wieder einmal ein Film, bei dem man Lachen soll. Wie schon vorher gesagt, basiert dieses Werk auf der Idee der Zeitreise. Dabei spielt es keine Rolle ob 2 Minuten, 10 Minuten, 3 Tage oder sogar 20 Jahre. Jedoch spielt Click im Gegensatz zu ‚Zurück in die Zukunft’ mehr mit den täglichen Lebensmomenten statt mit ganzen Lebenskonsequenzen. Zumindest anfänglich. Und diese beziehen sich meist auf Verbesserungen des Alltags, wie z. B. die Heranziehung eines Kunden, die Auflösung eines Staus, die Kommunikation mit der Ehefrau usw. Es wird in witziger Art und Weise alles das angesprochen, was das tägliche Leben ausmacht. Doch in guter alter Hollywood Movie Manier, wären 109 Minuten dergleichen natürlich langweilig. Jedes Ying hat sein Yang. Und so schrieben die Drehbuchautoren zur happy-go-lucky Story noch Neugier, Verzweiflung und Tragik hinzu. Was zuerst als moderne Version der Kristallkugel galt, wird dann zum Fluch. Denn wenn eine Fernbedienung letztendlich dein Leben bestimmt – das kann nicht gut enden. Oder kann es? Hollywood ist so berechenbar...



Adam Sandler selbst ist eben Adam Sandler. Er spielt wie er immer spielt. Einen inzwischen erwachsenen Mann, vergleichbar mit seiner Rolle in ’50 first dates’ oder ‚Anger Management’. Allerdings - er ist und bleibt ein Komiker. Seine Szenen als alter fast schon erbärmlicher Mann mit Tränen in den Augen, sind mehr lustig als emotional mitfühlend. Wann auch immer er sich in das Trauergefühl stürzt, wirkt er mehr jaulend als weinend mit einem Touch ‚Waterboy’. Ist das unbedingt schlecht? Nein. Ist ja schließlich eine Komödie und wann ich lache, sei ja mir überlassen.



Kate Beckinsale, die heiße Frau an seiner Seite, ist für die Geschichte äußerst wichtig. Aber werde ich mich in 2 Jahren an diese von ihr gespielte Rolle erinnern? Nein. Das Komödienfach ist nicht wirklich was für sie. Nichtsdestotrotz ist sie eine gute Schauspielerin. Und die nächsten Hauptrollen in Dramen und Thriller stehen ja auch schon in den Startlöchern.
David Hasselhoff. Unser David. Aus irgendwelchen Gründen bei Amerikanern im Hirn als heute noch gefeierter Superstar in Deutschland, wagt er sich nach all seinen Skandalen wieder ins Filmgeschäft. Und - er ist wie gemacht für Komödien. Dir bleibt nichts anderes übrig als zu lachen. Und ich meine nicht auslachen. Der Mann hat irgendetwas an sich. Ist es seine Größe, seine Grimassen, unser Wissen über sein Privatleben, Baywatch. Keine Ahnung. Fakt ist, sein Stern bewegt sich wieder gen Himmel. Dank seiner einlagenreichen Jury Funktion in ‚America's got Talent’, hat ihn Amerika auch wieder in die Arme geschlossen.



Die letzten beiden zu erwähnenden Rollenträger wären noch Christopher Walken und Henry Winkler. Beide sind Filmgrößen, beide spielen ihre Rollen hervorragend und beide sind heute mehr in Komödien als in Dramen zu finden. Ist das Komödienfach die Abstellkammer von alternden Movie Stars? Mit Michael Douglas hatte ich doch auch schon mal dieses Thema gehabt. Hmmh.



Letztendlich ist ‚Click’ ein typischer Adam Sandler Film. Man lacht wo man lachen soll, man lacht wo man eigentlich mitfühlen soll und man lacht, weil das Ende vorhersehbar ist. Hollywood!!! Doch vielleicht sollte man nach einem Film wie diesem auch ein Moment zum nachdenken nehmen. Do never take anything for granted!



Genre: Fantasy-Komödie
Regie: Frank Coraci
Schauspieler: Adam Sandler, Kate Beckinsale, Christopher Walken, David Hasselhoff
Drehbuch: Steve Koren, Mark O’Keefe
Laufzeit: 107 min.
Budget: 70 Mill. USD
Einspielung: 219,106,655 Mill. USD
Filmstart: 28.09.2006
Website: www.sonypictures.com/movies/click
IMDB-Link: www.imdb.com/title/tt0389860

(jeannine)

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Kommentar ohne Titel

geschrieben von Anonymous
am 30.10.2006 um 02:00
Ich fand den Film...richtig kacke. Die Idee ist so genial, aber die Umsetzung fand ich grotten-schlecht. dabei hab ich normalerweise nicht mal was gegen adam sandler. tja.

Kommentar ohne Titel

geschrieben von Anonymous
am 30.10.2006 um 05:06
Der Film war großten Teils sehr lustig,aber auch ein wenig traurig dieser Film empfehle ich für jeden der mal wieder ein richtigen Kinospaß haben will.

typisch sandler

geschrieben von Anonymous
am 30.10.2006 um 05:08
einfach hamma der film...müsster unbedingt anguckn ;-) super lustig gemacht, typisch adam sandler, ne :-P

Deep...

geschrieben von Cheese
am 30.10.2006 um 06:08
Nicht das, was ich erwartet habe, sondern mit viel mehr Tiefgang, ein Film, der zum Nachdenken anregt.
Wer also nicht nur eine unterhaltsame 0815-Komödie sehen will, ist in dem Film richtig.

Kurz und knapp:

geschrieben von Jerky
am 30.10.2006 um 06:16
handlung vorprogrammiert, gags für kleinkinder -> schade um die zeit

zwiespältig

geschrieben von Felix
am 10.11.2006 um 06:43
Da in der Vorschau eigentlich eine Jahrhundertkomödie angeprießen wurde, ist das was herausgekommen ist doch nicht ganz so gut wie gedacht. Allerdings finde ich die 2. Hälfte des Films - die Hälfte mit Tiefgang - sehr zum Nachdenken anregend. Wie schnell die Zeit verfliegt und dass man nur einmal lebt sind Fakten des Lebens und wunderbar in den Film eingearbeitet!!

Felix


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