
Genauso gut könnte ich dir davon erzählen, dass Jay-Zs neues Album Anfang der Woche im Internet aufgetaucht ist, das Teil die nächste Rap-Bombe und ein Instant-Classic wird. Dann könnte ich noch den Link zum Download posten, dem Ganzen die Headline "Königliche Klänge - Kingdom Come" verpassen und würde damit so manchem Hiphop Kellerkind den Tag versüßen. Abgesehen davon, dass mich wahrscheinlich morgen früh ein Anruf von Def Jam aus dem Schlaf reißen, und mir Mr. Carter vorjammern würde, dass er es doch mit allen Mitteln - sogar mit Anwälten (uuhh) - versucht hätte, den Leak zu verhindern, hindert mich die Tatsache daran, dass auf unser aller Lieblingsmagazin Hiphop.de schon genug wunderbare Hiphop Ideologie verbreitet wird. Und das ist definitiv nicht negativ aufzufassen. Weiter so, Jungs.

Dass Sex à là Tila Tequila sich ebenso wie die never ending story Dipset verkauft, ist seit der konsequenten Kommunikation eines hochgeschätzten Kollegen, dessen Namen hier aus Religions- und Glaubensgründen verdeckt bleibt, auch kein Geheimnis mehr. Mit Quatsch ließen sich die Leute schon immer bekehren - siehe die Schmuseattacke von Lil'Wayne und Baby.

Aber nicht nur amerikanische Ideale wie Sex, Drugs und Rap'n'Roll sind häufig benutze Themen der deutschen Hiphop Blog-Elite. Für einen Arsch voller Fame (ihr wisst, was jetzt kommt: "no homo") lässt man dann eben mal den deutschen Träumer Eko Fresh abnippeln und stellt einen ebenso gefakten wie einfach kopierten Artikel über den tragischen Tod des Rappers in sein kleines Blogger-Reich (siehe hier). Konträr dazu machen sich andere nicht viel aus Text, posten jeden Tag ein - mehr oder weniger interessantes - Bildchen nach dem Motto: "Ich hab früher schon die Zeitung nur in die Hand genommen, weil da lustige, grimassenschneidende Politiker auf der Titelseite zu sehen waren." Nebenbei werden diese Visual-Fanatiker dann noch in den Blog-Statistiken als Mitglieder mit den meisten Beiträgen gelistet. Das durch aller Munde wabernde Wort "Web 2.0" ist eben doch ein stark dehnbarer Begriff.

So unterschiedlich die einzelnen Blog-Seiten auch sein mögen, eines haben sie alle gemeinsam: Sie beziehen sich ständig und überall auf das weite Themengebiet "Hiphop". Warum? Etwa, weil verspulte Rapkids sich in ihrem Dunstkreis am wohlsten fühlen und nur hin und wieder danach lüsten, über den mit Haschkeksen gefüllten Teller und dessen Rand hinaus zu schauen? Und sind die Leser des Reviewnator Blogs deswegen schwarze Schafe inmitten einer Herde voller träger, wollbedeckter, sabbernder Tiere? Scheinbar nicht wirklich. Wie lässt sich sonst die Tatsache erklären, dass prozentual gesehen viel mehr ausgestoßene Googler sich auf dieser Seite verirren?

Der Reviewnator Blog ist keine Fame-Bitch, genauso wenig wie dieser Artikel - nur falls jetzt die ersten ankommen, vorwurfsvoll den Zeigefinger heben und behaupten, der Masterplan lautet, über den Erfolg anderer zu schreiben und dadurch selbst Erfolg zu generieren. Der Reviewnator Blog hat eine Mission: Menschen für neue Themen zu sensibilisieren und dabei so seriös wie möglich zu bleiben. Reißerische Überschriften sind anderen vorbehalten. Jede Woche eine Handvoll Artikel über die neusten Filme und die Kulturen anderer Länder zu droppen, damit scheint wohl der Reviewnator Blog das kleine Stückchen Freiraum im immer dichter werdenden Internet-Universum zu belegen. Und irgendwann gelingt es dem hustlenden Team vielleicht doch, den ein oder anderen Astronauten mehr, für die Dauer eines Artikels aus seiner gewohnten Rap-Umlaufbahn zu werfen und für neue Themen zu öffnen. Vielfalt statt Einförmigkeit.
(flo)
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Das ist crazy....
geschrieben von Anonymousam 17.11.2006 um 08:22
Wie Black Thought zu pflegen sagte:"It's ill, but they to real to be free"