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One Nation – Spaß in der Schule, ein Traum?

28.11.2006 - 08:25
Kategorie:
(3) Kommentar/e | kommentieren
Wie ihr schon aus der Überschrift herauslesen könnt, geht es dieses Mal doch nicht um Politik. Entschuldigen möchte ich mich daher bei allen USA-Politik-Interessierten, aber lasst den Kopf nicht hängen, der Artikel kommt mit 100%tiger Sicherheit noch! Außerdem werden die aktuellen Mid-Term Wahlen sowieso erst am 27. November bestätigt und dann wird auch erst über mögliche Neu-Auszählungen entschieden. Deshalb habt noch ein bisschen Geduld und ich bedanke mich bis dahin für das Verständnis.



So jetzt aber zum heutigen Thema: Schule. Das Schulsystem kann, wie so vieles andere in den USA, nicht verallgemeinert werden, da jede Schule ein anderes Angebot an Kursen, Sportarten und auch Lehrplänen hat. Deshalb muss ich wieder auf die Erfahrungen zurückgreifen, die andere Austauschschüler gemacht haben und die ich selbst in der Plainview High-School erfahren habe.
Die Schule in den USA ist ein Ort für Freunde, Freuden, und Football, zumindest war sie das für mich. Ein grundlegender Unterschied von amerikanischen zu deutschen Schulen ist, dass man nicht in die Schule geht, seine Zeit absitzt und wieder heim geht. In den USA werden mit der Schule z.B. automatisch auch die verschiedenen Sportarten verbunden, die nach Unterrichtende angeboten werden, doch dazu später mehr.



Jetzt aber erst einmal der Reihe nach, von morgens bis abends. Die Schule wird schon sehr früh aufgeschlossen – gegen 6.30 Uhr – und komischerweise findet man auch immer irgendjemand, der um diese Uhrzeit, mehr oder weniger, anwesend ist. Ob Lehrer, die sich auf den Unterricht vorbereiten, Schüler, die noch Hausaufgaben zu erledigen haben, allerdings daheim nicht dem Reiz des Bettes widerstehen konnten oder Sekretärinnen, die sich auch auf den Tag vorbereiten. Dann so zwischen 7.30 Uhr und 8.30 Uhr beginnen vermutlich die meisten Schulen mit ihrem Unterricht. Je nach Schule werden dann auch nach Unterrichtsbeginn erst einmal die täglichen News über Lautsprecher vorgelesen (z.B.: „Today Varsity Footballmatch PEM Bulldogs vs. Caledonia in Elgin tonight at 7“, Infos über Veranstaltungen, mehr oder weniger wichtige Durchsagen des Schulleiters, wie z.B. das doch bitte aufgehört werden soll, seinen Müll im Gang liegen zu lassen, aber auch Glückwünsche an siegreiche Teams).



Nach dieser, oft sehr chaotischen Zeit im Klassenzimmer, kehrt in der ganzen Schule Ruhe ein denn es ist Zeit den Eid auf die Flagge, die sich in jedem Klassenzimmer wiederfindet, abzulegen und bei manchen Schulen auch noch die National-Hymne zu singen. Also alle aufgestanden, Richtung Flagge gedreht, Hand aufs Herz und runterbeten: „I pledge allegiance to the Flag of the United States of America and to the Republic for which it stands: one Nation under God, indivisible, with Liberty and Justice for all.” Nach diesem doch meist sehr ernsten Moment kann endlich der Unterricht beginnen.



Die Lehrer in den USA sind meistens sehr locker drauf und zwischen 25 und 40 Jahre alt, allerdings wie bei allem, mit wenigen Ausnahmen. Der sehr niedrige Altersdurchschnitt wird durch die Entlassung in die Rente nach 20 Dienstjahren und meistens eines neuen Jobs nach dieser Zeit begründet. Die Ausnahmen sind dann die Lehrer, die sich dazu berufen fühlen, alle Schüler durch harten Unterricht, noch härtere Strenge und ständige unangekündigte Tests das Leben zur Hölle zu machen - sprich so ähnlich wie deutsche Lehrer. Eine andere Ausnahme sind Lehrer, die ihre Bestimmung gefunden haben und dann auch noch im „hohen“ Alter von 60 Jahren unterrichten.



Da man pro Halbjahr nur 7 Fächer hat und diese auch noch jeden Tag zur selben Zeit, stehen die Lehrer absolut nicht unter Druck und können sich alle Zeit der Welt lassen um den Stoff in aller Ruhe den Schülern einzuflößen und wieder und wieder zu erklären. Durch die wenigeren Fächer und der vielen Unterrichtszeit, die jedes Fach hat, ist es möglich, dass das Wissen, das man vermittelt bekommt, sich sehr gut festigt und nicht nur bis zur nächsten Klausur gelernt wird, sondern auch noch in 20 Jahren vorhanden ist. Für mich ein klarer Vorteil zu Deutschland, wo die meisten Lehrer kurz vor der Rente stehen, das Wissen in die Köpfe nur reingeknallt wird und man das meiste nie wieder braucht.



Naja, das Schulsystem in den USA ist, meiner Meinung nach, von Vorteilen nur so überhäuft und doch hat es sicher auch seine Nachteile. Diese werde ich das nächste Mal beschreiben, außerdem erzähle ich euch von leckerem Schulessen, 100 verschiedenen Kursauswahlmöglichkeiten und was nach der Schule noch so kommt. Also dann verabschiede ich mich bis zum nächsten Mal, das vermutlich nicht so lange auf sich warten lässt.

Bis denne irgend wenne

Felix

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Zurück..

geschrieben von Ron
am 28.11.2006 um 01:35
Bin dann auch mal wieder zurück aus dem Urlaub und melde mich auf einer meiner Stammhomepages zu Wort: Ich denke die USA hat uns nicht in vielen Dingen etwas voraus, aber das Schulsystem ist irgendwie durchdachter. Jeder findet darin seinen Platz und es kommt gar nicht erst so ein Minderwertigkeitsgefühl wie z.B. bei uns bei der Hauptschule auf. Außerdem ist es ja wirklich für jeden sportlich ambitionieren Menschen der Himmel auf Erden. Für unseren Sportnachwuchs müsste endlich auch mal etwas getan werden!

Ron.

Sehr interessant

geschrieben von Anonymous
am 28.11.2006 um 04:42
Bis jetzt find ich deine Kolumne sehr gut, endlich mal jemand der über das "wirkliche" Leben in den USA (bzw. in dem kleinen Teil, den du miterleben durftest) berichtet. Weiter so!

Kommentar ohne Titel

geschrieben von Anonymous
am 28.11.2006 um 08:14
da das thema schule hier angerissen wurde möchte ich gern mal hierauf aufmerksam machen

http://www.akbildung.tk


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