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Fast 7 ½ Jahre befinde ich mich nun schon außerhalb deutscher Gefilde. Eine ziemlich lange Zeit finde ich. Vor allem aber auch eine Zeit die prägt. Abgesehen von Charakter und Persönlichkeit nämlich vor allem Ansichten. Und gerade wie sehr mich das Ausland geprägt hat, konnte ich auch wieder merken, als ich gerade einen Heimatbesuch antrat. Einmal im Jahr unternehme ich nämlich diese endlos wirkende 12-stündige Reise ins „ferne“ Deutschland. Und dieser Aufenthalt hinterlässt manchmal seelische Spuren...



Da stand ich nun. Am Flughafen. Umgeben von tausenden von Menschen, die alle ihre Koffer schleppten, nervös auf die Uhr schauten und nicht wussten warum sie solange anstehen mussten. Klar – die neuen Flugbestimmungen mit durchsichtiger Plastiktüte und Flüssigkeitenbegrenzung haben es auch in die asiatische Welt geschafft. Was das hieß? Reisende der Economy Klasse stehen Stunden, Reisende der Business Klasse oder welche, die eine dieser Privilegien Karten (z. B. Senator Karte) haben, stehen 10 Minuten am Check-in Schalter. Der Witz dabei ist, dass die Koffer der Economy Leute fünf mal durchleuchtet und geöffnet werden, die der Business Menschen aber überhaupt nicht. Was denn, fliegen Terroristen nur Eco? Das ist genauso sinnlos wie das Plastikmesser und die Metallgabel beim Fliegeressen. Aber egal. Man regt sich ja nicht mehr auf. Muss man auch nicht, denn das japanische Bodenpersonal lief freundlich lächelnd und vor allem zuvorkommend und helfend durch die Gänge. Immer ausgerüstet mit großen Schildern auf denen mit selbsterklärenden Bildern den Fluggästen ihre Do’s and Dont’s klar gemacht wurden. Sozusagen werden somit jegliche aufkommende Sprachbarrieren aus dem Weg geräumt. Auf super nette Art und Weise. Genau schon wie damals in Singapur. Und diese Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit zog sich durch das ganze Gebäude. Die zieht sich sogar durch das ganze Land. Ganz anders aber sah das dann am Frankfurter Flughafen aus.



Als ich nämlich am EU-Schalter stand und darauf wartete meinen deutschen Pass vorzuzeigen, entwickelte ich mich in einen unfreiwilligen Beobachter einer für mich als Deutsche peinlichen Kommunikation. Das Opfer? Eine Französin. Der Täter? Ein sagen wir mal 35-jähriger Grenzmann in seinem kleinen Kabuff.
Französin: „Excuse moi, oeh, whoere du i ave to go to get tu se information?”
Grenzmann: “Da musst te da lang”
Franzoesin: „Oeh, could you hoelp me. Please, oeh, which way du I ave tu go oeh”
Grenzmann: “Geh da hinten lang. Ist rechts (zeigt nach links!). Da hinten eben“
Französin: „Oeh, oeh...“
Grenzmann: „Nächster!!!“
Innerlich schrie ich den Mann an. Sprich englisch! Sei freundlich! Du Arsch! Ich konnte nicht glauben, in welchem Ton er mit ihr umsprang. Und das noch in Deutsch. Sie gab sich soviel Mühe. Dabei dachte ich, dass die WM dem deutschen Bild half. War wohl ne Ausnahme. Doch scheinbar machen die Typen das mit allen so. Denn der nächste war ich.
Ich: „Guten Morgen“
Er:  --------------------- (Nichts, nur blankes starren)
Er: „Kommen sie aus dem Urlaub“
Ich: „Nein, ich bin jetzt im Urlaub“
Er: „Immer noch Singapur?“
Ich: „Nee. Ich komm aus Japan“
Er: „Hmmh.... Nächster“

Meine Güte. Da kommt dir eine Stimmung entgegen! Der sitzt nicht länger da, als ich immer im Büro am Schreibtisch saß. Das einzige was er machen muss, ist Pässe kontrollieren. Keine übermäßig anstrengende körperliche Arbeit meiner Meinung nach. Ich wäre im Büro gefeuert worden...



Doch die Grenzer sind in ihrer Hilfsbereitschaft nicht allein. Da ich früher als erwartet ankam, wollte ich von einer älteren Bodenhostess wissen wann der nächste Flieger nach Berlin geht. Ihre flapsige Antwort? „Sie müssen doch wissen was sie gebucht haben.“ War das meine Frage? Nein! Aber sie schien auf Freundlichkeit generell allergisch zu sein. So folgte ein regelrechter Wortwechsel wie er nicht besser hätte sein können. Ich erkläre mich dabei auch zum klaren Sieger, denn irgendwann wurde ihr bewusst, dass mein Teenieaussehen mit Tracksuit, Nikes und Pferdeschwanz nicht zur Wortwahl passte. Zumindest verstummte sie bei folgendem Spruch: „Entschuldigung, aber kommen Blasen aus meinem Mund? Ich möchte wissen wann der nächste Flieger geht. Wenn ihnen die Kompetenz fehlt, teilen sie es mir bitte mit, dann suche ich mir jemand anderes der mehr von seinem Job versteht.“ Tja, Kleider machen wohl wirklich Leute.... Und wie man sich vorstellen kann, zog sich die Freundlichkeit der Mitarbeiter auch hier durch das ganze Gebäude. Wie ich später feststellte, wohl auch durchs ganze Land. Traurig. Kein Wunder das wir so einen schlechten Ruf im Rest der Welt haben.

[HIER gehts zu Teil 2]

(jeannine)

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Kommentar ohne Titel

geschrieben von Simon
am 11.12.2006 um 10:16
Guten Morgen!

Ich glaube du bist mit zuviele Vorurteilen hier nach Deutschland gekommen! Vielleicht war der Typ am Flughafen und die Tusse am Schalter gestresst, aber dadruch auf die Freundlichkeit in einem ganzen Land zu schließen finde ich maßlos überzogen!

Vielleicht sind die Asiaten ja freundlicher. Ich weiß es nicht, war leider noch nie dort. Aber dann hättest du in den sieben Jahren ja auch ein wenig freundlichkeit erlernen können.
Den wenn ich ne Frage von jemanden Flasch verstehe und darauf einen Falsche antwort zurückgeben möchte ich auch nicht ein
„Entschuldigung, aber kommen Blasen aus meinem Mund? Ich möchte wissen wann der nächste Flieger geht. Wenn ihnen die Kompetenz fehlt, teilen sie es mir bitte mit, dann suche ich mir jemand anderes der mehr von seinem Job versteht“ an den Kopf geworfen bekommen!

Is vielleicht ne Kritische Sicht, aber du solltest den Fehler nicht immer bei den anderen suchen und nicht jeden nach 1,2 unfreundlichen Worten beurteilen.

Ich wünsche dir noch einen schönen Tag!

Gruß
Simon

fully agreed...

geschrieben von Shane54
am 11.12.2006 um 12:08
...ich blicke meinem nächsten aufenthalt in deutschland für die boot-messe auch schon mit sehr gemischten gefühlen entgegen: meiner familie, meinen freunden, dem essen meiner mutter, etc steht der ganze "sprich mich nicht an, ich bin kassiererin im supermarkt und will nicht mit dir reden"-scheiß gegenüber.

nothing like new zealand :-)

-54-

Simon...

geschrieben von Anonymous
am 11.12.2006 um 02:53
nicht das ich mich hier verteidigen muesste, aber ich glaube nicht das ich mit Vorurteilen nach Deutschland gekommen bin. Wie kann ich denn, ich bin schliessliche Deutsche! Doch leider wird man Jahr fuer Jahr bei seiner Heimreise aus seiner schoenen Blubberblase von wegen 'oh, schoen zu hause,oh' bereits am Flughafen gerissen. Und sorry, aber es ist mir und wahrscheinlich auch der Franzoesin absolut egal ob der Herr oder die Frau gestresst sind. Das sind wir alle! Wenn ich aber jemandem freundlich gegenueberstehe, erwarte ich nicht patzig angemacht zu werden. Ich waere dafuer von meinem Chef gefeuert worden! Und uebrigens, das ist nicht das erste Mal. Es passiert immer und immer wieder. Die diesmaligen 10 Tage Heimreise waren im Hause der Eltern heimisch, ausserhalb des Hauses ... hmh not so much.

Beste Gruesse

Jeannine


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