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Nachdem Ich erst kürzlich ein paar Worte über eine meiner Lieblings-TV-Serien, "The O.C." verloren habe, geht es nun in die zweite Runde, was amerikanische Erfolgsserien betrifft. Man sollte es nicht glauben, aber es gab auch eine Zeit vor "Lost" und "Desperate Housewifes", die wie verrückt hier in Deutschland promotet wurden. Im Jahre 2001 zum Beispiel lief die damals als Vorreiter geltende erste Staffel der Anti-Terror-Serie "24" an. Scheinbar interessierte Ich mich zu dieser Zeit noch nicht so ausufernd für amerikanische Exporte im Show-Bereich was heißen soll, dass ich erst Ende 2004 auf die überaus interessante Serie stieß. Das Prinzip einen einzigen Tag in 24 Folgen zu verpacken und diese in Echtzeit - mit manchmal durchaus verwirrenden Parallelhandlungssträngen - ablaufen zu lassen, fand Ich irgendwie attraktiv.



Logische Konzequenz war der Gang zum örtlichen DVD-Dealer und damit verbunden der Kauf der ersten beiden "24" Staffeln. Eine von Außenstehenden als ziemlich düster bezeichnete Zeit meines Lebens begann dadurch. Wochenlang hielt Ich mir sämtliche Termine und Störfaktoren vom Leib, die mich daran hindern hätten können Jack Bauer und seine Anti-Terror-Einheit CTU (Counter Terrorist Unit) über den Bildschirm rennen, kriechen und fluchen zu sehen. Denn erstaunlicher Weise geht es bei "24" die meiste Zeit ziemlich dreckig zu. Kraftausdrücke werden vermeindlichen Kollegen öfters um die Ohren geworfen als heutzutage Arbeitslosen Hartz 4 Witze.



Selbst vor exzessiven Folterorgien und deren genauer Beschreibung schreckt das Produktionsteam rund um Geldgeber und Hauptdarsteller Kiefer Sutherland nicht zurück. Wahrscheinlich ist das dann auch der Grund, wieso RTL2 die Serie erst mitten in der Nacht überträgt. Doch dazu sei eh keinem Leser geraten: "24" kann man definitiv nur in Originalton genießen. Besonders und gerade die ersten drei Staffeln, in denen der stämmige Schwarze Dennis Haysbert den US-Präsidenten David Palmer spielt. Ohne Haysberts tiefe Bärenstimme würde sämtliches Mitfühlpotetial gegen Null tendieren.



Anfangs dachte ich, dieser Kiefer Sutherland wäre das absolute Weichei. Wie er mit seinen blonden, im Wind wehenden Haaren das CTU Hauptquartier jovial verließ, erinnerte mich mehr an Thomas Gottschalk beim allsamstäglichen Brötchenholen. Doch schon nach den ersten zwei Folgen musste ich meine Meinung korrigieren. Denn Sutherlands Charakter, Jack Bauer, bekommt fast jede Folge gehörig auf die Fresse - und teilt nicht gerade selten aus. Dummerweise wird durch irgendwelche mysteriösen Umstände stets die Familie des Agenten in verzwickte Terrorangelegenheiten reingezogen. So muss Bauer jederzeit den Spagat zwischen Job und Familie meistern, was nicht immer gelingt. Ab der vierten Staffel hat es Bauers Kumpel und CTU-Director Tony Almeida, gespielt von Carlos Bernard nicht leichter. Aber ich möchte nun auch nicht zuviel spoilen...



Jedenfalls kann man "24" eines nicht absprechen: Die Coolness der Charaktere. Kaum eine andere TV-Serie hat mich so stark an die Hauptdarsteller gebunden, da kommt noch nicht mal CSI Miami mit dem allmächtigen David Caruso als Lt. Horatio Caine heran, der ohne Zweifel eine der ganz großen US-Schauspiel-Entdeckungen darstellt. Praktischerweise muss sich Caruso auch nicht alle 5 Tage die Haare schneiden und in jeder Folge die gleichen Klamotten tragen. Ja, jedes Serien-Prinzip hat seine Nachteile...



Wie aus obigen Schilderungen hervorgeht, hat also "24" vom Stil her rein gar nichts mit "The O.C." zu tun und wahrscheinlich gibt es auch nur wenige Zuschauer, die so schräg drauf sind, sich beide Folgen reinzudübeln. Bedauerlicherweise fand sich bis dato auch noch niemand in meinem Freundeskreis, der sich dazu überreden ließ, sowohl das Eine als auch das Andere mit mir zu schauen. Da half auch der seit kurzem in meiner Wohnung erstrahlende Beamer nichts. So ist es nicht gerade verwunderlich, dass die Frauenquote bei "The O.C."-Abenden deutlich höher ist, als bei "24"-Nights. Problematisch wird dann nur meistens die Getränkeauswahl. Bis jetzt kam ich noch kein einziges Mal umher, für erstgenanntes Ereignis den Vodka kalt zu stellen und für letztere Session das Pils im Kühlschrank zu stapeln. Einzige Schlussfolgerung, die man daraus ziehen kann: Beamerkauf bringt neue Freunde!



jetzt aber Schluss mit lustig, oder wie Jack Bauer stets zu sagen pflegt: "Shut up, you son of a bitch!". Und das sagt er nicht nur zu irgendwelchem Terroristenabschaum. Denn Bauer kennt keine Grenzen und nimmt es wohl mit dem Leben nicht so ernst. Darum fliegt er dann schlussendlich auch in Staffel 5 aus dem CTU-Quartier, wird via verrostetem Tankervon der chinesischen Regierung gekidnappt und in unbekannte Gefilde verschleppt. In den USA wird voraussichtlich im Frühjahr 2007 die neue und sechste Staffel von "24" anlaufen. Und eins ist sicher: Es wird wieder der längste Tag im Leben des Jack Bauer.

(flo)

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24 ist der ultimative Scheiß

geschrieben von Anonymous
am 14.12.2006 um 09:09
Guter Artikel, 24 ist super. Freue mich schon auf S6, bald ist es ja wieder soweit und Jack darf wieder fluchen. Allerdings bin ich ja mal gespannt welche Rolle er spielen wird, denn wenn er von den Chinesen festgehalten wird, müssen andere sich um seine Rettung kümmern...

Lieber CSI

geschrieben von Ron
am 14.12.2006 um 09:50
Ich finde gerade das gute an CSI, dass es immer abgeschlossene Fälle sind. Ich hasse das, eine Woche lang auf die Fortsetzung zu warten. Deshalb ist auch "24" nix für mich, weil die genau dann unterbrechen, wenn es am spannendsten ist!

Ron

24 und Flueche

geschrieben von Anonymous
am 15.12.2006 um 04:18
laut eines Interviews mit Kiefer Sutherland baute man wegen der Fans mehr und mehr Flueche pro Show ein. Angeblich gibt es sogenannte Drinking Games der Fans, die pro fluchendes Wort Jack's einen shot zu sich nehmen. Die Produzenten machen sich jetzt einen Spass draus


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