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Im ersten Teil des "Peinliche Weihnachten"-Artikels habt ihr erfahren, wie man so verrückt sein, den Weihnachtsbaum bereits am ersten Advent aufbauen kann und wie man auf ehemalige Arbeitskollegen reinfällt, die einem unerwartete Geschenke machen. Der zweite Teil birgt noch mehr Tücken. Second Round's on Jeannine...



Doch das dumm und dusselig fühlen nahm nach Verlassen des Supermarktes leider noch kein Ende. Denn mein Fahrrad war plötzlich zugeparkt. Und wie das eben so ist, fällt eines, fallen alle. Demnach versuchte ich krampfhaft wie beim Mikado spielen mein Gefährt ohne wackeln und kippen herauszuziehen. Meine Arme und Hände waren überall gleichzeitig. Kurze Zeit später, huuh, geschafft. Und gleich kam das nächste Problem. Da stand ich nämlich nun. Mit zwei vollen Tüten und einer 12-er Packung Eiern. Alles sorgfältig schon im Fahrradkorb verstaut, machte ich eine kurze Fußbewegung um den Ständer wieder in die Waagerechte zu bewegen und – nichts tat sich. Das Ding hing fest. Nun ja, das letzte Mal als ich ein eigenes Fahrrad hatte knickte man den Ständer nur zur Seite. Was mir natürlich mal wieder keiner vorher sagte war, dass mein abgestandenes japanisches Fahrrad eine Ständersicherung hat. Es hakt irgendwo ein! Danke, lieber ehemaliger Arbeitskollege. Nun versuch mal einer sich bei vollem Fahrradkorb mit Eiern runterzubeugen und das Teil zu lockern, denn so oft ich auch mit dem Fuß gegenschlug – es löste sich nichts! Absolut gar nichts. Und dann stehst du wieder da. Traust dich nicht dich umzuschauen. Willst nicht auffallen. Du hast das Gefühl der größte Idiot in ganz Tokio zu sein. Beobachtet zu werden. Fahrrad fahren kann doch schließlich jeder. Dein Kopf hängt, deine Gedanken schwirren, du suchst nach Ideen und findest – einen netten Japaner. In Japan gibt’s nämlich wirklich für jede noch so winzige Angelegenheit Angestellte. So auch am Supermarkt. Wie ich herausfand gibt es doch tatsächlich einen Mann der sich um die parkenden Fahrräder kümmert. Fällt eines um – ist er da. Und hast du ein Problem mit dem Ständer – ist er auch da. So machte er einen kurzen Griff und voila, mein Problem war gelöst. Die sind alle so herrlich zuvorkommend und nett. Also dann, aufgesessen und ab ging’s. Nach Hause.



Und da ich ja aufpasste was er machte, dachte ich mir es sei auch kein Problem noch mal kurz am Tierladen anzuhalten und Shampoo zu kaufen. Was ich auch tat. Abgesessen, Ständer raus, eingekauft, Ständer rein.... Ständer rein..... Ständer rein!!! Logisch, wenn ich es versuche, geht das verdammte Ding wieder nicht. Und wie sah ich aus? Dämlich. Die dumme weiße Frau steht im Weg und kann nicht mal einen Fahrradständer einklappen! Und das an einem vielbelaufenen Fussgängerüberweg. Yay! Doch auch diesmal schickte mir der Weihnachtsmann eine kleine Elfe vorbei. Nämlich in Form einer Mitarbeiterin des Tierladens. Ein gekonnter Tritt ihrerseits und voila, das Ding war wieder waagerecht. Warum geht das nicht, wenn ich das mache? Peinlich berührt, machte ich mich so schnell es ging aus dem Staub und übte in der Garage was? Ständertreten!



Mein vorheriger Elan war nun definitiv nicht mehr ganz so stark. Man könnte sogar sagen, ich hatte zu Hause keinen besonderen Drang mehr Kekse zu backen. War irgendwie nicht mein Tag. Es war inzwischen auch Abendbrotzeit, mir war kalt und ich wollte mich viel lieber eher vom langweiligen Fernsehprogramm berieseln lassen statt in der Küche zu stehen. Soweit war das auch ein guter Plan, wenn da nicht am Telefon einer nach seinen langersehnten Keksen fragen würde. Mein Freund. Der rief mich nämlich vom Büro aus an. Also gut, dachte ich mir. Lass ich mich eben breitschlagen und fing gleich an die ein oder andere Tüte und Flasche auf ihren Inhalt zu überprüfen. Gut, mache ich schnell mal eben eine Art Schokoladen/ Nusskekse. Wer isst das nicht gerne, ne? Was ich aber vergaß bei der ganze Sache von wegen eben mal schnell, war die japanische Stromversorgung. Und die beträgt hierzulande 120 Volt. Mein mitgebrachter Mixer hat aber 240 Volt. Und 240 Volt hat bei mir nur eine einzige Steckdose. Nämlich die in der Waschküche. Sagen wir mal so, bequem war es nicht seinen Teig zwischen Waschmaschine, Trockner und Wischmopp zu rühren. Martha Stewart hätte einen Herzinfarkt bekommen. Doch irgendwann verschwand das Blech dann im Ofen. Und später dann im Müll. Denn wer die Dinger nicht gerne essen wollte war ich. Meine hundert Mal gemachten knusprig aussehenden Bilderbuch Schokokekse glichen nämlich mehr oder weniger verbrannten muffinähnlichgroßen Briketts. Ob ich mich dabei auch zu dämlich anstellte? Wahrscheinlich. Denn ich vergaß den japanisch/amerikanischen Ofen. Andere Gradzahlen...

(jeannine)

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Wie sagst du immer?

geschrieben von Anonymous
am 19.12.2006 um 04:57
Da schwingt doch der Kuchenteig-Knetroller ;) oder so ähnlich. Hier schwingt wohl eher der Fahrradständer...und der will auch nicht so wirklich.

Sehr interessant wie immer!

Cheese


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