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Das letzte Mal habe ich euch von den ersten Monaten in der Schule, von den Lehrern erzählt, auch hab ich euch einen groben Überblick über die Fächerwahl gegeben, und genau darauf möchte ich heute noch intensiver eingehen.



Naja, wenn man die Zeit, die das Universum bereits hinter sich gelassen hat betrachtet, ist es noch gar nicht so lange her, dass ich den ersten Teil meines Artikels veröffentlicht habe, nur so ungefähr 3 bis 4 Monate. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich nicht gerade der eifrigste Mensch bin… Aber das alles will ich jetzt mal links liegen lassen und euch den heutigen Artikel präsentieren.



Zuerst möchte ich euch vom Kurswahlsystem erzählen, das an allen amerikanischen Schulen vorherrscht. Von ca. der 8. Klasse ab kann jeder Schüler seinen eigenen Stundenplan und somit auch seinen eigenen Lehrplan entwerfen. Ich wurde vor Beginn des Schuljahres in die Schule bestellt, so dass ich hierzu die Chance hatte. Eingeschüchtert, da es ja mein erster offizieller Auftritt war, ging ich also in die Schule um mich anzumelden und meinen Stundenplan festzulegen. In der Schule angekommen, war diese erst einmal ziemlich überrascht, dass noch ein Austauschschüler zu ihnen kommen würde. Anscheinend hatte meine Organisation versäumt meine Schule über mein Kommen zu unterrichten. Naja trotz des anfänglichen Schocks, wurde ich dann sehr freundlich von unserem Counselor Trish empfangen und sie verhalf mir dann mit viel Geduld zu meinem Stundenplan.



Aber nicht, dass jetzt gleich jeder denkt, man könnte in den USA einfach irgendwelche Fächer belegen, nein so einfach ist es dann doch nicht! Jeder Schüler muss jedes Jahr Englisch sowie Geschichte belegen, außerdem muss man mindestens zwei Jahre irgendwelche naturwissentschaftlichen Fächer belegen. Wenn man für 4 Jahre auf ein College gehen will, muss man zusätzlich 2 Jahre hintereinander die gleiche Fremdsprache belegen und außerdem sollte man sich bemühen, jedes Jahr einen Mathematikkurs zu besuchen. Natürlich gibt es diese Kurse in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Außer all diesen Verpflichtungen gibt es noch einige jahrgangsspezifischen Kurse, die man zusätzlich belegen muss. Das alles ist doch sehr verwirrend.



Allerdings habe ich mit dem letzten Absatz vermutlich nicht nur Verwirrung gestiftet, sondern auch Zweifel an dem doch so tollen System aufkommen lassen. Dazu muss ich sagen, dass manche Kurse nur ein Halbjahr lang gehen und man trotz der Pflichtfächer noch mindestens 2 Stunden zur freien Verteilung hat. Für diese Stunden werden dann Kurse wie Farming, Psychologie, Chor, Big Band, Kochen und eines meiner persönlichen Lieblingsfächer, Study Hall, angeboten. Study Hall ist ein Fach, das fast jeder Schüler belegt und man nie benotet wird. Study Hall ist eine Art Lernstunde, die man zum Hausaufgaben machen nutzen kann oder so wie viele zum Schlafen. Daher ist es oft der Fall, dass man eigentlich nur 6 Stunden hat, und wenn man in der Abschlussklasse ist, dann ist Schule sowieso nur noch ein Pflichtzeitvertreib darstellt, sofern man nichts Großes, wie den Besuch eines Colleges nach Ende des Schuljahres, vorhat. Ein Kumpel von mir zum Beispiel hatte effektiv 3 Stunden am Tag. Er belegte 2 Computerklassen in denen er spielte, dann hatte er noch eine Study Hall und einen Businesskurs, welchen er auch im Computerraum verbrachte, natürlich um einen Business Plan zu entwerfen...



Jetzt möchte ich noch kurz ein eher trockenes, aber wissenswertes Thema ansprechen. Das amerikanische Schulsystem funktioniert über ein Punktesystem. Für jeden Kurs den man besteht, erhält man eine bestimmte Punktezahl. Wenn man am Ende der Schulzeit nicht genügend Punkte erhalten hat, kann man seinen Abschluss vergessen. Allerdings muss man nicht ganz normal im Kopf sein um das nicht zu schaffen, da man ja aus verschiedenen Schwierigkeitsstufen auswählen kann und sich so ein für seine Leistungsstärke entsprechendes Kursprogramm zusammenstellen und so mit nur sehr kleinem Aufwand auch gut durch über die Runden kommen kann. Natürlich wird von Universitäten genau auf die belegten Klassen geachtet, da dies ja auch viel über die Lernbereitschaft und die Intelligenz eines Schülers aussagt. Aber nicht nur die Kurse, die belegt wurden sind wichtig, sondern auch ein Test, den man höchstens 2 Mal machen kann. Der ACT ist vergleichbar mit einem IQ-Test über schulischen Stoff. In ihm muss man Aufgaben zum Thema Mathematik, Geschichte und Englisch beantworten. Der Test ist deshalb so wichtig, weil er in den ganzen USA angeboten wird und er so ein USA-weites Bewertungssystem der Schüler ermöglicht. Also alle Schüler die sich für ein College bewerben, haben diesen Test gemacht und die Universitäten können sich die Besten heraussuchen.



Genug zum Thema Schule/Kurssystem. Die ebenfalls attraktiven Themen Schulessen und Schoolactivities werden vermutlich den Inhalt meines nächsten Artikels bilden, der hoffentlich nicht wieder 3 Monate auf sich warten lässt!!

Bis denne irgend wenne

Felix

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Kommentar ohne Titel

geschrieben von napfkuchen_mc
am 3.04.2007 um 03:51
Hey, is ganz nett geschrieben, nur ein bisschen kurz. Da kann man sich ja ohne Ende auslassen. Wo bist/warst du denn? Ich war in Swanville, Minnesota und die Schule war mal übelst klein.
High school is eigentlich, wie du angedeutet hast, echt chillig. Erste stunde study hall, einfach pennen :D Hab mich allerdings doch n bisschen rangehalten und hatte Precalc und Physics mit dem 12ern (als Junior) was mein GPA (Grade Point Average)natürlich ordentlich gepusht hat. Mein Lieblingsfach war American History, weil man übelst viele interessante Sachen gelernt hat und zudem, weil der Lehrer der geilste Typ überhaupt war. Er war in Deutschland als Soldat stationiert und wir ham uns jede Stunde über Baseball, Football und german beer unterhalten. Zu hart.
Alles in allem is die High School doch echt anders als deutsche Schulen, auf jeden sehenswert.


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