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Das Spiel mit der Angst – Motel (Filmreview)

24.07.2007 - 07:40
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Wir haben schon so viele Thriller/Horror Movies gesehen. Filme, bei denen sich nahezu die Fingernägel vor Ekel und Entsetzen biegen. Doch die besten sind meiner Meinung nach immer noch die, die den Zuschauer einfach nur bis zum in-die-Hose-machen ängstigen. Weniger ist manchmal nämlich mehr.



David Fox (Luke Wilson) und seine Frau Amy (Kate Beckinsale), deren Beziehung nach dem Tod ihres Sohnes alles andere als harmonisch ist, sind auf dem Weg zu Amys Eltern. Als sie entlang einer dunklen Landstraße fahren und einem Rackoon ausweichen fängt aber ihr Auto an zu klappern. Sichtlich verloren im Nirgendwo und besorgt um sein Auto, entschließt sich David daher kurz an einer Tankstelle zu stoppen. Doch der einzige den er dort noch zu später Stunde antrifft, ist der junge Mechaniker (Ethan Embry) auf seinem Nachhauseweg. Und so machen sie sich nach seinem kurzen aber zufriedenstellenden fachmännischen Blick unter die Haube wieder auf den Weg. Schon nach 2 km Fahrt bleibt aber ihr Auto plötzlich stehen. Mitten in der Nacht ohne Handyempfang oder auch nur ein weiteres Auto auf der Straße, entschließen sie sich demnach für Hilfe wieder zur Tankstelle und dem dazugehörigen Motel zurückzulaufen. Der Manager des Motels, Mason (Frank Whaley), bietet ihnen daraufhin an, bis zum nächsten Morgen in einem seiner Zimmer zu übernachten. Aber Zimmer Nummer 4 gestaltet sich anders als eine gewöhnliche Flitterwochensuite. Nach kurzen Diskussionen über die bevorstehende Scheidung und das dreckige Zimmer hören sie plötzlich ein stetiges Bangen an Tür und Wänden. Auch klingelt das Telefon ohne dass jemand am anderen Ende antwortet. Aber als David dem Manager davon berichtet und der die Angelegenheit untersucht, hört der Lärm plötzlich auf. Seine Vermutung – Teenager. Endlich sicher in Ruhe den Rest der Nacht verbringen zu können, legt David zur Entspannung eine Videokassette in den Recorder. Doch wenn er sich so umschaut, sieht er mehr als nur zufällige Ähnlichkeiten zwischen dem laufenden Horrormovie und seinem Zimmer…



Ich muss schon zugeben, die Kombination von Dunkelheit und Einöde gekoppelt mit Menschen vom Land reicht meistens schon aus. Zumindest was die Aufmerksamkeit betrifft. Aus irgendwelchen Gründen ist die Paarung allein schon vom Gefühl her auf Ärger vorprogrammiert. Und die meisten Thriller oder Horrorfilme basieren genau auf diesem Konzept. Das war vor 50 Jahren schon mit ‘Psycho’ der Fall und ist noch heute so. Doch während die grauenhaftesten Filme unserer Zeit ihre Schreckenseffekte mit immer obszöneren Mordinstrumenten und Blutmassen an den Zuschauer bringen, tendiert “Motel” (engl. Originaltitel: „Vacancy“) eher in die Richtung der guten alten Filmära. Spannungshaltung. Vom ersten bis zum letzten Moment. Und das mit so gut wie keinem But. Von daher wird auch die Jugend von heute, die ‘Saw’ und ‘Texas Chainsaw Massacre’ als Standard hält, nicht unbedingt begeistert von diesem Film sein. Doch ich sehe pure einfache Angst immer noch als äußerst effektiv an. In meinen Augen zählt nämlich nicht unbedingt die größte Blutlache sondern einfach nur – bin ich gebannt oder nicht. Möchte ich wissen wie es weitergeht, fiebere ich mit den “Opfern” mit und rutsche ich mit meinem Hintern auf dem Stuhl hin und her wenn im Nichts plötzlich ein Schatten auftaucht. Ich weiß es ist ein guter Film, wenn ich sofort danach in jeder dunklen Ecke Gefahr vermute. Wenn ich jedem unerklärlichen Geräusch im Haus wesentlich mehr Aufmerksamkeit schenkte als zuvor. Und genau das erreicht ‘Motel’. Vielleicht aber auch bei Frauen mehr als bei Männern. Anzunehmen.



Kritiker dieses Filmes werden auf jeden Fall wieder einmal behaupten, dass ‘Motel’ nichts Neues an Story liefert. Klar. Das ist auch schwer, da wir in jedem Genre mit Filmen nur so überhäuft wurden, bei denen ich glaube alles erdenkbar Mögliche ausgeschlachtet wurde. Szenen werden uns so natürlich auch immer an bisherige Filme erinnern. So zeigt ‘Vacancy’ auch Ähnlichkeiten zu Halloween, Psycho usw. Doch für mich ist das nicht schlimm. Für mich ist der Stil und die Logik wichtig. Und das ist dem Regisseur Nimrod Antal gelungen. Er bewirkt beim Zuschauer die Hilflosigkeit der Opfer nachzuvollziehen und bringt eine Art Realität mit sich. Denn seien wir mal ehrlich, wenn jemand im Motel/Hotel ständig an die Wand hämmert gehen wir auch zu ihm rüber und bitten dies zu stoppen. Niemand denkt in diesem Moment an Gefahr um die eigene Person.



Überraschend für mich war auch die Leistung Luke Wilsons. Eher ein Schauspieler zu Hause in Komödien oder Romanzen, zeigte er uns hier (erstmals) seine seriöse Seite und ein gewisses Maß an Wandlungsfähigkeit. Ich war positiv überrascht. Kate Beckinsale, die ja schon die verschiedensten Rollen in ihrem Lebenslauf aufzeigen kann, ist dabei nicht minderwertig. Sie kann für den Zuschauer überzeugend lachen, weinen, kreischen etc. Also keine Überraschung da. Das einzige was ich bemängeln kann ist das Ende. Ich wünschte mir von den Hollywood Studios mal ein wenig Kreativität oder einfach auch nur Schockwilligkeit. Doch da kann ich wohl lange warten. Dieser Trend der Romantik hat sich seit der Entstehung des Filmes nicht geändert.



‘Motel’ ist ein Film, der mit der blutlosen Angst spielt. Durch gekonntes Editing und der Vorstellungskraft des Zuschauers werden gewaltsame Ergebnisse aber nicht unbedingt Taten gezeigt. Ob 16-jährige wie zuvor erläutert darauf stehen wage ich zu bezweifeln. Ich fand ihn aber sehr ansprechend.



Regisseur: Nimrod Antal
Drehbuch: Mark L. Smith
Hauptdarsteller: Luke Wilson, Kate Beckinsale, Frank Whaley
Genre: Thriller
Laufzeit: 80 min
Release Date: 19.07.2007
Budget: 19 Mill USD
Einspielung: 19,408,642 USD
Website: http://www.sonypictures.com/movies/vacancy/index.html
IMDB-Page: http://www.imdb.com/title/tt0452702/

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Kommentar ohne Titel

geschrieben von Bobby.Kato.Son
am 24.07.2007 um 07:56
Die ersten 50 Minuten sind fucking spannend...zum Ende wird es lächerlich...


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