
Ein aufmerksamer Blogger hat die Cover Referenz zu Harris kommendem Soloalbum "Der Mann im Haus" entdeckt.

Wen nicht nur das Cover sondern auch noch das Album interessiert, der kann mal hier reinschauen.

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Bushido hat es in kürzester Zeit wieder in die Rubrik "Fundstück der Woche" geschafft.
Diesmal als 13. Platz der FHM "Unsexiest Women of the World". Herzlichen Glückwunsch dazu.
Quelle: fhm-online.de



Der junge Bielefelder Phil 62 präsentiert uns sein Erstlingswerk „Dein Blaues Wunder“. Musikalisch wird der Ostwestfale von seinem „Ducktapes“ Camp durch MarDe, Perlitz und Blickfunk sowie SimonSays (Statement Crew) unterstützt. „Das als Querschnitt durch sein Leben zu verstehende Album ist eine Mischung aus Selbstironie und Selbstkritik, Sorglosigkeit und Sehnsucht“. Klingt interesssant, doch in der Vergangenheit haben sich Rapper schon oft bei der Wahl ihres Albumtitels überschätzt.
Ob die Hörer bei Phils Platte wirklich ihr blaues Wunder erleben werden verraten die folgenden Zeilen.
Schon beim Intro kommt die Vermutung auf, das sich Phil hier wohl doch nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt hat. Der Beat kommt kraftvoll daher und Zeilen wie: „Rap hat kein Wortwitz denn er ist geistig erschüttert, da muss ich wohl nach dem Rechten sehn wie Leipziger Mütter“, machen Lust auf mehr. Auch auf den nächsten Tracks lässt Phil immer wieder diese Genialität aufblitzten. Wer hier nach einfach gestrickten Battlesrhimes sucht, der sucht vergebens.
Stiltechnisch wechselt er dabei häufig das Tempo und schafft es trotzdem immer on Point zu bleiben. So machen Phils Kreativität und die eingebauten Gimmicks die Platte zu einer echten Erlebnistour.Auf Schitzophren bekommt sogar der Beat diesen Stilwechsel zu spüren. Das Interessante dabei ist, dass das Phils Wiedererkennungswert überhaupt nicht schmälert, denn genau dieser Stilwechsel macht ihn aus.Beattechnisch wird auf der Platte ebenfalls ein abwechslungsreiches Feuerwerk geboten, so sollte für jeden etwas dabei sein. Wie Z.B ein Clubtrack, den ich hier weniger erwartet hätte, der aber wunderbar zum Rest des Albums passt.Auch auf den langsameren Tracks schafft Phil es, eine Atmosphäre aufzubauen. Die Inhalte wirken ehrlich und lassen mitfühlen.
Doch leider hat auch diese Platte ihre kleinen Schattenseiten. Zum Ende hin scheinen sich Konzepte zu wiederholen und Phil 62 rappt auch nicht mehr ganz so souverän wie am Anfang. Hier wär weniger wahrscheinlich mehr gewesen. Trotzdem ist die Platte durchaus gelungen und wem der ein oder andere Track nicht gefällt, dem bleiben immerhin noch massig andere zur Auswahl.
Fazit: Dein Blaues Wunder ist wirklich ein kleines geworden, denn Abwechslungsreicher hätte diese Platte sicher nicht werden können. Ein echter Geheimtipp für diejenigen die inhaltslosen Rap satt haben.
Ranking 7/10



Die Fantastischen Vier feiern ihr 20 Jähriges Bandjubiläum.
Dabei begann alles mit einem wahrhaft unspektakulären Auftritt am 7. Juli 1989: „In einem Kindergarten, auf Bier-Paletten, im Rahmen einer Batman-Party“, erinnert sich Smudo (41), mit bürgerlichem Namen Michael B. Schmidt. „Das ist so lange her. Die Hälfte von denen, die da waren, ist, glaube ich, tot“, lacht Smudo. „Die andere Hälfte hat Alzheimer“, ergänzt Thomas D. (40).
Quelle: Bild.de
Was die Bild bei dieser Fragwürdigen Titelzeile zu missachten scheint ist, dass Advanced Chemistry bereits 1987 von sich reden liessen und selbst Cora E schon 1988, ein Jahr vor der "legendären" Bierpalettenparty, auf der Bühne stand. Also feiern wir allerhöchstens 20 Jahre Hip Pop. Aber nichts destotrotz haben die Fantastischen 4 in diesen 20 Jahren auch den ein oder anderen Hiphop-Track veröffentlicht.
In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch Fanta 4.


FiST viele kennen dich aus dem Vögel Remix Video das auf einigen Seiten rumgeistert. Wie ist das Teil enstanden?
Also erstmal hab ich natürlich das Original von Olli Banjo und Jonesmann sehr gefeiert. Die Idee, die musikalische Umsetzung und auch das Video im Sin City look fand ich sehr innovativ und fresh. Dann hab ich einfach mal über Dizem(Optik-Forum) bei Olli angefragt, ob er damit cool ist, wenn ich zum Vögelsong nen Videoremix im Los Banditos-style (ich hab den Shit ja nicht erfunden) drehe und er hatte nix dagegen. Gemacht, getan, Video kam gut an, Olli fands auch cool… also alles super und ich freu mich (lacht).
Du hast ja auch mal bei einem Videodreh Contest mitgemacht. Ist das so dein Ding. Videos drehen?
Ja genau, ich hab damals beim Optik-T.O.L Videocontest mitgemacht und den 2. Platz geholt. Videoclips produzieren ist einerseits immer ne spassige Sache aber andererseits natürlich auch immer viel Arbeit. Trotzdem mach ich das sehr gerne. Ist natürlich alles Low-budget und kein Hollywood was ich mache, aber solang es den Leuten gefällt mach ich lieber ein freshes Video als 3 hingekackte Freetracks.
Würdest du auch so ein „Hass“-Video drehen wie kürzlich Immo in Richtung Staiger?
Neee ich denke nich, wobei ich schon nen paar Mal lachen musste als ich dass gesehen hab. Also manchmal sind diese Videostatements wirklich gutes Entertainment aber oft überschreiten sie dann auch die Grenze zur Fremdscham (lacht), wo man sich einfach fragt: „Warum zur Hölle sitzt der Kerl da und redet sooo eine peinliche Matsche in die Kamera? Wofür? Warum?“ Mein absolutes Highlight im positiven Sinne ist dieses Videostatement wo Bass Sultan Hengzt dieses grandiose Englisch redet, besser geht’s nicht! Da hatte ich Tränen in den Augen! Raptile war dann halt wieder das Gegenteil.
Wie wäre es mit Schauspielerei? In einer deutschen Comedy vielleicht? Davon gibt’s ja wenig gute.
Wäre sicherlich ne sehr coole Erfahrung, nur da bin ich mir nicht sicher ob mein Talent dazu reicht oder ob dass in der eben schon angesprochenen Fremdscham enden würde (lacht). Grade Comedy ist glaube ich das härteste Unterhaltungspflaster. Ich glaub es gibt nix schlimmeres, als auf einer Bühne zu stehen wo deine einzige Aufgabe darin besteht, Leute zum Lachen zu bringen. Und dann hört man nach seiner tollen Pointe im komplett gefüllten Saal nur ein Husten, ein Räuspern und zwei Seufzer. Aber so Schauspielern würde ich schon gerne mal ausprobieren, warum nicht?! Wenn Jessica Alba im Film mitspielt! (lacht).
Was sagst du zum Tod von Michael Jackson?
Pure Trauer. Egal wie komisch der Typ jetzt auch gegen Ende seines Lebens drauf war, seine Musik war Wahnsinn! Absolutes Idol meiner Jugend. Ich hab früher als Kind oft versucht ihn nachzutanzen und sah dabei sicherlich ziemlich scheiße aus (lacht). Er war auf jeden Fall der King, ich kenn keinen Künstler der im Durchschnitt mehr Hits am start hatte/hat. Fast jeder Song war bombig. Also sehr Schade das Ganze.
Die fantastischen Vier feiern grad ihr 20 Jähriges Jubiläum. Wie haben die das geschafft sich solang zu halten?
Ich denke mal weil die Jungs einen ganz eigenen und doch leicht zugänglichen Stil haben und wahrscheinlich auch mal richtig Plan vom Buissnes haben. 20 Jahre ist schon ne Ansage.
Ist das auch dein Ziel solang Musik zu machen oder hast du noch andere Pläne?
Ob ich es 20 Jahre lang schaffe weiß ich nicht. Ich werd einfach solange Mucke machen wie es mir Bock macht und mich ein paar Leute nach neuen Songs fragen und mich hören wollen. Dumm wäre sich jetzt nur auf „Rap“ zu verlassen und zu denken, „davon kann ich leben!“ aber das tu ich nicht. Ich studiere noch und versuch mir da auf jeden Fall ein sicheres Standbein zu schaffen.
Euer Album „Warum so ernst“ steht in den Startlöchern. Was erwartet uns auf darauf?
Alles einfach ALLES! (lacht) .Nein im Ernst, es handelt sich dabei um ein Collaboalbum von Kay und mir und wurde komplett für uns produziert. Wir haben zum Beispiel Beats von Psaiko.Dino, Pokerbeats, Topbeats, Peachbeatz, Focus, Bukez Finezt, C.R.Productions, Volo, usw. gepickt und wie ich finde eine sehr runde Sache geschaffen. Größtenteils einfach witziges Entertainment, mit ner ordentlichen Packung Selbstironie, dann Banger die nach vorne gehen, Konzeptsongs und auch ein paar emotionalere Stücke. So dumm es auch klingt, halt echt für jeden was dabei! Insgesamt haben wir versucht viele Livesongs zu machen und dass ist uns auch ganz gut gelungen, also bis jetzt zumindest waren die Reaktionen auf unsere neuen Songs sehr cool. Featuremäßig kann man sich auf Leute wie Phreaky Flave, Maxat, Timecy, SherlokOne, Rockstah, Marc und Famous freuen. Bei einem Featuregast müssen wir leider noch n bissl zittern, aber wir hoffen dass alles klappt und dann wird das was wahnsinnig Großes für mich und für Kay denke ich auch. Und für euch hoffe ich auch (lacht)! Also mehr gibt’s eigentlich nicht zur Platte zu sagen macht euch einfach selbst nen Eindruck und hört rein oder holt euch die Platte!
Auf www.myspace.com/fzudemist bekommt ihr alle Infos über mich und über das hoffentlich im August erscheinende Album „Warum so ernst?!“ Ich hoffe das Interview war interessant und man sieht sich auf unseren nächsten Gigs! Earshot-Muzik dreht diesen Sommer am Zeiger! Vielen Dank für das Interview!


Dies führte schnell dazu das Nas in der Szene trotz seines jungen Alters als hoffnungsträger galt. Er war ausserdem der erste fremde MC der es auf ein Album eines Wu-Tang Mitglieds schaffte.
Obwohl Illmatic schon früh Kultstatus erreicht hat, blieb ein weiträumiger kommerzieller Erfolg aus. Daher bekam das Album erst 2001 Platin, was wohl auch Nas dazu veranlasste, mit dem Album "Stillmatic" wieder an alte Erfolge anknüpfen zu wollen.
Rating: 10/10


„Aus dem Schatten“ kommen Holg und DJ Phox und auch dort halten sie sich bedeckt, wenn man auf der MySpace-Seite etwas über die beiden erfahren möchte. "Scheiß auf Biografie, hör die Musik und bild` dir deine Meinung" heißt es da. Nichts leichter als das denkt man sich, doch so einfach ist das Ganze dann am Ende leider doch nicht.
Auf dem ersten und gleichnamigen Track „Aus dem Schatten“ erwartet uns laut Holg „Endlich wieder Classic unter tausend Platten“. Und tatsächlich, Holg und DJ Phox verstehen es durch Beats und Scratches ein echtes Classic-Feelling aufkommen zu lassen. Der Wechsel zwischen den mal souligen, mal härteren Beats gepaart mit Turntaleism und Beatboxtracks, erinnern einen an die gute alte Hip Hop Zeit, in der noch alle Elemente ihren gleichberechtigten Platz fanden.
Doch ADS hält noch weitere Überraschungen bereit. Eine davon ist, neben den erstaunlich guten Features, der Sprachwechsel von Rapper Holg. Auf First Lady rappt dieser z.B auf Englisch, was mich allerdings wenig überzeugen kann. Auch sein Ausflug ins französische auf „Le Response“ hinterlässt eher einen bitteren Nachgeschmack.
Aber diese kleinen Fehltritte schaden der Platte recht wenig. Dafür tun das die teilweise uninteressanten Themen und der langweilende Reimstil. Auch wenn das Inhaltlich der letzte Track „Traum“ wieder gut macht, mindert das leider die Qualität des Albums und der gutgemeinte Classicansatz wird getrübt.
Fazit: Aus dem Schatten findet sicher seinen Platz bei Fans von Stieber Twins, DCS oder STF. Legt Rapper Holg nochmal an Raptechnik und Wortwitz drauf, schaffen es die Beiden vielleicht sogar sich dort einzureihen. Bis dahin bleibt es aber bei einem mittelmässigem Album.


Ein „Parental Advisory — Explicit Lyrics“ scheint wohl in Zeiten des Amoklaufs nicht mehr auszureichen, denn das sind die Worte die man zu lesen bekommt, wenn man Crystal F´s „Kunst des Todes“ aus der Hülle herausnimmt.
Sofort kommen mir Namen wie MC Basstard, Necro oder die Gravediggaz in den Sinn. Ist Crystal F ein weiterer würdiger Vertreter dieses Horrorcore-Rap Genres?
Leider Nein. Schon bei durchhören des ersten Tracks „Kunst des Todes“ folgt die Ernüchterung. Crystal F versteht es blendend die Reime so zu verpacken, dass sogar ein „Hab mehr Leichen im Keller, als Gehirnzellen die absterben“ so harmlos klingt wie Celin Dion`s „My Heart will go on“.
Die weinerliche Rapweise, die stark an den jungen Eko Fresh erinnert und die zusammenhangslosen Texte, lassen gar nicht erst so etwas wie ein Horrorcore-Rap Feeling aufkommen. Auch die Rettung zum nächsten Track „Das Böse in Mir“ verschafft da wenig Abhilfe. Dieser klingt nämlich nahezu genau wie sein Vorgänger. Und so zieht sich dieser katastrophale Faden durch das gesamte Album. Lediglich Beats und Features geben dem Ganzen eine andere Farbe.
Naja, ein wenig Horrocore lässt sich dann am Ende aber doch noch finden. Melancholisch schöne Beats wie bei „Ein Trip ans Wasserloch“ oder „Gotteswahn“ werden vollständig verstümmelt.
Fazit: Crystal F Kunst des Todes ist ein 18 Track starkes Werk, welches aber leider an allen Ecken schwächelt. Der unangenehme Rapstil und die sinnfreien Texte bereiten wohl nur eingefleischten Fans dieses Genres keine Schmerzen.

Hi, MAXAT! Wie geht’s dir?
Ach, weißt du, ganz gut, bis auf hier und da paar Sachen.
Was für Sachen? Ist bei dir was passiert?
Mein Chef zahlt mir seit April keinen Gehalt mehr, die Missgeburt. Ich bin ja noch in meiner Ausbildung.
Was machst du den für eine Ausbildung? Und was ist da vorgefallen?
Eigentlich bin ich schon so gut wie raus aus der Ausbildung. Deswegen kann man schon in der Vergangenheitsform sprechen. Ich habe Mediengestalter gelernt, habe die Abschlussprüfung schon hinter mir und warte jetzt nur noch auf die Ergebnisse. Jetzt weigert sich mein Chef mir die letzten drei Monate, die ich da war, zu bezahlen.
Warum, was hast du gemacht?
Ich hab gar nix gemacht, er ist einfach ne Missgeburt! Ich hab schon alles über den Anwalt geklärt, Klage ist unterwegs. So wie ich ihn kenne, wird er es auch bis vors Gericht treiben, obwohl er weiß, dass er verlieren wird. Egal, ich fick seinen Arsch. Der wird mir dann mein Gehalt, plus Entschädigung dafür, dass er meine Prüfung gefährdet hat, bezahlen.
Wie kommst du über die Runden die letzten Monate, wenn du keinen Gehalt bekommst?
Ich leb die letzten 2 Monate fast nur von CDs, die ich selber verkaufe. Bei Gigs oder einfach auf der Straße. Das reicht damit der Kühlschrank gefüllt bleibt.
Das hört sich sehr abenteuerlich an, aber ich denke das Recht ist da auf deiner Seite und du wirst den Prozess gewinnen, oder?
Ja natürlich, das ist nicht das erste Mal, das er so was mit seinen Auszubildenden abzieht, der ist einfach geistesgestört. Der hat das schon einmal bei einem versucht und hat verloren. Anscheinend hat er nicht draus gelernt. Ach, lass mal nicht mehr drüber reden!
Ich hab das “OHOH!” Video bei Myspace gesehen. Im Vergleich zu dem davor sehr provokant. Das Ding hat in diversen Foren ja auch gut für Gespräche gesorgt. Erzähl mal was dazu.
Ja, das war auch pure Absicht. “Dies und Jenes” war eher ein neutraler Track, ohne Angriffsfläche. Den Track kann man nur aus purem Neid haten. “OHOH!” ist das komplette Gegenteil. Und es ist klar, dass es polarisiert und die Leute haben sich auch gut die Mäuler zerrissen. Das passt schon alles.
Wie gehst du mit dem ganzen Gehate um?
Gar nicht. Ich finde es voll lustig. Bei Myspace war ja erst Premiere. Ein paar Tage später hat sich das Video so verbreitet, dass man es auf so gut wie jeder HipHop-Community in Deutschland, die irgendwie Rang und Namen hat, sehen konnte. Der Track ist einfach sehr geil, und viele haben sich davon direkt angesprochen gefüllt. Sahen in ihm vielleicht so was wie ne Bedrohung für sich. Was weiß ich. Also man kann das Ding nur dann haten, wenn man sich davon provoziert fühlt. Gegen den Track selber kann man einfach nichts schlechtes sagen, weil er tight ist. Punkt. Pass auf. Sogar Flowin Immo hat mir geschrieben und gesagt, dass er den voll abfeiert. Zieh dir das mal rein. Der Typ macht komplett andere Musik und sagte, dass ich ihm da aus der Seele gesprochen habe. (lacht)
Also macht dir Gehate generell gar nix aus?
Was heißt nix aus, ich finde es immer spannend, wie sich die Leute sich über etwas aufregen, was ich kann und sie nicht. Das ist doch nur positiv für mich. Klar, wenn ich jetzt nen Track mache, der wirklich scheiße ist, was nie der Fall sein wird (lacht)… dann werden die Leute es doch einfach ignorieren. Wenn sie sich aber damit beschäftigen und sich Gedanken machen, kann der Track nicht schlecht sein.
Du bist Russland-Deutscher, ich hab schon einige Interviews von dir gelesen und finde du wirst recht häufig in diese Russen-Schublade gesteckt. Siehst du das auch so?
Ja, ja, ich weiß. Stell dir vor, ich hätte einfach meine Herkunft immer verleugnet?
Denkst du die würde jemanden interessieren?
Ich rappe auf deutsch, und behaupte einfach, dass ich das auch recht akzentfrei kann. Ich bin der erste Rapper in Deutschland mit Spätaussiedlerhintergrund, der es langsam zu was bringt. Das ist was Neues für die Leute, und auch ein Grund mich in diese Schublade zu stecken. Mir ist das Latte.
Es gibt sehr viele Russen in Deutschland, die dich feiern…
Dicker, ich mach das für alle! Für jeden, der es fühlt. Mir ist es egal, ob mich jetzt Russen oder Türken oder Deutsche hören. Wenn jemand fühlt, dann fühlt er es und es macht mich glücklich. Ich kann halt nix dafür, dass mich die Leute jetzt auf Grund dessen, dass ich Aussiedler bin, in diese “Er macht Rap für Russen“ – Schublade stecken. Es stimmt einfach nicht. Ich mache es für alle, auch für die Russen natürlich.

Du hast dein Album “Zu viel für Deutschland“ am 8. Mai raus gebracht. Bist du zufrieden mit den bisherigen Resonanzen?
Ja, ich bin zufrieden. Bin schon auf ein paar Reviews im Netz gestoßen. Es ist echt lustig, wie diese Klugscheißer die Scheibe schlecht machen. Es ist immer das Gleiche, sobald ein Neuer kommt, wird er schlecht gemacht. Ich gebe darauf, was im Internet geschrieben wird, sowieso keinen Fick mehr. Weil da eh nur irgendwelche Kids den ganzen Tag nichts zu tun haben und sich für die Auserwählten halten. Erstaunlicher Weise bekomme ich, im Gegensatz zu den ganzen Reviews, nur positives Feedback. Da sind sogar ältere Menschen über 40, Eltern, die mir sagen: “Junge ich halte absolut gar nix von diesen ganzen Rapscheiß, aber ‘Guten morgen Deutschland’ von dir gefällt mir richtig gut. Oder ‘Dies und Jenes’.”
War das denn beabsichtigt von dir, auch ein älteres Publikum anzusprechen?
Nein, voll nicht. Mir hat eine deutsche Frau geschrieben, sie ist über 40. Sie meinte, sie hört sich ab und zu die CDs an, die ihr Sohn sich so kauft. Und ohne Witz, sie meinte wortwörtlich, dass es ihrer Meinung nach seit langem etwas wirklich Gutes zwischen dem ganzen Dreck sei, den er den ganzen Tag hören würde. Die Frau ist Lehrerin.
Also ist das Album pädagogisch wertvoll ihrer Meinung nach?
Kann sein, sie fand nicht alles gut. Sie meinte halt, dass die meisten meiner Songs Substanz hätten. Sie sind aufrichtig und würden gute Werte vermitteln, auf einer subtilen Ebene. Allgemein fand sie meine Ausdrucksweise halt teilweise zu hart. Aber ich war krass überrascht, als ich die Mail gelesen habe.
Bist du denn mit den Verkaufszahlen zufrieden? Wie sieht es da überhaupt aus?
Auch da bin ich zufrieden. Es ist jetzt kein Charterfolg, aber es verkauft sich besser als ich es erwartet habe. Downloads laufen generell besser als CDs, das ist aber der allgemeine Trend zurzeit.
Also ist es für dich bisher eher ein Erfolg als ein Flop?
Ein Erfolg ist es so oder so. Ein Flop wäre es, wenn ich bei einem Label wäre, welches ne Stange in Promo und Marketing investiert hätte, und dann nichts verkauft hätte. Rein finanziell gesehen habe ich null in dieses Album investiert, es ist aus dem Nichts entstanden. MKZWO hat es gepresst. Roughtrade vertreibt. Ich bekomme meinen Anteil, fertig. Nix zu verlieren. Ein guter Anfang.
Hast du nicht versucht gesignt zu werden?
Nein, hab ich nicht. Bullshit. Heutzutage wird Keiner mehr einfach so gesignt, nur weil er gute Musik macht. Du wirst nur gesignt, wenn du schon Fame bist, weil die Labels Schiss haben Risiken einzugehen. Wer geht denn nicht gern auf Nummer sicher?
Aber generell hättest du ja nix dagegen oder?
Solange ich die Bedingungen für angemessen halte und nicht irgendwie eingeschränkt werde, hätte ich nichts gegen, nein. Mann Dicker, komm mal klar, wer will denn nicht gesignt werden? Ich. (lacht) Mir ist das echt Latte, Hauptsache ich hab keine Verluste dadurch. Jedes Label will sowieso in erster Linie nur Geld an dir verdienen. Solange mein Anteil stimmt, ist alles cool.

Selfmade ist ja grade groß im Aufmarsch, wär das was für dich?
Die machen das richtig. Man sieht, dass da gute Arbeit geleistet wird. Deswegen sind die auch erfolgreich. Die fahren ne andere Schiene als ich. Ich glaube nicht, dass da überhaupt irgendwas in Frage käme. Weder ihrerseits, noch meinerseits. Deswegen ist das kein Thema.
Wie stehst du zu den Künstlern von Selfmade?
Kommt jetzt drauf an wer. Favorite ist ganz lustig. Von Shiml finde ich paar Tracks echt gut, mit Kollegah kann ich gar nix anfangen. Ich kenn den nicht persönlich, aber als Rapper kann ist das nicht mein Ding. Diese ganze behinderte Attitüde, die er versucht zu verkaufen. Auf mich wirkt das nicht, ist nicht meine Welt. Genau wie Farid Bang, ich muss immer lachen, wenn ich den sehe oder höre. Das wirkt auf mich schon unterhaltend, aber auf eine sehr spastische Art, genau wie Kollegah. Casper kenn ich persönlich, ist ein extrem netter Typ, schon zu nett. Der wohnt hier bei mir in der Nähe. Einer der krassesten Live-Performer Deutschlands, meiner Meinung nach. Also dass der vernünftig gesignt wird, wurde auch Zeit.
Farid Bang ist nicht bei Selfmade.
Ach ja, stimmt bei German Dream. Was weiß ich. Naja, Label ist Label, Spast ist Spast. Zwei verschiedene Dinge.
Okay. Was steht bei dir in der nächsten Zeit an? Was hast du für Pläne?
Wir werden wahrscheinlich jetzt noch ein weiteres Video zum Album drehen. Zu welchem Track werde ich nicht verraten. Lasst euch überraschen. Ich bin auch schon dabei, Tracks für mein zweites Album aufzunehmen.
Gibt’s da schon einen Namen?
Ja, aber ich bin mir noch nicht sicher. Deswegen sage ich es erstmal noch nicht. Es wird zu Anfang nächsten Jahres kommen. Oder zum Ende diesen Jahres. Oder zum Ende nächsten Jahres. Es kommt einfach, wenn die Zeit dazu reif ist. Aber es kommt.
Vielen Dank für das Interview! Hast du noch etwas, was du loswerden willst?
Ne, ich hab nichts. Danke euch auch.
Leute - mal ganz ehrlich. Ich liebe meinen Job! Gibt es einen besseren Job? Den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, mit dem Kopf zu arbeiten mit einer genialen Kollegin an meiner Seite? Nun gut, das mit der genialen Kollegin an meiner Seite ist Geschichte, aber es geht hier ums Prinzip. Ich bin nicht für harte körperliche Arbeit geschaffen. Woher ich das weiß? Ich renoviere! Schlimm! Ich habe Blasen an den Händen, mein Kreuz glüht - und inzwischen auch schon beim Aufstehen - ich brauche demnächst Urlaub vom Urlaub, weil Urlaub hat für mich was mit Chillen zu tun. Gleichzeitig muss ich meinen tiefempfundenen Respekt für alle Handwerker aussprechen. Wir Sesselpupser haben eventuell Kopfschmerzen vom vielen "denken", aber - wow. Also ne - ich bin am Sack und wen mir Bob der Baumeister verkommt, stelle ich ihm mal Don den Haumeister vor. Ich ramm ihm diese Scheiß Hilti dahin, wo keine Sonne scheint und rasier ihn mit dieser monströsen Flex, mit der ich heute Granit zerbröselt habe. Ich sehne mich zurück an meinen Arbeitsplatz und mein Klassenlehrer meinte bereits 1995, dass ich eines Tages Steine klopfen würde. Wie Recht er haben sollte. Respekt für diese hellseherische Vorraussage Herr H.P. Schnitzler.
Das führt mich zu dem glücklichen Umstand, dass wir heute bereits früh Feierabend gemacht haben. Ich also Zeit zum Knochen gerade biegen hatte und mich vor allem noch mit Lukas getroffen habe, der mich zu diesem Blog inspiriert. Wir saßen bei mir im Auto und haben ein wenig gechillt und gequascht. Klar - zuerst über Hiphop und wie am Arsch die Industrie ist und dass man heute mit 2000 Einheiten ja schon gut dabei ist und so. Also typisches Musiknerdgequatsche. Nachdem das Musiknerdgequatsche zu Ende war, hat er mich auf den Dokumentarfilm "The King of Kong" hingewiesen. In dieser Doku geht es um Videogamesverrückte. Also weitere Nerds. Nerds quatschen über Nerds. Was hier aber mein Punkt ist, rein nach Faktenlage geht es in der Doku um zwei Typen, die sich bei King Kong batteln. Jeder will der beste sein und es gibt Verlierer. Was die Doku so gut macht, man fühlt regelrecht mit. Aber erstmal der Trailer - baddabing:
Und es ist doch verrückt, mag sich jemand denken, der Videospiele nicht ganz so frenetisch und fanatisch verfolgt. Wie nur kann man seine ganze Freizeit mit so einem behinderten Spiel wie "King Kong" verdaddeln? Aber hat nicht jeder von uns sein "Donkey Kong"? Für mich z.B. ist es Musik, eine Nebensächlichkeit (Gemessen an der Unendlichkeit des Universums und so weiter), für andere ist es Fussball (hmm für mich eigentlich doch auch...egal), andere sammeln Briefmarken und würden für eine blaue Maurizius ihr Leben geben, während wieder andere mit Tesa Gläser und andere Gegenstände kleben (hab ich die Tage in einer Galileo"reportage" gesehen), während wieder andere bei Sexshoperöffnungen die Digicam drauf halten (hat wer nach dem Champions League Finale den Fernseher laufen lassen? Ufuk, Marcel, Lukas und ich haben GEFEIERT - aber ich schweife ab).
Um es also auf den Punkt zu bringen:
Jeder von uns hat seinen Mikrokosmos, mit dem er aus der Realität entflieht und der ihm ÜBERtrieben wichtig ist. Das muss nicht von jedem verstanden werden, aber das wollen wir auch nicht. Genau das macht uns als Menschen aus - es gibt Dinge, die uns persönlich wichtig sind, die Aussenstehende aber nicht nachvollziehen können. Sind wir dann alle Nerds? Alle ein wenig Verrückt, nach dem ein oder anderen?
Was ist es bei dir?
Hast du dich schonmal gefragt, wo deine irrationale Leidenschaft, nennen wir es Passion, liegt? Und kommt mir jetzt nicht mit Sex - das zählt nicht, weil es hier nicht um Grundbedürfnisse geht. Es geht um Nebensächlichkeiten, die eines Tages eine große Bedeutung einnimmt.
Warum stehen wir dann nicht dazu, dass wir verrückt sind? Einen Dachschaden haben? - einen partiellen natürlich.
Wir sollten also Dinge, die wir persönlich nur schwer nachvollziehen können, nicht sofort verurteilen. Wir müssen es ja nicht verstehen, aber zumindest Verständnis zeigen. Es gibt so viele Situationen im Leben, in denen wir das sollten. Beziehungen! Deiner Frau ist etwas total wichtig, was du nicht nachvollziehen kannst also gibst du einen Fick "So wichtig kann DAS ja nicht sein" (oder andersherum und z.B. mit dem Bundesligafinale) und ruck zuck hat man Streit. Wegen nichts. Eigentlich, denkt man, aber eigentlich ist ja eigentlich nicht nichts, weil es nur einem nichts bedeutet! Noch dabei? Mit etwas Verständnis ließe sich viel Stress sparen. Ich bin sicherlich nicht der Größte Mensch in Sachen Einfühlungsvermögen - ich bin eher die oben erwähnte Hilti - also predige ich mal wieder Dinge, die ich auch nicht besser mache. Aber einmal mehr können wir versuchen unser Leben besser zu machen - mit einer Kleinigkeit: Verständnis! Auch wenn wir die Sache nicht verstehen.
Verdammt - ich bin heute wieder philosophisch.
Hmmm... die Tage will ich mal weniger "esoterisches" verfassen. Das wird aber wohl erst nach irgendeinem Festival an irgendeinem Ort welches ich kommenden Sonntag besuche, sein. Bis dahin wünsche ich gute Gesundheit, gutes Wetter und so Zeug.
Und falls Ihr Bob den Baumeister trefft:
Hilti! Direkt in die Fresse. Hämmert diesem debil dreinschauenden Klops sein grenzdebiles Grinsen aus dem Rundschädel. Tut es für alle Büromenschen und klopft danach hart arbeitenden echten Bauarbeitern auf die Schulter und esst ein Bernd das Brot.
Danke
Euer
Don Diggedy
Ich liebe diese verrückten Hasen
Ich sitze krank zu Hause und sterbe vor Langeweile. Also warum nicht mal ein paar Zeilen in meinem Blog verfassen und da ich selbst im Automobilsektor arbeite und das auch noch beim "bösen italienischen Automobilhersteller" will ich mich an dieser Stelle mal der Opel + Fiat-Geschichte widmen.
Kurz zu mir: Ich BIN FIAT.
Ich bin seit einigen Jahren im Konzern und bin sicherlich nicht mit allem einverstanden. Trotzdem ist FIAT ein Traditionsunternehmen mit Strategie - etwas, dass den meisten anderen momentan zu fehlen scheint. Auch sehe ich FIAT als bestens gewappnet für die aktuelle Krise, denn wir haben Marchionne. Nicht, dass der Erfolg von FIAT eine One Man-Show wäre, aber Marchionne ist definitiv Stratege und dass er nicht im maßgeschneiderten Anzug in den Meetings sitzt, macht ihn für mich nur sympathischer. Das ZDF hatte heute im Morgenmagazin der Verdacht Marchionne wolle lediglich das "Ich bin einer von Euch"-Gefühl auf Seiten der Opelaner stärken - Schwachsinn! Das ZDF hat mal wieder schnell geredet anstatt sich vorher zu informieren. Na gut.
Bereits bei der ersten Verlautbarung, dass FIAT bei Opel einsteigen könnte, überschlug sich der Betriebsrat. Man sollte meinen, dass sich der Betriebsrat freuen würde, dass es mehr als einen Interessenten aus dem Automobilbereich gibt, doch nein - der Betriebsrat ist gegen einen Einstieg des Autobauers? Ähm... wie bitte? FIAT bringt Erfahrung mit, massig Erfahrung, als einer der wenigen Konzerne hat FIAT bereits Krisen durchgestanden und ist eventuell auch aus diesem Grund mehr als erfahren im Umgang mit wechselnden Situationen. Und was ist die Begründung des Betriebsrates:
"Die Marke würde nicht gestärkt, sondern geschwächt, und die Dominanz über Opel nicht beendet, sondern nur von Detroit nach Turin verlegt" - sagt Armin Schild im Interview mit Focus.de. Hmmm... was aber, wenn Magna einsteigen würde? Glaubt Herr Schild, dass Opel künftig den Magna-Konzern leiten dürfte? Es kommt doch so oder so zu einer Dominanzverschiebung von Detroit nach... nun wohin auch immer. Warum nicht Turin?
Weil Turin in Italien liegt und Italien Fussballweltmeister ist? Man entschuldige mir die Polemik, aber ich habe seitens der Opelaner (Gewerkschafter wohlgemerkt) noch kein nachvollziehbares Argument gehört. Es drängt sich das Gefühl auf, als ob es Ängste sind, von einem Italiener geschluckt zu werden. Es scheint, als ob die Gewerkschafter noch nicht begriffen hätten, in welcher Welt wir leben. Es werden Automobilmarken untergehen. Wer nicht mehr als 6 Millionen Einheiten pro Jahr absetzen kann wird langfristig untergehen. Dies wird von Automobilexperten in Deutschland als allgemeinverbindlich betrachtet. Und wer war der erste, der es ausgesprochen hat? Sergio Marchionne - der Italo-Kanadier. Wie viel Einheiten setzt Opel doch gleich ab? FIAT ist sich bewusst, dass FIAT allein zu wenig absetzt, daher der Clou mit Chrysler. Eine Beteiligung ohne Geld auf den Tisch zu legen? Wow! Das soll man Marchionne mal nachmachen. Wie viele Einheiten würde Opel doch gleich mit Magna absetzen? Magna? Zulieferer? Keine Einheit mehr, also ist das Modell nicht länger tragfähig. Geht GM in die insolvenz, geht doch auch Opel in die Insolvenz - aber ich verliere gerade den Faden.
Das Arbeitsplätze in der Krise abgebaut werden, ist wohl fast unausweichlich. Welcher Automobilhersteller oder Nutzfahrzeughersteller, der nicht das Modell Kurzarbeit nutzt. Dabei ist, wie Experten sagen, die Krise am Arbeitsmarkt noch gar nicht angekommen. Hinzu kommt, dass durch die Abwrackprämie viele Autokäufe antizipiert wurden. Soll heißen, wenn ich mir 2009 ein neues Auto gekauft habe, dass ich eigentlich 2010 kaufen wollte, werde ich das in den nächsten Jahren nicht machen. Dementsprechend dürfte der Absatz mittelfristig zurückgehen. Weniger Autos -> weniger Produktion -> weniger Arbeitsplätze. Dazu muss ich nicht gerade zu den Wirtschaftsweisen gehören, um diese Gleichung aufstellen zu können. Während allerdings die meisten deutschen Hersteller noch in alten Denkweisen verharren und für Lösungen nicht gerade offen sind (Daimler - BWM?), geht FIAT offensiv auf die Krise zu. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.
In der Diskussion heißt es zudem immer wieder, dass es FIAT so schlecht gehe. Dieses Bewusstsein ist bis zu mir noch nicht vorgedrungen. Nicht, dass wir momentan jubelnd vor Freude durch die Weltwirtschaft marschieren könnten, aber Zahlen sprechen für sich:
http://www.autosieger.de/article17403.html
Bei aller Angst wird auch gerne mal übersehen, dass bereits jetzt mehr FIAT in Opel steckt, als manch einer denkt. Wer von den Opelanern fährt einen 1.9l Diesel-Astra? Hmmm... kurze Recherche im Internet, der Motor ist FIAT. Läuft die Kiste jetzt schlechter als noch vor diesem Wissen? Und um noch einen drauf zu setzen: Auch Daimler kauft Motoren bei FIAT.
Um hier mal zu einem Ende zu kommen:
Mich stören bei der ganzen Diskussion einige Dinge
1.) Es wird seitens Politik und Gewerkschaft wenig sachlich diskutiert. Man sollte hier Zahlen und Strategieen sprechen lassen.
2.) Man sollte das Einsparungspotential auf beiden Seiten betrachten, das würde beiden Unternehmen zugute kommen.
3.) Man sollte einsehen, dass es Entlassungen geben wird. Das mag der IG Metal nicht gefallen ist meiner persönlichen Meinung allerdings unausweichlich. Die Frage ist nur: Bei welchem Partner wird es am wenigsten Entlassungen geben.
und
4.) Opel muss endlich einsehen, dass sie jetzt Teil eines Konzern sind und auch nach einem Zusammenschluss mit XY Teil eines Konzerns sein werden. Hier geht es nicht darum künftig autonom am Markt agieren zu können.
Diskutiert mit mir - nennt mir SACHLICHE Gründe, warum FIAT nicht bei Opel einsteigen sollte? Wer Opel sonst retten sollte'?
Anbei noch ein paar Interessante Links
Wie sieht die FIAT-Belegschaft die Opelübernahme
Handelsblatt 04.05.2009
Ergebnismeldung FIAT 2007
Rekordergebnis FIAT 2008
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/opelmarchionne100.html
Diesen Eintrag widme ich meiner werten Kollegin Olga. Selbst treue Leserin dieses Blogs - ok - als Chef verdonnere ich sie regelmäßig dazu...aber nach meinem vorletzten Blog , diskutierten wir über denselben. Ich sagte im Blog, dass ich mich geändert habe. Der grundsätzlich philosophische Ansatz meiner Kollegin war der, ob sich Menschen überhaupt ändern können. Das Wesen eines Menschen stehe fest.
Hmmm... ehrlich gesagt kamen wir auf keinen Nenner, trotzdem finde ich die Fragestellung grundsätzlich interessant weswegen ich euch heute damit belästige.
Auf der einen Seite würde diese Aussage bedeuten, dass wir Sklaven unseres Charakters sind, was grundsätzlich dem Grundsatz der "Bestimmung", des "Schicksals" entsprechen würde. Auf der anderen Seite steht die "Freiheit des Geistes". Gott - sofern wir einer Religion zugehörig sind - hat uns das Recht gegeben unser eigenes Leben zu führen. Nicht unter seinen Fittichen zu stehen. Klar, sobald es uns nicht gut geht, schreien wir laut, warum Gott das zulässt, aber wir wollten doch "frei" sein. Freiheit gilt doch in allen Kulturkreisen als eines der höchsten "Güter" oder nicht? Ich persönlich denke, dass wir alle - natürlich auch ich - die Gesamtheit unserer Erfahrungen darstellen. Heißt, alle Erfahrungen in unserem Leben, egal ob gut oder schlecht, haben uns zu Entscheidungen gezwungen, die wiederum unseren Charakter geformt haben. Na mean?
Ja ich weiß - heute geht es ziemlich ins philosophische. Zahlt sich die Begabtenförderung doch noch aus...
Der Don labert schon wieder um den heißen Brei und ist laaaaaangw...Whateeeeever
Also hier das Beispiel:
Wir wurden von einem Menschen der uns nahestand, enttäuscht oder verraten. Die Erfahrung besteht darin verraten worden zu sein. Die Entscheidung im Umgang mit derselben. Soll heißen, hau ich dem Menschen auf die Nase oder suche ich eine andere Möglichkeit (zB ich breche jeglichen Kontakt ab). Die Summe all dieser Erfahrungen UND Entscheidungen machen aus uns den Menschen, den wir in diesem Augenblick sind.
Ich selbst habe auch genügend schlechte Erfahrungen gemacht, würde aber keine davon rückgängig machen wollen, denn jede schlechte Erfahrung hat das geformt, was ich heute darstelle. Und ganz ehrlich? Es könnte schlimmer sein! Oder wie sagt mein bester Freund Nils: "Wir sind beide Arschlöcher, aber trotzdem noch welche von den Besseren!" Und ja - Nils hat recht. Ich - haha und definitiv auch Nils - sind nicht perfekt. Haben unsere Fehler und können ziemlich anstrengende Menschen sein. Trotzdem - jaja ich weiß ziemlich subjektiv - denke ich, dass wir soooo schlecht gar nicht sind. Im Gegenteil - ich denke sogar, dass wir heute halbwegs "gute" Menschen sind. Aber ich schweife ab...
Nach Lex Olga ;) sind wir verdammt entweder gut oder schlecht zu sein. Nun vertrete ich aber die Ansicht, dass das Leben meißt Grau ist. Also so L.A. Crash-Style - falls wer den Film nicht gesehen hat NACH-HOL.EN! Oft sind wir allesamt nicht besonders gut, aber auch nicht übermäßig böse. So halten mich sicherlich etliche Menschen für ein arrogantes Arschloch, wieder andere für den liebsten Menschen dieser Welt ([und weil das ein HipHOp-Blog ist]ALTA!). Also wäre gut/böse eine Eigenschaft, die jeder aussenstehende Dritte (=Harvey) unabhängig voneinander beurteilen müsste. Also mal überspitzt formuliert: Selbst Hitler, der meiner Meinung nach einer der größten Teufel war, der je das Licht dieses Planeten erblickt hat, wurde von irgendwem geliebt. Das wäre also durch.
Aber können wir uns ändern?
Sind wir "Gefangene" unserer Erfahrungen und vermutlich am Ende der Kausalkette doch Sklaven von irgendwelchen chemischen Botenstoffen?
Ich vertrete die Meinung Ja - jeder Mensch kann sich ändern. Sofern er bereit dazu ist.
Als Beispiel möchte ich die Lebensgeschichte des Tookie Williams anführen. Wie die meisten wissen, war er Gründer der Cribs und selbst sicherlich "nicht ganz" unschuldig. Die Anklagepunkte, für die er schließlich zum Tode verurteilt wurde, sind nicht von der Hand zu weißen. Auf der anderen Seite vollzog Stan Williams im Knast die Wandlung vom Saulus zum Paulus (hat wer den Film gesehen? Taugt der? Bin da bis jetzt skeptisch, wäre aber an Feedack interessiert). Hat viele gute Dinge getan und letztenedlich auch zum "Frieden" zwischen verfeindeten Lagern beigetragen. Von seinen Büchern ganz zu schweigen. Überhaupt gefällt mir der Umstand, dass ein vierfacher Mörder (=böser Mensch für Harvey) zum Kinderbuchautor wird (=Harvey sagt gut) und viele Menschen positiv beeinflusst. Wäre das möglich gewesen, ohne eine Änderung des Geistes? Der Seele? Ich glaube, trotz meiner katholischen Prägung, nicht an göttliche Erleuchtung. Bullshit Private Paula - wir wachen nicht nachts um drei auf und es scheint uns die Sonne aus dem göttlichen Allerwertesten ins Gesicht und wir gewinnen die Erkenntnis, dass jeder unserer Schritte bis jetzt in die falsche Richtung ging. Wunder? Nicht in meinem Kosmos. Vielmehr tun wir an einem Tag im Leben etwas, das uns erkennen lässt, dass unser Handeln schlecht war.
Wir hatten in der Schule eine nicht ganz so schlanke Mitschülerin und natürlich haben wir die "Deutsche Panzer rollen wieder"-Sprüche gerissen. Wir waren ja sooooo waaaaahnsinnig lustig, ja wir fanden das und uns sogar lustig und - achtung wie pervers - wir dachten, sie würde das auch lustig finden. Bis sie eines Tages weinend vor uns gekniet hat und hier war es eben nicht göttliche Erkenntnis, sondern die weinende Mitschülerin, die ich eigentlich sympathisch fand. Klar habe ich mich entschuldigt und fortan keine Sprüche mehr gerissen - aber konnte ich heilen, was ich vorher "kaputt" gemacht habe? Das ist eine Geschichte, für die ich mich heute noch schäme und leider gäbe es noch weitere.
Damit will ich sagen, ich war definitiv nicht immer ein guter Mensch. Bin ich das heute? Das mögen andere beurteilen - allerdings versuche ich jeden Tag ein guter Mensch zu sein. Nicht besser - nicht besser als gestern, sondern ich versuche ein guter Mensch zu sein. Das ist manchmal schon schwer genug - warum sich zu hohe Ziele stecken. Ich bin nicht Mahatma Ghandi und wer meine Familie beleidigt wird sich davon überzeugen können.
Ich denke wir haben es jeden Tag aufs neue in der Hand ein guter Mensch zu sein. Selbst wenn wir gestern ein Arschloch waren, sind wir in der Lage heute dieser Welt mit einem Lächeln zu begegnen und sie - auch wenn das jetzt übertrieben ekelhaft und kitschig klingt - zu umarmen. Oft müssen wir natürlich erst lernen uns selbst zu lieben. Wer mit sich selbst nicht im reinen ist, dem dürfte es natürlich auch schwer fallen, positiv auf andere Menschen zuzugehen. Dies allerdings ist eine andere Geschichte.
Nun ja - wie so oft würde ich mich freuen, wenn ich hier das Feedback der Leser erhalten würde. In der Regel erhalten aber "Hassbeiträge" und Beefgeschichten, darum Danke an alle, die hier regelmäßig bis zum Ende durchhalten.
Mir scheint eh die Sonne aus dem göttlichen allerwertesten und aus diesem Grund
baddabing
badda
DON