

Ein „Parental Advisory — Explicit Lyrics“ scheint wohl in Zeiten des Amoklaufs nicht mehr auszureichen, denn das sind die Worte die man zu lesen bekommt, wenn man Crystal F´s „Kunst des Todes“ aus der Hülle herausnimmt.
Sofort kommen mir Namen wie MC Basstard, Necro oder die Gravediggaz in den Sinn. Ist Crystal F ein weiterer würdiger Vertreter dieses Horrorcore-Rap Genres?
Leider Nein. Schon bei durchhören des ersten Tracks „Kunst des Todes“ folgt die Ernüchterung. Crystal F versteht es blendend die Reime so zu verpacken, dass sogar ein „Hab mehr Leichen im Keller, als Gehirnzellen die absterben“ so harmlos klingt wie Celin Dion`s „My Heart will go on“.
Die weinerliche Rapweise, die stark an den jungen Eko Fresh erinnert und die zusammenhangslosen Texte, lassen gar nicht erst so etwas wie ein Horrorcore-Rap Feeling aufkommen. Auch die Rettung zum nächsten Track „Das Böse in Mir“ verschafft da wenig Abhilfe. Dieser klingt nämlich nahezu genau wie sein Vorgänger. Und so zieht sich dieser katastrophale Faden durch das gesamte Album. Lediglich Beats und Features geben dem Ganzen eine andere Farbe.
Naja, ein wenig Horrocore lässt sich dann am Ende aber doch noch finden. Melancholisch schöne Beats wie bei „Ein Trip ans Wasserloch“ oder „Gotteswahn“ werden vollständig verstümmelt.
Fazit: Crystal F Kunst des Todes ist ein 18 Track starkes Werk, welches aber leider an allen Ecken schwächelt. Der unangenehme Rapstil und die sinnfreien Texte bereiten wohl nur eingefleischten Fans dieses Genres keine Schmerzen.
Anonymous | 1.12.2009 - 23:45