Die Erwartungen waren nicht zuletzt aufgrund der illustren Gästeliste
in astronomische Höhen gerückt worden. Die besten Voraussetzungen also,
um eine astreine Bruchlandung hinzulegen und ganze Wagenladungen an
schlechten Kritiken einzufahren. Wie können die durch angekündigte
Gäste wie Kool Savas, Curse, K.I.Z., Maeckes & Plan B, Marteria,
Huss & Hodn und Tone geschürten Erwartungen auch nur im Ansatz
befriedigt werden? Diese rhetorisch anmutende Frage kann durch
"Sparring 3" beantwortet werden. Bereits der Start in Form des
"Sparring III Themes" ist mehr als amtlich und Olli flowt wie ein
junger Gott über ein sensationelles Roe Beardie-Instrumental. Mit
"Denkmal" folgt an der Seite von Kool Savas, Caput & Moe Mitchell
auch schon die schwächste Anspielstation des Langspielers, bevor an der
Seite von K.I.Z. die Clubs abgerissen werden. "Hoch uff die Box"
entpuppt sich als ein wahrhaftes Brett von einem Beat von den Bounce
Brothas, auf dem sowohl K.I.Z. als auch Oliver Otubanjo zu Hochform
auflaufen. Die Steigerung folgt mit "Unmöglich pt. II", auf dem sich
Olli Banjo neben einem großartigen Laas Unlimited in Hochform reimt und
flowt auf dem Fuße. Ein Punchlinegewitter von epischen Ausmaßen.
"Boxring" kommt mit "Brothers Keepers"-Diss von B-Tight auf einem Beat,
der ein wenig an "Königsklasse" erinnert, bevor der angehende
Rummelplatz-Boxer auf "Ich geh boxen" eine wichtige und zugleich
unterhaltsame Lehrstunde erhält. In Form von "16 Takte Schwachsinn" mit
den berüchtigten Maeckes und Plan B folgt lyrischer Nonsens auf
höchstem Niveau. Ollis zweiter Solotrack "Graffiti & Rap"
beschäftigt sich mit der folgenschwerden Liebe zu Graffiti und der
tragischen Beendigung der Writer-Karriere durch die Staatsgewalt.
"Kids" kommt mit süßen Kindheitserinnerungen, "Ich fliege über
Deutschland" mit hypnotischem Roe Beardie-Beat und einem bereits besser
gehörten Gregpipe. Danach stellt "Luke Skywalker" eines der inhaltichen
Highlights der Platte dar, bevor sich Jonesmann auf "Viel zu klärn" für
die extrem peinliche Hook auf dem Franky Kubrick-Album rehabilitiert.
Eine der besten, wenn nicht die bisher beste Zusammenarbeit dieses
großartigen Duos. Mit "Nur für euch" an der Seite einer gut flowenden
Lisi wird dem weiblichen Geschlecht gehuldigt und interessante
Hypothesen über die Entstehung von Diktaturen aufgestellt, die "Kollabo
des Todes" mit Tone beendet zwar keine Existenzen, kann aber trotzdem
so einiges. Auf die Kollabo mit dem Urvater des deutschen Battlerap
folgt der Jungspund F.R., der mit seinem Beitrag auf "Zwischen Genie
& Wahnsinn" durchaus zu übereugen weiß und wieder einmal einen
positiven Eindruck hinterlässt. Nicht weniger sensationell ist der an
der Seite von Marteria eingespielte Agenten-Epos "Der Auftrag", welches
mich beattechnisch am nachhaltigsten beeindruckenden konnte.
Tiefgründiger als Banjo und Curse auf "Amoklauf" geht es sowieso nicht
und auch "Revolution" mit Planet Asia regt zum Nachdenken an, bevor der
Retrogott auf "Wie schön" in gewohnt unangestrengter Manier einen Beat
inklusive Konkurrenz zerlegt. Auch der Track mit den bereits mehrfach
positiv in Erscheinung getretenen PMA und Mädness liefert in keinster
Weise Grund zum abtauchen und zeigt drei Rapper in Hochform. In
gewohnter Tradition setzt Manolito Mengele den Schlusspunkt eines in
sich stimmigen Werkes. Messlatte Richtung Vollmond? Das war gestern!
Mit dem mittlerweile dritten Teil der "Sparring"-Reihe bewegen sich
Olli Banjo und Gäste gefährlich nahe am Verglühen in der Heliosphäre.
Wertung: 6/6
1.05.2008 - King Olli
Geschrieben von Anonymous
sehe ich genau so! Olli ist der Beste und bei jedem hören wird dieses album noch besser. ich bin mir zwar mit meinem homie nie einig wer der beste Rapper deutschlands ist. die frage ist ob Olli oder Savas... aber ist ja auch scheiß egal. sparring III ist auf jeden fall der lichtblick und olli steht dann eben auf dem Thron neben savas. da kann doch jeder mit leben ;-)