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Deutschrap-Charts

25.07.2010 - Abgehandelt: Mopz Wanted - Begleiterscheinungen

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Auf seinem mittlerweile dritten Tonträger "Begleiterscheinungen" präsentiert Ihnen Kölns Mopz Wanted einmal mehr klischeefreien HipHop traditioneller Machart. Scheinbar unbeeindruckt von dem Umstand, dass mittlerweile 66 Prozent der durchschnittlichen HipHop-Hörerschaft durch Themen, deren Komplexität sich über die verbale Umschreibung der alltäglichen Straßenschubserei erstreckt, überfordert scheint, reimt sich Mopz Wanted auf 14 gehaltvollen Eigenproduktionen souverän durch Themen wie Heimat, Freundschaft, Beziehung oder die eigene Verwundbarkeit. Begleitend erscheinen dabei begabte Wortakrobaten wie Sinuhe, Rohdiamanten, Tatwaffe, Def Benski, Franksta, Daez, Mirko Polo, Pitza und Plus, die sich auf insgesamt drei Titel verteilen und diese mit individuellen Perspektiven fernab der gängigen 16-Zeilen-Gastbeitrags-Rhetorik bereichern. Auf den übrigen Anspielstationen überzeugt der Protagonist im Alleingang durch überzeugenden Sprachfluss und hochwertige Lyrik, so dass ich Ihnen den Erwerb von "Begleiterscheinungen" uneingeschränkt empfehlen darf.

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17.07.2010 - Abgehandelt: Nate57 - Stress aufm Kiez

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Es ist nicht zu verkennen, dass "Santa Pauli Patriot" Nate57 dieser Tage einen umfassenden Hype genießt, der ihn gar bis auf Platz 37 der deutschen Album-Charts trug. Gleichwenn der dem Hype zugehörige Tonträger "Stress aufm Kiez" durchaus Substanz in Form von ansprechendem Sprachfluss und nachvollziehbaren Geschichten aufweist, bleibt Nate57s Debüt im Albumformat in der Gesamtschau doch leicht hinter den Erwartungen zurück. Dies liegt zu einem signifikaten Anteil in den flachen Produktionen begründet, die sich aus künstlerischer Sicht nicht auf Augenhöhe mit dem reimenden Protagonisten bewegen. Dennoch bleibt "Stress aufm Kiez" dank tafelfertigen Hits wie "Waffenfreiezone", "S.A.K." und "Im Kreis" eine Wohltat für das stagnierende Straßenrap-Genre und avanciert somit nach "Wolkenloch" zu Hamburgs nächstem Ghetto-N24-Juvel!

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12.07.2010 - Abgehandelt: Antihelden - Kein Happy End!

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Musikalisch zutiefst verwurzelt in der Ästhetik klassischer US-amerikanischer Produktionen der späten Neunziger, präsentieren Ihnen die beiden Antihelden Abroo und Dra-Q nach dem Aufwärm-Mixtape "Kampf der Veteranen" nun mit "Kein Happy End!" ihren kollaborativen Einstand im Albumformat. Auf kompromisslos blasenden Brettern von Beatbauern wie Snowgoons, Mortis One, Sicknature, MecsTreem und Sneezy servieren Ihnen die beiden Protagonisten auf wechselseitiger Augenhöhe ehrlich anmutende Lyrik zwischen genretypischen Repräsentanten und kritischer Gesellschaftsbeobachtung. Verbal unterstützt durch ausgewiesene Sprachvirtuosen wie Kamp, Morlockk Dilemma, Sabac Red, Mortis One und Conny Walker ist "Kein Happy End!" abseits von ein oder zwei fehlplatzierten Gesangs-Kehrversen handwerklich über jegliche Kritik erhaben und lässt die Herzen der HipHop-Köpfe mit Geschichtsbewusstsein höher schlagen. Sicherer Schuss!

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29.06.2010 - Abgehandelt: Herr von Grau - Revue

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Dem anspruchsvollen HipHop-Spezialisten bekannt durch einen eigenständigen Klangentwurf zwischen elektronischen und gitarrophilen Einflüssen, schicken sich Herr von Grau mit ihrem mittlerweile dritten Album "Revue" an, die ihnen wohl gesonnene Hörerschaft systematisch zu erweitern. Hierfür verlassen sich die beiden atypischen Vertreter HipHops Berliner Machart auf altbewährte inhaltliche Stärken, die zweifelsfrei in den Bereichen des erfrischenden Geschichtenerzählens, der subtilen Denkanstöße und liebenswerter Repräsentanten anzusiedeln sind. Besagte Inhalte treffen auf teils beschwingt selige (siehe "Egoflash"), zumeist jedoch angenehm zurückhaltende (siehe "Risiko") grausche Eigenproduktionen, die den Vergleich mit vergleichbaren Veröffentlichungen nicht zu scheuen brauchen. Freundinnen und Freunde des ausgiebigen Zuhörens dürften mit dem Erwerb von "Revue" jedenfalls keinen Fehler begehen.

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27.06.2010 - Abgehandelt: Blumentopf - Wir

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Nachdem die topfsche "Musikmaschine" anno 2006 in meinem Ansehen schwer strauchelte, melden sich die Münchner Musik-Nerds rechtzeitig zu ihren viel beachteten "WM Raportagen" mit ihrem sechsten gemeinsamen Tonträger im Albumformat zurück. Befeuert durch ein offenbar durch verschiedene Solobemühungen bestärktes "Wir"-Gefühl zeigen die Protagonisten mit zeitgemäß aktualisierter Tonästhetik auf insgesamt 15 bzw. 30 Anspielstationen, wie man auch im deutschsprachigen HipHop-Kontext würdig altern kann. So zählen Nummern wie "Systemfuck", "Wir", "Taschen voller Sonnenschein", "Nerds", "Fenster zum Berg" oder "Smells like Teamspirit" mit zum Besten, das unser geliebtes Genre in der aktuellen Spielzeit bis dato hervorgebracht hat.

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22.06.2010 - Abgehandelt: JAW - Täter-Opfer-Ausgleich

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Vier Jahre nach dem "Schock für's Leben" serviert Ihnen Freiburgs JAW seinen "Täter-Opfer-Ausgleich". Auf würdigen Produktionen von Peet, Nowak, Cheebabeatz, Blazin Hand und JAW präsentiert Ihnen ein dem Wahnsinn nahe stehender Protagonist eine ganze Reihe mehr oder minder geeigneter Bewältigungsstrategien psychischer Traumata, die sich von der Flucht in eine alternative Persönlichkeit ("Dokta Jotta") über die Einnahme von Psychopharmaka ("Cymbalta") bishin zur blutigen Rache am Auslösenden ("TOA I" & "TOA II") erstrecken. Dabei gibt sich JAW an der Seite kompetenter Gastredner wie Morlockk Dilemma, Mach One, Absztrakkt und Me$$age inhaltlich wie raptechnisch keine Blöße und kredenzt der geneigten Zuhörerin / dem geneigten Zuhörer kurzweilige Unterhaltung. Unbedingt empfehlenswert - Laden statt laden!

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12.06.2010 - Abgehandelt: Pimpulsiv - Hepatitis P

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Drei Jahre nach dem sagenhaften "Hoetry" stellen Bielefelds Pimpulsiv mit "Hepatitis P" wieder einmal einen Tonträger zum Verkauf bereit. Tatkräftig unterstützt von langjährigen Weggefährten wie Casper, Gleichgesinnten wie JAW und Morlockk Dilemma sowie ihren Trailerpark-Kollegen DNP und Sudden beschreiten Timi Hendrix und Skinny Shef darauf weiterhin konsequent jenen Weg, den sie auf ihren beachtlichen Vorgängern einschlugen. Entsprechend werden suboptimale Suchtpotentiale, wilde Party-Exzesse und der existentielle Überlebenskampf in der Wohnwagensiedlung adressiert - wobei sich die beiden Protagonisten durch ihren raptechnisch souveränen Vortrag jederzeit für höhere Weihen qualifizieren, während der ein oder andere Gastbeitrag sicherlich als eine Frage des Geschmacks diskutiert werden wird. Gleichwenn ich den dreizehn Anspielstationen auf den ersten Blick keine übermächtige Nummer wie seinerzeit "Terra Pi (Remix)" (siehe "Hoetry") entnehmen kann, ist "Hepatitis P" eine rundum gelungene Veranstaltung, die sich als Glücksfall für den Freund ironischer Überzeichnungen sozialer Mißstände erweisen dürfte.

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3.06.2010 - Abgehandelt: Bosca & Face - Kinokarte: Film eines Lebens

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Mit ihrem gemeinsamen Einstand "Kinokarte: Film eines Lebens" präsentieren Bosca und Face ein inhaltlich wenig überraschendes Album der Frankfurter Schule. Unterstützt von ihren Label-Kollegen Vega und Olson Rough servieren Ihnen die beiden Protagonisten ehrliche Geschichten und gängige Durchhalteparolen auf druckvoll-atmosphärischen Produktionen von Emonex. Raptechnisch auf einem guten Niveau erschaffen die beiden Butterfly-Musiker nicht zuletzt dank ihres hungrigen Vortrags eines der ansprechendsten Straßenrap-Alben seit Vegas "Lieber bleib ich broke". Scheinbar ist Butterfly Music für zukünftige Großtaten bestens aufgestellt!

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29.05.2010 - Olli Banjo - Kopfdisco (Review)

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Seitdem sich Olli Banjo Anfang dieses Jahrtausends mit der 12" "Du und mein Penis / Rotlicht" auf meinen Radar rappte, ging keine Veröffentlichung des Herren Otubanjo ins Lande, der ich nicht leidenschaftlich entgegen gefiebert hätte. Ob EP, Mixtape, Solo- oder Kollabo-Album - niemals sollte ich enttäuscht werden. Mit "Kopfdisco" liegt nun das mittlerweile vierte Studioalbum vor, welches an dieser Stelle näher beleuchtet werden soll.

Vorweg sei geschickt, dass der Protagonist auf insgesamt 27 Anspielstationen (Referenz: Premium Edition) seinem unverkennbaren Stil treu bleibt und die wohlwollende Rezipientin / den wohlwollenden Rezipienten mit Repräsentanten, gefährlichen Live-Geschossen, fantasievollen Geschichten und Tiefschürfendem versorgt. Hierfür wird in alter Tradition zumeist auf Dissens induzierende Produktionen zurückgegriffen, für die die Bounce Brothas, Roe Beardie, DJ Flow, Ben Bazzazian, Tschabo und Mazay verantwortlich zeichnen. Gepaart mit variablem Sprachfluss in (Nah-)Perfektion sowie Gastbeiträgen von Kool Savas und Xavier Naidoo wurde für "Kopfdisco" ein rundes Gesamtpaket geschnürt, welches dem alteingesessenen Banjo-Fan durchaus munden sollte.

Bereits beim ersten Hördurchgang wird deutlich, dass "Kopfdisco" sehr stark auf die anlaufende Festivalsaison ausgerichtet ist. So verfügt das Album mit "Charlie" über eine sagenhafte Ruf- und Antwort-Nummer, die vor Publikum grandios funktionieren sollte und selbst die klassischen Werke Captain Jacks mühelos auf die Plätze verweist. Weiterhin beschreibt der Protagonist ganz im Geiste von "Zwei Mäkk Ripp, bitte", "Scheisse und pervers", "Hong Kong" und "Black boys" auf dem vertraut klingenden "Quando" auf humoröse Art und Weise ein misslungenes Liebesabenteuer, welches ohne Umwege in einem Splash-Auftritt mündet - klassischer Scheiß! Das meiner Meinung nach grandioseste Live-Geschoss bleibt in Form einer gerappten Umsetzung des beliebten "Simon sagt"-Spiels jedoch den Käufern der Premium Edition vorbehalten.

Besorgt um die Außenwirkung der HipHop-Szene (siehe "Ich bin ein Rapper") wettert ein glänzend aufgelegter Banjo nicht ohne Augenzwinkern gegen eine allgemeine Verdummungstendenz (siehe "Randale in der Sonderschule"), die nicht unhäufig mit gefährlich peinlichem Dorfgangstertum (siehe "Neidfut") einher geht. Gleichzeitig wird mit Glanzleistungen wie "Mein Weltbild" (mit Xavier Naidoo), "Schritte vor der Tür" (mit Kool Savas), "Keine Sonne", "Vom anderen Planet" und "Straight outta Compton" beeindruckend aufgezeigt wie es besser, sinnvoller und gesellschaftlich relevanter geht. Verbleiben wir mit der verwegenen Hoffnung, dass in bestimmten Teilen der HipHop-Szene genügend Restintelligenz verblieben ist, damit dieser Ansatz auf Einsicht anstatt auf Reaktanz stößt! Gemäß meiner fachmännischen Einschätzung ist "Kopfdisco" nämlich in der Tat genau das Meisterwerk, als das es im Vorfeld angekündigt wurde.

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26.05.2010 - Abgehandelt: LST da phunky child - Super Chrom Hifi

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Auf seinem vierten Album "Super Chrom Hifi" reimt sich der Göttingen-stämmige Wahlkölner LST da phunky child raptechnisch souverän durch insgesamt 17 vertraut, aber nicht altbacken klingende Eigen- und Fremdproduktionen von Nowak, Olek, Luiz MP, Oduza, Partizan und THX. Vom Leben inspiriert reflektiert der Protagonist die Höhen und Tiefen seines Seins und lädt die Hörerin / den Hörer auf eine Reise in seine Lebenswelt inmitten der Rheinmetropole ein. Über eine Spielzeit von knapp 65 Minuten verschmelzen die verschiedenen Anspielstationen zu einem homogenen Gesamtkunstwerk, welches aufgrund seiner Gesamtstärke nur schwer in einzelne Anspieltipps herunterzubrechen ist. Wenn Sie sich jedoch in einer ruhigen Stunde auf "Super Chrom Hifi" einlassen, verspreche ich Ihnen ein angenehmes Hörerlebnis. Aufgrund einer stark limitierten Stückzahl ist rasches Handeln angebracht!

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23.05.2010 - sido - MTV Unplugged: Live aus'm MV (Review)

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Mit "MTV Unplugged: Live aus'm MV" setzt sich Deutschraps ehemaliges "Enfant terrible" sido als zweiter deutschsprachiger Künstler aus dem erweiterten HipHop-Kontext ein musikalisches Denkmal. Neben stromfreien Neuinterpretation altbekannter Klassiker aus dem eigenen Repertoire ("Mein Block", "Fuffies im Club", "Mama ist stolz", "Strassenjunge", "Ein Teil von mir", "Schlechtes Vorbild"...) überzeugen darauf auch das NDW-Remake "Da da da" (mit Stephan Remmler) sowie der neue Titel "Der Himmel soll warten" (mit Adel Tawil). Dabei ist der Vortrag über weite Strecken weniger aggressiv als noch in den Studioversionen besagter Großtaten, was vermutlich der überwiegend entspannten Instrumentierung durch die hervorragend besetzte Unplugged-Kapelle geschuldet ist.

Der insgesamt sehr gute Gesamteindruck erfährt genau dann noch eine Steigerung, wenn sich der großartige Kurt Krömer am Kehrvers von "Hey Du!" vergeht, ein Kinderchor "Augen auf" interpretiert oder sido eine geringfügig modifizierte Version des überragenden "Mein Testament" zum Besten gibt. Gleichwenn sich sido sichtlich bemüht, seinen Auftritt sowohl durch die Besetzung seiner Unplugged-Kapelle (z.B. "Eimer-Ray" aus New York), als auch durch das Bank-Beschriften seiner Gäste im HipHop-Kontext zu situieren, transzendiert das aktuelle Werk des ehemaligen Maskenmanns die Genregrenzen spielend und verschafft sido somit eine glänzende Ausgangsposition für unbedingte Mainstream-Akzeptanz. Ein Meisterwerk!

Kenner greifen zur "Premium Version" inklusive DVD mit dem vollständigen 84-minütigen Unplugged-Konzert sowie einem knapp 20-minütigen "Making of"!

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14.05.2010 - Abgehandelt: MAdoppelT - Hybrid

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Unbestritten befindet sich HipHop österreichischer Machart seit dem letztjährigen Geniestreich Kamp & Whizz Viennas (Anmerkung der Redaktion: "Versager ohne Zukunft") in einer stetigen Hausse. Diesem Umstand dürfte auch das mittlerweile dritte Studioalbum "Hybrid" des Wieners MAdoppelT keinen Abbruch tun. Stilsicher repräsentiert ("Hunga") und reflektiert ("Ich wünschte") sich der Künstler mit Wiedererkennungswert auf Produktionen von Brenk, Santo, Sensay und Merlin durch insgesamt 13 Anspielstationen. Dabei gesellen sich veritable Hits wie "Wünsch dir was", "Ich wünschte" oder "Luft" an die Seite von grundsolidem Material wie "Lass es brennen" oder "Zeig mir was du hast". Empfehlenswert!

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5.05.2010 - Morlockk Dilemma - Der eiserne Besen (Review)

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Befindet sich der interessierte HipHop-Laie auf der Suche nach hochqualitativen Verbalinjurien, so bringen HipHop-Experten deutschlandweit immer wieder gerne den Namen Morlockk Dilemma ins Spiel. Binnen der vergangenen Jahre machte sich der Leipziger Edelspucker sowohl im Alleingang ("Index Finest", "Egoshooter" & "Omnipotenz in D-Moll"), als auch in Kombination mit Hiob ("Hang zur Dramatik" & "Apokalypse jetzt!") durch präzise vorgetragene Gemeinheiten auf klassischen Boombap-Beats flächendeckend einen Namen.

Mit "Der eiserne Besen" liegt aktuell ein 37 Anspielstationen umfassendes Mixtape vor, welches Neuinterpretationen vertrauter Gassenhauer ("Nachtrag", "Flokatiteppich" mit JAW & Hiob, "Goethe" mit Absztrakkt & Hiob, "Niemand" mit JAW), kompakte Einverser ("Immer wenn ich rhyme", "Nelson Mandela", "Gewalt oder Sex") und brandneue Klopfer ("Ascona", "Gold" mit Ruffkidd & Hiob, "Außer Besen nichts gewesen" mit Audio88 & Yassin, "Elefant") beherbergt. Mit der üblichen Präzision vorgetragen schaffen Dilemmas schwarzhumorige Verse einen inhaltlichen Bezugsrahmen, in welchen sich Gäste wie JAW, Hiob, Ruffkidd, Absztrakkt, Retrogott, Audio88 & Yassin, Damion Davis, Goretex, Acid Rain und Gory Gore glänzend einbringen, um "Der eiserne Besen" als sowieso schon bärenstarkes Mixtape weiter zu veredeln. Dank den Produktionen einschlägiger Beatbauern wie Suff Daddy, Dexter, Hubert Daviz, Gory Gore, Hulk Hodn und Morlockk Dilemma selbst brennt auch im Beatressort nichts an, so dass Sie beim vorliegenden Produkt bedenkenlos zugreifen können. Für Fanatiker und Einsteiger gleichermaßen geeignet!

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25.04.2010 - Abgehandelt: Chakuza - Monster in mir

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Auf seinem mittlerweile dritten Album "Monster in mir" serviert Ihnen Linzs Topexport Chakuza insgesamt 19 Anspielstationen, die den unvorbereiteten Hörer ob der bloßen Energie der beatlefieldschen Breitwandproduktionen unmittelbar in Schockstarre versetzen. Kraftvoll pulsierend unterstreichen besagte Geschosse den aggressiv eindringlichen, moderat asozialen Vortrag Chakuzas auf Stücken wie "Alarmsignal", "Ich hör sie reden" und "Junglestadt". Mit Gastbeiträgen von Sera Finale, Bizzy Montana, Nazar und Raf Camora avanciert "Monster in mir" zu einem Glanzlicht der Ersguterjunge-Ära! 

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23.04.2010 - Abgehandelt: Curse - 20Feuerwasser10 EP

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Zehn Jahre nach seinem grandiosen Einstand im Langspielformat veröffentlicht Curse exklusiv über das Juice Magazin die "20Feuerwasser10" Jubiläums-EP. Im Stile seines 2000er-Klassikers serviert Ihnen Mindens Feinster mit "20Sonnenwende10", "Spucksprüche" und "Deine Strassen" drei staubtrockene Repräsentanten, die die übermütige Konkurrenz fernab von Westernhagen- und Silbermond-Chartausflügen auf zeitlosen Produktionen von Lord Scan und Busy in ihre Schranken verweisen, während "Opium" in alter Manier tiefer geht als das Niveau auf der letzten La Honda-Platte. Abgerundet durch ein historisch relevantes englischsprachiges 1993er-Demo wird "20Feuerwasser10" zum Pflichtkauf für den traditionsbewussten HipHop-Kopf!

Wertung: 5/6

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21.04.2010 - Abgehandelt: Negundo - No icecream for Frieda

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Gleichwenn die Erkenntnis, dass Birte MC ("Scheiss auf Hip Hop") männlich ist, mit zu den größten Überraschungen während der Rezeption von insgesamt 21 Anspielstationen zählt, legt Nachwuchsproduzent Negundo mit "No icecream for Frieda" dieser Tage eine durchaus ordentliche Veröffentlichung vor, die trotz erwartbarer Qualitätsschwankungen mehr Plus- als Minuspunkte sammelt. Neben den bereits ausreichend gewürdigten Herr von Grau ("Endpunkt"), wissen hierbei auch Künstler wie Choleriker ("Prince of Alcoholism"), Lars vom Dorf ("Pleite und blank") und Vit-Armin B ("Selbstverständlich") mit ihren Vokalbeiträgen auf mehrheitlich zurückgelehnten, leicht rückwärtsgewandten Produktionen zu überzeugen. Für das absolute Glanzlicht der Platte zeichnen jedoch MoNarch und DJ George Tunee mit dem grandios autobiographischen "14 Jahre" verantwortlich! Bliebe lediglich zu klären, warum Frieda kein Eis bekommt.

Wertung: 3,5/6

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17.04.2010 - F.R. - Wer bist du? (Review)

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Im zarten Alter von 20 Jahren blickt Fabian Römer - szeneintern auch bekannt als F.R. - bereits auf drei Soloalben, zahlreiche umjubelte Liveauftritte und nicht zuletzt eine erfolgreiche Schullaufbahn zurück. Nicht wenige HipHop-Köpfe wuchsen mit der Musik des Braunschweiger Pastorensohns auf und konnten dabei dessen Reifung vom hungrigen 11-jährigen Nachwuchstalent zum gereiften MC hautnah miterleben. Auch mit seinem mittlerweile vierten Studioalbum lädt F.R. die geneigte Hörerin / den geneigten Hörer dazu ein, für knapp eine Stunde an seinen Gedanken ("Prioritäten") teilzuhaben. Diese alternieren zwischen Retrospektive, Selbstreflexion, genreüblicher Selbsterhöhung und der schwierigen persönlichen Neuorientierung nach dem erfolgreichen Schulabschluss.

Für die musikalische Betreuung des Tonträgers zeichnen mit einer Ausnahme ("Ellenbogen raus", DJ Farhot) die Beatgees verantwortlich. Erfrischend unbeeindruckt von gängigen Deutschraptrends hin zur Elektrizität kreieren diese ein kohärentes Soundbild, welches mit Wiedererkennungswert eigenständig um die Ecke biegt und nicht selten auf eine Instrumentierung mit Piano, Gitarre und Streichern zurückgreift. Überaus melodisch bilden diese Produktionen eine ideale Grundlage für die überwiegend inhaltsschweren Ausführungen F.R.s. Natürlich kommt dabei die obligatorische Orientierungsphase nach dem Abitur nicht zu kurz und wird in "Irgendwann" mit Zeilen wie "Denn es gibt einen Punkt, der jeden berührt / das ist die Frage wohin all unsre Wege mal führen / fast jeder hat 'ne Ahnung - doch irgendwie auch nicht / es gibt viel zu reden, wann auch immer man sich wiedertrifft." treffend auf den Punkt gebracht und auch im Titeltitel abstrakter thematisiert.

Wer in „Wer bist du?“ nun jedoch einen ausschweifende Selbstfindungsexzess vermutet, der sieht sich bei der Betrachtung des Albums als Gesamtwerk auf dem Holzweg. So kennt der junge F.R. durchaus seinen Status im Spiel und hält damit genretypisch natürlich nicht hinter dem Berg. Nummern wie „Son of a preacherman“ („Der alte Newcomer! Das ewige Talent! / Doch er füllt dieser Szene ihre innere Leere / sein Style komme, sein Wille geschehe!“), „Gib es her“ („Bei all dem Presserummel fühle ich nichts / und ich bin nicht anti-alles, ich befürworte mich!“), „FRrRrRrRrRrRrR“ (“Meine Texte sind komplex! Deine sind komplexbeladen!“) und „Exzess all areas“ („A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, X, Y, Z“) strotzen nur so vor Selbstbewusstsein und verweisen die fiktive Konkurrenz und Jimi Blue auf sportlicher Ebene (wir erinnern uns: „Rap ist Sport“) gekonnt in die Schranken.

Wie bereits auf früheren Veröffentlichungen F.R.s üblich, widmet sich der MC auch auf „Wer bist du?“ alltäglichen Themen, in denen sich der durchschnittliche Bürger ohne (virtuellen) Gangbanger-Hintergrund finden kann. Sei es das Hadern mit dem eigenen Perfektionismus („Mach dir nichts vor“), die humorvolle Auseinandersetzung mit dem allgegenwärtigen Egoismus („Ellenbogen raus“), die Fokussierung auf die kleinen Dinge des Lebens („Dafür lebe ich“) oder der melancholische Rückblick auf diverse Premieren („Lass mich nochmal“) - stets weiß der Protagonist mit seinen klaren Ausführungen zu fesseln und vermag somit die 15 Anspielstationen ganz ohne Gastbeiträge im Alleingang zu tragen. Eine stramme Leistung!

Abseits der musikalischen Begleitung und inhaltlicher Schwerpunkte philosophiert der durchschnittliche HipHop-Kopf nur allzu gerne über Konstrukte wie Flow und Technik. Diesbezüglich kann dem Protagonisten meiner Meinung nach - ungeachtet etwaiger stimmlicher Präferenzen – grandiose Arbeit attestiert werden. So reitet der 20-jährige F.R. über die maßgeschneiderten Beatgees-Produktionen wie ein junger Ludger Beerbaum und lässt damit den hasserfüllten Neider schamvoll verstummen, während er sich ohne Umwege in die erste Deutschrap-Liga katapultiert.

In der Gesamtschau gelang F.R. mit „Wer bist du?“ ein rundes Album, welches einerseits durch eine bürgerlich nachvollziehbare Themenwahl und andererseits durch technische Perfektion sowohl den genrefremden Musikfan mit bürgerlichem Hintergrund, als auch den aufgeschlossenen HipHop-Kopf mit technischem Anspruch gleichermaßen begeistern kann. Auf keinen Fall sollten Sie dieses Album am 14.05.2010 in den Regalen des Plattenhändlers Ihres Vertrauens stehen lassen.

Wertung: 5,5/6

"Wer bist Du?" bestellen

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11.04.2010 - Team Avantgarde - Paradox (Review)

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Knapp drei Jahre nach "Absolut" veröffentlichen Phase und Zenit - in Fachkreisen auch bekannt als Team Avantgarde - dieser Tage ihren aktuellen Tonträger "Paradox" über das hauseigene Label Edit Entertainment. In klarer Rollenverteilung mit Zenit am Beat und Phase am Sprechgesang fabrizierten die beiden Avantgardisten insgesamt 16 Anspielstationen, von deren Brillianz Sie sich bereits anhand von drei Vorab-Videos ("Konventionen", "Sometimes" mit Gris, Amewu, Wakka & DJ Fiks und "Fertig") auszugsweise überzeugen konnten.

Im Vergleich zu "Absolut" wirkt "Paradox" als Gesamtpaket wesentlich unbeschwerter. Befreit von selbst auferlegten inhaltlichen Fesseln hört man Nummern wie "Sometimes" (inklusive Edit-Staraufgebot) und "Guck mein Drumset" (inklusive Gris) den Spass an, den die Protagonisten bei den Aufnahmen gehabt haben müssen. Auch Nummern wie "Wunderbare Jahre" und "Mein Tag" zeichnen ein positives Bild von Vergangenheit und Gegenwart, während sie unglaubliches Ohrwurmpotential für die anstehenden warmen Tage des Jahres aufweisen. Dennoch mutiert "Paradox" nicht zur reinen Gutfühl- / Spassveranstaltung. Stücke wie "30 m²" oder "Konventionen" tragen nach wie vor die Melancholie in sich, die den 2007er-Vorgänger auszeichnete, jedoch wurde diese in der Spielzeit 2010 weitaus sparsamer dosiert.

Auf Albumlänge legt Phase inhaltlich facettenreich seine poetischen Ausführungen über die grandios ausproduzieren Werke Zenits. Letztere halten sich dabei zumeist dezent zurückgelehnt im Hintergrund, um in den passenden Momenten energetisch auszubrechen und die Aufmerksamkeit der Hörerin / des Hörers auf sich zu lenken (Paradebeispiel: "Geträumt - aufgewacht"). Nicht zuletzt die dabei in Nahperfektion praktizierte Symbiose von Produktion und Stimme zeichnet den vorliegenden Team Avantgarde-Tonträger aus. Nach 50 kurzweiligen Minuten betätigt der Zeigefinger gerne die Wiederholungstaste des Musikabspielgeräts Ihrer Wahl. In jedem Fall ist "Paradox" eine lohnende Investition!

Wertung: 5,5/6

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3.04.2010 - Maeckes - KIDS (Review)

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"KIDS" ist der Abschiedsbrief des neunjährigen M. W., aus dessen Perspektive Stuttgarts Maeckes in insgesamt 14 Anspielstationen ein düsteres Bild unserer Gesellschaft zeichnet. Atmosphärisch treffend instrumentiert von Maeckes, Marlon, DJ Yooter, Valencia und Knastingers formuliert Deutschraps großer Poet messerscharfe Bestandsaufnahmen eines tristen Lebens zwischen Entwurzelung, Zukunftsangst und der verlorenen Leichtigkeit des Seins. Damit macht "KIDS" auf rein inhaltlicher Ebene zwar definitiv keinen Spass, avanciert aber dennoch durch die Art der Umsetzung besagter Inhalte zum Pflichtkauf der noch jungen Spielzeit 2010.

Von der Bookletgestaltung bis hin zum feinsinnigen Wortwitz, der die einzelnen Anspielstationen durchzieht, ist "KIDS" nicht weniger als der vorläufige Höhepunkt des künstlerischen Schaffens des Markus Winter. Mit eigenständiger Klangästhetik emanzipiert sich Maeckes nachhaltig von dem ihm fälscherweise anhaftenden Spassrapper-Image und wächst zum kompletten Künstler mit einem unfassbaren Gespür für fesselnde Geschichten, absurde Übertreibungen und hervorragende Metaphorik. Um keiner der vollkommenen Nummern Ungerecht zu werden, verzichte ich an dieser Stelle gerne auf die Nennung von Anspieltipps und überlasse Ihnen die Auswahl Ihrer persönlichen Favoriten, von denen der anspruchsvolle HipHop-Kopf auf dem vorliegenden Tonträger reichlich finden wird. Einfach grandios - mehr bleibt hierzu nicht zu sagen!

Wertung: 6/6

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20.03.2010 - Kool Savas - Die John Bello Story III (Review)

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Vermutlich war es eine überzogene Erwartungshaltung, die mich nach dem ersten Genuss von Kool Savas' "Immer wenn ich rhyme" (mit Olli Banjo und Azad) als Vorbote für "Die John Bello Story III" verhältnismäßig ernüchtert zurück ließ. Spätestens seit dem ersten Komplettdurchlauf des besagten Tonträgers ist diese Ernüchterung jedoch einer wohlwollenden Einschätzung des vorliegenden Produkts gewichen.

So besticht die aktuelle "John Bello Story" mit hochklassigen Produktionen von Melbeatz & !Bazz, Rooq, Sir Jai, Matheo und Riptor sowie mit interessant und konsequent umgesetzten Konzepten. Allen voran ist hierbei natürlich das sensationelle "Mach doch dein Scheiss" (mit Mo Trip, Olli Banjo, Franky Kubrick & KAAS) zu nennen, auf dem sich die reimenden Protagonisten mit gekonnt eingestreuten Zitaten des legendären Klaus Kinski abwechseln und damit extremst kurzweilige Unterhaltung generieren. Nicht weniger spektakulär fällt das Rooq-produzierte, gemeinsam mit Ercandize eingespielte "Orchestrator" aus - Gänsehaut!

Auch "Techno Piloten" (mit Olli Banjo) weiß als Wolf im Schafspelz auf ganzer Linie zu überzeugen. Selten haben deutschsprachige MCs ein derart hochfrequentes Techno-Geschoss derart spielerisch entschärft. Grandios! Eben jenes Attribut lässt sich auch für "Weck mich nicht auf" im Riptor Remix (mit Curse und Moe Mitchell), "MySpace" (mit Olli Banjo, Mo Trip & Moe Mitchell), den Tourreport "Rhythmus meines Lebens" sowie die Hater-Abrechung "Immer das Schlechte" (mit Curse, Olli Banjo, Ercandize & Amar) vergeben. Auf der limitierten Essah Edition wissen zusätzlich das aggressiv vorgetragene "Wand" und der unfassbar stark besetzte Mammut-Remix des eingangs erwähnten "Immer wenn ich rhyme" (mit Curse, Franky Kubrick, Tone, PMA, Kitty Kat, Ercandize, Amar, Sinan, Vega, Tua, KAAS, Fiva MC & Mo Trip) unbedingt zu überzeugen.

Das Glanzlicht der dritten "John Bello Story" wird jedoch ohne die direkte Beteiligung des Gastgebers gesetzt. So vertonte Stuttgarts Franky Kubrick auf dem Stück "Die John Bello Story" aus der Vogelperspektive die bewegte Vergangenheit des offiziellen "King of Rap" und verweist damit im Alleingang sämtliche Straßen-Märchen, die der durchschnittliche Raphörer offensichtlich mit Inhalten verwechselt, in die Schranken. Das ist Inhalt, das ist ehrlich!

Abzüge in der B-Note gibt es lediglich für das schwache Intro "Denn ein Bello kommt selten allein", sowie zwei stark unlustige Skits von Buddy Ogün. Im Gegensatz zu seinem Rap-Alter Ego Sizzlac auf der zweiten "John Bello Story" vermag Goldkehlchen Moe Mitchell als Sänger den durchaus positiven Gesamteindruck vom vorliegenden Produkt nicht zu schmälern. Alles in allem ist die dritte "John Bello Story" ein rundes Produkt mit hohem Unterhaltungswert. Technisch gesehen befindet sich Kool Savas sowieso schon längst auf einer ganz anderen Ebene als die g-g-g-g-ganzen Träumer.

Wertung: 5,5/6 

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