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geschrieben am 18/12/2011 um 17:32 in der Kategorie
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Vor einigen Jahren gab es einen großen Trend in der Deutschen HipHop-Szene. Oder sagen wir eher AUS der HipHop-Szene. Denn plötzlich waren alle zu alt, zu erwachsen oder gelangweilt. Nun kehren sie Schritt für Schritt wieder zurück.
Ferris MC war wohl der erste, der keinen Bock mehr auf Rap hatte. Nachdem er 2006 seine Solo-Karriere an den Nagel hängte, war er zwar nie wirklich von der Bildfläche verschwunden, für Fans seines Rapstils war seine Rolle bei Deichkind jedoch wohl nicht das Richtige.
2009 folgten dann viele Weitere. Plötzlich wollten sie alle etwas Neues ausprobieren. Samy versuchte sich an Reggae und Gesang. Max Herre und Denyo griffen zur Gitarre und schließlich verkündete auch Curse sein Ausstieg. Ende 2009 waren von den einstigen HipHop-Größen nicht mehr viele übrig. Alle hatten das Gefühl, dass sie HipHop einschränkt und dass sie lieber Musik machen möchten, durch die sie sich besser ausdrücken könnten.
Viel hat sich seitdem verändert. Es gab sicher genug Nostalgiker, die die alten Zeiten vermisst haben, doch dem gemeinen HipHop-Hörer sind die einstigen Helden wohl nicht lange abgegangen. Dann nachdem die alten Hasen den Platz geräumt hatten, war endlich Platz für etwas Neues. Und während die Medien noch damit beschäftigt waren, Nachrufe auf HipHop zu schreiben, zeigten bereits die ersten Künstler, wie HipHop in Zukunft klingen wird: bunt!
Endlich konnte HipHop wieder alles sein: kindisch wie Kaas, depressiv wie Tua und unterhaltsam wie Kollegah. Dass dies nicht nur ein kurzer Trend war, zeigte sich ein Jahr später, als zur Vielfalt auch der Erfolg dazu kam. Plötzlich war dieser Marteria in allen seriösen Medien. Und wer Marten noch nicht ernst genommen hatte, der sollte spätestens nach diesem Jahr, vier Nummer eins Alben und der allgemeinen Heiligsprechung von Casper einsehen, dass deutscher HipHop schon lang nicht mehr so am Leben war wie jetzt.
Doch was erwartet uns 2012? Vielleicht das Jahr der Rückkehrer. So wie 2009 plötzlich alle etwas anderes machen wollte, so überraschend wollen jetzt alle wieder zurück zum Sprechgesang. Ferris schmückt sich endlich wieder mit dem Titel „MC“ und plant sein „Mortal Comeback“. Die Beginner beginnen wieder gemeinsam Rap zu machen. Max Herre lässt verlauten, dass er gerade an „Soul HipHop Shit für 2012“ arbeitet und auch die gute Cora E. hatte ja eigentlich für 2012 ein neues Album angekündigt. Zwar hat sie dieses Plan zwischenzeitlich wieder verworfen, aber vielleicht greift die HipHop-Pionierin doch noch mal zu Stift und Papier.
Ist es wirklich so, wie  Samy einmal in einem Interview mit Mixery Raw Deluxe meinte, dass man nach einer gewissen Abstinenz wieder total Bock auf Rap bekommt? Oder liegt es auch ein bisschen daran, dass nun einige Neulinge HipHop endlich wieder Salon fähig gemacht haben? Dank den Orsons, Marteria, Casper und diversen anderen Jungen Rappern ist Deutschrap endlich wieder zu dem geworden was er immer sein sollte: ernst zu nehmende Musik.
Hoffen wir, dass die alten Hasen auf diesen Zug aufspringen und HipHop in Deutschland in den nächsten Jahren noch bunter wird.



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geschrieben am 1/10/2010 um 23:38 in der Kategorie
Eine neue Todeswelle geht durch das Land und wieder einmal hat es die HipHop-Gemeinde getroffen. "Hip-Hop siecht" heißt der neusete Zeit-Artikel über unsere geliebte Szene.
Soweit wie
Nas 2006 sind die Autoren zwar noch nicht, dennoch wirkt der Bericht eher wie ein verfrühter Nachruf, als ein ernstgemeinter Genesungswunsch.
Doch auf jedes Ende folgt auch ein Neuanfang und so sieht auch Die Zeit schon einen neuen Stern am Musikolymp. "Der alte Soul ist also – bis auf weiteres – der neue Rap." Die Argumentationskette für diese kurze Schlussfolgerung ist eigentlich ganz leicht zu verstehen. Rapper verschieben ihre Veröffentlichungstermine - das muss bedeuten, HipHop ist am Boden. Einige Rapper, wie Kanye West oder Plan B, konzentrieren sich lieber auf den zweiten Teil des Wortes "Sprechgesang" und somit muss, laut Zeit natürlich Soul die Zukunft sein. "Black Urban Music steckt schon seit einigen Jahren in einer kreativen Sackgasse."
Auch in Deutschland sieht man, dass sich einige etablierte Rap-Künstler vom HipHop abwenden, um sich als Sänger zu versuchen. Denyo, Max Herre und Curse sind hier wohl die bekanntesten Beispiele. Auch bei ihnen findet man Aussagen, wie "HipHop stagniert" oder „ Es ist, glaube ich, eine andere Musik als Rap, die transportiert, was ich erzählen will.
Ist es also wirklich die kreative Sackgasse, die Rap ins Grab zwingt? Oder müssen Künstler einfach ab und zu die Genregrenzen überschreiten, um neuen Wind in ihr Schaffen zu bringen.
Diese These unterstreicht beispielsweise Samy Deluxe, der sich mit „Dis wo ich herkomm“, musikalisch auch in HipHop fernen Gefilden ausgetobt hat. Die HipHop-Fans sollen sich freuen, […] weil man nach einer Auszeit von Rap, wieder mehr Bock auf Rap bekommt. Und selbst Jan Delay ist, nach vielen Jahren zwischen Reggae und Funk, wieder heiß auf Rap.
HipHop ist wohl noch lang nicht tot. Betrachtet man allein die jüngeren Sprachkünstler unseres Landes, wie die Orsons, Casper oder Marteria, braucht man kein Arzt zu sein, um zu erkennen, dass Rap immer noch einen kräftigen Puls hat.
Zumindest ich sehe da keine Spur von Stagnation und baldigem Tod. Wie kommt also die bunte Medienwelt immer wieder auf die Idee, das Ableben eines ganzen Genres zu verkünden?
Vielleicht schlussfolgern manche Journalisten vorschnell. Könnte es nicht einfach sein, dass nicht Rap, sondern die trendbestimmende Plattenindustrie in einer kreativen Sackgasse steckt. Es ist nämlich genau diese, die HipHop lieber dahinsiechen lässt und versucht Altbewehrtes zu reanimieren, anstatt neuen und kreativen Einflüssen die Chance zu geben, Rap am Leben zu erhalten. Rap ist tot? ES LEBE RAP!


HipHop siecht




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geschrieben am 5/08/2010 um 14:38 in der Kategorie
Künstler und Journalisten hatten schon immer eine etwas schwierige Beziehung. Gescheiterte Schreiberlinge maßen sich an über ein Kunstwerk zu urteilen oder Möchtegern Künstler denken sie haben das Rech ihre „Werke“ als Kunst zu verkaufen. Welten prallen aufeinander und am Ende fühlen sich beide  missverstanden. In Zeiten, in denen jeder, dank Blogs, Foren und Kommentaren seine Meinung der Welt vermitteln kann, ist das leider noch schlimmer geworden. Jeder, der schon mal ein Buch in der Hand hatte, denkt er wär Reich Ranicki und jeder zweite ist der Meinung ein Musikkonsument und ein Musikkritiker sind das selber. Und ich bin mitten drin. Hat also Kool Savas mit seiner Aussage, dass Schreiber und Blogger ein extremes Geltungsbedürfnis haben recht?
Sind die über 2500 Blogger allein auf HipHop.de alles „verbitterte Dudes“, die ihre eigene Meinung zu wichtig nehmen?
Ich denke nein. Klar gibt es unter Bloggern auch Leute die genau so sind, aber der Großteil macht das genau aus demselben Grund wie ein Künstler und zwar für die Musik, für HipHop. Über 2500 Blogs und noch deutlich mehr verschiedene Meinungen und Geschmäcker. Doch was berechtigt den Einzelnen, seine Meinung auch öffentlich Kund zu tun? Alles und Nichts. Jeder hat das Recht seine persönlichen Ansichten mitzuteilen und niemand hat das Recht andere Schlecht zu machen. Natürlich ist es leicht aus dem bequemen Sessel zuhause über ein Album eines Künstlers zu urteilen und noch einfacher geht es, wenn man von der Materie und dem Aufwand, der hinter dem Werk steckt, keine Ahnung hat. Da entstehen schnell mal kritische oder auch anmaßende Worte.
Doch muss jetzt jeder von uns ein Rapstar sein, um über ein Album urteilen zu dürfen?
Ich denke nein! Unsere Aufgabe als Konsumenten und Fans ist es nicht das Niveau der Künstler zu erreichen, sondern deren Kunst zu lieben, zu hassen, zu kritisieren und drüber nach zu denken. Wir Blogger, die wir auch nur Fans und Konsumenten sind, haben somit auch das Recht unsere Gefühlsregungen anderen mitzuteilen.
Dürfen wir Blogger also über alles und jeden schimpfen und haten?
Ich denke nein! Doch es fällt oft leichter über etwas zu schimpfen, als etwas zu loben. Wenn alles gut ist muss man ja nicht darüber berichten, nur wenn etwas nicht passt ist das eine Aussage wert. Das ist leider in der HipHop Szene noch stärker der Fall, da hier große Egos und der ewige Konkurrenzgedanke aufeinander treffen. Jeder will der Größte, Tollste und Beste sein und alle anderen sind wack und toy. Einen Anderen zu loben ist recht schwer, da man zuerst über seinen eigenen Schatten springen muss und zudem sich mit dem Kunstwerk oder dem Künstler wirklich beschäftigt haben muss. Und erst wenn man letzteres gemacht hat, kann man ein ehrliches Lob aussprechen, aber auch konstruktive Kritik üben. Doch Kritisieren und Meckern liegt oft nah beieinander und was der eine als Kritik schreibt fasst der andere als Beleidigung auf.

Nehmen also Künstler sich und ihre Werke einfach zu ernst?
Ich denke nein! Jeder Künstler, der sein Handwerk aus Leidenschaft macht, steckt in seine Arbeit viel Herzblut und Fleiß rein. Jedes Album, jeder Song ist ein Baby und wer will schon hören, dass ein anderer die eigene Tochter für nicht sonderlich hübsch oder untalentiert hält. Richtig, niemand! Jeder Vater ist unendlich stolz auf seine Kinder und jeder Musiker auf seine Lieder. Da ist jede Meinung, egal ob Kritik oder Gehate, bloß blödes Geschreibsel.  Ein weiteres Problem ist, dass jedem Künstler unter 1000 Worten des Lobes nur das eine schlechte Wort im Gedächtnis bleiben wird. Doch genau diese Selbstüberzeugung und Stolz auf die eigene Arbeit braucht es als Künstler, um eigenständig und frei zu bleiben.
Gibt es eine Lösung für den ewigen Streit?
Ich denke nein! Kritiker werden weiter Kritiken schreiben und Künstler werden sich weiter falsch verstanden fühlen. Doch möchte ich alle Blogger und auch vor allem mich dazu ermahnen, immer zu bedenken, dass man auch über die Babies von anderen schreibt und Familie ist bekanntlich heilig. Und allen Künstlern möchte ich sagen, dass Schreiber und Blogger auch nur die Meinung von Konsumenten und Fans vermitteln. Beide Seiten sollten sich mal klar werden, dass es nicht ohne einander geht. Die Künstler brauchen die Blogger, die kostenlose Werbung für sie machen und den Namen im Internet verbreiten. Und die Blogger brauchen die Künstler um über sie berichten zu können. Und mal wieder geht es wie so oft einfach um den gegenseitigen Respekt.


Und hier das Interview, dass mich zu diesen Gedankengängen verleitet hat.


 




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