Freitagabend war nun nach der zweiten Pulle komplett gelaufen und der Akku des Telefons tot. Die betäubende Wirkung des Alkohols verursachte, dass die geschwollene Brust langsam wieder auf Normalgröße A schrumpfte und friedlich sabbernd nickte ich ein. Alkohol tötet auch Träume.
Optimal wäre es gewesen, am Samstag durch das Telefonklingeln geweckt zu werden und gesunden Schlaf als Zeichen für Coolness und Ungerührtheit geltend zu machen. Real hingegen war ein müdes Erwachen mit matschig machenden Promillepegel, gigantischem Brand und feuriger Erwartung gegenüber dem Tag. Verdammt, ich konnte nicht mehr pennen. Ich sah es schon kommen: Keine Minute des Tages würde ich klare Gedanken orten können und mit Zuversicht und Skepsis Pingpong spielen. Die Verrichtung sinnvoller Sachen wie lesen oder über möglichen Strategien brüten erübrigten sich aus Mangel an Konzentration oder glatter Sinnlosigkeit. Es gab nur eine einzige befriedigende und realisierbare Sache zu erledigen.
Und um etwa ein Uhr war ich mit Ganzkörperrasur, Gesichtsmasken und intensivster Riecht-Lecker-Behandlung fertig. Es war immer noch viel zu früh und somit musste der kleine braune Junge vom Zimmer nebenan für einen Dialog herhalten. Um das Gespräch ein wenig zu ölen und dem Redefluss freie Bahn zu gewähren fing ich den elften Tag in Folge vor siebzehn Uhr an, zu trinken. Aber hey, es war wenigstens endlich Wochenende.
Darüber hinaus war ich nicht so aufgeregt, als am frühen Abend die blinkenden Groß-buchstaben wieder in Erscheinung traten und Mr. Xs Name auf dem Display erleuchtete. Auf Skepsis war geschissen, ich wusste es doch.
"Hi."
"Hallo." Pause.
"Nachtflug findste wahrscheinlich auch nicht besser?"
"Ne, nicht wirklich. Was für Scheißclubs."
"Ach komm, wir trinken uns da gemütlich einen."
"Nee...es gibt zwei coolere Technopartys heute Abend."
"Nee, auf Technoparty hab ich keinen Bock. Ich telefonier noch ma rum und meld mich später noch mal."
Mist, keine Technoparty. Mein Plan war es, mit ihm eine Pille zu schmeißen und die Wirkung den Rest regeln zu lassen. Also nervte ich wieder den kleinen braunen Jungen, indem ich seinen Internetzugang in Beschlag nahm. Hip Hop Party. Na gut, dort könnte man vielleicht auch Drogen nehmen. Und da klingelte es schon wieder.
"Hallo."
"Ey...Planänderung. Ich hab keinen Bock mehr auf Party. Is ja nix los hier."
"Doch, komm schon. Es gibt ne Hip Hop Party und außerdem legt Hans Nieswandt auf."
"Nee nee, ich hab keinen Bock mehr."
Hatte ich es etwa versaut, weil ich nicht ins Apollo wollte? Aber eigentlich egal; mit keinem Monsterfick der Welt betrete ich an einem Samstag diesen Laden.
"Ey, echt keinen Bock? Komm schon!"
"Nee, willste ins Hotel kommen?"
"Hmm..." Echt dämlich gelaufen. "Haste nicht Lust, hier her zu kommen?" Irgendwann einmal hatte er gefragt, ob er bei mir übernachten kann, wenn er in der Stadt ist. Ich wollte ihm wenigstens zeigen, dass auch mein Zimmer eine coole Sau ist.
"Nein." Autsch. Die Kälte lässt mein Ohr frösteln.
"Okay...wo biste?"
"Beim Essen."
"Nee, ich meine, in welchem Hotel?"
Im Hintergrund gab es Gemurmel und eine Frau sprach meinen Namen aus.
"Wann biste da?"
"So in ein, zwei Stunden."
"Okay, bis dann."
"Tschö."
Spätestens jetzt war es Zeit für Drogen. Koks hätte ich eindeutig bevorzugt, da es meine Anspannung reguliert, oder als zweite Wahl auch Pep, weil es die Flut der Gedanken auf unwichtige Dinge lenkt, doch leider fand ich nur noch zwei Pillen im Kühlschrank. Von den Dingern wird man immer so verklatscht. Also tastete ich mich vorsichtig an die Sache heran und nahm vorerst nur ein Viertel.
Eine halbe Stunde darauf siegte jedoch abermals Verlangen über Vernunft und ich aß ein weiteres Viertel, bevor ich mein liebstes Energiebündel Shazzy Jazzy anrief. Sie ist immer die beste Hilfe, wenn emotionale Ballungszentren die Gedankengänge zu verstopfen drohen und sich der totale Realitätsverlust ankündigt. Dreißig Minuten später trafen wir an einer Straßenecke aufeinander und während eine berauschende Dosis hemmungslose Ehrlichkeit auf mich niederprasselte, drückte sie mir beiläufig, von Passanten gänzlich unbemerkt, ein Briefchen mit schneller Hilfe in die Hand: mein von mir geliebtes Speed.
Im Sturzflug eilte ich nach Hause und wehrte die besagte Gedankenflut mit einer überdimensionalen Line Pep ab. Die restliche Pille nahm ich praktisch im gleichen Atemzug und machte mich leicht beschwingt auf den Weg ins Hotel. Doch ich ahnte nicht, dass es die bitterste Pille dieses Abends noch zu schlucken galt...
Fortsetzung folgt!
16:34 |
Kategorie: Der Witz - Das Gespraech - Der Fick |
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Anonymous | 25.02.2006 - 13:50
bin schon gespannt auf den nächsten teil..
boaaah krasss sidooo!
Anonymous | 26.02.2006 - 00:51
Hm.
Chrizzokiss | 26.02.2006 - 05:02
Naja, vielleicht taucht in dieser Geschichte ja irgendjemanden auf, der seinen sexuellen Trieb unter Kontrolle halten kann und nicht auf diverse Pharmazeutika und bewusstseinsbeeinträchtigende Chemikalien angewiesen ist, um einen Tag als "akzeptabel" anzuerkennen und zu erleben. Dann hab ich zumindest jemanden, auf den ich schauen kann und sagen kann: Yo, der is' nicht komplett zermürbt zwischen den Ohren. Nur so als Tipp.
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Anonymous | 26.02.2006 - 22:45
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Anonymous | 26.02.2006 - 23:08
Auch wenn ich jegliches Schlampen-Verhalten (von Perln...) prinzipiell auf liebevolle Art verachte, ist die "Protagonistin" absolut symphatisch und authentisch. Geile Story und geil sie auf Deutschlands geilster Hiphop Seite zu haben. Such dir doch ma nochn Star, damits nach den elf(?) Teilen weitergehen kann...
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Anonymous | 1.03.2006 - 14:44
oder doch nur tagträume von dir?
Danke für die positive und negative Kritik!
mary
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Anonymous | 2.03.2006 - 09:18
Mach ja weiter so !!!
BBB
Wer ist Mr.X ??
MaryFunk | 2.03.2006 - 18:05
...genau wie die Kommentare ;-)
Macht euch auf was gefasst! Bald gehts weiter--
Ms MaryJunk...
!!!!!!!!!!!BUSHIDO!!!!!!!!!!!
Anonymous | 3.03.2006 - 14:05
@anonymus
Sheephunter | 5.03.2006 - 12:44
also
Anonymous | 30.03.2006 - 15:18
Eher jemand von Aggro Berlin......da bei Looplab im Studio..Fler?!Sido?!Ach kein Plan ;)
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