Vor guten 3 Monaten ging ein Aufschrei durch die Medien. Alfie, ein 13-jähriger Junge aus Großbritannien, war Vater geworden. Mutter Chantelle ist 15. Alfies Vater berichtet:
„Als er mir von der Schwangerschaft erzählte, fing er an zu weinen. Sagte mir, es wäre sein erstes Mal gewesen, und er hätte nicht gewusst, was er tat. Ich glaube, er begreift das alles noch gar nicht richtig und hat keine Ahnung, was ein Baby bedeutet.“
An dieser Stelle möchte ich zum wiederholten Male auf die Studie hinweisen, die den Leuten aus GB die größte Minderjährigen-Schwangerschafts-Rate in Europa zuweist. Nebenbei bemerkt gibt es in GB keinen Sexualkunde-Unterricht an Schulen. Inwiefern das zusammen hängt, darüber könnten wir jetzt mutmaßen und diskutieren - oder direkt sagen wie es ist: Wer nicht um die Konsequenzen weiß, wird naiverweise auch viel leichtsinniger zur Tat schreiten. Und so kommt es dazu, dass Kinder Kinder kriegen und diese nicht einmal versorgen können.
[...] Tatsächlich gesteht der 13-Jährige, dass es finanziell eng werden könnte: „Ich bekomme kein richtiges Taschengeld, manchmal steckt mir mein Vater 10 Pfund (ca.11 Euro) zu.“
11 Euro sind natürlich wenig, wenn man damit ein Kind durchbringen will. 11 Euro wären aber genug gewesen, um ne ordentliche Packung Kondome zu kaufen. Aber was erwarte ich von einem Jungen, der sich im Fernsehen das Wort "finanziell" erst einmal erklären lassen musste? Da haben Alfies Eltern wirklich tolle Arbeit in Sachen Erziehung geleistet.
Doch die Entwarnung kam nur wenige Wochen später: Alfie ist gar nicht der Vater. Das heißt zwar nicht, dass es nicht trotzdem schlimm ist, dass ein 12-Jähriger ohne zu verhüten über eine 14-Jährige rutscht. Doch zumindest besteht die Chance, dass der wahre Vater weiß, was "finanziell" bedeutet, wenn er schon ebenso wenig das Wort "Kondom" gekannt hat.
Und tatsächlich fanden sich gleich noch mehrere Jungs, die erklärten, mit Chantelle im Bett gewesen zu sein. Durch einen DNA-Test ist nun klar: Das Vater ist aus ihrer Nachbarschaft und immerhin schon 15 Jahre alt. Wenn wir 9 Monate zurück rechnen, wird also klar: Auch mit 14 Jahren ist es mit der Aufklärung noch nicht sonderlich weit in den Köpfen der Briten. Der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung ist da einfach noch nicht so ganz klar.
Und so lange ist das ja auch noch gar nicht bekannt, wie genau diese Babys eigentlich entstehen. Klar, irgendwann hat man mitbekommen, dass die irgendwie immer aus der Frau rauskommen, aber warum das nun so ist – keine Ahnung. Ist ja immerhin 9 Monate her, der eigentliche Grund. Wer würde vermuten, dass ein ganzer Kuchen aus dem Ofen kommt, nur weil man da vor 9 Monaten mal nen Teelöffel Zuckerglasur reingeschleudert hat? Eben.
Wer von uns weiß schon so genau, was da nach dem Sex in der Frau eigentlich so vor sich geht?
Im 16. Jahrhundert hatte Paracelsus, der damals sogar als Arzt galt, die Idee, dass die Gebärmutter eigentlich gar nichts besonderes war. Das kann man ja auch ohne die Frau drum herum nachbauen und dann ohne sie Kinder machen. Klingt ideal für schwule Ehepaare. Geht laut der Theorie auch ganz einfach.
Demnach soll der Samen eines Mannes ca. 40 Tage lang in einem geschlossenen Kürbis verfaulen. Schon haben wir ein menschenähnliches Wesen, allerdings ohne Körper und durchsichtig. Was genau daran überhaupt menschenähnlich ist, weiß ich auch nicht so recht, aber auch Paracelsus wurde klar - so geht das noch nicht. Deshalb muss das Kind anschließend 40 Tage mit menschlichem Blut bei der Wärme eines Pferdebauches ernährt werden, schon haben wir einen Menschen, nur ein bisschen kleiner als der normale Mensch.
Ein schönes Alibi, um seinen Fetisch auszuleben und in einen Kürbis wichsen zu dürfen. Doch auch wenn hier die Entstehung des Menschen noch nicht ganz klar zu sein scheint, ist eine Sache selbst damals schon offensichtlich gewesen: Spermien rein, Kind raus.
Was lernen wir daraus? Was im 16. Jahrhundert in der Schweiz bekannte Tatsache war, muss deshalb noch lange nicht im 21. Jahrhundert in Großbritannien zum Grundwissen gehören.
In Deutschland wissen wir es dank Doktor Sommer natürlich viel besser, sollte man meinen. Pro7 beweist uns leider wöchentlich das Gegenteil. Deshalb lasse ich es mir nicht nehmen, auch noch ein paar Worte über den Sinn von Sex zu verlieren.
„Sinn? Ich will ficken, altah, wat is da mit Sinn?“
Ja, Sex hat einen Sinn, der über Spaßhaben und Fortpflanzung hinaus geht. Doch um das zu verstehen, müssen wir weiter zurück als in das 16. Jahrhundert. So unlogisch es klingt: Um Sex wirklich zu verstehen, müssen wir zurück in eine Zeit, in der es noch gar keinen Sex gab. Vor Millionen von Jahren nämlich haben sich Lebewesen auf der Erde keineswegs zusammen gefunden, um dann gemeinsam ins Restaurant zu gehen und anschließend im Hotelzimmer zu verschwinden. Schon alleine, weil es damals weder Restaurants noch Hotels gab. Man vermehrte sich damals noch ungeschlechtlich bzw. asexuell, die Lebewesen waren weder männlich noch weiblich - und da klappte das auch ganz gut alleine.
Ist eigentlich ganz gut nachvollziehbar: Wenn man heutzutage einen Menschen sieht, wo man nicht so recht weiß...Mann oder Frau...bei diesen Menschen sind die Chancen auf Paarung ja wohl mehr als gering (die heißen dann auch immer Dominik oder Michelle, so dass das immer richtig schön peinlich wird). Klar, dass die sich dann lieber alleine fortpflanzen, statt jahrelang auf einen Partner zu warten. Seit kurzem ist Lady Gaga ja auch so ein Fall, wo wir lieber die Finger von lassen, oder?
Also wie gesagt, die vermehren sich dann alleine, per Zellteilung oder Knospung beispielsweise. Dabei bekommen die Nachfahren genau das gleiche Erbmaterial wie der Vorfahre. Hat man sich dann in etwa so vorzustellen: Es macht nach ner gewissen Zeit einfach *plopp* und neben dir steht auf einmal son Typ, der genauso aussieht wie du. So in etwa stell ich mir übrigens das Leben als Asiate in einer Großstadt vor.
Nun gibt es aber hier und da ein paar Parasiten (kurz: Paarasiten), die die Lebewesen angreifen. Nennen wir Lebewesen 1 mal Bernd. Bernd wird also von den Parasiten angegriffen. Ganz bestimmte Parasiten passen besonders gut zu Bernd, weil Bernds Immunsystem besonders scheiße ist, wenn diese Parasiten kommen. Also denkt sich Bernd: „Wenn ich mir Mona (Lebewesen 2) schnappe und mein Erbgut mit ihrem mische, ärgern sich die Parasiten und können nicht so leicht über meine Kinder herfallen.“
Zack, da ist es vorbei mit der Knospung und Zellteilung. Bernd und Mona vögeln und lachen die Parasiten aus. Die Parasiten, die es sich in Bernds Immunsystem mit den blauen Tapeten bequem gemacht haben, finden bei Bernds Kindern nämlich plötzlich lila Tapete. Verständlich, dass ihnen das nicht passt (generell ist lila Tapete nämlich auch unfassbar abstoßend und ekelhaft, finde ich).
Und so dient Sex ursprünglich dazu, uns vor Krankheiten zu schützen und unser Fortbestehen zu sichern. Eigentlich also ne gute Sache. Und damit auch gewährleistet ist, dass auf jeden Fall ein paar Erben durchkommen, braucht der Mann auch nicht sonderlich lange (ich spar mir jetzt mal ne etwaige Zeitangabe, sonst kommt wieder son Depp von wegen „Was, nur 3 Stunden? Ich schaff 12!“). So kann das Erbgut auf möglichst viele verschiedene Frauen verteilt werden. Oder Kürbisse, jeder, wie er mag. Die Frau hingegen ist erstmal für 9 Monate außer Gefecht gesetzt.
Klingt jetzt so, als wäre Treue von der Natur gar nicht vorgesehen, oder? Klingt außerdem so, als solle der Mann sich auch nicht lange damit aufhalten, sich ne tolle Frau zu suchen, weil er ja eh 7 von denen pro Woche begattet? Klingt so, als müsse nur die Frau aufpassen, wen sie an sich ran lässt?
Ja.
So klingt es.
Und dennoch ist die Auswahl der richtigen Partnerin oder des richtigen Partners gerade bei uns Menschen extrem wichtig. Wer sich nämlich direkt beim ersten Mal nen Tripper einfängt, der hat nunmal schlechte Karten, was Nachfahren angeht. Auch ist es nicht gerade günstig, sich nen Kerl zu angeln, der zwar frisch und gesund bei der Zeugung war, danach aber sofort die Biege gemacht hat. Wir wissen schließlich alle, dass 90% der allein erziehenden Eltern früher oder später zwangsweise auf RTL landen. Und natürlich ist es cool, wenn man vor den Jungs rumprollen kann, mit einem Popstar geschlafen zu haben - da sind die weiteren Kriterien doch nichtig, oder? Dennoch sollte man lieber vorsichtig sein, wenn die Dame sich als Sängerin der No Angels vorstellt. Da könnt ihr noch so schön euer Erbgut mischen, wenn das Erbgut des Anderen einfach nur scheiße ist, hättet ihr euch mal lieber ungeschlechtlich fortgepflanzt. Klar, dann landet ihr wiederum auf RTL, aber das Leben ist nunmal kein Wunschkonzert.
Ihr seht, Verhütung ist da eine extrem wichtige Sache. Das Dilemma der Neuzeit ist allerdings, dass gerade die dummen, die mit Viagra verhüten wollen, sich ungewollt fortpflanzen, während die Typen mit einem IQ über 80 es schaffen, sich einen Luftballon auf den Penis zu stecken - und damit am Ende die neue Generation nur von den dummen Eltern gezeugt wurde. Ich freu mich schon, meine Rente später von Menschen finanziert zu bekommen, die die Supernanny öfter real als im Fernsehen zu Gesicht bekommen haben.
Das bedeutet im Klartext: Aufklärung ist vor allem wichtig, um eine Überzahl an dummen Kindern zu verhindern. Denn wer beim Sex nicht aufpasst, musste nicht nur vorher zahlen, um die Frau rumzukriegen, sondern zahlt für seine Unachtsamkeit später nochmal drauf.
So Jungs, und da ihr jetzt Bescheid wisst, ist dieses Wissen hoffentlich so tief in euren Köpfen verankert, dass ihr auch besoffen noch an Verhütung oder zumindest die richtige Partnerwahl denkt.
Ich wünsche allen Männern einen
wunderschönen Herrentag.
Betrinkt euch, pöbelt grundlos rum,
spielt Fußball auf der Autobahn,
fahrt mit dem Auto auf dem
Fußballplatz rum, hängt den Penis aus
dem Fenster, pumpt das neue
Hengzt-Album und lasst es einfach
krachen!
- PlanetWissen - Die Fortpflanzungsstrategien der Tiere
- Bild.de - Bubi-Papa spielt mit seinem Baby
- Spiegel.de - "Alfie hat sich sein Leben versaut"
- Spiegel.de - "Ich muss der Vater sein"
- Spiegel.de - DNA-Test entlarvt wahren Vater
- 9Monate.de - Tripper (Gonorrhö) in der Schwangerschaft
- Paetec Duden - Abiturwissen Biologie, S. 285



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