Eine sehr freshe EP von Sickstie und MoTorres. Es fängt mit einem wunderschönen Instrumental an - "Allein in die Nacht", ein solider Song mit je einem Part von den Herrschaften "Nein die kenn ich doch von Facebook" - wer kennt das nicht, schön! Danach kommt schon eines der Highlights der EP, "Ich weiß, was du denkst" auf einem wuchtigen Beats wechseln sich Sickstie und Mo alle 4 Takte ab und beschreiben verschiedene Situationen in denen sie wissen, was der andere denkt. Der Refrain ist gewagt, gefällt mir aber extrem gut. Ansonsten stechen für mich noch "What" und das "Outro" heraus. "What" weiß mit einem herrlichen Beats und sehr gut formulierten Texten zu überzeugen. Das Outro ist ein herrlicher Abschluss, in dem sich die beiden noch einmal schön und nicht so vorhersehbar abwechseln. Insgesamt ist zu sagen das Sickstie mit einem sehr ausgeprägtem Wortschatz und schönen Formulierungen auffällt und MoTorres mit seiner einzigartigen Stimme zu glänzen weiß. Kritikpunkte der EP sind für mich, dass in 4 von 7 bzw. 8 Songs Liebe und Beziehung thematisiert wird, was die EP ein wenig monoton macht und dass das Potential gerade bei den Produktionen hier nicht voll ausgeschöpft wurde. Aber es macht Hunger auf mehr und man kann gespannt sein, was noch von den beiden kommt
geschrieben am 3.11.2010 um 21:21 [0] haben einen Kommentar
geschrieben
"Das ist" – liest sich wie ein
gewöhnlicher Battle-Opener für ein Album, ist es vom Prinzip her
auch, aber Sera Finale schafft es mit seiner Stimme und seinen Lyrics
das ganze interessante zu gestalten, es ist eben nicht das
Ghetto-Crackdealer-Album was man sonst von Berliner Untergrund
Rappern erwartet.
„Das ist mit Schuhen aus Beton auf
einem Bürgersteig auf Glas“
Die nächste Kugel im Lauf ist vom
Klang her das komplette Gegenteil von dem, was man erwartet. Deswegen
finde ich den Titel ein wenig ungünstig gewählt, vor allem als
„unbekannter“ Künstler. Es gibt zwar viele Battle-Tracks wie z.
B. „Ich feier mich“, diese sind aber auf ungewöhnlich ruhigen
und einfach freshen Beats. In vielen Refrains singt Sera F auch –
dies kommt bei seiner Stimme aber gar nicht peinlich oder unnötig
rüber. Besonders bei „Alles so leicht“ sticht der Chorus sehr
heraus.
Der Titelsong ist das, was man sich von
ihm erhofft: Ein Brett auf einem rockigen Synthie-Instrumental. Es
wird mit Worten geschossen, doch man wird das Gefühl nicht los, das
Sera Finale dank seinem Intellekt besser macht als seine Kollegen.
„Sera Fin – Engel des Feuers,
Krieger des Lichts
Gib mir nur einen Gedanken und ich
besiege das Nichts.
Ich bleib' ständig auf dem Boden, also
bodenständig,
ich hab' mich noch nie so gefühlt
Homes, so lebendig.
Schluss mit Block, endlich meine Zeit
zu schein'n,
ich geh' allein – ich schwör dir:
Ich mach meine Zeit zu Schein'n!
' kann nicht mehr in 'n Club, ich hab'
keine Zeit zu verschwend'n.
Jungs, ich seh' euch Party machen, doch
was feiert ihr denn?
Meine Stadt ist verliebt in mich, sie
weiß ich bin tight
glaub' mir das beruht auf absoluter
Gegenseitigkeit!“
Der nächste Song, „Berlin“, ist
auch ein Stück für sich. Es ist die Liebeserklärung an die eigene
Stadt, aber Sera macht es eben anders als Bushido und Konsorten. Mit
Lines wie
„Ich weiß gar nicht, was du willst,
das hier ist nur meine Stadt,
4 Millionen Mal Berlin, weil jeder
seine eig'ne hat.“
zieht er die Zuhörer einfach in seinen
Bann. „Die nächste Kugel im Lauf“ ist vom Prinzip her „Vom
Bordstein bis zur Skyline“, „Maske“, „Neue Deutsche Welle“,
„Leben“ und „City Cobra“ in der Sera Finale Edition. Die
Themen sind dieselben, es gibt wie auf den genannten Releases den
Song für die Stadt, für die Mädchen (Bei ihr, Queen vom Kiez), die
Representer (Das ist, Die nächste Kugel im Lauf), für die Mutter
und an Gott (mein Freund). Deshalb ist „DnKiL“ auch längst kein
Klassiker oder Vorreiter, sondern lediglich ein gutes Album mit
bekannten Themen.
Empfehlen kann ich euch noch die Songs
„S muss weiter geh'n“, „Mein Freund“ und „Manifest“.
Von mir gibt es für „Die nächste
Kugel im Lauf“ 6,5 von 10 Punkten.
geschrieben am 27.10.2010 um 15:20 [1] haben einen Kommentar
geschrieben
Insgesamt ist das Album sehr sehr
monoton und wirkt einfach lahm. Ich habe mir vor allem von den Beats
viel mehr erhofft. Kay One hat in den meisten Songs einen
abwechslungsreichen und herausragenden Flow – leider ist es
inhaltlich umso schlechter. Fler kommt viel besser auf Bushido-Beats
als auf den Instrumentalen von seinen Alben bei Aggro Berlin. Leider
wirkt er textlich komplett ausgelaugt:
„Wir geh'n den Weg hier – step by
step. Ich sag nicht viel außer Frank bleibt Frank“
„3 Wörter reichen – Wer jetzt
kommt? Frank zum White“
„BMW heißt Bauchmuskeln wachsen“
Bushido ist auf 70 % der Songs relativ
solide, hat auf „Die ganze Galaxie“ einen geilen Part und bringt
den besten der drei Solotracks. Sein Wortschatz scheint sich aber auf
ein Minimum reduziert zu haben.Es gibt auf dem Album nichts, was man
noch nicht gehört hat, nichts, was man gehört haben muss. Dafür
gibt es viel zu viele Parallelen mit den vorherigen Releases. Man
vergleiche mal
„Was du machst in 'nem Monat“ mit
„Zwei Turntables ein Mic“ (CCN II mit Fler)
„Lauf Nutte lauf“ mit „Rockstar“
(Kenneth allein zuhaus)
„Das ist Hip Hop“ mit „Bis zum
Hals in der Scheiße“ (Flersguterjunge)
Die deepen Songs „Teufel auf Erden“,
„Für dich da sein“ und „Nur Gott kann uns richten“ wirken
auch eher wie Lückenfüller. Das einzige was sich positiv vom Rest
abhebt sind die, für Bushido ungewöhnlichen Beats auf „Sie wissen
wer wir sind“, „Rapstar“ und „Geld, Sex und Ruhm“.
Die einzigen Songs, die mir gefallen
sind „Die ganze Galaxie“, „Das ist Hip Hop“ und „9
Millimeter, Koks und Geld“.
Besonders auf „9 Millimeter, Koks und
Geld“ zeigt Bushido, das er es noch drauf hat. Mit „Bordstein-Flow“
und kompromisslosen Lines lässt er mich in Erinnerungen schwelgen.
Dass Kay One ein guter Rapper ist, hat er schon oft genug bewiesen
und auch bei Fler hört man immer wieder Ansätze, doch um ein rundes
Gesamtwerk zu erschaffen fehlt es einfach an Kreativität und
zusammenhängenden Texten.
geschrieben am 25.10.2010 um 01:21 [0] haben einen Kommentar
geschrieben
Nachdem man seit „Lieber bleib ich
broke“ 2009 nicht mehr so viel von Vega gehört hat, gab es nun im
September die 5-Track starke EP „Die Wahrheit ist hässlich“ zum
freien Download. Als Featuregäste sind Olson Rough, Marc Reis und
Tareq mit von der Partie. Das Intro ist eine super Einleitung – mit
Zeilen wie
„schlimmer als blind zu sein ist es
als einziger zu seh'n“
zeigt uns Vega, was ihn ausmacht:
Poesie, Ehrlichkeit und Deepness ohne Kitsch. Die Wahrheit ist
hässlich ist ein typischer Vega-Song – eine Mischung aus
Tiefgründigkeit und Battlerap:
„Das ist Mucke für die 10.000 ohne
Deal“
„Ein ganzes Land nagelt Kantholz vor
Glasfenster“
„Blut ist dicker als Wasser, aber Öl
ist es nicht“
„schöne Worte sind nicht wahr, wahre
Worte sind nicht schön“
Schwere Zeit mit Olson Rough ist für
mich das Highlight der EP. Auf einem orchestralen Beat gibt es 4
Minuten Energie und Dynamik! Vega und Olson ergänzen sich hier
meiner Meinung nach perfekt. Schreib die Zeit zurück ist für mich
der schwächste Song auf dem Free-Release. Sowohl das Instrumental
als auch Marc Reis können mich nicht überzeugen. Die Frau, die die
Sterne macht ist hingegen wieder sehr stark – vor allem von Beat.
Das einzige, was mich an dem Track stört, ist der Refrain, die Parts
sind hingegen, wie man es bei Vega gewohnt ist, unter die Haut gehend
und mitreißend.
Von mir gibt es für „Die Wahrheit
ist hässlich“ 8 von 10 Punkten.
geschrieben am 24.10.2010 um 22:35 [0] haben einen Kommentar
geschrieben
Hier ein paar Werke, die ich euch empfehlen möchte:
Sera Finale - Die nächste Kugel im Lauf (leider bekommt er viel zu wenig Aufmerksamkeit)
Marteria - Zum Glück in die Zukunft (bestes Deutsch-Rap Album, das ich je gehört habe)
Nate57 - Stess aufm Kiez (Newcomer des Jahres 2010)
Raf - Therapie nach dem Album (super produziert)
Vega - Die Wahrheit ist hässlich (einfach nur echt)
Joka - Jokamusic (straight)
Tua - Grau (bitte erst ab einem IQ von 110 ;)
In Zukunft werde ich auch in Platten für euch reinhören und sie bewerten - wenn ihr meine Meinung zu Releases hören möchtet, sagt mir bescheid (Es können auch ältere Sachen sein).
geschrieben am 3.10.2010 um 21:16 [0] haben einen Kommentar
geschrieben
Tut mir Leid, dass ich solange nichts mehr geschrieben habe, aber ich war in letzter Zeit eher auf anderen Seiten aktiv und hatte privat viel zu tun. Ich wohne für die nächsten paar Monate in Kanada. Hier seht ihr ein bisschen von der Stadt und der Umgebung: