Die Tour mit Fettes Brot ist vorbei. Es war wahnsinnig gut. Mehr als gut. Besser! Und wahnsinnig. Abartig. Am Samstag war das Abschlusskonzert der Tour in Köln in der mit 15.000 Leuten ausverkauften Lanxess Arena. Selbst wenn man die ganzen Menschen gesehen hat, ist es schwierig sich das vorzustellen. Um das ganze noch mal Revue passieren zu lassen, hat Chimperator Basti ein kleines Interview mit mir über die Tour, Fettes Brot, die Orsons und den ganzen Rest geführt. Vielleicht habt ihr das schon im Chimperator Blog gelesen, der vollständigkeit halber, hier auch nochmal:
Hallo Tua, für die Leute die dich noch
nicht kennen, stell dich doch kurz mal vor.
Hahahahahahahahaha.
Ha. Ha.

Die Orsons wahren jetzt mit kurzer
Unterbrechung ca. einen Monat lang mit Fettes Brot auf Tour. Was war der
kleinste Gig, was war der größte Gig und wie wurdet ihr von den Fettes
Brot Fans aufgenommen?
Also der kleinste Gig waren glaube
ich 2000 Leute in Luxemburg. Vielleicht irre ich mich geringfügig und es
waren woanders so viele, aber weniger waren es nirgendwo. Der größte
Gig war in Köln, in der Lanxess Arena, wo manchmal Teenager der
Generation Sex and the City dazu gebracht werden, sich wochenlang vor
ganz Deutschland zu blamieren, um dann nach der größten Gehirnwäsche
ihres Lebens 95 % ihres Topmodel Gewinns auf Lebenszeiten an Heidi
“Belzebubi” Klum und ihr Team mit Pferdefüßen und Hörnern abzugeben.

Die noch leere Lanxess
Arena, Köln. Wähend dem Aufbau.
Denkst Du ihr habt euch – oder werdet
euch – durch die Tour verändern? Konntet ihr von den Broten etwas
lernen?
Naja also „verändern“ denke ich nicht. Arrogant
wie Sau waren wir ja auch schon, bevor wir Gründe dazu hatten. Ich
persönlich fand es jedenfalls Hammer zu sehen, dass man mit Mitte 30
sehr erfolgreich Musik machen kann und dabei wirklich komplett locker,
allürenfrei und normal sein kann. Ohne Heroinproblem, 500 Pumperfreunde
dabei und ohne Doppel-Anal-Penetrations-Aids. Beeindruckt hat mich
auch, dass man die Brote so in der “alltäglichen HipHop Welt”, wie sie
sich da als HipHop.de, Rap.de, Juice, die Blogs und paar Festivals
darstellt, kaum mehr auf dem Schirm hat. Also ich zumindest. Und dann
geht man da hin und die fahren eine Produktion von der, ausser
vielleicht Deichkind, jeder deutsche Rapper ganz kurz mal gefickt ist.
Alter, da war einfach mal die Rote Gourmet Fraktion dabei, auf der Tour
waren halt die Caterer berühmter als wir. Ups. Es gab jeden Tag
Designer-Essen. Die Technik war Mega, super Sound und Licht. Genau so
wie man sich das wünscht.

Volle Lanxess Arena,
Köln. Wähend dem Abriss.
Wie seid ihr auf den Namen “Die Orsons”
gekommen?
Hahahahahahahaha. Ha.
Produzierst du auch für andere Rappers?
(fährt
sich mit der Hand über das Gesicht) Ach Bastiii…
Am Samstag seid ihr in Köln in der Arena vor
15.000 Leuten aufgetreten, ich selbst hab euren kompletten Auftritt über
Gänsehaut gehabt, wie ging euch das? Habt ihr diese unglaubliche
Menschenmasse von der Bühne aus überhaupt wahrgenommen? Wenn ja, was
macht man, damit man nicht einfach starr vor Angst ist?
Nee,
so richtig wahrgenommen hab ich das erst, als ich dann irgendwann
später ganz hoch in die Arena bin und bei den Broten zugeschaut hab. Das
war wirklich krass. Da kriegt man einfach mal Höhenangst, in dieser
Halle. Wahnsinn. Die Jungs haben in ihrer Karriere scheinbar einiges
richtig gemacht. Was die Angst betrifft, komischerweise waren wir
diesmal echt kaum aufgeregt. Krasser war es während der Tour in
Bielefeld, das war auch einne große Halle, mit 7.500 Leute, aber da war
ich vorher nicht so darauf eingestellt und dann wirklich sehr
aufgeregt. Vielleicht war die komplette Tour auch bisschen eine Schule
für uns, um in Zukunft besser mit solchen Situationen umgehen zu können.

Die ganzen Menschen
sind bei “Liebe ist in Mode” in die Knie gegangen!
Wenn ich an die Tour denke, hab ich
immer vor Augen wie wir im Wohnmobil Nachts durch Dresden gefahren sind “Brothers”
von Hot Chip lief und alle mitgeschrien haben. Was war
rückblickend betrachtet dein persönliches schönstes Tourerlebnis?
Paar
Tage später von Dir zu erfahren, dass bei Hot Chip alle schwul sind und
dann über den Satz “Ive got a wild love for my brothers” nachzudenken.
Das war ja wieder klar, dass die Orsons da drauf anspringen würden. Ne
man, ich glaub Bielefeld war schon so ein Highlight für mich. Ich war
wirklich sehr aufgeregt und als die Show vorbei war, hab ich mich
gefühlt wie auf Koks.

Vielleicht Bielefeld.

Nicht Bielefeld
Ihr habt euch ja andauernd mit den
Broten über Musik und Serien unterhalten und euch gegenseitig Sachen
vorgespielt. Was war das Beste was Sie dir gezeigt haben, was du noch
nicht kanntest?
Ich weiß nicht ob es das BESTE war, aber “the
very best – warm heart of Africa“, das ist jedenfalls ein ziemlich
unangenehmer Ohrwurm. Im übrigen hab ich da meistens irgendwann
abgeschaltet und war nur noch begeistert davon, dass Björn und Kaas
scheinbar ALLE Serien dieser Welt auswendig erzählen können. Krass. Vor
allem waren die auch immer so voll, dass sie sich das jeden Abend aufs
neue erzählt haben, hahahaha! “Boooah, oder kennst du diese eine Szene
bei jibwefjib, in Staffel shrvivbs, wo hjisbe…”
Erzähl mal
bitte was über die vorher erwähnte “Rote Gourmet Fraktion”: Wer oder was
ist das? Was machen die? Und vor allem: wie meinen die das?
Ach
die sind die krassesten Köche. Bestes Essen. Das dauert zu lang, das zu
erklären. Hier ein Link: www.rotegourmetfraktion.de

Ein ganz normales
Gericht der Roten Gourmet Fraktion
Wie gehts jetzt mit den Orsons weiter?
Ich hab gehört der Claim fürs nächste Album ist “Nur noch Hits”, was ist
da dran?
Ja man nur noch Hits. Wir gehen durch die Decke.
Ehrlich gesagt, glaube ich, ist es mit den Orsons wie immer: Man plant
irgendwas und am Ende kommt was komplett anderes raus. Egal was es wird,
es wird sicherlich den Orsonsgeist in sich tragen, Spass machen, lustig
sein, positiv sein und hoffentlich viele Leute dazu bringen, gute Laune
zu haben. Paah, Basti. Das war doch mal ne Antwort jetzt.

Jung, dynamisch, konzentriert
und hoch motiviert. Die Orsons.
Was hat es eigentlich mit dir und
Blumen2000.de auf sich?
Ach, das. Da gibts bei Chimperator
so einen Typen, der macht die ganze Pressearbeit, Blogs und auch
A&R'ing und überhaupt ein ganz wichtiger Typ. Der ist aber leider
bisschen behindert. Basti heißt der übrigens. Letztes Jahr haben wir in
Saarbrücken gespielt und ich hab irgendwann Nachts neben unserem Hotel
in einer Shisha Bar Kippen geholt und meine Bankkarte da vergessen. Am
nächsten Tag bin ich dann mit dem besagten Basti nach Berlin
zurückgefahren und hab ihm das erzählt. Er meinte: Oh, die musst du
sperren lassen. Ich so: Ok, schon, aber so schnell werden die ja nicht
an die Kohle kommen, ohne PIN usw. Er meinte dann: Aber im Internet kann
man ohne PIN bezahlen – Bei Blumen2000.de zum Beispiel. Ich meinte
daraufhin, ja klar, ich seh die Jungs von gestern schon im Kreis sitzen
und sagen, Boah, lass mal mit der Karte sofort zu Blumen2000.de gehen
und RICHTIG mies viele Blumen bestellen. Moruk, beste Idee. Zwei Tage
später kriege ich aus dem Internet ne SMS: Soundso, vielen Dank für ihre
Bestellungen, diesunddas, ihr Blumen2000.de Team. Das kam irgendwie von
Sms.de oder so was, ich habs erst gar nicht gerafft, weil ich die
Nummer natürlich nicht kannte. Dann hab ich mich tot gelacht, was Basti
für ein Trottel ist. Einer von der Sorte, der für einen Witz schon mal
ins Internet geht und ne Stunde Arbeitszeit rein buttert. Dann kamen in
den nächsten Wochen noch mal paar derartige SMS und er hat sich sicher
wahnsinnig amüsiert. Schliesslich hat dieser Basti dann angefangen, mir
den monatlichen Newsletter von Blumen2000.de über ne Umleitung immer
schön auf meinen Emailaccount weiterzuleiten. Bis zum heutigen Tage. Die
Karte hab ich übrigens zurückbekommen, die haben sie gefunden und
kannten Blumen2000.de wohl noch nicht.

Willst Du dich abschließend vielleicht
im Namen aller Beteiligten von uns bei den Broten und der ganzen
Mannschaft bedanken?
Auf jeden. Also ich denke im Suff
wurde das alles schon mehrfach gesagt, aber hier nochmal nüchtern:
Vielen, vielen Dank, es war eine mega krasse Tour, wir hatten den Spass
unseres Lebens, ausnahmslos alle Beteiligten waren super, die Technik,
das Essen, Management und natürlich die Nachgruppe. Um es mit den Worten
von Prof. Dr. Renz zu sagen: “Hey. Ihr seid lustiger als ich dachte.”
(Was übrigens der beste Abgangssatz ist, um eine Gruppe zu verlassen,
halb in der Drehung noch in den Raum geworfen). Da waren also die
“HipHop Schwuchteln unter sich”, so Boris, und es war sicherlich nicht
das letzte mal. Ihr seid super. Danke.