Nachdem in den letzten Wochen einige Videos von Premo und Pete Rock bei Damon Dashs Firma Blakroc aufgetaucht sind (Teil 1, Teil 2), folgt nun neues Material. Das Material der letzten Wochen umfasste noch Werbeaufnahmen, sowie Gespräche zwischen den DJs/Produzenten mit Künstlern und eben Damon Dash.
Das folgende Video zeigt die beiden Ausnahmekünstler auf der Bühne. Im Prinzip muss man bei den Namen auch nicht mehr viel sagen. Wer keine Lust hat, sich den visuellen Reizen hinzugeben, dem kann ich auch empfehlen, das Ganze als Mixtape-Stream zu verstehen und ohne Bild laufen zu lassen.
"Machine Gun: brrrrrrrrr, I am a beast: eerrrrrr, money machine: brrrrrrr"
Symbolisch steht diese Line meine Meinung nach stellvertretend für Lil Wayne. Sowohl der Style als auch die Platzierung des Parts im Kontext des Songs und der Platte symbolisieren die Stellung, die Weezy verkörpert. So ist die Line auf dem gemeinsamen Track I'm so cold mit Bun B auf dessen neuestem Werk II Trill vertreten. Die Tatsache, dass Wayne auf den Alben von lebenden Legenden, wie Jay-Z und eben Undergroundking Bun B vertreten ist machen klar, dass er ganz oben mitspielt.
Doch hat sich mir vielmehr die Frage aufgedrängt, warum er dort oben ist. Was macht seinen Stil aus?Was ist an seiner Technik so besonders? Für mich sind es die Lines und sogar zum Teil einzelne Wörter, dass Lil Wayne nicht nur oben mitspielt, sondern zum Teil eine eigene Liga begründet hat. Vom Birdman Ruf, der aus seiner Kehle noch verrückter kommt als aus Babys (wobei angemerkt sei, dass auch die meistens Vogelstimmen auf seinen Tracks von Young Money aus dem Hause Cash Money stammen). War Lil Wayne bei den Hot Boyz noch ein guter, aber unauffälliger MC, der eher im Schatten von Juvenile stand, so hat er es unter anderem durch eine enorme Verbesserung seiner Technik weiter nach vorne geschafft. Wer braucht noch Endreime, wenn es auch mal ein arrogantes Lachen als Punchline tut. Nach manchem klassischen Komponisten ist Weezy derjenige, der Pausen wieder wichtig werden lässt innerhalb der Musik.
"Machine Gun"
So dürfte es eingefleischte Kenner auch nicht verwundern, dass Wayne es sich nicht nehmen lässt auf Misunderstood vom neuen Album The Carter III einfach mal nur über einen Beat zwei Minuten lang zu reden. Darüber lässt sich sicher streichen, denn im Prinzip will man ja Songs hören und rechnet nicht mit Hörbuchelementen. Aber es ist diese gewisse Arroganz, die Lil Wayne rüberbringt, die einen sagen lässt: „Wenn einer das darf, dann der!“. Und er darf es wirklich!
"Beast"
Diese positive Arroganz entsteht nicht nur durch Waynes Bild in der Öffentlichkeit, oder durch Äußerungen in Interviews, sondern eben auch über seinen einzigartigen Stil und nicht zuletzt durch seine Stimme. Es kann dabei gemutmaßt werden, ob es sich dabei um ein bewusstes Stilelement handelt oder, ob die kratzige und teilweise zwischen hell und dunkel schwankende Stimme folge von seinem Lebenswandel ist. In jedem Fall kommt Lil Waynes Stil sehr authentisch (und das zählt heutzutage ja viel), vor allem aber sehr frisch und immer wieder mit neuen Gimmicks geschmückt (und darauf kommt es mir heutzutage an) daher. Denn das ist nun mal Entertainment.
Also von mir aus auch gerne Vogelzwitschern als Punchline!
"Money Machine"
Mehr zu Lil' Wayne haben folgende geschätze Kollegen fabriziert:
T.I. meldet sich zurück und stellt mit diesem Track in Aussicht, dass nach dem Knastaufenthalt das Ende seiner musikalischen Karriere noch lange nicht beendet ist. Zu dem Track braucht man eigentlich nicht viel zu sagen, denn so wohl der Titel als auch die nahe Vergangenheit bilden Rahmen zu diesem gelungenen 6:14 Minuten Werk. Der Beat kommt von Timbalands Ziehsohn Danja Handz, weicht aber (zum Glück?) ein wenig vom Stil der letzten Produktionen des schwergewichtigen Lehrers ab. Den Track gibt es sowohl beim von T.I. ins Leben gerufenen Webzine streetcred.com, als auch als Download. (einfach aufs Bild klicken).
Was geschah sonst noch am Wochenende? 50 liess sich in Angola seine Kette klauen: Ein Video konnte nahright.com ausfindig machen.
Es mag sein, dass ihr das alle schon gesehen habt, aber wie es auch für Vorträge und und andersartige Argumentationen gilt: das Wesentliche immer nochmal wiederholen!
Heute geht es wieder um die wichtigsten Nebensachen der Welt. Vergesst Sex und Drogen: die neuen Themen: Politik und Gesellschaft! Nachdem der folgende Artikel eines Freundes aus Mülheim als Leserbrief nicht berücksichtigt wurde, findet er nun den Weg in diesen Blog. Ich hoffe einige regen sich auch so wie ich darüber auf, oder es finden sich Leute, die ihn gut finden. So, meine Arbeit ist getan, lest selbst:
14.07.2007: Kardinal Meisner spricht in einer seiner berühmtesten Predigten von Kunst die entartet. Ein Begriff den die Nationalsozialisten in unrühmlicher Art und Weise prägten. Eine dieser typischen Entgleisungen, die die Karriere des Kardinal Meissner geprägt haben. Zwar galt die katholische Kirche bisher als konservativ und konnte mit diesem Bild immerhin auch lange Mitglieder an sich binden, doch entwickelte sich nun eine Diskussion um die Kirche mit einer neuen Qualität. Der Grünen-Politiker Volker Beck setzte sich sehr direkt mit Meissner auseinander. Die Folge: er darf Meissner nicht mehr als "Hassprediger" bezeichnen. Aber Herr Beck: Da fällt uns doch bestimmt noch was ein Herr Merk, oder etwa nicht? Auch wenn die Kritik von Merk nicht stets politisch korrekt war, regte sie doch eine Diskussion an, die Fragen aufwirft.
So muss sich die Kirche fragen lassen, ob sie, die den Menschen im Alltag zu Glauben verhelfen will, sich überhaupt noch der Alltagssituation der Menschen bewusst ist. Soziale Probleme, Arbeitslosigkeit und Probleme in der Integration von Bürgern mit Migrationshintergrund fordern eine intensive Behandlung und keine vorschnellen effektvollen Ausrufe. Doch das gilt nicht nur für die katholische Kirche.
Denn es scheint nun Bestrebungen zu einer Art Ökumene im Sinne der Anlehnung ans rechte politische Lager zu geben. So lud die evangelische Erlöserkirche in Mülheim an der Ruhr am 28.01.2008 die allseits bekannte Eva Herman ein. Wie die WAZ und NRZ berichteten war die Kirche gut gefüllt, das Interesse war groß, jene Frau zu sehen, die von der Bildzeitung einst als Eva Braun bezeichnet wurde.
Die Presseberichte der beiden Westdeutschen Zeitungen WAZ und NRZ unterschieden sich am 29.01.2008 jedoch enorm, was den Umgang mit der Person Eva Herman angeht. So setzte sich die NRZ ausführlich mit Eva Hermans Thesen auseinander und attestierte ihr zwar ein „krudes Weltbild“, sie sei „der Spiegel einer verunsicherten Gesellschaft“, doch habe sie keinesfalls einen rechtsradikalen Hintergrund. Die WAZ hingegen sympathisierte vor allem mit den Gästen, die die Veranstaltung vorzeitig verlassen hatten. Wesentlich kritischer hinterfragt wurden hier die teils unglücklichen Versuche, die Eva Herman in der Vergangenheit produzierte um ihre Aussagen zu erklären. Man muss sich schon fragen wieso die ehemalige Tagesschausprecherin und Late-Talkerin es als erfahrene Person aus dem Medienzirkus nicht schaffte glaubhaft klarzustellen, dass ihre politische Haltung nicht weit rechts der Mitte sei. Möglichkeiten dazu hatte sie genug.
Einen besonderen Beigeschmack erhielt die Veranstaltung auch deshalb, weil sie – wie aus gemeindeinternen Kreisen bekannt wurde – nicht, wie bei ähnlichen Veranstaltungen üblich, mit dem Presbyterium abgesprochen wurde. Damit hat Pfarrer Wolfgang Sickinger die Kirchengemeinde mit seiner Eigeninitiative in einen Bild gerückt, dass sie vor allem auch mit Organisationsdefiziten in Verbindung bringt. Hinzukommt, dass Sickinger in der Vergangenheit u.a. von Mitgliedern aus anderen Gemeinden, öfter in Verbindung gebracht wurde mit rechtslastigen Gruppen verschiedener Freikirchen.
Zwar ist die Kirche in Deutschland sicher eine Institution, die als Mittler in politischen Fragen eine Rolle spielt und auch weiter spielen sollte, etwa durch Initiativen wie den EPD im Bereich der Medienüberwachung und Medienregulierung. Doch muss man überspitzt gesagt schon fast vor einer Radikalisierung der Kirche in ihrem politischen Auftreten fürchten. Wer Böses denkt könnte man meinen, die Kirche wolle einen Gegenpart zum oft zitierten radikalen Islamismus spielen.
Nach dem das Jetlag von NY mich doch mehr als erwartet ermüdet hat und ich mich noch immer freue mal die Marcy Housing Projects und den Holcombe Rucker Park gesehen zu haben, kommt nun meine persönliches Highlight des Jahres 2007, was aber auch mit einer gewissen Kontroverse verbunden ist:
Platz 1: Jay-Z (American Gangster)
Das Album American Gangster wird hier in Klammern geführt, weil es für mich nur ein Teil dessen darstellt, was Jay-Z für mich im letzten Jahr ausgemacht hat. Aber dennoch stellt es einen großen Anteil davon dar. Für mich was American Gangster ein Album, welches - obwohl nicht alle Texte aussschließlich darauf abzielen - auf einzigartige Weise den gleichnamigen Film ergänzt und letztendlich erweitert. Auch wenn eben nicht in jedem Track Frank Lucas erwähnt wird, wurde hier eine Stimmung aufgebaut, die dem Film durchaus ähnlich ist. Der Albumtitel ist für mich also gut gewählt.Und das Album insgesamt mindestens genau so gut. Mit Roc Boys kriegen wir eine Roc-A-Fella Hymne vom allerfeinsten und mit Blue Magic endlich mal wieder ein Brett von Herrn Williams, was es seit Drop It Like It's Hot nicht mehr gegeben hat.
Hinzu gesellen sich auf dem Album mit American Dreamin' und American Gangster lyrisch sehr wertvolle Tracks. Auch sonst gab es für mich keine Totalausfälle; technisch sowieso nicht. (Gab es aber meiner Meinung auch auf Kingdom Come nicht).
2007 gab es aber auch immer wieder Kritik an Shawn Carter. Vor allem wurde diese Kritik laut, als bekannt wurde, dass er als CEO von DefJam seinen Vertrag nicht verlängern würde. Schnell wurde die Führungsqualität und seine betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten in Frage gestellt. Doch am Ende fallen in seine Amtszeit beim Label auch die mitunter größten Erfolge, die DefJam seit der Krise vor einigen Jahren verzeichnen konnte. In Namen sind diese Erfolge u.a. Young Jeezy, Rick Ross, und nicht zuletzt auch Rihanna.
Ende das Jahres kamen dann aber auch wieder die Meldungen eines anscheinend genialen Coups, den Hova gelandet haben zu schien: Jay-Z gründet neues Label mit Apple! (Achtung diese Meldung enthält eine extrem dämliche Fotomontage...) Die Meldung war vor allem deshalb erstaunlich, da Carter selber eine Zusammenarbeit mit Apple/itunes für sein Album American Gangster untersagt hatte. So wurde von einigen Quellen die Meldung auch wiederrufen, jedoch blieben die Großen der Medien ihren Erstmeldungen treu, so dass auch 2008 das Jahr von Jay-Z werden könnte. Denn in jedem Fall bleibt er der Rapwelt als Künstler bei Roc-A-Fella erhalten.
Einen silbernen Platz 2 belegt für mich im Jahr 2007 T.I., der ja dem Album nach zufolge "no longer in charge" ist und von T.I.P. ersetzt wurde. Auch wenn der Kampf zwischen T.I. und T.I.P. schon Gegenstand vieler Tracks auf den bisherigen Alben war, so wurde er durch das 2007 vorgelegte Konzeptalbum nochmal perfektioniert und interessanter denn je. Natürlich ließe sich hier jetzt ein langer schreiben, jedoch würden dann vermutlich Fehler entstehen, oder aber zu viele Überschneidungen mit dem Special, nach dem T.I vs. T.I.P. für mich schon weit vor Jahresende das Album des Jahres war. Und jetzt fragen sich alle: Wer oder Was ist dann die Nummer 1???
Nachdem letzten Post in diesem Jahresrückblick sind einige Tage
vergangen, was aber dadurch zu entschuldigen ist, dass einen "the city
that never sleeps", ihrem Namen alle Ehre macht und ich so nicht zum
schreiben gekommen bin. Nun ist aber ein Moment gekommen, da ich mit
einer Olde English Flasche etwas Zeit habe mich wieder kundt zu tun.
Den heute werden in einem Rutsch gleich die Plätze 4 und 3 präsentiert,
die zum einen wieder einen Künstler, auf der anderen Seite das
Engagement eines Labels stellvertretend für andere honorieren soll.
Platz 4: Some say Khaled, some say Khalid....
Ok, Hiphop ist tot? Rap lebt weiter? Ich weiss diese Frage auch nicht
endgültig zu beantworten, was ich jedoch weiss, dass dieses Jahr DJ
Khaled die Riege der Turntablists, zumindest mit seinem Namen, wieder
ins Gespräch und auch in die Charts gebracht hat. Der sympatische,
leicht übergewichtige DJ des Terror Squads brachte mit seinem Album We
The Best 2007 Alles auf ein Album, was höchstwahrscheinlich jedem Hörer
des US-Raps, Anhänger welchen Stils auch immer, gefallen haben dürfte.
Ein wenig schmälerten die unzählig häufigen Shoutouts die Qualität des Albums.
Bei alledem konnte Khaled Khaled zur Nummer 1
Nichtvielselbstproduzierenden, wenig scratchenden DJs werden. So DJ
Clues Zug mit seinem 2007er Werk The Professional 3 endgültig abgefahren. Und die
Konkurrenz nimmt noch nicht mal mehr den Zug, sondern scheint direkt
mit dem Phantom vorbeizuziehen.
Mehr zum Thema Khaled erfahrt ihr im Special deines Liebliengsmagazins.
Platz 3: Selfmade Records, oder wie macht man Promo
Zu Beginn dieses Teils der Charts möchte ich erst einmal sagen, dass
ich kein Geld für diesen Post bekomme. Obwohl ich das gerne hätte...
Für mich hat das mittlerweile in Düsseldorf beheimatete Selfmade
Records Label einen Platz in den diesjährigen Top 10 verdient, da sie
in meinen Augen sehr professionelle und vor allem kontinuirliche Promo-
und Pressearbeit geleistet haben. Zwar kann ich wenig darüber sagen, ob
dies nun Zufall ist, oder ob es bei Selfmade jemanden gibt, der das
Ganze so geplant hat, wie es jetzt gekommen ist. Aber es zeigte sich im
letzten Jahr, vor allem in diversen Interviews bewiesen sie, dass es nötig ist
sich unangenehmen Fragen zu stellen und dies, wenn nötig auch häufiger
als einmal. Über die Rapper bei diesem Label kann man sicher - je nach
Geschmack - streiten, aber auch hier scheint die Sache mit relativ
wenigen Rappern im Roster ganz gut zu gehen.
Warum ich überhaupt ein Label als gutes Beispiel in meine persönliche
Top 10 gepackt habe, hat auch den Grund, weil ich nicht nur wild und
dann wahrscheinlich wenig objektiv über andere Labels herziehen
wollte... Allgemein muss man sich aber immer wieder fragen (und mir ist
es dieses Jahr besinders aufgefallen), welche Auffasung manche
Labelbetreiber von ihrem Job überhaupt haben, an dem teilweise ja auch
Leute sitzen, die die Hoffnung hegen irgendwann mal Geld zu verdienen.
Vielleicht kann sich 50 Cent es leisten jetzt für Interviews Geld zu
verlangen (obwohl ich da auch zweifele...), aber deutsche Raplabel
können sicher nicht verlangen, dass die Presse auch noch Geld für sie
ausgibt. Natürlich ist die Musikbranche generell in einem Tief und
Konzerte, bei denen sich 100 Journalisten mal schön vollmachen konnten
wird man wohl auch nicht mehr so häufig haben. Aber warum drehen warum
werden immernoch so verhältnissmässig teure Videos gedreht? Und vor
allem warum werden überhaupt Videos gedreht, wenn dann noch nicht mal
ein Album folgt (von einer Single garnicht zu sprechen)? Ich kann es
verstehen, wenn Labels sparen wollen. Doch im PR-Bereich muss man eben
genau so die Presse überzeugen, wie auch den Kunden. Denn auch der
Journalist will ja geködert werden, um dann zumindest schonmal dem
Booklet einen Punkt in der Bewertung zu geben. Presse-CDs mit
Plastikfolie sollte man sowieso wegschmeissen und nicht bewerten. Ich
frage mich, ob sich die Verantwortlichen bei den Labels Demos anhören
würden, die so aussehen, wie ihre Promokits...
In dem Sinne...
Das heutige Objekt des Jahresrückblicks stellt ein Album dar, das vor seinem Erscheinen einen Erwartungshaltung erzeugt hat, wie es zuvor kaum ein anderes Album getan hat. Das diese Erwartungshaltung nicht zu Unrecht entstanden war, ist durch die Tatsache zu erklären, dass sich hier der Branchenprimus am Mic im Jahre 2007 anschickte seine Stellung da oben zu verteidigen.
Platz 5: Kool Savas - Tot Oder Lebendig
Resümieren wir erstmal in verkürzter Form, wie Alles begann und der Weg zum Album aussah. Ich persönlich kann mich nur daran erinnern, dass ich zwar bereits letztes Jahr mal ein neues Album des Koolen Kings angekündigt worden war, hatte mich aber dann auch erstmal damit abgefunden, dass ich auch nicht sterben würde, wenn dieses nicht käme. Dann sah ich eines Tages eine große Anzeige in der Juice, die SA in Albumcoverpose zeigte mit den Worten "Tot Oder Lebendig". Mehr nicht. Ein wenig Verwirrung. Was kommt da? Neues Album? Oder doch die Konkurrenz-DVD zu Feuer Über Deutschland? Dann Interviews. Alle erwarteten Ansagen a la "Ich mache Deutschrap kaputt. Ende!". Doch stattdessen gab es inhaltvolle, teils zurückhaltende Aussagen des Wahlheidelbergers. Doch trotzdem waren die Erwartungen immer noch unermesslich hoch. Bald tauchten erste Leaks der angeblichen SIngle "Der Beweis". Der Track war nichts wirklich neues, aber eben immer noch besser als große Teile anderer deutscher Releases. Dann kam das erste Video zum Track. Low Budget. Oder? Naja auf jeden Fall machte das Video schonmal nicht alles kaputt. Dann das zweite. Auch nicht viiiiel besser.
Aber von dem Album war ich dann doch wieder überrascht. Und zwar in positiver Weise. Es gab zwar kein Feuerwerk an alles dissenden potenziellen Hitsingles für die verstörte Klingeltongeneration, aber dafür mal wieder ein Album, das man durchören kann. In meinen Augen ist Melbeatz nicht die Produzentin, die unbedingt meinen Geschmack trifft, aber erstens muss ich ja auch nicht über die Beats rappen und zweitens ist es schön zu sehen, dass sich ein Produzent auch mal ein wenig zurücknehmen kann und somit der MC im Vordergrund steht. Mit Tracks wie Essah, oder auch dem oft (nicht zu oft) gelobten Mona Lisa, gibt es dazu geniale Einzeltracks, die den Standard wieder gehoben haben. Für mich bleibt dieses Album also zurecht ganz weit oben in diesem Jahr.
Mit dem heutigen Eintrag melde ich mich in gewisser Weise auch passend zum Thema aus New York. Unglaubliche Stadt. Gestern im dunklen ausm Flughafen raus (vor den Einreisekntrollen war es noch hell...), mit der Metro nach Brooklyn, da raus und schon war ich in den USA. War etwas sehr verwirrend und überwältigend, vor allem dass Brooklyn alleine wahrscheinlich mehr überdimensional hohe Häuser zu bieten hat als Berlin (reine Spekulation). Aber nun zurück zum Thema:
Platz 6: Fashion - Die neue Säule des Hiphop?
Ich weiss nicht, wie es den meisten von euch geht, aber gerade das Jahr 2007 hat mir in teilweise erfreulicher, aber auch teilweise penetranter Weise ezeigt, wie wichtig für viele Leute mittlerweile die Mode im Zusammenhang mit der Hiphop-Bewegung geworden ist. Dabei will ich jetzt garnicht darüber sprechen, dass für viele eine bestimmte Kleidung alleine schon aus Abgrenzung gegenüber anderen Gruppen höchst wichtig ist, oder darüber, dass Sneaker (zumindest meiner Meinung nach) in den fast allen Fällen bequemer zu tragen sind als Springerstiefel o.ä.
Viel mehr geht es mir um zwei Sachen, die, wie ich finde, 2007 besonder stark zum Vorschein kamen. Zuerst einmal ist da die Kultur zu nennen, die sich um das Sammeln, Aufstöbern und auch Erfinden von neuen Trends, neuen Produkten und neuen Marken gebildet hat. So erreichten zahlreiche Blogs und Communities rund um das Thema Sneakerfetischismus und Exklusivität viel Zulauf und Zusrpache. Als Beispiel sind hier highsnobiety.com und für den deutschen Raum der mzee-Blog (wobei vom Magazin abzuraten ist ;-)). Auf der anderen Seite ist die Industrie zu sehen, die sich zum einen an diesen Trende, als auch auf Hiphop-Größen als Zugpferde gesetzt hat. Wenn man sich die Entwicklung im Turnschuhmarkt, vor allem im letzten Jahr, ansieht, gibt es eigentlich nur noch drei wesentliche Sparten, in denen Schuhe produziert werden. Die erste ist die für den (Leistungs-)Sport, wobei auch hier immer schon auf Vermarktung durch Stars gesetzt wurde, dann die Sparte der Signature-Shoes der Stars, etwa aus der Musik und dann die ganz große Retro-Sparte. Zu letzterem muss ich sagen, dass ich mich echt kaum mehr dran erinnern kann, wann ich mir das letzte gute paar Sneakers gekauft habe, was nicht auch schonmal vorher rausgebracht wurde. Nur muss man eben auch sehen, dass man mit diesen Neuauflagen nicht mehr wirklich so indivuduell ist, wie man es mit den Originalen aus den 80ern vielleicht gerne wäre. Eine grandiose Doku, die viele der hier erwähnten Beobachtungen teilt, bzw. auch im Sinne eines gewissen Kopplungseffekts dazu angestoßen hat, gibt es hier in voller Länge zu sehen. Als eigene Säule des Hiphop ist die Mode in meinen Augen zwar nicht zu sehen, aber eben als sehr wichtiger Teil, aber entscheidet selber und schaut euch die Doku an, die bietet echt viel.
Wäre dieses Projekt ausschließlich der Musik, oder einzelnen Künstlern gewidmet, dann hätte das Album, von dem hier die Rede ist sicher weiter vorne landen können. Angesichts anderer Ereignisse des vergangenen Jahres sieht es aber so aus:
Platz 7: K.I.Z. - Hahnenkampf
Dieses Album gehört für mich aus mehreren Gründen in einen Jahresrückblick 2007. Zuerst einmal deshalb, weil es technisch guten Rap und sehr unterschiedliche Beats liefert. Diese Vielfalt schloß dabei jedoch keineswegs aus, dass K.I.Z. ein in sich stimmiges Album herausgebracht haben. Ein kleiner Kritikpunkt kann sicherlich im Textbereich zu finden sein, da einzelne Lines und Passagen bereits auf den verherigen Werken, wie Böhse Enkelz zu hören waren. Ein Punkt der diese Kritik wett macht ist jedoch das Gesamtbild und die Entertainmentqualitäten K.I.Z. vertreten. Diesse besondere Art der Selbstdarstellung zeigten sie 2007 in zahlreichen Interviews; wobei das mit deinem Favorite-Don (denk mal ans BQ-Album!) natürlich als Highlight zu sehen ist. Zudem ist herauszuheben, dass dieses Album, nicht nur deshalb weil K.I.Z. in der Rocksparte ihres Labels gesigned sind, für Gesprächsstoff bei Vertretern etwas anderer Musikrichtungen fand. So erfuhr ich in diversen Gesprächen und auf diversen Parties, dass sich ehemalige Raphörer nach dem Prelistening dieses Albums doch nochmal überlegten, der Indierockszene den Rücken zu kehren und auch mal wieder offen zu sein für deutschen Rap.
Nach dem die Plätze 10 und 9 schön mit Videos versehen waren (wie es sich ja auch eigentlich für einen vernünftigen Blog gehört), gibt es nun Text und vielleicht ein zwei Bilder (das entscheidet sich noch, während ich schreibe). Auch auf die Gefahr, dass nach dieser Ankündigung keiner mehr weiterliest:
Platz 8: Die Chartrekorde 2007
Zunächst einmal muss ich mir selber hier die Frage stellen, ob es taktisch klug ist, im Blogsystems eines Hiphopmagazins über Verkaufsrekorde zu sprechen. Denn - vor allem in Bezug auf die hiesige Szene - war das letzte Jahr, ebenso wie seine Vorgänger, geprägt von rückläufigen Verkaufszahlen im musikalischen Hardwarebereich. Nur wenige Künstler haben einen Ausweg gefunden: erkannt, dass man mit Touren und Konzerten doch noch Geld verdienen kann und man in Deutschland nicht so leicht das wird, was man in Texten sein will. Während einige Beobachter den endgültigen Untergang vermuten, tendiere ich eher dazu, dass sich eine Konzentration bzw. Auswahl vollzieht, aus der die Künstler mit dem höchsten musikalischen, aber auch wirtschaftlichen Potenzial hervorgehen werden. Diese Künstler sind es dann auch, die Trends überleben, eventuell Anbindungen an andere Szenen und Zielgruppen schaffen und in Zukunft Verkaufserfolge feiern können.
Dass diese Erfolge schon möglich sind, zeigen die USA. Dort löste Jay-Z dieses Jahr keinen geringeren als Elvis ab, als Solokünstler mit den meisten Nummer 1 Alben der Charts. Leider lässt sich dieser Erfolg nicht beliebig oft wiederholen und nur schwer auf die deutsche Musiklandschaft übertragen, denn in hier gab es dieses Jahr ein Phänomen, das wohl noch mehr Heads die Fragezeichen ins Gesicht hämmern: Andrea Berg erfolgriecher als Pink Floyd, titelte die Zeit in ihrer Online-Ausgabe in Berufung auf die dpa. Könnte die Zielgruppe für die Musik von Frau Berg kaum unterschiedlicher zu der von Konsorten, wie Azad, Savas und Sammy sein, so will ich doch zumindest eine Parallele zwischen diesen beiden Szenen ziehen. Zunächst einmal haben beide mit enormen Vorteilen zu kämpfen, die stetige Rechtfertigungsversuche ihrer Künstler nötig werden lassen. Und da kommen wir auch schon zur zweiten Gemeinsamkeit, denn die mitunter erfolgreichsten Künstler ihrer Zunft scheinen sich nicht selten von ihrem Publikum abzuwenden, so dass es vorkommt, dass Michael Wendler im Spiegel betont, er mache "Popschlager" und möchte nichts mit anderen Künstlern, wie Jürgen Drews zu tun habe, denn der mache anspruchslosen Gute-Laune-Schlager. Und deutsche Rap-Künstler sind im Zweifelsfall ja auch eher keine Hiphopper, sondern Dealer, oder Gangster. Welche Lehre wir nun daraus ziehen? Wenn alle nur beim feiern besoffen Schlager hören, kaufen dann auch alle besoffen CDs? Ach, ich feier Jay-Z und werd Schlagerstar!
Nach einer kleinen Unterbrechung durch eine Eilmeldung geht es hier nun weiter mit:
Platz 9: The Ultraremixes [inkl. Video]
Für mich landet auf Platz 9 ein Trend, der beireits im Winter 2006 begann mit Tracks und Videos, wie z.B. Make It Rain von Fat Joe und Lil' Wayne. Bauteile dieses Phänomens sind vor allem möglichst viele angesagte Rapper, wie Rick Ross, Young Jeezy, T.I., Lil' Wayne, Busta Rhymes, Jim Jones, Juelz Santana und wesentlich viel mehr Interpreten, die nicht alle genannt werden können. Des weiteren brauch man noch ein bis zwei Rap&Rs, die Karren und Geld mitbringen. Für Ende 2006 und Anfang 2007 ist exemplarisch Jim Jones - We Fly High (Remix) zu erwähnen:
2007 bestimmte dieses Genre aber eindeutig DJ Khaled, der neben endlosen Shoutouts, mit Anleihen an diversen Gangsterfilmen (gerne Scarface) und älteren Klassikern des Musikvideogeschäfts (z.B. Biggies Werke), dem Genre zumindest eine Scheinhandlung verpasste. Ich will nicht allzu viele Worte verlieren, sondern die Bilder sprechen lassen. Und vielleicht gibt es ja auch in einem anderen Teil noch mehr von Herrn Khaled?!
Noch gibt es keinen neuen Teil meiner Jahrescharts. Nein, ich unterbreche mein Zapping zwischen James Bond Octopussy (härtester Titel ever) und Bruce Lee: Die Todesfaust des Cheng Li (härteste Faust ever) um zu berichten, dass Herr Markus Staiger soeben, in Form des weltberühmten Mediums "Royal Bunker Newsletter", bekannt gab, die Auflösung des Labels/ der Legende Royal Bunker zu vollziehen. Es wird nächstes Jahr noch ein KIZ-Release unter der Betreuung vom Hood Dominator Staiger geben, aber dann ist Schluß. Diese Nachricht kommt überraschend und könnte durchaus eine Lücke hinterlassen, doch nach innovativen Formaten wie Chopped and Cooked u.a. kann es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis uns neue Projekte eines Visionärs der unseren Szene ereilen. Hier der Newsletter als Zitat:
Liebe Freunde und Freundinnen,
jetzt werde ich ein bisschen sentimental, was natürlich auch am Wodka liegt. Ich habe gerade mit meinem Freund Andre Langenfeld einen russischen Abschied gefeiert und zwar einen doppelten. Er, langjähriger Moderator bei Radio Fritz, hat soeben seine letzte Hip Hop Sendung moderiert und ich nun ja... ich habe gerade verkündet, dass ich ROYALBUNKER auflöse. Einfach so. einfach gehen. Gehen wenn’s am schönsten ist.
Hey! Seid nicht traurig. Ich bin’s auch. Aber 10 Jahre sind genug und ehrlich gesagt finde ich, dass es sich ganz cool liest: ROYALBUNKER 1998 bis 2008!
Fakt ist. Ich werde im nächsten Jahr noch das nächste KIZ Album betreuen und eine Compilation mit unseren größten Hits rausbringen. Dann ist Schluss. Definitiv. Keine neuen Künstler mehr. Keine neuen Signings. Wer drauf war ist cool. Wer nicht drauf war hat Pech gehabt. Ich habe keine Lust mehr. Es war schön. Es war großartig. Es war richtig klazze. Jetzt reichts.
Wir haben Rap in Deutschland verändert – immer wieder! Aber jetzt ist gut.
Was anderes kommt und die alten Sprüche stimmen ja immer noch. Irgendwie.
Nie wieder Frieden! – Weil’s immer noch jeden Tag Krieg gibt! Bunker ist Boss! – Sowieso! Hart, ehrlich konsequent! – Stay rude stay rebell!
Täglich grüßt das Murmeltier; jeden Dezember die Jahresrückblicke! Eigentlich bin ich selber schon ein wenig abgestumpft und kaum noch aufnahmefähig, so dass ich mir fast nicht mehr merken kann, ob die Deutsche Handballnationalmannschaft nun wirklich (und völlig verdient) Mannschaft des Jahres ist, oder nicht. Mittlerweile weiss ich auch nicht mehr, ob ich die Alben von Jay-Z und T.I. (T.I.P) gut fand, oder meine Meinung doch aufgrund anderweitiger Berichterstattung ändern sollte.
Nach der Lektüre des - teilweise recht einseitigen - Jahresrückblicks der Juice, wurde mir klar, dass derartige Retrospektiven auch immer einen Ausblick liefern. Im konkreten Fall wird 2008 in Interviews die Frage "Wie bewertest du als Künstler Phänomene wie youtube.com oder myspace.com?" durch "Warum werden keine Platten mehr verkauft? Warum hat das vorher keiner gewusst?" und "Müssen wir deshalb alle Sterben?" ersetzt werden müssen. Leider habe ich aber keine große Hoffnung je eine vernünftige Antwort auf die Frage zu erhalten, wenn jetzt schon Mega-Seller wie Curtis Jackson resignieren. Sonst scheint alles beim Alten zu bleiben, was jedoch nach Meinung vieler Beobachter des Jahres 2007 auf keinen Fall so bleiben sollte. Einen sehr gelungen Umgang mit dem vergangenen und dem kommenden Jahr pflegt meiner Meinung nach chriskm , der politische und gesellschaftliche Missstände literarisch hochwertig (oder angemessen) zu verpacken weiß.
In den nächsten Tagen präsentiere ich hier eine Top10 (oder auch Top 15, wie auch immer), der Ereignisse, die 2007 Hiphop, Sport, Gesellschaft und Geschichte beeinflusst haben.
Platz 10 - Das Spiel des Jahres
Im Achtelfinale des Uefa-Cups trafen Schachtjor Donezk und der FC Sevilla nach einem 2:2 im Hinspiel im wohl besten Fussballspiel (mit einem ziemlich schlechten Kommentator) 2007 aufeinander:
Mike Jones hat sich ein wenig Zeit gelassen mit einer neuen Single/Videos und ist jetzt wieder zurück mit altem Style auf einem Überbrett an Track. Produziert ist das Ganze von Salih Williams. Der sagte mir zwar nicht direkt was, arbeitete aber schon lange im Süden mit Leuten, wie Big Moe. Nachdem ich das wohl größte Schnitzel der Welt gegessen habe, bleibt mir nicht mehr viel zu sagen: Guckt das Video an. Mike Jones!
Meine Erwartungen an "The 8 Diagrams" könnten im Moment kaum größer sein: Zuerst einmal gab es mit "Watch Your Mouth" einen Teaser, der Klassikern wie "Reunited" als großer Clan-Track in kaum etwas nachsteht. In Erwartung der Auferstehung NewYorks dachte ich: wenn schon nicht ein Messias, dann ziehen es wenigstens acht (oder im Endeffekt doch 9?) Jünger durch und lassen die Feuerzungen sprechen, wie an Pfingsten. "The Heart Gently Weeps" schraubte die Erwartungen dann in unermessliche Höhen, wobei die Frage blieb, ob das benutzte Beatles-Sample jemals gecleart werden könnte, und wenn nicht, wie gut kann das Album sein um darauf zu verzichten?
Mit der Nachricht, dass das Album wieder über Loud-Records erscheinen würde, drängten sich zunehmend Erinnerungen an die guten alten Zeiten des Anfangs, voller struggle und der unbändigen Kraft, der Crew auf. Doch es blieb stets der Zweifel daran, ob es RZA schaffen würde die vielen Charaktere zu vereinen, ohne dabei ein auf Ego-Trips basierendes (ja ich bediene mal dieses Vokabular) Kommerzalbum enstehen zu lassen.
Das RZA-Interview in der aktuellen Juice konnte diesen Zweifel dann weitestgehend ausräumen und verriet, dass sich die einzelnen MCs, nach einigen Anfangsschwierigkeiten, den Arsch für das Album aufgerissen haben. So soll sich z.B. U-God (den ich sowieso immer gefeiert habe) enorm weiterentwickelt haben.
Kommen wir jetzt aber zum wesentlichen, sprich der Überschrift. Als Beweisstück Nr.1 wird hier der allseits bekannte Track "Gravel-Pit" aus dem 2000er Album "The W", inklusive des Videos: Dinosaurier-Hu$tle, neben Dinosaurier-Pornos (wurde mir mal von einem Redakteur empfohlen...), sicherlich, das Beste, was die Jura-Zeit zu bieten hatte.
Es folgt Beweisstück Nr.2: Culcha Candela - Ey DJ. Zur weiteren Beweislage ist zu sagen, dass bereits andere Gruppen, wie etwa Massive Töne, diesen Titel verwendet haben. Die Hauptlast betrifft jedoch das geklaute Sample. Hinzu kommt, dass die Ästhetik des Videos (welches Viva bereits ausstrahlte) und die Bekleidung der Tanzkapelle Assotiationen zum kickz-Katalog entstehen lassen, nur dass Papier sich nicht bewegt und auch nicht so nervt. Aber bitte, Liebe Jury, entscheiden Sie selbst:
Bei den ersten beiden Singles wars ja nicht so ganz sicher, ob nu T.I. , oder T.I.P, oder beide... Jetzt ganz eindeutig T.I.P. und das ist auch gut so! Zu Hören gibts den Track auch in der neuen Boombox-Show. Aber da mir klar war, dass das die nächste Single werden würde, hab ich Tag und Nacht gesucht und jetzt gefunden: Da Video: Guck!
Ist sicherlich nichts wildes, aber da ich nicht der Über-Kanye-Fan bin und So Serious von Curtis ja schon wirklich hart an der Grenze des Zumutbaren ist (er rappt ja noch nicht mal synchron=ok ist eindeutig nicht zumutbar, sondern klar scheiße!), feier ich das Video einfach!
Ich glaube ich werde langsam zum Spießer: vor zwei Wochen hab ich tatsächlich einen Leserbrief an die WAZ geschrieben. Eigentlich machen das ja nur spießige Leute, die keine Zeit haben, sprich Rentner. Irgendwie fühle ich mich nicht alt und Zeit habe ich eigentlich auch nicht so viel, aber wenn man morgens teilweise Überschriften ertragen muss, wie "Katze am morgen bringt prompt Kummer und Sorgen" (zu einem Unfall auf einer Straße Namens Katzenbruch), die einfach ein gängiges Sprichwort übelst misshandeln, dann tickt man irgendwann einfach aus, vor allem weil das Ganze ja auch noch Geld kostet.
Nicht, dass hiphop.de sowieso längst den Pulitzer-Preis verdient hätte, nein zusätzlich stimmt fast immer die Rechtschreibung auf der Hauptseite, sofern dies eingedeutschte Fachwörter und Eigenkreationen zulassen. Auch das gehört nunmal zur journalistischen Arbeit. Die WAZ-Mediengruppe ist eines der größten Medienunternehmen in Deutschland, kann sich anscheinend aber keinen vernünftigen Lektor leisten. Da kann man nur das Beispiel Spiegel (nicht unbedingt die Online-Variante) löblich erwähnen, denn dieses Magazin leistet sich eine Abteilung, die jeden Artikel nach Ungereimtheiten durchforstet und das kann auch mal beeinhalten beim Wetterdienst anzurufen und zu erfragen, ob es wie im Artikel beschrieben zu einer bestimmten Zeit wirklich geregnet hat, oder doch die Sonne geschienen hat.
Wenn jemand ähnlich spießig drauf ist und Fehler in der Presse entdeckt (inhaltlicher Natur, auch mal auf den Rap-Bereich bezogen, oder eben auch was die Form und Rechtschreibung angeht) darf sich gerne an aaron@hiphop.de wenden und ich veröffentliche eure Einwürfe dann hier. Achja hier Leserbrief:
Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WAZ/Zeitungsverlagsgesellschaft E. Brost und J. Funke GmbH & Co.,
In der Ausgabe von Dienstag wurde im Mülheimer Lokalteil über einen Großbrand im Stadtteil Speldorf berichtet, dabei hat sich ein Fehler bemerkbar gemacht, auf den bereits Bastian Sick in seiner Spiegel-Online.de Kolummne als generelles Phänomen hinwies: im eigentlichen Sinne können Bewohner nicht evakuiert werden (wobei man zugeben muss, dass die 23. Duden Auflage dies bezüglich Verwirrung stiftet), da Evakurien bedeutet einen Raum zu leeren. Und die Bewohner werden wohl nicht in irgendeiner Weise leergepumpt worden sein ;-).
Die Titelseite der Ausgabe vom 30. Mai hielt unter der Unterschrift "Teures Trinkwasser" den Zusatz " In den Städten des Ruhrgebiets sind die Preise teils dreimal so hoch". "Dreimal so hoch" würde ich als Komparativ bezeichnen. Es fehlt jedoch ein Vergleich, so dass sich der Leser nun fragen könnte/müsste "dreimal so hoch" : ....wie letztes Jahr.....wie die Preise für Benzin.....wie in Städten außerhalb des Ruhrgebiets?
Mit freundlichen Grüßen
Aaron Clamann
Achja: falls ich meinerseits (auch im Leserbrief Fehler mache, darf das auch kommentiert werden)
Nachdem Pillath im Making Of Video Teil 5 im Snaga&Pillath Blog eine Überraschung in Verbindung mit Manuellsen, Video, Musik und so Sachen versprach gibt es nun weitere Infos/Gerüchte. Manuells ehemaligem Recordlabel Shrazy nahe stehende Quellen berichten, dass das Video zur Zeit in den US of A gedreht, von einem Autovermieter (den ich nicht nennen kann, da ich selber bei Europcar arbeite) unterstützt und das bisher teuerste Rapvideo Deutschlands werden wird . Der Track zum Video soll von joshimixu produziert sein. Also abwarten ob das alles Wahnvorstellungen als Folge meines Schlafdefizits sind, oder nicht...
Auch vor Hype Williams macht ein gewisser Stilumbruch in Musikvideos nicht, was nicht zuletzt das Video zum Kanyes "Can't Tell Me Nothing" zeigte. Obwohl wenn man genau ist gehen solche Stylekreationen ja eigentlich immer von ihm selber aus. Aber was ist da jetzt los im Musikgeschäft? Nicht, dass zumindest zwei der folgenden Damen unansehnlich wären, aber muss es denn in Lack und High Heels sein, die nicht mal T-Pain im Stripclub akzeptieren könnte? Und sowieso dieser Style erinnert mich mitunter an so wirre Emo-Videos. Und die wichtigste Frage: weiß jemand ob Williams da irgendwo seine Finger mit drin hat? Was soll man noch sagen: hier die Videos:
Rihanna:
Beyoncé:
Eve:
über die Musik darf auch gerne diskutiert werden...
Dreht er jetzt voll durch, oder schaltet er die Promomaschine nur konsequent mit Zwischengas in den nächsten Gang? Auf jeden Fall gibt es neues Material als Video. Erster Part ist ein kurzer Werbe-Clip zum Album, der sicher der Machart nach noch einige weitere folgen lässt:
Der andere Part ein kurzes Shoutout beim Videodreh zu "Big Things Poppin'":
Was mir irgendwie generell ausgefallen ist (wahrscheinlich mal wieder als letztem), dass mich das ganze stark an die alten Freestyles zwischen Cassidy The Kid vs. Cassidy The Hustler erinnert: gab's ja dann auch als Track aufm Album. Also durchaus kein Einzelfall, aber trotzdem irgendwie dick.
Aber zu ähnlichen Konzepten in Videos und so gibt es wohl morgen mehr an dieser Stelle, wenn auch nicht direkt bezogen auf Rap.