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Ama's Blog

Monday, January 21, 2008 - [Ama:] Viele Fragen, kaum Antworten... HipHop im Jahre 08

Hallo,

mein Name ist Dir Egal und dies ist mein Blog. Warum ich mich dennoch nicht zu den Massiv'en Vorfällen geäußert habe?

Zum Einen liegt es einfach an dem Fakt, dass es genug Leute hier und da gibt, die sich der News'schen Berichterstattung angenommen und ihren mal mehr mal minder interessanten Senf zu der Sache abgegeben haben. Des Weiteren hatte ich einfach keine Lust darauf. Seit dem ich HipHop höre und in den verschiedensten Formen and diesem Spiel nun auch schon ein paar Jährchen teilnehme, musste ich mich für meinen musikalischen Geschmack rechtfertigen. Und selbst ich, mit meinen jungen Jahren, kenne noch die Zeiten, wo man sich auf Jams getroffen hat und froh war, Leute zu sehen, die HipHop (und ich spreche hier von HIPHOP) geliebt und gelebt haben. Natürlich gab es Competition, aber die war spätestens nach dem Abgang von der Bühne auch gegessen. Und wenn nicht, hatte das mit HipHop nichts mehr zu tun, sondern mit zwischenmenschlichen Problemen. Aber es ging um Respekt, Liebe, Freude, halt Dinge, die du auch beim Sex mit deiner Freundin willst. Und dat machste ja auch, weils dir Spaß macht. Heutzutage, und ich bin sicherlich kein 'Früher war alles besser'-Typ, gibt es tatsächlich nur noch wenige Leute, die sich gegenseitig Respekt geben können, da es, und da ist die Sozialisation mit heutigem Rap sicherlich nicht ganz unschuldig dran, einem 'Ich habe kleinere Eier'-Statement gleich kommen würde. So, als wenn du deinen Sandkastenfreunden sagen würdest, du hast ne Sandkastenphobie und alle lachen dich dann aus. Also sagste nix und guckst böse.

Und mal ganz ehrlich: Will jemand von euch in Compton, der Bronx, im Banlieue, der Favella oder in nem Pappkarton in Berlin Wedding leben, nur um das Image zu boosten? Und wenn jemand von euch dort lebt - wollt ihr dort weiterhin leben?

Das Ding ist doch folgendes: Dauernd höre ich von Rappern, was sie in ihrer Vergangenheit durchgemacht haben: Drogen, Knast, hastenichtgesehen. Lassen wir das Wort Image bzw. Real/Fake mal außen vor: Ich finds okay, dass sie darüber sprechen, wenn es denn der Wahrheit entspricht oder soweit mit Entertainment vermischt wird, dass es irgendwie noch glaubwürdig bleibt. Wie gesagt: Das war nun mal ein Teil ihres Lebens, sprichste drüber, ist okay. ABER: Warum wird es glorifiziert? Der Punkt ist doch der: Kaum einer, der darüber spricht, macht tatsächlich noch die Scheisse durch. Ich kann dir auch erzählen wie geil es ist H zu nehmen, wenn ichs nicht nehme. Denn mit den Problemen darst DU dich ja dann auseinander setzen. Ich tu ja nur so, als ob. Schlussendlich frage ich mich, warum keiner von diesen Leute sagt: Ja, ich war im Knast, ja, dat war alles mein Leben, aber ja, es war scheisse, ich habs geschafft und DU kannst das auch. Warum sich damit brüsten, dass man in seinem Block der Typ mit den 20 Kilos und drei Messern, dreißig Vorstrafen und drei Todesfällen ist, als sich damit zu brüsten, dass aus einem broken Arschloch, nun ein guter Typ mit Bankkonto geworden ist? Doch die Leute wollen beides. Geht aber nicht.

Zumal es dann zu folgendem kommt: Kids glauben euch. Sei mal die Diskussion um Abstraktion, Kunstgedanken und Verantwortung dahin gestellt. Fakt ist dennoch: Die Kids glauben euch. Wenn Bubu sagt, er trägt ein Messer mit sich rum (Beispiel), dann werden die Kids das nachmachen. Bestimmt nicht 100 von 100, aber sicherlich nah dran. Als ich mit 8 Jahren Bart Simpson gesehen habe, wie er mit einer Steinschleuder in die Schule gegangen ist, wollte bzw. habe ich das auch gemacht. Weil ichs cool fand. Kinder spielen Batman, Jugendliche Bushido. Und mal so nebenbei: Wenn dieser sagt, "in Berlin kommt ein Sturm auf" und weiter ausführt, dass dies alles nichts mehr mit Musik zu tun hat und ganz offen mit Drohungen hausieren geht, dann kann ich das alles nicht mehr witzig finden. Gerade ein Künstler wie Bushido hat (und in diesem Falle ganz sicher leider) einen enormen Einfluss auf die Kids. Und diese lesen dann, dass Bushido Dinge auf diese Weise regeln will, was werden die dann wohl für sich entscheiden? ...

Eigentlich wollte ich nur zu der Frage kommen, warum, wo doch jetzt so viele Leute das Schicksal von Massiv sehen und staten, er habe nun halt mit den Konsequenzen seines Seins, seiner Musik, seiner Texte zu leben, keine Angst haben, dass ihnen selbiges passiert? Warum schreckt keiner zurück und sagt sich: 'Damn, Massiv wurde doch wegen seiner Texte angeschossen (Vermutung) und ich mache ähnliches, also ruder ich zurück'. Warum passiert dies nicht? Warum nehmen Leute daran Anteil, trauern, fragen sich, wie das passieren konnte, hin her hastenichtgesehen, aber verfolgen schlussendlich das selbe Ziel? Wenn Massiv wegen seiner Musik angeschossen wurde, dann war dies nur der Anfang.

Ich gehe seit Jahren auf HipHop und Hardcore (no techno in here) Shows und noch NIE wurde am Eingang einer Hardcoreshow kontrolliert, ob ich Waffen dabei haben könnte. Noch nie habe ich erlebt, wie ein im Untergrund aktiver Künstler eines anderen Genres mit Beilen und Messern nach einer Show aufgelauert wurde und maskierte Männer in den Backstagebereich kamen, um den Protagonisten "zu ficken" (dabei will ja auch niemand schwul sein...). Und ganz ehrlich: Lange habe ich mich nicht mehr so geschämt, Rap zu hören, wie in den letzten Tagen. Nicht, weil ich zurück gehen will, nur weil Scheisse passiert. Deinen Hund setzte ja auch nicht direkt an der Autobahn aus, nur weil er dir einmal in die Wohnung kackt. Aber warum soll ich eine Kultur und eine Musik leben, die scheinbar keine Kultur, sondern nur noch eine Farce ihrer selbst ist und in der man für das, was man macht drauf gehen kann?

 

Wie ihr selbst seht, sind es eintausend und ein Faktor, die man beachten kann/muss/sollte. Dominoday-Style. Fakt ist nur: So kanns nicht weiter gehen. Ich für meinen Teil, sehe der Entwicklung mittlerweile mehr als erschüttert zu und nicht, weil ich keinen "Gangstarap" oder Straßenmusik mag, sondern weil dies alles eine falsche Richtung nimmt. Und unfähige Berichterstattung macht das sicherlich nicht besser (siehe RTL über sido, den bösen Gangsterrapper). Doch für mich ist die Ausgangsposition meiner Liebe zur Kultur nicht mehr die selbe. Und dann sollte man das Alles vielleicht in Frage stellen...

 

Trotzdem will ich dies hier nicht so negativ stehen lassen, wie es geschrieben ist und vielleicht sogar so stehen bleiben sollte. Daher ein kleiner Lichtblick und zwar ein guter Song, der mir heute unter die Augen und in die Ohren gekommen ist. Denn darum geht es MIR: Gute Musik!

 

Ach so: Rechtschreibung kahn mir heutäh mahl!

 

Consequence ft. Kanye West - The Good, The Bad, The Ugly

 

 

  
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Monday, January 21, 2008 - such dir ein paar

Geschrieben von Anonymous
emo-freunde und setz dich mit denen in die Ecke und heul!!!
Mann, ich kann solche Heuler wie dich echt nicht leiden.
Immer diese depressive, leicht melancholische Heulerscheiße...
HipHop in 2k8 ist krank, aber am Krankenbett zu sitzen und die ganze Zeit zumzuflennen, wie du es tust, macht ihn auch nicht wieder gesund....
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Monday, January 21, 2008 - opfer

Geschrieben von Anonymous
du bist nur in deinem zimmer und im internet ein held!
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Monday, January 21, 2008 - haha

Geschrieben von ama
vielen Dank dafür!
Zeigt zum einen eure Ignoranz und zum anderen eure Knowledge.
Was das heulen anbelangt: Ich gebe zu - der Text ist sehr negativ, aber so sehe ich nun mal die momentane Szene und ich bin sicherlich nicht erst seit 2 Jahren "aktiv". Und wenn man die Entwicklung betrachtet, ist es nun mal schade. Oder sind solche Dinge wie in letzter Zeit eine Wertsteigerung?
Ach so: Internetbeleidigungen sind ziemlich 2007, also bringt entweder konstruktive Kritik an, zeigt eure Standpunkt oder hängt lieber auf youporn ab.
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Monday, January 21, 2008 - <i>Kommentar ohne Titel</i>

Geschrieben von
Yo,aber wie auch schon gesagt: das labern drüber bringt uns auch nicht mehr weiter. Wir brauchen neue, junge, motivierte Leute die frische Jams veranstalten mit Künstlern, die Positives verbreiten.Wir brauchen einfach wieder eine gesunde Feierkultur. Nur wie das so mit uns ist wir labern halt alle nur...

Bearbeitet von Ello am Monday, January 21, 2008 um 20:12
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Monday, January 21, 2008 - Kommentar ohne Titel

Geschrieben von ama
Natürlich muss man etwas "tun", aber es wäre ne Frechheit, wenn du mich in deine Worten mit einschließen willst. Ich tue nämlich etwas. Nur, ich hol mir da keinen drauf runter und muss das jetzt hier posten.
Meine Worte waren auch nicht als "Geheule" gedacht, sondern lediglich als Blick auf meinen Standpunkt, als Denkanstoß in manchen Bezügen und als Aufrüttler. Das man nach den Diskussionen der letzten Tage da vll etwas müde von ist, gestehe ich gerne ein.
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Monday, January 21, 2008 - Kommentar ohne Titel

Geschrieben von Ello
Na ich sprech ja jetzt auch nicht von dir sondern von uns allen.Cool wenn du was machst.Bist ja auch nicht der einzige,aber trotzdem ist insgesamt zu wenig.
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Tuesday, January 22, 2008 - Kommentar ohne Titel

Geschrieben von Anonymous
Mach mal Absätze
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Tuesday, January 22, 2008 - Kommentar ohne Titel

Geschrieben von RAPresenting
Na einerseits hast du ja Recht. Alles wird aggressiver, krasser, wilder etc. Wie du schon sagtest, liegt das aber weniger am Hip Hop, sondern mehr an unserer gesellschaft. An der Problematik der fehlenden Integration zum Beispiel. Hier ist Hip Hop nunmal ein perfektes Sprachrohr um sich Gehör zu verschaffen.
Da muss ich sagen, dass ich auch nichts gegen härteren Straßenrap habe, denn er ist genauso Teil des Raps wie der "Spaß-Rap" oder wie man ihn nennen will.

Die Entwicklung sagt mir natürlich auch nur bedingt zu. Ich höre nun seit knapp 10 Jahren Deutschrap und kenne noch die "harmlose Zeit". Mittlerweile hört mein 11-jähriger Cousin Sido und kennt fast alle Texte auswendig. Dadurch, dass ich mit ihm drüber geredet habe weiß er besser damit umzugehen. Aber was macht ein junger Deutschtürke aus Berlin Hellersdorf ? Er findet das cool und macht seine Stars nach.

Was machen wir dagegen ? Viel bleibt uns nicht übrig außer das was wir am Besten können. Allen zeigen, dass es immer noch guten Rap gibt. Das Dynamite-Deluxe Album pushen, alte Musik weiterhin in Ehre halten etc. Wenn man sich nämlich umschaut dann gibts noch wirklich viele Talente, die die alte Zeit räpresentieren oder vielleicht auch besser sind als manch Afrob Song. Einfach einen breiteren Blick an den Tag legen.
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Tuesday, January 22, 2008 - Kommentar ohne Titel

Geschrieben von ama
Allerdings finde ich nicht, dass man der alten Zeit hinterher trauern, und nur Dinge anno 98 feiern sollte. Man muss nur lernen, anders mit der heutigen Situation umzugehen. Und da kann Gewalt nicht die Lösung sein. Denn eins dürfte ja wohl klar sein - auf kurz oder lang kommt der ganze Scheiss auf einen zurück.
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Tuesday, January 22, 2008 - Richtig...

Geschrieben von RAPresenting
Hast du vollkommen Recht. Aufgrund deines Beitrages habe ich auch mal geschaut was es für Rapper gibt, die neben meinen bekannten Favourites existieren. Hab erstaunlich gutes Material gefunden und es teilweise in meinem Blog zur Verfügung gestellt.
Es gibt also noch genug tighten Rap. Man muss ihn nur unterstützen.
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