Am 13. Februar erschien Tuas langersehntes zweites Soloalbum “Grau”. Kunst möchte der 22-Jährige Reutlinger machen und in seinem Fall bedeutet das: Durch gute Musik glänzen. Komplett in Eigenregie produziert, prescht Tua auf 15 Songs in fremde Gefilde vor und lässt Drum’n’Bass und Electronica in den typischen HipHop-Sound einfließen. Bei der ersten Single „Dein Lächeln“ handelt es sich sogar um ein reines Gesangsstück – angelehnt an „Mein Lächeln wird dir folgen“ von Schlagersängerin Marianne Rosenberg. Im Einklang mit dem Albumtitel gewährt Tua dem Hörer einen Einblick in sein Leben: Düster, ein bisschen depressiv, nicht fehlerlos, doch einsichtig.
Und trotz in Zaum gehaltener Promo scheint es, als würde es sich bei „Grau“ um den nächsten großen Hype auf Deluxe Records, seit Snaga & Pillaths „Aus Liebe zum Spiel“, handeln. Szenegrößen wie Kool Savas, K.I.Z., Staiger und Samy Deluxe haben ihren Senf zu dem Album ja bereits abgegeben - wie auch schon bei Lil Waynes „Tha Carter III“ nahm ich mir vor wieder einen Schritt weiterzugehen und bat Rapper, Produzenten, Journalisten und andere Banausen ihre Meinung zu „Grau“ niederzuschreiben. There must be an opinion - Deutschrap urteilt:
Zunächst einmal sage ich einfach ganz klipp und klar: Ich bin Fan. Also seit “Nacht” bin ich schon ein richtiger Tua-Fan. Das Bassquiat Album fand ich größtenteils nicht geil bis beinahe schon überflüssig, auch das Orsons Release habe ich zugegeben erst sehr spät verstanden. Aber die “Inzwischen” EP hat mich umgehauen und war das Ding 2008 für mich. Auch “Fast” steigerte die Erwartungen, “Dein Lächeln” hat dann alles gekillt. Von da an war ich ein Opfer der wahrscheinlich ungewollten Viralvermarktung. Dieses kurze video, wo man das Momo-Zitat aus “Es regnet” gehört hat, die Tracklist, das Video mit den Statements, all das hat mich gekillt. Ich posaune heraus: Ich habe seit “Gefährliches Halbwissen” von Eins Zwo nie wieder so sehr auf ein Album gewartet. Dann bekommen. Und einfach mal auf dem Weg zu den Nachhol-Dates der Neopunk Tour fünf mal hintereinander weg gepumpt wie ein Irrer. Und ich muss sagen: Es ist genau das geworden, was ich mir erhofft hatte. Eigenständiger, melancholische MUSIK. Hier geht es nicht um Flows, Reime, Lines, Attitüde, sondern um diese stimmige, beinahe beklemmende Atmosphäre. “Atmosphäre”, meine Lieben. Musik FÜHLEN und nicht ABARBEITEN. Was erstaunt ist, dass das Album zwar Meisterwerke in Form von Songs hat, aber eben auch welche, die in meinen Augen komplett überflüssig sind: “Bruder”, “Problem”, “Kyrie Eleison”…weiß nicht - fühl ich nicht so. Klingt wie “Naja so ganz ohne Rap können wir nicht, auch wenn ich gerne würde”. Aber dann: “MDMA”, “Ohne Titel”, “In den Himmel”, “Es regnet”, “Dein Lächeln”, “Nachtschattengewächs”, “Endpunkt”, “Unterdruck”. Einfach ohne Worte, der Hammer! Es wird für mein subjektives Empfinden sehr schwer dieses Album noch einmal zu übertreffen dieses Jahr und es kotzt mich an, dass ich dieses Jahr release hahahaha. Tua, vom Herzen alles Gute und den größtmöglichen Erfolg. Danke für “Grau”.
Ich habe Tua im Rahmen der “Members only”-Geschichte bei 16bars.de damals in ein-zwei Zeilen gedisst. Heute hab ich mir sein Album angehört (wenn ich ehrlich bin, hab ich das erste Mal wirklich Songs von ihm gehört): Ich finde Tua ist ein guter Rapper. Er hat gute Zeilen und interessante Songkonzepte. Trotzdem komm ich überhaupt nicht darauf klar, wenn ein Rapper gezwungen probiert eine Marktlücke zu füllen oder etwas “Neues” zu machen - ich weiß ja nicht was er früher gemacht hat, aber so kommt es mir auf jeden Fall vor.
Aber egal - Tua ist doch kein Hurensohn! Kauft euch “Grau”, kauft euch Jimi Blue - egal was, fangt an zu kaufen!
“Grau” ist das erste deutsche Album, das ich mir seit langer, langer Zeit mal wieder kaufen werde. War Samstag nach Veröffentlichung in Düsseldorf bei Saturn auf der Kö, wo es bereits vergriffen war. “Gut für ihn, schlecht für mich”, sagte ich dem netten Herrn, der es zunächst bei Deutschpop eingeordnet hatte. Ich denke, dass die Free EPs und die Option, das Album vorzuhören, für viele ein Grund sein wird das Album käuflich zu erwerben. Gute Taktik, wie ich finde. Zur Musik kann ich nur sagen, dass ich das komplett fühle. Übermusikalisch. Die elektronischen Einflüsse stellen jeden, der plötzlich versucht auf den Electro-Zug aufzuspringen, in den Schatten. Das kommt halt null gezwungen rüber. Das könnte dem ein oder anderen den Anstoß geben sich mal frei zu machen...
So, mal ein paar Worte von mir: Als langjähriger Freund und Hörer von Tuas Mucke ist es interessant die Entwicklung so mitzuverfolgen. Die exzessiven Party-Drogen Songs gefallen mir weniger als die ernsteren Songs, wie die erste Single oder “In den Himmel”. “Bilder” hat einen perversen Flow, Killer. “Bruder” gefällt mir ebenfalls sehr gut, die Art wie Tua erzählt geht unter die Haut und Vasees Gesang ist sowieso mein Fall. “Ohne Titel” ist ebenfalls ein Favorit – Top Storytelling. Alles in allem ein Hammer-Album, ein sehr realitätsnaher und ehrlicher Künstler. Und wenn er nicht Top 10 geht mit dem Ding, ist er hoffentlich auch realistisch genug, um zu wissen, dass es ganz bestimmt nicht an seinem Produkt liegt.
“Megaloh und Tua werden DAS nächste große Ding im Deutschrap!” hörte man selbsternannte HipHop-Propheten und Künstler wie Casper vor circa drei Jahren herausposaunen. “Nö” - sagte ich. Ähnlich wie bei Megaloh, dessen Hype ich bis heute nie so wirklich nachvollziehen konnte, erlebte ich auch mit Tua eine schwere Geburt (No Kreißsaal). Das erste Mal als ich von dem 22-Jährigen Reutlinger hörte, wurde mir von seinem Doubletime vorgeschwärmt (“Der ist schneller als Twista, Alter!”). Also in “Nacht” reingehört und nicht so recht gewusst was ich damit anfangen soll: Letztendlich war mir Tua was den Sound betrifft wohl einfach etwas vorraus oder ich einfach noch zu beschränkt und so blieb außer “Krieg” kein Song bei mir hängen.
Schließlich vergingen erstmal mehrere Jahre, in denen ich noch dachte, dass die Kombination aus schwarzen New Era Caps, rot-blau-weißen Ecko Pullis und dunkelblauen Baggys an einem pummeligen 14-Jährigen gut aussieht. Dann “Um zu gehen” mit Vasee vorgesetzt bekommen und schlichtweg begeistert gewesen: Was für eine beklemmende Atmosphäre! Und mit “Inzwischen” hat er mich 2008 dann schließlich endgültig gekriegt und zählt seitdem zu den sechs wenigen Künstlern, deren Musik ich durch die Bank FÜHLEN kann.
Musik, so präzise, souverän und mit Fingerspitzengefühl ausproduziert, dass man sie vielleicht nicht zwingend mögen, aber auf jeden Fall respektieren muss. Zu dem Deutschrap-Electro-Geflirte zähle ich Tua(s Sound) nicht wirklich - falls doch, dürfte ja klar sein wer treu auf seinem eingeschlagenen Pfad bleibt und wer sich gezwungenermaßen mal eben Trash-Handy-Electro-Klänge auf's Album packt. Hallo M.A.S. Techno! Vor allem behandelt Tua Themen, mit denen sich jeder Normalsterbliche identifizieren dürfte: Enttäuschung, seitens “Freunden” oder Frauen, die daraus resultierende Wut und Komplexe, Kopfkrieg, Einsamkeit. Seine Drogenerfahrungen liefern dem Film die nötigen Spannungsbögen, die die ganze Story für den Normalsterblichen aufregender und attraktiver machen.
Zu “Ohne Titel” bleibt nicht viel mehr zu sagen, außer: Kloß im Hals. Oder: Mutter kommt ins Zimmer herein, lauscht dem Text, hört zu Ende und nickt. Oder: Daraufhin rufe ich meine Schwester auf's Zimmer und spiel ihr den Song vor - erneut das gleiche Spiel. Im Hinterkopf natürlich: “Dieser kleine behinderte Quälgeist, wat zwingt der mir seine Musik auf - als hät ich nix besseres zu tun...”.
Dirk Bernemann kann auf die Vertonung seines Buches “Ich hab die Unschuld kotzen sehen” getrost verzichten, dafür gibt's ja jetzt “Bilder”: Nacheinander wird auf verschiedene Charaktere und deren private Abgründe eingegangen. Die Figuren stehen jedoch in Verbindung zueinander, so dass sich am Ende ein roter Faden ergibt und man sein voreiliges Urteil wohlmöglich noch einmal revidiert. Großartig. Oder wie gut dieses U-Bahn-“Alter-was-guckt-ihr-mich-alle-an-hört-auf-damit-ihr-Wichser!”-Schweiß-Gefühl in “Unter Druck” beschrieben wird.
Nun wollen wir aber mal nicht zuviel loben, schließlich geht's hier ja um DEUTSCHRAP und Deutschrap bedeutet Hass und ich will auch keine braune Nase riskieren:
Mit “Kyrie Eleison” kann ich nichts anfangen. Die Melodie der Hook kenn ich außerdem irgendwoher und finde sie eklig.
Der Momo-Skit in “Es regnet” erscheint beim ersten Hören zwar fantastisch und überaus passend, irgendwann skipp ich aber instinktiv nach der Hälfte des Songs. Ebenso bei den instrumentalen Passagen am Ende mancher Songs, was aber auch immer von der momentanen Situation abhängig ist. Muss ich aber wohl respektieren – schließlich ist es Tuas Spielraum, mit dem er sein Kunstwerk vollenden möchte.
Any last words? Bei “Grau ” handelt es sich um das rundeste Album seit Abroos “Schatten und Licht”. Ganz großes Kino.
Eines kann man dem jungen Reutlinger schon mal nicht absprechen und das ist Wandlungsfähigkeit. Ich erinnere mich jedenfalls noch an einen merk- bis denkwürdigen FüD-Auftritt. Hat er seinen Text damals nicht von einer Schriftrolle abgelesen? Aber dann gibt es ja auch noch den „Was ist eine Frau?“-Tua, den misanthropischen, schaukelverbrennenden Tua und jetzt eben noch den grauen Tua. Internet-Vorschusslorbeeren gab es ja schon zur Genüge, im Rapdeutschland der Jetztzeit eigentlich schon eine kleine Sensation für sich, nun muss das Konzept “Grau” auch in voller Länge überzeugen. „Dein Lächeln“ kann das schon mal. Vor allem in Verbindung mit dem kleinen, aber feinen Video funktioniert die Single außerordentlich gut. Stalking ist sowieso ein viel zu selten benutztes Motiv! Auch der stellenweise etwas dünne Gesang wird durch die starke Hook wieder wett gemacht und man ist erstaunt von dieser Kombination aus poppiger Leichtigkeit und melancholischer Schwere. Würde eben auch nicht jeder machen und kann vielleicht auch nicht jeder machen. In gewisser Hinsicht steht die Single symptomatisch für den Rest des Albums, gibt sie doch die Grundstimmung vor, zum größten Teil bestehend aus Verletzlichkeit und Verzweiflung. Sowas kann man auch Mood Music nennen. Doch während die depressive Atmosphäre bei Joe Buddens gleichnamiger Mixtapeserie immer auch durch unbeschwerte Partytracks aufgebrochen wurde, zieht sich hier der graue Faden erbarmungslos durch die gesamte Spielzeit. Ohne wirkliche Alternativen. Und das ist gleichzeitig die größte Stärke und die größte Schwäche des Albums. Denn Tua riskiert hier, dass er Hörer die sich weniger empfänglich für vertonte Depressionen erweisen, schlicht und einfach nicht mitnehmen kann. Für die Art und Weise der musikalischen Umsetzung gilt Ähnliches. Auch wenn diese mich ab und zu an die seltsame Entrücktheit von Akira Yamaokas Soundcollagen erinnert, so verhindert mein Unverständnis für Drum'n'Bass und alles Artverwandte ein wirkliches Vertiefen. Vielleicht kann Tua in diesem Fall auch gar nichts dafür, vielleicht kommt es für mich einfach nur zur falschen Zeit und in einem halben Jahr bin ich empfänglicher für einen solchen Seelenstriptease ohne Happy End.
Da guck ich lieber wie Staub auf meinen Fernseher fällt, als mir noch eine Sekunde länger so eine unfassbare langweilige Scheiße anzuhören. Da unterhält mich eine Gardinenstange weitaus mehr.
Da man viel zu wenig lobt und viel zu viel kritisiert in unserer schönen Szene will ich mal mit gutem Beispiel vorangehen:
Ich war in den letzten Tagen definitiv für eine nicht unerhebliche Klickzahl auf Tuas MySpace-Seite verantwortlich. “Grau” ist ein besonderes Album - allein den Move, ein Stück wie “Viktor” oder den Afterlude von “Es regnet” auf einem HipHop-Album zu platzieren, finde ich grandios. In meinen Augen bricht das Album mit den genreüblichen Rastern, ohne die “Realness” zu verlieren. Produktionsseitig großes Kino mit lyrisch und technisch anspruchsvollem Rap. Dieses Album ist Musik, meine Gratulation dazu. Mein heutiger Lieblingstrack von “Grau”: “Ohne Titel”.
Tua, du hast mich doch mal angeschrieben wegen Beats – ja, ich will.
Ich habe nicht geschafft reinzuhören, gibt viel zu tun zur Zeit hier, deshalb würde ich mir jetzt nicht rausnehmen wollen über ein Album zu urteilen, dass ich nicht richtig kenne. Hab aber die Single gehört, die jetzt nicht mein persönlicher Gechmack war, von der ich aber glaube, dass sie durchaus ihre Zuhörer finden wird.
“Grau” ist für mich das erste Tua-Album, von daher wusste ich nicht wirklich was mich da erwartet. Jedoch kann ich nach ein paar Durchgängen sagen, dass ich recht angetan bin von dem Werk. Es klingt sehr untypisch für ein Deutschrap-Album: Das liegt unter anderem an den originellen Beats, die sich innerhalb der Songs gerne mal ändern beziehungsweise variieren. Cool find ich hier die Drum'n'Bass-Elemente, die er reingebracht hat - passen sehr gut ins Gesamtbild des Albums. Sehr geil find ich auch die Songstrukturen oder besser gesagt die Albumstruktur, da sich das Album eher wie ein großer Song anhört, der aus vielen kleinen Teilen besteht. Man merkt richtig wie detailverliebt er an einzelne Parts rangegangen ist und nicht das Standard-Schema Vers/Chorus/Vers etc. angewandt hat. Die allgemeine Soundauswahl bei den Instrumentals ist auch sehr stimmig gewählt worden. Vor allem die Vocal/Vocoder Spielerein z.B. im zweiten Part bei “Es regnet” sind sehr nice. Insgesamt gefällt mir der Vibe den das Album vermittelt, die Atmosphäre, die während des Hörens entsteht, durchzieht sich über das ganze Album und wird erst am “Endpunkt” beendet. Rap- und auch Gesangs-technisch ist das Ganze auch auf hohem Niveau, wobei mich persönlich das Album mehr aus musikalischer Sicht überzeugt.
Für mich ist “Grau” eine große Überraschung im, letzter Zeit doch recht unspektakulären, Deutschrap-Geschehen. Natürlich werden viele den Kanye-Vergleich auspacken, aber diejenigen, die sich schon länger mit Tua beschäftigen, wissen ja, dass er ein sehr eigenständiger Künstler ist, der auch früher schon viel herumexperimentiert hat. Soundtechnisch hat er sich - auch schon auf den letzten Releases - sehr von Genres wie IDM, Glitch oder Clicks'n'Cuts inspirieren lassen. Musik, die ich auch privat sehr gerne höre und verbunden mit Rap etwas sehr Eigenständiges, Innovatives und Neues erschafft. Ist natürlich nicht jedermanns Geschmack. Dazu kommt aber, dass keiner der Titel einer simplen Strophe-Hook-Strophe-Struktur folgt - Tua kreiert richtige Songs. Sei es beim Opener “Es regnet”, mit dem wunderschönen Sprachsample aus “Momo” oder auch auf Instrumentalstücken wie "Viktor". Natürlich legt Tua dabei keine komplexen Siebenfachreimketten oder Ums-Eck-gedachte Vergleiche vor - muss er aber auch gar nicht. Denn abseits von solchen - natürlich auch sehr unterhaltenden Spirenzchen - ist “Grau” ein sehr kurzweiliges und interessantes Album geworden, welches zeigt, dass Tua eine der wenigen Hoffnungen im deutschsprachigen Rap zu sein scheint.
Also ich muss über das Album sagen, dass ich wirklich sehr überrascht war. Ich dachte es würde ein reines Rap-Album werden, weil ich ihn auch noch nicht so auf dem Schirm hatte. Er hat es geschafft eine Mischung aus verschiedenen Musikrichtungen zusammen zuschmeißen. Teilweise alle in einem Song - was ich zwar sehr anstrengend und zum Teil auch unpassend finde, aber auch sehr genial. Ich finde, dass es sogar in Richtungen geht, dass es auch ein Fanta 4-Publikum erreichen könnte und weitaus mehr als nur HipHop-Fans begeistern kann. Für mich am besten zu beschreiben mit: “Genie und Wahnsinn“ in einem Album.
“Grau” ist ein sehr gutes Album geworden. An den Beats hört man was für ein musikalischer Typ Tua ist. Die Themen sind abwechslungsreich und man hört ihm gerne zu, weil er ein ehrlicher Dude ist. Es ist das erste Deutschrap-Album seit einiger Zeit, das ich mir gekauft habe.
Mit “Grau” setzt Tua seinen Weg, den er auf seinen beiden EPs “Inzwischen” und “Fast” einschlug, konsequent fort. In den letzten Jahren gelang es Tua, wie keinem anderen in der Deutschrap-Szene, einen eigenen musikalischen Entwurf zu kreieren, der ihn deutlich von der Konkurrenz abhebt und Wiedererkennungswert verschafft. Auch textlich stilisiert sich Tua nicht zum unangreifbaren Superhelden hoch, sondern reflektiert selbstkritisch seinen bisherigen menschlichen Werdegang. Dabei lädt das Album vielmehr zu einem konzentrierten Zuhören als zu einer beiläufigen Hintergrundbeschallung des Entfernens von Blutflecken aus dem teuren Perserteppich ein. Wer den bisherigen musikalischen Werdegang Tuas nachvollziehen kann, sollte an dieser Stelle ohne zu zögern zugreifen und das Album mit viel Glück im gut sortierten Plattenhandel erwerben. Ich für meinen Teil bin begeistert!
Alles in allem ein sehr stimmiges und komplettes Album. Bezüglich Tuas Rapfähigkeiten braucht man glaube ich nicht mehr viel zu sagen, denn die variablen Flows, durchdachten Texte und realitätsnahen Inhalte und Stories lassen das Ganze zu einer Art Film werden, was mir persönlich bei Alben immer sehr gefällt. Die Produktionen sind auf jeden Fall innovativ und verlangen eine gewisse Offenheit seitens des Hörers. Wenn man aber was von Musik versteht und nicht zu fest auf dem Rap-Film hängengeblieben ist, kann man sich wunderbar auf diese Mischung aus Rap, Drum'n'Bass, Dub und Electro einlassen. Aus Sicht eines Produzenten muss ich auf jeden Fall noch den Einsatz von Instrumental-Tracks loben und hoffen, dass der Hörer dadurch in Zukunft ein wenig offener für instrumentale Tracks wird. Neben “Dein Lächeln” stechen meiner Meinung nach vor allem “Für immer”, “Ohne Titel” und “Bruder” heraus.
An dieser Stelle: Gruß und viel Erfolg mit dem Album!
Ich hab das Album zwar noch nicht in der Endversion gehört, aber ich gehe davon aus, dass es ein schöner warmer Pissstrahl auf den Rest der deutschen Rapszene ist und alle anderen heimgehen sollten, um sich zu schämen, weil sie uns mit ihren Rotz-Alben belästigt haben. Bei dieser Gelegenheit: Tua, schick mal Album durch, Len!
Ich denke, von dem was ich gehört hab, ist das schon eine runde Sache und ist viel besser als andere Kandidaten es versucht haben! Das gesangliche Ding ist doch so: Man muss heutzutage nicht mehr singen können, um einen guten Song aufzunehmen. Es reicht einfach der Grundgedanke. Ich mag aber auch seine Art zu denken, wenn es um seine Song-Konzepte geht - das erinnert mich an Kaas. Und da die ja schon lange zusammenarbeiten ist es auch nicht so weit voneinander entfernt. Ich wünsch ihm viel Glück für sein Album und hoffe für ihn, dass das Ganze Top 10 geht.
Er scheint der erste Rapper zu sein, den die Szene feiert weil er ausbricht aus den HipHop-Grenzen. Es gab Rapper vor ihm die dafür verbale Schellen kassiert haben. Insofern ein Risiko, was Tua gewagt hat, aber er hat gewonnen.
So hat sich die komplette Erstauflage seines Albums bereits am ersten Wochenende des Erscheinens verkauft und sein Buzz ist ungebrochen.
Warum???
Sein Album verarbeitet klassische 80s- Electro- und Robot-Sounds und flippt sie mit allem, was in den letzten 30 Jahren spannend war, im Rap durcheinander.
Dazu kommen massig Anleihen aus ALLEN Musikrichtungen, die man sich vorstellen kann.
Eurodance-Autoscooter-Kirmes-Techno-Thrash-Synthies treffen auf orientalische Tonskalen und Akkorde. Muezzin-artige Gesänge wechseln sich ab mit Gregorianischen Chorälen und Herman Munster springt zum Adams Family Rave. Der Flavour ist meditativ bis religiös angehaucht. Ethno Ambient Rap Musik.
Es sind Sounds zu hören, die mich an ein Theremin erinnern. Das ist vergleichbar mit einer elektronischen Version einer singenden Säge - und genau das ist Tua.
Eine singende Säge.
Er ist in der Lage alles entzwei zu sägen mit seinen Raps, aber gleichzeitig schwingt immer eine Trauer und Theatralik im seinem Gesang mit - so wie die singende Säge.
Dieser Pathos und Schmerz zieht sich durch das gesamte Album, sei es Text oder Musik. Hier wirkt nichts gekünstelt, der Schmerz ist entweder echt und erlebt oder fantastisch gespielt.
Die Texte sind so voller Schmerz und in Zusammenarbeit mit der Musik passiert es manchmal, dass sie einen erdrücken.
Aber warum kommt es so gut an? Es liegt daran, dass hier jemand seine verletzliche Seite zeigt. Wer will diesem Mann an den Karren pissen? Vor allem wie?!
Er hat schon alles gesagt.
Hinzu kommt, dass er alles aufbricht und anders macht als alle anderen. Er ist dadurch einmalig und hebt sich ab.
Wichtig ist auch, dass er ein fantastischer Produzent ist. Seine Arrangements sind komplex und extrem musikalisch.
Rap wird häufig vorgeworfen nicht radiotauglich zu sein - wenn Tua nicht-radiotauglichen Rap macht, dann weiß ich es auch nicht.
Es war sein Ziel ein HipHop-Album zu machen, das auch Menschen hören wollen, die nichts mit Rap zu tun haben.
Es ist ihm gelungen.
Man kann es nur mögen oder nicht mögen.
Ich mag es.
Falk aka Hawkeye
PS: Ich würde allerdings auch gerne mal ein Album von Tua hören, das “Pink” heißt.
Ich habe noch nie was von ihm gehört, aber vom Typ her sieht der schon aus wie ein Lappen und bei jemandem, der sein Album “Grau” nennt, kann ich mir schon vorstellen wie sein Sound klingt! Also ich denke Deluxe Records kommt mit diesem Release seinem Untergang näher und ich denke bis spätestens Ende nächsten Jahres gibt es dieses Label auch gar nicht mehr. Also in diesem Sinne...
Vielleicht kurbel ich seine Promo an, indem ich ihn mal disse!
Tuas Album ist wie ein Jim Jarmusch Film: Deprimierend, schwermütig, pessimistisch, stellenweise sogar suizidär. Ein Album, was einen alles andere als mit einem Lächeln zurücklässt. Aber vor allen Dingen ist “Grau” ein Kunstwerk. Ein Kunstwerk, das dir vor Augen führt, was in einem jungen, wütenden Mann vorgeht, der Teil dieser Generation ist. Das Album hat jedoch einen Makel: Es lässt einen mit einem riesigen Fragezeichen zurück, weil man nicht glauben kann, dass dieser junge Mann Tua ist. So wie wenn einem der Klassenclown in einem Vier-Augen-Gespräch eines Tages erzählt, dass er es Leid ist immer “der Lustige” zu sein.
Aber der scheinbar seelenverwandte Jim Jarmusch hat ja schon gesagt: “Musik ist die höchste und schönste Form des Ausdrucks. Ohne Musik hätte das Leben keinen Sinn.”
“Grau” - was alleine schon für ein überkrasser Titel für ein Album! Ich finde, wenn man das hört und dazu noch die Fotos sieht, weiß man sofort wie das Album klingen wird und ich stehe sowieso eher auf “düstere” Sachen. Tua höre ich schon ein paar Jahre, seitdem mir damals per Zufall “Nacht” in die Hände gefallen ist. Mochte dann seine Parts auf dem Bassquiat-Ding, habe die Orsons gehasst und habe wohl kaum eine Platte im letzen Jahr öfter gehört als “Inzwischen”. Und auch wenn “Mann” sich sowas im deutschen HipHop ja normal nicht zu sagen traut, bin ich einfach ein unglaublicher Tua-Fan. “Grau” ist der Wahnsinn und “Ohne Titel” der größte Gänsehaut-Song dieser Dekade. “Diese Hochhäuser spiegeln Licht...und sie spiegeln mich” - als ich diese Line das erste Mal gehört habe, bin ich “Boooaaaah”-schreiend vom Sofa gesprungen. Wie Tua Bilder malt und Episoden erzählt, finde ich unvergleichlich. Ich finde es einfach unendlich gut, das endlich jemand kommt und 100 Prozent sein eigenes Ding durchzieht. Auf eigene Beats, mit seinen eigenen Leuten und einem völlig neuen Sound. Er kommt einfach nach “Nacht”, Bassquiat und den Orsons mit einer komplett gesungenen Single um die Ecke. Einfach weil ER da Bock drauf hat. Großartig! Das Einzige was wirklich schade ist, ist, dass der Vertrieb, oder wer auch immer, dieses Album gerade komplett gegen die Wand fährt. Aber ich hoffe der Junge hört in den nächsten 50 Jahren nicht auf Musik zu machen. Ganz egal welche Richtung...!
Eigentlich gibt es das selten bei mir, dass ich einen Song nach der Titulierung “Find ich scheiße”, kurz darauf doch noch abfeier. Aber so ging es mir bei “Dein Lächeln”. Tatsächlich konnte mich der Song nach mehrmaligem Hören doch noch catchen und nachdem mir Casper das Album des Öfteren ans Herz gelegt hat, gab ich dem ganzen Werk dann mal einen Durchlauf. Generell steh ich ja sehr auf open-minded-music, was weniger die Überschrift “Crossover” meint, als einfach ohne selbst auferlegte Grenzen gute Musik zu schaffen. Und da ich eh nicht nur in dem Genre Rap wilder, fand ich die Mischung, die Tua vorgelegt hat, schon sehr ansprechend. Vor allen Dingen sind es aber die Arrangements und die Art und Weise des Ganzen, das Künstlerische, was mich beeindruckt hat. Außerdem schafft er es Tiefgang zu beweisen, ohne in ekelhafte, pathetische Zeilen abzudriften. Das ist ehrlich, auf die Fresse und vor allen Dingen kreativ. Und mir ist lieber, dass jemand zu sehr über die Stränge schlägt, als dass man auf Nummer sicher geht, aber dann etwas veröffentlicht, was man genauso auch bei zig anderen Künstlern hören könnte. Ich glaube zwar weniger, dass “Grau” kommerziell wirklich erfolgreich sein wird (was ja auch kein Muss oder so auch vielleicht nicht unbedingt das angepeilte Ziel ist), aber damit kann sich Tua sein eigenes Level schaffen und auf diesem auch auf längeren Zeitraum erfolgreich und gefragt sein.
Für mich ist “Grau” kein lang erwartetes Album, aber schlussendlich eine musikalisch gereifte und daher auch überzeugende Platte. Definitiv eine der guten Scheiben des ersten Quartals.
dikka du hättest du 3 teile drauß machen sollen... so wird es irgendwie so deprimierend alle auf einmal zulesen und vorallem so anstrengend - sowas ist meiner meinung das Beste was du bisher hinbekommen hast, also ich meine die Meinungen einholen (wie auch bei S&P, glaub ich).. Status baby das kann nich jeder, wundertoll.
...Tua ist es, alle haben auf ihn gewartet doch keiner kannte seinen Namen. Ich finde diese Blog-Aktion sehr gut und MUSS AUF JEDEN FALL MIKIS recht geben, er trifft es voll und ganz. Tuas Album ist wie "Night on Earth" von Jim Jarmush, mehrere Geschichten, unterschiedliche Blickwinkel und auch wenn alles depressiv erscheint, kann man auch mal kurz lachen, wenn persönliche Bilder im Kopf erscheinen, die einen zurück erinnern.
...Tua ist es, alle haben auf ihn gewartet doch keiner kannte seinen Namen. Ich finde diese Blog-Aktion sehr gut und MUSS AUF JEDEN FALL MIKIS recht geben, er trifft es voll und ganz. Tuas Album ist wie "Night on Earth" von Jim Jarmush, mehrere Geschichten, unterschiedliche Blickwinkel und auch wenn alles depressiv erscheint, kann man auch mal kurz lachen, wenn persönliche Bilder im Kopf erscheinen, die einen zurück erinnern.
obwohl ich die auch ab und zu hör...hengzt und farid bang sind echt ekelhaft respektlos...die line die montana max erzählt fand ich auch überkrass beim hören bzw auch die line die drauf folgt...kann man 100% fühlen..ich habs gekauft und das sollte jeder tun...
Farid Bissaaaaaaaang & BSH sind einfach ehrlich. die anderen wollen nicht als hater darstehen und somit sagen die nicht ihre wirkliche meinung. Meine Meinung ... TUA ist whaaaaaaaaaaaaaack. Bin kein Wahrsager doch Deluxe Records wird Untergehn! Hamburg Chryme ist bereit hamburg zu übernehmen.
guck ma ich kann dir auch ganz ehrlich sagen das es einfach ein killer album is...ich kann verstehn wenn jemand sagt das es nich seinen geschmack triffst...aba man kann einfach nich sagen das tua "whack" is...das wäre so als wenn man sagt c ronaldo kann kein fußball spielen...
...schaut, das ding is zu den eineinhalb künstlern hier im blog die sich leicht ignorant zu dem album geäußert haben...ich habe mir ehrlich gesagt so ein musikalisches album in die richtung von bsh gedacht als er großmäullig angekündigt hat nun abseits von rap richtige musik zu machen jedoch ist wohl sein talent nichtmal ansatzweise ausreichend um sich kreativ mit neuen sachen abzuheben...gleiche sache bei pillath und bang...versteht mich nich falsch...im rap kontext sind die leute ja schön und gut...aber darüberhinaus?....das is wie bei diesen ganzen teilzeit-hot-rappern in den staaten...egal ob royce, papoose, canibus und wie sie nich alle heißen...die sind gut in dem was sie machen aber darüberhinaus für nichts zu gebrauchen und wachsen nicht....tua ist das komplette gegenteil...er ist ein kompletter künstler...der sich kritisch mit den sachen auseinandersetzt und die musik als ganzes voranbringt...abstrakter formuliert...deutschrap ist das musikantenstadl und tua ist herbert grönemeyer...
Das Ding ist eben, dass die "Deutschrap urteilt"-Rubrik in Abständen als Serie weiterläuft. Ob es dann sonderlich klug wär, die Teile untereinander nochmal in "Vol.1", "Vol.2", etc. aufzuteilen, ist fraglich. Zudem ja auch keiner gezwungen wird, den ganzen Text zu lesen ;) - und ich denke mir auch, dass es bspw. eingefleischte Hardcore-Farid-Bang-Fans gibt, die sich lediglich dessen Meinung durchlesen und auf den Rest scheißen.
Danke für die Props, freut mich immer wieder auf's Neue.
habe von TUA das erste mal auf dem pottweiler diss gehört. finde ihn kacke. Album auch scheiße. soll kein hate sein ist -> MEINE <- Meinung. jeder kann hören und mögen was er will.
meine fresse, was isn farid bang fürn pansen. macht rap wie jeder andere möchtegern gangster und hat wenn überhaupt nur fame in gremberg und kalk aber gott sei dank scheißt jeder mit etwas verstand auf solche art musik.
I guess that to receive the business loans from banks you should have a good motivation. But, one time I've received a financial loan, just because I was willing to buy a bike.