"Gut, dass ich jetzt von dreien Interviews das erste, richtig ernstzunehmde Interview mit dir im Kasten habe!", stelle ich am Ende des Gesprächs fest. Darauf folgt Gelächter. Doch nicht nur das - auch in Sachen Länge sticht meine dritte Unterhaltung mit Jonas Enderle, besser bekannt als JAW, ihre beiden Vorgänger deutlich aus. Bei einem Band, gefüllt mit über eineinhalb Stunden Interviewmaterial, allerdings auch kein Wunder. Worum es so geht? Kurz und knapp: Um das Leben. Drück auf Play!
Vor kurzem hat das Video zu "Elena" Premiere gefeiert. Wieso hast du dich dazu entschieden ausgerechnet zu "Elena" ein Video drehen zu lassen?
JAW: Weil es im Nachhinein für mich einer der intensivsten Songs war und außerdem durch seine Direktheit und Ehrlichkeit besticht. Es sollte natürlich auch ein bisschen ein Gegenstück zu "Meine Fans" werden, damit man einfach die verschiedenen Seiten präsentiert. Deswegen "Elena".
Der Song handelt von einer Beziehung, die dich ziemlich in den Wahnsinn getrieben hat. Du spielst darauf mit Selbstmordgedanken, jedoch einzig und allein aus dem Grund, um deinem Partner deutlich zu machen was du für ihn empfindest. Soweit ich weiß beruht der Song auf wahren Begebenheiten, oder?
JAW: Ja, genau.
Jetzt weiß ich eben aus eigenen Erfahrungen, dass wenn man erst einmal in diesem zerstörerischen Teufelskreis steckt, man dort auch wieder nur schwer herauskommt. Du weißt zwar im Hinterkopf "Okay, ich überschreite gerade eine Grenze, die schon gar nicht mehr normal ist", aber du versuchst trotzdem alles, um deinem Partner doch noch die Augen zu öffnen. Wie bist du letztendlich mit dieser Geschichte fertig geworden?
JAW: Das ist auch ein Missverständnis, wenn man denkt, dass ich aufgrund dieser Frau mit Selbstmordgedanken gespielt habe. Im Refrain wird ja gesagt "Ich kann dir nicht geben was du suchst" und in der ersten Strophe wird dann im Prinzip ja aufgezählt was ich alles getan habe und dass es ihr nicht gereicht hat, weil sie eigentlich immernoch der Auffassung war ich tue nicht genug. Und deswegen biete ich ihr sozusagen in der zweiten Strophe mein Leben an, um sie einfach ein bisschen zu schocken. So nach dem Motto "Wenn man sich den Arsch aufreißt und man bekommt zu hören man meint das nicht ernst, dann denkt man sich ja "Hier, wie wäre es wenn ich mich umbringe?!"" Nicht unbedingt aus Verzweiflung heraus, sondern eher aus Wut. Aber ich wollte mich nicht wegen dieser Frau umbringen.
Aber du bist in Sachen Beziehung schon eher der recht emotionale Mensch, der sich seinem Partner dann auch voll und ganz hingibt?
JAW: Nunja, ich verstehe von dem Begriff "Beziehung" vermutlich mehr als sich am Wochenende treffen, saufen und ficken. Dafür muss man ja keine Beziehung führen, also denke ich schon, dass es etwas mit gegenseitiger Hingabe zu tun hat. Auch wenn man natürlich immer seine eigenen Ziele weiterverfolgen muss.
Aber hat dich die Beziehung von der du in "Elena" sprichst denn nicht irgendwie verkorkst?
JAW: Gar nicht, gar nicht. Mir ist ja klar, dass der Fehler nicht bei mir lag, sondern dass es einfach absolute Verbortheit ihrerseits war und dann trauere ich dieser Person im Nachhinein auch nicht nach. Es gibt ja auch noch andere Frauen auf der Welt.
Zum Glück.
JAW: Ja.
Findest du es denn schade, dass MTV das Video abgelehnt hat?
JAW: (überlegt) Geht. Also ich hätte mich gefreut, wenn sie es gespielt hätten. Aber ich hatte schon damit gerechnet, dass sie "Nein" sagen werden. Auf der anderen Seite denke ich mir, umso krasser solch ein Video ist, desto mehr Interesse herrscht im Untergrund dafür. Ich glaube jedenfalls nicht, dass man dadurch großartig Einbußen gemacht hat, da ich denke, dass es auch so momentan ganz gut herumgeht.
Oder frage ich anders: Findest du es denn gerechtfertigt, dass das Video abgelehnt wurde?
JAW: Ja. Ich vermute, dass es nicht das richtige Programm für 12 Uhr mittags unter der Woche ist, wo irgendwelche Hartz IV-Hausfrauen oder vielleicht 6 bis 10-Jährige vor der Glotze sitzen. Die können damit vermutlich nicht soviel anfangen und brauchen dann eher so... ähm...
Die zehnte Popstars-Kopie und Plastik hier, Plastik da.
JAW: Ja, genau. Also eher auf einem verflachten Level. Ich meine, "Elena" ist ja keine reine Unterhaltungs-Musik, sondern schon recht eindringlich für den Hörer.
Du rappst auf dem Intro "Ich hab' zu lange in meinem Seelenhaus nicht den Flur gewischt" - wieso eigentlich? Deine Fans fordern schon seit geraumer Zeit verstärkt, dass du wieder persönlichere Töne ala "Schock fürs Leben" anschlägst.
JAW: Das bezieht sich darauf, dass ich lange gebraucht habe, bis ich abwägen konnte was meine Fehler und was äußerlich verursachte Probleme sind. Also von Anfang an habe ich auch einen Großteil bei mir gesehen, inzwischen ist mir aber auch einiges klargeworden. Da konnte ich den Flur nicht wischen, da dies bisher für mich nicht ersichtlich war, von wegen: Weiß ich ungefähr wo ich stehe? Wo ich Scheiße gebaut habe und wo andere Scheiße gebaut haben? Das ist natürlich eine gute Grundlage um Rechnungen zu begleichen.
Du hast selbst schon gesagt, dass du dich viel mit dir selbst auseinander gesetzt hast, aber auch mit dem Mensch an sich. Auf der anderen Seite betitelst du dich als Menschenfeind. Jetzt stellt sich die Frage: Ist das nicht irgendwo paradox, dass du die menschliche Spezies ansich hasst, aber sie dich eben auch ziemlich zu faszinieren scheint?
JAW: (überlegt) Es gibt diese grundlegenden menschlichen Eigenschaften, die vermutlich jeder hat und traurige Wahrheiten, die aufgrund von Selbsterhaltungszwängen jeden steuern. Es gibt aber natürlich auch positive Seiten. Und die gibt es bei manchen Menschen mehr, und bei manchen Menschen weniger. Und wenn man es bei manchen Menschen mehr findet, dann sollte man sich vermutlich diesen Menschen auch zuwenden. Und wenn man es bei manchen Menschen weniger findet, dann sollte man vielleicht "Menschenfeind 2" machen. Also man kann es nicht so ganz schwarzweiß kategorisieren, wie es durch die Musik vielleicht immer ein bisschen wirkt, da sie auch oft einfach nur bestimmte Teile darstellt.
Wo liegen denn deiner Meinung nach die markantesten Unterschiede zwischen deinem ersten Soloalbum "Schock fürs Leben" und "Täter-Opfer-Ausgleich"?
JAW: Also ich glaube man hört heraus, dass "Schock fürs Leben" verkrampfter ist. Teilweise auch wirrer, glaube ich. Damals hatte ich den Weg, den ich eigentlich gehen will, noch nicht so richtig gefunden und den habe ich bei "Täter-Opfer-Ausgleich" jedoch eigentlich ganz gut getroffen. Und ja... alles in allem finde ich "Täter-Opfer-Ausgleich" durchaus besser als "Schock fürs Leben". Wobei es ja auch Leute gibt, die das umgekehrt sehen.
Also du bist auf jeden Fall auch direkter geworden, wie damals auch schon im JUICE Interview gesagt wurde.
JAW: Ja, genau. Wobei... bin ich wirklich so direkter geworden? Du kannst das wahrscheinlich auch beurteilen.
Ich finde schon. Wie du eben gesagt hast - auf "Schock fürs Leben" wirktest du stellenweise noch etwas verkrampft, während du auf "Täter-Opfer-Ausgleich" nicht mehr soviel um den heißen Brei herumredest, was jetzt nicht zwingend negativ aufzufassen ist.
JAW: (lacht) Ja, denn ich habe einfach zu oft gemerkt, dass die Leute die Hintergründe nicht kapieren und das regt mich auf. Ich will schon, dass gewisse Dinge klar werden, damit die Leute auch beginnen darüber nachzudenken und sich mit diversen Thematiken auseinanderzusetzen. Und "Täter-Opfer-Ausgleich" bringt es teilweise eben ganz gut auf den Punkt und es entsteht ein Bild, das bei "Schock fürs Leben" vielleicht noch etwas schwammiger war.
Sollte man "Schock fürs Leben" denn gehört haben um "Täter-Opfer-Ausgleich" womöglich besser zu verstehen?
JAW: Nee, also eigentlich nicht. Ich meine, auf "Täter-Opfer-Ausgleich" wird doch auch alles angedeutet worum es geht. "Schock fürs Leben" ist natürlich so etwas wie eine Vorgeschichte und es war nunmal mit die schlimmste Zeit meines Lebens. Da steckte ich mehr oder weniger eben auch mittendrin. Heute ist es schon so: Teilweise abschließen können und versuchen das Ganze lockerer umzusetzen. Also ich denke nicht, dass es notwendig ist "Schock fürs Leben" gehört zu haben, aber es erklärt bestimmte Dinge mit Sicherheit noch einmal zusätzlich.
Man kann "Täter-Opfer-Ausgleich" auch als Kritik an sämtlichen Menschen in unserer heutigen Gesellschaft verstehen, die zu egoistisch und gewissenlos durch den Tag gehen, ohne dabei zu merken was sie mit ihren Taten bei anderen Menschen vielleicht anrichten. Was stört dich denn am meisten an unserer Gesellschaft?
JAW: Ich vermute die Ignoranz und die Egomanie. Eben dieses ständige Ellenbogengesellschaft-Ding, das im Endeffekt ja darauf ausgerichtet ist, dass jeder für sich das Bestmöglichste abgreift. Ich weiß nicht, man schwimmt so ein bisschen wie ein Fisch im Ozean - es ist alles entfremdet und unpersönlich geworden, habe ich den Eindruck. Auch wenn man es mit anderen Ländern vergleicht oder auch mit den Zuständen früher in Deutschland. Wenn du mal deine Oma fragst... da hat sich schon einiges geändert. Es ist auf jeden Fall eine Verrohung, Entfremdung und radikale Individualisierung. Und ich glaube, das ist ein Nährboden für viele psychische Defekte, wie sie auch immer vermehrter auftreten, wie du vielleicht auch aus deinem Umfeld mitbekommst. Nicht zu vergessen dieses extreme Wertungssystem: Der Mensch wird ohnehin schon aufgrund seines akademischen Gangs und seines Entsprechens von irgendwelchen Idealen beurteilt und das ist halt einfach krankhaft und fremdartig. Im Prinzip ist jeder Mensch ja schon so eine Art Kunstwerk für sich - und dieses Einsortierenwollen, dieses Ausgrenzenwollen von dem was gerade nicht reinpasst ist halt so absurd. Das ist auch etwas was in den Medien extrem propagiert wird und was auch unter den Leuten praktiziert wird.
Wie würde deine ideale Welt denn dann folglich aussehen? Worauf würde man untereinander besonders viel Wert legen?
JAW: Gute Frage. Ich denke eine ideale Welt wird nicht herstellbar sein, da das menschliche Grundinteresse des Individiums immer zuerst auf sich selbst liegt, also dass wir durch unsere natürlichen Triebe und Bedürfnisse immer in erster Linie auf uns fokussiert sind, weil wir nicht existieren können, wenn wir die eigenen Bedürfnisse nicht grundlegend erfüllen. Aber es gibt natürlich schon so etwas wie Zwischenwege - dass man sozusagen trotzdem kompromissbereit und gesellschaftskonform arbeitet und Zwischenmenschlichkeit entwickelt und zumindest auch den Versuch startet, Verständnis für sein Gegenüber zu entwickeln und eben nicht immer abzustempeln und zu sagen "Das ist böse, das ist gut" oder "Das ist schlecht, das ist okay". Sondern dass man ein grundlegendes Verständnis entwickelt beziehungsweise überhaupt den Willen dazu. Das ist das Wichtigste, denn den haben die Meisten ja gar nicht. Denn solange es für sie funktioniert und sie am richtigen Ende der Nahrungskette sind, ist ihnen der Rest scheißegal. Und deswegen gibt es aber eben auch das Ausbrechen von der anderen Seite der Kette. Aber dann regt man sich eben wieder auf und zeigt mit dem Finger auf den Ausbrecher, dabei ist er aber auch wieder nur eine Reaktion von ganz vielen Prozessen. Beziehungsweise auf viele Prozesse. Das ist ein verdammt komplexes System und deswegen muss man hinterfragen und nachfragen: Warum geschieht das? Wieso tust du das? Wieso verhälstst du dich so? Das ist der einzige Weg um irgendwie zueinander zu finden, denke ich.
Was denkst du denn wieso das heutzutage nicht mehr so ist? Warum ist das 90 Prozent der Menschen einfach scheißegal?
JAW: Uff, vermutlich wegen der Spacken-Idealisierung von Leuten, die im Prinzip die letzten Kackbracken sind. Ich meine, wenn die Idole von heute Heidi Klum und Dieter Bohlen sind, dann sind wir auf jeden Fall an einem absurden Punkt angekommen. Da steht man Leuten gegenüber, die im Prinzip von ihrer Person her nicht nur eiskalt, sondern auch völlig undifferenziert gestrickt sind, so dass man diesen Leuten durchaus auch vielleicht mit psychotherapeutischer Hilfe entgegenkommen könnte. Aber meistens ist es dann ja doch so, dass man die Anderen, die besagten Idealen nicht entsprechen, in die psychotherapeutische Hilfe schickt oder sie sich selbst dort hinschicken, weil sie denken sie sind nicht richtig im Kopf. Ich denke, es ist zu großen Teilen auch einfach eine Vermittlung von falschen Idealen.
Ich sehe dich als einfühlsamen, verständnisvollen Menschen, der sehr viel Wert darauf legt seinen Mitmenschen nicht unnötig Leid zuzutragen. Bist du denn zufrieden mit deiner heutigen Denkweise? Oder wärst du manchmal lieber jemand, der nicht soviel über Dinge nachdenken und sich zu Herzen nehmen muss?
JAW: Also ich bin froh, dass ich differenziert und vermutlich auch weitsichtig genug bin, als dass ich irgendwie gelernt habe, dass es unfassbar verschiedene Beweggründe für Handlungen, Taten und Menschsein geben kann und es eine unfassbare Vielfalt gibt, so dass das Kategorisieren im Prinzip verdammt schwer fällt. Und ich finde man sollte auch über jeden Verbrecher und jeden Heiligen und so ein gewisses Interesse entwickeln... Ähm, deine Frage war was nochmal, Alter? (lacht)
Ob du mit deinem heutigen Mindstate zufrieden bist.
JAW: Ja. Ich bin damit zufrieden. Es ermöglicht einfach einen weitflächigeren Einblick und vielleicht auch die Möglichkeit grundlegende Probleme zu erkennen und vielleicht auch weiter darauf hinzuweisen. Also ich denke, dass meine Einstellung nicht aus Dummheit resultiert, sondern auch aus Erfahrungswerten von beiden Seiten der Medaille. Ich weiß wie es sich anfühlt gut und beliebt zu sein. Und ich weiß wie es sich anfühlt der letzte Dreck zu sein. Ich kenne einfach irgendwie beide Formen des Lebensweges und deswegen kann ich das vielleicht auch ganz gut gegeneinander abwägen.
Okay, aber von meinem persönlichen Standpunkt aus: Es gibt schon Tage oder Momente, an denen ich mir wünschen würde im Kopf dumm zu sein, so dass ich nicht depressiv und halb am verrecken über soviele Dinge nachdenken müsste, sondern einfach darauf scheißen könnte, weißte?
JAW: Ja, aber du musst überlegen: Dummheit schränkt dich auch wieder in einer Form ein. Ich denke, der Dumme kann nicht so ein erfülltes Leben führen wie der Weitsichtige. Okay, weitsichtig - das klingt immer so arrogant. Aber ich denke wenn man einen gewissen Erfahrungs- und Gedankenhorizont hat und trotzdem noch in der Lage ist sich dem Guten zuzuwenden, dann kann es halt unglaublich erfüllend sein. Und der Dumme lebt sein komplettes Leben durch eben im dritten Gang. Und der Andere fährt halt entweder im ersten oder im sechsten. (lacht) So ungefähr. Das sind vielleicht gewagte Psychoanalysen, die ich hier aufstelle, aber ich denke sie sind nicht ganz unwahr.
Trotz aller guten Werte wie Nächstenliebe und Höflichkeit: Wann macht sich denn im Alltag der Menschenfeind in dir bemerkbar? Was bringt dich zum explodieren?
JAW: Wann macht sich der Menschenfeind in mir bemerkbar... keine Ahnung. Das reicht schon wenn ich weggehe und ich einfach oft in einer anderen Stimmung als die Anderen bin, wodurch man sich automatisch distanziert fühlt. Das ist ja auch ein natürlicher evolutionärer Prozess. Man ist ja sozusagen das schwarze Schaf oder der Sonderauswuchs und dann fragt man sich eben einfach: Wieso zur Hölle ist das so? Und wieso leben alle so glücklich in ihrer Ignoranz und in ihrer geschlagenen Blindheit? Und man selber denkt halt auch über mehr nach und steht da irgendwie außen vor. Aber diese Leute sind eben auch nicht daran interessiert beziehungsweise beschäftigen sich nicht mit solchen Dingen. Aber man selbst kann eben gar nicht anders, als sich mit ihnen zu beschäftigen, weil sie für einen selbst halt essentiell für die eigene Verwirklichung sind. Also ich hätte keinen Bock mein Leben lang Kfz-Techniker zu sein oder irgendwie hier, Büro-Arbeit von 8 bis 16 Uhr. Es würde mich halt nicht erfüllen. Wann macht sich der Menschenfeind noch bemerkbar? (überlegt) Bei Ignoranz! Wenn Leute über Sachen reden, von denen sie keinen Schimmer haben - und es passiert so oft! Aber natürlich stets mit völliger Selbstüberzeugung. Es ist natürlich nicht so, dass sie in Erwägung ziehen, dass es vielleicht auch völliger Unsinn ist. Sie sind einfach völlig überzeugt. Und das ist so traurig, weil sie halt auch meistens so einen engen Horizont haben, was man einfach daran merkt, was sie sagen und wie sie argumentieren und welche Alternativen sie dazu kennen. Ja, Ignoranz... und Intoleranz fuckt mich schon auch ab, aber kommt wohl darauf an gegenüber wem. Nee, eigentlich gar nicht. Intoleranz generell fuckt mich glaube ich ab. Einfach diese ganzen verbissenen Grundeinstellungen. Warum kann man nicht versuchen den beschissenen Menschenhorizont, der sowieso schon kleiner als die Erbse unter der Prinzessin ist, versuchen zu erweitern, statt immer in seiner scheiß ländlichen Grundvorstellung zu hausen und alles für bare Münze zu nehmen? Und ja, das ist auch noch etwas was mich aufregt: Dieses Alles glauben und jeden Scheiß für voll nehmen, was man im Fernsehen vorgehalten bekommt und mit was sie dich im Radio vollmüllen. Wovon reden die denn? Vom Treiben in der Beschissenheit. Das geht mir glaube ich schon irgendwie auf den Sack... Aber ich kann auch oft darüber lachen. Und nicht zynisch, sondern dann schon von Herzen. (grinst)
Du hast vorhin gesagt, dass es dich unter anderem stört wenn du weg gehst und die Leute Sachen, die dir persönlich am Herzen liegen und wichtig sind, völlig missachten. Aber du kannst ja nicht in die Köpfe der Leute hineinschauen. Kannst du also wirklich beurteilen, ob es die Leute tangiert oder nicht?
JAW: Nee, keine Ahnung. Wenn ich unter normales Volk gehe, dann fühl ich mich einfach wie ein Alien. Aber das hängt halt damit zusammen, dass ich da einfach einen bisschen anderen Hintergrund habe und das für mich auch nicht einfach der Spaß in Reinform ist auf 'ne Party zu gehen und mal fett die Sau rauszulassen. Das war vielleicht mal so, aber das hat sich über die Jahre ein bisschen schwieriger gestaltet. Das sind einfach verschiedene Grundenergien, die da aufeinander treffen und die da eigentlich nichts miteinander verloren haben. Und deswegen nutze ich meine Zeit eigentlich auch gerne für etwas was mir selbst oder auch Freunden weiterhilft. Aber es geht nicht immer unbedingt darum, dass man da nicht verstanden wird oder sonst was. Ich mach dann ja meistens gar nicht erst den Versuch, weil man einfach schon merkt, dass die Grundstimmung deutlich anders ist. Wenn du auf einer Beerdigung bist und da läuft ein Clown vorbei, dann wirst du auch nicht direkt mit ihm ins Gespräch kommen und sagen: "Ey, wie war deine Zirkusvorstellung?" (lacht) Das sind dann nunmal verschiedene Sparten von Gemütszuständen.
Um noch einmal zurück zu dem Albumkonzept zu kommen: Was für ein Gefühl hat das eigentlich in dir ausgelöst, als du gemerkt hast, dass deine Täter nicht einmal realisiert haben was sie dir angetan haben?
JAW: (überlegt) Gute Frage. Das löst im Prinzip eigentlich das gleiche Gefühl aus wie bei allen anderen Menschen halt. Das sind ja auch nur zwei Erfahrungswerte in einer Kette - jedoch zwei gewichtige vermutlich. Geahnt habe ich das Alles schon lange: Dass Leute nicht wissen was sie tun und dass sie Fehler machen - aber die Masse diese Fehler begeht, und ich das nicht wusste, und ich vor allem diese Massenrechtfertigung nicht kannte. Denn wenn zehn Leute in einer Runde diskutieren und einer spricht dagegen - dann hat der natürlich Unrecht. So ist es aber nicht. Wie Einstein oder was weiß ich wer alles wahrscheinlich herausgefunden hat, ist die Masse nicht zwingend immer der Maßstab der Dinge oder der Vertreter der richtigen Meinung, wie man vielleicht auch bei Hitler gesehen hat. Das ist nunmal etwas womit man zu kämpfen hat, wenn man eine eigene Meinung vertritt und wenn man sich eigene Gedanken macht und sich nicht von irgendeiner Scheiße mitreißen lässt, die man noch nicht versteht. Aber zurück zur Frage: Die Tatsache, dass es den Tätern egal ist, weiß man in dem Moment ja bereits. Das merkt man immer, wenn sich jemand verhält ohne die Konsequenzen für den Anderen zu berücksichtigen. Das ist mir eigentlich schon immer klargewesen. Dieses Verhalten, in welcher Hinsicht auch immer, findet man immer wieder und die Einstellung auch. Von daher gewöhnt man sich da auch so ein bisschen daran und vielleicht betrachtet man deswegen die Spezies als solche etwas kritischer und objektivierter.
Der Grund, warum ich überhaupt gefragt habe, ist, dass es auf dem ersten "TOA"-Thementrack folgende Zeile gibt: "Du hast sie tatsächlich vergessen die Zeit?!". Die Gemütslage, die deine Stimme an dieser Stelle vermittelt, ist nur schwer in Worte zu fassen. Ich nenne es einfach mal "schockiert".
JAW: Ja, natürlich schockiert es einen, wenn man Dinge erlebt, die für Andere wie ein Witz erscheinen, dann ist das natürlich ein krasser Kontrast, der einen wütend macht. Ich meine, wenn jemand - jetzt mal ein Extrembeispiel - deine Familie ausrottet und dir danach eine Einladungskarte zum nächsten Stammtisch-Treffen schenkt, dann wirst du dich fragen: Was zur Hölle passiert mit den Menschen? Was ist da los? Vielleicht beginnt man dann auch einfach zu hinterfragen: Warum passiert das und das? Warum verhält sich der so und so? Da gibt es ja immer einen Grund dafür. Solchen Leuten ist es ja auch nicht bewusst. Es gibt auch tausend Berichte von Amokläufen, wo die Leute niemals geahnt hätten, dass es das und das hervorruft. Das zeigt aber eigentlich recht deutlich die Abgrenzung von dem was man persönlich erlebt und dem was die Anderen vermuten, von dem was derjenige erlebt.
Ich habe das Gefühl, dass du dich aus heutiger Sicht nicht mehr in der Opferrolle sehen willst beziehungsweise dass du dich unwohl fühlst, wenn du dein damaliges Ich betrachtest.
JAW: Es ist nicht mein Ziel in dieser Rolle zu bleiben beziehungsweise es gibt nicht genügend Gründe in der Opferrolle zu stecken. Ich will mein Leben schon so gestalten, dass ich einigermaßen die Kontrolle habe und dass ich eben auch zu dem komme was ich mir persönlich als Ziel gesetzt habe und für mich als richtig erachte. Aber klar, wenn du in solch einer Situation steckst, dann willst du da auch wieder raus. Aber die eigentliche Opfer-Situation waren ja nicht unbedingt die kleinen Jugend-Erlebnisse oder sonst was, sondern wirklich das Loch mit 19, 20 Jahren, wo man einfach völlig am Ende steht und man sich fragt wie so etwas sein kann, weil man nunmal nichts großartig Schlechtes getan hat. Und da kommt natürlich die altmodische Frage nach Gerechtigkeit auf...
Kann man da auch von Hass auf sich selbst sprechen? Weil man damals nicht anders gehandelt hat und sich überhaupt erst in die Opferrolle hat drängen lassen.
JAW: Klar, das Opfer ist sozusagen in der Rolle ja immer auch Opfer, weil es im Bezug auf irgendetwas schwächer ist. Jetzt ist natürlich die Frage: Die Frau, die vergewaltigt wurde, hätte rein theoretisch vorher auch eine Karate-Ausbildung machen können. Macht sie das deswegen zum Mitschuldigen, dass sie vergewaltigt wurde?
Nein, auf keinen Fall.
JAW: Und ist der Amokläufer dafür verantwortlich, dass seine Eltern ihm nicht zur Seite gestanden oder ihm nicht das Gefühl vermittelt haben, dass solche Degradierungen keinen Wert haben und er es nicht zu persönlich nehmen sollte? Ich meine: Entscheiden sich die Opfer dazu Opfer zu sein? Das bezweifele ich sehr. Ich denke dazu entscheided sich niemand, da es folglich viel Leid und viel Einschränkung bedeutet. Die Leute, die dann immer sagen "Ja, die Opfer sind selbst Schuld" sollten vielleicht beim nächsten Amoklauf mit am Start sein. Als Opfer. (lacht) Kleiner Spaß.
Also sagst du schon klipp und klar, dass die Anderen bis zu einem gewissen Grad die Hauptschuldigen sind?
JAW: Was definiert "Schuld"? Ist man Schuld, wenn man unwissentlich Schaden anrichtet? Ja, teilweise, auf jeden Fall. (überlegt) Also man ist ja für die Konsequenzen seiner eigenen Handlung verantwortlich, das ist nunmal das was man mit dem Erwachsenwerden lernt. Hin und wieder vielleicht weniger, aber man selbst ist zumindest die Ursache. Verantwortliche sind in dem Zusammenhang vielleicht die Eltern oder sonst irgendwer.
Die armen Eltern, die können ja auch nicht immer etwas dafür.
JAW: (lacht) Ja, schon. Das ist halt die Frage. Man entscheidet ja trotzdem auch immer ein Stück selbst.
Du nennst auf den beiden "TOA"-Thementracks Namen von realen Personen. Wie würde denn ein heutiges Zusammentreffen mit diesen Personen aussehen? Wie ernst ist es zunehmen, wenn du in deinen Texten sagst, dass du besagten Personen die Hand abhacken würdest?
JAW: Puh, das ist die Frage. Ich denke nicht, dass ich es tun würde. Aber ich denke, dass vielleicht ein innerer Wunsch danach besteht, hehe. Aber ich bin denke ich ein relativ zum verzeihen bewegter Mensch - solange Einsicht herrscht. Wenn Leute nach wie vor ihre Meinung vertreten und keinerlei Zugehen auf deine Person beziehungsweise auch kein Interesse an der anderen Meinung zeigen, dann könnte das relativ ausarten. Aber ich denke, dass es solchen Leuten meistens einfach nicht bewusst ist.
Das wäre meine nächste Frage gewesen: Käme das denn überhaupt für dich in Frage die Täter zu verschonen oder ihnen heutzutage zu verzeihen?
JAW: Klar, ich bin ja kein Serienkiller. (grinst) Die Tatsache, dass man so einer Fantasie Raum gibt, bedeutet nicht unbedingt, dass man es letztendlich auch macht, kann aber auch sein, weil sie auf jeden Fall ein Teil von einem ist. Vermutlich würde man mit den Verantwortlichen darüber reden, sie wären schockiert darüber, welche Auswirkungen so etwas hat. Oder besser gesagt haben kann - wie gesagt, ich sehe das bei mir nicht als entscheidenen Faktor für meinen Zusammenbruch. Ich weiß jetzt aber auf jeden Fall, dass so etwas mit Einflüsse hat und sehr starke haben kann, weil man mit so etwas als Kind auch nicht richtig umgehen kann. Das heißt aber nicht, dass man deswegen unbedingt in eine persönliche Lebenskrise stürzen muss - darauf reagiert ja jeder anders. Aber ich weiß, dass es bei manchen Leuten eben so sein kann. Es gibt Leute, die reagieren einfacher auf solche Sachen, doch das ist den Tätern meistens einfach nicht bewusst. Von daher: Wieso sollte ich ihnen dann nicht verzeihen können? Sonst macht man ja den gleichen beschissenen Fehler wie sie.
Kannst du erläutern welche Phasen du durchgemacht hast und was du dabei empfunden hast, bis du endlich realisiert hast - wie du auch auf dem Album sagst - dass "die meisten deiner Symptome durch die Fehler anderer kamen"?
JAW: Anfangs Verdrängung. Irgendwie hat man gemerkt: Es passiert etwas ganz Schlimmes, aber man wollte es nicht wahrhaben, hat sich in irgendwelche Sachen geflüchtet und hat versucht gut drauf zu sein. Bis der Kontrast zwischen dem inneren Schmerz und dem äußeren Bild so groß ist, dass du es selber gar nicht mehr aufrecht erhalten kannst und du auch gar nicht mehr den Eindruck hast, dass du etwas verlierst, wenn du es dann offen legst. Und wenn du diesen Punkt erreicht hast ist das eigentlich auch der Moment der Selbsterkenntnis. Dann kannst du konstruktiv an deiner Weiterentwicklung arbeiten, dann betrachtest du dich in welcher Lage du bist und wie du wieder nach vorne kommen kannst. Und dann beginnt eben ein langer Weg von vier bis fünf Jahren, ehe man endlich gefestigter und leichter wird. Langsam kommt man dann auch wieder zu einer Form zurück, die man als Mensch bezeichnen kann. Wenn man dann auch wieder Gefühle richtig wahrnimmt und auch einfach wieder das Leben erkennt und nicht todesfixiert ist.
Denkst du denn, dass du heute rein kopfmäßig stabil genug bist, so dass - egal ob alte oder neue Weggefährten - keine derartigen Narben mehr wie damals bei dir hinterlassen könnten?
JAW: Ich mache mein Leben nicht an Anderen fest. Inzwischen ist es so, auch wenn irgendwie schwerwiegende Sachen passieren, die auch Andere als schwerwiegend bezeichnen würden und sich wundern wie man damit umgeht, dann ist es im Verhältnis zu dem was war emotional ein Witz. Deswegen würde ich behaupten, dass ich eigentlich schon auf einem gewissen Weg bin, von dem man mich so schnell nicht abbringen kann.
Wobei Schicksalsschläge aller Art natürlich nie abzusehen sind, wie zum Beispiel der Tod deiner Eltern.
JAW: Ja, das ist schon richtig. Aber Trauer ist nicht das Schlimmste, um jetzt einmal speziell auf dieses Beispiel einzugehen. Es gibt schlimmeres im Leben eines Menschen, so sarkastisch und zynisch es klingen mag. Aber Trauer kann man eigentlich immer auch überwinden, Krankheit nicht immer unbedingt.
Du hast jetzt schon in mehreren Interviews darauf bestanden, dass man dich nicht als Pessimist abstempelt Aber trotzdem warst du in bestimmten Lebensabschnitten doch sicherlich schon einmal pessimistisch eingestellt, oder?
JAW: Boah, das ist im Prinzip ein ganz schwieriges Thema, denn dafür müsste man erst einmal definieren was ein Pessimist ist.
Dann definiere einmal was deiner Meinung nach ein Pessimist ist!
JAW: Ist ein Pessimist jemand, der hauptsächlich von schlechten Erfahrungen berichtet oder von schlechten Dingen erzählt, da sich in seinem Leben hauptsächlich schlechte Dinge ereignen? Oder gehen wir noch weiter: Wenn es sich nur in seiner Wahrnehmung so gestaltet - ist er dann ein Pessismist, wenn er das berichtet? Oder ist es vielleicht diese Ignoranz, wenn er versucht sie zu überspielen oder von etwas anderem zu erzählen, was er vielleicht gar nicht fühlt oder was gar nicht in seiner Wahrnehmungsphäre passiert? Aber ich habe hier ein verdammtes Fremdwörter-Lexikon, ich wollte das sowieso neulich schon einmal nachschlagen. Ich gucke mal kurz nach was ein Pessimist ist, dann können wir uns darüber unterhalten. Ich hinterfrage gerne, wie du merkst. (holt das Fremdwörter-Lexikon und liest vor) "Pessimist, Pessimismus: Negativ eingestellter Mensch, der immer die schlechten Seiten des Lebens sieht, Schwarzseher." Okay, das bedeutet er tut das auch, wenn auch gute Dinge in seinem Leben passieren, dass er trotzdem nur das Schlechte daran sieht. Es gibt jedoch psychische Krankheiten, bei denen du eben genau dies tust. Beispiel Depression. Dir erscheinen also auch die positiven Dinge schwärzer. Die Frage ist: Wenn sie dir schwarz erscheinen und du sie auch genau so widergibst - bist du dann ein Pessimist? Also du siehst sie nicht gezielt schwarz, sondern deine Wahrnehmung ändert sie so, dass du beginnst sie schwarz zu sehen und dann bist du sozusagen von deinen Sinneswahrnehmungen, von deinem biologischen Status her dazu verdammt schwarz zu sehen.
Dann würde ich es nicht unbedingt als Pessimist bezeichnen.
JAW: Ja eben, das ist nämlich genau das Problem. Ich auch nicht. Und ich war nie jemand, der irgendwie versucht hat in den Dingen das Schlechte zu sehen. Ganz im Gegenteil: Ich neige dann eher dazu auch mal das Ein oder Andere zu verdrängen. Und deswegen ist es halt auch so absurd, wenn man als sowas hingestellt wird, obwohl eigentlich das komplette Gegenteil der Fall ist. Und ich glaube nicht, dass ich einmal pessimistisch gewesen bin. Auch wenn es vielleicht andere so erlebt haben. Aber die haben ihre Realität und ich meine.
Was denkst du denn wieso die Leute überhaupt behaupten du seist ein Pessimist?
JAW: Naja, weil jemand, der aus einer gesunden Entwicklung stammt und der mit sowas konfrontiert wird, sich natürlich denkt "Ja, der erzählt die ganze Zeit nur sowas, weil er sich darauf versteifen will". Die kennen die Kopplung an solche Wahrnehmungen beziehungsweise an solche Erlebnisse ja nicht. Dass du eben auch gar nicht mehr die Wahl hast - du wirst einfach in die Scheiße befördert und kannst dagegen nichts tun. Und wenn doch, dann ganz langsam und über einen langen Zeitraum hinweg - und das musst du erst lernen, über alles mögliche, Therapie und sonst was. Aber klar, aus deren Sicht wirkt es natürlich pessimistisch. Aber vielleicht wirken sie aus meiner Sicht auch einfach überzogen bis verfremdet optimistisch. Das ist halt die Frage. Diese Leute können einen selbst in der Lage nicht beurteilen. Man selbst die Anderen leider schon, weil man eben diese Zustände auch kennt. Ich weiß schon auch wie es sich anfühlt, wenn alles cool, easy und entspannt ist, so ist es nicht. Aber es gibt eben auch eine andere Realität und die lernen wahrscheinlich nicht soviele Leute kennen und deswegen stempeln sie es dann als Pessimismus ab.
Macht es dich denn wütend als Pessimist abgestempelt zu werden?
JAW: Ja, schon, schon. Völlig aggressiv. (lacht) Beim One Love Festival dieses Jahr hat mich auch jemand damit vollgelabert von wegen ich sei Pessimist und irgendwann wurde ich verdammt fahrig. Aber er hat im Nachhinein auch einiges eingesehen und dann war auch alles okay, so dass ich ihn nicht ermorden musste.
Also würdest du auch einfach von den Leuten erwarten, dass sie sich erst Gedanken machen, bevor sie blind drauf los reden?
JAW: Ich denke schon, dass man das ein Stück weit erwarten kann. Oder dass, wenn man sich schon gegenüber etwas äußert, man auch ein gewisses Interesse gegenüber dem gegnerischen Standpunkt zeigt. Vielleicht können sie jedoch auch gar nicht nachvollziehen was du erlebt hast, da sie es nunmal nicht am eigenen Leib erfahren haben...
JAW: Aber deswegen muss man ja kommunizieren! Das ist ja die einzige Möglichkeit um Erfahrungen auszutauschen, die man selbst nicht gemacht hat und seinen Horizont zu erweitern. Wir haben nunmal keine andere Möglichkeit als die Sprache, um den eigenen Erfahrungshorizont zu erweitern. Und das sollte man dann halt auch tun. Ich renne ja auch nicht an die Börse und sage "Daimler-Aktien sind die besten Aktien!", weil ich nunmal keinen Plan davon habe. Aber wenn ich es sage und es kommt jemand, der mir demonstrativ etwas besseres erzählt, dann werde ich mich wahrscheinlich darauf einlassen und hinterfragen, ob meine Meinung die richtige ist. Das ist ein ganz normaler Prozess, finde ich. Beziehungsweise sollte es zumindest sein.
Du rappst auf "Optimist" die Zeile "Ich weiß, dass Gutmütigkeit sich hin zum Ende verwandelt und sich gegenüber der Menschheit als blutrünstig zeigt". Wie ist das zu verstehen?
JAW: Das ist so zu verstehen, dass man in diesem Land eine gewisse Selbstlosigkeit an den Tag legt, damit gegen eine Betonmauer läuft und du eigentlich schon mehr oder weniger zum Egoismus und zur Manipulation erzogen wirst. Wohin kommst du denn, wenn du nicht selbstbezogen bist? Und zwar ein Stück weiter, als wahrscheinlich gesund wäre. Ich denke einfach, dass dadurch eine gewisse Wut entsteht. Das kannst du auch auf alles beziehen - wenn du Frauen zum Beispiel Vertrauen schenkst...
Ja, das wollte ich gerade sagen: Mann ist mit Frau zusammen, Mann gibt 100 Prozent in der Beziehung, Frau geht fremd. Am Ende wird der Mann seine anfängliche Gutmütigkeit womöglich bis zu einem gewissen Grad bereuen und der Frau nur noch Böses wollen.
JAW: Ja, das ist die natürliche Reaktion. Aber ich glaube die anspruchsvollere, die auch mehr Kraft kosten kann, ist zu versuchen vielleicht zu verzeihen und zu sagen "Gut, du hast einfach komplett andere Vorstellungen von Beziehung wie ich...". Das wäre dann schon der nächste Schritt, aber da ist man ja fast schon beim Jesus-Prinzip. Und das ist vielen Menschen eine Stufe zuweit.
Jetzt habe ich kürzlich in einem Forum gelesen, dass der Song "Cymbalta" als gefährlich erachtet wurde. Was sagst du dazu?
JAW: Ich würde "Cymbalta" nicht als gefährlichen Track erachten. Naja gut, keine Ahnung ob es ein gefährlicher Track ist. Aber das ist auch nicht unbedingt meine Aufgabe dafür zu sorgen. Das ist meine Kunst und ich mache Kunst nicht unbedingt nach moralischen Prinzipien. Es geht mir nicht darum irgendwelche Doktrin für irgendjemanden zu erstellen, sondern es ist auch einfach eine Darstellung von unliebsamen Tatbeständen. Und wenn ich mit dem Zeug gute Erfahrungen mache und eben auch das Gefühl habe, dass es mir weiterhilft, dann mache ich halt auch einen Track, in dem ich es unmenschlich abfeiere. Es wird ja niemand gezwungen das Zeug zu nehmen und es soll natürlich auch auf den Irrsinn hinweisen, dass es irrsinnig ist, wenn Leute Medikamente brauchen, damit es ihnen erträglich geht. Und dass es davon auch viele gibt. Und nicht, weil die Ärzte es sich leicht machen, sondern weil es keine anderen Mittel zu geben scheint, um diesen Irrsinn aufzuzeigen. Zumal man auf dem Track bei den Ärzte typischen Aussagen ala "Dein Leben wird besser, sobald du Cymbalta nimmst!" schon einen gewissen Sarkasmus heraushören sollte.
Wobei ich sagen muss, dass der Track ansich schon ziemlich ernst rüberkommt.
JAW: Aber durch die Zwischensprüche, "Du kannst es nehmen! Nimm es, nimm es!", wird dochoffentsichtlich, dass es keine ernst gemeinte Aufforderung ist. Also soviel Humorverständnis werden die Leute ja noch haben. Und selbst wenn - das Zeug bekommst du ja sowieso nur auf Rezept bei deinem Arzt. Der würde dir das nicht einfach so verschreiben, sondern muss schon das Gefühl haben, dass du das jetzt nicht einfach nur aus Experimentierfreudigkeit ausprobieren willst, sondern weil du extreme Symptome hast, die das Medikament notwendig machen würden.
Dann kommen wir mal zu einem leichteren Thema, weg von Dunkelheit, Depression und Tabletten. Auf "Kein Star" setzt du dich auf amüsante Art und Weise mit verschiedenen Methoden Fame zu erlangen auseinander. Was wäre denn der absurdeste Promostunt, der dir einfallen würde, um Aufmerksamkeit zu bekommen?
JAW: Der absurdeste Promostunt, oh Gott... (überlegt) Vermutlich mich von Dieter Bohlen managen lassen oder so. Denn das wäre der komplette Widerspruch und würde eigentlich jeden Wert widerlegen, den ich mir bis dato aufgebaut hätte. Also es gibt viele Möglichkeiten bekannter zu werden. Wenn man jetzt nicht direkt den Kontakt zu Dieter Bohlen hat, macht man die Musik einfach ein bisschen easy going-mäßiger und man taugt direkt zu Chill-out-Artist oder als Party-CD-Produzent. Man kann es sich schon leichter machen, aber das Problem ist, dass diese Phänomene, die sich eben darauf einstellen was gerade angesagt ist, eben sehr kurzlebig sind und dadurch schneiden sie sich in das eigene Fleisch. Es ist halt dumm zu denken, dass wenn man gerade einen Trend trifft und schnelle gepushte Aufmerksamkeit bekommt, dass Fans länger als ein Jahr bleiben. Hier, Deutschland sucht den Superstar, wer kennt diese ganzen Leute noch? Wie sie alle heißen: Alexander. No Angels, von denen hört man eigentlich auch nichts mehr, oder? Ich bin da nicht so auf dem Laufenden...
Also ich kaufe mir schon noch regelmäßig die Releases der No Angels.
JAW: (kichert) Ja gut, die No Angels-CDs habe ich auch alle im Schrank stehen. Aber Alexander war mir auch einfach ein bisschen zu emotional und daher nicht so mein Ding.
Aber Stichwort Dieter Bohlen: Im Video dann auch mit Mark Medlock, Klavier und weißen Tauben am Strand? Alles inklusive?
JAW: (verächtlich) Alles Plastik! Alles Plastik-Produktionen! Und das wissen sie ja auch und deswegen funktioniert es ja auch so gut, weil Jugendliche natürlich auch auf Plastik anspringen, weil sie einfach noch nicht so gut unterscheiden können. Und das ist nunmal die Hauptkäuferschaft.
Du bekommst inzwischen Props von namhaften Künstlern wie Casper, Marteria und Abroo...
JAW: Casper hat mir auch Props gegeben?
Er hat bei Twitter auf jeden Fall das "Elena"-Video mit dem Satz "Hat er gut gemacht!" gepostet.
JAW: Ach ja, hatte ich ihm empfohlen, er soll es sich mal anhören und dann kam er auch zu mir meinte "Ja! Ja! Ja! Sehr gut.".
Aber du bekommst das schon mit?
JAW: Teilweise, ja. Das mit Marteria habe ich mitbekommen und das mit Abroo auch.
Fühlst du dich dann denn in gewisser Weise geehrt oder ist dir das komplett egal?
JAW: Nee, das ist schon ein gutes Zeichen, weil das ja auch Künstler sind, die ja auch durchaus für sich schon etwas funktionierendes, stimmiges und auch cooles aufgebaut haben. Und das zeigt mir dann schon, dass ich auf jeden Fall nicht allzuviel falsch mache. Aber gut, beeinflussen lasse ich micht nicht, weil... also ganz ehrlich: Ich habe halt meine eigene Vorstellung wie das Alles zu sein hat und meinen Geschmack teilen dann ja auch die Wenigsten.
Apropos Marteria: Ich habe heute ein Interview mit ihm gesehen, in dem er auf eine potentielle Kollabo mit dir angesprochen wurde. Er antwortete darauf, dass in nächster Zeit der Kontakt hergestellt werden würde und dass - ich zitiere wortwörtlich - "die Weisse Scheisse dann grün gemacht wird".Ist da eine Marsimoto / JAW-Kollabo geplant?
JAW: (lacht) Das war eigentlich schon lange mal im Raum. Schon lange bevor dieser Hype da war, haben wir schon geschrieben und ausgemacht, dass wir mal etwas zusammen starten. Aber irgendwie ist es noch nicht dazu gekommen, ich glaube auch, weil er ganz viel um die Ohren hat. Aber ja, wenn er sich meldet auf jeden Fall. Ich meine, er weiß, dass ihm von meiner Seite da nicht soviel im Wege steht. Es muss halt irgendwie passen. Aber ja, klar.
Verfolgst du den aktuellen Marteria-Hype denn mit?
JAW: Ja, meine Freundin zieht sich hier die ganze Zeit dieses "Verstrahlt"-Video rein. Die ist recht angetan. (lacht) Und auch eine gute Freundin von mir feiert seine Sachen unfassbar. (Gemurmel aus dem Hintergrund) Da wird schon leicht protestiert. Also ich finde es cool - er ist eigenständig und er macht gut was er macht. Es ist zwar nicht immer mein Geschmack, aber schon etwas dem ich Respekt zolle.
Dein eigenes Label Weisse Scheisse gibt es jetzt seit Ende 2008. Bist du denn zufrieden wie es bisher damit läuft?
JAW: Es ist eben schon harte Arbeit, sag ich mal. Ich hätte nie gedacht, dass soviel Stress und soviel Ärger auf mich zukommt, weil man immer versuchen muss mit den günstigsten Mitteln das bestmöglichste Resultat zu erzielen. Man hat eben auch immer nur begrenzte Mittel und was an Geld fehlt muss man sozusagen durch eigene Energie, Zeit und Motivation wieder wett machen. Das ist halt so ein harter Kampf gegen die Zeit und den eigenen Willen. Aber ja, im Endeffekt bin ich natürlich zufrieden. Hallo? MTV jetzt zehn Wochen am Stück, die Resonanz auf das Album ist gut, die Promo hat soweit eigentlich gut geklappt und wir haben keine dummen Investitionen gemacht. Es läuft schon richtig. Aber es ist eben auch eine hohe Anstrengung.
Kann man sagen, dass du mit "Täter-Opfer-Ausgleich" als Solokünstler die nächste Stufe erreicht hast?
JAW: Ja. Also meine persönliche nächste Stufe, sozusagen. Ich bin inzwischen auf jeden Fall ein Begriff und man kommt nicht mehr so wirklich an mir vorbei. (Pause) Und das ist gut. (lacht)
Was darf man denn als nächstes von Weisse Scheisse erwarten? Was steht alles an?
JAW: Das Album von Private Paul - Emopunkrap. Danach erstmal eine gemeinsame EP mit Adolph Gandih, wobei ich da noch nicht weiß wann ich das schaffe, da ich auch noch Stress mit dem Studium habe. Daher wird das wahrscheinlich erstmal auf nächstes Jahr hinauslaufen, Private Paul hoffen wir noch dieses Jahr zu schaffen. Ist eben immer viel Arbeit. Braucht Zeit und Geld.
Steht die EP mit Absztrakkt eigentlich noch?
JAW: Die steht auch noch. Die wird dann aber denke ich auf jeden Fall erst nächstes Jahr erscheinen. Aber klar, die steht noch.
Da gab es ja ein merkwürdiges Statement seitens Absztrakkt, es würde trotz deiner Aussagen keine gemeinsame EP erscheinen.
JAW: Er irrt sich! (lacht) Ich kann nur sagen: Er irrt sich, er täuscht sich. Ich werde eine EP mit ihm machen!
Verwirrende Geschichte auf jeden Fall.
JAW: (lacht) Ja, ich weiß.
Kannst du kurz erläutern was du an Absztrakkt schätzt und wieso du ausgerechnet mit ihm eine EP aufnehmen möchtest?
JAW: Er ist halt ein krasses Sprachtalent. Einer, der es auch wirklich schafft Bildersprache wirkungsstark und passend einzusetzen und trotzdem zugleich so elementare und auch herkömmliche Passagen dazwischen hat. Das macht ihn auf der einen Seite so krass menschlich und fehlerhaft und auf der anderen Seite auch so übersinnlich, auf eine Art und Weise. Und das fasziniert mich halt - Musik, bei der ich das Gefühl habe, dass da wirklich etwas dahinter verborgen ist, viel Qualität hat und auch krass auf mich wirkt. Ich höre diese Musik und sie fasziniert mich. Und das ist bei mir nicht so oft der Fall.
Musik muss dir also immer emotional etwas geben?
JAW: Es muss mich halt packen. Ich meine, Musik ist ja schon irgendwie die Sprache der Gefühle. Und ob ich jetzt auf etwas abtanze, weil es mir irgendwie 'nen Push gibt oder weil es in mir Traurigkeit verursacht - es hat ja alles den gleichen Wert. Und ich denke jeder hört Musik deswegen, weil es ihm emotional etwas gibt.
Was hörst du privat denn sonst noch so? Ich gehe einmal davon aus, dass du momentan eher weniger Deutschrap hörst...
JAW: Deutschrap höre ich fast gar nichts mehr momentan. Oder lass mich überlegen. (zu seiner Freundin) Nina, was habe ich Rap-technisch an Deutschrap in letzter Zeit gehört? Ah genau, Shooting Star aka Gunnar habe ich gehört. Ein bisschen SD... und ich glaube das war es. Joa, bin ich halt nicht so angetan. Ach ja, auch ein bisschen Nate! Habe ich mich ein bisschen reingehört, fand ich eigentlich auch nicht schlecht. Aber war halt auch nicht immer so 100-prozentig mein Fall. Aber der kann auf jeden Fall auch was.
Kannst du an der Stelle vielleicht auch etwas zu BoZ sagen? Was geht da Mixtape-technisch?
JAW: Das ist eine gute Frage. Ich hatte nur einmal kurz MySpace-Kontakt, aber ich weiß nicht wie der momentane Stand zum Album ist. Ich vermute, er ist einfach wie Chiss ein bisschen zu perfektionistisch. Das kann halt extrem hemmend und lähmend sein, was halt schade ist, denn egal was er released hätte, es hätte vermutlich für ziemliche Furore gesorgt. Wollen wir mal hoffen, dass das irgendwie noch nachkommt. Vielleicht kann ich ihn ja mal noch überreden.
Also immernoch der selbe Stand wie vor zehn Jahren.
JAW: (lacht) Ja, ich glaube auch.
Die Frage nach einem Supafriendz-Album kann ich mir eigentlich auch sparen, oder?
JAW: Hm, die kannst du dir eigentlich auch sparen, weil...
Danach wird im Internet nämlich immernoch gefragt. Auch was altes Material angeht, ob das veröffentlicht werden kann oder ob sogar noch neues Material von BoZ, Knight und dir kommt.
JAW: Ich kann mir überlegen da vielleicht mal so paar alte Parts rauszuhauen, müsste ich mal nachfragen. Wir hatten ein paar Verse aufgenommen gehabt, aber keine wirklichen zusammenhängenden Tracks. Aber in der ursprünglichen Konstellation wird da auf jeden Fall nichts Neues mehr kommen. Aber mit BoZ - wer weiß. Hätte ich auf jeden Fall Bock drauf.
Aber der Wunsch nach dem Traumfeature mit SD steht immernoch, ja?
JAW: Hehe ja, das steht immernoch. Aber nun gut, der wird das wahrscheinlich auch mitbekommen und von irgendwelchen Fans darauf angelabert werden, weil die Brücke zu mir vermutlich auch nicht so groß ist. Da wird man sich vielleicht schon mal noch über den Weg laufen und wenn nicht, dann geht die Welt auch nicht unter.
Den Eminem-Stempel habt ihr ja auf jeden Fall beide aufgedrückt bekommen.
JAW: Hehehe, den haben wir beide ein bisschen aufgedrückt bekommen, ja. (Pause) Ähm, mein Gott. (Gelächter) Wobei ich finde, dass das bei ihm nochmal viel deutlicher ist als bei mir.
Du gehst ab dem 20. August gemeinsam mit Pimpulsiv und DNP auf "Sozioparty"-Tour. Was darf man da von deiner Show erwarten?
JAW: 60 bis 75 Minuten Programm, vollgestopft mit viel "Täter-Opfer-Ausgleich"-, "Menschenfeind"- und "Gehirn im Mixer"-Sachen. Außerdem Sachen von Private Paul und Adolph Gandhi. Das wird eine relativ lange Show... Das wird sich schon lohnen!
Und wieso ausgerechnet mit Pimpulsiv und DNP als Tour-Partner?
JAW: Passte. Trailerpark und Weisse Scheisse sind ja jetzt nicht so unterschiedliche Konzepte. Und wir kennen uns halt und sind vermutlich auch auf einem ähnlichen Status und da lohnt es sich einfach die Fanbases zusammen zu holen, um die Clubs auch ein bisschen voller zu kriegen, als es vielleicht alleine der Fall wäre. War, glaube ich, also nicht die schlechteste Entscheidung. Außerdem: Mit wem soll ich sonst touren?! Hehe, wen gäbe es denn da bitte?
Morlockk Dilemma hätte sich noch angeboten.
JAW: Morlockk wäre 'ne Idee, ja genau. Nächstes Jahr also eine Tour mit Morlockk Dilemma, wer weiß. Oder mit Mach.
Wenn wir schon soviel über andere Rapper reden: Was geht eigentlich mit Hollywood Hank?
JAW: Keine Ahnung, weiß ich nicht. Habe ich auch keine Information darüber, weil wir momentan jetzt auch nicht so den krassen Kontakt haben. Er kümmert sich momentan glaube ich um sein Leben. Er muss ja auch irgendwie Geld verdienen und mit Rap schließt er es, glaube ich, eher aus.
Gut. Dann danke ich dir für das Interview und überlasse dir das Schlusswort!
JAW: Kommt zur Tour! Karten gibt's auf ticketmaster.de - am 20. August geht's los! Infos gibt es wie immer natürlich auf weissescheisse.de. Und das zweite High Society-Album kommt! Ich habe gestern mit Smexer telefoniert und Kobra ist auch nicht abgeneigt. Drehen wir auf jeden Fall noch ein paar flye Videos und dann wird der, brät, Vogel abgeschossen, Alter.
Nichts gegen JAW und das Interview ist ziemlich interessant, nur sollte man auf der Hauptseite nicht das ganze Interview zeigen..
Ansonsten zeigt Jotta mal wieder, dass ein sehr kluges Köpfchen ist, das seine kontroverse Haltung im Gegensatz zu vielen Menschen auch bekräftigen kann!
kleine weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund auf der Länge fickt so ziemlich die Augen! ;)
Interview auf jeden gut! Und badaDINGSbadabang...kann ich dir demnächst Interviews zum transkribieren schicken? Die nächste Uni-Arbeit kommt bestimmt... *g*
TOA ist für mich so auf einer Stufe mit Grau von Tua, was Anspruch/Gefühlsbla undso angeht. Mir fallen die richtigen Worte nicht ein. Auf jeden Fall geht es einem schon ziemlich nahe. Ich mags und freu mich auf weiteres von Jaw.
Hahaha, hör mir auf. Ich bin jetzt erstmal froh endlich dieses Monster hier bewältigt zu haben. Interviews führen schön und gut - aber das Abtippen braucht wirklich kein Mensch.
Und je öfter ich das mit dem Augengulasch zu Ohren bekomme, desto ernster denke ich über eine zukünftige Berufslaufbahn als Optiker nach. Könnte lukrativ für mich werden. ;)
sehr cooles interview.
aber eine frage: in welchem interview sagt marteria das mit "die weisse scheisse wird grün gemacht ?
jaw,marteria,casper album wäre ja mal überkrass:D
"Dieses Alles glauben und jeden Scheiß für voll nehmen, was man im Fernsehen vorgehalten bekommt und mit was sie dich im Radio vollmüllen."
und ich stimme ihm da jetzt auch ueberall zu und das sind auch alles dinge, ueber die ich mich permanent seit jahren aufrege - seit 8? oder 9 jahren? und wenn man sich so 6 jahre mit irgendwas intensivst beschaeftigt, hunderte dokumente bei sich rumliegen hat und eigentlich ein buch ueber ein thema schreiben koennte ist es nichts wert, weil es im mainstream als unfug dargestellt wird - das ist sehr sehr sehr ernuechternd
sollten sich die meisten leute mal sehr sehr zu herzen nehmen!!!
und der typ hat sehr sehr viel kapiert, ist angenehm, wenn man sieht, dass es doch noch leute gibt, die nicht voellig von der gesellschaft verbloedet und verdummt sind.
kannte bis jetzt nur das mixeryrawdeluxe interview und das video "meine fans".
werde mir demnächst mal sein album kaufen.scheint ein kluges köpfchen zu sein,was
man heutzutage in d-rap kaum mehr auffindet.
"Wer ist das JAW?"
"scheiß auf den kerln, is eh wack"
Ich liebe diese Leute, keinen Plan von guter (Rap)Musik und erst recht nicht vom Leben, aber das Maul aufreißen. Hauptsache seinen unqualifizierten Senf dazugeben. Shame on you, bitches.