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9.07.2009 - Deutschraps Meinung zu Michael Jacksons Ableben? Bekommst du hier! [Serie]



Michael Jackson
: 1958 - 2009. R.I.P.




Pillath (Künstler / Unsigned):


Es ist gerade kurz nach drei Uhr in der Nacht von Donnerstag auf Freitag und ich komm sturzbesoffen von einer Party. Ich mach den Laptop an und das Erste was ich les’ ist, dass Michael Jackson tot ist. Übertriebene Trauer! Trotz aller Diskussion über seine Person und seinen Lebensstil war er, als ich ein Kind war, DER Held überhaupt und seine Musik ist bis heute Legende! Ich zisch mir jetzt noch paar Vodka und hör’ paar alte Klassiker.

In diesem Sinne,

R.I.P.


P.S.: Gebt euch mal den Beat von „Who Is It?“ - ich würd heute noch drüber rappen!



Olli Banjo (Künstler / Headrush Records):


Ich bin gestern mitten in der Nacht von einem Kumpel telefonisch geweckt worden, der mich nur sehr selten anruft! Seine Ansage war: „Michael Jackson ist tot!“ Ich muss sagen, dass mich das wirklich, wirklich trifft! Man könnte jetzt natürlich argumentieren „Hey, jeden Tag sterben Menschen, blabla“, aber ich hab mir mal Gedanken gemacht, warum mich das so trifft. Erstens weil MJ ein unfassbares musikalisches Erbe hinterlässt, welches sich nicht in Worte fassen lässt und zweitens, weil er immer da war. Er war schon immer da, wie der Nikolaus, McDonalds oder Nutella! Ich muss wirklich sagen ich trauere um dieses übergroße Genie, seine Musik wird mich für immer begleiten. Der König ist tot, es lebe Michael Jackson!



Tarek (K.I.Z.) (Künstler / Universal):


Ruhe in Frieden, Michael. Ich habe die CDs und Joe Jackson hat dich auf dem Gewissen.
Unsere Streetsingle „Einritt“ kam an seinem Todestag heraus - ist kein Zufall.

Huldigt mir: Ich bin das Orakel.



Ercandize (Künstler & Produzent / Assazeen):


Ich feier einige seiner Songs sehr. Echt traurig wie es um ihn aussah in den letzten 10 bis 15 Jahren. Man hat es ja quasi jeden Tag in den Nachrichten oder im Netz serviert bekommen. Die Berichterstattung über ihn war so übel, dass man ihn eher als Ausserirdischen, denn als Musiker, wahrgenommen hat. Mich oder meine Mucke hat er zumindest nicht beeinflusst, trotzdem echt traurig das Alles.




Bass Sultan Hengzt (Künstler / Murderbass):


Michael Jackson spielte für mich als Musiker immer eine große Rolle. Seine Musik hat mich mein Leben lang bis hier und jetzt begleitet. In Sachen Musik hab ich mir viel von ihm abgeschaut. „Off The Wall“, „Bad“, „Thriller“, „Dangerous“ - alles unfassbar gute Alben und hab sie alle als Original bei mir zuhause stehen.




Abroo (Künstler / Underdogs Music):


Sein Tod hat keinerlei Effekt auf mein Leben. Die Menschen, die um mich herum sterben, um die trauere ich. Aber nicht bei Michael Jackson. Ich kann diesen übertriebenen Hype jetzt auch null verstehen. Jahrelang hat sich keiner für ihn oder sein Wohlbefinden interessiert. Man hat ihn sogar belächelt. Manchmal muss man eben erst sterben, damit man wieder Herzen berührt. Seltsame Sache.




Falk (Hawkeye / Mixery Raw Deluxe & JUICE):

Michael Jackson ist einer der letzten großen Weltstars gewesen. Seine Bedeutung für die Musik-Kultur ist nicht in ein paar Sätzen zu fassen. Auch politisch und gesellschaftlich gesehen hat er extrem viel bewegt.

War der Mann normal? Er war so normal wie sein Leben normal war. Seit seinem fünftem Lebensjahr auf der Bühne, waren Genie und Wahnsinn sehr dicht beieinander.

Die meisten Menschen nehmen Michael Jackson ja nur seit seinem 1979er Album „Off The Wall“ wahr.


Ich feier natürlich auch die Tracks die jeder andere auf schlechten Abipartys feiert.

„Thriller“ ist einer der eingängigsten und bestklingenden Tanzsongs der 80s.

„Billie Jean“ hat eine der besten Basslines, die jemals komponiert wurden.

„Wanna Be Startin' Something“ mit dieser monotonen power Elektro-Bassline, über die diese wunderbaren Harmonien gelegt sind und dann plötzlich dieser Soul Makossa Chant.

„Don't Stop Till You Get Enough“ mit der Cola Flaschen-Percussion und dieser unfassbaren Gitarren-Linie.

„Off The Wall“ mit einer weiteren killer Bassline und diesem butterweichem Chorus der so süßlich ist wie Karamel.

„Rock With You“ mit seinen unterschwelligen Anspielungen, den subtilen Hörnern und diesem leicht elektroiden Einfluss durch die Synths.

Was viele aber ignorieren ist seine Arbeit davor oder auch neben seiner Solokarriere. Seine Solo-Alben der 70s wie „Got To Be There“, „Ben“, „Music & Me“, „Forever, Michael“, oder der „The Wiz“ Soundtrack, die alle vor dem 79er „Off The Wall“ Album rauskamen, sind angefüllt mit Bangern, die perfekt die jeweilige Musikepoche widerspiegeln, in der sie aufgenommen wurden.

Und nicht zu vergessen die Jackson 5.

Über fast 15 Jahre hinweg haben die Jackson 5 Musik veröffentlicht. Von Ende der 60s bis Mitte der 80s. Somit findet sich in ihrem Katalog alles von Soul, Funk, Rhythm'n'Blues, bis Disco, Rock und Elektronischem.

Von „I Want You Back“, das inzwischen 40 Jahre alt ist, bis zu „State Of Shock“ von 1984, das mit Synth-Sample Drums und Mick Jagger-Feature glänzt.

Und der Typ konnte sich bewegen!!! Er konnte Poppen und Locken wie hier zu sehen:


Und der Typ hat sehr früh Electric Boogie Moves drauf gehabt wie den Robot:


Mann Alter, wie viele Klone und Clowns ich über die Jahre gesehen habe die 1 zu 1 die Moves von Michael Jackson kopiert haben. Vielleicht hilft es ihnen wenn sie wissen, dass auch Jackson nicht von Anfang an einen eigenen Tanzstil hatte. Er hat ihn über die Jahre entwickelt, solange bis es seine Moves waren. Sein absolutes Idol und Vorbild war James Brown. Und viele seiner Moves sind Abwandlungen von Browns Bewegungen.

Das hier ist ein Video von 1968, das aufgenommen wurde als die Band bei Motown vorspielte, um einen Plattenvertrag zu bekommen. MJ war damals ZEHN Jahre alt, ist aber schon slick wie ein Profi der 30 Jahre dabei ist. Und die Moves die er bringt, die Körperkontrolle, er war für nichts anderes geboren worden als das zu tun was er tat.



Michael Jackson hat auch mal James Brown persönlich gezeigt wie gut er die Moves von ihm drauf hat, das war vor 25 Jahren:



Und natürlich der MOONWALK. Das erste Mal führte Michael Jackson den Moonwalk 1983 vor, als er zur 25 Jahresfeier von Motown Records auftrat. Dieser Move wurde zu seinem Signature Move und wird auf ewig mit ihm verbunden sein. Allerdings wurde ihm der Move beigebracht von einem Tänzer der Sendung Soultrain - der behauptet noch heute den Scheck zu besitzen, den er dafür bekam.



Wobei man für alle B-Boys dieser Welt aufklären muss, dass das, was seit 1983 in allen Medien als Moonwalk bezeichnet wird, kein Moonwalk ist. Eigentlich ist das ein BACKSLIDE.

Ich gebe aber zu das der Name „Moonwalk“ einfach besser klingt als „Backslide“ und zur medialen Verbreitung ist das natürlich einfacher.

Ein Moonwalk ist eigentlich das hier:


Den Backslide gab es schon früher. Hier ist Jeffrey Daniel zu sehen, der in den 70s auch ein Tänzer bei der Sendung Soultrain war, der den Move ein Jahr vorher bei Top Of The Pops bringt. Ab Minute 1:45:



Aber weder Daniel noch Jackson, noch die anderen Soultrain Tänzer waren die Ersten, die diesen Move brachten.
Der Bewegungsablauf kann bis in die 40er zurück verfolgt werden und in diesem Video sind auch noch viele andere klassische Moves zu sehen, von denen sich Michael hat inspirieren lassen:


Und wer wissen will von was sich Deichkind unter anderem für ihr Video „Limit“ haben inpirieren lassen, der schaue sich mal dieses Video von den Jackson 5 an: 


Jackson 5 - Can You Feel It?


Deichkind - Limit


Can you feel it???

Yes I can!!!




Ayranmaiden (Word Cup & Tape.TV):


Ich habe mir letztes Jahr erst „Bad“ noch einmal als CD zugelegt, nachdem ich das Tape irgendwann mal verloren hatte. Bin im Media Markt oder so darüber gestolpert und hab mich an dieses geile Album erinnert, das ich im Türkei-Urlaub damals so abgefeiert habe. Jacko war ja seit Jahren nur noch eine Bild-Schlagzeile, ein Kind im Manne, kaputt gemacht, nicht mehr der Musiker und Tänzer von einst. Aber dieses „einst“ war halt so überlebensgroß, dass man darüber hinwegschauen wollte. Jacko hat mich nicht direkt beeinflusst, vielmehr fasziniert, damals. Danach war es zunächst traurig, was aus ihm wurde, man wollte ihn quasi Fan-mäßig in Schutz nehmen, später war es für mich nur noch like „Pffffft, Jacko what? Was hat er jetzt wieder gemacht?“ Dennoch: Sein Ableben ist schon traurig, er war einer der Größten - der Ex-King-of-Pop!




Migo (Künstler & Produzent / BPR):


Das erste Mal gesehen habe ich Michael auf der „Bad“-Platte, die ein Mitschüler in der Grundschule mitgebracht hat. Damals hab ich ihm gesagt, dass die Frau auf dem Cover ziemlich komisch aussieht, haha. Meine allererste CD überhaupt war „Dangerous“, welche auch gleichzeitig meine Lieblingsplatte von ihm ist. Die habe ich als kleiner Junge rauf und runter gehört und während alle dieses „Black & White“ gefeiert haben, war ich eher so der „Remember The Time“, „Closet“, „Jam“ Typ... Ach, ich kann eigentlich das ganze Album aufzählen. Hört euch mal die Sachen an und vergleicht das mit R’n’B von heute - einfach zeitlos, das Ganze...

Ich kann nur sagen, dass ich zwar weiß, dass jeden Tag unzählige Menschen sterben und dass das einfach der Lauf der Dinge ist, ich aber in diesem Fall dennoch besonders traurig bin, weil ich immer irgendwie insgeheim gehofft habe er macht nochmal was und dann wird alles wieder gut. Er wirft mit einem Mal alle Skandale ab und bringt wieder ein Album, was mal wieder für die nächsten 20 Jahre wegweisend ist. Aber so wird man dann leider aus der Realität geholt - indem Menschen sterben, von denen man immer dachte sie sind ewig da...

R.I.P.




Kollegah (Künstler / Selfmade Records):


Die erste CD überhaupt, die ich mir als kleiner Junge gekauft habe, war „Thriller“. Da war ich glaube ich sechs oder sieben. Dann habe ich mir nach und nach alle Michael Jackson-CDs gekauft, die rauskamen. 1991 kam glaube ich „Dangerous“ mit dem krassen gemalten, surrealistischen Cover - das ist bis heute mein Lieblingsalbum von ihm. Er ist für mich einer der größten Musiker. R.I.P. Michael Jackson.




JAW (Künstler & Produzent / Weisse Scheisse):


Michael Jackson hat beim Reden wie ein Mäuschen gepiepst, angeblich gerne mal mit kleinen Jungs Intimbereiche erforscht, ein nicht mehr wirklich feiernswertes Gesicht gehabt und zudem einige Hits gehabt, die doch gut abgingen. Mehr kann ich dazu nicht sagen.




Kevoe West (Produzent & Grafiker):


Jacko war sowas von der Held meiner Jugend. Als Kind irgendwann in Berlin auf dem Alexanderplatz an so nem Stand, zwischen russichen Pelzmützen und Orden, das „Bad“-Album auf Tape gekauft. Von da an alles was ging von ihm in mich rein gesaugt.
Fast wöchentlich am Wochenende mich als Michael verkleidet und meinen Eltern ne MJ-Show vom feinsten im Wohnzimmer präsentiert: Mit Fake-Moonwalk, Hut und Aerobic-Socken von meiner Mam. Das Ganze dann sogar auch im Florida-Urlaub ala Mini Playback Show präsentiert. Hatte sogar die „original“ MJ-Lederjacke mit so ganz vielen komischen Nieten und so gehabt. Wurde zwar inner Schule ausgelacht, doch Wayne. Hab den auf jeden Fall ohne Ende in der Kindheit gefeiert.
Gut, dann kam irgendwann „Die Klasse von 95“, Tobi & Bo und Co. Aber alles in allem war auf jeden Fall Jacko ein Teil meiner Kindheit und sie war gut! Ich danke ihm dafür und hoffe er findet seinen Frieden.




Chakuza (Künstler & Produzent / ersguterjunge):


Ich war früher ein großer Fan von Michael Jackson. So wie eigentlich alle Teenager damals.
Beeinflusst hat er mich aber nicht wirklich und wenn man ehrlich ist waren seine letzten Songs beziehungsweise Alben nicht wirklich gut. Für mich war es nur eine Frage der Zeit bis er das Zeitliche segnet. Mich nervt es aber extrem, dass sich jeder über ihn lustig gemacht hat und jetzt alle so tun als wäre es nie so gewesen. Sehr traurig!




Shuko (Produzent / Hustle Heart):


Michael war eines meiner Idole meiner Jugend. Das „Bad“-Album ist zeitlos! „Heal The World“ ist immer noch ein Song der voller positiver Energie steckt. Wie er sich für Schwache und Minderbemittelte eingesetzt hat sucht doch heute seinesgleichen! Und musikalisch ist er zusammen mit Quincy unschlagbar gewesen. Auch die frühen Jackson Family-Alben feier ich. Finde es nur schade, dass sein Vater so ein Arschloch gewesen ist und dass Jacko eigentlich immer nur auf der Suche nach Liebe war, die ihm sein Vater nie geben konnte! 




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26.06.2009 - Deutschraps Meinung zu "Relapse"? Bekommst du hier! [Serie]


Eminem bekam das hard knock life in den letzten Jahren mehr als deutlich zu spüren: Das Ableben seines besten Freundes Proof, der ständige Häckmäck mit seiner Jugendliebe Kimberley Ann Scott, Tablettenmissbrauch. So recht hat niemand mehr an ein Comeback des weltweit erfolgreichsten Rappers geglaubt. Zumindest nicht allzu bald.


Umso überraschender und erfreulicher war es, als im Juni letzten Jahres ein gewisser Jason aus Miami bei Tony Touchs Radioshow anrief und den dort anwesenden Gast LL Cool J auf die Schippe nahm. Wie sich letztlich herausstellte handelte es sich bei Jason jedoch eigentlich um Eminem, der den Anschein machte mehr oder weniger wieder oben auf zu sein.


Ab diesem kleinen Schabernack begann der Hype und die Spekulationen um ein neues Album des Superstars ins Rollen zu kommen. Erste neue Freestyles und Tracks wurden geleakt und am Ende des Tages endlich die offizielle Ankündigung: Eminems neues, mit „Relapse“ betiteltes, Album soll im Frühjahr 2009 erscheinen.


Ab dem 15. Mai stand die Platte schließlich in Deutschland in den Regalen. Zeit um Deutschraps Meinung einzuholen. Und dabei kommt Marshall Mathers neuestes Werk mehr schlecht als recht weg...



JAW (Künstler & Produzent / Weisse Scheisse):


Wie erwartet enttäuschend, uncharismatisch, essenzlos und krampfhaft komödiantisch. „Underground“ ist ein richtig guter Track, der Rest größtenteils weder interessant, noch stimmlich anhörbar, noch sonst irgendwie vergleichbar mit dem, was Eminem einst zu einem der besten weißen Rapper gemacht hat. Inzwischen längst von Ill Bill und Cage überholt und was weiß ich nicht wem alles...




Prinz Pi (Künstler / Unsigned):

Vorneweg: Ich bin Über-Eminem-Fan. Ich habe JEDE Platte, auch ganz seltene Vinyls. Alles, Mann. Ich habe sogar den Film gefeiert. Auf jedem iPod habe ich die Alben gehabt.

Ich behaupte auch nach wie vor gerne, dass ich einer der Ersten war, die in Deutschland die erste Black Label Single auf Vinyl von „Just Don’t  Give A Fuck“ hatten. Das hat mich damals umgehauen. Ich habe es bei Such A Sound gekauft, als Erster, die Platte war noch in einem Versandkarton, aus dem ich sie herausfischte. Am Anfang wusste ich gar nicht, dass der Typ weiß war, ich dachte mir nur: „Der hat aber echt eine komische Stimme für einen amerikanischen Rapper, wie der eine von Cypress Hill.“ Das erste Eminem-Album war unglaublich gut, das zweite auch, das dritte für mich fast das Beste und Reifeste.
Es gab bei Eminem diesen einen Punkt in der Karriere, als „Stan“ rauskam, zum Welthit wurde und auf einmal jeder und plötzlich auch jede ihn gut fand. Das ist so dieser Moment wo ich dachte: „Irgendwie ist das scheiße, wenn jetzt jeder Mainstreamhörer das abfeiert was ich schon seit Tag eins unterstütze und vor euch verteidigen musste. Vorher fanden alle den Typen nur frauenverachtend, homophob und schräg - auf einmal lieben ihn alle, wirklich ALLE."
Ich war also kurz davor zu sagen: „Ich höre auf Eminem-Fan zu sein." Aber dann dachte ich mir: „Mann, der ist einfach so sau gut, ist doch schön für ihn wenn ihn jetzt alle feiern.“ Dann kamen nur noch Enttäuschungen: „Encore“ fand ich mittelmäßig. D12 fand ich nie gut, aber netter Move seine halbtalentierten Kumpel zu pushen. Dieses „The Re-Up“-Ding fand ich sogar eine richtige Frechheit.„Curtain Call” auch.

Darum ist „Relapse“ für mich eine Art Münze, die auf Kopf oder Zahl zeigen kann, Tot oder Lebendig eben. Die Erwartungen sind sehr hoch.
Ich hab mir das Album oft angehört. Natürlich ist es gut gerappt, natürlich kommt an der einen oder anderen Stelle was Lustiges rüber, der „Steve Berman Skit“ ist auf jeden Fall gut, da zeigt Eminem Größe und kann sich selber auf die Schippe nehmen. Gut ist, dass die Beats nicht auf Teufel komm raus Hits sein wollen, da sind schon ein paar schöne dabei - aber Untergrund-Bomben sind die Dinger dann auch wieder nicht.

Die Texte sind, ich muss es leider sagen, nicht mehr so gut wie früher. Ich fand diese „ich bin white trash und will nach oben“ Songs immer am authentischsten und besten. Die Storysongs waren auch immer ein unglaubliches Highlight - Gänsehaut bei „My Fault“ von der „Slim Shady LP“. Oder die neuen Songideen wie „Guilty Conscience“ - was ist daraus geworden? Haben die Pillen dein Gehirn zermanscht? Leider wahrscheinlich schon etwas…

Die erste Single „We Made You“ – gähn. Video teuer, aber ohne neue Ideen… „3 A.M." - super Video, aber der Song haut mich auch nicht vom Hocker, das haben wir doch nun auch schon ein paar Mal besser gehört.

Dann „Same Song and Dance“ - was soll das? Was ist das für eine Fantasiewelt, irgendwelche Frauen zu kidnappen, zu vergewaltigen und vorher aber so richtig zu verdreschen? Was sind das für Fantasien, einer Frau während der Vergewaltigung einen Regenschirm in die Fotze zu stecken, um ihn dann aufzuspannen? Bist du behindert? Wie soll ich das gut finden?
Du hast ne Tochter, Alter, stell dir mal vor jemand will sowas mit der machen… Was würdest du dem sagen?
Das ist ja fast so peinlich wie ähnliche Gewaltfantasieabfahrten von 15-jährigen Mittelklassekindern, die mal einen richtig harten Text schreiben wollen.
Und was soll „Beautiful“? Das ist doch einfach eine richtig kitschige 0815-Poprock-Nummer. Kein Vergleich zu dem etwas ähnlichen „Superman“ von „The Eminem Show“.
Uninspirierte Dre- und 50-Features. Mixtape-Niveau.

Natürlich findet das Alles auf einem hohen Niveau statt, natürlich ist es eine amerikanische Spitzenproduktion, mit dem denkbar höchsten Budget, einem unfassbar guten Mix und nur hervorragenden Produzenten.
ABER: Es reicht nicht mehr nur noch gut rappen zu können. Gut rappen kann doch heutzutage jeder.
Was bei Eminem immer für mich gezählt hat sind die Inhalte und die unfassbaren Ideen. Und natürlich der Biss in der Stimme.
Wo sind die Ideen? Wo sind die A-Auswahl-Beats? Und wo zur Hölle ist Ken Kaniff?

Der Biss ist noch in der Stimme, der Rest ist weg.
Ich hoffe echt der zweite Teil von dem Album wird besser. Für mich auf jeden Fall eine kleine Enttäuschung.
Aber ich bleibe weiter Fan und kaufe auch das nächste Album - hoffentlich wird es besser…




Abroo (Künstler / Underdogs Music):


Das Album wird gekauft, ihr Homofürsten. Aber mal im Ernst: Ich hatte riesige Bedenken überhaupt reinzuhören, weil eventuell etwas mehr Putz von der Eminem-Statue abbröckeln könnte, als mein Fan-Dasein ertragen könnte. Nix! Ist ein Knaller-Album - nicht unbedingt mit den obligatorischen fünf Singles, aber druff gekackt. Brauch er sowieso nicht. Die Beats sind Dre in minimal und die Lyrics völlig geisteskrank.
Anale Vergewaltigungen, Sperma aus dem Arschloch saugen, Christopher Reeves Feature, Gewalt- und Folterszenarien und Maria Carreys harte, kitzelnde Nippel! Genau das Richtige für meinen Sommer. Definitiv ein „Rückfall“, aber positiv gemeint. So... Ich nehm jetzt eine Handvoll Valium und schaue mal ob der Toaster mit mir redet!




KAAS (Künstler / Chimperator):

Ich finde das neue Eminem-Album glaub ich nicht so toll. Nicht so toll im Vergleich zu seinen vorherigen Alben. Es ist immer noch gute Musik, er ist der krasseste Techniker, aber es sind nur wenige Songs drauf, die ich bisher mehrmals hören wollte. Ich mag „Beautiful“ und "Underground". „My Mom“ ist ganz cool und die Singles fand ich auch cool – „3 A.M.“ zumindest. Der Rest ist mir zu verkopft. Aber ist ja alles Geschmackssache: Es muss ja nicht jeder Mangosaft Schorle mögen.




Tua (Künstler & Produzent / Deluxe Records):


Eminems neues Album haben wir auf der Desert Storm-Tour viel gehört. Nico hat sich das gekauft und seitdem lief es hoch und runter. Am Anfang war ich nicht so begeistert, aber jetzt mag ich es. Cooles Album, hoffe mal Eminem bleibt uns weiterhin bestehen.



badaboombadabang (Blog Father / P.R.O.L.L.):


„Äpp...Äpp...Äpp" - so klingt ein europäischer Laubfrosch. Doch auch Eminem hat sich neuerdings diesem Erkennungsmerkmal angenommen. Ab und zu kann das zwar ganz amüsant sein (oder auch nicht), auf Albumlänge nach einem rappenden Osama Bin Laden zu klingen ist jedoch einfach nicht mehr feierlich.


Was Eminem für mich immer zu einem der besten Rapper machte, war zum einen, dass er die Eier hat sich auf seinen Alben zu öffnen und den persönlichsten Scheiß rauszulassen. Zum anderen war es die Art WIE er es rübergebracht hat: Die Aggressivität, der Druck in der Stimme, dazu der perverse Flow.


Bis auf „Underground“ ist diese Aggressivität flöten gegangen – doch klar: Sicherlich  hat Eminem noch verrückte Texte, flowt immernoch wie kein Zweiter und reimt das was sich eigentlich nicht reimen lässt. Doch man hat das Alles aus seinem Mund eben schon einmal gehört. Und zwar in deutlich besserer Form.


Wenn ich also einen rotzfrechen, broken oder aggressiven, wahnsinnig persönlichen Slim Shady hören möchte greife ich eben zu seinen ersten beiden Alben. „Relapse 2“ werde ich trotzdem 'ne Chance geben!




Casper (Künstler / Selfmade Records):


Vorweg: Eminem ist der Krasseste. Aber irgendwie scheint der mir einfach nur gelangweilt. Klar sitzt jeder Flow und jeder Reim genau da wo er muss, aber dieses mit den Dialekten und Akzenten, das grenzt schon an Fremdschamgefühl. Das Album ist meiner Meinung nach größtenteils unterer Durchschnitt, von dem nichts wirklich hängenbleibt. Außer den Megasongs „Underground“, „Insane“ und „3 A.M.". Wobei der bei „3 A.M.“ schon wieder die Stimme verstellt. Schade.




Favorite (Künstler / Selfmade Records):


Ich finde „Relapse“ langweilig. Eminem erinnert mich vom Äußeren her stark an F.R.,  was mich irgendwie abturnt. Musikalisch gesehen auch nix Neues. Eminem rappt krass, keine Frage, aber irgendwie hat es sich in meinen Ohren ausgeeminemt und bis auf die Single „We Made You“ höre ich dieses Album nicht. Lil Wayne ist der Beste.




Chakuza (Künstler & Produzent / ersguterjunge):


Ich war eigentlich von Anfang an ein Eminem-Fan, aber langsam wird das etwas schwer. Für mich ist er und bleibt er der beste Rapper der Welt, aber „Relapse“ hat mich nach dem zweiten Durchgang gelangweilt. Lyrisch und technisch perfekt, aber die Beats sind Müll!


Fazit: Ich habe mir einfach mehr erwartet.




F.R. (Künstler / DEAG Music):


„Relapse“ schlägt den Vorgänger „Encore“ um Längen und ist ein wirklich gutes Album. Das Einzige was mich an dem Album stört ist der Akzent, mit dem Eminem gefühlte 2/3 auf der Platte rappt. Man darf es ihm nicht vorwerfen, denn jemand der raptechnisch sowieso schon (spätestens 2000) alles zerstört hat, den reizt eben nur noch das noch nicht Dagewesene. Meinen Geschmack trifft es nicht, weswegen „Underground“ mein absoluter Lieblingssong auf dem Ding ist, genau wie die beiden Bonustracks. Sollte er „Relapse 2“ in diesem aggressiven Style bringen wird gefeiert!




Olson Rough (Künstler / Unsigned):


Weiß nicht... Irgendwie catched der mich nicht mehr. Natürlich ist er der krasseste Rapper, aber warum zur Hölle rappt der in fast jedem Track wahlweise wie ein indischer oder mexikanischer Einwanderer?! Das nervt hart! Songs wie „Beautiful“ gefallen mir da vom Klangbild schon besser. Allerdings ist diese „Be yourself“-Message auch nicht sehr innovativ. Also: Nicht so mein Ding.




Geeno (Künstler / Unsigned):


Ich hab das Album erst 1 1/2 Wochen nach Release hören können. Und davor hab ich halt auch viel gehört, hier und da, von wegen es sei langweilig, nix neues, austauschbar und vorrausschaubar. Ich muss sagen: Seitdem ich es habe höre ich es auf Dauerrotation. Die ganzen Unker kann ich nicht verstehen. Klar kann er sich nicht jedesmal neu erfinden, aber das brauch er auch nicht. Für mich, vor allem auch als Rapper, macht das einfach nur Spaß zu hören was dieser Verrückte da wieder für kranken Kram in die freshsten Reime und hastenichgesehen Stafetten verpackt. Hut ab. Bester Rapper. Fertig.



Eminem - We Made You




Eminem - 3 A.M.



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4.05.2009 - Deutschraps Meinung zur Schließung von Aggro Berlin? Bekommst du hier! [Serie]



Am 01. April erschien obige Grafik auf der Aggro Berlin-Homepage, außer “April, April” dachte man sich dabei jedoch nichts weiter. Doch was anfangs noch für einen einfachen Aprilscherz gehalten wurde, wurde acht Tage später schließlich bittere Realität: Das (Ex-)Vorzeige-Indie-Label Aggro Berlin schließt seine Pforten.


Zwar trifft die Schließung die einen mehr, die anderen weniger, doch wenn sich selbst Erzfeind Bushido für die geleistete Arbeit und den Wettbewerb bedankt, dann zeugt das von einer Sache, nämlich von Respekt. Und dieser steht auch bei den folgenden Meinungen im Vordergrund.

Damen und Herren aufgepasst, Deutschrap bedankt sich für acht Jahre Schwanz im Arsch:




Manuellsen (Künstler / Pottweiler Entertainment):


Aggro Berlin hat für uns alle sehr gute Arbeit geleistet. Auch wenn man es aufgrund von künstlichem HipHop-Stolz im ersten Augenblick nicht einsehen will, haben sie bewiesen, dass es möglich ist aus nichts was zu schaffen, auch ohne Kompromisse. Das hat mir gefallen - man muss und sollte den Hut vor diesen Menschen ziehen.
Allerdings heißt das nicht, dass sich jetzt nicht ein anderes Label diesen Schuh anziehen kann und versuchen kann ihn so gut wie möglich zu füllen...

Ich wünsche Halil, Specter und Spaiche viel Glück und sag Danke!


Bozz - Axt in dein' Schädel!




Maxim (K.I.Z.) (Künstler / Royal Bunker):


Wir waren die Ersten mit Schluss machen! Royal Bunker hat einen Trend gesetzt und der Rest Deutschlands zieht jetzt nach: Universal, BMG, alle werden mitmachen - das ist eine Bewegung!




Chakuza (Künstler & Produzent / ersguterjunge):


Tut mir leid für die Jungs, denn Aggro Berlin war eigentlich “Kult”.
Es gab zwar immer Differenzen, aber es sieht gerade danach aus als würde eine gute Fee herumfliegen und ihren Zauberstaub verbreiten, so dass wir uns bald alle wieder lieb haben, pfff...




Sebastian Andrej Schweizer (Chimperator-Geschäftsführer):


Ich finde es sehr schade das Aggro Berlin schließt. Aggro war für mich immer ein Vorbild was die Labelarbeit angeht und ich hab viele Alben sehr gefeiert. Als ich “Vom Bordstein bis zur Skyline” und “Maske” das erste mal gehört hab, hat's mir den Vogel rausgehauen.

Was die Jungs erreicht haben, hat sonst keiner in Deutschland geschafft und das wird erstmal eine Lücke hinterlassen, die nicht so schnell gefüllt werden kann.

So wie ich das verstanden habe ist die Schließung ja aber eine persönliche und keine
finanzielle Entscheidung. Deswegen finde ich, ist es Quatsch jetzt den kompletten Untergang unserer Szene heraufzubeschwören. Es geht auch ohne Aggro weiter und vielleicht ist die Zeit im Moment auch einfach reif für Liebe, Frieden und Regenbögen. Ich bin gespannt was Halil, Spaiche und Specter als nächstes vorhaben und wünsch ihnen auf jeden Fall alles gute
und viel Erfolg. Danke für die viele gute Musik.




Bass Sultan Hengzt (Künstler / Murderbass):


Ich bin um ehrlich zu sein echt ein bisschen traurig. Ich fühl mich wie ein Junge, der gerade seinen letzten Schultag hatte und plötzlich realisiert, dass die Schulzeit endgültig vorbei ist.
Aber im Gegensatz zu meinen alten Schulkameraden hoffe ich, dass man in Zukunft weiter was von sido, Fler und B-Tight hören wird.




Taichi (Künstler / Mein Label):


Auf jeden Fall schade, dass das Label, welches Berlin dann so richtig auf die Karte gebracht hat, schließt. Auch wenn Aggro nie die Musik oder den Gedanken von HipHop vertreten hat mit dem ich mich so wirklich identifizieren kann, war Aggro ein wichtiger Bestandteil dieser Szene und ab und an waren musikalisch auch interessante Sachen dabei. Da ich Fler ab und zu mal treffe, kam sein Ausstieg jetzt nicht wirklich überraschend für mich. Dass das Label aber kurz darauf schließt hatte ich so auch nicht erwartet. Auf jeden Fall haben die Jungs Respekt verdient und ich wünsche allen das Beste.


Kein Scherz: Als ich die News gelesen habe bin ich mit nem Kumpel vom Stuhl aufgestanden, wir haben stramm gestanden und einmal für Aggro salutiert!



Animus (Künstler / Unsigned):


Im Gegensatz zu Torch und Konsorten hat Aggro es richtig gemacht.
Man sollte würdevoll abtreten und zwar dann, wenn man seinen Höhepunkt erreicht hat und es quasi nur noch abwärts gehen kann. Dieses Rap-Handtuch bis zum letzten Tropfen auszuquetschen ist einfach nur traurig. Meinen vollsten Respekt für die geleistete Arbeit!

P.S.: „Kugelschreiber 3“ kommt in wenigen Monaten mit krassen Songs und (sehr) großen Features! Wie Cam so schön gesagt hat: „It's gonna be a hot summer“.

Heidelbergz Favourite!




Slick One (Selfmade Records-Geschäftsführer):


Aggro Berlin hat Deutschrap in einer „toten“ Phase wieder aufleben lassen und dies auf sehr professionelle Art und Weise. Sie haben auf Labelseite sehr lange auf höchstem Niveau gearbeitet und Rap viele neue Hörer beschert.

Das muss man neidlos anerkennen und respektieren.

Pozdrav



Farid Bang (Künstler / German Dream Evangelium):


Ja finde ich schade, weil ich selber durch Aggro Berlin und Eko Fresh auf deutschen Rap aufmerksam geworden bin! Wie dem auch sei, das Label hat gute Arbeit geleistet in der Vergangenheit! Man soll ja aufhören wenn es am schönsten ist.


Alles Gute den Jungens!




Joshimixu (Produzent / Pottweiler Entertainment):


Also ich hab Aggro früher schon viel gehört, damals auch mehr Fan, als mittlerweile mehr oder weniger ein Teil der Szene. Krass war auch einfach, dass viele Leute in meinem Umfeld sidos Album „Maske“ gepumpt haben, die sonst gar kein Rap gehört haben. Er hatte ja diese Zeile auf dem Album „wenn du Rap erst ab jetzt hörst hast du nichts verpasst“ oder so ähnlich - würd ich nicht wirklich unterschreiben, aber auf viele Leute hat's halt irgendwie zugetroffen. Die Videos, die Greifbarkeit der Images und die Promotion, in all solchen Dingen hat Aggro im Bereich HipHop in Deutschland auf jeden Fall Mäßstäbe gesetzt.

Die letzten Jahre wurde mir dann aber auch alles irgendwie zu gleich und immer wieder ähnlich inszeniert, vor allem aber raptechnisch kamen halt aus anderen Camps immer mehr Künstler, die einfach die Messlatte höher angesetzt haben und eigentlich nur noch sido konnte, dadurch dass er sich mehr in Richtung Pop bewegte, was ich überhaupt nicht schlecht finde, im Gegenteil, an alte Erfolge anknüpfen.


Aggro hat sich auf jeden Fall nen Meilenstein gemeißelt und wird so schnell nicht vergessen werden, aber schade finde ich's nicht, wird halt irgendwie weitergehen und der Markt is offen für neue Künstler!




Shuko (Produzent / Hustle Heart):


Sehr schade, hab mit dem Label und vorallem den Acts im Januar 2007 ne super Woche gehabt. Es ist schade für Deutschrap, aber wie sagt man so schön: Aufhören wenn es am schönsten ist. Sie haben Musikgeschichte in Deutschland geschrieben.



Tua (Künstler & Produzent / Deluxe Records):


Das ist richtig schade und zeigt leider wieder mal wie unwirtschaftlich deutscher Rap und Musik allgemein derzeit ist. Aggro Berlin haben unsere Sparte maßgeblich verändert und geprägt. Sie haben gezeigt, dass es echt funktionieren kann. Großen Respekt dafür und viel Erfolg allen Beteiligten, was auch immer sie jetzt machen.




Mikis (Das tapfere Schneiderlein / Grafik & Videoschnitt / Famefabrik & Skillz TV):


Das Sägeblatt dreht sich nicht mehr: Aggro Berlin schließt seine Pforten.
Eine Firma wie keine andere im deutschen Rapgeschäft, die ihren Siegeszug aus
dem Keller in die Charts mit goldenen Platten und Nummer-Eins Alben krönen konnte.
Aber all die Erfolge die Aggro feiern konnte waren für mich gar nicht das herausragende
für das Aggro stand. Nein, es war der bedingungslose Zusammenhalt innerhalb des
kompletten Labels, der sie nach außen hin zu einen schier unbesiegbaren Team machte.
Als dieser Zusammenhalt anfing zu bröckeln, brachen auch am Sägeblatt die ersten
Zacken ab.
Die Gründe dafür sind mir am Ende einfach nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass
es wahrscheinlich die richtige Entscheidung war, denn warum weiterhin von einem
Kuchen essen, an dem sich alle schon satt gegessen haben?!
Bobby, Siggi, Patrick, Kitty und all die anderen werden weiterhin ihren Job machen
und Aggro wird von ihnen mit Sicherheit genauso immer ein Teil sein, wie es
immer ein Teil der deutschen Rap-Geschichte bleibt.
Wenn Specter, Halil und Spaiche sich nun aufmachen um neue "Geschäftsfelder" zu erobern,
werden wir ganz sicher unseren Spaß haben dabei zu zusehen.
Oder um es mit Aggro-Worten zu sagen: Auch wenn A doppel G.R.O seinen dicken
Schwanz aus eurem Arsch gezogen hat...ein dicker Schwanz bleibt ein dicker Schwanz
und da draußen sind noch jede menge Ärsche, die nur darauf warten gefickt zu
werden.
Aggro Berlin bleibt für immer... 




Jaysus (Künstler / Macht Rap):


Ich muss sagen ich war äußerst überrascht als ich von der Schließung gehört habe. Ich dachte mir zwar schon so wie die meisten, dass da jetzt bei Aggro was passieren wird, aber das hätte ich dann doch nicht erwartet.

Ich finde Aggro war in den letzten Jahren eines der wenigen Labels bei denen trotz Charterfolgen und klarer Imagestrategien, die Musik nie in den Hintergrund geraten ist, egal ob man jetzt ihre Releases gefeiert hat oder nicht. Ich finde es schade dass sie aufhören, da hätte ich lieber die Schließung von manch einem anderen Label gesehen.
Auf der anderen Seite ist dieses Ereignis, so wie viele andere in der letzten Zeit, ein ganz klares Zeichen dafür, dass wir gerade den Anbruch der nächsten Ära im Rap mit erleben. Das könnte auch mir und meiner neuen Labelheimat zugute kommen. Rap macht wieder mal das, was er immer gemacht hat: Er entwickelt sich weiter. Wir sind bereit dafür...




Alibi (SW Capo / SchwänzenGäng):


Wenn es am Schönsten ist, soll man ja bekanntlich gehen. Ich fand den Spruch schon immer blöd und blieb deshalb auch gerne so lange, bis sogar der härteste Abstinenzler mit Alkoholvergiftung in der Wanne umhertrieb. Halil, Specter und Spaiche wollten offenbar nicht so lange warten und gaben deshalb bekannt, dass die Ära Aggro Berlin offiziell beendet sei. Das ging dann doch schneller als erwartet! Abzusehen war es schon, gerade in Anbetracht der enttäuschenden Verkaufszahlen der letzten Ansage und natürlich des Wegganges von Fler. Der Südberliner gab zwar andere Gründe für die Trennung an, wie z.B. Enttäuschung über fehlende Unterstützung und das fehlende Engagement für SBM, aber den Braten wird er schon gerochen haben. Schließlich saß er bis vor kurzem noch an der Quelle. Das neue Cover der Hip Hop Bild wirkt da wie ein tragisch-komischer Verweis auf bessere Zeiten. Und die gab es ja, wie allgemein bekannt sein dürfte, zur Genüge. Über die Musik kann man sich streiten, das ist immer noch Geschmackssache, aber die Leistung der drei Aggro-Bosse in den Bereichen Grafik, Marketing und Erschaffung, sowie Verkauf von Images wird wohl kaum jemand bestreiten wollen. Das war und ist einmalig im deutschen Hip Hop Zirkus. Nicht nur weil sie Aggro Berlin zum erfolgreichsten Independent-Label der Republik machten, wohlgemerkt mit Musik die mal als unverkaufbar und unanhörbar galt, sondern auch weil sie einen Blueprint erschufen, den später nur Bushido zu nutzen wusste. Alle anderen imitierten nur oder versuchten noch eins drauf zu setzen. Shokte leider keinen. Und jetzt haben eben sie alles erreicht, was man mit dieser Plattform erreichen konnten. Die Künstler noch nicht, aber zumindest sido wird seinen Weg erfolgreich fortsetzen. Für den Rest wird es hart.
Berlin Style, wa?




Olson Rough (Künstler / Unsigned):


Finde die Schließung schon bedauerlich. Die haben es geschafft Rapdeutschland komplett umzukrempeln. „Carlo Cokxxx Nutten“ hab ich hart gepumpt damals. Leider war das Fluch und Segen zugleich, da alles was danach von diesen tausenden Trittbrettfahrern kam (und immernoch kommt...) bei mir nur Würgreflex verursacht. „Ich komm auf die Party und mach Stress ohne Grund!“ - so gut... 




Lisa (Stellvertretende rap.de-Chefredakteurin):


Das endgültige Ende von Aggro als Label hat mich persönlich jetzt nicht so wahnsinnig überrascht. Man hatte in letzter Zeit viel gehört, was da angeblich alles abgegangen sein soll und wenn die eigenen Künstler schon in Interviews äußern, dass sie mit der aktuellen Situation nicht mehr so wirklich glücklich sind, dann war der jetzige Schritt wohl auch einfach nur abzusehen. Im Allgemeinen wusste Aggro glaube ich auch gar nicht mehr wie sie sich eigentlich positionieren sollen. Gegen was war man denn bei der "Anti Ansage" Anti? Gegen die Majorlabels, nachdem man sich mit Universal zusammen getan hat? Gegen in irgendwelchen Privatsender-Shows weichgespült auftretende Rapkünstler, nachdem sido in der Popstars-Jury saß?

Es war sowohl ein mutiger als auch einzig richtiger Schritt das Label zu schließen, bevor man irgendwann zu einer Instituion verkommt, die sich nur noch an ihrer strahlenden Vergangenheit festklammert. Aggro Berlin war wichtig für deutschen Rap und hat neue Impulse gegeben, auch wenn es nicht Jedem gefallen hat, aber ihre Ära war jetzt wohl einfach zu Ende. Dementsprechend wünsche ich allen Beteiligten und Künstlern alles Gute.




Kevoe West (Produzent & Grafiker):


Ob Gehate oder „Gelove“: Ich könnte jetzt darüber schreiben, dass Aggro Berlin den Meilenstein in der deutschen Labelarbeit gesetzt hat. Oder ob die mit Schuld an der heutigen Jugendverdummung sind.
Ich sehe das Ganze aber einfach als das, was ich in erster Linie bin: Rapfan.
Demnach habe ich, wie wohl alle anderen auch, die ersten Ansagen, „Vom Bordstein bis zur Skyline“, „Carlo Cokxxx Nutten“ und „Das Mic und ich“ gefeiert...
Aber so geil der Arsch anfangs auch war - ein geiler Arsch ist irgendwann auch nur noch ein einfacher Arsch.
Natürlich schade, dass wohl das derzeitige Deutschrap-Label der Labels zu macht, aber Labels und Rapper kommen und gehen nunmal. Und ist ja nicht so, dass somit die Signings auch verschwinden.


Von daher sag ich einfach mal Danke.

Bordstein.




Abroo (Künstler / Underdogs Music):


Mit Aggro geht eine Legende. Es gab Zeiten in denen sich jeder die Finger nach einem Deal bei Aggro geleckt hätte. Die Jungs haben aus einem Indie-Label eine feste Institution geschaffen. Schade, dass momentan so nachgetreten wird. Optik, Snuff Pro, und Aggro...wer weiß wer noch alles aufhört.




badaboombadabang (Blog Father / P.R.O.L.L.):


Als es bei mir so richtig mit Deutschrap losging, gab es exakt zwei relevante Camps: Optik und Aggro Berlin. Beide hatten etwas gemein: Man hatte stets das Gefühl es tatsächlich mit einer rollenden Bewegung zu tun zu haben, was damals im hiesigen Rapgeschehen sonst nirgends der Fall war. Oder der Rest trug diesen Zusammenhalt einfach nicht so nach außen.

Aggro Berlin stärkte sich jedenfalls gegenseitig und damit ließ es sich blendend fahren, denn wie sagte sido einmal: „Wenn du ganz nach oben willst brauchst du ein Team!“.

Der Maskenmann ist bloß ein lächerlicher Clown? Ok, dann kommt eben Bushido und rappt darüber wie er regelrecht seinen Dealer abzieht und Koka-Lines im Unterricht zieht.
Außerdem war es 2003 noch eher gang und gäbe als heute, zum Plattendealer seines Vertrauens zu spazieren und für CDs auch mal zu zahlen. Da hast du dann das Promo-Booklet durchgeblättert und dir in den nachfolgenden Tagen eben auch “Gar nich so schlimm!” von A.i.d.S. geordert, wenn du dir gerade eben erst “Vom Bordstein bis zur Skyline” gekauft hast.


Doch das Sägeblatt hat noch weitaus mehr Spuren in der deutschen Rapszene (und wohlmöglich darüber hinaus) hinterlassen:

Das erste Mal, dass sich Vorstadtkids beim Hören von Deutschrap gefährlich fühlen? Aggro Berlin.

Das erste Mal, dass jemand erkennt, dass die Musik allein dich nicht reich macht, sondern vorallem auch die Arbeit dahinter zählt? Aggro Berlin.

Ebenso das erste Mal, dass man sich und seine Stadt in den Himmel feiert, total ignorant auf Rest-Deutschland scheißt und dem Hörer intensiv verdeutlicht wie fundamental Heimatstolz ist? Aggro Berlin.

Das erste Mal, dass sich eine Handvoll aufstrebender Künstler keinen ungeschriebenen Regeln des Games unterwerfen lässt, sondern stattdessen vorlaut “Fuck Torch” rappt? Aggro Berlin.


Ab der fünften Ansage begann der Zauber dann langsam aber sicher auch zu verfliegen. Und so war ich ehrlich gesagt auch nicht den Tränen nahe, als ich las, dass Aggro dicht macht, da die Musik, die ich privat pumpe größtenteils einfach nicht aus dem Aggro-Camp stammt. Dennoch vielen Dank für all das Staunen in den letzten Jahren, all die Schlagzeilen und zwei Deutschrap-Klassiker! Aggro bleiben.




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28.03.2009 - Deutschraps Meinung zu dem Beef zwischen Aggro Berlin & Selfmade Records? Bekommst du hier! [Serie]



HipHopHurra: Den Fans läuft der Sabber im Munde zusammen, die Medien bekommen funkelnde Augen, denn sie wittern die nächste Goldgrube, die es auszuschlachten gilt und der Großteil über 30 schüttelt lethargisch den Kopf. Wieso? In den letzten Wochen wurde eine neue Grillsaison eröffnet! Die Grillmeister diesmal: Eins (wenn nicht sogar DAS) der aufstrebendsten HipHop-Labels Deutschlands Selfmade Records und das Vorzeige-Ex-Indie-Label Aggro Berlin, das bereits zig Hits und Erfolge verzeichnen konnte.

Dass Beef heutzutage ein (vielleicht zu) wichtiger Bestandteil unserer Kultur ist, dürfte längst kein Geheimnis mehr sein. Doch während die Fans der beiden Parteien damit beschäftigt sind, das jeweils gegnerische Camp in sämtlichen Foren schlechtzureden, herrscht bei dem Großteil der restlichen Rapper hierzulande schlichtweg Desinteresse. Oder sie wollen sich nicht dazu äußern, aufgrund von nicht vorhandenen Hoden oder - wer ahnt es - Desinteresse. Denn so gut wie alles, egal ob ein Album, in das Blut, Schweiß und Tränen gesteckt wurde oder ein Benefiz-Projekt, wird nebensächlich, sobald sich zwei Rapper verbal Sprüche um die Ohren hauen. Trotzdem turnt es den Rapfan natürlich auch - zurecht: Freetracks, die wildesten Gerüchte, Klatsch & Tratsch und im besten Fall haut man sich noch gegenseitig die Köpfe ein - Entertainment. Doch wie ein gewisser Abroo so schön sagt: Für wie lange?

So habe ich die folgenden Meinungen auch nicht eingeholt, um stumpf Öl ins Feuer zu gießen oder einen Keil zwischen Rapper A und Rapper B zu treiben, sondern vielmehr um den Beteiligten auch mal vor Augen zu führen, wenn sie unter die Gürtellinie gehen oder sich kindisch verhalten. Abgesehen davon, dass mich die Meinung von außenstehenden Künstlern interessiert. Also: Beef, fick die Wutz - alles Kinderkacke? Geil - Competition ist immer gut? Uninteressant, aber ich möchte dennoch wat dazu loswerden? Lines wie "Favorite, Mann, du weißt was passiert wenn man zu schnell fährt" sind geschmacklos, jedoch geht ein Kollegah ebenfalls deutlich unter die Gürtellinie, wenn er auf dem Klapsenaufenthalt eines Flers herumreitet? Deutschrap urteilt:




Chakuza (Künstler & Produzent / ersguterjunge):


Ich habe leider im Moment genug mit meinen Sachen zu tun und definitiv keine Zeit, um mir über solche Sachen lange Gedanken zu machen. Obwohl jeder weiß wie mein Umfeld und ich zu Aggro stehen, muss ich sagen, dass mir der Track von Fler besser gefallen hat. Punchlines hin und Punchlines her - die Qualität war einfach höher.
ich finde die angesprochenen Lines auch ok, denn sobald mal Wörter wie Hurensohn und so weiter benutzt werden, sind eh schon alle Grenzen überschritten. Insgesamt ist das Ganze ja sehr unterhaltsam und ich verstehe nicht warum sowas immer so extrem aufgeblasen wird: Ist doch nur Beef, zwei Jungs streiten sich um Legosteine – fertig.




Abroo (Künstler / Plattenbau Ost / Underdogs Music):


Langsam nervt es mich: Wenn andere Releases oder News drunter leiden müssen, weil ganz Rap-Medien-Deutschland seine Webseiten mit den gleichen tollen Diss-Neuigkeiten vollklatscht, dann ist es einfach zu viel. Ob es nur Promo-Tracks sind oder es wirklich in Gewalt ausartet, sind alles Dinge, die im Grunde sowas von unwichtig sind. Unterhaltsam zwar, aber für wie lange? Wenn der 153647te Disstrack zurückgeschossen wird, dann gähne ich nur müde. Wenn Deutschrap eine Bild-Zeitung hätte, hätten die echt immer was zu schreiben. Schade, dass sowas mehr in den Fokus rückt als zum Beispiel das neue Savas-Video “Rapfilm” oder das neue Huss & Hodn Album. Was soll's - das Jägermeisterglas ist halbvoll.




Joshimixu (Produzent / Pottweiler Entertainment):


Aaalsooo meineee Freundeeee,

Ich hab das Hin und Her nur nebenbei verfolgt, war insgesamt etwas enttäuscht - also keiner der Tracks hat mich jetzt total umgehauen. Gewundert hat mich aber, dass sich Aggro nach den paar Seitenhieben seitens Selfmade so provozieren ließ. Und auch, dass Fler relativ ruhig geblieben ist, nachdem was Kollegah so gesagt hat... Generell sind solche Diss-Geschichten ja sportlich zu sehen und Entertainment, aber bei paar Sachen von Fler bezüglich Autounfall und so weiter, dachte ich mir schon: “Mhh naja, hart”. Und das stellt ja eine andere Person auch nich wirklich bloß, ist einfach ein bisschen zu tief unter der Gürtellinie. Naja im Endeffekt muss das jeder selber wissen. War ganz unterhaltsam der Beef, aber mehr auch nicht - mal gucken was da noch kommt, ne. Wir sind ja halt alle ein bisschen beefgeil...Kid!




Sinan-G (Künstler / Callshop Mafia):


Einerseits schon lustig: Mal neuer Beef, nicht immer dieselben Namen, die sich beefen - EGJ vs. Aggro war schon langweilig.
Aber die Line mit Favs Eltern, naja fand ich irgendwie nicht witzig, ansonsten sollen doch die Leute entscheiden wer da zu weit geht. Belebt auf jeden Fall das Geschäft.
Insgesamt aber ist es doch so: Leute die im Glashaus sitzen, sollten nicht ihren Schwanz zeigen, schon gar nicht wenn der so klein ist. Wenn du den zeigst und der andere macht es besser, dann halt's Maul!

P.S.:
Mein Album kommt jetzt bald und ich fick ganz Deutschland - alle Rapper sollten sich warm anziehen! Ich nehm kein Blatt vor den Mund, ich bin [größenwahnsinnige typische Rapper Sätze – insert here ]...blabla.

Das Album kommt bald: „Sinan-G – Hinter den blauen Augen“!




Summer Cem (Künstler / German Dream Evangelium):


Amüsant, hoher Entertainment-Faktor, ich finde Competition gehört auf jeden Fall dazu. Wie weit die Leute gehen, müssen die mit sich selbst vereinbaren können. Aber mein Motto für 2009 ist: Was hab ICH davon?


In diesem Sinne wünsche ich beiden Parteien frohe Ostern.

“Cap der Angst” kommt und noch einiges mehr...




Pillath (Künstler / Unsigned):


Wenn der Schnee schmilzt, sieht man wo die Kacke liegt.


Ich versteh nicht warum die immer ihre Eltern beleidigen müssen...




KC Rebell (Künstler / Pottweiler Entertainment):


Ich denke, dass der erste Track “Westdeutschlands Kings” kein Disstrack gegen Aggro oder Fler war, sondern einfach nur ein Seitenhieb. Favorites Lines gegen Kitty Kat zum Beispiel waren meiner Meinung nach sehr lustig und sportlich.
Nun ist das so, dass wenn man darauf eingeht und antwortet natürlich einen drauflegen muss und die Herren Fler und Godsilla müssen ihr Image natürlich aufrechterhalten. Deswegen war es für mich eigentlich auch logisch, dass die Aggro-Seite üblere Sachen sagen werden.
Am Ende des Tages habe ich mit den ganzen Affen nichts zu tun, außer mit Favorite und selbst wenn man unter die Gürtellinie geht, sollte man nicht über verstorbene Familienmitglieder herziehn.
Aber ich versteh und toleriere das Alles schon, da wenn ich einen Disstrack machen würde jeden Hurensohn nennen würde, weil ich einfach geil bin. Außerdem bin ich sexy. Und ich hab Geld.


Nein Spaß, mein Fazit:
Jeder Song, der bei dieser Beefgeschichte bisher entstanden ist, war gut und als Außenstehender amüsiert mich das und die sollen weitermachen.
Die sollen mich da mit reinziehn, damit ich die alle mal von hinten durchnehme. Paar Nackenklatscher verteilen. Die können mir alle einen kaun, verstehst du, Badaboom?
Favorite ist mein Junge - diesen Junge packt orginal keiner an, schwöre ich dir auf meine kurdischen Eier.


Das war's...




Bass Sultan Hengzt (Künstler / Murderbass):


Yoyo bin betrunken! Also vorneweg schonmal: Ich halte mich aus dem Battle raus - ist deren Ding. Natürlich steh ich zu 100 Prozent hinter Fler, wenn es hart auf hart kommt. Ich finde auch sein letzter Track war die Bombe überhaupt! Wenn ich den letzten Fler-Song und den von Kolle vergleiche, muss ich sagen, dass der von Fler eindeutig besser ist. Aber dennoch bin ich der Meinung, dass Selfmade das Battle gewonnen hat. Du kannst kein Aggro Berlin mit einem Selfmade Label vergleichen, alleine schon von den Verkaufzahlen her. Aber Aggro ist mit auf den Zug aufgesprungen: Aggro stellt sich gleich mit Selfmade - damit verliert meiner Meinung nach Aggro an Wert und der von Selfmade steigt. Deshalb ist Selfmade der Gewinner in diesem Battle.
Jetzt wegen dieser Zeile wegen dem Autounfall: Ja, ist schon krass und so, aber damit muss Favorit rechnen, wenn er über sein Privatleben in der Öffentlichkeit erzählt, dann ist klar, dass die Leute Dinge herauspicken, womit man ihn angreifen kann. Fakt ist: Solange das Battle über die Musik ausgetragen wird ist alles ok.



Joe Rilla (Künstler & Produzent / Plattenbau Ost):


Ich hab mit diesen Geschichten nichts mehr zu tun...




Jaysus (Künstler / Shrazy Records):


Also grundsätzlich gibt's an Beef nix auszusetzen, da Dissen und Battlen einfach elementare Bestandteile von Rap sind. Beim Beef zwischen Aggro und Selfmade fand ich die Tracks, die bisher rausgekommen sind, ganz unterhaltsam. Auf der Aggro-Seite fand ich, waren die Beats besser und die Tracks an sich waren lockerer, also man hat sich nich so ernst genommen, wodurch das ganze Ding einfach ein bisschen witziger war. Dafür waren oft Standardsprüche dabei, die jetzt keinen überrascht haben. Auf der Selfmade-Seite waren die Punchlines meistens krasser und schlauer und generell das Technische. Dafür haben mir die Beats nicht so gefallen beziehungsweise sie waren unpassend für Disstracks. Was von wem unter der Gürtellinie war, sollen die am Beef beteiligten entscheiden, dazu hab ich zu wenig Infos über die. Der letzte Track von Fler hat mich überrascht und egal welcher krasser war, ich würde sagen Kollegah muss darauf antworten.


Was ich noch sagen will ist, dass man die Tracks nicht nur rein nach Technik bewerten sollte, denn Rap ist Musik und keine Leichtathletik. Wobei, wenn ich mir die Neoprenanzüge anschau, die die Rapper in den letzten Jahren angefangen haben zu tragen, vielleicht ist doch der Ein oder Andere Leichtathlet. Aber wie gesagt, wir reden ja von Rap. Und warum liegt hier überhaupt Stroh rum? Ich finde übrigens auch, dass Kollegah keinen Haarausfall hat, er hat einfach eine scheiß Frisur (grinst).





Tua (Künstler & Produzent / Deluxe Records):


Den Track von Kollegah fand ich sehr lustig. Bei den Karottenjeans hab ich laut gelacht, aber meine Freundin hat daraufhin gemeint, ich soll den Scheiß ausmachen, ich sei behindert und sie will jetzt schlafen. Also konnte ich mir den Rest nicht mehr geben. Verdammt!




Hier gibt's nochmal alle bisherigen Disstracks von Selfmade & Aggro:


Fler - Schrei nach Liebe


Kollegah - Fanpost


Fler, Godsilla & Kitty Kat - Früher wart ihr Fans


Kollegah & Favorite feat. Farid Bang - Westdeutschlands Kings




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7.03.2009 - Deutschraps Meinung zu "Grau"? Bekommst du hier! [Serie]



Am 13. Februar erschien Tuas langersehntes zweites Soloalbum “Grau”. Kunst möchte der 22-Jährige Reutlinger machen und in seinem Fall bedeutet das: Durch gute Musik glänzen. Komplett in Eigenregie produziert, prescht Tua auf 15 Songs in fremde Gefilde vor und lässt Drum’n’Bass und Electronica in den typischen HipHop-Sound einfließen. Bei der ersten Single „Dein Lächeln“ handelt es sich sogar um ein reines Gesangsstück – angelehnt an „Mein Lächeln wird dir folgen“ von Schlagersängerin Marianne Rosenberg. Im Einklang mit dem Albumtitel gewährt Tua dem Hörer einen Einblick in sein Leben: Düster, ein bisschen depressiv, nicht fehlerlos, doch einsichtig.

Und trotz in Zaum gehaltener Promo scheint es, als würde es sich bei „Grau“ um den nächsten großen Hype auf Deluxe Records, seit Snaga & Pillaths „Aus Liebe zum Spiel“, handeln. Szenegrößen wie Kool Savas, K.I.Z., Staiger und Samy Deluxe haben ihren Senf zu dem Album ja bereits abgegeben - wie auch schon bei Lil Waynes „Tha Carter III“ nahm ich mir vor wieder einen Schritt weiterzugehen und bat Rapper, Produzenten, Journalisten und andere Banausen ihre Meinung zu „Grau“ niederzuschreiben. There must be an opinion - Deutschrap urteilt:



Casper (Künstler / Selfmade Records):

Zunächst einmal sage ich einfach ganz klipp und klar: Ich bin Fan. Also seit “Nacht” bin ich schon ein richtiger Tua-Fan. Das Bassquiat Album fand ich größtenteils nicht geil bis beinahe schon überflüssig, auch das Orsons Release habe ich zugegeben erst sehr spät verstanden. Aber die “Inzwischen” EP hat mich umgehauen und war das Ding 2008 für mich. Auch “Fast” steigerte die Erwartungen, “Dein Lächeln” hat dann alles gekillt. Von da an war ich ein Opfer der wahrscheinlich ungewollten Viralvermarktung. Dieses kurze video, wo man das Momo-Zitat aus “Es regnet” gehört hat, die Tracklist, das Video mit den Statements, all das hat mich gekillt. Ich posaune heraus: Ich habe seit “Gefährliches Halbwissen” von Eins Zwo nie wieder so sehr auf ein Album gewartet. Dann bekommen. Und einfach mal auf dem Weg zu den Nachhol-Dates der Neopunk Tour fünf mal hintereinander weg gepumpt wie ein Irrer.
Und ich muss sagen: Es ist genau das geworden, was ich mir erhofft hatte. Eigenständiger, melancholische MUSIK. Hier geht es nicht um Flows, Reime, Lines, Attitüde, sondern um diese stimmige, beinahe beklemmende Atmosphäre. “Atmosphäre”, meine Lieben. Musik FÜHLEN und nicht ABARBEITEN. Was erstaunt ist, dass das Album zwar Meisterwerke in Form von Songs hat, aber eben auch welche, die in meinen Augen komplett überflüssig sind: “Bruder”, “Problem”, “Kyrie Eleison”…weiß nicht - fühl ich nicht so. Klingt wie “Naja so ganz ohne Rap können wir nicht, auch wenn ich gerne würde”. Aber dann: “MDMA”, “Ohne Titel”, “In den Himmel”, “Es regnet”, “Dein Lächeln”, “Nachtschattengewächs”, “Endpunkt”, “Unterdruck”. Einfach ohne Worte, der Hammer! Es wird für mein subjektives Empfinden sehr schwer dieses Album noch einmal zu übertreffen dieses Jahr und es kotzt mich an, dass ich dieses Jahr release hahahaha. Tua, vom Herzen alles Gute und den größtmöglichen Erfolg. Danke für “Grau”.



PA Sports (Künstler / Pottweiler Entertainment):

Ich habe Tua im Rahmen der “Members only”-Geschichte bei 16bars.de damals in ein-zwei Zeilen gedisst. Heute hab ich mir sein Album angehört (wenn ich ehrlich bin, hab ich das erste Mal wirklich Songs von ihm gehört): Ich finde Tua ist ein guter Rapper. Er hat gute Zeilen und interessante Songkonzepte. Trotzdem komm ich überhaupt nicht darauf klar, wenn ein Rapper gezwungen probiert eine Marktlücke zu füllen oder etwas “Neues” zu machen - ich weiß ja nicht was er früher gemacht hat, aber so kommt es mir auf jeden Fall vor.

Aber egal - Tua ist doch kein Hurensohn! Kauft euch “Grau”, kauft euch Jimi Blue - egal was, fangt an zu kaufen!



Olson Rough (Künstler / Unsigned):

“Grau” ist das erste deutsche Album, das ich mir seit langer, langer Zeit mal wieder kaufen werde. War Samstag nach Veröffentlichung in Düsseldorf bei Saturn auf der Kö, wo es bereits vergriffen war. “Gut für ihn, schlecht für mich”, sagte ich dem netten Herrn, der es zunächst bei Deutschpop eingeordnet hatte. Ich denke, dass die Free EPs und die Option, das Album vorzuhören, für viele ein Grund sein wird das Album käuflich zu erwerben. Gute Taktik, wie ich finde. Zur Musik kann ich nur sagen, dass ich das komplett fühle. Übermusikalisch. Die elektronischen Einflüsse stellen jeden, der plötzlich versucht auf den Electro-Zug aufzuspringen, in den Schatten. Das kommt halt null gezwungen rüber. Das könnte dem ein oder anderen den Anstoß geben sich mal frei zu machen...



Animus (Künstler / Unsigned):

So, mal ein paar Worte von mir: Als langjähriger Freund und Hörer von Tuas Mucke ist es
interessant die Entwicklung so mitzuverfolgen. Die exzessiven Party-Drogen Songs gefallen mir weniger als die ernsteren Songs, wie die erste Single oder “In den Himmel”. “Bilder” hat einen perversen Flow, Killer. “Bruder” gefällt mir ebenfalls sehr gut,
die Art wie Tua erzählt geht unter die Haut und Vasees Gesang ist sowieso mein Fall.
“Ohne Titel” ist ebenfalls ein Favorit – Top Storytelling.
Alles in allem ein Hammer-Album, ein sehr realitätsnaher und ehrlicher Künstler.
Und wenn er nicht Top 10 geht mit dem Ding, ist er hoffentlich auch realistisch genug,
um zu wissen, dass es ganz bestimmt nicht an seinem Produkt liegt.



badaboombadabang (Blog Father / P.R.O.L.L.):

“Megaloh und Tua werden DAS nächste große Ding im Deutschrap!” hörte man selbsternannte HipHop-Propheten und Künstler wie Casper vor circa drei Jahren herausposaunen. “Nö” - sagte ich. Ähnlich wie bei Megaloh, dessen Hype ich bis heute nie so wirklich nachvollziehen konnte, erlebte ich auch mit Tua eine schwere Geburt (No Kreißsaal). Das erste Mal als ich von dem 22-Jährigen Reutlinger hörte, wurde mir von seinem Doubletime vorgeschwärmt (“Der ist schneller als Twista, Alter!”). Also in “Nacht” reingehört und nicht so recht gewusst was ich damit anfangen soll: Letztendlich war mir Tua was den Sound betrifft wohl einfach etwas vorraus oder ich einfach noch zu beschränkt und so blieb außer “Krieg” kein Song bei mir hängen.

Schließlich vergingen erstmal mehrere Jahre, in denen ich noch dachte, dass die Kombination aus schwarzen New Era Caps, rot-blau-weißen Ecko Pullis und dunkelblauen Baggys an einem pummeligen 14-Jährigen gut aussieht. Dann “Um zu gehen” mit Vasee vorgesetzt bekommen und schlichtweg begeistert gewesen: Was für eine beklemmende Atmosphäre! Und mit “Inzwischen” hat er mich 2008 dann schließlich endgültig gekriegt und zählt seitdem zu den sechs wenigen Künstlern, deren Musik ich durch die Bank FÜHLEN kann.

Musik, so präzise, souverän und mit Fingerspitzengefühl ausproduziert, dass man sie vielleicht nicht zwingend mögen, aber auf jeden Fall respektieren muss. Zu dem Deutschrap-Electro-Geflirte zähle ich Tua(s Sound) nicht wirklich - falls doch, dürfte ja klar sein wer treu auf seinem eingeschlagenen Pfad bleibt und wer sich gezwungenermaßen mal eben Trash-Handy-Electro-Klänge auf's Album packt. Hallo M.A.S. Techno!
Vor allem behandelt Tua Themen, mit denen sich jeder Normalsterbliche identifizieren dürfte: Enttäuschung, seitens “Freunden” oder Frauen, die daraus resultierende Wut und Komplexe, Kopfkrieg, Einsamkeit. Seine Drogenerfahrungen liefern dem Film die nötigen Spannungsbögen, die die ganze Story für den Normalsterblichen aufregender und attraktiver machen.

Zu “Ohne Titel” bleibt nicht viel mehr zu sagen, außer: Kloß im Hals. Oder: Mutter kommt ins Zimmer herein, lauscht dem Text, hört zu Ende und nickt. Oder: Daraufhin rufe ich meine Schwester auf's Zimmer und spiel ihr den Song vor - erneut das gleiche Spiel. Im Hinterkopf natürlich: “Dieser kleine behinderte Quälgeist, wat zwingt der mir seine Musik auf - als hät ich nix besseres zu tun...”.

Dirk Bernemann kann auf die Vertonung seines Buches “Ich hab die Unschuld kotzen sehen” getrost verzichten, dafür gibt's ja jetzt “Bilder”: Nacheinander wird auf verschiedene Charaktere und deren private Abgründe eingegangen. Die Figuren stehen jedoch in Verbindung zueinander, so dass sich am Ende ein roter Faden ergibt und man sein voreiliges Urteil wohlmöglich noch einmal revidiert. Großartig. Oder wie gut dieses U-Bahn-“Alter-was-guckt-ihr-mich-alle-an-hört-auf-damit-ihr-Wichser!”-Schweiß-Gefühl in “Unter Druck” beschrieben wird.

Nun wollen wir aber mal nicht zuviel loben, schließlich geht's hier ja um DEUTSCHRAP und Deutschrap bedeutet Hass und ich will auch keine braune Nase riskieren:

Mit “Kyrie Eleison” kann ich nichts anfangen. Die Melodie der Hook kenn ich außerdem irgendwoher und finde sie eklig.

Der Momo-Skit in “Es regnet” erscheint beim ersten Hören zwar fantastisch und überaus passend, irgendwann skipp ich aber instinktiv nach der Hälfte des Songs. Ebenso bei den instrumentalen Passagen am Ende mancher Songs, was aber auch immer von der momentanen Situation abhängig ist. Muss ich aber wohl respektieren – schließlich ist es Tuas Spielraum, mit dem er sein Kunstwerk vollenden möchte.

Any last words? Bei “Grau ” handelt es sich um das rundeste Album seit Abroos “Schatten und Licht”. Ganz großes Kino.



Alibi (SW Capo / SchwänzenGäng):

Ist Grau auch eine Farbe?

Eines kann man dem jungen Reutlinger schon mal nicht absprechen und das ist Wandlungsfähigkeit. Ich erinnere mich jedenfalls noch an einen merk- bis denkwürdigen FüD-Auftritt. Hat er seinen Text damals nicht von einer Schriftrolle abgelesen? Aber dann gibt es ja auch noch den „Was ist eine Frau?“-Tua, den misanthropischen, schaukelverbrennenden Tua und jetzt eben noch den grauen Tua. Internet-Vorschusslorbeeren gab es ja schon zur Genüge, im Rapdeutschland der Jetztzeit eigentlich schon eine kleine Sensation für sich, nun muss das Konzept “Grau” auch in voller Länge überzeugen. „Dein Lächeln“ kann das schon mal. Vor allem in Verbindung mit dem kleinen, aber feinen Video funktioniert die Single außerordentlich gut. Stalking ist sowieso ein viel zu selten benutztes Motiv! Auch der stellenweise etwas dünne Gesang wird durch die starke Hook wieder wett gemacht und man ist erstaunt von dieser Kombination aus poppiger Leichtigkeit und melancholischer Schwere. Würde eben auch nicht jeder machen und kann vielleicht auch nicht jeder machen. In gewisser Hinsicht steht die Single symptomatisch für den Rest des Albums, gibt sie doch die Grundstimmung vor, zum größten Teil bestehend aus Verletzlichkeit und Verzweiflung. Sowas kann man auch Mood Music nennen. Doch während die depressive Atmosphäre bei Joe Buddens gleichnamiger Mixtapeserie immer auch durch unbeschwerte Partytracks aufgebrochen wurde, zieht sich hier der graue Faden erbarmungslos durch die gesamte Spielzeit. Ohne wirkliche Alternativen. Und das ist gleichzeitig die größte Stärke und die größte Schwäche des Albums. Denn Tua riskiert hier, dass er Hörer die sich weniger empfänglich für vertonte Depressionen erweisen, schlicht und einfach nicht mitnehmen kann. Für die Art und Weise der musikalischen Umsetzung gilt Ähnliches. Auch wenn diese mich ab und zu an die seltsame Entrücktheit von Akira Yamaokas Soundcollagen erinnert, so verhindert mein Unverständnis für Drum'n'Bass und alles Artverwandte ein wirkliches Vertiefen. Vielleicht kann Tua in diesem Fall auch gar nichts dafür, vielleicht kommt es für mich einfach nur zur falschen Zeit und in einem halben Jahr bin ich empfänglicher für einen solchen Seelenstriptease ohne Happy End.



Bass Sultan Hengzt (Künstler / Murderbass):

Da guck ich lieber wie Staub auf meinen Fernseher fällt, als mir noch eine Sekunde länger so eine unfassbare langweilige Scheiße anzuhören. Da unterhält mich eine Gardinenstange weitaus mehr.



Taichi (Künstler / Mein Label):


Da man viel zu wenig lobt und viel zu viel kritisiert in unserer schönen Szene will ich mal mit gutem Beispiel vorangehen:

Ich war in den letzten Tagen definitiv für eine nicht unerhebliche Klickzahl auf Tuas MySpace-Seite verantwortlich. “Grau” ist ein besonderes Album - allein den Move, ein Stück wie “Viktor” oder den Afterlude von “Es regnet” auf einem HipHop-Album zu platzieren, finde ich grandios. In meinen Augen bricht das Album mit den genreüblichen Rastern, ohne die “Realness” zu verlieren.  Produktionsseitig großes Kino mit lyrisch und technisch anspruchsvollem Rap. Dieses Album ist Musik, meine Gratulation dazu. Mein heutiger Lieblingstrack von “Grau”: “Ohne Titel”.

Tua, du hast mich doch mal angeschrieben wegen Beats – ja, ich will.



Pillath (Künstler / Unsigned):

Ich habe nicht geschafft reinzuhören, gibt viel zu tun zur Zeit hier, deshalb würde ich mir jetzt nicht rausnehmen wollen über ein Album zu urteilen, dass ich nicht richtig kenne. Hab aber die Single gehört, die jetzt nicht mein persönlicher Gechmack war, von der ich aber glaube, dass sie durchaus ihre Zuhörer finden wird.

Man sieht und spricht sich im Sommer.



Pyranoid (Produzent / Ledz Danz Records):

“Grau” ist für mich das erste Tua-Album, von daher wusste ich nicht wirklich was mich da erwartet.
Jedoch kann ich nach ein paar Durchgängen sagen, dass ich recht angetan bin von dem Werk. Es klingt sehr untypisch für ein Deutschrap-Album: Das liegt unter anderem an den originellen Beats, die sich innerhalb der Songs gerne mal ändern beziehungsweise variieren.
Cool find ich hier die Drum'n'Bass-Elemente, die er reingebracht hat - passen sehr gut ins Gesamtbild des Albums. Sehr geil find ich auch die Songstrukturen oder besser gesagt die Albumstruktur, da sich das Album eher wie ein großer Song anhört, der aus vielen kleinen Teilen besteht. Man merkt richtig wie detailverliebt er an einzelne Parts rangegangen ist und nicht das Standard-Schema Vers/Chorus/Vers etc. angewandt hat.
Die allgemeine Soundauswahl bei den Instrumentals ist auch sehr stimmig gewählt worden.
Vor allem die Vocal/Vocoder Spielerein z.B. im zweiten Part bei “Es regnet” sind sehr nice.
Insgesamt gefällt mir der Vibe den das Album vermittelt, die Atmosphäre, die während des Hörens entsteht, durchzieht sich über das ganze Album und wird erst am “Endpunkt” beendet.
Rap- und auch Gesangs-technisch ist das Ganze auch auf hohem Niveau, wobei mich persönlich das Album mehr aus musikalischer Sicht überzeugt.



Jan Wehn (Neohipster / JUICE & hiphop.de):


Für mich ist “Grau” eine große Überraschung im, letzter Zeit doch recht unspektakulären, Deutschrap-Geschehen. Natürlich werden viele den Kanye-Vergleich auspacken, aber diejenigen, die sich schon länger mit Tua beschäftigen, wissen ja, dass er ein sehr eigenständiger Künstler ist, der auch früher schon viel herumexperimentiert hat. Soundtechnisch hat er sich - auch schon auf den letzten Releases - sehr von Genres wie IDM, Glitch oder Clicks'n'Cuts inspirieren lassen. Musik, die ich auch privat sehr gerne höre und verbunden mit Rap etwas sehr Eigenständiges, Innovatives und Neues erschafft. Ist natürlich nicht jedermanns Geschmack. Dazu kommt aber, dass keiner der Titel einer simplen Strophe-Hook-Strophe-Struktur folgt - Tua kreiert richtige Songs. Sei es beim Opener “Es regnet”, mit dem wunderschönen Sprachsample aus “Momo” oder auch auf Instrumentalstücken wie "Viktor". Natürlich legt Tua dabei keine komplexen Siebenfachreimketten oder Ums-Eck-gedachte Vergleiche vor - muss er aber auch gar nicht. Denn abseits von solchen - natürlich auch sehr unterhaltenden Spirenzchen - ist “Grau” ein sehr kurzweiliges und interessantes Album geworden, welches zeigt, dass Tua eine der wenigen Hoffnungen im deutschsprachigen Rap zu sein scheint.



Brisk Fingaz (Produzent / Bozz Music):

Also ich muss über das Album sagen, dass ich wirklich sehr überrascht war. Ich dachte es würde ein reines Rap-Album werden, weil ich ihn auch noch nicht so auf dem Schirm hatte. Er hat es geschafft eine Mischung aus verschiedenen Musikrichtungen zusammen zuschmeißen. Teilweise alle in einem Song - was ich zwar sehr anstrengend und zum Teil auch unpassend finde, aber auch sehr genial. Ich finde, dass es sogar in Richtungen geht, dass es auch ein Fanta 4-Publikum erreichen könnte und weitaus mehr als nur HipHop-Fans begeistern kann. Für mich am besten zu beschreiben mit: “Genie und Wahnsinn“ in einem Album.

Auf jeden Fall kaufenswert.



Ercandize (Künstler & Produzent / Assazeen):

“Grau” ist ein sehr gutes Album geworden. An den Beats hört man was für ein musikalischer Typ Tua ist. Die Themen sind abwechslungsreich und man hört ihm gerne zu, weil er ein ehrlicher Dude ist. Es ist das erste Deutschrap-Album seit einiger Zeit, das ich mir gekauft habe.



Herr Merkt (Hochadel / Herr Merkt spricht über Hip Hop Blog):

Mit “Grau” setzt Tua seinen Weg, den er auf seinen beiden EPs “Inzwischen” und “Fast” einschlug, konsequent fort. In den letzten Jahren gelang es Tua, wie keinem anderen in der Deutschrap-Szene, einen eigenen musikalischen Entwurf zu kreieren, der ihn deutlich von der Konkurrenz abhebt und Wiedererkennungswert verschafft. Auch textlich stilisiert sich Tua nicht zum unangreifbaren Superhelden hoch, sondern reflektiert selbstkritisch seinen bisherigen menschlichen Werdegang. Dabei lädt das Album vielmehr zu einem konzentrierten Zuhören als zu einer beiläufigen Hintergrundbeschallung des Entfernens von Blutflecken aus dem teuren Perserteppich ein. Wer den bisherigen musikalischen Werdegang Tuas nachvollziehen kann, sollte an dieser Stelle ohne zu zögern zugreifen und das Album mit viel Glück im gut sortierten Plattenhandel erwerben. Ich für meinen Teil bin begeistert!



Big Flexx (Produzent / No Peanuts Publishing):

Alles in allem ein sehr stimmiges und komplettes Album. Bezüglich Tuas Rapfähigkeiten braucht man glaube ich nicht mehr viel zu sagen, denn die variablen Flows, durchdachten Texte und realitätsnahen Inhalte und Stories lassen das Ganze zu einer Art Film werden, was mir persönlich bei Alben immer sehr gefällt. Die Produktionen sind auf jeden Fall innovativ und verlangen eine gewisse Offenheit seitens des Hörers. Wenn man aber was von Musik versteht und nicht zu fest auf dem Rap-Film hängengeblieben ist, kann man sich wunderbar auf diese Mischung aus Rap, Drum'n'Bass, Dub und Electro einlassen. Aus Sicht eines Produzenten muss ich auf jeden Fall noch den Einsatz von Instrumental-Tracks loben und hoffen, dass der Hörer dadurch in Zukunft ein wenig offener für instrumentale Tracks wird. Neben “Dein Lächeln” stechen meiner Meinung nach vor allem “Für immer”, “Ohne Titel” und “Bruder” heraus.

An dieser Stelle: Gruß und viel Erfolg mit dem Album!



Shuko (Produzent / Hustle Heart):

Nicht meine Welt, aber gut produziertes Album, textlich hohes Level mit Tiefgang. Ich wünsch ihm, dass er gut verkauft!



Sucuk Ufuk (Künstler / Bassquiat):

Ich hab das Album zwar noch nicht in der Endversion gehört, aber ich gehe davon aus, dass es ein schöner warmer Pissstrahl auf den Rest der deutschen Rapszene ist und alle anderen heimgehen sollten, um sich zu schämen, weil sie uns mit ihren Rotz-Alben belästigt haben. Bei dieser Gelegenheit: Tua, schick mal Album durch, Len!



Moe Mitchell (Künstler / Optik Records):

Ich denke, von dem was ich gehört hab, ist das schon eine runde Sache und ist viel besser als andere Kandidaten es versucht haben! Das gesangliche Ding ist doch so: Man muss heutzutage nicht mehr singen können, um einen guten Song aufzunehmen. Es reicht einfach der Grundgedanke. Ich mag aber auch seine Art zu denken, wenn es um seine Song-Konzepte geht - das erinnert mich an Kaas. Und da die ja schon lange zusammenarbeiten ist es auch nicht so weit voneinander entfernt. Ich wünsch ihm viel Glück für sein Album und hoffe für ihn, dass das Ganze Top 10 geht.



Falk (Hawkeye / Mixery Raw Deluxe & JUICE):

Er scheint der erste Rapper zu sein, den die Szene feiert weil er ausbricht aus den HipHop-Grenzen. Es gab Rapper vor ihm die dafür verbale Schellen kassiert haben. Insofern ein Risiko, was Tua gewagt hat, aber er hat gewonnen.

So hat sich die komplette Erstauflage seines Albums bereits am ersten Wochenende des Erscheinens verkauft und sein Buzz ist ungebrochen.

Warum???

Sein Album verarbeitet klassische 80s- Electro- und Robot-Sounds und flippt sie mit allem, was in den letzten 30 Jahren spannend war, im Rap durcheinander.

Dazu kommen massig Anleihen aus ALLEN Musikrichtungen, die man sich vorstellen kann.

Eurodance-Autoscooter-Kirmes-Techno-Thrash-Synthies treffen auf orientalische Tonskalen und Akkorde. Muezzin-artige Gesänge wechseln sich ab mit Gregorianischen Chorälen und Herman Munster springt zum Adams Family Rave. Der Flavour ist meditativ bis religiös angehaucht. Ethno Ambient Rap Musik.

Es sind Sounds zu hören, die mich an ein Theremin erinnern. Das ist vergleichbar mit einer elektronischen Version einer singenden Säge - und genau das ist Tua.

Eine singende Säge.

Er ist in der Lage alles entzwei zu sägen mit seinen Raps, aber gleichzeitig schwingt immer eine Trauer und Theatralik im seinem Gesang mit - so wie die singende Säge.

Dieser Pathos und Schmerz zieht sich durch das gesamte Album, sei es Text oder Musik. Hier wirkt nichts gekünstelt, der Schmerz ist entweder echt und erlebt oder fantastisch gespielt.

Die Texte sind so voller Schmerz und in Zusammenarbeit mit der Musik passiert es manchmal, dass sie einen erdrücken.

Aber warum kommt es so gut an?  Es liegt daran, dass hier jemand seine verletzliche Seite zeigt. Wer will diesem Mann an den Karren pissen? Vor allem wie?!

Er hat schon alles gesagt.

Hinzu kommt, dass er alles aufbricht und anders macht als alle anderen. Er ist dadurch einmalig und hebt sich ab.

Wichtig ist auch, dass er ein fantastischer Produzent ist. Seine Arrangements sind komplex und extrem musikalisch.

Rap wird häufig vorgeworfen nicht radiotauglich zu sein - wenn Tua nicht-radiotauglichen Rap macht, dann weiß ich es auch nicht.

Es war sein Ziel ein HipHop-Album zu machen, das auch Menschen hören wollen, die nichts mit Rap zu tun haben.

Es ist ihm gelungen.

Man kann es nur mögen oder nicht mögen.

Ich mag es.

Falk aka Hawkeye

PS:
Ich würde allerdings auch gerne mal ein Album von Tua hören, das “Pink” heißt.



Farid Bang (Künstler / German Dream Evangelium):

Ich habe noch nie was von ihm gehört, aber vom Typ her sieht der schon aus wie ein Lappen und bei jemandem, der sein Album “Grau” nennt, kann ich mir schon vorstellen wie sein Sound klingt! Also ich denke Deluxe Records kommt mit diesem Release seinem Untergang näher und ich denke bis spätestens Ende nächsten Jahres gibt es dieses Label auch gar nicht mehr. Also in diesem Sinne...

Vielleicht kurbel ich seine Promo an, indem ich ihn mal disse!



Mikis (Das tapfere Schneiderlein / Grafik & Videoschnitt / Famefabrik & Skillz TV):

Tuas Album ist wie ein Jim Jarmusch Film: Deprimierend, schwermütig, pessimistisch, stellenweise sogar suizidär. Ein Album, was einen alles andere als mit einem Lächeln zurücklässt. Aber vor allen Dingen ist “Grau” ein Kunstwerk. Ein Kunstwerk, das dir vor Augen führt, was in einem jungen, wütenden Mann vorgeht, der Teil dieser Generation ist. Das Album hat jedoch einen Makel: Es lässt einen mit einem riesigen Fragezeichen zurück, weil man nicht glauben kann, dass dieser junge Mann Tua ist. So wie wenn einem der Klassenclown in einem Vier-Augen-Gespräch eines Tages erzählt, dass er es Leid ist immer “der Lustige” zu sein.

Aber der scheinbar seelenverwandte Jim Jarmusch hat ja schon gesagt: “Musik ist die höchste und schönste Form des Ausdrucks. Ohne Musik hätte das Leben keinen Sinn.”



Montana Max (Künstler / Unsigned):

“Grau” - was alleine schon für ein überkrasser Titel für ein Album! Ich finde, wenn man das hört und dazu noch die Fotos sieht, weiß man sofort wie das Album klingen wird und ich stehe sowieso eher auf “düstere” Sachen. Tua höre ich schon ein paar Jahre, seitdem mir damals per Zufall “Nacht” in die Hände gefallen ist. Mochte dann seine Parts auf dem Bassquiat-Ding, habe die Orsons gehasst und habe wohl kaum eine Platte im letzen Jahr öfter gehört als “Inzwischen”.
Und auch wenn “Mann” sich sowas im deutschen HipHop ja normal nicht zu sagen traut, bin ich einfach ein unglaublicher Tua-Fan. “Grau” ist der Wahnsinn und “Ohne Titel” der größte Gänsehaut-Song dieser Dekade. “Diese Hochhäuser spiegeln Licht...und sie spiegeln mich” - als ich diese Line das erste Mal gehört habe, bin ich “Boooaaaah”-schreiend vom Sofa gesprungen. Wie Tua Bilder malt und Episoden erzählt, finde ich unvergleichlich.
Ich finde es einfach unendlich gut, das endlich jemand kommt und 100 Prozent sein eigenes Ding durchzieht. Auf eigene Beats, mit seinen eigenen Leuten und einem völlig neuen Sound.
Er kommt einfach nach “Nacht”, Bassquiat und den Orsons mit einer komplett gesungenen Single um die Ecke. Einfach weil ER da Bock drauf hat. Großartig! Das Einzige was wirklich schade ist, ist, dass der Vertrieb, oder wer auch immer, dieses Album gerade komplett gegen die Wand fährt.
Aber ich hoffe der Junge hört in den nächsten 50 Jahren nicht auf Musik zu machen. Ganz egal welche Richtung...!



Ama (Künstler / Unsigned / JUICE & MZEE.com):

Eigentlich gibt es das selten bei mir, dass ich einen Song nach der Titulierung “Find ich scheiße”, kurz darauf doch noch abfeier. Aber so ging es mir bei “Dein Lächeln”. Tatsächlich konnte mich der Song nach mehrmaligem Hören doch noch catchen und nachdem mir Casper das Album des Öfteren ans Herz gelegt hat, gab ich dem ganzen Werk dann mal einen Durchlauf. Generell steh ich ja sehr auf open-minded-music, was weniger die Überschrift “Crossover” meint, als einfach ohne selbst auferlegte Grenzen gute Musik zu schaffen. Und da ich eh nicht nur in dem Genre Rap wilder, fand ich die Mischung, die Tua vorgelegt hat, schon sehr ansprechend. Vor allen Dingen sind es aber die Arrangements und die Art und Weise des Ganzen, das Künstlerische, was mich beeindruckt hat. Außerdem schafft er es Tiefgang zu beweisen, ohne in ekelhafte, pathetische Zeilen abzudriften. Das ist ehrlich, auf die Fresse und vor allen Dingen kreativ. Und mir ist lieber, dass jemand zu sehr über die Stränge schlägt, als dass man auf Nummer sicher geht, aber dann etwas veröffentlicht, was man genauso auch bei zig anderen Künstlern hören könnte.
Ich glaube zwar weniger, dass “Grau” kommerziell wirklich erfolgreich sein wird (was ja auch kein Muss oder so auch vielleicht nicht unbedingt das angepeilte Ziel ist), aber damit kann sich Tua sein eigenes Level schaffen und auf diesem auch auf längeren Zeitraum erfolgreich und gefragt sein.

Für mich ist “Grau” kein lang erwartetes Album, aber schlussendlich eine musikalisch gereifte und daher auch überzeugende Platte. Definitiv eine der guten Scheiben des ersten Quartals.

Tua - Dein Lächeln




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15.07.2008 - Deutschraps Meinung zu "Tha Carter III"? Bekommst du hier! [Serie]



Da sich inzwischen die (gefühlte) gesamte Blogosphäre bereits zuhauf ihr Maul über den Lila-Limonade Trinker aka Lil Wayne und sein neuestes Werk "Tha Carter III" zerissen hat, dachte ich mir, es wäre an der Zeit noch einen Schritt weiter zu gehen - also bat ich Rapper, Produzenten sowie Journalisten darum ihre Meinung zum "best rapper alive", im Speziellen jedoch zu "Tha Carter III", niederzuschreiben, um sie schließlich auf meinem Blog kundzutun. Ob die hiesige Szene mit der bereits zitierten Selbstkrönung Weezys übereinstimmt oder ob der Zwillingsbruder Yodas und Gollums sich doch etwas übernommen hat? Ist "C3" nun der erwartete Klassiker geworden, den Weezy-Fanatiker prophezeit hatten, der ohne Ausnahme selbst die letzten 10 Jahre Rapgeschichte aufficken sollte oder wird die Platte ihrem gewaltigen Hype nicht annähernd gerecht? Lest einfach selbst - badaboombadabang, here we go!



Abroo:

Da die Erwartungen vielerseits schon unmenschlich hoch waren und das Album eines der langersehntesten überhaupt war, war ich von vorher schon mit einer "Das-kann-das-dann-sowieso-nicht-halten-was-es-verspricht-Haltung" rangegangen. Sagen wir: Eine gesunde Skepsis machte sich breit. Dann war es irgendwann soweit. Im Auto bei Sneezy von Hammer & Zirkel lief es plötzlich. Er hatte es in Berlin gekauft und wollte nun das Dorf namens Lemgo missionieren. Erster Song...wow...gefällt. Zweiter Song...ist das nicht Jigga?...Schön. Dritter Song "A Milli" ...Alter, der macht ja was er will! Und genau das gefällt mir bei Lil Wayne. Der macht einfach was er will. Der geht da mit einer Anarchie an die Songs. Sowas hat es schon länger nicht mehr gegeben. Es ging mir wie beim Portugal-Deutschland Spiel: Ich war positiv geschockt. Sicherlich gibt es auch ein paar Songs, die mir nicht ganz so gefallen, aber es kommt das Gefühl rüber, dass das dem kleinen Wayne auch sowas von am wahrscheinlich auch tattoowierten Arsch vorbei gehen würde, ob jemand das Ding feiert oder nicht. Naja, bei einer Platin-Vorbestellung hat er nichts falsch gemacht. Mit Tracks wie "Lollipop" zeigt er sowas wie einen Mittelfinger in Tongestalt. Mir ein bisschen zu dünn der Song, aber ich verstehe das Prinzip dahinter. Er krächzt sich wunderbar durch das Album und hinterlässt mit etlichen Lachern und Aussetzern ein Bild davon, wieviel Spass er wohl bei den Aufnahmen hatte. Passt trotzdem neben meine anderen erworbenen CDs diesen Monat. Zwischen der Snowgoons CD und der Pace Won LP fühlt sie sich jedenfalls wohl. Lil Wayne hat zwar das Rad nicht neu erfunden, aber die dazugehöhrige Felge neu verchromt. Der eine mag es , der andere eben nicht. Und das Motto sollte immer sein: entweder polarisieren oder weiterschlafen. Ich geh mir jetzt Tränen stechen lassen. Ruffjehauen!



Fler:

Find die Single gut und den Track mit Juelz und Fabolous... der mit Jigga ist auch hammer!

Ansich ist das Album schon ne verrückte Sache - und Weezy ein verrückter Typ. Ob die Leute das jetzt alles peilen was der da rappt? Weiß nich. Der Typ ist auf jeden Fall der Hit!

8 von 10 Punkten.



Maeckes:

Weezy-Daily-Mixtape-Overkill kurz durchbrochen, reingehört und "Shoot Me
Down" sehr gefeiert! Bester Beat, schöne Hook, Fan! Sonst ist mir das
Album oft zu T-Pain-Girlie-Blabla, aber wir wollen dem Herrn Wayne hoch
anrechnen, dass er Konzepte unter sein Podest schiebt, um noch weiter
oben zu stehen. Es gab schon bessere Alben, aber auch unfassbar viele,
die viel schlechter waren. Also: Ok. Und rappen kann er ja.



Falk aka Hawkeye:

Zum Anfang möchte ich vorweg schicken, dass ich mich hörtechnisch die letzten Jahre nicht einen Fick, um das Phänomen Lil’ Wayne gekümmert habe.

1.
Zu viele Rapper mit „Lil’“ in ihrem Namen, die zu viel uninteressante Musik gemacht habe.

2.
Cash Money ist nicht gerade das Label, das den Sound fährt, der mir gut reingeht.

3.
Eine gewisse visuelle Unsympathie herrscht bei mir vor. Der Junge sieht aus wie Gollum und Baby sieht auch so aus, als könnten Mutter & Vater auch Bruder & Schwester gewesen sein.

4.
90% aller Tunes aus dem Süden der USA langweilen mich zu Tode. (Wen es freut zu erfahren: Auch 90% aller Songs aus dem Norden, dem Westen und dem Osten langweilen mich zu Tode, aber whatever).

Sind die Gründe auch recht oberflächlich und eher rein privater Natur, so führten sie in Kombination mit Beruflichem Zeitmangel dazu, dass Lil’ Wayne auf meiner Prioritäten Liste eher dort zu finden ist, wo sich Papua-Neuguinea in der offiziellen Fifa Weltrangliste befindet.

Natürlich ist mir der unaufhaltsam steigende Hype/Buzz des jungen Mannes nicht verborgen geblieben. Der Aufstieg von dem um die Jahrtausendwende, von Zahnbespangten Down South Nerds gefeierten Hot Boy, bis zum Blogger Liebling deiner Mutter. Inkl. Tränendrüsen Geschichten über die Trennung der Hot Boys, Baby als Nr.1 Stunna Vaterfigur, dem Feature mit dem Sohn von Julio Iglesias, der übrigens der größere Pimp der beiden Iglesias ist, dem Hustensaft und Kokain macht schlechte Haut Schwachsinn und natürlich der Kussmund zweier sich liebender Männer über 18.

Aber ganz ehrlich, ich hab mich die ganze Zeit immer nur gefragt: Wayne interessierts?!

Und auch wenn alle immer vom besten Rapper der Welt sprechen, so denke ich immer nur, ich habe die beste Rapper der Welt schon gehört. Es gibt doch jedes Jahr einen besten Rapper der Welt. So wie es jedes Jahr neue Modekollektionen gibt, so gibt es jedes Jahr neue Rapper mit einem Hype. So was macht mich schon lange nicht mehr wuschig oder zwingend neugierig.

Und deshalb war tatsächlich der Grund sich das „Tha Carter III“ Album anzuhören der, dass mich Blogger Kollege badaboombadabang bat meine Meinung zum Album in seinem Blog kundzutun. Was blieb mir anderes übrig als mir das Album anzuhören?

Dies wird also mein erster vollständiger Lil’ Wayne Tonträger, den ich höre. Ich gehe sozusagen mit gewissen jungfräulichen Ohren heran, trotz all meiner geäußerten Vorurteile.

1. 3 Peat
Diese miesen Giorgio Moroder artigen Synths erinnern mich an Scarface, aber der Scarface Soundtrack war irgendwie geiler. Klingt für mich wie eine Reihe von Songs, die genau so in den letzten Monaten raus gekommen sind. Er hat schon ne geile Asi Stimme, so als würde Baby mit Stilettos auf seinem Hodensack stehen und immer mal wieder den Fuß drehen.

2. Mr.Carter
Pitched Soul Vocals kann ich ja gar nicht mehr hören. Den Beat hätte ich so nicht erwartet, klingt wie eine NY Gospel Rap Nummer. Sorry Mr.Carter, aber auch Jay-Z rettet hier nichts mehr. Das Ding ist nicht schlecht, aber eben auch nicht wirklich Geil.

3. A Milli
Wow, das ist mal was für meinen Geschmack. Dieses asoziales Stück Scheiße von Track ist eine Granate. Und eher unerwartet, oder hätte man gedacht das sich Lil’ Wayne einen Beat schnappt, in dem die Ragga Vocals von Phife Dawg von A Tribe Called Quest gesamplet sind? ATCQ liessen 1989 ihren Klassiker „I Left My Wallet In El Segundo” von Norman Cook remixen. Den wiederum kennt man heute als Fatboy Slim. Und da Norman Cook wusste, dass Phife Dawg ein Ragga Hardcore Fan ist, ließ er ihn ein Ragga Intro auf dem Tune machen. Dort bringt er die Super Line „A milli didley didley bum”. Den Anfang des Satzes einfach etwas gescrewed, 808s drunter und schon ist diese Bombe fertig. „Motherfucker I’m ill“ was soll man noch dazu sagen...

Von Phife Dawg (ATCQ) zu Weezy F. Baby

4. Got Money
Uijuijuijuijui, wenn ich Bock auf so einen Sound habe gehe ich in die Disco oder zum Autoscooter auf dem Rummel. Wartet mal kurz, ich muss mir die Pomade von meiner Schuhsohle entfernen. Ey, der Tune hat doch eine Geile stelle: Von 3.10 Min bis 3.21 Min.

5.Comfortable
Ahhhh, asi-funky Drums, smoove Soul Streicher.
Ist das Kanye? Ist der Rapper auch Kanye West?!

Ok, ein Blick in die Credits verrät mir es ist ein Kanye Beat, aber er rappt nicht drauf. Hat Kanye ihm vielleicht eine Pilotspur gerappt und Lil’ Wayne hat es nachgerappt? Oder kann man nicht anders auf Kanye Beats rappen?! Mit Babyface kann man mich eigentlich jagen, aber der Chorus von ihm ist schon nice. Die Nummer finde ich eigentlich Bombe, aber wenn er zu lange in dieser hohen Stimme rappt, dann nervt es doch irgendwann.
Und noch was, Kanye hat mal gesagt das er mit seinen Drums nie zufrieden ist - die knallen ihm nicht genug. Ey Kanye…… cosign!!!!!!!!!!!

6. Dr.Carter
Holy Shit. Was geht den hier ab?! Der Typ spittet plötzlich als wäre er ein 70s Baby aus der Bronx. Diamond D am Beat und raus kommt eine Golden Era NY Nummer mit David Axelrod Sample. Aber alles Bullshit, Waynes Lebensgeschichte kennt ihr und der Beat ist von Swiss Beatz. Evtl. hat Swiss Beatz die Idee gehabt als DJ Scratch „New York Shit“ für Busta Rhymes geflippt hat. Da hat Swiss nämlich ein Rap Feature drauf und der Beat ist auch schon eine Diamond D Hommage Schrägstrich Bite gewesen. Egal, wer die Lebensgeschichte von David Axelrod kennt, vor allem das letzte Drittel seines Lebens, der wird wissen, dass die besten Freunde von Mr.Axelrod Diamond D und Dr.Dre sind. Denn sie haben durch ihr Sampling von Axelrod Songs dafür gesorgt, dass der völlig abgebrannte Axelrod heute in einer Villa wohnt. Deshalb sind Dre und Diamond unter den Top 4 Myspace Freunden von Axelrod. Wartet bis zur nächsten Verlagsabrechnung, dann stehen auch Swiss Beats und Lil Wayne in seinen Top 8. Der Tune ist übrigens Überkiller. Nicht wegen den ganzen NY Referenzen, sondern weil die Idee und die Atmo komplett stimmig ist. Ist auch Stimmlich geil umgesetzt. Und versuchen wir nicht alle irgendwie Rap zu retten...?

7. Phone Home
Ok, jetzt kommt er plötzlich auf diesen Westcoast Flava. Stelle man sich Easy-E und Snoop über diese Nummer vor und schwupp ist es 1997. Und wie geht der den ab?! E.T. ist ja nix dagegen. Der Typ hat auf jeden Fall ein Schacke, aber irgendwie macht ihn mir das sympathisch. Gibt ja schon genug normale Rapper. Ist schon geil gemacht, aber 90% dessen was Post-NWA ist läuft an mir Geschmacksmäßig vorbei.

8. Tie My hands
Himmel & Hölle. Was macht den so eine Nummer hier?! Seit LL Cool J 1987 als einer der ersten Rapper versucht hat ein Liebeslied zu machen, gibt es eine lange Historie von peinlichen HipHop Liebesliedern, für die man sich als HipHopper schämen sollte. Aber es geht eben auch anders und wie beweißt diese Nummer. Als Robin Thicke seine erste Single veröffentlichte, habe ich ihn für einen hippiesken Fahradboten gehalten, der gerne Teil der Bee Gees wäre. Oder gleich mit seinem Kopp im Hintern von Justin Timberlake steckt. Aber sein letztes Album hatte schon ein paar Soulbomben dabei. Und jetzt letztens dieser Übertune „Magic“, der genauso klingt, wie man sich wünschen würde, dass Marvin Gaye oder Curtis Mayfield heute abgehen würden. Mögen es einige auch Gay finden, aber wer das scheiße findet ist soft und geht zum weinen in den Keller. Homie bleib da unten oder such dir eine Frau. Komm in 10 Jahren wieder, dann reden wir über Mike James Kirkland und du weißt wohin der Hase rennt.

9. Mr.Officer
Ok, eine Soulnummer ist ja cool, aber noch eine? So richtig geil finde ich die Nummer auch nicht. Und schon wieder klingt er wie ein Kanye West, der einen Bronchialkatarrh hat.

10. Let the Beat build
HAAAAALLLLLLLOOOOO wann geht den der Beat los?! Ich weiß, wird ja schon im Titel aufgegriffen, mir egal. Die Umsetzung der Idee gefällt mir nicht. Sorry, aber wenn ich Gospel Rap hören will, dann kauf ich mir ne CD von Play, einem der beiden Flummis von Kid ’N Play oder von Freshco von Freshco & Miz, die sind wie George W Bush neugeborene Christen. Ähnlich geil wie Will Smith und seine Sekte. Ist sowieso nur eine Frage der Zeit bis Lil’ Wayne ähnlich abgeht wie Mase oder Kurtis Blow.

11. Shoot me down
Junge wir beweisen Ekletizismus. Der nächste Stil, den er durchnudelt. Ist das Chris Martin, der Vater von Apple? Boah der Gesang geht nicht klar. Bitte erfüll ihm doch einer den Wunsch ihn abzuknallen. Neben diese Coldplay artigen Ansätzen hat das Stück noch so einen Blues Flava, irgendwie geil, aber irgendwie auch wack. Boah, Min 3.51 was geht den jetzt ab? Was soll den diese Schülerband E-Gitarre?! Ne sorry, jeder Schülerband E-Gitarrist ist ein Jimi Hendrix gegen dieses Opfer an der Klampfe. Seine Vocals finde ich aber geil.

12. Lollipop
Ok Ok, hier ist die Ausnahme von der Autoscooter Regel. Der Tune hier bedient eine ganz perverse Ader in mir. Ich schäme mich auch ein wenig dafür, aber diese verdammten Harmonien sind killer. Der Stimmeffekt, diese asozial betonten Vokale am Ende der Wörter, die Atmosphärisch unfassbar derbe ins Arrangement eingefügten Breaks um 2.09 Min. und 3.14 Min., dazu später diese E-Gitarre sind einfach Brett. Text Schwachsinn, Musik ist vollkommenes Sirup Kaugummi, aber es schmeckt mir trotzdem.

11. LaLa
Dreck.

12. Playing with Fire
Ist schon imposant produziert, aber turnt mich nicht. Diese Harmonien sind nicht mein Geschmack. Aber Lil’ Wayne und die Streetrunners erweisen sich als coole Säue und besorgen sich „Clean Up Woman“ Betty Wright um die Hook zu singen. Das hat schon was. Wie er den Spagat zwischen Heulsuse und Strassenschläger hinbekommt ist auch schon beeindruckend.

13. You aint got nuthin
Interessant. Das ist also der neue Alchemist. Das ist schon sein typischer Drumstyle, aber irgendwie klingt das Stück als wäre es in einem Schuhkarton gemischt. Warum knallt das nicht? Oder hat da Madlib Ghostproduced? Ok, er mixt jetzt also seine typischen Alchemist Drums mit einem Modernen Synth Flava, der nicht nach Autoscooter klingt. Wow, der Chrous ist der Hammer. Wie abgefuckt der Effekt auf Waynes Stimme kommt ist Brett!!!
Allerdings weiß ich nicht was dieser verfickte 808 Break ab 3.01 Min soll. Damit unterstreicht Alchemist doch. wie sehr seine Drums nicht wirklich punchen. Schrecklich. Oh shit jetzt weiß ich warum mich der Chorus so killt. Lil’ Wayne klingt wie der eingefrorene Comander Powell aus John Carpenters erstem Film „Darkstar“. Ich sag nur: Philosophische Diskussion mit Bombe 20. Ach fuck: „Es werde Licht!“.


14. Don't Get It
Brett. Brett. Brett. Brett. Was für eine Kanone von Tune. Und was er da erzählt von den verdammten Suburbs, Al Sharpton usw.? Das macht mir richtig, richtig Spaß so.
Schon erschreckend wenn ein Südstaaten Cat die besseren NY Songs macht. Was ich auch schwer geil finde, ist, dass dieser Track in einer großen Tradition von Songs steht, wie sie z.B. Isaac Hayes mit „By The Time I Get To Phoenix“ schon abgeliefert haben. „You are just another Don King…….with a Perm” Geil!!!


Analyse:

Lil’ Wayne ist schon ein geil asoziales Stück Scheiße der Junge. So wie er auf „Don't Get It“ erzählt, hat er eben gute und schlechte Seiten. Aber er kann es eben so schön erzählen wie viele andere IM AUGENBLICK nicht.

Stimmenmäßig, Flowmäßig und Lyricmässig würde ich ihn einordnen zwischen Group Homes Lil’Dap, Kanye West, ODB, der Frog Lady aus dem Robert Urich Film „Die Eispiraten“ und Twiki, dem Liliput Roboter aus Buck Rogers.

Was ich geil finde ist, wie er seine sowieso kranke Stimme durch AutoTune und andere Vocal Effekte noch mehr abfuckt. Ich, als im Transeuropa Express geborenes 70s Baby vom Planet Rock, dessen Onkel Darth Vader ist, und Roboter Vocoder Voices von Day 1 her liebt, ist das zwar nicht innovativ, aber alle mal fresh. Zumindest dafür das Vocoder Voices im HipHop seit ca. 25 Jahren kein Ding waren.

Ist das Album nun total innovativ?

Nun das liegt im Auge, oder Ohr, des Betrachters. Ich kann da jetzt nicht so viel Innovatives finden. Evtl. ist das für die Person Lil’ Wayne Innovativ oder für einen Südstaaten Künstler, so wie es innovativ wäre, wenn er plötzlich ein Tschechisches Polka Album machen würde. Aber wird hier das Rad neu erfunden? Meiner Meinung nach: Nein.

Ist das Album ein Klassiker?

Wonach bewertet man einen Klassiker? Ist das ein Album, auf das sich eine große Zahl von Menschen einigt und sagt: "Das ist ein Klassiker!"? Oder ist es ein Album, was etwas zum Zeitpunkt, der veröffentlicht bringt was so noch nie da war? Oder ist es Genre bestimmend für die nächsten 10 Jahre? Oder muss jeder Track eine Bombe sein? Oder muss es einen roten Faden haben, der sich durch das ganze Album zieht, so dass das Album nicht wie ein iPod auf Shuffle oder Random Mode klingt?

Das muss jeder wohl selber bestimmen, was für ihn ein Klassiker ist - für mich ist es keiner.

Von 16 Nummern gefallen mir 9 Stück. Das ist schon mal ne gute Qoute. Das Album ist also Halbgar für mich.

Und nun zum Titel: Der beste Rapper der Welt.

Ist Lil’ Wayne der beste Rapper der Welt?

Digga please.

Wer ist schon der Beste in der Welt?!

Und für wie lange bitte?

Lil’ Wayne ist schon ganz cool, aber innerhalb der nächsten 3 Jahre wird es wieder einen anderen Rapper geben, von dem ihr alle redet, dass er der beste Rapper der Welt ist.

Und was ist dann mit Lil’ Wayne?

Stellt der sich dann vor ne Video Kamera und battlet sich mit Souljah Boy?!

Peace
Falk aka Hawkeye



Shuko:

Das Album ist der Oberabschuss - richtig geile Beats! Mein Favourite ist "3 Peat" und "Comfortable" mit Babyface, produced by Kanye. Mehr braucht man nicht sagen. Jetzt schon ein Classic!



Alibi:

"Carter 3" ist das erste Lil Wayne Album, das ich mir komplett angehört habe. Einerseits, weil mich der ekelhafte Hype neugierig gemacht hat und andererseits, weil mich sein Part auf "We Takin' Over" nachhaltig beeindruckt hat. Und enttäuscht wurde ich definitiv nicht, so viel kann ich schon mal sagen. Richtig umgeballert hat es mich dann letztenendes auch nicht. Das liegt einerseits an den behinderten R'n'B-Features, die man (bis auf Robin Thicke) hätte weglassen sollen und andererseits an den Singles - fühl ich null. Keine Ahnung was da abgeht. Aber die kann man ja skippen. Gefreut hat mich das er auch Beats von Underdogs wie Alchemist (Granatenbeat!!!) und Banner draufgenommen hat. Rapmäßig sind einige Geniestreiche drauf. Vorallem die Konzepttracks sind der Wahnsinn: ET und Doktorspiele - sowas traut sich doch heute eigentlich kein Rapper mehr. Und "What's a goon to a goblin?" ist für mich die Line des Jahrhunderts. Wirklich überrascht hat mich, dass Weezy in den ruhigsten Momenten des Albums oft am stärksten rüberkommt. Schauen wir mal was "Carter 4", 5 und 6 so bringen...



badaboombadabang:

3 Peat:

Den Preis für Originalität wird der Beat sicher nicht abgreifen können, hat aber seine Daseinsberechtigung. Wayne macht nen ordentlichen Job, allerdings gab's da Mixtapegespitte von dem Herrn, das in ner deutlich höheren Liga gespielt hat. Textlich bewegt sich das von „Was zum...“ bis hin zu „Hat er das grad tatsächlich gesagt!?“:


Bitch swallow my words taste my thoughts

and if it's too nasty spit it back at me“


Watch me! Bitch watch me! Bitch watch me!

But they cannot see me like Hitler

it's the New Orleans nightmare

money so old – it's growin' white hair“


Schlichtweg köstlich, oder? Jetzt kann's losgehen...


Mr. Carter (feat. Jay-Z):


Mit Beats, die Pitched Soul Vocals beinhalten, isses im Endeffekt wie mit deiner neuen Freundin (um es ausnahmsweise mal nicht vulgär auszudrücken): Am Anfang noch Feuer & Flamme, doch nach geraumer Zeit würdest du dich am liebsten mal bei Rollenspielchen ala „Rambo“ mit ihr vergnügen. Der Mann übernimmt die Rolle des John J., versteht sich. So auch hier – also: Abkotzen oder feiern? In Anbetracht der Tatsache, dass die beiden Namensvettern hier Premiere feiern und zum ersten Mal gemeinsam auf einem Track rappen, entscheid ich mich für letzteres. Zudem Hova peinlicherweise (grob gesacht) einen seiner besten Parts seit dem „Black Album“ droppt. Und Weezy bringt all die Fragen, Diskussionen und Fazits, für die sämtliche Blogger mind. 2 Seiten brauchen, in einem Satz auf den Punkt:

„I know my role and I play it well“


Solides Gerät - Heavyrotation fällt aufgrund des Beats jedoch flach.


A Millie:


Raptechnisch ist das Zidane im WM-Finale. Wurd inzwischen zu Genüge besprochen, denke ich. Motherfucker, I'm iiiiiill!


Got Money (feat. T-Pain):


I'm be clappin' all night in this bitch“ - mit dem Sound im Ohr dürfte das einwandfrei funktionieren, im Club oder auf Hauspartys würde das schon gut ankommen. Zudem der lila Limonade Konsument im 1. Part tierisch geil rappt. T-Pain ist hier auch völlig akzeptabel. Ich nehm's ihm nicht mal übel, dass er während des Entstehungsprozesses wahrscheinlich mit dem kleinen Wayne rumgeknutscht und ihn folglich mit dem AutoTune-Virus infiziert hat. Tik, tik!


Comfortable (feat. Babyface):


Will mir überhaupt nicht reingehen. Weder die Hook mit diesem homoerotischen Touch, noch Waynes Stimme, die mit der Zeit einfach total anstrengend wird. Soll das Musik für den Sommer sein? So von wegen: Du liegst bei 35 Grad unter nem beschattenden Baum, atemlose Stille, alles ist ruhig, alles ist gut. Auf einmal kommen DJ Khaled und Rick Ross Hand in Hand über die Wiese geschländert und bringen vor deinen Augen ihre Liebe zu Ausdruck. Aber es stört dich nicht, denn du bist der friedlichste, herzlichste Mensch auf der Welt. Quasi die Orsons (ohne Tua) in einer Person. Spätestens als sich Khaled und Rausss dann mit neongelben Stretchleggins einkleiden und die beiden sich mit „We the Best!“ Phrasen selbst zu Tode feiern, müsste dir der Kragen platzen und du würdest ihnen normalerweise, vor lauter Ekel sowie Sprachlosigkeit, begreiflich machen, sie könnten mit Fat Joe die Speckstreetboys gründen, so fett seien sie. Aber nein...

Klingt für mich als wär es für solche Momente produziert. Hm, näää!


Dr. Carter:


Nen Blick in die Credits geworfen: Aha, produziert von Swizz Beatz. Also hab ich mit einem typischen Partyjoint ala „Get It On The Floor“ gerechnet und dann kommt sowas... Verrückt. Geiler Beat und die Textidee wird Nas Tränen in die Augen treiben, HipHop / Rap wird ihn wohl doch noch überleben. Hier gibt’s absolut nichts auszusetzen, durch die Intros und (Background-)Sounds könnte man meinen, man befände sich vor Ort im OP. By the way: Was würde ich für einen Gastauftritt von Lil Wayne in Dr. House geben? Traumhaft.


Phone Home:


So klingt es also, wenn Marsianer die Erde übernehmen. Judgement Day. Starker Beat von Cool & Dre und Weezy hat, bevor es in die Booth ging, E.T. und Zwillingsbruder Yoda sein Lieblingsgesüff schmackhaft gemacht und sich anschließend mit ihnen gegenseitig schön getrunken. Sehr lange schön getrunken. 100 Pro.


Tie My Hands (feat. Robin Thicke):


Ok, auch wenn ich mir bewusst bin gerade in Gefahr zu laufen: Ich versteh nicht WAS die Leute an dem Song so feiern?! Textlich ist das zwar unfassbar gut, aber die musikalische Umsetzung will mir einfach nicht gefallen. Hätte man's nicht so weichgespült und Robin Thicke nach Hause geschickt, könnt ich's auch feiern. Aber so... you can hate me now.


Shoot Me Down:


Mein klarer Favorit auf dem Album! Gut, Lil Wayne hält den inneren Marsianer auf dem Song etwas kurz an der Leine, auch wenn er am Anfang des 3. Parts droht sich loszureissen. Aber im Gesamtbild macht „Shoot Me Down“ auf „C3“ einfach die beste Figur. Sicherlich auch weil Weezy nach (auf Dauer) nervenden „A Millie“ Samples und Endzeitstimmung („Phone Home“) mal mit etwas Ruhigerem um die Ecke kommt. Und an die Gitarre wurd auch gedacht... „Where the fuck is my guitar?!“ Großartig.


Playin' With Fire:


Woaah, anfangs diese jämmerliche Stimme und wie er dann „Watch“ betont. Das meinte Snaga wohl damals mit Intensität... Die Streetrunners schocken auch erstmal, klingt mit der Zeit allerdings ab. Nichtsdestotrotz krasses Teil.


When you're great it's not murder – it's assinate

so assinate me, bitch...“


Lollipop (feat. Static Major):


Was ich so geil an „Lollipop“ finde ist, dass ich auf DIESEN Song, wäre er zum richtigen Zeitpunkt nicht von Wayne gekommen, dermaßen abgekotzt hätte, weil es quasi der Inbegriff von „Plastik“ ist. Der selbsternannte Rappolizist mag mir jetzt irgendwelche Anschuldigungen an den Kopp schmeißen, Wayne interessiert's? Also: Dauerbrenner, vertonter Mittelfinger, AutoTune halleluja. 'Nuff said.


La La (feat. Brisco & Busta Rhymes):


Das ist also so ein Fall, bei dem mir die Leute verklickern wollen, dass die größte Scheiße wat Einzigartiges wäre und selbst wenn es Scheiße wäre: „Das ist Lil Wayne, Mann! Der wollte das so – das macht's doch erst so besonders!“ Haha, fickt die Wutz und geht alle mal schlafen. Mal Scheiße Gold an (Shouts to Dilemma!), form ein Smiley daraus – es bleibt Scheiße. Wer sich hier tatsächlich mehrere Stunden hinsetzt und versucht das Gute daran zu erkennen, tut mir Leid und ihr, Weezy-Fanatiker, seid Schuld daran!


Let The Beat Build:


Mit dem Beat hätte ich eher auf dem nächsten Cam'ron-Album gerechnet, anstatt in Weezys königlicher Spielecke. Geht mir nach ner Zeit auch nur noch auf die Eier. Skipp ich mal weiter...


Mrs. Officer (feat. Bobby Valentino):


Schon wieder krampfhaft weichgespülter R'n'B-Dreck? Och, muss doch nicht sein.


You Ain't Got Nuthin' (feat. Fabolous & Juelz Santana):


Der Beat ist ein Brett (auch wenn ich mich an der Stelle Kollege Falk anschließen muss – in Sachen Drums hätte sich Alchemist hier einen kleinen Rat bei Monroe abholen können, damit das Endprodukt auch ordentlich bumst). Erinnert mich ein klitzekleinesbisschen an „I'll Whip Ya Head Boy“. Das wäre übrigens der passende Moment eine Träne für „I Can't Feel My Face“ zu vergießen und überhaupt: Juelz, du Bumsbirne, hör auf vor deinem neuen Dodge Challenger rumzuposieren, sondern bring lieber mal ein neues Album raus! Scheiß Rapper.


Don't Get It (Misunderstood):


Mal kurz was zum Tracktitel: Der hässliche Motherfucker hat sich doch tatsächlich „Misunderstood“ über die linke Stirn tätowieren lassen, fick die Wutz! Naja, solange ihm die Welt mit ausreichend Sizzurp bunt, fröhlich und wunderschön erscheint, kann's ihm ja eigentlich Schwanz sein. Zum Track: Ein würdiger Abschluss für diese Platte. Und bei dem 4-minütigen Kaffeeklatsch gegen Ende, macht sich mal wieder Zidane bemerkbar...


Fazit:

„Tha Carter III“ hat definitiv seine starken Nummern, die weichgespülten R'n'B-Songs machen ein Hören ohne skippen zu müssen allerdings leider unmöglich. Müsste ich mich zwischen „Der letzte Scheiß, kloppt den quengelnden Gnom in die Tonne“ und „(Verdammt) Gutes Album“ entscheiden, würde ich letzteres wählen. Der alles-zerstörende-"vorzeitige Klassiker", den sich die Weezy-Fanatiker versuchen schönzureden, ist es nun aber bei aller Liebe auch nicht geworden. Den ganzen „Album des Jahres“ Quatsch heb ich mir für 2009 auf, wenn The Game, Jeezy, Cage, etc. releast haben. Fest steht jedoch, dass sich Mr. Carter auf seinem persönlichen Spielplatz nun mal so richtig austoben konnte, von der Schaukel unverzüglich auf die Rutsche springt und sich vor keinem experimentellen Sound scheut bzw. keinen Fick zu geben scheint. Im Endeffekt hat er mit „C3“ also genau das abgeliefert was die meisten Leute (im Unterbewusstsein) von ihm erwartet haben und exzellent damit begonnen den Weg für „Tha Carter IV“ zu pflastern. Geebnet ist dieser nämlich schon längst...




Pillath:


Hab reingehört und find's total Rotze. Der Typ ist Opfer. Aber der Beat von dem Juelz und Fabolous Feature ist der pure Wahnsinn.



Ali A$:

Ich war früher ein sehr großer Weezy Fan. Ich höre immer noch "Tha Block is Hot" und vorallem "500 Degreez". Bereits mit 15 Jahren war Weezy einfach schon auf einem unfassbaren Level. Auch das "Like Father like Son" Album mit Baby hat sehr sehr viele Hammersongs drauf. Grade auf seinem Debüt hat Weezy einfach nur krasse Songs wie "Drop it like its hot" oder "High Beamin" drauf! Wie er da rappt ist DER SHIT! Die Beats sind zu fresh, kein Wunder, da sie von Mannie kamen, hehe. Mein Lieblings-Weezy-Song ist "Gangsta Shit" featuring Petey Pablo! Wayne in Höchstform und dieser Beat zerfickt alles. Warum ich so weit aushole? Nun ja. "Tha Carter III" ist mir einfach zu beliebig. Songs wie "Mr. Carter", "A Millie" oder "Got Money" sind schon sehr nice. Aber letztendlich hat Wayne schon 840.000 Mixtapes rausgehauen, auf denen er weitaus krassere Sachen gespittet hat. Und die Beats sind auch nicht wirklich mein Geschmack. Jemand der bei dem alten Cash Money Movement für ein komplett neues Soundbild stand, kommt mit nem viel zu weichen Album um die Ecke. Ist wohl die logische Konsequenz für Weezy, damit er jetzt den verdienten Erfolg bekommt. Aber das Album ist keineswegs so geil, wie sich die Leute das einreden wollen. Beim ersten Hören war ich schon sehr gepisst. Jetzt kann ich mir 4-5 Songs eingeben. Das Ärmste ist allerdings: Die Leute, die damals Cash Money gehated haben, sind heute die Spassten, die Wayne ins Unermessliche feiern. Kann man nur hoffen, dass die Hot Boys Reunion was wird, aber ich seh da irgendwie schwarz...




Eko:


Mir egal was der macht, scheiß Millionär! Die Single ist geil - er ist hässlich.




m3 (m3 & Noyd):


Das Album hab ich jetzt schon öfters gehört und finde es ist an sich ein sehr gutes Album. Es gibt ein paar Songs, die find ich überkrass, wie z.B. "Shoot Me Down" und es gibt welche, die fühl ich nicht wirklich, was aber nicht heißt, dass die nicht gut sind, wie z.B. "Let The Beat Build". Zu "A Millie" muss ich zugeben, dass ich den ohne einen MC drauf wahrscheinlich nicht verstanden hätte und dass der Beat jetzt so groß geworden ist, hat Bangladesh (der Produzent) Lil Wayne zu verdanken, weil ich mir vostellen kann, dass der Beat schon von einigen davor abgelehnt wurde. Der Beat ist für mich mehr eine sehr gut ausgewählte Soundwahl und ein krasser Mix, als melodiös und das hab ich erst gemerkt, als ich den Song im Auto gehört hab (gute Anlage vorrausgesetzt).



Tarek (K.I.Z.):


Er sieht aus wie eine Kräuterhexe und hat eine Stimme wie Großmütterchen, aber ich feier ihn.



Joshimixu:


Also für mich hat Weezy mit "Tha Carter 3" bis jetzt eines der besten Alben der letzten Jahre rausgehauen. Trotz der sehr unterschiedlichen Tracks lässt sich ein goldener Faden erkennen, nämlich Kreativität. Bei vielen anderen Alben in letzter Zeit haben mich immer 3-4 Tracks umgehauen, der Rest war meistens Mittelmaß. Anders "C3", das hab ich nach Release bestimmt 3 Wochen im Auto durchlaufen lassen (Ok, "La La" wurde vielleicht ein paar mal geskipped hehe) und ich war jedes Mal auf's Neue begeistert. Lil Wayne hat für mich Rap einfach gefickt, indem er einen Scheiß auf alles gegeben hat. Z.B. "Lollipop" das ich erst gar nicht mochte, ist ein absoluter Ohrwurm und ein Weltweiter Hit geworden, auch bei Nicht-Rap Hörern und das, obwohl Weezy so spezielle Wege geht. Er hat's irgendwie geschafft Rap mit Pop zu vereinen, ohne dabei aber irgendwie poppig zu klingen oder Klischees zu bedienen. Ich bin der Meinung, dass sich alle anderen Rapper da draußen warm anziehen müssen, denn Lil Wayne hat mit "Tha Carter 3" auf jeden Fall HipHop in eine andere Richtung gelenkt und für Aufschwung gesorgt... Ob Klassiker oder nicht, eigentlich scheißegal.

Die Beats fand ich durchweg gelungen, aber auch nicht begeisternd, überrascht hat mich, dass die meisten Produzenten auf diesem Album anders klingen, als man es von ihnen gewohnt ist... Vielleicht sollten sich da ein paar Rapper ne Scheibe von abschneiden, anstatt es immer so "Jetzt mach ich'n deepen Track und dann den für die Clubs..." zu halten.

Naja wie auch immer - Reeeeemix Baby!



Manuellsen:

Also hab auch in das Album reingehört und muss sagen, dass es mir überwiegend gefällt. Bester Song ist ganz klar: "Tie My Hands", aber auch "Love Me Or Hate Me" ist sehr cool - auch wenn der Song nicht vom Album, sondern der Bonus CD ist, aber gehört ja irgendwie auch dazu. Ja, die besten Beats sind auf jeden Fall: "Phone Home", "Nothin' On Me" und "Got Money". Kommen wir mal zu den Schattenseiten des Albums: Der Song, das Sample, einfach alles an "A Millie" nervt total. Sonst, alles in einem, ein rundes Ding - achja eine Sache wär da doch noch: Der Part von Jigga killt auch ordentlich.

Mehr zu Lil Wayne:

Lil Wayne - A Millie [Video]

Lil Wayne & Diddy verraten dir wie du zu Erfolg kommst [Video]

Lil Wayne beim Videodreh zu "Got Money" [Video]

Lil Wayne remixt "A Millie" [Download]

Weezy bedankt sich [Video]

Neue Lil Wayne Tracks [Download]

Lil Wayne - Der rappende Asterix [Artikel]


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