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6.07.2009 - "It's cool to hate" Kolumne Vol.3

Was lange währt wird endlich gut: Nach über einem Jahr ist der Nachfolger der legendären „It's cool to hate“ Kolumne nun endlich online, auf den Ihr natürlich alle sehnsüchtig gewartet habt. Und da die erste Kolumne schon Überlänge hatte machen wir einfach mit Volume 3 weiter. Es wird wieder gehasst. Es werden wieder Kommentare a la „Badaboom, du Spast! Dein Blog wird immer schlechter!“ provoziert. Ich bin wieder ehrlich und habe Spaß - HipHop Hurra!


Was ich nie wieder hören und sehen möchte...


...sind Leute, die sagen Lil Wayne solle sich endlich wieder verpissen, obwohl sie ihn vor einer Woche noch zu Tode gehyped haben.

...ist, dass Tua eine erstklassige EP veröffentlicht und Deluxe so gut wie keine Promo darin investiert.

...sind Albentitel, welche die Begriffe „Asphalt“, „Beton“, etc. beinhalten.

...sind Rapper, die abrupt für längere Zeit abtauchen und sich nach Monaten mit einem Video auf YouTube zurückmelden, in dem sie Sätze wie „Mein nächstes Album wird Raumschiff-Musik! Die X-Files sind nichts!“ droppen und dabei mit ihren Händen komisch vor ihrem Gesicht herumfuchteln.

...ist ein Savas-Best of mit Tracks wie „All 4 One“ und „Der Beweis“ - von „Warum rappst du?“ fehlt jedoch jede Spur.

...ist, dass die HipHop-Experten seit geraumer Zeit behaupten jeder Rapper mit dem kleinsten Hauch von etwas Streetcredibility könnte das nächste große Ding werden.

...ist, dass in dem Kontext noch nie Tarek erwähnt wurde, dessen Weg durch K.I.Z. bereits geebnet ist und der mit Massimo zeigt, dass er auch soliden, ehrlichen sowie intelligent(er)en Straßenrap machen kann.

...ist Moe Mitchell, der sich bei der kleinsten Gelegenheit die Kleider vom Leibe reißt.

...ist, dass der Großteil der Rapper hierzulande die Blogosphäre immernoch nicht zu schätzen beziehungsweise für sich sebst zu nutzen weiß.

...ist, dass allmögliche Rapper immer behaupten nicht im Internet unterwegs zu sein, sie jedoch trotzdem stets Bescheid wissen, wenn sie in Interviews gedisst wurden.

...sind Slogans wie „Tschesss!“.

...ist Juelz Santana, der anstatt mal ein neues Album zu veröffentlichen oder endlich ein Schnitzel zu essen, lieber vor seinem neuen Dodge Challenger rumposiert.

...ist DMX, der auch nur noch durch sein Herz für Tiere und Verhaftungen für Furore sorgt.

...sind Rapper, die ihre schlechten Albumverkäufe auf illegale Downloads schieben, anstatt sich ihren Mangel an Qualität einzugestehen.

...sind die Begriffe Emo-Rap, Amok-Rap und Lauch-Rap.

...ist Shiml, der sich seit seinem FüD-Auftritt an eine unbekannte Stelle seines Körpers „Fans sind Bitches“ tätowiert hat.

...ist, dass Halb-Rap-Deutschland gespannt im Sekundentakt Bushidos und Flers MySpace-Seite aktualisiert und sich wundert, dass die beide Topfriends sind, was scheinbar soviel heißen muss wie: „Wir fliegen gemeinsam nach Hawai in die Flitterwochen

...ist die Schweinegrippe, die „Fick die Wutz“ eine ganz neue Bedeutung gibt - mo'fucker I'm iiiill!

...ist, dass jeder (mich eingeschlossen) eine Eko & Savas-Reunion fordert, obwohl die beiden sowieso nicht mehr an ihre goldenen Tage anschließen könnten.

...sind Aussagen wie: „Fler hätte sich im Notfall auch von King Zaza abstechen lassen sollen. Der is ja gar nich hart!“

...sind Rapper, die sich an negativen Reviews zu ihren Alben aufhängen und daraufhin ganze Romane voller Hass, Wut und Pickel-Pubertät schreiben.

...sind Tracks namens „Hustle“ oder Refrains, die besagtes Wort beinhalten.

...sind Journalisten, die Kollegah fragen, ob die Inhalte seiner Texte fiktiv sind oder der Wahrheit entsprechen.

...ist, dass jeder Manuellsen hatet, obwohl er 2008 mit „Geschichten die das Leben schreibt“ eine der stärksten Platten gedroppt hat.

...sind Leute, die tatsächlich noch auf „Detox“ warten.

...ist Eminem, der durch seinen Dialekt inzwischen klingt wie ein europäischer Laubfrosch.

...ist generell die Tatsache, dass die Stimme sämtlicher Rapper im Laufe ihrer Karriere seltsame Phasen durchmacht, sei es bei Eko, bei Pillath oder bei Bushido.
...sind Rapper, die vor dem Release ihres neuen Albums Ansagen machen wie „Das wird der alte Rapper XY-Style! Wie bei meinem Debütalbum!“, wenn sie merken, dass sie immer belangloser werden.
...ist die Tatsache, dass sobald ein Rapper nicht durch Punchlines, seine Stimme oder seinen Flow überzeugen kann, man mit der Aussage ankommt „er habe einen besonderen Flavour“.
...ist die Katze meiner Freundin, die auf meinen Laptop pisst und dessen Bildschirm sich seitdem grau, schwarz, lila verfärbt.
...ist Curse, der für japanischen Tee wirbt - „Curse stirbt an 'ner Überdosis...
...sind alte Hasen im Rapgeschäft, die sich nach gefühlten 10 Jahren Funkstille zurückmelden und erstmal darüber rappen wie schlecht Deutschrap doch ist und dass es keine echten Rapper mehr gibt.
...sind Diskussionen darüber, welcher Rapper X dem Rapper Y locker auf die Fresse hauen könnte, denn grundsätzlich gilt: Staiger fickt alle(s).
...ist Ja Rule, der sich eigenhändig aus den Tiefen der „belanglosesten MCs you ever heard“ ausbuddelt und auf seinen neuen Tracks natürlich erstmal AutoTune vergewaltigt.

Lest auch die erste alles zerberstende, jetzt schon legendäre „It's cool to hate“ Kolumne!

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10.06.2008 - "It's cool to hate" Kolumne

Angelehnt an Falks "!?!"-Kolumne in der JUICE, habe auch ich mich einmal HipHops inoffiziellem 5. Element angenommen: Haten. Mal mehr, mal weniger - aber lest einfach selbst: "It's cool to hate", ganz nach The Offspring...

Was ich nie wieder hören und sehen möchte...

...sind Leute, die mir sagen, ich solle als Blogger etwas objektiver bleiben.

...sind Leute, die mir sagen, ich solle weniger über Casper bloggen.

...sind Rapper, die sich in Interviews darüber aufregen, dass sie von ehemaligen Weggefährten enttäuscht wurden, obwohl ihre Mutter für sie gekocht hat.

...sind die bereits erwähnten, zutiefst verletzten Rapper, welche nicht auf die Idee kommen, dass eventuell das Essen ihrer Mutter erst Auslöser für den Split war.

...ist ein, in (weibliche) Hintern-beißender Freekey Zekey im Stripclub.

...ist 50 Cent samt seiner G-Unit im Offiziers-Dress.

...sind wöchentlich 3 neue G-Unit Videos, welche allesamt langweilig klingen.

...sind die Begriffe „Snitch“ und „(Beef) squashen“.

...sind Grillz.

...sind Rapper, die sagen bei ihrer neuen Platte handele es sich um ihr persönlichstes Album ever.

...ist The Game, der sich eventuell bald neben den Schmetterling in seinem Gesicht "G-Unot" tätowieren lässt.

...ist Rick Ross oben ohne auf dem XXL Cover.

...ist Rap, der von Rap handelt.

...ist Rap, der davon handelt kein Gangsta Rap zu sein.

...ist die Diskussion, ob es sich im 3. Part von K.I.Z.s „Herbstzeitblätter“ nun um Savas oder Snaga handelt.

...ist die Frage, unterlegt mit dem Akte X-Theme, ob Falk nun lachen kann oder nicht.

...sind Forenkids, die jede Trennung zwischen Act und Label bis ins kleinste Detail tot analysieren und die absurdesten Verschwörungstheorien aufstellen.

...sind ignorante Trottel, die sagen Vega sei ein illoyales Schwein, seit dem er Buckwheats verlassen hat.

...ist die Tatsache, dass Jay-Z seit dem „Black Album“ seine besten Verses (grob gesagt) auf Features, anstatt auf seine Soloalben packt.

...sind Leute, die Kollegah erst lächelnd, mit einem Steckenpferd über die Bühne hüpfend sehen müssen, um zu verstehen, dass auch er so etwas wie Humor besitzt.

...sind Rapper, die auf MySpace ihr Karriereende verkünden lassen.

...sind hysterische Fans, die sich von ihrem Idol auch noch verarschen lassen und sich in Foren folglich die Finger wund tippen, ob an dem Karriereende denn nun was dran wäre oder nicht.

...ist Saad wie er Samy, mit einem Stock in der Hand, aus Bremen verjagt, da Samy es doch tatsächlich wagte, erneut „seine Stadt“ zu betreten.

...sind Forumkids, welche mal einen ähnlichen Endreim wie Kollegah „im Kopf hatten“ und nun behaupten, er hätte sie gebitet.

...sind Leute, die Alexander Marcus haten, obwohl man ihn überhaupt nicht haten kann.

...sind deepe Songs, welche gleich zu Beginn in den ersten Zeilen die Worte „grau“, „Regen“ und „mein Leben“ beinhalten.

...ist die Tatsache, dass 95 % der deutschen Rapper auf ihren Konzerten Kaffeeklatsch, anstatt Party veranstalten.

...sind Trottel, die behaupten Pogo hätte auf Deutschrap-Gigs nix verloren.

...sind Gothic-/ Metalfreaks, die selbst mit 17 noch mit ihrem Tunnelblick durch die Schulgänge rammeln und mir sagen, „ich Hopper“ solle mich mit meiner „Hopper-Musik“ verpissen.

...ist Beef zwischen belanglosen Künstlern, der per Video-Mitteilung auf YouTube ausgetragen wird.

...ist ein komischer Typ, der aus dem Publikum der „HipHop spricht“ Veranstaltung heraus meint, jegliche Deutschrapper sollten mit ihren Texten lieber das Befreien Tibets bezwecken, aber Gangsta Rap ist nicht cool.

...sind Punchlines, welche nach dem „Deine Bitch kriegt die Banane in den Appelmus und ich rede nicht von Lebensmitteln“ Prinzip gestrickt sind.

...ist Massiv, der bei seinem Internet-Tagebuch den Eindruck macht, als habe er gerade zum 1. Mal eine Kamera in den Händen gehalten und im nächsten Atemzug noch damit prahlt, der einzige Rapper zu sein, der mit Einschusslöchern durch Berlin fährt.

...ist die Befürchtung, dass sich Saigons Albumtitel eventuell bewahrheiten könnte.

...ist Just Blaze, der in seinem Blog beteuert, dass „The Greatest Story Never Told“ dann auch wirklich nächsten Monat erscheint.

...sind Leute, die K.I.Z.s Humor verkennen und meinen es wäre stumpfsinniger Pornorap.

...sind Leute, die mich schief angucken, wenn ich sage, dass ich „Life Less Frightening“ von Rise Against, sowie die neue Coldplay tierisch geil find.

...ist Fat Joe, der in der JUICE sagt, dass er unverzüglich nach dem Interview seine Kollegen von D.I.T.C. anruft, um bezüglich eines neuen gemeinsamen Albums zu quatschen.

...sind Rapper, die Alben ankündigen.

...sind Rapper, die ihre schlechten Albumverkäufe stets auf das Label schieben, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass ihre Platte es vielleicht einfach nicht wert war gekauft zu werden.

...sind Leute, die nun eifrig überlegen wen ich meinen könnte oder noch besser wage Vermutungen aufstellen.

...ist, dass Rapper, die ich feier auf den gängigen großen HipHop-Plattformen, wie bspw. hiphop.de oder MZEE keine Interviews, geschweige denn Specials bekommen.

...sind Vögel, die behaupten, das hänge mit mangelnder Qualität zusammen.

...sind Rapfans, die ein J.R. Writer Album mit innovativen Flows erwarten.

...sind ignorante Menschen, die behaupten Joe Rilla und Fler seien Nazis.

...ist die Behauptung, die RBA beheimate lediglich untalentierte Internetrapper - man dabei wohl verdrängt, dass u.a. Pillath, Mr. Knight, JAW, Rynerrr, Kollegah, sowie Maxim und Tarek von K.I.Z. ebenfalls in der RBA angemeldet sind / waren.

...sind typische Begriffe aus dem HipHop Jargon ala „fresh“ , „tight“ , „Beef“ oder auch „haten“ .

...sind Gangsta Rapper, die auf der „Rapcity Berlin II“ DVD der festen Überzeugung sind, sie gäben ihren Hörern etwas mit auf den Weg und würden Dinge wie Drogen (dealen) nicht (mehr) verherrlichen, es jedoch auf ihren Tracks letztendlich nach wie vor bei einem simplen „Ich fick deine Mutter und verkauf deinem schwulen Vater Koks, mit der Knarre an der Schläfe“ belassen.

...ist Maxim (K.I.Z.), welcher die trostlose Interviewerin von rap 2.0 nach Strich und Faden verarscht.

...ist die Vorstellung, Lil Wayne, mit Sizzurp-Flecken auf dem Shirt, tot aufzufinden und ab dem Zeitpunkt die Grundsatzdebatte, ob nun Tupac oder Weezy der bessere tote Rapper sei, über sich ergehen lassen zu müssen.

...sind Stimmen, die darauffolgend behaupten, Wayne hätte zu seiner Lebenszeit Anzeichen hinterlassen, welche darlegen, dass er 2019 mit "Tha Carter 666" zurückkehrt.

...sind selbstgekrönte HipHop-Heads, die denken, es steigere ihre Credibility, wenn sie zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt abermals erwähnen, wie fake Bushido doch sei.

...ist Hans Peter, der mit „King of Rap“-Betitelungen nur so um sich schmeißt, als wären es Popel.

...es laut Hans Peter demnach mind. 26 King of Raps geben müsste, er jedoch einfach nicht begreifen möchte, dass letztendlich alles Geschmackssache ist.

...sind hiphop.de's „Blogs der Woche“ ohne Beiträge von mir.

...sind Kollegen, die mich ernsthaft fragen, ob der Blog mich schon reich gemacht hat.

...sind Tracks über Caps, Schuhe oder Grillz.

...sind Rapper, die Speed ziehen, bloß damit sie sich nicht allzu heuchlerisch vorkommen, wenn sie in ihren Texten vom Dealen im großen Stil / Drogenkonsum erzählen.

...sind Biter-Vorwürfe, wenn ein (deutscher) Rapper rappt: „Ich lauf herum als hät ich ein S auf der Brust“

...ist der Profilierungsdrang so mancher Rap-Polizisten in den Kommentaren meines Blogs, sowie sämtlichen Foren.

...ist, dass sich neuerdings jeder 2. Rapper als Pokerkönig bezeichnet.

...ist DJ Khaled, wie er auch nur einen vernünftigen Satz zustande bringt (ohne zu brüllen).


Fortsetzung folgt...


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