10.06.2008 - "It's cool to hate" Kolumne
Angelehnt an Falks "!?!"-Kolumne in der JUICE, habe auch ich mich einmal HipHops inoffiziellem 5. Element angenommen: Haten. Mal mehr, mal weniger - aber lest einfach selbst: "It's cool to hate", ganz nach The Offspring...
Was ich nie wieder hören und sehen möchte...
...sind Leute, die mir sagen, ich solle als Blogger etwas objektiver bleiben. ...sind Leute, die mir sagen, ich solle weniger über Casper bloggen. ...sind Rapper, die sich in Interviews darüber aufregen, dass sie von ehemaligen Weggefährten enttäuscht wurden, obwohl ihre Mutter für sie gekocht hat. ...sind die bereits erwähnten, zutiefst verletzten Rapper, welche nicht auf die Idee kommen, dass eventuell das Essen ihrer Mutter erst Auslöser für den Split war. ...ist ein, in (weibliche) Hintern-beißender Freekey Zekey im Stripclub. ...ist 50 Cent samt seiner G-Unit im Offiziers-Dress. ...sind wöchentlich 3 neue G-Unit Videos, welche allesamt langweilig klingen. ...sind die Begriffe „Snitch“ und „(Beef) squashen“. ...sind Grillz. ...sind Rapper, die sagen bei ihrer neuen Platte handele es sich um ihr persönlichstes Album ever. ...ist The Game, der sich eventuell bald neben den Schmetterling in seinem Gesicht "G-Unot" tätowieren lässt. ...ist Rick Ross oben ohne auf dem XXL Cover. ...ist Rap, der von Rap handelt. ...ist Rap, der davon handelt kein Gangsta Rap zu sein. ...ist die Diskussion, ob es sich im 3. Part von K.I.Z.s „Herbstzeitblätter“ nun um Savas oder Snaga handelt. ...ist die Frage, unterlegt mit dem Akte X-Theme, ob Falk nun lachen kann oder nicht. ...sind Forenkids, die jede Trennung zwischen Act und Label bis ins kleinste Detail tot analysieren und die absurdesten Verschwörungstheorien aufstellen. ...sind ignorante Trottel, die sagen Vega sei ein illoyales Schwein, seit dem er Buckwheats verlassen hat. ...ist die Tatsache, dass Jay-Z seit dem „Black Album“ seine besten Verses (grob gesagt) auf Features, anstatt auf seine Soloalben packt. ...sind Leute, die Kollegah erst lächelnd, mit einem Steckenpferd über die Bühne hüpfend sehen müssen, um zu verstehen, dass auch er so etwas wie Humor besitzt.
...sind Rapper, die auf MySpace ihr Karriereende verkünden lassen. ...sind hysterische Fans, die sich von ihrem Idol auch noch verarschen lassen und sich in Foren folglich die Finger wund tippen, ob an dem Karriereende denn nun was dran wäre oder nicht.
...ist Saad wie er Samy, mit einem Stock in der Hand, aus Bremen verjagt, da Samy es doch tatsächlich wagte, erneut „seine Stadt“ zu betreten. ...sind Forumkids, welche mal einen ähnlichen Endreim wie Kollegah „im Kopf hatten“ und nun behaupten, er hätte sie gebitet. ...sind Leute, die Alexander Marcus haten, obwohl man ihn überhaupt nicht haten kann. ...sind deepe Songs, welche gleich zu Beginn in den ersten Zeilen die Worte „grau“, „Regen“ und „mein Leben“ beinhalten. ...ist die Tatsache, dass 95 % der deutschen Rapper auf ihren Konzerten Kaffeeklatsch, anstatt Party veranstalten. ...sind Trottel, die behaupten Pogo hätte auf Deutschrap-Gigs nix verloren. ...sind Gothic-/ Metalfreaks, die selbst mit 17 noch mit ihrem Tunnelblick durch die Schulgänge rammeln und mir sagen, „ich Hopper“ solle mich mit meiner „Hopper-Musik“ verpissen. ...ist Beef zwischen belanglosen Künstlern, der per Video-Mitteilung auf YouTube ausgetragen wird....ist ein komischer Typ, der aus dem Publikum der „HipHop spricht“ Veranstaltung heraus meint, jegliche Deutschrapper sollten mit ihren Texten lieber das Befreien Tibets bezwecken, aber Gangsta Rap ist nicht cool. ...sind Punchlines, welche nach dem „Deine Bitch kriegt die Banane in den Appelmus und ich rede nicht von Lebensmitteln“ Prinzip gestrickt sind. ...ist Massiv, der bei seinem Internet-Tagebuch den Eindruck macht, als habe er gerade zum 1. Mal eine Kamera in den Händen gehalten und im nächsten Atemzug noch damit prahlt, der einzige Rapper zu sein, der mit Einschusslöchern durch Berlin fährt. ...ist die Befürchtung, dass sich Saigons Albumtitel eventuell bewahrheiten könnte. ...ist Just Blaze, der in seinem Blog beteuert, dass „The Greatest Story Never Told“ dann auch wirklich nächsten Monat erscheint. ...sind Leute, die K.I.Z.s Humor verkennen und meinen es wäre stumpfsinniger Pornorap....sind Leute, die mich schief angucken, wenn ich sage, dass ich „Life Less Frightening“ von Rise Against, sowie die neue Coldplay tierisch geil find. ...ist Fat Joe, der in der JUICE sagt, dass er unverzüglich nach dem Interview seine Kollegen von D.I.T.C. anruft, um bezüglich eines neuen gemeinsamen Albums zu quatschen. ...sind Rapper, die Alben ankündigen. ...sind Rapper, die ihre schlechten Albumverkäufe stets auf das Label schieben, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass ihre Platte es vielleicht einfach nicht wert war gekauft zu werden. ...sind Leute, die nun eifrig überlegen wen ich meinen könnte oder noch besser wage Vermutungen aufstellen. ...ist, dass Rapper, die ich feier auf den gängigen großen HipHop-Plattformen, wie bspw. hiphop.de oder MZEE keine Interviews, geschweige denn Specials bekommen. ...sind Vögel, die behaupten, das hänge mit mangelnder Qualität zusammen. ...sind Rapfans, die ein J.R. Writer Album mit innovativen Flows erwarten.
...sind ignorante Menschen, die behaupten Joe Rilla und Fler seien Nazis. ...ist die Behauptung, die RBA beheimate lediglich untalentierte Internetrapper - man dabei wohl verdrängt, dass u.a. Pillath, Mr. Knight, JAW, Rynerrr, Kollegah, sowie Maxim und Tarek von K.I.Z. ebenfalls in der RBA angemeldet sind / waren. ...sind typische Begriffe aus dem HipHop Jargon ala „fresh“ , „tight“ , „Beef“ oder auch „haten“ .
...sind Gangsta Rapper, die auf der „Rapcity Berlin II“ DVD der festen Überzeugung sind, sie gäben ihren Hörern etwas mit auf den Weg und würden Dinge wie Drogen (dealen) nicht (mehr) verherrlichen, es jedoch auf ihren Tracks letztendlich nach wie vor bei einem simplen „Ich fick deine Mutter und verkauf deinem schwulen Vater Koks, mit der Knarre an der Schläfe“ belassen. ...ist Maxim (K.I.Z.), welcher die trostlose Interviewerin von rap 2.0 nach Strich und Faden verarscht. ...ist die Vorstellung, Lil Wayne, mit Sizzurp-Flecken auf dem Shirt, tot aufzufinden und ab dem Zeitpunkt die Grundsatzdebatte, ob nun Tupac oder Weezy der bessere tote Rapper sei, über sich ergehen lassen zu müssen. ...sind Stimmen, die darauffolgend behaupten, Wayne hätte zu seiner Lebenszeit Anzeichen hinterlassen, welche darlegen, dass er 2019 mit "Tha Carter 666" zurückkehrt.
...sind selbstgekrönte HipHop-Heads, die denken, es steigere ihre Credibility, wenn sie zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt abermals erwähnen, wie fake Bushido doch sei. ...ist Hans Peter, der mit „King of Rap“-Betitelungen nur so um sich schmeißt, als wären es Popel. ...es laut Hans Peter demnach mind. 26 King of Raps geben müsste, er jedoch einfach nicht begreifen möchte, dass letztendlich alles Geschmackssache ist. ...sind hiphop.de's „Blogs der Woche“ ohne Beiträge von mir. ...sind Kollegen, die mich ernsthaft fragen, ob der Blog mich schon reich gemacht hat. ...sind Tracks über Caps, Schuhe oder Grillz. ...sind Rapper, die Speed ziehen, bloß damit sie sich nicht allzu heuchlerisch vorkommen, wenn sie in ihren Texten vom Dealen im großen Stil / Drogenkonsum erzählen. ...sind Biter-Vorwürfe, wenn ein (deutscher) Rapper rappt: „Ich lauf herum als hät ich ein S auf der Brust“ ...ist der Profilierungsdrang so mancher Rap-Polizisten in den Kommentaren meines Blogs, sowie sämtlichen Foren. ...ist, dass sich neuerdings jeder 2. Rapper als Pokerkönig bezeichnet. ...ist DJ Khaled, wie er auch nur einen vernünftigen Satz zustande bringt (ohne zu brüllen).
Fortsetzung folgt...
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