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27.08.2009 - Abroo im Interview mit badaboombadabang [Teil 2]

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Hier geht's zum ersten Teil des Interviews!




Du hast mit Hammer & Zirkel und Joe Rilla auf dem „Deutschlands vergessene Kinder“-Sampler auch einen Song, der an Chakuzas „Eure Kinder“ angelehnt ist. Darin kritisiert ihr unter anderem diverse Rapper, die der festen Überzeugung sind sie seien kein Vorbild für ihre Fans. Hattet ihr nicht Angst, dass die Leute den Inhalt völlig übersehen und bloß darauf rumreiten, dass ihr Bushido kritisiert habt?


Abroo: Der Song war bei der Aufnahme gar nicht für das Projekt geplant. Dann hat Rilla den bei Ben von Mellowvibes als „seinen Song“ abgegeben. Es sollte die Leute zum Nachdenken anregen. Kritik ist das richtige Wort. Aber Kritik kann auch was Gutes sein. Ich glaube, dass viele Künstler irgendwann erwachsen aufwachen und merken, dass sie viel Schrott gelabert haben. Das Meiste würden sie ihren eigenen Kindern niemals vorspielen. Warum muten sie es dann anderen Kids zu? Man kann sich nicht einfach aus der Affäre ziehen und sagen: „Hier Eltern… hier Lehrer… ist euer Problem!“ Gerade wenn man im Mittelpunkt steht und einen Einfluss hat. 


Rilla wurde verhaftet nachdem es auf dem Selfmade-Konzert handgreiflich wurde. Möchtest du dich noch ein allerletztes Mal zu der Sache äußern und deinen Standpunkt vertreten?


Abroo: Was an den Abend passiert ist habe ich auch nur erzählt bekommen. Ich war gerade beim Tua- und Kaas-Auftritt und wollte mit den Jungs Party machen. Ich erfuhr davon, weil Leute bescheuerte SMS geschrieben haben. Direkte Vorwürfe. Ich wusste nicht mal worum es geht. Ich distanziere mich komplett davon und will mit solchem Mist nicht in Verbindung gebracht werden. Den betroffenen Künstler, Montana Max, habe ich kontaktiert und wissen lassen, dass ich das verurteile. Jeder, der mich kennt weiß, dass ich ganz andere Probleme habe, als solche Macho-Eier-Zeigereien wegen Musik!

Der Sampler „Ansage Ost“ wurde vorerst auf Eis gelegt, da viele Künstler wegen der Sache mit Rilla und Selfmade ihre Tracks zurückgezogen haben. Hast du deinen Beitrag auch zurückgezogen?

Abroo: Nein. Ich hörte nur davon, dass der Sampler gar nicht erscheinen wird. Da brauchte ich nichts zurückziehen. Ich habe keinen Plan was damit ist.


Als ich letztens mal wieder „Rap Art War“ durchgehört habe ist mir eine Zeile aufgefallen: „Apropos salzig: Frag Bisk Fingaz wie meine Eier schmecken!“ Du hattest mal Probleme mit dem Hannover Produzenten?

Abroo: Ich hatte kein wirkliches Problem mit ihm. Es ist echt lange her, da war ich bei ihm im Studio. Ich mochte seine Art nicht. Er war damals noch jung und musste im Mittelpunkt stehen. Dabei hat er seine eigenen Leute nicht so behandelt wie ich es selbst für angemessen hielt. Das war alles. Es war eine Zeile. Ich habe nichts gegen ihn und wir haben auch wieder Kontakt gehabt. Alles halb so wild.


Überhaupt bin ich der Ansicht, dass du dich von dem etwas aufmüpfigen Rookie, der kein Blatt vor den Mund nimmt, zum bekennenden Szene-Fan entwickelt hast. Auf einem älteren Track sagst du auch „Ich bin ein Hater und Fronter, doch das hat'n Grund“. Erklär uns diesen doch mal und wie es zum Wandel kam!


Abroo: Ich denke mir ging es damals wie den Meisten heute auch: Unzufrieden und nichts was einen begeistert. Dabei liegt das Problem woanders. Wenn man sich die Mühe macht mal richtig zu suchen findet man echte Juwelen. Immer wieder finde ich Rapper oder Produzenten, die mich umhauen. Alle meckern nur noch. Ich habe früher viele gehatet, die sich meiner Meinung nach verbogen haben. Die die Charts-Erfolge wollten und nur darauf hingearbeitet haben. Davon bin ich immer noch kein Freund aber ich akzeptiere es mittlerweile.




Doch trotz Pro-Szene scheint dich auch so einiges an Deutschrap anzukotzen.


Abroo: Was mich nervt sind Leute die selbst früher die Baggy-Fraktion waren und heute überall das Maul aufreißen, das sie ja so anders wären. Sie schimpfen über die Szene und wie intolerant alles geworden sei. Dabei sind sie selbst keinen Meter besser. Auch geil finde ich solche Idioten, die in Interviews immer hervorheben wie krass uncool es wäre, wenn man deren Album nur saugen würde und es nicht kauft. Ich möchte nicht wissen wieviele von denen gar keine Originale im Schrank haben. Sie kaufen selbst nichts, aber erwarten es von anderen ihre Produkte zu kaufen. Heuchler! Diese Arroganz nervt mich.


Auf meinem Blog habe ich vor kurzem die Arbeitshaltung der deutschen Rapper kritisiert und mich dafür eingesetzt, dass es mehr Remixe deutscher (Rap-)Tracks geben sollte. Allerdings hat hierzulande so gut wie jeder Künstler einen Stock im Arsch und natürlich arbeiten auch recht unterschiedliche Acts eher selten miteinander, was ziemlich schade ist. Ein positives Beispiel wäre jetzt Massiv und Kaas, die gemeinsam im Studio waren.

Abroo: Der eigene Schatten ist vielen zu lang, um drüber zu springen. Manche reden auch schlecht über andere, bis sie sie kennen lernen und merken, dass sie ja doch ganz nett sind. Erst dann werden Tracks geplant. Komisch, wa? Vorher waren es noch sogenannte „Hurensöhne“ und „Lauchs“. Es sollten alle mal ein bisschen lockerer werden und nicht vergessen, dass es doch einfach nur Musik ist!


Du bist ja schon ein ziemlicher Filmliebhaber und hast in der Vergangenheit auch Kurzfilme gedreht. Auf dem Outro von „Schatten und Licht“ schimmert das auch wieder durch. Wieso bist du diesen Weg nicht weitergegangen?

Abroo: Das werde ich ja vielleicht, Studium ist ja durch. Mal sehen wo es hingeht. Ich habe sogar noch ein, zwei Drehbücher in der Hinterhand. Mieses Zeugs!


Nachdem du mir schon nicht glauben wolltest, dass keine siebte Staffel von den „Sopranos“ erscheint und es nicht fassen konntest - was läuft derzeit in Abroos DVD-Player?

Abroo: Viele Serien: „Big Bang Theory“,„My Own Worst Enemy”, „OZ“, „Boondocks“, „Afro Samurai“, „Batman Of The 60s“. Ich freue mich schon auf die nächste Staffel von „Dexter“. Filme schau ich auch viel. Aber momentan… Ich schaue mal nach was drin ist: „Reservoir Dogs“.


Apropos „Sopranos“: Was sagst du zum Ende der sechsten Staffel? Tony: Unsympathischer, illoyaler, skrupelloser Bastard oder doch einfach der Boss?

Abroo: Ich glaube Tony wurde schon gut gescriptet. Er ist relativ realistisch getroffen. Jeder hat Kanten und Ecken. Und Widersprüche. Das Ende fand ich sehr kacke. Offen gelassen und trotzdem keine Chance auf eine weitere Staffel. Sieht irgendwie ungewollt aus.


Du bist bekennender Fan von Dirk Bernemanns Buch „Ich hab die Unschuld kotzen sehen“. Ich sehe „Rein in das Licht“ als (nüchterne) Vertonung des Buches. Einverstanden damit? Und: Was genau fasziniert dich an dem Buch so sehr?

Abroo: Krass! Den Vergleich habe ich so noch nie gezogen. Aber für mich ein ziemliches Kompliment. Danke! Ich habe das Buch an einem Stück durchgelesen und direkt am nächsten Tag nochmal. Ich mag die Verstrickungen und die teilweise sehr harten und kalten Charaktere. Es ist ein Schlag ins Gesicht, dieses Buch, spiegelt aber unsere Zeit sehr gut wider. Diese ganzen Schicksalsschläge oder verdrehten Einstellungen sind heute teilweise Normalität. Aber trotzdem erschrecken sie einen. Gut so!


Auf dem Song „Es reicht“ mit Morlockk Dilemma setzt du dich mit deinen exzessiven Gedanken auseinander, die dich dazu treiben (könnten) zu morden. Morlockk hingegen mutiert zum Taxi Driver und beseitigt sämtlichen Abschaum. Insgesamt transportiert der Song eine ziemliche Endzeitstimmung, was auch wieder in diese „Ich hab die Unschuld kotzen sehen“- und „Taxi Driver“-Ecke passt. Ich bin ja stark dafür, dass ihr euch noch JAW und Rynerrr ins Boot holt und ein gemeinsames Album aufnehmt.

Abroo: Die Idee und das Sample stammen aus der Serie „Dexter“, die ich hart feier! Von den beiden genannten Rapper-Kollegen kenne ich leider nichts. Aber ich vertraue deinem Musikgeschmack!


Du bist ja schon eher der Boombap- / Ruff, Rugged and Raw-Typ. Langweilt dich der Sound nicht mit der Zeit? Ich kann zumindest verstehen, wenn sich die Leute nach neuen Einflüssen sehnen.


Abroo: Mit dem Thema befasst man sich nur bei Deutschrap. Seltsam, aber ist leider so. Ich verstehe ja, dass sich Leute einen frischen Wind wünschen, wenn die alten Scheiben zu staubig wirken. Aber ich bin Fan von zeitloser Mucke. Vieles was gerade passiert sind doch Experimente. Hochgepitcht, tiefgepitcht, AutoTune, Crunk, Electro-Kram… Alles okay, wenn man es mag. Aber wie lange ist so ein Trend denn aktuell? Aber Klassiker sind noch nach 15 Jahren heiß! Und jetzt schau dir mal die Liste an, von den Sachen, die Leute zu den Klassikern zählen. Ein weiterer Grund warum viele meine Einstellung nicht verstehen ist, dass ich diese goldene Ära auch tatsächlich miterlebt habe. Ich bin ein alter Sack, der sich 1993 schon ein Naughty by Nature- oder ein M.O.P.-Konzert reingezogen hat und zigtausende Platten und CDs gekauft hat. Und Kassetten! Hier bitte die Wikipedia-Erklärung einfügen, für diejenigen, die gar nicht wissen was das ist. Worauf ich hinaus will: Ich höre Rap jetzt seit 1989 und habe vieles kommen und gehen sehen. Ich finde es gut, wenn Künstler neue Dinge versuchen. Ich pumpe aber eben auch Musik, die schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Wer mit 50 Cent angefangen hat oder mit einem Kanye West, der kann es vielleicht nicht ganz nachvollziehen. Manche sagen sogar: „Das bringt doch keinen weiter, diese True-School-Kacke!“ Aber wer sagt denn, dass es irgendwo hingeht? Auf was warten denn die Leute? Ich habe einfach ein anderes Musikverständnis. Ich mag das knisternde Sample. Bedeutet doch nicht automatisch, dass es ein Stillstand oder ein Schritt zurück wäre, oder?

Welche Künstler erhalten besagten Sound heutzutage denn für dich am Leben?

Abroo: Die ganzen Bootcamp-Künstler zum Beispiel! Die machen jetzt seit 1992 Musik, die überall gefeiert wird. Die haben sich nie mit dem Wind gedreht und machen das was sie wollen. DJ Premier macht immernoch erfolgreich Musik. Der hat so viele Songs produziert und mit jedem gearbeitet. Dann macht er auch mal was Neues - das haben die Meisten gar nicht mitbekommen. „Ain’t No Other Man“ von Christina Aguilera war von ihm. Er hat auch noch weitere für sie gemacht. Ill Bill ist auch ein Killer-Typ, wie ich finde. Ich kann dir jetzt eine Riesenliste hinklatschen, aber das sprengt den Rahmen.




Du hattest auf der JUICE CD ja auch ein gemeinsames Feature mit Termanology und Mortis One. Ihr wart auch zusammen im Studio, oder?


Abroo: Wir waren beim Heltah Skeltah-Gig in Hannover, wo Term Vorgruppe war. Wir landeten dann später im Studio mit ihm. Die Initiative ging sogar von ihm aus. Mortis und ich haben uns natürlich gefreut. Termanology ist ein sau netter Kerl, der echt mit den ganz Großen gearbeitet hat. Pete Rock, Large Pro, Premier, Hi-Tek, Alchemist oder auch M.O.P., Bun B oder den Roc-A-Fella- und D-Block-Künstlern. Wenn der Bock bekommt mit einem einen Song zu machen, dann ist das ein Traum. War ein geiler Abend. Am nächsten Tag haben sie mich zu noch einem weiteren Gig eingeladen. Ich habe eine Flasche Jägermeister mit reingeschmuggelt und denen auf den Tisch gestellt. Jetzt bin ich der „crazy german dude with the drinking problem“. Wir haben viel gelacht. Ich sehe Term auf dem Hip Hop Kemp wieder.


Als einer der Wenigen hast du den Sprung aus einer älteren Generation in die heutige geschafft und wurdest auch stets akzeptiert. War früher denn wirklich alles besser?

Abroo: Es war nicht alles besser und heute ist nicht alles schlechter. Man kann das nicht pauschalisieren. Aber das Gefühl zu manchen Dingen hat sich zum Negativen verändert. Man freut sich heute nicht mehr so über die kleinen Dinge. Oder durch das übertriebene Angebot an Releases wird man komplett übersättigt. Hip Hop Jams gibt es nicht mehr. Nur noch Auftritte von Rappern, die ihr aktuelles Album promoten wollen oder müssen. Huss & Hodn haben auf der Tour vier Stunden gespielt und es hat sich wieder wie früher angefühlt. Das hab ich hart gefeiert! Früher stand der Konsum an sich nicht im Vordergrund. Heute schon. Gut wiederum ist, dass ich heute über das Internet mehr von Künstlern mitbekomme, was mir sonst vielleicht entgangen wäre. Und man kommt heute leichter an Pornos...(lacht).

Alkohol scheint in deinem Leben ein zweischneidiges Schwert zu sein. Von den negativen Seiten mal abgesehen - hast du vielleicht eine amüsante alkoholträchtige Story auf Lager?

Abroo: Wir saßen mal besoffen in einer Kirche, nachdem wir die Nacht durchgemacht hatten. Als wir draußen waren, saßen wir in einem Park rum, da kam ein Typ vorbei, bei dem wir alle dachten es wäre ein Astronaut. Keiner hat was gesagt für zwei Minuten. Bis es einer aufklärte: Es war ein komplett angezogener Imker!

Wenn wir schon dabei sind kannst du uns auch mal gerade aufklären was es mit der Jägermeistergang auf sich hat...

Abroo: ...leider noch nicht. Da musst du noch warten.

Staiger hat sich in der rap.de-Review zu „Schatten und Licht“ unter anderem die Frage gestellt warum du dir auf Stücken wie „Himmel & Hölle“ das Büßerhemd anziehst. Wenn du möchtest kannst du an der Stelle gerne mal Stellung zu der Review beziehen und dem guten Staiger erklären was du vermitteln möchtest.

Abroo: Ach weißt du… Reviews sind Meinungen. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn sich jemand wie Staiger aber offenbar so sehr mit meiner Musik beschäftigt, dann finde ich das gut. Ich will ja auch, dass es Diskussionen gibt. Alle sagen immer, dass ihre Musik Therapie wäre. Naja… Bei mir ist es das eben wirklich. Ich packe komplett aus, um damit vieles zu verarbeiten. Manche können damit nicht umgehen, weil sie es nicht gewohnt sind. Ich ziehe das Büßerhemd an, weil ich es will. Warum sollte es jemand denn sonst tun? Ich wollte von meinen Fehlern erzählen. Leute machen eben Fehler. Rapper auch. Auch wenn das in Deutschland wohl nicht gerne zugegeben wird!

Du hast erst kürzlich deinen Bachelor gemacht. Wie geht's jetzt weiter?

Abroo: Job, Familie, mehr Tattoos. Ab und zu einen Jäger mit den Jungs trinken. Hier und da eine CD rausbringen. Musik machen. Mehr will ich nicht.

Vielen Dank für das Interview! Du hast das letzte Wort.

Abroo: Ich habe immer das letzte Wort. Als Kind war das noch schlecht. Mein letztes Wort ist... Prost!


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25.08.2009 - Abroo im Interview mit badaboombadabang [Teil 1]

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Die Veröffentlichung von Abroos aktuellem Album „Schatten und Licht“ liegt inzwischen zehn Monate zurück - rein promotechnisch betrachtet hätte man sich dieses Interview also genauso gut auch sparen können. Trotzdem hat sich bei dem 32-jährigen Lemgoer in dieser Zeit einiges getan: Labelwechsel, Absolvierung des Studiums und natürlich die Vernichtung unzähliger Jägermeister. Sowieso ist es vielmehr mein Anliegen den Menschen hinter dem Künstlernamen Abroo, Andreas Biernat, vorzustellen, anstatt sich auf das aktuelle Release zu versteifen. Auch wenn zwischen dem Künstler und dem Menschen dahinter keine allzu großen Welten liegen dürften, da es der sympathische Dorfboss sowieso seit Tag 1 unten mit der Wahrheit hielt und stets recht offen über sein Privatleben sprach.

Ein sehr langes, persönliches, doch ebenso amüsantes Gespräch mit dem Boss of the Dorf über Familie, seine menschlichen Schwächen, Separates Comeback, die Kinder des Zorns-Zeit und gutes Essen. Lasst's Euch schmecken!



Die Veröffentlichung von „Schatten und Licht“ liegt jetzt zehn Monate zurück. Bist du mit der Resonanz zufrieden?


Abroo: Die Resonanz war zweigeteilt. Manche mochten die Beats nicht und haben sich dann auch nicht die Mühe gemacht die Texte zu hören. Andere sind allerdings auch jetzt erst zu meiner Musik gekommen. Ansonsten haben viele das Artwork kritisiert, was ich auch verstehen kann. Ich war damit auch nicht zufrieden.

Glaubst du überhaupt daran irgendwann einmal die gebührende Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen? Klar, Erfolg ist Definitionssache, aber ich hab das Gefühl, dass dich auch in der Szene noch viele Leute umgehen beziehungsweise denken „Ja, dieser Abroo, passt schon“, sich aber nicht wirklich mit deiner Musik auseinandersetzen.


Abroo: Ich glaube das liegt einfach daran, dass ich nicht mal annähernd ein Image habe. Teilweise bin ich einfach nicht greifbar für Leute. Hier und da eine lustige Punchline oder eine gute Song-Idee, die bei den Leuten hängenbleibt, aber keine eindeutige „Schubladenaufschrift“. Aber deshalb mache ich ja nicht meine Musik. Anerkennung bekomme ich viel, nur die Verkäufe sind nicht wie bei den „großen“ Anderen. Ich habe mit den besten in dieser Szene gearbeitet. Mit vielen Rappern und fast jedem Produzenten, habe drei Mal auf dem Splash gespielt und bin in meiner Laufbahn viel rumgekommen. Im Grunde bin ich nicht mehr auf der Suche nach Anerkennung. Fame ist irrelevant! 


Der ausschlaggebende Grund dafür, dass du Buckwheats verlassen hast war ja der, dass Separate dein neues Album letztendlich nicht rausbringen wollte und du dich einfach nicht mehr wohl gefühlt hast. Im JUICE Interview hast du aber auch verraten, dass die kleine Fehde mit Casper eine nicht unwichtige Rolle spielte. Wie bist du damit umgegangen, wenn das Thema Casper unter euch beiden zur Sprache kam?


Abroo: Ich hatte halt einfach nie den Hass auf Cas, wie Separate ihn hatte. Damals war Seppo ein sehr aufbrausender Typ, der durch den Weggang von Casper sehr verletzt war. Er hat damals Dinge gesagt, die ich nicht unterstützen konnte. Aber dass das Album woanders rauskam, hatte nichts mit Casper zu tun.

Auf „Rap Art War“ hat sich schon angedeutet, dass Casper rein raptechnisch gesehen das meiste Potential von euch hat. Was sagst du denn zu seinem Selfmade-Signing?

Abroo: Ich denke er passt dort gut hinein und wird auch den Erfolg haben, auf den er hinarbeitet. Er ist immer noch einer der talentiertesten Künstler Deutschlands. Selfmade ist ein gutes Label. Favorite ist auch krass. Momentan macht keiner so Welle wie Selfmade. Ich denke das war erst deren Anfang. Casper und ich verstehen uns zwar nicht mehr so gut, aber ich freue mich trotzdem für ihn und wünsche ihm alles Gute!


Was ist eigentlich aus Fadee geworden, dem vierten KDZ-Mitglied?


Abroo: Da habe ich absolut keine Ahnung!

Und was ist mit dem unveröffentlichten KDZ-Track, der auf deiner Festplatte herumlungert? Wie gut stehen die Chancen, dass der eines Tages rein versehentlich an die Öffentlichkeit gerät?


Abroo: Ich wette ich bin der Einzige von uns, der den hat. Ich hab den auf einer CD, die damals das Vorab-Master war, aber geändert wurde. Jetzt muss ich den nochmal hören… Also ist ein schöner Song. Casper und ich machen die Verses und Separate die Hook. Der Titel ist „ Für Fans“. Ich denke aber ich werde den als Erinnerung behalten und er wird nicht veröffentlicht. Außerdem müsste ich erst die anderen beiden fragen...

Separate hat Anfang des Jahres indirekt angedeutet, dass er wohlmöglich den Comeback-Move machen wird. Für die Foren-Kids bedeutet das natürlich, dass direkt zig Features mit dir geplant sind. Hand auf's Herz: Wie sieht dein derzeitiges Verhältnis zu Seppo aus und würdest du nochmal mit ihm in die Booth gehen?

Abroo: Wir telefonieren ab und zu. Es geht ihm gut und er studiert fleißig. Wegen den Comeback-Gerüchten müsstest du ihn allerdings selbst fragen. Und wegen „in die Booth gehen“: Abwarten und Tee trinken. Erst wenn es soweit kommen würde, mache ich mir die Gedanken drüber.


Wie ging es dir denn, als du von seinem Schlaganfall gehört hast?

Abroo: Sowas ist richtig krass. Niemanden lässt sowas kalt. Ich glaube dann merkt man auch direkt wieder wie unwichtig die Musik und die ganzen Beef-Geschichten wirklich sind.


„Schatten und Licht“ kam letztendlich über Plattenbau Ost heraus und wurde komplett in Eigenregie von Joe Rilla produziert. Wie hast du Rilla eigentlich kennengelernt?

Abroo: Ganz langweilig eigentlich: Über MySpace.


Was auf dem Album besonders auffällt ist, dass du deine Stimme nun viel gezielter einsetzt. Kann man sagen, dass du deine Stimme inzwischen mehr als Instrument siehst?


Abroo: Ich versuche schon etwas mehr mit der Stimme zu spielen, aber als Instrument bezeichne ich sie nicht. Beim letzten Album hat es einfach gepasst. Mal sehen was beim nächsten passiert. Kommt immer auch auf die Musik beziehungsweise die Beats an.

Das Konzept „Schatten und Licht“ zieht sich durch das gesamte Album. Das Album beginnt mit dem „Vorwort“ auch recht düster und endet mit dem „Outro“ recht harmonisch und klingt auf einmal „hell“. Wie bist du auf das Konzept gekommen? Wird dein nächstes Album auch wieder ein Konzeptalbum?


Abroo: Die Idee kam eigentlich von Rilla. Ich habe sie dann etwas ausgearbeitet und hatte ziemlich schnell eine Vorstellung davon, wie das Konzept aussehen soll. Das nächste Album wird kein Konzeptalbum und vor allem nicht nur mit einem Produzenten. Aber vielleicht mach ich ja einen Mix aus Rap und Country - das wäre doch mal ein Konzept, oder? Momentan schreien doch alle wie selbsternannte Professoren, das was „Neues“ her muss (lacht).

Viele haben sich daran gestoßen, dass du deine Ossi-Wurzeln auf einmal an die große Glocke hängst. Mal abgesehen davon, dass du in Halle geboren wurdest: Wieso hast du erst seit deinem Signing bei Plattenbau Ost angefangen den Osten zu repräsentieren?


Abroo: Naja, so ganz ist das nicht richtig. Auf meinem ersten Album und dem nachfolgenden Mixtape habe ich das auch schon thematisiert. Aber eben nur jeweils einmal. Ich dachte das reicht. Doch andauernd quatschen einen die Leute an und meinen ich würde aus Mainz oder Berlin kommen. Nun habe ich ein Album mit Rilla gemacht. Was haben die Leute denn erwartet? (grinst). Ich sage es zwei, drei Mal auf der CD. Keinen ganzen Song, keine großartige Wiederholung: Im Rahmen denke ich.




Du spielst auch sehr viel mit den Begriffen Glatze, Pommesbude und Bild-Zeitung. Man könnte meinen du provozierst damit gewollt in eine Schublade gesteckt zu werden.


Abroo: Nö. Null. Ich bin mittlerweile ein Landjunge und ich mag auch ehrlich gesagt dieses leicht plumpe, asoziale, einfach gestrickte Wesen der Provinz. Ich gehe oft in die Pommesbude, wie man mir ansieht. Die Bild morgens nach einer durchzechten Nacht ist immer lustig. Glatze hatte ich schon lange… Naja mittlerweile nicht mehr. Aber es waren nie Provokationen, eher ein Bild meines Umfelds. 


Was für viele Leute auch nachwievor als provokant gilt, zählt zu einer deiner  weiteren Leidenschaften neben Rap: Tattoos. Was genau fasziniert dich daran so sehr?

Abroo: Alles! Das Motiv. Das Stechen. Die Erweiterungen. Die ganze Kultur! Die Geschichten hinter jedem Motiv! Vielleicht sogar, dass es etwas Endgültiges ist! Ich muss dringend wieder hin. Ich muss.


Du sprichst auf „Schatten und Licht“ viel über Vertrauen, Ehrlichkeit und Rückgrat. Es wird zumindest schnell klar, dass du enorm viel Wert auf diese Dinge legst. Wo liegen denn deine Schwächen als Mensch?


Abroo: Ich ziehe nicht alles durch was ich anfange und bin relativ faul. Ich habe auch das Problem Menschen zu schnell ins Herz zu schließen. Viele meiner Freunde sagen auch, dass ich zu uneigennützig bin und öfter mal an mich denken soll. Ansonsten habe ich noch Schwächen für Jägermeister und große Oberweiten. Und KFC Eimer mit Wings! Saugut!

Auf dem Song „Woher soll ich es wissen“ geht es hauptsächlich um Enttäuschung und dass, du in Folge dessen misstrauischer geworden bist. Trotzdem macht es den Anschein, dass du ein sehr gutmütiger und offenherziger Mensch bist, was dann jedoch so ein bisschen im Kontrast zu der Line „Und fuck Smalltalk, ich halt es nicht aus“ steht. Ist es heute noch manchmal so, dass du in Gefahr rennst fremden Menschen zu schnell dein Vertrauen zu schenken?

Abroo: Ich habe das schon etwas abstellen können. Ich weiß nicht ob meine Menschenkenntnis schlecht ist oder ich zu schnell einem Lächeln glaube. Das Offenherzige behalte ich wohl für immer, aber ich sollte einfach meine Grenzen besser abstecken. Mit „Fuck Smalltalk“ meinte ich diese so ekelhaften Versuche anderer etwas von mir zu bekommen. Dann kommen zwei bis drei Standadtfragen über mein Wohlbefinden, das Wetter hier und was die Musik macht und dann: Zack – „Kannst du mal…hast du mal?“ Was sowas betrifft bin ich schon etwas zurückweisender geworden.


Besonders hängengeblieben bei mir ist die Zeile „Also schreib mir nicht, dass du es dauernd brauchst, denn ich wach jeden Morgen neben meiner Traumfrau auf“ - diese Aussage ist gerade bei Rappern ja eher ungewöhnlich. Oder zumindest die Tatsache, dass man es so auf den Punkt bringt. Auf dem Album sagst du jedoch auch, dass du Frauen oft schlecht behandelt hast.


Abroo: Ich bin bestimmt kein Engel, habe definitiv Fehler gemacht. Aber dieses Groupie-Ding habe ich nie gefeiert. Da draußen rennen soviel Rapper rum, die glauben es sei besonders cool eine 16-Jährige in einem Hotelzimmer den Arsch entjungfert zu haben. Naja… Wenn sie mal eigene heranwachsende Töchter haben wird es immer noch Musiker geben, die alles mitnehmen was sie kriegen. Mal sehen wie cool es dann noch ist!


Nicht dass K.I.Z. die Ersten gewesen wären, die mit einer ordentlichen Portion Humor über ihre (Traum-)Frauen rappen. Aber wurdest du bei „Traumfrau“ von den Jungs beeinflusst?


Abroo: Ich hab auf einem Konzert ein Mädel gesehen die ein M.O.P.-Shirt und Timberland-Boots trug und alles was sie hatte geschüttelt hat. Den Anblick habe ich hart gefeiert! Am nächsten Tag habe ich direkt angefangen zu schreiben. Das K.I.Z.-Album hatte ich damals noch gar nicht gehört. Ich finde auch, dass es schon sehr unterschiedliche Songs geworden sind. Das Augenzwinkern ist das Gleiche, aber beeinflusst wurde ich durch die Olle. Ich hoffe ich sehe die auch noch mal wieder (grinst).

Inwiefern stimmt die Beschreibung deiner Traumfrau im gleichnamigen Song denn mit deiner echten Freundin überein?


Abroo: Hahaha! Das bleibt deiner Fantasie überlassen. Ein paar Dinge stimmen vielleicht, aber das Meiste ist und bleibt Traumvorstellung. Der „Such dir ein Loch aus!“ – Satz, den hat meine Freundin eingesprochen. Ich hoffe die Eltern hören das nicht und sprechen mich beim Truthahn-Essen drauf an.

Ende der Achtziger Jahre hast du in Berlin ein Sportinternat besucht. Heute scherzt du mit Hammer & Zirkel über eure Pfunde und haust Slogans wie „No Hunger“ raus. Ohne Essen geht nix, wa?


Abroo: Ja Mann! Ich habe einen gesunden Appetit. Ich mag Menschen, die gerne essen. Hier auf dem Land ist die Luft so sauber, das macht Hunger. Aber in Berlin ist das Futter billig. Also egal wo ich hinkomme, irgendwie gibt es immer was. Ich lasse mich auch immer gerne bekochen. Dra-Q kann kochen. Lakmann auch. Jetzt hab ich Hunger... Mist!




Welche drei Gerichte würdest du denn niemals missen müssen und warum?

Abroo: Doppelcheeseburger mit Beilage Chili-Currywurst aus der Currybox in Berlin, der kann was! Der KFC Bucket mit Wings… da haste lange was von. Schmeckt auch kalt am nächsten Morgen! Und der Nudel-Schafskäse-Salat von meiner Oma. Schmeckt seit 20 Jahren schon gut!


Bleiben wir mal bei der Vergangenheit: Auf „Himmel & Hölle“ sagst du „Ich hab vor Jahren einem Typen mit ner Schreckschuss ins Gesicht geschossen“. Du hast damals auch mit Waffen gehandelt. Wie bist du da rein geraten?

Abroo: Eher durch Zufall. Im Spanienurlaub habe ich eine Uzi gekauft - für einen Schnäppchenpreis. Da fing es an. Aufgehört hat es mit der Sache, die glücklicherweise gut ausgegangen ist. Damals war ich 18 oder so. Ist also lange her. Ich war dumm und habe auf alles geschissen. War alles Blödsinn und man hatte „Menace“ vielleicht einmal zu oft gesehen, haha! Aber in dem Song geht es ja generell um Sachen, die ich sehr bereue. Rapper bereuen irgendwie nie etwas und halten das für eine Schwäche. Habe ich wohl doch was Neues gemacht, wa?


Wann hat es denn bei dir Klick gemacht und du hast realisiert, dass es so nicht weitergehen kann?


Abroo: Es hat erst spät Klick gemacht! Es waren immer Andere an allem Schuld - kennt man ja. Opferrolle... Und ich meine das nicht im „Rap-Straßen-Jargon“! Irgendwann stand ich vor einem völlig versauten Lebenslauf. Meiner Mutter ging es immer schlechter und ich musste mich kümmern. Ich denke das war es auch was geholfen hat zu begreifen, dass es mir eigentlich so gut geht. Das sollte man nicht wegschmeißen oder vergessen.

Deine Mutter scheint eine überaus wichtige Rolle in deinem Leben zu spielen. Erinnerst du dich noch an den Moment, als du von ihrer Erkrankung erfahren hast?


Abroo: Nein! Sie bekam es als ich drei Jahre alt war. Ich bin damit aufgewachsen: Die Ärzte, der Rollstuhl, ihre Schmerzen. Am Ende konnte sie nur noch die Augen bewegen. Sie lag einfach 24 Stunden in einem Bett und war zu 100 Prozent hilfsbedürftig. Sie ist vor eineinhalb Monaten verstorben. Sie hat leider nicht mehr mitbekommen, dass ich mein Studium beendet habe.


Darauf wollte ich noch zu sprechen kommen: Auf dem Song „Kein Mitleid“ sagst du bezüglich Studium, etc.: „Ich hab alles abgebrochen, nix zu Ende gebracht“ - aber warum denn? Du reflektierst in dem selben Song doch sogar noch unter welchen Bedingungen du leben musst.

Abroo: Ich habe das Studium doch noch beendet! Einen Tag nach dem Tod meiner Mutter habe ich die Abschluss-Prüfung bestanden. Ich hatte das Abi abgebrochen, die Lehre abgebrochen. Ich hatte ihr versprochen wenigstens das zu Ende zu machen. Und das habe ich!


Man verbindet den Künstlernamen Abroo auch stets mit Vaterhass. Auf „Zwischen Liebe und Hass“ hast du bereits gesagt, dass du nun über den Dingen stehst. Das schockierende „Kopfgeld“ Video ist inzwischen aus dem Netz verschwunden. Siehst du die älteren Texte heute selbst als zu krass an oder siehst du das Ganze inzwischen einfach nur abgeklärter?

Abroo: Natürlich habe ich immernoch Hass auf meinen Vater. Aber man wird langsam älter und denkt eher über die Sachen nach, die man schreibt oder sagt. Zu krass… würde ich nicht sagen. Aber ich würde es nicht mehr mit dem Vorschlaghammer versuchen. Ich habe das Thema auch einfach abgeschlossen.


Wann hattest du denn das letzte Mal Kontakt zu deinem Vater? Hat er in all der Zeit nicht versucht nochmal Kontakt mit dir aufzunehmen?


Abroo: Es gibt keinerlei Kontakt mehr zu ihm. Das letzte Mal habe ich ihn vor neun Jahren in einem Gerichtssaal gesehen. Mir ist es einfach komplett egal was er macht und wie es ihm geht. Das nächste und letzte Mal, dass ich mit ihm zu tun haben werde, wird der vom Amt gesendete Erbschein sein. Aber es wird keine Tränen geben, soviel steht fest.


Als ich damals in „Kopfgeld“ die Zeile mit dem Dildo hörte war ich erstmal sprachlos. Du selbst sagst, dass es nichts bringt sich selbst zu bemitleiden, da das Leben ohnehin weitergeht. Jedoch kann ich es verstehen, wenn man sich denkt „Krass, was ein armes Schwein“. Wie gehst du damit um?

Abroo: Ach, schau mal: Es gibt so viele Menschen um mich, denen es um einiges schlechter geht als mir. Ich heule nicht auf Tracks rum! Wenn ich etwas zu meinen Umständen sage und in Songs thematisiere, dann nur um es in Tracks zu verarbeiten. Vielleicht kommt vieles einfach schockierend, weil ich so offen über alles rede. Viele sind erst mal überrumpelt. Ich kann aber so am besten damit umgehen. Ich bin kein armes Schwein - ich bin zufrieden und bin gesund. Eigentlich hab ich auch alles was man braucht, um glücklich zu sein. Andere legen da die Messlatte vielleicht woanders hin als ich.


Machst du dir manchmal Gedanken darüber was du deinem Kind erzählen wirst, wenn es dich fragt wo denn Opa ist?


Abroo: Dann sag ich ihm, dass er einen Opa, der Schwiegervater, hat. Den anderen gibt es nicht. Selbst wenn, wäre es kein guter Umgang. Aber erstmal muss ein Kind her.


Je intensiver man sich mit deiner Lebenslaufbahn beschäftigt, desto klarer wird einem was du schon alles durchgemacht hast und dass du vieles im Leben auch relativ gelassen siehst. Lässt sich Abroo denn überhaupt noch aus der Ruhe bringen? Bei was platzt dir denn der Kragen? Mal abgesehen von illegalen Downloads und dem üblichen Rapper-Übel.

Abroo: Illegaler Download ist mir auch egal. Hehehe! Das ist ein Kampf gegen Windmühlen. Die Generation die nachrückt hat es ja auch nicht anders gelernt. Deutschraps Golden Era ist längst vorbei. Aber zurück zur Frage: Mich regt Ungerechtigkeit auf. Und Doppelmoral. Leute, die mir was von Ehre erzählen wollen und selbst völlig feige und kindisch sind. Aber im Grunde regt mich wenig auf... ich denke ich werde 120 Jahre alt. Mein Blutdruck ist killer!


Du wirst als einer der charismatischsten Hunde in der deutschen Rapszene gehandelt. Bedeutet dir dieser Ruf irgendwas?

Abroo: Bedeuten nicht unbedingt. Aber ich mag es. Ich bin ein herzlicher Mensch und viele Leute merken das auch. Sowas ist mir lieber als wenn sie in einem nur den Rapper sehen. Das Rapper-Ding hört irgendwann mal auf, aber der Mensch bleibt. Deswegen ist es mir wichtiger mit Leuten auf der menschlichen Ebene klar zu kommen als auf der künstlerischen. Ich kann auch mit jemandem einen saufen, der meine Mucke nicht mag. Das können andere nicht. Die brauchen diese Anbeterei!


Du bist ein ziemlicher Fan von der typischen Underdog-Story. Du betitelst dich auch selbst als solcher. Nehmen wir an du könntest bei deiner Geburt zwischen brokem Underdog und reichem Bonzenkind ohne Probleme und Schicksalsschläge wählen - für was würdest du dich entscheiden?

Abroo: Eine solche Frage kann man schwer beantworten. Aber ich denke jeder, der ohne Geld aufgewachsen ist, würde sich für das Geld entscheiden. Ich mich auch. Dann hätte ich meiner Mom vielleicht durch teure amerikanische Ärzte ein paar mehr Jahre „erkaufen“ können. Hätte, würde… weißt schon. Bonzenkind klingt übrigens sehr abwertend. Die suchen es sich ja nicht aus. Abgesehen davon gibt es bestimmt auch reiche Kids, die trotzdem keine verwöhnten Arschlöcher geworden sind. Wenn die dann rappen würden, hätten sie es schwerer und wären automatisch selbst Underdogs.


Wenn man heutzutage die Diskussion führt wer denn die Punchlines, wie man sie heute in Deutschland kennt, hierzulande eingeführt hat fallen häufig die Namen Snaga und Pillath. Du warst jedoch zweifelsohne auch einer der Pioniere. Denkst du dir stehen da einige Lorbeeren zu?

Abroo: Was soll ich mit Lorbeeren? Kann man da Schnaps draus machen? Nee… Mal ernsthaft: Ich habe früh damit angefangen. Was heute Standard ist, habe ich teilweise schon Ende der Neunziger auf Tracks rausgehauen. Aber das macht ja meine Musik nicht besser oder schlechter. S&P hatten einfach eine krassere Dichte. Da war ja jede Zeile eine Punchline. So habe ich das nie gemacht. Das wäre für mich selbst schnell langweilig geworden. Die Jungs haben das der großen Masse sehr gut vor den Latz geknallt. Allerdings könnte das Problem entstehen, dass jetzt jeder nur noch sowas von ihnen hören will. Da könnten andere Inhalte der Jungs untergehen, weil die Fans weiter bedient werden wollen, mit dem was sie wollen und nicht mit dem was die Künstler ihnen geben wollen. Bedarf und Nachfrage sind ekelhafte Begriffe, wenn es um Musik geht.


Auf deinem MySpace werden „Gefallene Engel“ und „Underdogs Musik“ als deine neuen Projekte angekündigt. Was genau hat es damit auf sich?

Abroo: Leider kann ich darüber noch nichts sagen, aber ich biete dir an, dass du der Erste bist, der Infos bekommt, wenn es spruchreif ist. Es ist jedenfalls was so noch nie Dagewesenes und könnte interessant werden!


Ein Mixtape mit Shusta war doch auch noch in Planung, wenn ich mich recht erinnere.

Abroo: Ja, das stimmt. Allerdings hab ich es wohl selbst verkackt. Der Shusta hat mir sauviele krasse Beats geschickt und ich hatte auch angefangen, doch da müsste ich nochmal mit ihm sprechen, ob das Angebot noch aktuell ist.


Fortsetzung folgt...




* Anmerkung von badaboombadabang:

Da ich Euch mit über 50 Fragen nicht überfordern möchte habe ich das Interview in zwei Teile aufgeteilt. Hierbei handelt es sich also lediglich um den ersten Teil des Interviews. Der zweite Teil wird übermorgen gegen 16 Uhr online gehen! Gesprächsthemen unter anderem: Das Ende der "Sopranos", Joe Rillas Verhaftung, Dirk Bernemanns Buch "Ich hab die Unschuld kotzen sehen" und was "Schatten und Licht" damit zu tun hat und Abroo erzählt wie es zu dem Feature mit Termanology kam und warum der Boombap-Sound sowieso das Beste ist was es gibt. Dranbleiben, Kameraden!


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28.06.2009 - JAW im Interview mit badaboombadabang + Exclusive "Pferde stehlen" [Download]

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Am 12. Juni erschien über das Freiburger Label Weisse Scheisse die „Menschenfeind“ EP von JAW & Hollywood Hank. Die Mission der beiden Misanthropen? Wie der Titel der EP schon verrät: Ihre Abneigung gegenüber der Menschheit zum Ausdruck bringen.


Im Interview mit badaboombadabang sprach JAW unter anderem über die EP, das anstehende PCP-Album, sein neues Soloalbum „Täter-Opfer-Ausgleich“ und sein noch unveröffentlichtes Feature mit Morlockk Dilemma. Natürlich stets mit einem leichten Augenzwinkern - yeah, Jotta-Style...




Hi JAW! Erzähl am besten erstmal etwas zu der EP. Wieso habt Ihr Euch dazu entschieden eine gemeinsame Platte aufzunehmen? Und wieso der Titel „Menschenfeind“?


JAW: Hallo. Wir finden uns gut, das bedeutet: Ich finde Hollywood Hank gut, Hollywood Hank findet mich gut. Wir kamen auf die Idee zusammen etwas Gutes zu machen... Menschen zu hassen halte ich für eine hervorragende Angelegenheit und wir beide sind große Befürworter dieser Politik. Folglich taten wir was wir tun mussten: Endlich ein bisschen Hetze gegen uns selbst und die anderen Trottel betreiben, damit endlich mal endgültig alle wissen, dass der Mensch ein ziemliches Krüppelschweinchen ist.


Hank war eine Woche bei dir zu Besuch in Freiburg. Wie liefen die Arbeiten an der EP ab?


JAW: Man steht auf, er drängt einen das erste Bier zu trinken. Man sagt nach der Androhung körperlicher Gewalt meist nicht mehr „Nein und versucht entspannt einen Text zu schreiben, den dann auf's gehörigste hinzurotzen. Abends trinkt man noch mehr Bier und droht dem anderen kurz rohe Gewalt an, kurz bevor man seelenruhig einschläft.


Ich kenne ein Video von einer Studiosession, in dem du mit den restlichen PCP-Mitgliedern an Eurem anstehenden Album „Lache und die Welt weint mit dir“ arbeitest: Während Maexer auf deinem Bett schlummert, Rynerrr Bier trinkend daneben sitzt und Kash grundlos rumpöbelt und auf einer Gitarre herumdrescht, stehst du gefühlte zwei Stunden vor dem Mikrofon und versuchst deinen Part sauber einzurappen. Auch Hollywood genießt den Ruf ziemlich unzuverlässig zu sein. Ist es nicht manchmal schwer die Nerven zu behalten und den Laden zusammenzuhalten?


JAW: Hmm, ich dachte immer die Leute fangen an rumzupöbeln weil ich einen Sechzehner nicht unter dreieinhalb Stunden einrappe. Ich vermute schon lange die Unzuverlässigkeit aller Menschen basiert auf meinen persönlichen Fehlern.


Hat dich der Film Menschenfeind von Gaspar Noé auf irgendeine Weise inspiriert? Auf deinem Album "Schock fürs Leben" hast du bereits mehrere Zitate aus dem Film als Skits verwendet.


JAW: Inspiriert äh. Faszniert, ja gar kalibriert? Ich hab keine Ahnung was ich dazu sagen soll…


Was ich auf der EP ein bisschen vermisse ist ein Song, der den Ursprung Eurer Abneigung gegenüber der Menschheit genauer erklärt. Das ist auch ein Kritikpunkt, der Euch häufig vorgeworfen wird: Dass Eure Texte quasi zu vorhersehbar sind. Warum habt Ihr auf einen solchen Thementrack verzichtet?


JAW: Ich will da nix erklären. Das geht doch niemand was an. Wieso können nicht einfach alle zu apokalyptischen Hymnen schunkeln? Sich einfach mal brüderlich an den Händen fassen und „Mensch du altes Arschloch, fahr doch nach Hause!“ singen?


Wenn Ihr den Ursprung also schon in keinem Song thematisiert, dann kannst du ihn uns ja jetzt erklären...


JAW: Ne, ich bin ja nicht Peter Lustig.


Nach vielen Tiefs und Enttäuschungen kommt wohl so gut wie jeder Mensch irgendwann an einen Punkt, an dem er sich sagt: „So, ab jetzt fall ich auf nichts mehr herein!“ Ertappst du dich denn manchmal trotzdem noch dabei, dass du Menschen zu schnell vertraust oder zu schnell Gefühle entwickelst?


JAW: Ich ertappe mich oft dabei, dass ich einigen sehr schnell meinen Schwanz reinschieben möchte…


Hat sich dein Menschenhass im Alltag denn schonmal ausschweifend bemerkbar gemacht, so dass du es im Nachhinein bereut hast?


JAW: Ja du, ich hab Sachen gerissen, das glaubt ihr mir nicht! Aber das darf ich jetzt auch alles nicht sagen, sonst disst mich irgendjemand, das wäre schrecklich.


Was müsste denn geschehen um dich vom Misanthropen zum Philanthropen zu wandeln? Oder ist dies aufgrund der Erfahrungen die du gesammelt hast schier unmöglich?


JAW: Ich denke ich bin bereits ein Philanthrop. Ich schenke der Welt wunderschöne Musik eines Misanthropen. Ist es nicht so? Ist es nicht so wenn man alle Entitäten unseres Daseins auf diesen einen Kern reduziert?


Ihr habt Euch bei der Featureauswahl hauptsächlich auf Künstler aus dem Weisse Scheisse-Umfeld beschränkt. Erzähl mal wie es zu den Features kam!


JAW: Ganz einfach: Gandhi und Rahzkroneprinz sind gute Kollegen von mir. Gandhi hing eben auch hier rum in der besagten Woche und da haben wir uns kurz am Öhrchen gezwickt und eine „Zusammenarbeit“ vereinbart. Rahzeatze ist auch auch hier aus Freiburg und der hat gut auf den Kranke Welt Track gepasst. Private Paul, the artist formally known as Kash, war natürlich auch hier und hat da kurz was eingerotzt. Features kommen bei uns schnell zustande, da wir die meisten hassen und die wir nicht hassen müssen mit uns rappen, da gibt's kein wenn und aber.




Du hast 2007 dein eigenes Label Weisse Scheisse gegründet. Wie finanzierst du denn beispielsweise die Presswerk-Kosten, in Anbetracht der Tatsache, dass sich letztes Jahr sämtliche Labels und Künstler aus dem hiesigen Rapgeschehen verabschiedet haben?


JAW: Die Grundinvestition ins Label kamen aus persönlichen Ersparnissen meinerseits aus der Zivizeit. Dank unserer korrekten Fans hat sich die CD gut verkauft und wir stehen finanziell nicht schlecht da, auch wenn mein Arbeitsaufwand in keinem Verhältnis zu den Einnahmen steht, aber wir wollen und durchaus steigern noch. Das Geld mehrt sich auf jeden Fall!


Du selbst warst auch schonmal im Gespräch mit Selfmade Records. Wieso kam es letztendlich zu keinem Signing?


JAW: Puh. Weiß ich auch nich genau. Ich denke, die Musik die ich momentan mache ist auch ein Stück zu kontrovers und unkorrekt, um bei den Verkaufszahlen eines Tonis oder Favs überhaupt mithalten zu können. Aber ich muss tun was ich tun muss, egal wie das verkauft wird und von wem.


Nun nahm Selfmade Anfang des Jahres Casper unter Vertrag, der in der Vergangenheit auch schon desöfteren nichts als gute Worte für dich übrig hatte. Hast du dich für ihn gefreut?


JAW: Klar. War ein guter Move von Slick. Casper hat 'ne breite Fanbase und ist sehr gut und einzigartig in dem was er tut.


Kaas musste wegen seines Songs Amokzahltag massig (unangebrachte) Kritik einstecken und als Sündenbock für den Amoklauf in Winnenden herhalten.

Du hast das Thema Amoklauf auf dem Song Sein Tag auch schonmal behandelt. Wie hast du die ganze Hetzjagd auf Kaas aufgenommen?


JAW: Also ich weiß nur, dass ich dieses Video gesehen habe und es gut finde. Ich denke mal der Großteil der Politiker hat für die Hintergründe eines Amoklaufs soviel Einfühlungsvermögen wie ich für die restlichen Tracks auf dem Kaas Album. Sollen die die fröhlichen Sachen hören und ich überprüfe ob jemand gut nen Amoklauf inszeniert.


Wie hättest du denn reagiert, wenn man dich für Sein Tag dermaßen an den Pranger gestellt hätte?


JAW: Keine Ahnung... Mich über die Promo gefreut? Mich erst tierisch aufgeregt und mich dann über die Promo gefreut?


Denkst du denn, dass es sich in Zukunft überhaupt verhindern lässt, dass irgendwelche Jugendlichen schwerbewaffnet in die Schule rennen und um sich schießen? Ich persönlich denke, dass man es nicht verhindern kann. Lediglich der Schritt von in Erwägung ziehen zu in die Tat umsetzen lässt sich durch zum Beispiel verschärfte Waffengesetze verhindern.


JAW: Nein, ich denke durchaus, dass man das verhindern kann, indem man die Kids in den Schulen auch mehr unter pädagogischem Augenmerk betreut und somit Ausgrenzungen, Diskriminierungen und Mobbing verhindert. Zudem halte ich auch so was wie Seelenkunde für sinnvoll. Die meisten wissen ja nicht mal was man tun kann, damit es einem besser geht weil sie alle nur noch in Geschichtsdaten, Spanischvokabeln und Deutschreferaten herumirren… So funktionieren Menschen nicht.


Der Titel des bereits angesprochenen neuen PCP-Albums lautet „Lache und die Welt weint mit dir“. Was wollt Ihr damit aussagen?


JAW: Wir wollen damit sagen, dass wir alle frohlockend grinsen, während wir die Welt in die Luft jagen, die das ganze mit verminderter Begeisterung aufnimmt. Natürlich auch weil wir generell sehr, sehr fröhliche Menschen sind.




Du sagtest bereits im Vorhinein, dass dich Verkaufszahlen reichlich wenig interessieren. Was ist denn Euer Ziel mit dem Album?


JAW: Sagte ich das? Da hab ich mich wohl versprochen… Ich meinte, dass mich Verkaufszahlen reichlich herzlich interessiern! Klar wollen wir auch was verkaufen, ich hab einfach kein' Bock 50 Stunden in der Woche in Labelarbeit zu investieren, wenn ich dafür nix krieg. Ich bin doch kein Vollidiot!


Ich habe im Internet kürzlich die Aussage „Die klingen ja schon stark nach K.I.Z.“ gelesen.

Ihr habt als PCP bereits vor sechs Jahren über Techno-Beats und Fleisch gerappt und eine gewisse Punk-Attitüde an den Tag gelegt. Was denkst du dir nun also, wenn Euch Leute vorwerfen Ihr würdet kopieren? Wird man da manchmal nicht sogar etwas neidisch oder es kommen Zweifel auf?


JAW: Puh äh. Das interessiert mich reichlich wenig...äh herzlich reichlich...äh wenig! PCP gibt es schon so lang und K.I.Z. sind schon irgendwo ähnlich, aber die machen eher so HipHop-Punchlines und wir halt Weltzerfickermusik. Sie rappen allerdings auch über Fleisch und da wir die eindeutigen Erfinder des Fleischraps sind, wird es eventuell noch zu einem Faustkampf kommen...


Du hast für die JUICE auch einen gemeinsamen Song mit Morlockk Dilemma aufgenommen. Wie kam der Kontakt zustande?


JAW: Über den Adolph Gandhi, der hat da feuchtfröhlich über MySpace mit Morlockk gechattet und da wurde irgendwann klar, dass wir uns gut finden. Das heißt: Ich finde Morlockk gut und Morlockk findet mich gut und wir wollten was Gutes machen. Ein JUICE-Track, auf einen Beat von mir, erwartet das Volk in der nächsten Ausgabe! Eine wahre Bombe kann ich hier nur vorwegnehmen...


Im Interview mit Abroo hab ich vorgeschlagen er soll sich Morlockk, Rynerrr und dich schnappen und „ein düsteres Endzeitstimmung-Album“ aufnehmen. Quasi die Vertonung von Martin Scorseses „Taxi Driver“. Wärst du denn gewillt dieser Rap-Supergroup beizutreten?


JAW: Puh also Rynerrr hätte da kein' Bock, der rappt eh eher ungern und ich kenne jetzt nicht viel von Abroo, aber bin glaub ich auch kein großer Fan, was weiß ich denn! Ich mach jetzt erstmal paar Sachen mit Morlockk...


Du hast bei der letzten „Dein 16er“-Staffel das Finale erreicht. Nach deiner Ausscheidung und diversen Aussagen deinerseits wurde auch viel über dein Verhältnis zu Pillath, der im Finale in der Jury saß, gemunkelt...


JAW: Ja, munkelschunkeldidunkel! Keine Ahnung, wenn ich ein ernsthaftes Problem mit Pillath hätte würd ich das mit ihm klären oder einen Track machen. Ich glaube er ist einfach kein großer Fan vom „Big Bollath Skit“ auf „Gehirn im Mixer“, dabei war das großes Kino!


Das PCP-Album befindet sich bereits im Mastering und du arbeitest insgeheim schon an deinem neuen Soloalbum. Kannst du dazu schon etwas verraten?


JAW: Also das nächste JAW-Album wird unfassbar brutal und zugleich wieder sehr, sehr witzig. Ich bin ja eine sehr, sehr, sehr witzige Person und mache sehr gerne witzige Musik. Leider ist vieles auf dem Album gar nicht witzig, weil ich ein paar Dinge aus meiner Vergangenheit herzhaft in den Arsch ficke. Man hat also eine Mixtur aus Töten und keck in die Kamera zwinkern. Genau mein Ding. Der Titel wird vermutlich „Täter-Opfer-Ausgleich“ lauten.


Ich durfte ja schon in den Genuss zweier Hörproben deines neuen Solowerkes kommen. Textlich hast du dich darauf um 180 Grad gedreht und kehrst mehr oder weniger auf alte Pfade zurück. Viele deiner Fans fordern auch schon seit geraumer Zeit „den JAW zu „Schock fürs Leben“ Zeiten“. Wieso erst jetzt dieser textliche Wandel?


JAW: Ich weiß nicht genau was da immer alle haben. Das ist einfach sehr direkt und weniger Entertaining. Ich mach eh was ich will, aber auf dem Album wird beides sein. Vielleicht geht's mir irgendwann zu gut um diesen düsteren Scheiß überhaupt noch machen zu können, deswegen wird die Zeit genutzt.


Du hast mir gegenüber erwähnt, dass das Album „bitterböse und zugleich wohl das emotionalste und ignoranteste Album ever“ werden wird. Du hast dir auch ein Konzept für das Album einfallen lassen.


JAW: Nunja, mein ursprüngliches Bedürfnis war mit ein paar Dingen aus meiner Vergangenheit endlich abzuschließen - das werde ich aber nicht in keuscher Unterwürfigkeit, sondern mit einem gehörigen Donnerwetter. Dieses ziemlich düstere Donnerwetter findet auf dem Album statt. Da ich eigentlich ja aber auch ein sehr, sehr, sehr wirklich außerordentlich witziger Mensch bin, wollte ich auch ein paar lustige Dinger drauf haben, in denen ich sozusagen mit einem verzerrten Lächeln der Welt ein bisschen von dem zurückgebe, was ich in ihr erleben durfte.


Vielen Dank für das Interview! Dir gehört das Schlusswort.


JAW: weissescheisse.de! Kauft „Menschenfeind“! Unterstützt schwule Musik!



JAW feat. Adolph Gandhi & Rahzkroneprinz - Pferde stehlen


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19.01.2009 - Maeckes im Interview mit badaboombadabang

Geschrieben in
Verrückt: Während die meisten Paare nach einer Trennung entweder den Pseudo-Ehekrieg vom Zaun brechen oder um jeden Preis versuchen etwas aus der schönen, gemeinsamen Zeit zu erhalten oder gar wieder herzustellen, bevorzugen Maeckes & Celina es ein gemeinsames Lied aufzunehmen. Und auch wenn die beiden den Gedanken „Was für ein gefühlskalter Bastard... wohlmöglich teilen, ist aus dem einen Song letztendlich ein ganzes Album geworden. Sie stellen nunmal „Kunst über Vernunft“. Zeit für ein paar Fragen.



Meine Mutter hat auf einer Autofahrt, bei der ich Kunst über Vernunft zum ersten Mal gehört habe, ab und zu mit dem Kopf genickt. Schlimm?

Maeckes: Absolut nein - hocherfreulich. Würde sie das bei „L.O.V.E.“ von Eko & Valezka auch tun ist die Frage? Aber auch wenn, ist das auf jeden Fall eine gute Sache.

Das muss ich fragen: Mit welchen und wie vielen Drogen muss man vollgepumpt sein, um auf die Idee zu kommen, unmittelbar nach einer Trennung, einen gemeinsamen Song aufzunehmen?

Maeckes: Man muss einen merkwürdigen Lebensabschnitt haben, ein bisschen manische Züge entwickeln, ein paar Post-Depressionen und der absolute Verfall der Kunst, also: Der Kunst verfallen. Dann braucht man nicht mehr viele Drogen - das ersetzt die meisten. Dann braucht man vielleicht noch ein bisschen Hero, aber sonst nix mehr…

Wenn man, nachdem man sich voneinander getrennt hat, doch noch über geraume Zeit aufeinander hängt - versucht man dann nicht einen Kompromiss zu schließen, so von wegen: Lass uns nochmal einen neuen Versuch starten?

Maeckes: Abgesehen davon, dass das nie eingetreten wäre, hing man gar keine geraume Zeit aufeinander. Wir haben „Schade, Arschloch“ gemacht und dann ist Celina zurück nach Berlin. Dann ging's hin und her und ich muss ehrlich sagen: Jetzt im Nachhinein betrachtet, hab ich Celina, und ich glaube auch sonst keinen, damals als Mensch wahrgenommen. Celina war nur ein Medium, dass für das Werk „Kunst über Vernunft“ seine Stimme und Gefühle geliehen hat. Der Rest waren Menschen, die nicht existent für mich oder Schaulustige oder Smalltalkbojen waren. Das (ich) war damals ein bisschen extrem.

Wer hatte, aus deiner Sicht, eher mit der Trennung zu kämpfen? Du hast dich von Celina getrennt...

Maeckes: Sie. Bei mir sind die Gefühle wirklich schnell verebbt, ohne dabei etwas an Land zu spülen, was ich nicht hätte ins Meer zurückwerfen können.



Kümmern dich die Meinungen der Presse zu Kunst über Vernunft überhaupt, da es ja einen solch persönlichen Hintergrund hat?

Maeckes: Joa, ich war schon gespannt wie die Reaktionen dazu aussehen, aber ich glaube, die härtesten Kritiken haben wir uns auf dem Album selber gegeben. Also ist der Rest nicht mehr ganz so groß für mich. Es kümmert mich schon, aber halt nicht wie sich eine Krankenschwester um einen kümmert - ich bin nicht abhängig davon.

Dein persönlicher Tipp beziehungsweise notwendige Voraussetzung für eine glückliche Beziehung?

Maeckes: Ha! Äh… eine parallele Entwicklung, jedes mögliche Update runterladen, äh… Liebe, Sex und Zärtlichkeit. Wie es die Bravo einst schon so weise prophezeite.

Im Booklet zu Als waeren wir Freunde sagtest du bei deinen Danksagungen, dass "diese Welt eine bessere Welt wäre, wenn alle ein wenig seltener Danken würden". Im Kunst über Vernunft Booklet hingegen, dankst du Celina für alles. Wie kommt's?

Maeckes: Erstmal: Sehr gutes Maeckes-Fachwissen oder auch sehr gut recherchiert. Ich glaube, bei den „Als waeren wir Freunde“ Danksagungen dominierte die Ironie, bei „Kunst über Vernunft“ eher ein unironisches Bedürfnis der Dankbarkeitskundtuung.

Was steckt eigentlich hinter deinem Alter Ego Kwerque Radaus?

Maeckes: Alle verworrenen, von Gefühlen geleiteten, stark humpelnden Schattenseiten-Songs, die eine durchweg dunkle Seite von Maeckes aufzeichnen. Es gibt ein nie erschienenes Album namens „Oase EP“, unter diesem Pseudonym, sowie etliche weitere unreleaste Lieder. Bei „Kunst über Vernnuft“ hab ich das Aka aber in letzter Sekunde zurückgezogen und mich für Maeckes entschieden, weil es schon mehr Maeckes ist. Ich glaube, ich hatte nur Schiss am Anfang und wollte das Ganze deshalb unter Kwerque laufen lassen. Ich glaube, das ist bei allen Kwerque-Songs so.

Ihr habt Kunst über Vernunft im Voraus, als erstes ehrliches Album angekündigt. Ist das ein Manko Deutschraps? Dass man zu selten ehrlich ist?

Maeckes: Das hab ich auch schon in selbigem Blog noch klarzustellen versucht: Deutschrap ist vielleicht viel öfter ehrlich als man denkt. Jetzt nicht was die Inhalte angeht, sondern was das Gesamte angeht. Man muss nur genau hinschauen, sich Live-Auftritte ansehen und man kann inmitten all der Lügen jede Menge Ehrlichkeit wiederfinden.

Gab es deiner Meinung nach ansonsten wirklich überhaupt keine aufrichtigen Songs in letzter Zeit? Ich fand zum Beispiel Snaga & Pillaths Einen Tag durchweg ehrlich.

Maeckes: Fand ich auch. Hat mich auch ehrlich gesagt ein bisschen überrascht von den Jungs - sehr pathetisch. Aber ich fand es gut Punchlinerappern auch auf so einer Ebene zu begegnen. Es gibt schon aufrechte Songs: Ich hab zum Beispiel das neue Tua-Album vorab von Tua bekommen und da gibt’s auch so aufrichtige Songs. Zudem musikalisch komplett gewagt von Tua - das nenne ich ehrlich.

Aus welcher Motivation heraus hast du Don't Ask geschrieben?

Maeckes: Aus der Motivation, der Idee, die mich Nachts irgendwann auf einer Reise heimgesucht hat, einigermaßen gerecht zu werden.

Auf selbigem Song sagst du, dass ein guter Schulabschluss nicht zwingend notwendig ist, er allerdings auch nicht schaden kann. Was für einen Abschluss hast du, wenn ich fragen darf? Und was hälst du vom deutschen Schulsystem  beziehungsweise Schule an sich?

Maeckes: Abitur. Ich bin einmal sitzen geblieben und hab mich dann, obwohl ich eigentlich nur Lyrics geschrieben oder Comics gemalt hab – keine Ahnung wie?! - bis zum Ende durchgeschlagen, was obwohl ich den Wisch nie gebraucht hab, bis jetzt eine gute Entscheidung war. Es gibt einem die theoretische Möglichkeit irgendwann noch einen anderen Weg gehen zu können. Und oftmals reichen theoretische Alternativen im Leben aus, um jemanden unsichere Wege gehen zu lassen. Das Schulsystem ist Pisse, fördert keine individuellen Talente, sondern ein Klima des Leistungsdrucks und der Funktionalität, aber ist halt immer noch besser als keine Schule.

Wie kommt man eigentlich auf so teilweise absurde Tracktitel? Ein Talent von dir?

Maeckes: Wahrscheinlich. Vielleicht Ausdruck meiner, vielleicht oftmals ein bisschen zu verbissenen, Art neue Wege gehen zu wollen.



Bis auf das Intro ist der Sound des Albums recht ruhig geraten. War das von Anfang an bewusst geplant?

Maeckes: Ja und nein. Eins kam einfach zum anderen und als sich dann so ein Gesamtbild abgezeichnet hat, hab ich das einfach komplettiert.

Wer hatte die Idee zu diesem wahnsinnigen Break beim Beat von Weihnachten04?

Maeckes: Meine vielleicht oftmals ein bisschen zu verbissene Art neue Wege gehen zu wollen. Ich hatte das Sample irgendwo auf meinem Rechner rumliegen, dachte mir zeitgleich, wie kann man dieses aufgesetzte Plastikweihnachten am besten in einer Hook ausdrücken, das Sample fiel mir in die Hände und Zack!

Du hast deinen Part auf dem Titeltrack des öfteren als deinen härtesten Battle-Sechzehner betitelt. Ist diese Aussage nicht absurd, in Anbetracht der Tatsache, dass diverse Künstler sich den Kopf zerbrechen, um auf die ausgefeiltesten Punchlines zu kommen, während du einen Part mit ziemlich persönlichem, selbstkritischem Inhalt als DEN Battle-Part bezeichnest? Was im Übrigen auch wieder beweist, dass ernste, persönliche Songs soviel wertvoller sind, als die ausgeklügelsten Wortspiele.

Maeckes: Das ist doch die Endstufe von Battle. Auf einem Savas' „Urteil“ sind doch auch die vermeidlich persönlichen Zeilen, die am härtesten treffen und den Song so stark machen. Battle ging immer darum, wie kann ich den anderen schlecht aussehen lassen und mich gut. Punkt 1 setze ich beim Titeltrack doch wirklich gut um, Punkt 2 dagegen weniger, aber egal…

Was macht einen Menschen für dich menschlich?

Maeckes: Fehler, und zu diesen stehen können, singen, tanzen, helfen, nicht wie Computer immer funktionieren, Zivilcourage, schwache Momente, nicht weg zu rationalisieren, nicht alle Vorurteile haben, sich nicht über ALLES stellen. Solche Sachen glaub ich.

Ich sah in dir bislang stets die dunkle Seite von Maeckes & Plan B, mit einer leicht pessimistischen, verschlossenen Sicht auf die Welt, gepaart mit einer Prise Zynismus. Was macht Maeckes glücklich?

Maeckes: Woah, genug Sachen: Musik machen, seine Freundin, ein gutes Buch, Theaterstück oder Film, jeder Tag mit den Orsons, Cola und Pommes, bescheuerte T-Shirts, gute Musik, Family Guy, Barbecues mit Freunden, in Wien sein und Morde an Prostituierten.

Wäre Maeckes eine Comicfigur - welche wärst du?

Maeckes: Eine computeranimierte, photorealistische Figur, die genauso aussieht wie ich, bis ins kleinste Detail nachgezeichnet, nur mit ein paar mehr Muskeln. Ich bin eine Comicfigur!

Ihr, Plan B und du, habt in der JUICE über Olli Banjo gesagt, dass ihr ihn immer dafür respektiert habt was Eigenes zu machen und er es nicht nötig hat, irgendwelche Sachen zu kopieren. Was denkst du dir, als Künstler mit innovativer Musik, schließlich, wenn du hörst, dass irgendwelche Kollegen Lines von den Amis übersetzen und damit auch noch Erfolg haben?

Maeckes: Nur so am Rande, danke für das Kompliment. Ich denk mir nur: „LANGWEILT IHR EUCH NICHT?! ES EUCH SO EINFACH ZU MACHEN? IHR IDIOTEN. IST DAS LEBEN, DAS IHR FÜHREN WOLLT, DAS DES AMIS DEN IHR NACHMACHT?! ARMUTSZEUGNIS. Die ganze Welt funktioniert leider so, dass so was gefördert und nicht bestraft wird. Naja, ich reg mich nicht auf, ich denk mir nur: Ihr seid der Grund, dass Rapmusik immer ein Stückchen mehr in meinem Herz stirbt.

Viele haben deinen Beitrag zum Beat em up - Produceralbum, als Kollegah-Diss aufgefasst. Hast du tatsächlich ein Problem mit dem selbsternannten Zuhälterrapper?

Maeckes: Nein, überhaupt nicht. Kollegah hat behauptet, er bekomme Fanpost von Savas, was gelogen war. Ich hab behauptet, ich bekomme sie von Kollegah, was gelogen war. Ein Querverweis, kein Diss. Außerdem sag ich ja noch, dass ich Kollegahs Fanpost an Savas weiterleite, somit schließe ich nur einen von Kolle eröffneten Kreis.

Wie siehst du die Entwicklung deutschen HipHops, welche so manchem HipHop-Head momentan Kopfschmerzen beschert? Der Gangsta Rap-Hype scheint abzuklingen...

Maeckes: ...ja, alles was sich nicht weiterentwickelt klingt irgendwann ab. Was kommt danach ist die Frage? Ich weiß es nicht genau, ich tipp aber auf ausschließlich englische Rhymes in Deutschraptracks. Oder Positivität! Also das fulminanteste Album der Orsons! Skills, Lines, Ideen, Schweine!



Tua, Kaas, Plan B und du bilden ja die Orsons. Was ist in deinen Augen das Außergewöhnliche an der Gruppe und warum zum Teufel fragt ihr Leute bei MySpace, ob hier jemand vielleicht eine Schaukel bauen will?

Maeckes: Haha. Die Orsons sind das große Ganze. Die Orsons vereinen alles was es braucht, um die Beatles am Anfang ihrer Karriere zu sein: Wir sind 4! Ok, mehr nicht, aber wir sind 4! Wir sind eine Band! Wir rappen gut! Und haben keine Angst auf Fotos zu lächeln! Orsons for Life! Formt das O!

Wie ist denn der Stand der Dinge beim Orsons-Albums? Kaas ließ über MySpace verkünden, dass ihr vorhabt es zeitlich zum Splash!-Festival zu veröffentlichen.

Maeckes: Kaas hat immer Recht. Er ist ein Orson. Es ist fast fertig. Das Artwork entsteht gerade im Moment. Gemischt wird auch gerade im Moment. Wir liebeslasern den Planeten! O!

Desweiteren meinte Kaas, dass das Album nicht verrückt, sondern süß geworden ist. Wie darf man sich die Orsons im Studio und vorallem die von euch fabrizierte Musik vorstellen?

Maeckes: Besser als den Rest! Rund! Wie ein Kreis! Wie ein O! Süß sein ist, heutzutage im Rap, ja auch verrückt! Ich gebe Kaas Recht. Er hat immer Recht. Er ist ein Orson! O!

Du gehst im Mai, neben den Orsons unter anderem mit Casper und Vega auf Tour. Wie kam der Kontakt zustande? Und wird man da folglich auch eine Zusammenarbeit in Form von Songs erwarten dürfen?

Maeckes: Mit Casper haben Plan B und ich im Vorfeld auch schon mal einen Track für ein Mixtape gemacht. Bei allem weiteren müssen wir uns überraschen lassen.

Chimperator ist eins der wenigen Independent-Labels, das vorallem durch Qualität und die Liebe zum Detail überzeugt. Seien es die mehrseitigen Booklets von den Releases oder die regelmäßigen Blogs auf hiphop.de. Wo siehst du euch in der hiesigen Szene?

Maeckes: Chimperator ist zunehmend aufstrebend attraktiv. Dafür, dass man kein Anfangsbudget hatte, null, und man bedenkt, dass wir alles über pure Menschenkraft und ohne die Macht des Kapitals geschafft haben, stehen wir perfekt da. Aufwärts!

Kannst du von Rap leben?

Maeckes: Von Rap: Nein! Von Musik, Theater, Rap-Up-Comedy und Kabarett: Ja.

Die Single Rap getan? aus eurem neuen Mixtape !#?@$ ist als Homage an Kool Savas' Warum rappst du? zu verstehen. In den letzten Jahren wurde Savas immer häufiger vorgeworfen, er würdePlastikrap machen. Wie siehst du das? Oder: Zu welcher Zeit hat Savas dich am meisten fasziniert?

Maeckes: Ganz ehrlich: Bei Westberlin Maskulin! Battlekings und Hoes, Flows, Moneytoessind die futuristischten Deutschrap-Platten mit den besten Covern - Battlekings zumindest, Hoes, Flows, Moneytoes hab ich nur als Whitelabel. Aber Plastikrap? Nie.

Was dürfen wir 2008 noch von dir erwarten?

Maeckes: !#?@$ das Album zur Tour mit Plan B, das Orsons Album - OOOOO! -, viele Festivals und eine Weltübernahmeplattform Ende des Jahres.

Vielen Dank für das Interview! Dir gehört das Schlusswort.

Maeckes: Draschni karaschni! Zlawe mui O!



* Anmerkung von Andrej (Chimperator-Geschäftsführer):
Das ist wahrscheinlich Orsisch. Die sind so behindert. Auf der EP, produziert von den Gewinnern vom Mumate Contest, haben die einen Track komplett in Orsisch aufgenommen.

* Anmerkung von badaboombadabang:
Ansich hat das Interview schon graue Haare, da es in der „Kunst über Vernunft“ Promophase geführt wurde. Irgendwie hat es aber nie das Licht der Welt erblickt und da ich finde, dass Maeckes einige schöne Antworten vom Stapel gelassen hat, wollte ich es euch nicht vorenthalten. Außerdem steigern seine Worte über Tua die Vorfreude auf "Grau". Schönes Ding.


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22.05.2007 - badaboombadabang-Interview mit JAW

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2006 lieferte er seinen Hörern den "Schock fürs Leben". 2007 befindet sich nun sein "Gehirn im Mixer" - die Rede ist von JAW.

Zusammen mit seinen Kollegen Rynerrr, Maexer & DJ Tjoma bildet er die Crew PCP: Projekt Chaos Punks. Der Name spricht für sich, allerdings kann JAW auch ganz anders, anstatt nur die von PCP Tracks bekannte "Fick die Welt!" - Attitüde zu verteten. So merkt man vor allem auf Solowerken von Dokta Jotta, dass er recht vielseitig ist: Auf "Schock fürs Leben" z.B. gewährt JAW den Hörern also u.a. auch einen Einblick in seine Vergangenheit, die geprägt ist von Schmerz, Hilflosigkeit und Angst. Dies geschieht allerdings nicht auf eine Art und Weise die man von vielen deutschen Rappern gewohnt ist, sprich pseudodeepes Gelabber, bei dem soviel Fremdwörter wie möglich in die Sätze gepackt werden (die der Künstler wahrscheinlich selbst noch nicht mal versteht) um möglichst "deep" zu klingen, nein viel mehr bekommt man eine ehrliche, mitreissende Vorstellung geliefert.

Ähnlich verhält es sich bei den Battletracks - anstatt ausgelutschten Battlephrasen verpasst Jotta seinen Sprüchen einen eigenen Stil, der oftmals Kritik an der heutigen Deutschrap-Szene äußert und ebenfalls ab und zu in einem lustigen Non-Sense Gerede endet.

Nicht viel anders läuft es bei seinem neusten Release, der Extended Version ( + 12 neue Tracks) seines "Gehirn im Mixer" Mixtapes, ab.

Während in der Vergangenheit auch endlich die Presse wie z.B. die JUICE auf die eigenständige Musik von PCP aufmerksam wurde, hab ich auch endlich mal die Chance ergriffen und mit JAW ein Interview geführt... badaboombadabang!

 

 

BBBB: Du hast vor circa 2 Wochen dein Ex-Label Rapz Records verlassen - nun munkelt man, dass dich dein Weg zu Selfmade Records führen wird. Also wird bald auch auf JAW Tracks "Selfmade Records Time!" gebrüllt oder wie siehts aus?

 

JAW: Wie ich bereits in meinem Myspace-Blog erwähnte: Es gibt keinerlei Vereinbarungen mit Selfmade...wir respektieren uns und dabei bleibts erstmal (grinst).

 

BBBB: Es wurde aber ja auch ein Track von dir gemeinsam mit Favorite und Hollywood Hank angekündigt, der als Exclusive auf einer JUICE CD landen sollte. Darf man sich da noch drauf freuen und wie kam überhaupt der Kontakt zu Favorite zustande?

 

JAW: Tracks mit Faiv werden auf jeden Fall kommen, da jetzt aber ein Datum zu nennen wäre unschlau, da werden nur Fans enttäuscht.
Kontakt kam wohl über Slick zustande, der Faiv mein Zeug gezeigt hat, ich hatte aber auch schon versucht ihn mal anzuhaun und so kams letztendlich von beiden Seiten.

 

BBBB: Um mal auf dein neustes Release, die Extended Version deines "Gehirn im Mixer" Mixtapes, einzugehn: Warum hängt deutscher Rap an Amerikas Schwanz?

 

JAW: Weil hier nur Möchtegerns und Hängengebliebene rumlaufen. Die Leute sollen mal mit der Tatsache klarkommen, dass sie doch mehr schuppenfressender Albino als Schwarzer sind und dieses ganze Gepose und Gehänge und Rumgewurstel eher peinlich kommt für irgendwelche 25-jährigen Heads aus Bottrop.

 

BBBB: U.a. erwähnst du in "Amerikas Schwanz" auch Savas, den du zu Westberlin Maskulin Zeiten ja recht gefeiert hast. Findest du es schade, wenn ansich gute Rapper durch (zuviel) Einfluss von amerikanischem Rap an Identität und somit vielleicht auch an Stil verlieren?

 

JAW: Klar find ich es schade, die Mucke verliert einfach an Charakter, wenn da keine eigene hörbare Intention bzw. Einstellung mehr dahintersteckt... ich hör mir doch auch keine Politiker an, die die ganze Zeit wohltemperiert irgendwelche rhetorische Kacke abhandeln, ohne dass man dahinter irgendwas inhaltsstarkes oder charakteristisch relevantes entdeckt. Ok, ich hör mir gar keine Politiker an, aber Musik ist immer noch ein sehr energisches und ausdruckstarkes Mittel und was Savas praktiziert ist gut bis künstlich geflowter Plastikrap. Können die Leute allerdings gern hörn, nur mich langweilt es zu Tode.

 

BBBB: Hörst du also privat überhaupt keinen Deutschrap und wenn ja, was läuft denn privat so für Musik bei dir?

 

JAW: Es gibt sehr wenig Rap, bei dem ich merke, dass es sich nicht nur um authentische und charakterstarke Musik, sondern auch eine dementsprechende unterhaltsam und geschickt gemachte Umsetzung handelt. Oft hör ich deswegen halt auch immer das Gleiche, meine Schmerzgrenze ist da ziemlich weit unten. Favorites Album war auf jeden Fall ne runde Sache, ich hör immer wieder gern Untergrund Rap (Aufzählung wäre hier doch zu anstrengend) und sonst kommt in Deutschland insgesamt doch nur noch der gleiche, durchgekaute, bedeutungslose Müll.

 

BBBB: Dein Rap strotzt häufig vor Selbsthumor und du spielst auch recht gerne die Rolle des, sagen wirs mal direkt, Losers. Denkst du dieser Selbsthumor fehlt heutzutage im Deutschrap?

 

JAW: Ich spiele keine Loserrolle, das mal vorweg. Ich kenne meine Schwächen und ich bin mir der Scheiße bewusst die ich hinter mir habe und bin erwachsen genug, um damit umzugehen und mich nicht dafür zu schämen.
Ganz im Gegenteil, ich klatsche den Leuten gerade die Sachen ins Gesicht, wegen denen man mich kritisiert hat und es immer noch tut. Man kann mich nicht dissen, ich hab bereits alles gesagt was in meinem Hirn und Leben falsch läuft. Trotzdem bin ich ein scheiß Kämpfer der seit 4 Jahren jeden Tag eine Sprosse auf seiner Leiter zu einem erträglichen/lebbaren Leben erklimmt, was anderes bleibt mir nicht übrig, da ich nicht sonderlich schmerzgeil bin... ich mach zum Beispiel viel Sport inzwischen und versuche mir Dinge, die mir schaden, vom Leib zu halten.
Ob Selbsthumor im Deutschrap fehlt? Weiß nicht, wenn von 25.000 deutschen MCees 24.998 sagen, sie sind mit Abstand der Beste, den die Szene je gesehen hat, ergibt das für mich keinen Sinn und besonders kreativ ist es auch nicht. Mir egal, wenn es wenigstens cool umgesetzt und in lustige Punches verpackt ist, aber nichmal das is ja wirklich der Fall. Die Meisten reden einfach nur irgend nen verhurten Stuss. Ich bin heute nich sehr gut drauf.

 

 

BBBB: Dein Crewkollege Rynerrr wiederholt ja öfters gerne in Tracks, dass er in den Tag lebt und Rap für ihn ein reines Hobby ist bzw. ein Ventil, um der Welt mitzuteilen wie scheiße sie ist. Dass er also nicht wirklich daran glaubt mit seiner Musik "erfolgreich" zu werden. Dir hingegen scheint das Alles ein bisschen wichtiger zu sein, u.a. hast du einen größeren Output, du lässt deine CDs pressen, etc. Wo willst du also tatsächlich mit deiner Musik hin?

 

JAW: Ich bin immer noch der gleiche Idiot, der das Gefühl hat, er muss den ganzen Dreck seiner Vergangenheit irgendwie gradebügeln. Irgendwie ein gerechter Ausgleich, dass ich all die Spasten, die mir je erzählt haben, was ich für ein verpeilter Trottel und Nichtsnutz bin, mit meinem Gegenerfolg in den Arsch ficke oder auch nicht. Egal, ich will was beweisen, irgendwem, eventuell sogar mir.

 

BBBB: Was entgegnest du Leuten, die dir unterstellen du wärst ein Pessimist der auf dem "Das Leben ist scheiße" - Film hängengeblieben ist und alles schlecht redet?

 

JAW: Wär ich ein Pessimist, wär ich längst tot. Die sollen die Fresse halten, mein Mixtape ist sehr lustig.

 

BBBB: In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass du in deinen Tracks öfters humorvollen Non-Sense rappst - also z.B. kann man ein "Kein Morgen" nicht mehr mit einem "Jott sei dank" vergleichen, finde ich. War das eine bewusste Entwicklung oder liege ich mit der Feststellung gerade völlig falsch?


JAW: Das schon richtig... ich bin wieder lockerer geworden und scheiß auch mal drauf, ob der Track jetzt perfekt ist oder nicht, das macht die Sache entspannter und man hat schon im Studium nich viel zu lachen, da kann man schonmal in nem Track paar Scherzchen an den Mann bringen.


BBBB: Deine Vergangenheit war ja nicht die beste Zeit für dich. Was war damals mit dir los?

 

JAW: Wurde das nich genug durchgekaut? Ich hab nen ziemlich langen Leidensweg hinter mir und der hat mich mitunter zu dem gemacht was ich heute bin und auch, was man in meiner Mucke zu hören bekommt, ist doch alles wunderbar. Und mir gehts jetzt auch ganz erträglich (grinst).

 

BBBB: Auf dem Track "Entheiligte Welt", von deiner gemeinsamen EP mit Message, rappst du "...muss daran denken, dass ich dachte, dass mein Vater mich hasst" - wie kamst du zu dieser Vermutung?
Sowieso machst du ab und zu kleine Andeutungen, dass du zu deinen Eltern nicht das beste Verhältnis hast oder hattest.

 

JAW: Ich möchte da keine Details ausbreiten, aber meine Eltern haben mir sehr viele persönliche Fehler zugeschrieben, wofür ich nix konnte und mir oft das Gefühl gegeben, ich hätte sie enttäuscht. Inzwischen verstehn wir uns ganz gut soweit. Mehr werd ich zu dem Thema wohl nicht sagen.


BBBB: Vergleicht man deine beiden Tracks "Meer aus Tränen" und "Die Seuche in mir" miteinander, könnte man denken, dass sie in direkter Folge zueinander stehen: "Meer aus Tränen" beschreibt noch die Phase, in der man vielleicht schon angeschlagen ist, jedoch noch versucht mit den Problemen fertig zu werden. "Die Seuche in mir" hingegen beschreibt die Phase in der einem schon alles egal ist, weil man einfach keine Kraft mehr hat und so gesagt völlig hilflos ist.
Kann auch sein, dass ich das einfach an den Beats festmache - "Die Seuche in mir" klingt total düster, "Meer aus Tränen" klingt eher noch verletztlich und traurig.
Durch deine Probleme damals sagst du öfters, dass die Welt bzw. dein Leben ein "Meer aus Scheiße ist" und du rappst auch öfters, du seist suizid-gefährdet. Hast du tatsächlich schonmal an Selbstmord gedacht?

 

JAW: Hab ich mit Sicherheit nicht nur einmal, aber daran denken und das durchziehen ist nochmal ein großer Sprung. Einen wirklichen Suizidversuch gab es nie und ich werde den Teufel tun und das heute nochmal in Erwägung ziehn.

 

BBBB: Ok, nocheinmal zurück zu dem Rap-Ding: Deine Crewkollegen Rynerrr, Maexer und du haben ja ein neues PCP Album angekündigt, an dem ihr laut eigener Aussage ja schon arbeitet. Darf man damit noch in diesem Jahr rechnen und wie ist der Stand der Dinge?

 

JAW: Keine Ahnung, dieses Jahr wird zu knapp denke ich, aber ich hab selbst auch wieder viele Beats gebaut, Maexer ist sehr produktiv und ich hab ja auch so immer paar Produzenten in der Hinterhand, die mir was beisteuern, somit sind wir sehr gut versorgt. Rapbezogen kommt bei mir am meisten zur Zeit, aber ich werde versuchen wieder bisschen kritischer gegenüber meinen Parts zu werden und nur die Besten fürs Album zu nehmen. Wir haben viele angefangene Tracks bisher... ich glaub 1-2 sind fertig.

 

BBBB: Überhaupt scheint es für PCP ja zurzeit nur bergauf zu gehen: Nachdem Rynerrrs Soloalbum "Symptome" und dein Solowerk "Schock fürs Leben" in der JUICE Demo des Monats (und "Symptome" sogar Demo des Jahres) wurde, hat diese Rynerrr auch auf den Collabotrack "New Kids on the Block Part II" geladen. Auch wenn Rynerrrs Part total offbeat gesetzt wurde, freut dich sowas oder ist dir das egal?

 

JAW: Ne, ich glaub das freut uns alle irgendwie... das ist einfach die Musik, hinter der wir zu 100 Prozent stehen können und ich denke schon, dass wir es auch wert sind von einer breiteren Masse gehört zu werden, vielleicht nimmt dann doch alles irgendwann noch ein gutes Ende, oder so.

 

BBBB: Okay, dann zum Schluß noch ein kleines Brainstorming:

 

Lieblingsfilm: American Beauty?

 

Zuletzt gekaufte CD: Favorite - Harlekin

 

Pinoccio: Haut die Pauker in die Pfanne

 

Oettinger: Gute Sache, ich komm nur an Ratskrone


EMOs: Der neue Mann

 

Konnegah: Das Ross

 

BBBB: Vielen Dank für das Interview, du hast das letzte Wort!

 

JAW: Jo also ihr müsst unbedingt alle sprayen und breaken und Platten auflegen und alles, das is ganz wichtig und so damit die Kultur leben kann.
Gruß (nach routinierter Absprache) an Theresa! Kauft mein Mixtape.

 

 

Gehirn im Mixer Extended Version Snippet

 

Für Free-Downloads von JAW, Rynerrr und Maexer klickst du HIER.

 

Weitere Infos zu JAW:

http://www.p-c-p.ws/

http://www.myspace.com/doktajotta

 

 

 

   
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1.04.2007 - badaboombadabang-Interview mit KORS

Geschrieben in

Bekannt geworden durch seine schon jetzt legendären Skits auf den Alben "Electro Ghetto" und "Berliner Schnauze" von Bushido und Bass Sultan Hengzt. Seit Mitte 2005 Mitglied der Amstaff Crew, davor Mitglied des Ersguterjunge - Camps. Die Rede ist von KORS. Was mich dazu bewegt hat ein Interview mit diesem Typ zu führen, der bisher noch nie offiziell gerappt hat bzw. etwas produziert hat? Das sollte als Antwort reichen: "I am not a rapper! I just do what the rappers do"!

 

 

 

BBBB: Yo KORS, erstmal wie gehts dir?

 

KORS: Mir geht es immer gut! Sonne scheint in Berlin und ich bin gesund.

 

BBBB: Stell dich am Besten erst einmal vor, für Leute die dich noch nicht kennen sollten.

 

KORS: Ich bin Kors, der beliebteste Junggeselle Berlins. Meine Crew ist Amstaff und mein Label heißt KORS RECORDS.

 

BBBB: Bekannt geworden bist du ja eigentlich durch deine Skits auf Bushidos "Electro Ghetto" und Bass Sultan Hengzts "Berliner Schnauze". Hast du auch schon von anderen Rappern Anfragen für Skits bekommen?

 

KORS: Ja, die Leute kennen mich von den CD's oder eben auch von diversen Tourneen, wo ich meine Skits live der Masse präsentiert habe. Als wir 2004, damals noch mit Ersguterjunge, auf Tour mit Azad bzw. Bozz Musik waren gab es ein paar Anfragen, aber nie was daraus geworden. Da ich nur Skits für Leute aus meinem engsten Umfeld mache lehne ich alle Anfragen, die über myspace oder per E-Mail kommen, ab.

 

BBBB: Im Juli 2005 hast du dich ja neben Hengzt, Ilan und DJ Devin von Bushidos Label Ersguterjunge getrennt und bist seit diesem Zeitpunkt Mitglied der Amstaff Crew. Man hat jedoch nie genau erfahren was die Beweggründe für die Trennung waren, also was ist da damals vorgefallen?

 

KORS: Ja das war eine wichtige Entscheidung für uns alle. Da ich Geld nicht vor Freundschaft setzte ging ich als Erster weg und aus dem selben Grund folgte mir der Rest. Ich will nicht weiter ins Detail gehen, weil das was vorgefallen ist, ist immer noch und war damals schon privat und geht im Endeffekt keinen etwas an. Ich kann schon verstehen das alle sich gefragt haben warum auf einmal so viele Leute sich von Ersguterjunge getrennt haben. Aber das was wirklich vorgefallen ist, wissen nur wir und er und das ist auch gut so.

 

BBBB: Wie stehst du heute zu Bushido? Auf seinem letzten Album "Von der Skyline zum Bordstein zurück" hat er dich ja einmal in einer Zeile erwähnt ("Ich hänge mit den Gs - du hängst mit dem Spast Kors").

 

KORS: Ach ist doch cool, dass er mich disst. Wenn wir ihm so scheiß egal sind bzw. wären, wie er in Interviews gerne sagt, verstehe ich das Gefronte nicht.

 

BBBB: Was hältst du von Melbeatz? Sie und Ilan haben sich gegenseitig ja ein wenig unter die Arme gegriffen, was das Erklären von diversem Equipment angeht. Wird es da in Zukunft eventuell mal eine Amstaff / Murderbass - Optik Collabo geben?

 

KORS: Melanie ist cool, wir sind gut befreundet. Ich hab sie durch Ilan 2005 kennen gelernt. Sie tritt ja gemeinsam mit DJ Devin in Clubs auf, also die Beiden sind ein DJ-Team. Also wenn ihr Clubbesitzer seid könnt ihr Devin und Melbeatz mieten und die rocken eure Butze njee. Ich glaub die wollen irgendwann raus ballern, aber alles noch Top Secret.

 

BBBB: Hast du noch Kontakt zu Devin und wenn ja, was plant er zurzeit?

 

KORS: Klar, Devin und ich sind immer noch sehr gute Freunde. Er ist ja auch mein Skit Partner, nur das ich den Ruhm ernte (grinst). Er arbeitet an einem neuen "NEW KIDZ ON THE BLOCK" - Teil und er hat jetzt auch angefangen Beats zu produzieren, sind echt hammer! Ihr werdet viel von ihm hören in der nächsten Zeit.

 

BBBB: Du bist ja bekennender Diplomats Fan. Dein Lieblingsartist (no homo) und Lieblingstrack zurzeit?

 

KORS: Lieblings Artist hmm... wechselt immer aber zur zeit wieder JR Writer, nee Jimmy oder Juelz mhm.... Egal ich feier die Alle ganz krass. Fler hat mich angesteckt. Lieblingstrack "What Set You Claim" von WB4 zur Zeit.

 

 

BBBB: Im Mai erscheint über Amstaff ja Bass Sultan Hengzt sein neues Soloalbum. Was kannst du uns darüber schon erzählen? Und wirst du wieder mit Skits vertreten sein?

 

KORS: Was erzählen kann ich noch nicht, da ich nicht weiß wann das Interview erscheinen wird. Skits sind wieder drauf, aber was ich sagen kann: Battle Sultan Hengzt ist back!

 

BBBB: In diversen Foren kritisieren dich Leute dafür du seist unlustig und ein arroganter, überheblicher Vogel. Was sagst du zu solchen Kommentaren?

 

KORS: Also dass ich unlustig bin hat mir noch Niemand gesagt. Im Gegenteil: Auf Konzerten kommen meine Skits wunderbar an und das kann Jeder bestätigen. Arrogant? Kennst du den Spruch „ immer selber feiern"? Ich bin auch viel im Internet unterwegs. Ey ich habe mich damals über die Leute aufgeregt, die immer nur Müll labbern und immer zurückgeschrieben und Sachen klar gestellt. Bis ich gemerkt habe, die wollen nur dass man antwortet. Die kommen aus Dorf X, leben mit Mama und Papa und haben keine Freunde, außer ihren DSL-Anschluss. Die warten nur darauf. Scheiß auf die, die haben kein Leben.

 

BBBB: Du hast ja schon 2004 dein eigenes Label "KORSRECORDS" gegründet. Was darf man da in Zukunft erwarten und wer ist als 1. Act geplant?

 

KORS: Ich arbeiten an einem Label Sampler, der soll Anfang 2008 raus kommen. Merchandize wird es auch bald geben.

 

BBBB: Okay, zum Schluss noch ein kleines Brainstorming:

 

Zuletzt gekaufte CD: Jim Jones – Hustler P.O.M.E

 

Lieblingsfilm: Scarface

 

Dipset: All day

 

Ersguterjunge: Früher hammer

 

Pinky & Brain: Der Eine ist brilliant, der Andere ein Opfer

 

DJ Devin: yaa diiggg

 

Deutschrap: Auch in Berlin sind fast alle Rapper schwul

 

BBBB: Vielen Dank für das Interview, du hast das letzte Wort!

 

KORS: Danke gleichfalls...! Hengzt Album kommt bald: kaufen kaufen kaufen! Bald kommt die Tour.

An die Hater: Ihr werdet mich nicht los.

Hauta rein njeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee!

 

Mehr zu KORS:

KORS bei myspace

korsrecords.de

 

   
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19.03.2007 - badaboombadabang-Interview mit Grossmaul aka Mr.Knight

Geschrieben in

Ende 2005 hat er die Kids vor Dipset, Bling Bling, Wannabe-Pimps, etc gerettet.

Offiziell hat er die ganze Welt gerettet.

Nun nach über einem Jahr gibt es erste Infos zu einem neuen Album von dem Grossmaul aka Mr.Knight.

Im Interview mit dem badaboombadabang - Blog erfahrt ihr was Neues in seinen Rucksack gewandert ist, warum Knight bisher nie so stark den Pott representet hat, wies mit dem neuen Album aussieht, uvm!

Enjoy it - badaboombadabang!

 

 

BBBB: Du hast ja 2005 dein Soloalbum "Rettet die Welt" veröffentlicht und arbeitest nun an deinem 2. Soloalbum. Gibt es da schon genauere Infos?

 

Grossmaul: Also ich hab vor wieder zum Ende des Jahres zu releasen. Ich werde aber vor Juni nicht effektiv zum schreiben / aufnehmen kommen da ich kurz vor meinem Examen zum Heimerzieher stehe. Danach gehts aber direkt los! Im Moment sammel ich Punchlines! Ach ja der Titel steht definitiv fest: "Auf deiner Party bin ich der König".

 

BBBB: Produziert werden soll ja wieder von Brisk Fingaz und als Features waren bisher Pillath & mnemonic angekündigt. Ist das nachwievor aktuell?

 

Grossmaul: Soweit ist das noch aktuell, wenn alle Beteiligten noch Interesse haben. Ich hab noch ein paar Beats von Tobrock aus Paderborn gepickt: Der ist der deutsche Dilla mit Madlib-Genen. Ansonsten kommen noch Architekt, Lord Scan und Ef-El-Oh hinzu!

 

BBBB: Nachdem du Rec.On verlassen hast bist du bei dem Label Evilmama Records untergekommen. Werden deine Sachen nun auch weiterhin über Evilmama erscheinen?

 

Grossmaul: Ich denke schon. Ich fühl mich wohl, die Jungs haben eine krasse Buisness Entwicklung hintersich, aber keepen es immer noch real. Aber nie wieder werde ich nen Deal mit Flavamatic / Roughtrade unterschreiben! Verdammt unzuverlässig! Echt einige komische Moves seitens unserer "Ansprechpartner"...aber Evil Mama Rise for Life! Ich kann machen was ich will, kann mir Zeit lassen wie ich will und die Jungs bieten mir die nötige Unterstützung! An dieser Stelle Grüße an Andi und Bernard!

 

BBBB: Neben deinem 2. Soloalbum ist auch noch eine DVD von dir und ein Projekt zusammen mit Ef-El-Oh angekündigt. Was darf man da erwarten?

 

Grossmaul: Ey ich sag Nix! Wird ne Überraschung, das wird alles zu Durch, vor allem die DVD. Noch ein Stichwort werfe ich aber ein: "Grossmaul & Partyking singen Welthits" - produziert von Necrow, stay tuned!

 

BBBB: Was ist in der Zeit nach "Rettet die Welt" so Neues in deinen Rucksack gewandert?

 

Grossmaul: Ach einiges: Ein Mac, ne Xbox 360, Lyrics, Kletterzeug, Schulsachen, Bücher - auch viel zu viel um das aufzuzählen...eigentlich nervt es auch langsam n bisschen mit diesem Rucksacktrack. Jeder spricht mich an: "EY PAUL WAT IS IN DEINEM RUCKSACK!" Ich sag immer nur: "Warte aufs 2. Album!"

 

BBBB: Du wurdest ja in einem JUICE-Special neben Leuten wie Snaga,Pillath,Manuellsen und Fard als Teil des Neuen Potts vorgestellt. Während die genannten Rapper den Neuen Pott tatkräftig representen, hört man dich eigentlich gar nicht so "DER POTT IS BACK!"-schreiend auf Tracks. Woran liegt das?

 

Grossmaul: Ach das ist einfach nicht mein Ding! Ich gehöre zu keinem Camp. Habe keine Crew außer den Verein, aber das sind ja keine Rapper sondern Leute die gerne feiern und bekloppt sind wie Partyking und ich! Versteh mich nicht falsch, ich liebe den Pott. Der Pott gibt mir das Gefühl von Heimat und Zugehörigkeit. Pottler ticken besonders und Pottler sind aufrichtig, auch wenn wir hier Wenig haben. Aber ich mache Musik für mich und nicht für meine Heimat. Ich weiß wer ich bin, woher ich komme und wo ich bleiben will, nur das muss ich nicht mitteilen. Ich trage das lieber im Herzen. Aber Bigup an Alle die die Fahne für den Pott hochhalten. DER POTT IS DEFINITIV BACK!

 

 

BBBB: Ohne dich jetzt angreifen zu wollen finde ich, dass du in der Szene schon viel weiter sein könntest, wenn es von dir mehr regelmäßigen Output gäbe bzw. du an den Sachen kontinuierlicher arbeiten würdest. Ich meine "Rettet die Welt" war eins der besten Alben 2005 und es ist auch klar, dass man Studiozeit bezahlen muss,etc aber auf "Angst vorm Tod" sagst du ja auch selbst "Keiner hat daran geglaubt, dass ich mein Schweinehund besiege und ein Album mach". Also denkst du nicht auch, dass du schon viel weiter sein könntest?

 

Grossmaul: Ich kann dir das nicht sagen! Sag du es mir! Könnte sein, könnte aber auch genauso sein, dass ich jetzt gar nicht mehr wäre. Ich seh das auch nicht als Ziel an irgendwohin zu kommen in der deutschen Rapszene. Ich seh das Ganze ganz entspannt! Ich fühle mich absolut wohl in der Rolle des langsamsten Rappers der Welt. Solange es einige Leute gibt die sich gedulden und treu bleiben und einfach nur Danke sagen können, egal ob runter geladen oder gekauft, fühle ich mich gut so wie es läuft!

 

BBBB: Mit welchem deutschen Künstler würdest du derzeit gerne mal zusammenarbeiten?

 

Grossmaul: Mit keinem! Architekt und Lord Scan nehmen nächste Woche für mein neues Album auf! Effe und ich müssen uns auch endlich zusammen setzen! Ansonsten mit keinem!

 

BBBB: Was hälst du momentan von der Szene? Was fehlt deiner Meinung nach?

 

Grossmaul: Irgendwie spielt diese ganze "Szene hier Szene da" - Sache keine Rolle mehr für mich...wenn dann fehlt Vielseitigkeit. Ich hoffe nur Pillath & Snaga schaffen dieses Jahr endlich den Durchbruch!

 

BBBB: Ok, zum Schluß noch ein kleines Brainstorming:

 

Ruhrpott: One Love für immer. Die Heimat die Polen mir nie bieten konnte...

 

Pinky & Brain: Ren & Stimpy!!!

 

Beste Gamekonsole: Definitiv der NES. Das waren die innovativsten und schwersten Spiele die je entwickelt wurden. Alles was jetzt rauskommt ist im Endeffekt einfach und anspruchslos! Aber Mario Bros 1 hab ich immer noch nicht durch. Aber trotzdem Props an die Xbox 360! Und kauft euch keine PS3!

 

Lieblingsfilm: Definitiv La Haine!!! Gucke ich jede Woche. Bisher liefs noch ganz gut...

 

BBBB: Ich bedanke mich recht herzlich für das Interview, du hast das letzte Wort!

 

Grossmaul: Kauft Architekts neues Ding! Aber vor allem kauft Snaga und Pillaths Album! Der POTT muss in die Charts, denn er ist definetly Back! Peace!

Ach ja sorry an alle die sich immer noch Gedulden müssen bis was von mir kommt!!! Danke für Alles! Für den Partyking!

 

 

Mehr zu Grossmaul:

eargasm.de

Grossmaul bei myspace

Grossmaul / Prost Paul Blog

evilmama.com

 

 

   
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2.03.2007 - badaboombadabang-Interview mit Timo Supremo + "Bad Timing" - Mixtape

Geschrieben in

 

badaboombadabang-Interview Time Teil 2 also. Dieses Mal mit einem Künstler, der den meisten Leuten noch kein Begriff sein wird.

Und genau deswegen solltet oder werdet ihr euch auch dieses Interview durchlesen und euch anschließend das Mixtape von Timo Supremo, dem Herrn um den es geht, runterladen oder ich sag einfach nur soviel: Wer auf böse Punchlines, ausgeklügelte Wortspiele, lustige Storys, etc steht, der sollte sich unbedingt das "Bad Timing" - Mixtape runterladen oder einen guten Willen zeigen und das Teil auf bad-timing.de für 3 Euro auf CD bestellen.

Aber jetzt ersteinmal das Interview... enjoy it!

 

 

 

BBBB: Stell dich am Besten ersteinmal vor, den Meisten wird der Name Timo Supremo noch nicht unbedingt ein Begriff sein!

 

Timo Supremo: Jeapp, Timo Supremo – das bin in erster Line me, myself and I, der Spudboy aus der Nähe von Hamburg. Ich hatte mal fast nen Sixpack, aber dann ist mein Gym-Vertrag ausgelaufen und war ein paar Wochenden zuviel feiern. Außerdem spielt mein Fußballteam so weit unten, dass man dem Wort „Standfußball" eine ganz neue Bedeutung zukommen lassen muss. Ach ja, ich rap ja auch… deswegen bin ich ja hier… seit mehr oder weniger 4 Jahren mehr oder weniger erfolgreich und mir ist es mehr oder weniger wichtig, was Leute mehr oder weniger davon halten. Meine Mehr- oder Wenigkeit hat auch gerade ein Mixtape am Start, welches man sich unter bad-timing.de laden kann. Die Resonanz darauf war bisher weitgehend positiv und es konnten auch schon hohe Downloadzahlen verbucht werden.


BBBB: Ok, dann ersteinmal paar Standartfragen: Wie bist du zu Rap gekommen und was inspiriert dich?

 

Timo Supremo: Ich denke, jeder hat eigentlich in dem Alter zwischen 12-14 diesen einen Song einer bestimmten Musikrichtung, der Booom bei ihm macht und ihn dem jeweiligen Genre zugehörig fühlen lässt. Bei Blümchen hat´s damals ein paar Mal Booom gemacht, aber der richtige Booom kam letztendlich bei Afrob und Ferris (Reimemonster). Rolle mit Hip Hop ist auch die erste Rap-Platte, die ich zu Hause hatte, aber bis auf den einen Song ist der Funke noch nicht ganz übergesprungen. Das kam erst später bei den (damals noch Absoluten) Beginnern und den ersten Sachen von Eminem, die meine Kollegen und ich damals aufs größte gefeiert haben. Was ich damit sagen will, in erster Zeit war ich erst mal eine lange Zeit Fan, bevor ich überhaupt daran gedacht habe, mich irgendwie rapmäßig erproben zu wollen. Die ersten Schritte sahen auch so aus, dass meine Kollegen und ich damals jeder zu Hause Texte geschrieben hat und wir sie uns dann tatsächlich auf dem Schulhof gegenseitig vorgelesen haben. Aus heutiger Sicht verdammt lächerlich, aber wir haben uns drauf gefeiert. Naja, von dort kam eigentlich eines zum anderen mit den 1. Aufnahmen, Auftritten usw.

Als Inspiration brauche ich eigentlich nichts als den Beat, auf den ich schreibe. Dabei geh ich immer erst so vor, dass ich ihn auf mich wirken lasse und überlege, was darauf cool kommen würde. Dann geht´s eigentlich auch schon los, aber ich schreibe immer ohne Beat. Wenn ich ihn zu oft gehört habe, bockt er mich nicht mehr und der Track wird zum Schluss auch nur Scheiße.


BBBB: Wenn man sich dein Mixtape anhört bemerkt man schnell, dass deine Tracks recht viele Punchlines und Wortspiele beinhalten. Fällt es dir schwer auf das ein oder andere Wortspiel zu kommen und du sitzt dann vor deinem Block und überlegst groß oder fallen dir die Ideen einfach in den Schoß?

 

Timo Supremo: Wenns zuviel Zeit beanspruchen würde, würd´ ich´s nicht machen. Ich sag mal so, dass ich durch frühere Battleparts vorgestraft bin, wo ich krampfhaft nach irgendwelchen Lines gesucht habe. Durch die Übung fällt mir das eigentlich relativ leicht. Meistens ist es auch so, dass ich irgendeinen Geistesblitz hab und dann schnell irgendwas ins eintippen oder –rappen muss, bevor ich es wieder vergesse. Auf diese Weise sind auf jeden Fall viele Sachen wieder verloren gegangen, weil ich das einfach verplant habe. In letzter Zeit sind auch viele Sachen spontan beim Freestylen entstanden. Mittlerweile bin ich aber nicht mehr nur darauf fokussiert, das sind nichts weiter als Stilmittel, wenn auch wichtige. Wer allerdings sagt, er scheißt auf so was, ist einfach zu dumm dafür.


BBBB: Ich hab jetzt schon öfter in Feedbacks von Leuten gelesen, dass deine Musik an Maeckes erinnert. Kannst du diese Aussage nachvollziehen?

 

Timo Supremo: Haha, ich hab mich ganz schön gewundert und mir meinen Kram noch mal angehört, aber ich finde da keinen Vergleich. Maeckes macht ja stilistisch schon ganz andere Sachen und sein Flow ist auf jeden Fall auch einzigartig. Das einzige, was jetzt noch übrig bleiben würde, wären unsere Stimmen, aber ich find da nix, was gleich klingen soll.

BBBB: Nach "Der Morgen danach" zu urteilen kann man davon ausgehen, dass du auch schon den ein oder anderen Filmriss hattest. Wie muss eine gute Party für Timo Supremo aussehen?

 

Timo Supremo: Ich hab da keine großen Ansprüche. Hauptsache der DJ legt korrekte Mucke auf, die Leute sind gut drauf, die Frauen ganz ansehnlich und der Alkohol ist billig. Was mir Null zusagt, sind diese sterilen Schicki-Micki-Läden, wo ich für nen Vodka-Red Bull 8 € zahlen muss und die Mischen so erbärmlich sind, dass sie mit einem Schluck weg sind. Auch schlimm an solchen Läden, sind die Leute die dort hingehen: Ganz krass verkrampft dabei, die Party zu analysieren, anstatt sie zu feiern.

Ach ja, und zu ner guten Party gehört auch immer gutes Vorglühen: Vorzugsweise mit nem Sixer von der Tanke und ein paar Runden Billard oder Poker bevor es auf Piste geht. Dabei gilt bei uns die eine Faustegel: Minimum 3 Bier bevor härterer Alkohol angerührt wird! Verdammt, ich kling wie´n Alki…

 


BBBB: Abgesehen von "Bereit & Gewappnet" befinden sich auf "Bad Timing" ansich nur Battle-Punchline-Tracks. Ist das Absicht, dass du auf deinem 1. Mixtape erstmal nur aufdrehst und in Zukunft dann persönlichere / nachdenklichere Tracks kommen oder bist du nicht so der Fan von "deepen" Tracks?

 

Timo Supremo: Naja, das würde ich jetzt nicht so sagen. „Stillstand" ist auf jeden Fall auch ein deeper Track, genauso wie „Alles Cool" mit dieser Keep Ya Head Up-Einstellung. „Ich Hab Noch Einen" geht auch mehr weg von Battle Richtung Denkanstöße. Hinzu kommen ja auch noch die Stories, die auf „Bad Timing" drauf sind: „Mein Drink", wo ich´n Mädel abschleppe, „Der Morgen danach", wo ich sie wieder rausschmeiße, „Book Mich", wo ich erzähle wie ich meine Auftritte verkacke und „Sie Will keinen Anderen Mehr", eine unglaubliche Lovestory, die man sich nicht entgehen lassen darf.

Wellemachen schön und gut, aber irgendwie hat jeder Battle- und Punchlinetracks und gibt seinen Kram zum Download frei. Deswegen war es mir besonders wichtig, möglichst viel Abwechslung reinzubringen, ohne dabei krampfhaft verschiedene Themenfelder mit einbringen zu wollen. Ich bin ein Fan guter Battletracks, aber diese typischen 2 16er + Hook auf nem Mixtape reizen mich Null. Eigentlich bin ich selber kein Mixtape-Fan, aber in meinen Augen ist es auch falsch, als erstes Projekt ein richtiges Album anzupacken. Da ist der Respekt zu groß vor. Es gibt zwar viele gute Rapper, aber nur sehr wenige können auch auf Albumlänge überzeugen.


BBBB: Mit welchem Künstler würdest du gerne einmal zusammenarbeiten?

 

Timo Supremo: Ich möchte generell gerne mit Leuten zusammenarbeiten, die kreativ sind, was drauf haben, deren Ideen mich bocken und von denen man bei einer Collabo noch gegenseitig was lernen kann. Dabei sollte es auch menschlich stimmen. Ich bin nicht wirklich Fan von Collabos, wo man sich gegenseitig zwar für seinen Scheiß respektiert, aber dann jeder in einem Studio separat seinen Part aufnimmt und man nicht mal miteinander gechillt hat. Der Vibe ist immer das wichtigste! Hmm…aber der einzige deutsche Rapper, den ich wirklich verehre (Olli Banjo), würde auf einer imaginären Wunschliste ganz oben stehen.


BBBB: Was hälst du momentan von der Deutschrap-Szene?

 

Timo Supremo: J-Zone hat die Tage auf seiner Website einen interessanten Blog mit dem Titel „Is Hip Hop really dead?" veröffentlicht. Die meisten Punkte, die er dort anspricht, kann man eigentlich auch auf die deutsche Szene übertragen. Es sollte eigentlich cool sein und Rap voranbringen, aber wirklich jeder Spasti meint, heute rappen zu müssen. Aber warte, das ist nicht das Problem. Jeder Spasti meint, dass er rappen kann. Aber ich behaupte mal, in keiner anderen Musikrichtung sind so viele Leute am Start, die meinen, die könnten was reißen, sind dabei aber mit keinerlei Talent gesegnet. Ich meine, es gibt so viel Leute, die alle gleich klingen, die auf einer Welle mitschwimmen wollen und die man deshalb nicht mal auseinander halten kann. Ich bin zwar kein Fan ihrer Musik, aber ich kann Leute wie „Fettes Brot" und „Deichkind" verstehen, die keinen Bock mehr auf den ganzen Einheitsbrei hatten und ganz neue Wege gegangen sind. Der normale Fortgang von Evolution basiert darauf, dass man etwas Gutes kopiert, es aber nicht darauf belässt, sondern auch noch weiter modifiziert. Doch die Modifikation bleibt bei den meisten einfach aus. Das ist das Problem, was man zum Beispiel auch bei deutschem RnB sieht. Jeder, wirklich absolut jeder Beat ist eine 1-zu-1 Scott Storch Kopie. Ich habe nichts gegen RnB, aber aufgrund dieser Tatsache kann man sagen, dass deutscher RnB, bis auf ein paar Ausnahmen, wack ist. Das jetzt nur mal als Beispiel, was bei Rap wem vorgeworfen wird, wen zu biten, dürfte ja jeder wissen. Ich will das jetzt auch nicht weiter ausführen, da ist der Diskussionsbedarf zu groß. Jeder sollte sich einfach mal den Blog von J-Zone durchlesen, da hat er eigentlich alles auf den Punkt gebracht.


BBBB: Was kann man in Zukunft noch von dir erwarten?

 

Timo Supremo: Eine Menge! Als nächstes steht eine EP mit Zander, der auch schon Beats für Bad Timing gemacht hat, an, die so Mai/Juni gedroppt werden soll: Zusammen treten wir als „Holzfellas" ins Rampenlicht. Passend zum einen hoffentlich geilen Sommer die ideale Mucke zum Feiern und Chillen. Gegen Ende des Jahres soll dann auch ein 2. Mixtape kommen, bevor ich irgendwann 2008 mit einem eigenen Album am Start sein möchte. Das ist grob der Masterplan für die nächsten 18 Monate: Den Output schön hoch halten.


BBBB: Ok, zum Schluss noch ein kleines Brainstorming:

 

Timo Supremo: Alles klar!


Drawn Together –
Stoppt das TV
Deutsches Fernsehen –
Es will aus meinem Kopf nicht mehr raus
Blogs –
Sidos oder Azads? Nicht Blumentopf sein Blog…
Lieblingsplatte –
momentan Obie Trice – 2nd Rounds On Me; Alltime: Kweli & Hi-Tek – Train Of Thoughts

BBBB: Vielen Dank für das Interview, du hast das letzte Wort!

 

Timo Supremo: Vielen Dank auch meinerseits! Wenn ich dem ein oder anderen zu behindert sein sollte, dann spart die 3 Euro und kauft euch stattdessen das Prinz Pi- oder Favorite-Album, aber um Himmels Willen: Supportet gute, kreative Künstler!!!

 

 

"Bad Timing" - Mixtape Download

               

 

 

   
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4.02.2007 - badaboombadabang-Interview mit Casper

Geschrieben in

2004 bildete er mit Separate und Abroo die Gruppe Kinder des Zorns, die das Album "Rap Art War" herausbrachte.

Im Dezember 2005 gab es ein überraschendes Lebenszeichen von ihm auf Kollegahs "Zuhältertape Vol.1 XMas Edition" und 2006 veröffentlichte er schließlich sein Streetalbum "Die Welt hört mich", welches in recht kurzer Zeit eine große Zuhörerschaft bekam.

Die Rede ist von Casper. Für 2007 steht nun sein Album "Hin zur Sonne" an, auf das man sich wohl noch ein Wenig gedulden muss, dennoch gibt es genug Gründe dem Rookie 06 ein paar Fragen zu stellen...

 

 

BBBB: Du hast dir mit deinem Streetalbum "Die Welt hört mich" innerhalb recht kurzer Zeit eine Menge Aufmerksamkeit verschafft.

Bist du im Nachhinein mit dem Erfolg von "Die Welt hört mich" zufrieden?

 

Casper: Das war schon unglaublich... Also ich denke, dass aber auch eine große Portion der Popularität schon darauf zu münzen war, dass viele mich noch von Kinder des Zorns Zeiten her kannten. Ich weiss es nicht. Auf jeden Fall bin ich mehr als zufrieden, ich meine guck, ich habe nicht im Ansatz damit gerechnet, dass diese Scheibe nachgepresst werden müsste aufgrund der Nachfrage oder dass sie mir einen Splash Auftritt ermöglichen würde oder mich in die JUICE bringen. Das waren schon richtige Filme für mich. Und plötzlich hab ich FANS! Das ist für mich eine unglaubliche Sache, etwas dass ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht hätte ausmalen können.

 

BBBB: Zurzeit arbeitest du ja an deinem 2. Streetalbum "Tägliche Routine". Gibt es dazu schon genauere Infos?

 

Casper: Nähere Infos gibt es in so fern, dass ich nun alle Beats zusammen habe bzw. die Produzentenliste steht. Es werden produzieren: Gambit, Shuko, Biztram, Firebyrdz, Kaleel, Riff, DJ Schusta, Sbeatsta, Yourz und Skinny Shef von Pimpulsiv. Außerdem stehen die ersten beiden Songs schon: "Hin zur Sonne", welches auch der Titel des Albums ist und "Deine Jugend". Beides thematisch tiefere Tracks, denn ich will nur wenig Ansage auf der Platte draufhaben, das überlass ich lieber den Jungs, die das wirklich gut können. Ich besinne mich lieber auf meine Stärken, Storytelling und deepere Sachen. Ich habe die Platte thematisch als auch beattechnisch komplett durchkonzipiert. Ich werde mich im März komplett einsperren und das Ding schreiben... hoffen wir auf das Beste.

 

BBBB: Wird es in Zukunft nochmal eine Zusammenarbeit mit Kollegah geben?

 

Casper: Ich denke schon. Ich weiß nicht wie es mit seinen ist, aber meine Fans fragen andauernd wann wieder was von uns gemeinsam kommen wird. Ich weiß nicht was es ist, aber die Chemie scheint in den Songs einfach zu stimmen. Es ist aber momentan (verständlicherweise) nur sehr schwer an ihn ranzukommen, da er sein Biz macht, was ich völlig verstehe. Der Junge hat krasse Erwartungen vor sich. Aber ich bin mir sicher, dass er diese auch erfüllen wird. Keine ahnung also. Ich will auf jeden Fall nur zwei Features auf meinem Album... Einer hat schon zugesagt, jetzt müsste nur noch Kollegah einwilligen (grinst). Mal schauen. Ich bin aber auf jeden fall Fan seiner Sachen. Überkrass!

 

BBBB: Du hast auf "Die Welt hört mich" ja auch recht oft Lump gefeaturet. Vielen wird der Name noch kein Begriff sein, aber ist bei Lump irgendwas Releasemäßiges geplant?

 

Casper: Lump ist einfach einer meiner besten Freunde, dessen Meinung mir in den meisten Dingen einfach sehr wichtig ist. Hinzu kommt, dass er in meinen Augen ein überdurchschnittlich guter Rapper ist, der immenses Potential in sich birgt. Lump ist bei all meinen Shows mit auf der Bühne und wird auch weiterhin an all meinen Releases mitarbeiten, da ich es einfach gerne sähe, dass er es zu was bringt in dieser Szene, wo er meiner Meinung nach einfach 80% aller Rapper voraus ist. Ich denke, dass er es 2007 packen wird, zumindest eine EP zu droppen. MICH würds in jedem Falle freuen. Guter Typ, wo ich überglücklich bin, den an meiner Seite zu haben.

 

BBBB: Ich persönlich sehe dich ja in einer Reihe von Rappern wie z.B. Snaga, Pillath, Sentino, Manuellsen, Vega, Kollegah, etc. So gesagt in einer neuen Generation Deutschraps. Denkst du, dass es nun an der Zeit ist, dass die Rapper "dieser Generation" ihre Chance bekommen und sich beweisen können und die älteren Hasen im Game ausgedient haben oder sind dir solche Einteilungen von wegen "Oldschool" / "Newschool" egal und du respektierst auch die ältere Fraktion?

 

Casper: Ersteinmal Danke für das Kompliment, denn viele dieser Rapper finde ich persönlich sehr sehr gut. Ich denke einfach, dass die neue Generation mehr Wettbewerb ins Geschäft gebracht hat, sei es durch immensen Output, neubeschrittene Pfade, lokalen Patriotismus oder einfach durch unmenschliches flowen und punchlinen. Ich respektiere die alte Schule natürlich ohne Ende, sowohl technisch als auch pionierhaft, aber dennoch finde ich es erstaunlich, dass wenn ich an Features denke, die Wünsche und Träume doch eher bei meiner Generation liegen. Es entwickelt sich einfach Alles momentan sehr schnell und es wird sich zeigen, wie es weitergeht. Ob Rap in seiner Form in Deutschland überhaupt eine Chance hat. In meinen Augen bewegt sich Rap trotz der in ihm ruhenden Möglichkeiten einfach durch Engstirnigkeit momentan eher rückwärts als vorwärts. Meine Prognose lautet, dass sich das momentan ersteinmal wieder zusammenschrumpfen wird, um dann wieder eine Euphoriewelle zu starten - siehe Splash. Was einst überrannt war liegt nun in den letzten Atemzügen und was wichtig ist, wieder in den Händen der Fans. Die dürfens nur nicht verkacken und ein schlechtes Programm bieten... diesmal MUSS alles stimmen, sonst ist der Ofen aus. Das Splash ist dann wohl eine gute Metapher für die Lage von Deutschrap im Allgemeinen: Nach außen hin aufgebläht und prunkvoll - die Wahrheit hingegen sieht anders und bitterer aus.

 

 

BBBB: Du gibst ja auch eher unbekannteren Rappern wie z.B. JAW in Interviews Props. Hälst du dich in der Szene immer auf dem Laufenden, was/wer so Neues rauskommt und wird speziell mit JAW vielleicht mal zusammen etwas kommen?

 

Casper: Ich bin immer auf dem Laufenden, denn auch wenn ich kaum Rap wirklich HÖRE, habe ich jedes Release gehört. Jede Woche bin ich im Plattenladen und höre mir Alles an. Ehrlich gesagt denke ich auch, dass ich einer der letzten der Szene bin, der wirklich noch rausgeht und Platten kauft. Das Favorite Album zum Beispiel....da hab ich mich sooo krass drauf gefreut, das hab ich sofort gekauft. Ich meine gut, wenn Scheiben vorm Releasedate im Netz landen, dann saug ich die auch schon mal, aber wenn es WIRKLICH gut ist, dann kauf ich das auch. Platten sind auch einfach pervers teuer geworden, ich meine guck: Das Clipse Album hätt ich für 11 Euro blind mitgenommen....aber 18,99?!?!?!?!?!?!!! Nee, datt is ne 1 Euro-Party inkl. Taxi, hahahaha!:) Man hat zum Beispiel auch an meinem Mixtape gesehen, dass ein guter Preis einiges reissen kann. Ich als (für viele) kompletter Newcomer habe sehr gut verkauft, das Teil stand für 9,99 in Läden und da haben sich das sicherlich einige Leute einfach mal mitgenommen, könnte ich mir denken. Deutschland muss seinen eigenen Nachwuchs fördern und vor allem anerkennen. Auch in den Medien. Solche Leute wie Kollegah, die aus dem Nichts kommen, saukontrovers sind und in der Szene raptechnisch einfach mal Alles aufficken, die wären in Amerika sofort aufm Cover der XXL und Vibe gewesen: Vier Seiten Interview und so, den Hype verfolgen und dokumentieren. Stattdessen hatten wir wieder dreimal Bushido aufm Cover. Die Medien diktieren Rap und das ist das Traurige. Dass KIZ noch kein riesiges Special oder so hatten, ist ein Skandal. Lächerlich.

 

BBBB: Separate hat sich vor Kurzem in einem Interview mit mzee.com öffentlich für die oft niveaulosen Seitenhiebe dir gegenüber entschuldigt.

Ist zwischen euch jetzt wieder alles geklärt oder habt ihr seitdem nicht mehr miteinander gesprochen? Eine Zusammenarbeit dürfen die Fans nun aber endgültig nicht mehr erwarten, oder?

 

Casper: Es ist wieder cool. Nicht dicke Freunde, nicht andauernd telefonieren, aber cool. Ich respektiere ihn, für was er getan hat, denn es hat sicherlich sehr viel Mut und Zugeständnis erfordert, diesen Schritt zu machen. Ich habe Das gelesen und bin geplatzt vor Freude. Ehrlich, Separate ist im Herzen ein guter Mensch, wenn auch aufbrausend, aber dennoch ein guter Junge.

 

BBBB: Viele Leute schätzen ja deine Art wie du die nachdenklicheren Lieder, wie z.B. "Kippenpause" rüberbringst. Während eine Menge Rapper nachwievor diese oberflächlichen pseudo-deepen Lieder machen, verleihst du deinen Tracks diesen "persönlichen Flavour" , wodurch das Ganze auch ernstzunehmender wird. Denkst du diese Art von "deepen" Tracks hat bisher in Deutschrap gefehlt?

 

Casper: Ich weiß nicht, muss aber zugeben, dass ich meine deepen Tracks auch mit am Besten finde in Deutschland. Vielleicht ist das auch einfach eine Rapkrankheit, dass Viele deepe Tracks machen wollen, aber dabei immer noch "Der harte Mann" bleiben müssen. Ich komme aus anderen musikalischen Gefilden, wo es halt nicht unbedingt schlimm ist zu sagen: "Okay, ich habe verkackt und nervlich am Ende und weiss, dass es nicht besser werden wird", sondern schlicht und einfach ehrlich. An Songs wie "Kippenpause" sieht man doch, dass ein Song ohne Hookline, ohne spannenden Beat dennoch so Etwas wie ein "respektabler Untergrund Hit" sein kann. Die Menschen wollen nicht tanzen, Menschen wollen sich indentifizieren, sich wiederfinden. Letztens habe ich bei einem Konzert "Druck" gespielt und in der ersten Reihe waren wirklich harte Jungs, die mitgesungen haben, die eine Träne verdrückt haben. Ebenso halt bei "Kippenpause". Jeder hatte in seinem Leben solche Situationen, wo er einfach komplett vor dem Nichts stand, wo Nichts mehr ging, wo Alles, was noch gezählt hat, Erkenntnis war. Erkenntnis, die halt wehtut.

 

 

BBBB: Du hast einmal in einem Interview erwähnt, dass du dieses "Mixtape-Business" mittlerweile scheiße findest, da es die Musik ruiniert und "echte" Alben immer rarer werden. Welches letzte Deutschrap Album war in deinen Augen ein "echtes" Album?

 

Casper: Prinz Pi - "Donnerwetter". Mit dieser Platte hat er sich ein eigenes Universum geschaffen. Thematisch war Nichts auch nur annähernd Rap dabei, er und Biztram sind miteinander verschmolzen, es war ein einziges Fest diese Platte zu hören. In einer perfekten Welt wäre Pi mehrfach-Platin gegangen. Unglaubliches Album. Die Liebe zum Detail zeigt, wer sich WIRKLICH kümmert und wer nur mitschwimmt. Außerdem war das sido Album der Hammer. Bei "Ein Teil von Mir" hab ich Gänsehaut bekommen. Ebenso bei dem Testament Song, sehr sehr gut.

 

BBBB: Ok, zum Schluß noch ein kleines Brainstorming:

 

Alltime-Favorite-Platte : Gibts 3! a)American Nightmare - Background Music

                                               b)Modern Life Is War - My Love My Way

                                               c)Gravediggaz - 6 Feet deep

 

Lieblingsfilm : Das Glücksprinzip

 

Familie : Wichtig, egal wie oder was.

 

Blogs : Hab nun auch einen, geil!!!!

 

Deutschrap : Mediendiktiert

 

BBBB: Vielen Dank für das Interview, du hast das letzte Wort !

 

Casper: Ich danke meinen Fans - ich weiß auch, dass das sehr abgedroschen klingt, aber alleine was sie mit meiner Page und meinem Forum www.killcasper.de auf die Beine gestellt haben, ist der schiere Wahnsinn. Unglaublich. Außerdem möchte ich Alle dazu ermutigen, das durchzuziehen, was sie lieben. Seid, wer ihr sein wollt und tut was ihr tun wollt, denn wirkliche Grenzen gibt es nicht. Man muss kein Held sein, man sollte nicht mal ein Held sein wollen, sondern am Ende des Tages sich selbst wieder erkennen. Das ist ein guter Tag. ICH bedanke MICH bei dir für das Interview. Ich hoffe, ich hab ein paar gute Sachen gesagt... bless, cas***


 

   
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