Jeder kennt das: Man fängt etwas an und kann nicht mehr damit aufhören. Die Vernunft sagt einem: Lass es bleiben, das ist jetzt genug. Aber Die Lust und das Gefühl bleiben dabei das jenige zu tun.
Gerade bei Feiertagen wie diesen ist es oft das Essen. Begonnen mit einem ausgedehnten Frühstück, einem satten Mittagessen, viel Ostereier und Schokolade zwischendurch. Nachmittags dann der sahnige Kuchen mit einem Käffchen und abends noch das prunkvolle Abendessen. Ups, nein. ich wollte gar nicht über das Essen schreiben. Dieses Jahr bin ich eher neidisch auf jene, die das genießen konnten. Ich für meinen Teil wurde nicht bekocht :/
Aber nun zurück zum Thema des nicht-los-lassen-könnens. Ich hatte über die Feiertage Besuch von meiner reizenden kleinen Schwester mit jungen 11 Jahren. Am letzten Tag bei regnerischem Wetter habe ich ihr erlaubt an einem PC Sims zu spielen. Meiner einer hatte es nur zur Probe installiert, um es an Schwesters PC bei meinem nächsten Besuch bei meinen Eltern zu installieren. So hatte ich das noch drauf.
Es ist interessant zu zuschauen, wie sie so spielt. Ab und an kommen Glücksrufe oder auch Schreie des Ärgernisses heraus. Sobald ich oder mein Bruder, der auch zu Besuch war, ihr Verbesserungsvorschläge gemacht haben oder ihr nekischerweise gesagt haben sie solle doch aufhören, bekam sie die Krise. Schrie uns schon fast an, dass wir sie doch in Ruhe lassen sollten und sie wollte jetzt weiter spielen. Alleine. Die Zeit verging und irgendwann sagten wir nur noch 15min und dann wird nicht mehr gespielt. Ja, ein wenig Erziehungslehre kenne ich und da heißt es unter anderem: Kinder nicht vor vollendete Tatsachen stellen, sondern sie darauf vorbereiten und einen zeitrahmen angeben. Kaum waren die 15min rum schon fing sie an: Nur noch kurz das und das. Da ich das selbst von anderen Dingen kenne, lies ich das durch. Nach 2min war das Spiel dann beendet. Lief doch recht gut.

Nur die Frage ist: Was passiert ab dem Zeitpunkt, an dem das Spiel auf ihrem Rechner installiert ist? Kann sie sich selbst kontrollieren und sich einen Zeitrahmen setzen? Werden meine Eltern durchgreifen und das Sims spielen überwachen? Gerade bei diesem Spiel ist sowas von höchster Prioität. Vor zwei Jahren hatte ich die erste Version auf meinem Rechner. Ich weiß, wie das ist damit nicht aufhören zu können und bis spät in die Nacht zu spielen. Ähnlich geht es vielen so.
Aus meiner heutigen Sicht kann ich schon behaupten, dass meine Schwester es nicht alleine packen wird, zu sagen: 1-2 Stunden und nicht länger pro Tag. Sie behauptet es weiterhin felsenfest.
Meine Gedanken gehen nun um die Fragen: Was hat dieses Spiel, dass man so in den Bann gezogen wird? Wieso wird man aggressiv sobald nur die Frage kommt, ob man aufhören könne. Das gleicht schon einem Einbruch in das Briefgeheimnis oder dergleichen. Ab wann kann man von Sucht sprechen?
Egal in welchem Alter. Schließlich ist es nichts besonderes. Man lebt eine Familie. Baut sich parallel zur realen Welt ein Szenario in der virtuellen Umgebung auf. Durch viele Zusatzpackete oder gar Online spielen wird das ganze noch versüßt und bekommt immer wieder einen neuen Anstrich. Es altert nicht. Man bekommt nie genug. Es wird nicht langweilig in dem Sinne.

Selbst Leute die gerne Baller- und/oder Rollenspiele zocken, finden gefallen daran. Appropo: Ich weiß, bei solch anderen Spielen sind solche Reaktionen nicht gerade anders. Dennoch macht mir speziell dieses Kopfzerbrechen. Wahrscheinlich weil es um meine Schwester geht und ich denke, dass das eventuell negative Einflüsse auf ihre Zukunft bzw. ihr momentanes Leben haben kann!?