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Der Umstieg – ein Selbstversuch

October 3, 2008 - 17:45

Lange hat man einen Gedanken im Hinterkopf. So etwas wie: „Boah – eigentlich nervt mich das hier wahnsinnig...“ oder „Warum soll ich dafür 200 Euro extra investieren?“ Aber den Wechsel wirklich angehen? Am langen Ende ist man doch bequem und denkt sich: Ach, nächsten Monat geh ich das mal an! Bis dann der Tag kommt an dem man sich entscheiden muss. Ein lautes Piepen aus dem Lautsprecher des Laptops (der bis dato als Desktopersatz diente) sagt dem geneigten Nutzer: Oha – der ist hin! Nachdem alle Rettungsversuche vergeblich waren und eine Reparatur definitiv zu teuer wäre, muss was neues her. Also ein neuer Rechner und weil's so viel Spaß macht auch gleich ein neues Betriebssystem.


Was steht denn zur Auswahl? Günstig muss es sein! Also wird (in den Mittagspausen der nächsten Tage) nach einem Rechner geschaut und ein neues Betriebssystem gesucht. Günstige Rechner gibt’s wie Sand am Meer. Das Problem nur: die großen bzw. größeren Hersteller liefern alle ein vorinstalliertes Windowssystem. Allerdings findet man – Google sei Dank – relativ schnell ne Menge kleinere Hersteller die Rechner ohne vorinstalliertes System liefern. Das wäre also erledigt. Bleibt nur die Frage nach einem passenden Betriebssystem.


Windows XP oder Vista fallen raus. Zu teuer und zu unsicher. Der große Vorteil von Windows: Es ist das wohl benutzerfreundlichste System. Allerdings hat sich in den letzten Jahren viel im Linux-Bereich getan. Bei Benutzerfreundlichkeit liegen Ubuntu- und SuSe-Distributionen ganz weit vorn. Befragt man Amazon bekommt man eine Menge Handbücher mit DVDs zum kleinen Preis. Völlig egal ob SuSe oder Ubuntu. Beim Umstieg hilft so ein Handbuch allemal! Allerdings sollte man sich, bevor man sich ein Handbuch zulegt, in den einschlägigen Foren (Google-Suchwort: Linux Foren) schlau machen welches Handbuch Sinn macht. Ein Profi-Handbuch macht relativ wenig Sinn. Meine persönliche Empfehlung sind zwei Handbücher. Eins zur Distribution die man ausgewählt hat, sowie ein Distributionsunabhängiges Handbuch. Letzteres bietet einen „großzügigeren“ Einblick in die Linux-Welt.


Hier noch eine Anmerkung zum Rechner:

Solltet ihr in die Linux-Welt einsteigen wollen, besorgt euch euren Rechner bei einem Linuxspezialisten. In der Regel dauert es nämlich ein paar Monate ehe Treiber für neue Hardware entwickelt wurden. Wenn ihr neue Hardware in einen bestehenden Rechner verbaut, macht euch vorher schlau ob die Hardware die ihr einbauen wollt von Linux unterstützt wird. Sollte dies nicht der Fall sein, wartet ein paar Monate. Das ist gut für euren Geldbeutel und für eure Nerven.


Die Installation ist ähnlich leicht wie die eines Windowssystems. Mir persönlich kam sie noch etwas einfacher vor. Wichtig sind Fragen nach Partitionierung. Man sollte sich zuvor Gedanken machen ob man vielleicht nicht doch nochmal Windows benötigt. Eine kleine Anmerkung: Wer Linux nur antesten möchte, kann sich Linux entweder als sog. Live-System ansehen oder unter Windows installieren. Eine De-Installation ist dann problemlos via Windows möglich.


Die ersten Schritte können einen durchaus verwirren. Hält man sich jedoch an ein Handbuch, kann dem Laien eigentlich nichts bzw. nicht viel passieren. Vor jeder Systemänderung wird man gewarnt und dazu aufgefordert sein Passwort einzugeben. Das macht den unbedarften User definitiv wachsamer und schützt vor Fehlern. Ein Tipp am Rande: Man sollte nicht direkt versuchen WLAN zu konfigurieren. Insbesondere von WLAN-USB-Sticks sollte man die Finger lassen. Der Laie wird diese Sticks nicht konfigurieren können. Es wäre schön wenn die Linux-Gemeinde hier eine Lösung finden würde, allerdings steht das wohl (zu Recht) auf vielen Prioritätenlisten ganz unten. Eingebaute WLAN-Karten tun es nämlich ganz wunderbar. Die „normale“ Netzwerkkonfiguration ist simpel und funktioniert, in der Regel, sofort. Notiert euch aber die Adresse des DNS-Servers eures Providers. Sobald das Netzwerk konfiguriert wurde, wird Linux erstmal sämtliche notwendigen Erweiterungen runterladen. Das kann dann eine Weile dauern. Lest also euer Handbuch und trinkt einen Kaffee.


Noch eine Anmerkung zu Hardware die via USB-Kabel angeschlossen wird. Linux unterstützt so gut wie jede Hardware die via USB angeschlossen werden kann. Egal ob Drucker, Kameras, externe Festplatten, Brenner oder oder oder.


Sobald die Installation abgeschlossen und das Netzwerk konfiguriert wurde, kann der Spaß auch schon losgehen. Erstmal umschauen und ausprobieren! Man merkt relativ schnell das sich eigentlich nicht viel ändert. Die Änderungen beschränken sich auf Bezeichnungen und Begrifflichkeiten. Mit ein wenig Mut hat man sich schnell eingearbeitet und kommt gut mit dem neuen Betriebssystem zurecht. Man lernt wie und wo man Änderungen vornimmt und wie Linux aufgebaut ist. Da ist Windows innerhalb weniger Tage (beinahe) vergessen.


Fazit: Mit ein wenig Vorbereitung und etwas „Arsch in der Hose“ gelingt der Umstieg auf Linux selbst einem IT-Volldeppen wie mir. Wer seinen Rechner „nur“ für sein Studium oder Hobbies wie Bildbearbeitung nutzt, sollte sich Linux zumindest einmal ernsthaft ansehen. Durch die Live-Versionen und die sog. WUBI-Installation unter Windows wird es dem Nutzer wirklich leicht gemacht.

  


Tris | October 6, 2008 - 17:14

Kommentar ohne Titel
"Es ist das wohl benutzerfreundlichste System." Nix. Das ist und bleibt der Mac. Rein objektiv gesprochen mal. Den Mac könnte ich meiner Oma hinstellen und sie würde damit umgehen können. So sie denn noch leben würde.

chriskm | October 6, 2008 - 22:14

och menno
was ich sagen wollte ist: otto-normal-nutzer kennt windows und kann mit jeder version (abgesehen von 3.11) umgehen. du alte klugschwätzerin. ausserdem rockt der pinguin!



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