"Aber Nazi ist er schon?" - "Ja, klar!"
Free Burma!
Eine Drag Queen und die "Kameraden"
Olivia Jones auf der Wahlkampferöffnung der NPD in Niedersachsen. Schön wie hilflos die kleinen braunen Männlein alle sind.
A new day, a new pig.
Wieder einmal treiben deutsche Politiker, allen voran Kurt Beck (Vorsitzender der SPD und Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz), eine Sau durchs Dorf. Nicht sonderlich überraschend das diese Sau, nach den Vorfällen in Müggeln, den Namen „NPD-Verbot“ trägt.
Laut einer emnid-Umfrage scheint es kein schlechter Schachzug zu sein, dieses Thema zu besetzen. Laut emnid sind derzeit zwei Drittel der Bundesbürger für ein NPD-Verbot. Dabei empfinden lediglich 19% der Befragten Rassismus als ein Problem der neuen Länder.
Ein anderes Bild zeichnen dagegen die Online-Umfragen bei n-tv. Fragt man dort nach einem NPD-Verbot ist Deutschland geteilter Meinung. 52% sind für ein Verbot. Auf die Frage ob ein NPD-Verbot rechtsradikale Gewalt eindämmen kann, antworten jedoch 72% mit „Nein“. Desweiteren wird Rassismus nicht unbedingt als Problem der neuen Bundesländer empfunden. Auf die Frage ob Rassismus ein Ostdeutsches Problem sei, antworten 48% der Umfrageteilnehmer mit „Ja“.
Man sollte sich allerdings nicht von Umfragen blenden lassen, sondern die Fakten möglichst nüchtern betrachten. Man muss Vor- und Nachteile beleuchten und realistisch bewerten.
Wo liegen die Vorteile eines NPD-Verbots?
Der größte Vorteil dürfte wohl darin liegen dass der NPD staatliche Mittel entzogen werden. Zudem entzieht man ihr die öffentliche Plattform in Landtägen und in den Kommunen. Auch aus dem Internet würde die Präsenz der NPD verschwinden.
Auf den ersten Blick erscheint ein NPD-Verbot also durchaus lohnenswert. Jedoch sollte man auch einen Blick auf die Nachteile eines solchen Verbots werfen.
Wo liegen also die Nachteile eines NPD-Verbots?
Der größte Nachteil dürfte in der erschwerten Beobachtung der rechten Szene nach einem Verbot liegen. Ein Treffen der Parteispitze bzw. lokaler Funktionäre wäre nicht mehr öffentlich, sondern konspirativ. Die Hierarchie innerhalb der Szene würde flacher werden, wodurch einzelne mehr Einfluss auf lokale Zusammenschlüsse hätten. Fakt ist das die NPD der größte Zusammenschluss von Neonazis ist. Schon nach dem FAP-Verbot sind etliche Kader einfach zu einer anderen Partei abgewandert. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass viele ehemalige NPD-Mitglieder und -Kader einfach zur DVU abwandern und dort weiter Politik machen, bzw. die verbotenen NPD-Strukturen in die DVU (oder eine andere Partei) mitnehmen.
Die Hauptfrage ist und bleibt jedoch ob ein NPD-Verbot auch die in den letzten Jahren gewachsenen Strukturen zerschlägt. Man muss sich die Frage stellen ob ein NPD-Kader einen Jugendclub, den er eröffnet hat, schließt weil seine Partei offiziell nicht mehr existiert. Oder wird er weiter sein Geld für seine Ideale opfern? Tritt ein Neonazi aus einer Elterninitiative aus weil die Partei der er angehört nicht mehr existiert? Wird der Geschäftsmann der nebenbei NPD-Abgeordneter ist aufhören der „nette Nazi von nebenan“ zu sein?
Diejenigen die ein NPD-Verbot fordern, werden diese Fragen samt und sonders mit einem kräftigen „Ja, natürlich!“ beantworten. Realistisch ist diese Haltung jedoch nicht.
Ein NPD-Verbot würde die Parteistrukturen kurzfristig stören. Die bundesweiten Kontakte würden jedoch bestehen bleiben. Etliche NPD-Kader würden in andere Parteien abwandern, oder in ihre alten Strukturen zurückkehren. Die NPD würde aus der Öffentlichkeit verschwinden. An ihre Stelle würden jedoch eine stärkere DVU (oder eine andere Partei), sowie mehr und stärkere Freie Kameradschaften treten. Die Neonazi-Szene würde zu einem schwer überschaubaren Gewusel aus Kontakten und losen Zusammenschlüssen mutieren. Die staatlichen Mittel würden fehlen, die privaten Geldgeber und Gönner würden der Partei, bzw. der Szene, jedoch erhalten bleiben.
Was würde ein NPD-Verbot also tatsächlich an Nutzen bringen, und vor allem wem?
Interessante Sache dieses Drittel
Falls es einige von euch nicht mitbekommen haben sollten, am Wochenende war Kommunalwahl. Bevor jetzt jemand denkt dass er was verpasst hat, der soll beruhigt sein solang er nicht in Sachsen-Anhalt wohnt. Dort hat ein sattes Drittel der Wahlberechtigten gewählt. Demokratie ist scheinbar nicht mehr so wichtig in good old Germany. Aber lest selbst.
Wieder einmal möchte ich die Gunst der Stunde nutzen, um euch mal ein paar Kandidaten einer gewissen Partei, über die ich hier schon ein paar mal berichtete, zu präsentieren. Das ganze gibt’s auch noch in Videoform. Dann muss niemand so lang lesen.
Die Berichte sind größtenteils aus dem vergangenen Jahr. Neuere Berichte wird es wohl erst nach den nächsten Landtagswahlen im Jahr 2008 bzw. 2009 geben.
Frontal 21 über die Dresdner Schule
NPD in Schwerin: Beitrag des ZDF heute-journal
ZDF Kontraste: Biedermann und Brandstifter – NPD
ARD (Report München) über die Finanzierung der NPD
rbb – Berlin Landtagswahl: Vorstellung von Udo Voigt
“Was erlauben Strunz?“ mit Udo Voigt
- besonders sehenswert ist das gesamte Gespräch -
Ich hoffe ihr bildet euch selbst eine Meinung über die Biedermänner und Brandstifter. Und bitte nutzt den Luxus einer Demokratie und geht wählen. Danke!
Der Erfolg?
Im vergangenen September schienen sich wieder Dramen in der Bundesrepublik abgespielt zu haben. Die NPD wurde in Mecklenburg-Vorpommern in den Landtag gewählt. In den nächsten Jahren wird eine sechsköpfige NPD-Fraktion im Schweriner Schloss sitzen. Nach Sachsen, ist der NPD der zweite Einzug in einen Landtag gelungen.
Wie konnte das passieren? Woher kommt die NPD auf einmal? Was ist ihr Erfolgsgeheimnis? Was kann man gegen den Erfolg der NPD tun?
Um diese Fragen zu beantworten, muss man 10 bis 15 Jahre zurückgehen. Kurz nach der Wiedervereinigung kam es nicht zu blühenden Landschaften, sondern zu einem aufblühen des Rechtsextremismus vor allem in der ehemaligen DDR, jedoch auch in Westdeutschland. Die wichtigsten Organisationen des Rechtsextremismus in den 1990er Jahren waren die Wiking Jugend und die FAP. Beide Organisationen wurden 1994 bzw. 1995 verboten. Grundsätzlich war diese Entscheidung vollkommen richtig.
Die Verbote von Wiking Jugend und FAP führten jedoch zu weitreichenden Problemen. So führte das Verbot der beiden Organisationen dazu, dass die Organisationskader und -mitglieder nur noch schwer durch den Verfassungsschutz zu überwachen waren. In den folgenden Jahren suchten sich die Ex-FAP und WJ Mitglieder neue Organisationen und Tätigkeitsfelder. Sie fanden sie in der NPD und in Freien Kameradschaften.
Freie Kameradschaften zeichnen sich dadurch aus das sie sich enorm konspirativ verhalten und über ein weit verzweigtes und kaum nachzuvollziehendes Netzwerk verbunden sind. In den Kameradschaften sind zumeist militante Neonazis und rechtsextreme Skinheads organisiert. Ihre Anführer organisieren nicht nur Kameradschaftsabende, sondern auch Demonstrationen und Volksfeste und stehen der NPD zudem auch als Ordner zur Verfügung.
Oft werden die Freien Kameradschaften auch als militanter Arm der NPD bezeichnet. Wobei dies nicht vollständig richtig ist. Innerhalb der Freien Kameradschaften herrschte ein erheblicher Streit darüber ob die NPD geeignet ist die politischen Ziele der Kameradschaften durchzusetzen. Dieser Streit ruht jedoch weitestgehend seitdem mehrere militante und bekannte Neo-Nazis (Ralph Tegethoff [aus Bad Honnef], Thomas Steiner und Thorsten Heise) in die NPD eingetreten sind. In der jüngsten Vergangenheit nutzen jedoch die NPD Gegner innerhalb der Kameradschaftsszene jede Möglichkeit der NPD zu schaden. Der formelle „Waffenstillstand“ scheint also aufgehoben zu sein.
Um die NPD besser zu verstehen muss man sich, zumindest kurz, mit ihrer Geschichte auseinandersetzen. Die NPD wurde am 29. November 1964 in Niedersachsen gegründet. Die Gründungsmitglieder waren vornehmlich nationalkonservative Bürger und einfache Arbeiter. Bis 1969 gelang es der NPD in sieben Landtage einzuziehen. Weiterhin gelang es der NPD prominente Mitglieder (unter anderem: einen Mitentwickler der V2-Rakete sowie einen Ruder-Olympiasieger) zum Parteieintritt zu bewegen. Jedoch scheiterte die NPD bei den Bundestagswahlen 1969. Dies lag allerdings weniger an der Zustimmung zur NPD, als an selbst verschuldeten Skandalen (Nazi-Vergangenheit hochrangiger Parteimitglieder, diverse Zwischenfälle bei Demonstrationen). In den folgenden Jahren begann ein langes Siechtum der Partei, welches vor allem von Richtungskämpfen geprägt war.
Die Wiedervereinigung erwies sich für die NPD erst auf den zweiten Blick als Glücksfall. Der Wegfall der Oder-Neiße-Problematik führte dazu das viele NPD Mitglieder und Sympathisanten der Partei den Rücken kehrten. Auch mit Ausländerfeindlichen Themen konnte die NPD im Osten der Republik noch nicht punkten. Bei Wahlen in den 1990er Jahren gewannen vor allem DVU und Republikaner Wählerstimmen. Die NPD war durch Geschichtsrevisionismus und einer Reihe weiterer negativer Schlagzeilen nicht mehr als eine Randerscheinung. Noch 1992 beschloss der NPD-Vorstand, dass eine Kooperation mit Gruppen, von denen Gewalt ausgeht oder die totalitäre Systeme kopieren verboten sei.
Das Aufleben der NPD begann beinahe gleichzeitig mit dem Verbot von FAP und WJ. Viele Mitglieder der verbotenen Organisationen beschlossen dass es ein Unterschlüpfen bei einer zugelassenen Partei einen gewissen Schutz bietet. Zusammen mit den rechtsextremen Parteikadern aus FAP und anderen verbotenen Parteien, strömten etliche junge Leute in die NPD. Allein 1997 gewann die NPD 1700 Mitglieder. Heute hat die NPD im gesamten Bundesgebiet mehr als 7000 Mitglieder, der Altersdurchschnitt liegt unter 40 Jahren. Dies ist einer der niedrigsten aller zugelassenen Parteien.
Im Jahr 1996 beschloss die NPD das Drei-Säulen-Konzept. Dieses umfasst den „Kampf um die Straße“, den „Kampf um die Parlamente“ und den „Kampf um die Köpfe“. Dies bedeutet dass die NPD mit Demonstrationen auf der Straße, mit konstruktiver Arbeit in den Parlamenten und direkter Überzeugungsarbeit bei den Wählern und vor allem bei Jugendlichen überzeugen will.
Wie kommt es nun das die NPD es schafft mit diesem Konzept erfolgreich zu sein? Die Antwort auf diese Frage ist relativ einfach. Die NPD nimmt sich derer an die scheinbar verlassen wurden. Das bedeutet dass NPD-Mitglieder (teilweise in Zusammenarbeit mit Kameradschaften) Jugendtreffs wiedereröffnen oder aufbauen, Nachhilfeunterricht anbieten, Straßenfeste veranstalten auf denen Essen und Getränke kostenlos zu erhalten sind. Weiterhin stellen sich NPD-Mitglieder auch vor die Arbeitsagenturen und bieten Hilfe beim ausfüllen der Anträge an.
Man darf auch nicht vergessen, dass die NPD sich verschiedene Aktionen bei den etablierten Parteien abgeschaut hat. Welcher Sympathisant der Grünen findet es nicht super wenn der örtliche Bachlauf endlich mal vom Müll befreit wird? Es wird wohl auch kaum ein Elternpaar geben, das sich nicht freut wenn der Spielplatz in der Straße gesäubert wird, oder die Kameraden Hand anlegen und die Spielgeräte in Eigenleistung wieder herrichten.
Es existieren auch etliche Berichte darüber dass sich NPD-Mitglieder oder führende Neo-Nazis in Elternbeiräten und Bürgerinitiativen engagieren. Kurzum: Die NPD versucht sich und ihre Mitglieder als nette Nazis von nebenan zu präsentiert. Es ist wenig überraschend dass die NPD damit erfolgreich ist. Schließlich richten sich viele Wähler nicht nur nach Parteiprogrammen, sondern auch nach der Person die antritt. Und wenn ihnen diese Person in irgendeiner Art und Weise geholfen hat, ist es nur logisch das man ihr seine Stimme gibt.
Die NPD stellt sich Dank ihres Konzepts somit nicht nur als Protestpartei auf, sondern etabliert sich mittlerweile mehr und mehr in der Gesellschaft. Allerdings ist es auch so dass sich die NPD in ihren Wahlkämpfen direkt mit den Problemen der Bevölkerung auseinandersetzt. In Mecklenburg-Vorpommern versprach die NPD bspw sich um den Erhalt von Dorfschulen zu kümmern.
Es ist immer wieder interessant zu beobachten wie sich die Medien mit der NPD auseinadersetzen. Inhaltlich setzen sich die Massenmedien kaum mit der NPD auseinander. Erst als die NPD im Vorfeld ihres Parteitages das Wort „Reichshauptstadt“ benutzte, wurde dieser Parteitag für die Medien interessant. Aber statt sich inhaltlich mit der NPD zu befassen, und die hinter dem Wort „Reichshauptstadt“ liegende NS-Ideologie deutlich zu entlarven, wurde lieber vom Saalschutz und vom Umgang der NPD mit Journalistenkollegen berichtet. Die NPD bekam also nur mit dem Wort „Reichshauptstadt“ eine Woche kostenlose Werbung zur besten Sendezeit.
Interessant ist auch auf welche Art und Weise sich die NPD ihre finanziellen Mittel erschafft. Neben Beiträgen, hohen Spenden und der staatlichen Parteienfinanzierung (im Jahr 2005 ca. 1,25 Mio. €) spielen auch Immobiliengeschäfte eine Rolle. Ein aktuelles Beispiel ist das Stadthotel in Delmenhorst. Eine Investorengruppe um den rechtsextremen Anwalt Jürgen Rieger (ehemaliges Mitglied von FAP und WJ) will dieses Hotel für 3,5 Mio. € kaufen um es in ein Schulungs- und Veranstaltungszentrum umzuwandeln. Die Stadt Delmenhorst und eine Bürgerinitiative stellen zur Zeit 2,5 Mio. € zur Verfügung um das Hotel für die Stadt zu kaufen. Erwähnenswert ist das das Hotel, laut unabhängigem Gutachten, einen Wert von 1,3 Mio. € hat.
Was die NPD und prominente Rechtsextreme hier machen folgt einem einfachen Muster. Sie bieten öffentlich für ein baufälliges oder schwer verkäufliches Objekt einen überhöhten Preis. Natürlich sind Stadt und Bürger entsetzt, wer hat schon gern eine Nazi-Schule in der Nachbarschaft. Häufig bilden sich Bürgerinitiativen die diese Objekte zusammen mit der Stadt für zum überhöhten Preis kaufen. Danach teilen NPD und Verkäufer sich den über den eigentlichen Wert hinausgehenden Betrag zu gleichen Teilen. Im oben erwähnten Beispiel würden also je 600.000 € an den Verkäufer und die NPD gehen.
Ein weiterer Punkt der der NPD in die Hände spielt ist das Wahlbündnis mit der DVU, sowie der Fakt das die Republikaner nicht mehr handlungsfähig sind. Das Wahlbündnis führt dazu dass sowohl NPD, als auch DVU nicht mehr gegeneinander antreten, sondern nur in den Bundesländern in denen sie sich Chancen ausrechnen. Erwähnenswert ist das die DVU im Grunde keine echte Partei ist, sondern viel mehr eine Marketingmaschine für ihren Vorsitzenden Gerhard Frey und seinen Verlag. Derzeit stellen NPD und DVU zusammen knapp 30 Landtagsabgeordnete (Stand September 2006).
Die großen (und kleinen) rechtsextremen Parteien sind zudem in etlichen Kommunalparlamenten vertreten. Allein im Großraum Aachen sitzen ca. 20 Mitglieder solcher Parteien in den Kommunalparlamenten. Somit ist es absolut überheblich zu behaupten das es sich beim Erfolg der NPD/DVU nur um überregionale Phänomene handelt.
Erschreckend ist jedoch die Reaktion der Volksparteien. Man zeigt sich schockiert. Es wird versucht den Schaden einzugrenzen. Das Phänomen wird als vergänglich bezeichnet. Es wird ein Scheitern der NPD in der parlamentarischen Arbeit angekündigt. Wie vergänglich das Phänomen ist, haben die Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern eindeutig bewiesen.
Es ist allerdings überaus bezeichnend das sich zur aktuellen Stunde im Bundestag am 20.09.2006 nur ca. ein Drittel der Parlamentarier einfanden. Die NPD wurde dabei verharmlost und es wurde von Gelassenheit gesprochen. Wobei die Bundesregierung hier mit bestem Beispiel vorangeht. Derzeit gibt der Bund 19 Mio € für Projekte gegen Rechtsextremismus aus. Der CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla bezweifelt zudem die Wirksamkeit dieser Projekte, daher stört es ihn auch nicht sonderlich dass das Familienministerium Projekte gegen rechts Ende 2006 auslaufen lassen will.
Nach langen und heftigen Debatten und Protesten wurden die Mittel für Projekte gegen Rechtsextremismus auf 24 Mio € erhöht. Mitte Januar 2007 rühmte sich die Große Koalition um Kanzlerin Merkel damit dass die oben erwähnten Mittel aufgestockt wurden.
Gerade diese Projekte sind, zusammen mit Jugendarbeit, jedoch eine der wichtigsten Stützen im Kampf gegen Rechtsextremismus. Es ist absolut essentiell das sich die Kommunen, Schulen, Parteien, Vereine, Jugendprojekte und Bürgerinitiativen aktiv und in ähnlicher Weise wie die NPD engagieren um wirklich etwas gegen Rechtsextremismus tun zu können.
Häufig wird ein Verbot der NPD gefordert. Dies ist allerdings überaus zwiespältig. Zum einen ist der Erfolg eines Verbotsverfahrens nicht sicher. Zum anderen würde ein Verbot der NPD zu einer weiteren Zersplitterung der rechtsextremen Szene führen. Weiterhin ist anzunehmen dass sich die NPD-Kader einer anderen Organisation anschließen würden. Zu guter letzt wäre es nach einem NPD-Verbot noch schwieriger die Szene zu beobachten und weitere Erkenntnisse über die Pläne und Projekte der rechten Szene zu erhalten.
Noch sind NPD und DVU nur in drei Landtagen vertreten, wird jedoch nichts oder noch weniger unternommen, so wird es nicht viel mehr als 10 Jahre dauern bis eine der beiden Parteien – oder beide als Bündnis – in den Bundestag einziehen. Vielleicht sind die Parteien bis dahin jedoch auch schon so weit verankert das es zu einer Regierungsbeteiligung kommen kann.
Die letzte zu beantwortende Frage ist wohl wie man mit der NPD umgehen sollte. Als erstes darf man die NPD keinesfalls unterschätzen. Die Mitglieder und Wähler der NPD sind keinesfalls automatisch dumm. Die NPD-Kader sind diszipliniert, haben ein geschlossenes Weltbild und eine klare Strategie. Die Abgeordneten sind clever in der Auswahl ihrer Themen und, in der Regel, fleißiger als ein Durchschnittsdemokrat. Ignorieren ist eine gänzlich falsche Strategie. Mittlerweile hat sich die NPD in etlichen Kommunen einen Wählerstamm von 20 Prozent (und mehr) aufgebaut. Allerdings setzen sich die Parteien und Medien nicht ernsthaft mit dem Programm der NPD auseinander.
Es gibt jedoch auch keinen Grund die NPD zu überschätzen. Den meisten Kadern (insb. in den Kommunen) fehlt es an sozialer Kompetenz und politischem Geschick. Durch ihr Weltbild und ihren Fanatismus ist es ihnen häufig kaum möglich praktische Politik zu organisieren. Kaum jemand der keine größeren politischen Interessen hat kennt die Führungsmitglieder der NPD.
Für die rechte Szene ist das Märtyrerbild enorm wichtig. Aus diesem Grund darf man ihnen nicht das Mikrofon wegziehen oder demonstrativ den Saal verlassen wenn NPD Abgeordnete sprechen. Man muss den Reden und der Propaganda der NPD energisch widersprechen. Alles andere beleuchtet die NPD nur von einer Seite. Ihrer eigenen. In der Auseinandersetzung mit der NPD muss man immer wieder einige Dinge klar machen. 1.) Die NPD lehnt das Grundgesetz ab. 2.) Sie erkennt die allgemeinen Menschenrechte nicht an. 3.) Sie will die Regierung stürzen.
Man darf nicht dazu übergehen den Rechtsstaat so umzubauen dass ein NPD Verbot sicher funktioniert oder rechtsextreme Straftaten härter bestraft werden als linksextreme. Das Grundgesetz gilt auch für Neonazis.
Es ist wichtig die NPD zu widerlegen. Wenn die NPD gegen Hartz IV und andere Missstände demonstriert muss man sich mit dem dahinter liegenden Konzept der Volksgemeinschaft auseinandersetzen. Es ist prinzipiell nicht schwierig das NPD Programm zu demontieren. Es wird jedoch unmöglich dieses Programm bloßzustellen wenn man es nicht gelesen hat.
Man muss der NPD ihre Themen wegnehmen. Die Abgeordneten der NPD stürzen sich vornehmlich auf Themen die den anderen Parteien zu unbequem sind oder schlichtweg liegen gelassen werden. Wenn die anderen demokratischen Parteien erkennen würden, welche Themen sie besetzen müssen um der NPD Agitationspotential zu nehmen wäre schon viel gewonnen.
Die Wahlerfolge der NPD haben wenig mit sozialen Problemen zu tun. Man wählt die NPD nicht weil man arbeitslos ist, sondern weil man deren Parolen glaubt. Bundesweit stimmen 48,5% der Bundesbürger der Aussage zu dass zu viele Ausländer in Deutschland leben. Wenn Edmund Stoiber die hohe Arbeitslosenzahl für das erstarken des Rechtsextremismus verantwortlich macht, und behauptet das Deutschland in einer Situation wie 1932 sei, ist das schlichtweg zu einfach. Die Lösung sozialer Probleme führt nicht zeitgleich zur Beseitigung von Fremdenfeindlichkeit.
Wenn sich an den Stammtischen und auf den Schulhöfen niemand mehr für Demokratie und Menschenrechte einsetzt, gewinnen dadurch nur die Rechtsextremen. Vielfalt und Toleranz haben dann keine Chance mehr.
Quellen:
Diverse Zeitungsartikel unter anderem aus: FAZ, SZ, taz, SPIEGEL
Verfassungsschutzbericht des Bundes Jahrgänge 2003 bis 2005
Jugend, Politik und warum meld ich mich eigentlich zu Wort?
Moin die Damen, Herren und von mir sexuell abhängige Frauenwelt. Heute wird´s mal wieder Zeit mich aufzuregen. Is ja auch lang genug her das ich mich aufgeregt hab. Da mein Hasspotential es jedoch nicht erträgt so lange unausgeschöpft zu bleiben, sag ich heute mal ein wenig zur allgemeinen weltpolitischen Lage. Mein Wort zum Wochenende sozusagen.
Kommen wir also zum ersten Teil meiner Ansprache an euch alle (Ja, ich meine ALLE!). Was ist bloß mit der Jugend los? Früher dachte ich ja das Punk-Rock und Nirvana die Kids kaputt gemacht hat. Was ja auch kein großes Wunder war, schließlich hat sich der olle Kört den Schädel mit allem zugedröhnt was zu haben war, und das nur um ihn sich anschließend wegzuballern. Oder wegballern zu lassen. Aber zurück zum eigentlichen Thema.
Kids im Alter von 12 bis 14 haben früher folgendes getan: Fußball spielen, Hausaufgaben, über Lehrer und Mitschüler lästern, den eigenen Körper entdecken und eventuell mal Händchen halten mit dem Schwarm.
Heute machen die Kids im Alter von 12 bis 14 folgendes: Playze zocken, Saufen und Kiffen, nicht zur Schule gehen, fremde Körper beiden Geschlechts entdecken und die ebenfalls minderjährige Freundin schwängern. OK, manche lassen sich auch entführen und hocken dann 10 Jahre in einem Kellerloch. Ja, ich weiß dass das böse war. Ich wasch mir auch den Mund mit Seife aus.
Was hat sich also in den letzten Zehn Jahren verändert? Kört ist tot. Das World Trade Center in New York wurde abgerissen. Punk ist fast so tot wie Kört. Campino gibt jetzt den Mackie Messer. Madonna lässt sich an ein Kreuz nageln (früher hat sie sich wenigstens nur nageln lassen). Hip Hop ist nicht mehr Oldschool und Deutscher Rap ist in den Charts.
Gibt es da einen Zusammenhang? Existieren vielleicht Dinge zwischen Himmel und Hölle welche die Menschheit vernichten wollen? Osama war ja schon schlimm, aber Raptile, Fler und Konsorten sind ein beinahe schlimmerer Schlag gegen die Menschheit. Demnächst sollen ja sogar Kinofilme kommen in dem das Leben eines Rapstars aus Deutschland cineastisch verarbeitet werden soll. Wow. Das haben noch nicht mal die Onkelz geschafft. Und die waren in den frühen 1990ern immerhin der Schrecken der bürgerlichen Kinderzimmer. Heute sind Aggro Berlin und Landser in vielen Kinderzimmern gleichsam unerwünscht.
Besteht da vielleicht tatsächlich ein Zusammenhang? Haben sich Altnazis mit der Plattenindustrie verbündet um die Verkäufe zu pushen? Spielt die Parteienlandschaft dabei eine Rolle? Spenden Altnazis und Aggro Berlin vielleicht sogar größere Geldbeträge an die sogenannten Volksparteien? Fragen über Fragen. Und wer mich jetzt hassen mag, der möge sich nicht aufhalten lassen.
Und wenn ich schon beim Thema Volksparteien bin, kann ich direkt auf das nächste ähnlich politische Thema losgehen. Ja, wehe wenn ich eine Spur aufnehme. Wie ein großer böser Hund der gerne Föten zerfleischt.
Uwe Leichsenring ist Tod. Ihr fragt euch jetzt sicher wer der Onkel Leichsenring denn war. Besagter Herr Leichsenring war der nette Fahrlehrer von nebenan. Ein echt netter Landespolitiker der sich um Alltagssorgen der Bürger oder um desolate Jugendklubs kümmerte. Er besaß unbestritten ein hohes Maß an Intelligenz und Eloquenz, was sogar seine politischen Gegner anerkennen mussten. Uwe Leichsenring starb vorgestern, da er sich selbst überschätzte und bei einem Überholmanöver in einen entgegenkommenden Lastwagen raste. Er starb noch am Unfallort.
Ihr denkt euch doch sicher jetzt: Das is aber schade. War doch mal ein netter Politiker. Der hat sich noch gekümmert!
Joa, hat er auch. Ändert sich diese Meinung vielleicht wenn ich euch erzähle das Uwe Leichsenring parlamentarischer Geschäftsführer der NPD im sächsischen Landtag war? Nebenbei bezeichnete er das Naziregime als “Wohlfühldiktatur mit 95 Prozent Zustimmung“ und wünschte sich den Abtransport von linken Gewalttaten in Sonderzügen.
Warum erzähle ich euch all das? Nun, in wenigen Wochen sind Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Wenn ihr euch jetzt fragt was daran interessant ist, erzähl ich euch ein paar kleine Geschichten über Mecklenburg-Vorpommern.
Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Ländern die man mit Fug und Recht als Strukturschwach bezeichnen kann. Wat heißt das jetzt? Das heißt dass es in diesem Bundesland kaum Industrie und eine Arbeitslosenrate von über 20 Prozent gibt. Zudem sind ganze Landstriche verwaist, da die junge Generation ihr Glück lieber im Westen sucht. Das ist alles noch nicht sonderlich erstaunlich. In Brandenburg und Sachsen-Anhalt sieht es ja ähnlich aus.
Das interessante ist dass eine nicht unbekannte Partei bei der letzten Bundestagswahl in diesem Bundesland erstaunliche 3,5 Prozent der Stimmen holen konnte. Die Partei über die wir hier reden ist die Partei des kürzlich verstorbenen Uwe Leichsenring. Also die NPD. Nun sind 3,5 Prozent ja nicht besonders viel. Wenn man allerdings bedenkt dass die NPD bei der gleichen Wahl in Sachsen 4,9 Prozent erringen konnte, bekommt die Geschichte schon ein anderes Bild.
Worauf möchte ich also hinaus? Ich möchte euch ein wenig über die Methoden der NPD erzählen und warum sie “auf einmal“ Erfolg haben.
So ganz plötzlich ist das natürlich nicht geschehen. Früher war die NPD mehr als uninteressant. Interessant wurde diese Partei erst im Jahr 1995. Damals wurde die FAP verboten. Na, riecht ihr schon den Zusammenhang? Das Verbot der FAP führte dazu dass sich etliche FAP-Kader auf die Suche nach einer neuen Heimat machten. Sie fanden diese Heimat in der NPD und in den Freien Kameradschaften. Ganz abgesehen davon haben sich einige Damen und Herren ein paar Gedanken darüber gemacht wie man die Altnazipartei für frisches Blut interessant machen könnte.
Es dauerte natürlich nicht lang bis man ein paar Ansätze fand. Für eine Verjüngung der Partei braucht man junge Leute. Und man muss etwas tun was die anderen Parteien nicht machen. Man braucht die Enttäuschten und Hoffnungslosen. Wo findet man die? Genau, zum einen in strukturschwachen Regionen und zum anderen dort wo die Kids nix zu tun haben.
Das Konzept ist im Prinzip einfach. Man sucht sich ein ländliches Gebiet ohne einen Jugendtreff und mit hoher Arbeitslosigkeit. Man mietet, oder kauft, einen alten Jugendklub, renoviert diesen und läd die Kids ein doch mal vorbeizukommen. Man spielt Gesellschaftsspiele, unterhält sich, hört Musik und ganz nebenbei versucht man die Kids auf Linie zu bringen.
Als nächstes stellt man sich vor das örtliche Arbeitsamt und bietet den Arbeitslosen Hilfe bei ihren Anträgen an. Die neuen Arbeitslosen greifen natürlich gerne auf die angebotene Hilfe zurück. Also hilft man bei den Anträgen, unterhält sich, hört sich Probleme an und macht ganz nebenbei Propaganda.
Wenn man sich dann einen gewissen Platz im öffentlichen Leben gesichert hat, richtet man ein Dorffest oder etwas Ähnliches aus. Es gibt Kartoffelsalat, Würstchen und Bier für lau. Nebenbei lässt man eine Live-Band spielen, bietet ein paar einfache Spiele für die lieben Kleinen an und unterhält sich.
Das Ergebnis ist der nette Nazi von nebenan, bei dem niemand ein Problem hat ihn zu wählen weil er ja sooo hilfsbereit und freundlich ist. Außerdem kümmert er sich ja um die Kids und schenkt ihnen sogar Musik-CDs. Ein echt lieber Märchenonkel.
Leider sind die demokratischen Parteien nicht in der Lage dagegen vorzugehen. Auch die Versuche von Bundes- und Landesregierungen sind, kurz gesagt, fürn Arsch. Das Problem wird ignoriert, oder auf die Kommunalebene abgeschoben, wo sich rethorisch ungeschulte Frührentner gegen die jungen und gut geschulten Kader der NPD durchsetzen müssen.
Und damit marschiert die NPD langsam aber sicher durch die Parlamente. Kreistag, Landtag, Bundestag. Den Rest habt ihr schon mal im Geschichtsunterricht gehört. Ach ja, vielleicht interessiert euch das grobe Programm der NPD:
Kampf um die Straße,
Kampf um die Köpfe und
Kampf um die Parlamente.
Nun ja, wenigstens wird in 20 Jahren niemand mehr sagen können: “Wir haben von nichts gewusst!“
Jetzt endlich zum letzten Thema. Warum melde ich mich eigentlich zu Wort?
Darüber hab ich in den letzten Tagen wirklich nachgedacht. Ich glaube ich melde mich nur um zu sagen was ich sonst eher selten sehe, lese oder höre. Was ich euch da oben erzählt habe, ist etwas was ich so noch nie gelesen oder gehört habe. Obwohl es schlichtweg offensichtlich ist.
Ich melde mich also schlichtweg aus dem Grund zu Wort um euch mit der Nase auf die Dinge zu stoßen die ich offensichtlich finde.
In diesem Sinne
