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Testberichte zu Google Chrome

September 3, 2008 - 12:56
Seit gestern gibt es den neuen Web-Browser Chrome aus dem Hause Google kostenlos zum Download. Das heißt, jeder der will kann die (noch nicht fehlerfreie) Version testen. Jeder der das nicht will, kann erstmal ein paar Artikel dazu lesen.

Zum Beispiel:

in der tageszeitung

bei Spiegel-Online

beim Handelsblatt

und bei N24.

Wer das alles nicht will, kann sich immer noch die neuste Firefox-Version runterladen.

  
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Aus gegebenem Anlass

June 21, 2008 - 18:46



Für einen Freund. Respekt, Freundschaft, Liebe.


Dank an Inferno79 für diesen Track.

  
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Vive le Dopage!

July 20, 2007 - 15:03

ARD und ZDF sind aus der Live-Berichterstattung der Tour de France ausgestiegen. Grund: Die positive A-Probe der Herrn Sinkewitz. Im Prinzip ist die Entscheidung der Verantwortlichen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zu begrüßen. Das SAT1 nun die Berichterstattung übernommen hat, mag zwar moralisch verwerflich sein (erst vor kurzem hat SAT1 ganze Redaktionen entlassen), geht aber in Ordnung. Cash rules.


Cash rules ist auch das Stichwort bezüglich Doping. Bisher hat beinahe jeder geständige Radfahrer angegeben das er gedopt hat, da er Angst hatte im nächsten Jahr keinen neuen Vertrag zu bekommen. Man hat Angst das Sponsoren abspringen wenn man keinen Erfolg vorweisen kann. Man fürchtet um seine Lebensgrundlage. Dann tut man was möglich ist um Erfolge vorweisen zu können. Inwiefern das verwerflich ist, möchte ich heute nicht beleuchten. Mich interessiert heute etwas völlig anderes. Heute möchte ich einfach mal ein paar Fragen stellen.


Sind Radfahrer die einzigen Profisportler die bei Misserfolg keinen neuen Vertrag erhalten?


Ich schätze diese Frage kann man getrost verneinen. Wenn ein Sportler, ob individuell oder im Team, keinen Erfolg hat, muss er um seinen nächsten Vertrag fürchten, oder zumindest damit leben im nächsten Jahr weniger Geld zu verdienen. Wenn man nun die Logik des Radsports anwendet, würde dies bedeuten dass jeder Profisportler alles tut was möglich ist um einen neuen Vertrag zu erhalten. Insbesondere dann wenn er nicht, oder kaum, erwischt werden kann.


Lohnt es sich eigentlich in jeder Sportart zu dopen?


Klare Antwort: Ja. Vielleicht in kleinen Abstufungen in Bezug auf „technische“ Sportarten. Allerdings gibt es in jeder Sportart eine perverse Sinnhaftigkeit zu dopen. Die einfachsten Beispiele sind wohl sämtliche Ausdauer- und Kraftsportarten. Den größten Teil der Kampfsportarten kann man wohl ohne weiteres dazu zählen. Aber was ist nun mit den technischen Sportarten? Nehmen wir den Lieblingssport der Deutschen. Fußball. Und weil ich immer noch den Kommentar eines ehemaligen Nationalspielers im Hinterkopf habe („Warum sollte ein Torwart dopen? Das ist doch absurd!“), möchte ich auch mit dieser speziellen Position anfangen. Warum also könnte ein Torwart dopen? Es ist wohl unstrittig das ein Torwart eine große Portion an Konzentration braucht. Wie hält man nun die Konzentration aufrecht? Wenn man die Formel „Je mehr Ausdauer, desto mehr Konzentration“ anwendet, ist EPO ein sinnvolles Mittel. Man muss ebenfalls über die Sprungkraft nachdenken. Wenn jemand höher, bzw. weiter springen will, kann er dies am einfachsten über anabole Steroide erreichen. Eine Kur Nandrolon und gezieltes Krafttraining und siehe da, unser Torwart springt 20 cm höher und 50 cm weiter. Und da soll es sich nicht lohnen zu dopen? Das Beispiel lässt sich übrigens bequem auf jede andere Sportart und auf jeden anderen Sportler übertragen.


Warum Doping im Hobbybereich?


Dies ist zumindest eine Frage die ich mir regelmäßig stelle. Das Argument der Lebensgrundlage zählt hier nicht. Das einzige Argument wäre das Ego eines „Sportlers“. Wenn jemand unbedingt ganz oben stehen will, und bereit ist alles dafür zu tun und viel Geld zu investieren, dann wird er seine Gesundheit gerne auf's Spiel setzen um nur einmal ganz oben auf einem Treppchen zu stehen oder ein paar Spielklassen höher zu spielen. Für mich ist diese Haltung unverständlich. Grade im Hobbybereich sollte die Liebe zum Sport im Vordergrund stehen. Der Erfolg ist, zumindest geht’s mir so, dabei wirklich zweitrangig.


Wie kann man Doping verhindern?


Komplett verhindern können wird man's nie. Selbst wenn man den Profisport abschafft, wird das Ego einzelner der Verbannung von Doping im Weg stehen. Ich denke jedoch das es möglich ist Doping zu minimieren. Dafür muss man allerdings bei den Kids anfangen. Es kann nicht sein, dass Jugendtrainer ihren Schützlingen die Einnahme von starken (wenn auch erlaubten) Schmerzmitteln empfehlen um jeden Tag trainieren zu können. Es kann nicht sein das Jugendtrainier ihre Sportler mit Nahrungsergänzungen versorgen um erfolgreicher zu sein. Dies mag zwar erlaubt – und stellenweise auch sinnvoll - sein, allerdings gewöhnen sich die Kids schnell daran Pillen zu schlucken. Warum sollten sie dann davor zurückschrecken wenn ein Profi-Betreuer/Arzt/Manager ihnen ein paar Pillen anbietet? Hat der Jugendtrainer ja auch gemacht. Bei den heutigen Profis wird man das wohl nicht mehr schaffen. Aber vielleicht schafft man es so Doping in 20 oder 30 Jahren auf ein Minimum zu reduzieren.


Natürlich kann man auch mit besseren und intelligenteren Kontrollen argumentieren. Man kann den Profis empfindliche Strafen aufdrücken und kann versuchen sie mit Kronzeugenreglungen zu locken. All dies könnte im Sinne der Abschreckung erfolgreich sein. Die nächsten zwei bis drei Generationen sind meiner Meinung nach allerdings verloren. Für diejenigen die Leistungsbezogen trainieren ist die Einnahme von Pillen und (legalen und illegalen) Mittelchen einfach zu normal.


Wie ich an anderer Stelle schon sagte:


Es gibt für mich keine Unschuldvermutung und keinen Generalverdacht mehr. Jeder der mit Sport seinen Lebensunterhalt verdient, der dopt.


Lest auch die Beiträge und Kommentare von Esanbee und Funky Papa zum gleichen Thema.

  
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Fler und die Promomaschine

July 4, 2007 - 10:01
Grad eben hat mich Blogsports mit einer Newsmeldung etwas aufgeschreckt. Die Meldung an sich könnt ihr bei Blogsports und bei Papafler.de nachlesen. Allem Anschein nach haben die Jungs und Mädels bei Aggro und/oder Fler persönlich nicht genau genug recherchiert. Vielleicht haben sie auch zu genau recherchiert. Sie werden es uns wohl kaum verraten.

Fakt ist das auch eine Textsammlung von Eminem "Weiße Wut" heißt. Fakt ist auch das ein Buch von Waltraud Haas ebenfalls so heißt. Fakt ist, dass das Erstlingswerk der Neonaziband "Weiße Wölfe" auch "Weiße Wut" heißt.

Man mag sich jetzt fragen was sich die Promojungs von Aggro dabei gedacht haben. Gewollter Tabubruch? Unwissenheit? Zusätzliche Aufmerksamkeit ist ihnen jetzt jedenfalls Gewiss. Man mag mir jetzt vorwerfen können dass ich mich verhalte wie ein Gutmensch. Oder ein Sandalen tragender Öko. Allerdings frage ich mich warum wieder ein Tabubruch von Nöten ist um die Aufmerksamkeit auf Fler zu lenken. Vertraut man bei Aggro etwa nicht den künstlerischen Fähigkeiten eines Fler? Denkt man dass das Album nicht gut genug ist und versucht so neue Käufer in zweifelhaften Kreisen zu gewinnen.

Fakt ist nämlich leider auch dass der Verkauf von rechtsextremen CDs ein höchst ergiebiges Geschäft ist. Vermutlich weiß man das auch bei Aggro. Und so ein bisschen Kohle extra ist doch nicht verkehrt? Bekanntlich kommt ja erst das Fressen und dann die Moral. Da geht ein weiterer Tabubruch doch in Ordnung!

Sexismus, Rassismus, Gewalt. Alles scheint kein Problem zu sein so lange es Aufmerksamkeit bringt. Warum auch nicht? Mit Sido hat Aggro einen Künstler der auf Goldstatus programmiert ist. Mit B-Tight den Künstler der die Klischees vom "Ghetto-Neger" erfüllt. Und mit Fler positioniert man den "deutschen" Gegenentwurf. Hauptsache die Platten verkaufen sich.

Das ganze wäre eigentlich ziemlich clever, wenn es nicht so traurig wäre. Der Vergleich mag zwar hinken, aber Liedtexte der Böhsen Onkelz aus den frühen 1980er Jahren spielen in einer ähnlichen Liga wie die von Fler. Der Unterschied liegt darin dass die Platten der Onkelz früher verboten wurden und sich MTViva und der Rundfunk bis heute weigern Lieder der Onkelz zu spielen. Bei Fler ist man toleranter.

Es lebe die Doppelmoral!

  
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Offener Brief

June 12, 2007 - 22:13

Liebe Hardcore-Rapper,

liebe Hardcore-Rap-Fans!


Ich hab mich dazu entschlossen meine Meinung heute mal in Briefform an ein großes Publikum zu richten. Ich bin sehr auf die Reaktionen gespannt.


Natürlich hab auch ich das Statement von Massiv, welches mittlerweile wohl zweifelhafte Berühmtheit erlangt haben sollte, gesehen. Und ich muss sagen: Wow! Ich habe selten so etwas peinliches gesehen. Übersteigerte Männlichkeit in 120 kg gepackt. Aber rekapitulieren wir mal.


Massiv wird auf der Bühne angegriffen. Angeblich schlägt ihm ein Besucher mit einem Schlagring gegen den Hals. Ich sage angeblich, da ich für meinen Teil beim besten Willen keinen Schlagring entdecken konnte. Ok, dieser Angriff ist mehr als Scheiße. Wie aber sieht die Reaktion aus? Das Video sagt: Massiv organisiert eine Hetzjagd auf den Täter. Beiläufig wird noch ein zweiter angegriffen. Kaum liegen die beiden auf dem Boden wird munter auf sie eingetreten. Selbst Hardcore-Hooligans, die ja gerne als Abschaum bezeichnet werden, treten und schlagen nicht auf einen am Boden liegenden ein. Peinlich. Kein Eingriff von Massiv, keine Reue. Im Gegenteil, Massiv ist sogar noch stolz darauf das er bewiesen hat das er es allen gezeigt hat. Peinlich.


Was möchte ich damit sagen? Hardcore-Rap ist mit Sicherheit ein weiteres Element von Rap. Es hat seine Daseinsberichtigung. Absolut korrekt und richtig. Allerdings frage ich mich warum man auf dem Image bis zuletzt herumreiten muss? Was wäre passiert wenn Massiv in anderer Form auf den Angriff reagiert hätte? Er hätte schlichtweg sagen können: Du bist ein neidisches Arschloch. Hinterher einen Disstrack und alles wäre gut gewesen. Es gibt einen schönen Spruch: Neid muss man sich verdienen, Mitleid bekommt man geschenkt. Die Aktion von Massiv, genauso wie viele viele andere Aktionen anderer Skandalrapper, sind hochgradig mitleidserregend. In erster Linie sind sie jedoch peinlich. So peinlich das ich mich beinahe schäme zuzugeben das ich Rap höre.


Mit jeder Aktion wächst meine Wut auf diejenigen die diese, eigentlich schöne Kultur (ich erinnere an die Wert der Silo-Nation), mehr und mehr in den Dreck ziehen. Man verprügelt sich gegenseitig, verherrlicht Gewalt und Drogen (natürlich nur zynisch!), organisiert eine Hetzjagd, schliesst sich zweifelhaften Gangs an usw. usf. Ihr dürft mich gerne Backpacker, Öko, Müsliesser, Pantoffelträger, Warmduscher oder was weiss ich wie nennen. Aber mir reicht's!


Mein Support für Rap ist gestorben! Und wer sich jetzt darauf beruft das ja die Gesellschaft böse und schlecht geworden ist, für den hab ich nur ein feuchtes Lächeln. Selbst bei den übelsten Pogos wird ein schützender Kreis um denjenigen gebildet der am Boden liegt. Ich würde niemandem wünschen bei einem Rapkonzert hinzufallen. Da steht man nicht ohne schwere Verletzungen wieder auf. Vorausgesetzt man steht überhaupt auf.


Wie hat Lenny auf seinem letzten Album gesagt?


Wenn alles schön so weiter läuft gibt’s noch dieses Jahr den ersten Hiphop-Toten auf deutsch.


Na dann warten wir mal bis September.

  
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Fuentes, Basso, Manzano - Was tun?

May 9, 2007 - 11:17

Tja Männers und Männerinnen, nicht mehr lang dann ist die aktuelle Bundesligasaison gelaufen. Diesen Sommer wird es keine WM geben die uns Sporttechnisch den Arsch rettet. Das wird ziemlich brutal. Es sei denn man findet eine Ersatzdroge. In den letzten Jahren war das für den durchschnittlichen deutschen Mann die Tour de France. Zugegeben, früher war man auch wirklich gebannt von den Jungs die sich wochenlang Tag um Tag durch die unglaubliche Sommerhitze quälten. Heroen der Landstraße! Helden auf Asphalt! Wahre Bergziegen und Geparden auf der Jagd nach Geschwindigkeitsrekorden!


Doch im letzten Jahr brach auch der letzte Funken Hoffnung auf sauberen Radsport weg. Fast jeder der Topfavoriten wurde des Dopings verdächtigt und von der Tour ausgeschlossen. Zu allem Überfluss war der Sieger der Tour nicht nur auf der entscheidenden Etappe gedopt, sondern auch noch bei sieben weiteren. Sauberer Radsport? Wohl kaum! Die Krone setzt dem ganzen jedoch ein gewisser Herr Ivan Basso auf. Der Name Fuentes sollte mittlerweile jedem bekannt sein. Mit genau diesem Doktoer Fuentes (der übrigens Gynäkologe ist) hatte Basso von 2004 bis zur Tour de France 2006 regen Kontakt. So rege das insgesamt über 110.000,-- Euro vom Konto des Herrn Basso auf das Konto des Herrn Fuentes geflossen sind. Auch nach Bassos Sieg beim Giro d'Italia hatten die beiden regen Kontakt via Telefon und SMS. Ein Schelm wer böses denkt...


Vorgestern sah alles nach einem Geständnis aus. Wahnsinn! Ein aktiver Radsportler der auspackt! Vielleicht bricht dieses System endlich zusammen!


Doch gestern dann ruderte Ivan Basso brutal zurück. Er hat natürlich nicht gedopt sondern diese Manipulationen nur geplant. Über hunderttausend Euro für ne Planung?!? Scheisse ist der gründlich! Aber gut das er nicht gedopt hat...


Aber man soll ja nicht nur auf fremden Helden rumhacken. Das wäre ja nicht fair. Vor wenigen Wochen ist die Biographie von Jef d'Hont auf dem belgischen Markt erschienen. Das Buch schlug ein wie eine Bombe. Der langjährige Masseur diverser Pro-Tour-Teams beschreibt detailliert die Dopingpraxis der vergangenen fünfzig Jahre. Einziges Manko: Nach dem Dopingskandal von 1998 vernichtete er alle Beweise. Schade aber auch.


In seinem Buch erhebt d'Hont jedoch schwere Vorwürfe gegen die medizinische Abteilung der Uni Freiburg. Was daran interessant ist? Neben dem Radteam der Telekom betreuten die verantwortlichen Ärzte auch etliche Spitzensportler aus weiteren Sportarten. Das wirft kein gutes Licht auf den deutschen Spitzensport. Natürlich bestritten die beiden Hauptverantwortlichen sofort jede Beteiligung. Allerdings wurden sie auch recht schnell von der T-Mobile Teamleitung suspendiert. Spricht nicht unbedingt für großes Vertrauen.


Tja, aber was ist zu tun? Meiner Meinung nach hilft nur der Liebesentzug. Keine Fans mehr an den Strecken, keine Zuschauer mehr die die Übertragungen schauen, keine Hobbyfahrer mehr die Trikots der Mannschaften kaufen, kein Jubel mehr wenn die Helden vorgestellt werden. Vielleicht hat der Radsport dann in zehn Jahren gelernt dass die Zuschauer und Fans zwar jubeln wollen, aber sie wollen ehrliche Helden.


Links:

Dopingskandal Fuentes

Doping im Radsport

Ein Fahrer gesteht

  
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FIS, WBA und NFL

January 22, 2007 - 13:03

Was für ein Sportwochenende! Handball, Boxen, verschiedene Wintersportarten und das NFL Halbfinale! Wow, wird sich der geneigte Sportfreund denken, was für ein Angebot! Für die Masse der Sportfans war da natürlich nicht viel dabei, dennoch gibt es genug Gründe über dieses Sportwochenende zu berichten.

 

Gemäß der Überschrift dieses Beitrages muss ich ja wohl oder übel mit der FIS beginnen. Der FIS ist der Weltverband der Skispringer. Klingt langweilig? Ist es in der Regel auch. Geschätzte 50 Menschen springen mit ca. 90 km/h eine Schanze runter. Wie überaus prickelnd. Was macht man da um die Zuschauer zu fesseln? Genau! Man pusht und inszeniert eine Show. Männer die keine Angst kennen kämpfen gegen den Wind und die Schwerkraft! Klingt doch schon besser, oder? Eigentlich schon.

 

In den letzten Jahren versuchen auch die Randsportarten sich zu professionalisieren und zu profilieren. Martin Schmitt und Sven Hannawald sind die hierzulande wohl bekanntesten Namen dieses Sports. Aber kennt jemand Jan Mazoch? Nicht? Dann wird’s aber Zeit. Jan Mazoch ist Skispringer. Jan Mazoch ist 21 Jahre alt. Jan Mazoch ist kein Top-Skispringer. Samstag sprang Jan Mazoch von der Schanze im polnischen Zakopane.

 

Man muss nicht erwähnen, dass die Wetterkapriolen der vergangenen Woche auch noch am Wochenende ihre Auswirkungen zeigten. Wenn auch keine großen, aber dennoch spielte der Wind in Zakopane eine entscheidende Rolle. Schon vor dem Sprung von Jan Mazoch waren die Windverhältnisse alles andere als optimal. Wenn jemand behauptet, dass der Wind verrückt gespielt hat, ist das noch stark untertrieben. Es war, gelinde gesagt, wahnwitzig bei Böen von bis zu 50 km/h von einer Schanze zu springen. Aber was tut man nicht für die Show? Also sprang Jan Mazoch. Mit der Folge dass er, anfangs noch von Wind, Fernsehen und frenetischen Fans getragen, stürzte. Nicht etwa bei der Landung – nein, auf etwa der Hälfte des Weges in die Tiefe drückte eine Bö die Ski nach unten. Keine Thermik, Aufschlag mit 90 km/h, Abtransport ins Krankenhaus, schweres Hirntraum, Koma. Normalerweise hätte man nicht springen sollen. Aber was tut man nicht für die Show?

 

Eine gute Show wollten auch die Schweizer, speziell die Baseler, geboten bekommen. Walujew gegen McCline. Weltmeisterschaftskampf. Knapp 270 kg brachten beide gemeinsam auf die Waage. Sensationsfight! K.O.-Garantie! Der schwerste Fight den die Boxgeschichte je gesehen hat! Walujew auf den Spuren von Rocky Marciano. Marciano blieb in 49 Profi-Kämpfen unbesiegt. Walujew ist seit Samstag in 46 Kämpfen unbesiegt. Bals soll er seine erste Pflichtverteidigung gegen Ruslan Chagajew, den “Weißen Tyson“, bestreiten. Vermutlich im Sommer. Doch jetzt zum Ereignis an sich.

 

Dass eine übertriebene Show zum Profiboxen gehört, weiß man spätestens seit Maske und Schulz. Man lernt mittlerweile von Don King. Den man mittlerweile auch zu Don Promo umtaufen könnte, aber dazu später mehr. Jeder der sich auch nur ansatzweise mit Boxen beschäftigt hat, weiß das Nikolaj Walujew in seinen boxerischen Mitteln eher eingeschränkt ist. Auch Jameel McCline war sich dessen bewusst. Darum hielt er sich außerhalb der Reichweite von Walujews Fäusten und attackierte schnell und gezielt. Jeder der den Beginn des Kampfes gesehen hatte, konnte sich sicher sein dass Walujew verlieren würde wenn McCline seinen Stil durchhalten würde. Doch pünktlich zum Ende der dritten Runde scheiterte McCline an sich selbst. Bei einem Schlagversuch stand er etwas unglücklich und seine Kniescheibe sprang aus der von der Natur vorgesehenen Position. Kampfabbruch. Jedem normal denkenden müsste hier klar sein das man so nicht Boxen kann. Man kann so noch nicht einmal anständig laufen.

 

Doch statt die Situation zu akzeptieren und den beiden Boxern Respekt zu zollen, entschied sich das Publikum dazu ihrer Enttäuschung über den Verlauf des Kampfes freien Lauf zu lassen. Buh-Rufe und Pfiffe die sich an beide Boxer richteten. Dazu noch ein Don King der McClines Verletzung der Schlagkraft von Walujew zuschrieb. Sowohl der Unmut des Publikums, als auch die Äußerungen von Don King entbehren nicht nur jeder Grundlage, sie sind auch beschämend. Aber was will man auch anderes erwarten wenn man einem Promowahnsinnigen wie Don King freien Lauf lässt. Cash rules. Wenigstens bewahrten Waldemar Hartmann und Markus Beyer ihren gesunden Menschenverstand. Danke Waldi!

 

Jetzt zum nächsten sportlichen Großereignis. In der Nacht von Sonntag auf Montag übertrug die ARD die Halbfinalspiele der NFL. Das stand und steht nach wie vor für guten Sport. Aber der Sport hat seine Schattenseiten. Und grade American Football ist ein Musterbeispiel für die Kommerzialisierung des Profisports. In welcher Sportart wird sonst das Spiel unterbrochen um Werbung bringen zu können. Am Spielfeldrand steht immer ein Mann mit orangenen (oder optional gelben) Handschuhen der anzeigt wie lang die Werbung noch dauert oder ob man weiterspielen darf.

 

Man stelle sich dies einmal bei einem Fußballspiel vor. Dortmund gegen Schalke. Über 80000 Zuschauer im Stadion und bestimmt auch einige Millionen vor den Fernsehempfangsgeräten. Bei jedem Frei- und Eckstoß wird das Spiel unterbrochen, damit ein Fernsehsender einen 30-Sekunden-Spot senden kann. Ich bin mir sicher dass eine nie da gewesene Welle der Empörung durch Deutschland schwappen würde. Selbst die Regierung dürfte wohl kaum noch sicher sein.

 

Bei NFL-Spielen ist so etwas gängige Praxis. Man hat eher den Eindruck dass die Zuschauer empört wären wenn es nicht mehr so wäre. So kann man wenigstens zum Hot-Dog-Stand und sich frisches Fast-Food holen.

 

Am 4. Februar ab 23:45 Uhr überträgt die ARD das Finale der NFL zwischen den Chicago Bears und den Indianapolis Colts. Wenn ihr also mitbekommen möchtet wie oft ein sportliches Großereignis von Werbung unterbrochen werden kann, solltet ihr euch diesen Termin vormerken.

 

Übrigens stehen in der Wochenendausgabe beinahe jeder regionalen Tageszeitung die Anfangszeiten der regionalen sportlichen Großereignisse. Man muss kaum Eintritt bezahlen (manchmal ist der Eintritt sogar frei) und bekommt vor allem eins: ehrlichen Sport.

  
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Großer Sport

December 19, 2006 - 16:48

Verdammt. Irgendwas muss ich verpasst haben. Irgendwo zwischen Bushido, Klinsi, Britney Spears und Paris Hilton habe ich wohl etwas übersehen. Wenn ich nur so genau wüsste was? Den „gute-Lauen-Sommer“ hab ich ja noch mitbekommen, aber wo zur Hölle bleiben die guten Nachrichten? Immerhin sind 51,5% der Bevölkerung gegen Fremdenfeindlichkeit. Kein Wunder dass die imperialistischen Frittenbuden noch so erfolgreich sind. Ich mag Eisbein und Sauerkraut. Wirklich!

 

Deutschland ist ein tolles Land. Doch wirklich! Man kann Alkohol trinken. Immer, überall. Rauchen darf man auch noch überall. Obwohl diese Nichtraucherfaschistenbande da hart gegensteuert. Ausserdem sinkt der Spritpreis immer mal wieder. Früher war die Kirche mal Opium für’s Volk. Heute ist’s die Tankstelle. Glaub ich zumindest.

 

Aber Deutschland ist ein tolles Land. Neuschwanstein und so. Rütli? War das nicht der Kerl der das sympathische rütteln in der Kekspackung erfunden hat? Und wir haben eh andere Probleme. Die Lage am Hindukusch ist aber nicht so schlimm. Genau wie in Darfur. Was zum Teufel ist eigentlich dieses Tschetschenien? Vermutlich so was wie Polonium. Irgendwie kann mir das keiner so genau sagen.

 

Immerhin haben wir eine demokratisch gewählte Kanzlerin. Ja, wir sind ein tolles Land. Aber könnt ihr mir bekannte Landespolitiker der Oppositionspartei in eurem Bundesland nennen? Das komplette Bundeskabinett? Oder wenigstens die Hälfte der gewählten Ministerpräsidenten?

 

Ja, wir leben in einem tollen Land. Hey kleiner Junge aus der 3b! Lern ne Fremdsprache. Am besten Chinesisch. Sonst kannst du gleich stempeln gehen! Und kleines Mädchen aus der 4b, warum bist du eigentlich noch nicht schwanger? Der Typ aus der 7b wird so noch nicht mal Lebensmittelmarken bekommen wenn er denn mit 87 in Rente geht. Nehmt euch bitte mal ein Beispiel an unserer Familienministerin. Die hat schon 23 Kinder! Und geht arbeiten! Und hat die Rente gesichert! Verdammt!

 

Aber wir leben in einem tollen Land. Man kümmert sich um uns. Die NPD sitzt in zwei Landtagen. Eine Grundgesetzänderung ist schon geplant. Ein 18jähriger läuft Amok. Keine Sorge, die Killerspieler werden bald verboten. Eine Familie stirbt auf der Autobahn weil die Schlaglöcher tiefer sind als der Marianengraben. Macht euch keine Gedanken! Wir stellen ein Schild auf. Der Himmel ist ja noch blau. Da ist es kein Problem wenn wir neue Braunkohlekraftwerke bauen. Oder?

 

Du würdest auch gern in Deutschland leben? Kein Problem! Komm ruhig her. Wir nehmen dich vielleicht auch mit offenen Armen auf. Was? Du hast einen russischen Hochschulabschluss und würdest gern hier Arbeiten? Deine Eltern haben beide 70 Stunden die Woche gearbeitet um dir dass zu finanzieren? Na und? Mach erstmal hier nen Grundschulabschluss!

 

Aber wir leben in einem tollen Land… manchmal zumindest.

  
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Image ist alles, Message ist nichts

November 26, 2006 - 17:39

Wie ich auf die heutige Schlagzeile dieses wunderschönen Beitrags komme? Es tangiert mich persönlich. Und es tangiert alle anderen. Image und Message. Message und Image. Grade wenn man sich das so genannte Musikgeschäft anschaut, wird einem klar das es weniger um Message geht, als um ein Image das man transportieren will. Logisch. Image macht Schlagzeilen, Schlagzeilen machen Verkäufe. Um ne Message zu transportieren braucht man erstmal ein Image. Ohne Image also keine Message. Doch was hat das alles mit mir respektive mit uns allen zu tun? Da ich nicht für alle sprechen kann, werd ich das ganze mal auf mich beziehen.

 

In dem Vierteljahrhundert welches ich jetzt schon auf diesem (vergleichsweise) kleinen Planeten lebe bin ich mit den verschiedensten Musikstilen, Subkulturen und Denkweisen in Kontakt gekommen. Und immer wieder bin ich erstaunt was das Image einer dieser Subkulturen mit sich bringt. Derzeit kann ich mich wohl am besten mit der Skinheadsubkultur identifizieren. Sowas passiert natürlich nicht von heute auf morgen, sondern ist ein recht langwieriger Prozess. Aber eine prinzipiell unpolitische und antirassistische Sichtweise finde ich erstmal grundsätzlich sehr gut. Auch das man lieber das was man hat teilt, statt Besitztümer anzuhäufen ist eine positive Lebenseinstellung mit der ich mich super anfreunden kann.

 

Natürlich hat sich auch mein Outfit angepasst. Meine Hosen passen. Meine Polo-Shirts steck ich mir auch schon mal in die Hose und meine Haare trag ich am liebsten deutlich unter einem Zentimeter. Who cares? Man könnte meinen niemand. Aber die Reaktionen sind deutlich. Wenn ich in aller Ruhe durch die Innenstadt schlendere teilt sich die Masse vor mir als wäre einer meiner Vornamen Moses. Das gleiche gilt im übrigen für Parties. Der Vorteil ist das man schnell in den Laden seines Vertrauens kommt, und schnell an das Bier welches man trinken möchte. Bis hierher alles super. Aber warum teilt sich die Menge? Die Antwort ist einfach.

 

Image und Message.

 

Der größte Teil der Menschen weiß nichts über die Skinhead-Bewegung und ihre Anfänge. Kaum einer hat eine Ahnung dass die Wurzeln der Skinhead-Bewegung auf Jamaika liegen. Noch weniger Menschen wissen, dass es zu beginn eine große Menge dunkelhäutiger Skinheads gab. Nein, die Menschen sehen mich an und denken an Nazikonzerte und die NPD. Sie denken an Hoyerswerda und Mölln. Jagdszenen in ostdeutschen Städten und vielleicht auch an den Holocaust und den bösen Deutschen. Neulich bin ich sogar von einer Kommilitonin gefragt worden ob ich jetzt ein Nazi geworden sei. Ich hab ihr dann die ganze Litanei runtergeleiert. Jamaika, Arbeiterjungs, unpolitisch, antirassistisch, Presse die nicht differenzieren kann, Spirit of 69 usw usf. Ich zweifle daran dass sie´s verstanden hat, aber in mir hat sich eine Frage aufgedrängt.

 

Transportiert mein Outfit und mein Auftreten das Image des bösen Deutschen?

 

Tatsächlich sind die Leute verwundert wenn ich zum Beispiel einer Frau mit Kinderwagen in den Bus helfe. Oder meiner Nachbarin die Wasserkiste in den dritten Stock trage. Haben der Türsteher der Philosophie studiert und ich das gleiche Problem? Werden wir beide auf Grund unseres äußeren und unserer Profession falsch eingeschätzt? Vermutlich ja.

 

Natürlich kann man mit dem Image auch spielen. Und ja, es macht sogar ein wenig Spaß zu sehen, dass manche Leute bei dem Gedanken einem gewaltbereiten Skinhead gegenüber zu stehen plötzlich sehr kleinlaut werden. Aber natürlich will ich nicht mit einem gewaltbereiten Skinhead oder dem Ordnerdienst der NPD in einen Sack gesteckt werden. Warum auch? Ich mag keine Gewalt und ich mag keine Rassisten. Wer mich kennt, der weiß das. Liegt da vielleicht das Problem? Nimmt man den gegenüber vielleicht nicht wertfrei wahr? Sieht man in einem Punk nicht immer den dummen Asozialen? In einem Polizisten nicht den ordnungsliebenden Faschisten? In einem Rapper den Drogensüchtigen der schlimme Botschaften verbreitet? In einem Metaler einen Satanisten der Friedhöfe schändet? Ist das vielleicht nicht ein grundsätzlicher Fehler? In einem Ralph-Lauren-Polo-Shirt-Träger nicht immer einen angepassten Yuppie?

 

Vielleicht sollte man zuerst nach der Message fragen, bevor man das Image interpretiert.

 

Lied des Tages:

San Quentin - Johnny Cash

  
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Ein Jahr und dann?

November 22, 2006 - 11:40

Ein Jahr Kanzlerin. Was hat sich verändert? Im Prinzip nicht viel. An den Gedanken von einem Wesen regiert zu werden welches nicht einparken kann, hat man sich schnell gewöhnt. Es gibt schlimmeres. Man könnte in Bayern wohnen. Oder auch in Nordkorea. Wobei ich mich ernsthaft frage was grauenvoller ist.

 

Aber zurück zur kurzen “politischen“ Analyse. Was ist passiert im letzten Jahr? Nicht viel. Die Reformen die angeschoben werden sollten, greifen frühestens 2007 oder 2008. Und was ist passiert? Die Wirtschaft entwickelt sich prächtig. Nach Jahren werden wohl endlich mal wieder die Maastricht Kriterien eingehalten. Tatsächlich gibt’s sogar mehr sozialversicherungspflichtige Jobs. Noch lange nicht genug, aber immerhin mehr. Was sagt uns das? Das es an der Zeit ist ein Zitat zu bringen welches jeder von uns kennt: Messer, Schere, Gabel, Licht – sind für kleine Kinder nicht!

 

Aber was ist im letzten Jahr denn noch so tolles passiert? Seit ende des letzten Jahres existiert die Blogosphäre bei hiphop.de. Nachdem anfänglich kaum jemand wusste was er mit seinem Blog jetzt genau anstellen möchte oder die Blogs für absolut sinnfrei hielt, machen sich jetzt einige Leute Gedanken wie man die Blogs weiterentwickelt. Etliche Blogs bewegen sich fernab von Hiphop oder Starkult. Außerdem schreiben Stars und Sternchen dieser kleinen Subkultur mittlerweile auf einem hiphop.de-Blog ihre Beiträge. Ein erfolgreiches Projekt macht sich also daran noch erfolgreicher zu werden. Man darf gespannt sein was das neue Jahr für eine der Lieblingsseiten im Netz so bringt. Weiter so hiphop.de-Team!

 

Und schon schwinge ich mich zur nächsten Liane dieses Jahres. Wieder zurück zu etwas seriösem. Der Rest der Welt.

 

Der Krieg im Irak ist immer noch nicht beendet. Ein Deutscher ist Papst. Der Iran will angeblich die Bombe. Nordkorea hat sie angeblich. Israel ist kurzzeitig im Libanon einmarschiert. In Russland werden Journalistinnen ermordet. Die Türkei möchte immer noch in die EU. Bulgarien und Rumänien sind es wohl. In Südamerika gewinnen Linkspopulisten ein paar Wahlen und einer verstaatlicht die Öl und Gasproduktion. Französische Vorstädte sollten gekärchert werden und Bundeswehrsoldaten posieren mit Totenköpfen. Noch gab´s keinen Tsunami, dafür aber (wie jedes Jahr) Hungerkatastrophen in Afrika. Fidel Castro liegt angeblich im Sterben. Zumindest hat er ne schwere OP hinter sich gebracht. Hab ich alles? Ich glaube nicht. Aber man kann wohl sagen dass die Welt immer noch verrückt ist. Vielleicht verrückter als in den letzten Jahren, aber kaum verrückter als der Vergleich mit der Quintessenz der Weltgeschichte.

 

Und nun springen wir zurück in den Sommer 2006. Ja, DER Sommer. Weltmeisterschaft. Italien, Frankreich, Deutschland, Portugal. Millionen von Menschen auf der Fanmeile. Milliarden vor den Fernsehgeräten. Und ich vor meinen Mitschriften und Fachbüchern. Ja, ich bin neidisch. Es gab schöne Spiele, großartige Parties, högschde Dischziplin und die mehr oder minder treffenden Analysen von so genannten Fachleuten. Nun ja, der Sommer war wirklich toll. Großartige Stimmung und die Welt ist mittlerweile der Meinung dass die Deutschen auch fröhlich sein können. Abgesehen davon hat die Deutsche Nationalmannschaft zum ersten mal seit ca. sieben Jahren halbwegs ansehnlichen Fußball gespielt. Ein guter Sommer.

 

Natürlich hatte das Jahr auch schlechte Seiten. Amokläufer, Menschen die ihre kranke Persönlichkeit in der Öffentlichkeit darstellen und die NPD ist in einen zweiten Landtag eingezogen. Es existieren also nach wie vor die gleichen Probleme wie in den Jahren zuvor. Die guten Worte blieben die gleichen, aber vielleicht folgen ja bald auch mal gute Taten? Man darf gespannt sein.

 

Meine persönliche Entwicklung kann man (grob) nachverfolgen wenn man diesen Blog liest. Eine gute Nachricht möchte ich euch aber nicht vorenthalten. Mein hochgeschätzter Vermieter möchte diesen Winter nicht an der Warmwasserversorgung rumbasteln. Ich werde also nicht erfrieren.

 

Tja, was bleibt zu sagen? Ein Ausblick auf 2007 vielleicht?

 

Im Januar und Februar findet die Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland statt. Heiner “Godfather of Schnauzbart“ Brandt hat auch schon den vorläufigen 28er Kader berufen. Ein junges Team mit einigen Routiniers wird´s wohl werden. Wenn ihr die Chance habt ein Spiel live zu verfolgen, dann nehmt die Chance wahr. Ich hoffe auf ähnlich gute Stimmung wie im Sommer 2006. Zumindest in den Hallen.

 

Die Umsatzsteuer wird im Januar auf 19% angehoben. Zum Glück wird nicht alles teurer. Lebensmittel werden ähnlich teuer bleiben wie jetzt. Vieles andere wird teurer werden. Man darf gespannt sein wie sich das auswirkt. Wenn man den Experten glaubt, wird nicht viel passieren außer das sich der Konsum und damit die wirtschaftliche Entwicklung abschwächt. Was danach kommt erzähl ich euch nächstes Jahr.

 

Die Verrückten werden verrückt bleiben. Wir dürfen uns also weiter über mediale Berieselung von Popsternchen und Kurzzeitpromis freuen. Wir werden weiterhin Konflikte und Aufstände beobachten können und weiterhin Betroffenheit zeigen dürfen wenn Menschen wegen Naturkatastrophen sterben.

 

Persönlich wird sich für mich nicht viel ändern. Ich werde vermutlich mit dem Hauptstudium anfangen und meine Leistung beim Bankdrücken weiter verbessern. Ganz bestimmt werdet ihr nicht von meinen Berichten über den alltäglichen Wahnsinn verschont bleiben. Zusätzlich wird´s natürlich auch den ein oder anderen ernsthaften Bericht geben.

 

Vielleicht wird das nächste Jahr auch sehr viel besser. Vielleicht können wir alle etwas gutes tun. Und wenn´s nur eine Kleinigkeit ist.

 

Zitat des Tages:

Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.

- Richard von Weizsäcker

  
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Training, Du und der Erfolg (Teil 2)

September 14, 2006 - 17:39

Heute möchte ich mich mal wieder dem Krafttraining widmen. Nachdem ich euch im ersten Teil über den Anfang berichtete, möchte ich euch heute über diverse Folgen von falschem Training und über einige Trainingsansätze aufklären. Wie ich schon im letzten Beitrag sagte, bin ich keine Fachkraft. Darum ist das was ich euch hier mitteilte nicht unbedingt 100%ig korrekt oder wissenschaftlich belegt.

 

Verletzungen

 

Vorab sollte man sich darüber im Klaren sein, dass Verletzungen durch die korrekte Ausführung der Übungen vermieden werden. Solltet ihr euch nicht sicher sein ob eure Technik gut ist, befragt bitte eine Fachkraft dazu. Lasst euch neue Übungen stets von einer Fachkraft erklären.

 

Die meisten Verletzungen treten durch abfälschen oder Überlastung auf. Abfälschen bedeutet dass ihr ein Gewicht technisch nicht sauber bewältigen könnt. Das heißt in der Regel dass ihr euren Rücken nicht mehr gerade haltet und ihn damit überlastet. Besonders häufig sieht man ein Abfälschen bei Bizepscurls. Dabei werden die Oberarme nach vorne geschoben, was die Belastung vom Bizeps in die Deltamuskulatur verschiebt, der Oberkörper verschiebt sich gleichzeitig nach hinten, was zu einer Überlastung der Bandscheiben führt.

 

Allerdings sind auch Kniebeugen, Bankdrücken und alle Schulterübungen Kandidaten bei denen gerne abgefälscht wird. Abfälschen zu vermeiden ist im Prinzip sehr einfach.


Zum einen muss man sich immer wieder zwingen technisch sauber zu trainieren und zum anderen muss man sein Ego zu Hause lassen und nur mit Gewichten trainieren die man auch sauber bewältigen kann.

 

Man sieht auch sehr häufig dass viel zu schnell trainiert wird. Die Gewichte werden eher durch die Gegend geschleudert als das sie wirklich bewältigt werden. Dabei steigt jedoch auf Dauer die Gefahr einer Verletzung der Rotatorenmanschette. Wenn man sich eine solche Verletzung zuzieht ist´s mit Sport erstmal vorbei. Zu schnelles Training sollte also unbedingt vermieden werden!

 

Kommen wir jetzt zu einer recht häufigen Verletzung. Dem Muskelkater. Ein Muskelkater entsteht durch viele kleine Risse in der Muskulatur. So ein Muskelkater ist keine schlimme Verletzung und kommt sogar recht häufig vor. In der Regel bekommt man einen Muskelkater wenn man den Körper einer ungewohnten Belastung aussetzt. Wenn der Muskelkater länger als zwei Tage dauert solltet ihr euch ein paar Gedanken machen. Normalerweise habt ihr dann keinen Muskelkater sondern eine Zerrung.

 

Eine Zerrung ist im Prinzip auch noch keine schlimme Verletzung. Auch hier liegt eine Überlastung der Muskulatur vor. Ein paar Tage mit eher leichter Belastung und die eine oder andere gute Salbe sollten normalerweise ausreichen um eine Zerrung auszukurieren.

 

Eine sehr unangenehme Verletzung ist die Sehnenscheidenentzündung. Sie entsteht durch eine dauerhafte Fehlbelastung. Das ganze ist prinzipiell auch schnell auskuriert und kann danach durch aufwärmen und saubere Belastung vermieden werden. Unschön wird es wenn eine Sehnenscheidenentzündung chronisch wird.

 

Kommen wir zur (vorerst) letzten relativ häufigen Verletzung. Der gute alte Bandscheibenvorfall. Einen Bandscheibenvorfall kann man prinzipiell nur durch Fehlbelastungen erhalten. Eine solche Verletzung muss sehr häufig operiert werden (wobei umstritten ist wie nötig die meisten Operationen wirklich sind) und zieht häufig eine lange Reha-phase nach sich.

 

Trainingsansätze

 

Im jetzt kommenden Teil dieses Blogbeitrages werde ich euch keine detaillierten Trainingspläne servieren. Welcher Trainingsplan sich für welchen Zweck und welchen Trainierenden eignet ist grundverschieden. Manche erzielen mit einer einzigen schweren Wiederholung herausragende Erfolge, andere mit Hochintensivem Training und wieder andere erzielen eine körperliche Veränderung fast nur mit Ausdauertraining.


Im Folgenden werde ich euch den ein oder anderen Tipp bei einem Problem geben, das jeder kennt der schon eine Weile trainiert.

 

Du trainierst nun also schon eine ganze Weile. Allerdings konntest du deine Leistungen seit Wochen nicht steigern. Sowohl das Gewicht das du bewältigst, als auch die Wiederholungszahlen stagnieren. Hier wird häufig von einem Leistungsplateau gesprochen. Was kann man also tun um ein solches Plateau zu überwinden?

 

Die Antwort hierauf ist so simpel wie auch einleuchtend. Ihr müsst den Trainingsplan ändern. Warum das so ist möchte ich euch kurz erläutern. Eure Muskeln sind Gewohnheitstiere. Ein Schmied der stundenlang mit einem 500g-Hammer auf ein Stück Metall einhämmern kann, ist an diese Arbeit gewöhnt. Gibt man ihm nun einen 700g-Hammer, wird er seine Arbeit kaum so lange ausführen können. Nach einer Weile (je nach Veranlagung ist diese Weile länger oder kürzer) wird er jedoch wieder stundenlang auf ein Stück Metall einhämmern können. Das Prinzip kennt jeder der sich mal einer neuen Tätigkeit hingegeben hat. Anfangs ist man relativ schnell erschöpft, aber nach einiger Zeit ist die neue Tätigkeit nicht mehr so anstrengend wie anfangs.

 

Wichtig ist das ihr euch daran erinnert dass eine körperliche Veränderung nicht von jetzt auf gleich erfolgt. Ihr solltet also nicht in Panik geraten und den Trainingsplan verändern wenn ihr mal eine oder zwei Wochen hintereinander keine Leistungssteigerung oder sonstige Veränderung eures körperlichen Zustandes erreicht. Jetzt aber zu den Tipps die ich euch geben kann.

 

Die einfachste Umstellung eures Trainingsplans besteht in einer Veränderung des Gewichtes mit dem ihr trainiert. In der Regel bietet es sich an das Gewicht zu verringern und eine Weile mit einer höheren Anzahl an Wiederholungen zu trainieren. Eine Veränderung in die andere Richtung, also höheres Gewicht mit weniger Wiederholungen, ist nur bedingt empfehlenswert. Schließlich wollt ihr keine Verletzung riskieren die euch weit zurückwerfen kann.

 

Ein weiterer einfacher Ansatz ist die Anordnung eures Trainingsplans zu ändern. Wenn ihr zum Beispiel einen Teil eurer Muskulatur immer mit den gleichen drei Übungen bearbeitet, solltet ihr die Anordnung der Übungen ändern. Nehmt die Übung die ihr sonst als letztes trainiert an den Anfang, absolviert danach die Übung die sonst als erstes kommt und zum Schluss dann die Übung die ihr sonst in der Mitte des normalen Ablaufs trainiert.


Weiterhin kann es sich lohnen sich alternative Übungen zeigen zu lassen und diese dann anstelle einer anderen Übung zu trainieren. Ihr solltet jedoch nicht auf die Idee kommen euer Training mit immer mehr Übungen und Sätzen vollzustopfen. Häufig genügt es auch schon völlig eine Basisübung zu trainieren und zusätzlich zwei weitere Übungen, welche die Basisübung ergänzen. Dabei können die Ergänzungsübungen ständig variieren um der Muskulatur somit stets neue Reize zu geben.


Kommen wir nun zu einem Ansatz den man relativ selten sieht. Die Vorauserschöpfung. Bei diesem Ansatz trainiert ihr zuerst eure Hilfsmuskulatur (also die kleinen Muskelgruppen wie Bizeps und Trizeps). Ihr braucht dabei noch nicht mal die Anzahl oder den Ablauf eurer Übungen verändern. Was sich ändert ist lediglich die Anordnung der Muskelgruppen in eurem Trainingsplan. Die meisten Trainingspläne sehen vor das zuerst die großen Muskelgruppen (Brust oder Rücken) trainiert werden, und im Anschluß daran dann die kleinen Muskelgruppen (Bizeps oder Trizeps). Bei der Vorauserschöpfung trainiert ihr nun bspw. zuerst den Bizeps und anschließend eure Rückenmuskulatur, bzw. zuerst den Trizeps und im Anschluss eure Brustmuskulatur. Ihr solltet euch allerdings darüber im klaren sein das eure großen Muskelgruppen bei einem solchen Trainingsablauf weit weniger Gewicht bewältigen können, da sie ja nun keine (oder kaum) Hilfe von den kleinen Muskelgruppen bekommen.

 

Es kann sich auch lohnen das Training von einem normalen Ablauf auf ein Ganzkörper-Zirkeltraining umzustellen. Hier absolviert ihr einige male einen Trainingsablauf bei dem jeder Teil der Muskulatur belastet wird. Schwierig ist hierbei jedoch euer Fitnessstudio. Oft ist es nicht möglich einen schnellen Ablauf der Übungen zu realisieren.

 

Als nächstes möchte ich euch mit einem umstrittenen Ansatz konfrontieren. In den 1980er Jahren entwickelte Mike Mentzer das High-Intensity-Training. Hochintensives Training zeichnet sich dadurch aus das es mit relativ geringem Zeitaufwand durchgeführt werden kann. Hierbei werden zu Anfang zwei bis drei Aufwärmsätze durchgeführt um im Anschluss ein sehr schweres Gewicht einmal bis zur absoluten Erschöpfung durchzuführen. Bei Mike und Ray Mentzer führte das High-Intensity-Training zu außerordentlichen Erfolgen. Jedoch sollte man erwähnen das beide (kurz bevor sie starben) an schweren Krankheiten litten welche die Vermutung zulassen das ihre Methoden wohl nicht immer sauber waren. Ray Mentzer litt an einer Nierenfunktionsstörung. Mike Mentzer litt an Erkrankungen des Herzens und der Lunge, sowie an einer Schädigung der Wirbelsäule.

 

(Anbei noch ein Artikel der sich mit dem Tod der beiden auseinandersetzt)

 

Ein wichtiger Tipp ist es auch eurem Körper vor der Trainingsumstellung die Chance zur vollständigen Regeneration zu geben. Hier trifft man auf die unterschiedlichsten Zeitangaben die meist zwischen drei und zehn Tagen schwanken. Am praktischsten ist es wohl eine volle Woche mit dem Training auszusetzen bevor man wieder mit dem Training beginnt. Jedoch können drei Tage auch schon völlig ausreichend sein um den Körper komplett zu regenerieren. Im Anschluß an diese Regenerationsphase solltet ihr vier bis sechs Wochen (unter Umständen auch länger) euren veränderten Trainingsplan trainieren, bevor ihr zu eurem alten Trainingsplan zurückkehrt.

 

Und zum Abschluss gibt´s noch ein wenig was zu lachen. Ein Video welches die Freundschaft zwischen Hulk und dem Gouvernator karikiert.

 

  
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DEL, Sven und Natascha

September 8, 2006 - 13:10

Die Deutsche Eishockey Liga hat den Spielbetrieb wieder aufgenommen. Wie jedes Jahr werden wieder 14 Mannschaften um den Titel kämpfen. Worum die Mannschaften noch kämpfen werden? Um nichts. Denn den Abstieg haben die Verantwortlichen abgeschafft. Die Begründung hierfür ist sehr amerikanisch. Nur wer eine große Halle hat und die notwendigen Gewinne scheffelt darf in Zukunft in der Deutschen Eliteliga spielen.


Die Wirtschaftlichkeit der Liga geht den Herren also über alles. Um die Spannung zu erhöhen hat man sich auch etwas ganz besonderes einfallen lassen. Nur noch die ersten sechs Mannschaften der Abschlusstabelle sind direkt für die Play-Offs qualifiziert. Die Mannschaften, die auf den Positionen sieben bis zehn liegen dürfen dann die letzten beiden Teilnehmer ausspielen.

 

Was bedeutet das nun also für die Liga? Nun ganz einfach, bis kurz vor den Play-Offs wird man tödliche Langeweile erleben. Nur die Mannschaften die sich ein Heimrecht in den Play-Offs sichern wollen, werden richtig Gas geben. Vielleicht noch die eine oder andere Mannschaft die zum Saisonende noch auf Platz zehn landen will. Insgesamt wird man jedoch Mannschaften sehen in denen sich alternde, so genannte, Stars die irgendwann mal NHL gespielt haben, den Puck zuschieben. So bekommt man die Hallen ganz bestimmt voll!

 

Aber die Hoffnung auf einen Aufstieg in die Eliteliga müssen die Meister der zweiten Liga nicht aufgeben. Sie dürfen immerhin einen Antrag auf Aufnahme in die DEL stellen. Wenn die wirtschaftlichen Voraussetzungen stimmen, und man gewillt ist eine andere Mannschaft aus der DEL zu werfen, dann darf man eventuell in der kommenden Saison in der DEL spielen. Nun ja, wie realistisch diese Hoffnung ist darf sich jeder selbst denken. Immerhin können sich die Zweitligisten noch damit rühmen das Grundgerüst der Nationalmannschaft zu stellen. Auch das lässt irgendwie tief blicken.

 

Allerdings gibt es noch eine weitere Hoffnung für die Zweitligisten. Wenn eine DEL-Mannschaft einige zwischen Platz 12 und 14 rumkrebst, ist es eher unwahrscheinlich das hier noch wirklich schwarze Zahlen geschrieben werden können. Vielleicht lässt man ja dann eine Mannschaft aufsteigen die einige Mal in Folge Zweitligameister geworden ist.

 

Wenn nun aber eine Mannschaft tatsächlich noch (mit Hilfe eines großen Sponsors) aufsteigen will, dann jetzt. Die Anzahl von Mannschaften welche in der DEL spielen, soll auf 16 beschränkt bleiben.

 

Die Zukunft der Deutschen Eishockey Liga liegt also in den Händen von Buchhaltern und Wirtschaftsprüfern. Auf dem Eis scheint sie für die nächsten Jahre verloren zu sein. Kaum eines der DEL-Teams wird bereit sein Unmengen in Nachwuchsförderung zu investieren, wenn man die Halle nur noch mit alten NHL-Stars (und Sternchen) halbwegs voll bekommen kann.

 

Und wenn ich schon grade beim Thema Eishockey bin, kann ich mal wieder eine private Anekdote erzählen. Sie passt seltsamerweise auch irgendwie zum Thema DEL. Vor ein paar Wochen hab ich Sven (Name geändert) wieder getroffen. Sven war der Schrecken meiner Kindheit. Zumindest kurzzeitig.

 

Vor etwas mehr als zehn Jahren, ich glaube ich war elf oder zwölf, war Sven derjenige der alle kleineren und schwächeren Kids terrorisierte. Kein Wunder. Er war ein paar Jahre älter, Hauptschüler mit schlechten Noten und sein Elternhaus war auch irgendwie eher minder gut organisiert.

 

Sven wirkte wie einer dieser großen bösen Eishockeybrocken. Also wie einer der Burschen die ihren Gegnern die Schneidezähne (oder ein Auge) mit ihrem Schläger entfernen. Um sein Taschengeld aufzubessern genügten meist schon wenige Worte. Geb mir dein Geld, sonst…

 

Ich glaub fast jeder kennt solche Burschen. Man hat also nur wenige Möglichkeiten. Man kann versuchen sein Freund zu werden. Man kann ihm seine Kohle geben. Man kann sich von ihm verprügeln lassen und ihm dann seine Kohle geben. Oder aber man verprügelt ihn. Wobei damals verprügeln ein anderes verprügeln war als heute. Muss ich erwähnen das er nicht unbedingt viele Freunde hatte?

 

Nun ja, da er ein paar Jahre älter war, waren meine Chancen ihn zu verprügeln eher gering. Also hab ich mich einmal von ihm verprügeln lassen und ihm danach immer mal wieder brav die ein oder andere Mark abgedrückt. Bis eines Tages meine Chance kam.

 

Auf dem Weg zum Handballtraining fuhr er mir wieder mal über den Weg. Da er auf einem klapprigen Damenrad unterwegs war, witterte ich die Möglichkeit mich zu rächen. Um die jetzt schon lange Story abzukürzen geb ich euch mal einige wenige Stichworte: Stock in die Speichen + Fahrrad in ordentlicher Fahrt = Sven mit blutigem Gesicht auf der Straße. Kaum das er also wieder stand und auf mich losgehen wollte, kam ich ihm mit einem gezielten Tritt gegen sein Knie zuvor. Als er dann wieder lag und mich wüst beschimpfte, hab ich mich aus dem Staub gemacht.

 

Nun, danach hab ich von Sven viele viele Jahre nichts gehört. Außer der Tatsache das er angeblich drei Wochen lang nicht anständig laufen konnte. Später hab ich dann noch mal gehört dass er die örtliche Hauptschule in der achten Klasse verlassen hat. Erwähnenswert dabei ist, dass er da schon volljährig war.

 

Auf jeden Fall habe ich Sven vor ein paar Wochen wieder getroffen. Mittlerweile hat er keine Schneidezähne mehr und eine Nase die wohl schon mehr als einmal gebrochen worden ist. Seine Arme sahen auch irgendwie nicht mehr so gesund aus. Vielleicht war seine Niederlage gegen mich damals der Auftakt zu einer mehr als zehnjährigen Niederlagenserie.

 

Was hat das mit der DEL zu tun? Nicht viel, außer vielleicht dass man nur so lang den Dicken machen kann bis man einmal verliert. Dann sollte man entweder was ändern, oder untergehen.

 

Kommen wir jetzt also zu dem Medienthema Nummer Eins der letzten Tage. Nein, ich meine nicht das leidige Gammelfleisch Thema, sondern Natascha Kampusch. Wenn man sehr gemein ist, könnte man behaupten dass sie auch was mit Gammelfleisch zu tun hat.

 

Was haben Gammelfleisch und Frau Kampusch jetzt gemeinsam? Eine Reichweite von mehr als 12 Millionen Lesern in Deutschland. Diese beiden Skandale haben in den letzten Tagen die Boulevardmedien in Deutschland bestimmt. Es wendet sich sogar der Bild-Kolumnist Nummer Eins an Frau Kampusch.

 

Ich frage mich allerdings was sich Franz-Josef Wagner angeschaut hat? Er spricht von einer fröhlichen und unbeschwerten Prinzessin aus einem Märchen. Er steigert sich sogar indem er behauptet das sie nicht wie ein Opfer aussieht, eher wie ein Dream-Girl. Das Geschmäcker verschieden sind ist keine überhaupt keine Frage. Das die Kommentare von Franz-Josef Wagner reißerisch sind und zudem Brechreiz auslösen auch nicht.

 

Ach ja, weiß eigentlich jemand ob Frau Kampusch schon einen Anlageberater hat? Könnte sich lohnen. Das Interview wurde von über 100 Fernsehstationen verwurstet. Ein paar Dutzend Zeitungen im deutschsprachigen Raum haben das Interview, oder Auszüge davon, heute abgedruckt. Das ist entweder clever, da man sich so die Medien in den nächsten Jahren vom Hals halten kann. Es könnte aber auch sehr dumm sein, da jetzt der Hunger der Boulevardmedien erst recht geweckt ist.

 

Unmittelbar nach der Übertragung des Interviews, fielen die Spezialisten dann über das Interview her. Die verschiedensten Psychologen und sonstigen Fachleute waren der Meinung, dass man Frau Kampusch nun blendend analysieren könne. Seltsam nur, dass ein echter Fachmann für eine Analyse einige Sitzungen braucht, bis er in der Lage ist den Patienten zu analysieren. Um es auf den Punkt zu bringen:


Manchmal ist Schweigen die einzig angemessene Form der Reaktion auf Ereignisse.

Jetzt also ein paar abschließende Worte zu diesem Thema: Ja Herr Wagner, Frau Kampusch sieht tatsächlich aus wie ein normales Mädchen. Und ja, Herr Wagner hat keine Ahnung von Frauen (wie er am 7.9.2006 in seinem Kommentar bestätigte). Dafür umso mehr davon bei mir Brechreiz auslösen (was ich euch hiermit bestätige).

 

Wovon Herr Wagner noch keine Ahnung hat, und wie man das mediale Ereignis um Natascha am besten betitelt, zeigen euch folgende Links.

 

Mehr von den Medien und Frau Kampusch

Mehr von Wagner 1

Mehr von Wagner 2

Mehr von Wagner 3

Mehr von Bild

 

Damit entlasse ich euch, liebe Leserschaft, mit einem wunderschönen Ausschnitt aus einem Kinski-Interview (dem Großmeister im Umgang mit den Medien) ins Wochenende.

 

  
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Training, Du und der Erfolg

September 6, 2006 - 22:15

Das wird heute mein dritter ernsthafter Beitrag in Folge. Ja, mir wird diese Serie langsam auch unheimlich. Aber keine Sorge, bald fängt das Semester wieder an. Dann hab ich wieder genug über allerlei absonderliche Dinge zu berichten.

 

Heute soll es sich aber mal ernsthaft um Training gehen. Genauer gesagt will ich mich heute an diejenigen richten die mit dem Gedanken spielen mit Mitglied in einem Fitnessstudio zu werden, oder seit kurzem Mitglied in einem Fitnessstudio sind.

 

Ich sollte euch vielleicht noch anvertrauen das ich kein Fitnesstrainer oder etwas ähnliches bin. Die Worte die ich gleich an euch richten werde, beruhen auf der Erfahrung von sechs Jahren Training, der Lektüre einiger Fachbücher und Beobachtungen in mehreren Studios.

 

Vor dem Start

 

Bevor man mit dem Training beginnt, sollte man sich ein paar grundlegende Gedanken machen. Zu erst solltet ihr euch überlegen warum ihr überhaupt mit dem Training beginnen wollt. Wollt ihr ein paar Kilo abspecken? Die Rückenschmerzen endlich loswerden? Oder aber endlich aussehen wie Mr. Olympia?

 

Egal mit welchem Ziel ihr euer Training beginnen wollt, euch sollt klar sein das es keine schnellen Erfolge gibt. Natürlich wollen euch die Magazine etwas anderes verkaufen. Aber ein Six-Pack in sechs Wochen oder acht Kilo Gewichtsabnahme in acht Wochen sind schlichtweg unrealistisch. Das mag jetzt für einige von euch enttäuschend sein, aber bevor ihr wirkliche Erfolge erkennen könnt, werden drei bis sechs Monate ins Land ziehen.

 

Macht euch also klar wie lange es gedauert hat um euren jetzigen körperlichen Zustand zu erreichen. Vermutlich werdet ihr zu dem Ergebnis kommen das es mehrere Jahre gedauert hat. Teilt die Anzahl der Jahre durch zwei, und ihr habt grob die Anzahl an Jahren die es dauern wird einen normalen bzw. grundsätzlich anderen Zustand zu erreichen.

 

Um euch motiviert zu halten gibt es ein paar nützliche Hinweise. Der einfachste ist zusammen mit einem Freund zu trainieren, der auf einem ähnlichen (oder demselben) Trainingsstand ist. Man hält sich gegenseitig auf Trab, da ein Trainingspartner einem eher mal die Meinung sagt wenn man nicht zum Training erscheint. Ein weiterer Hinweis ist auszuformulieren was ihr erreichen wollt. So könnt ihr euren Zustand stets mit dem vergleichen was ihr euch vorgenommen hat. Ihr solltet zudem auch Zwischenziele formulieren, die ihr auf dem Weg zu eurem großen Ziel erreichen wollt. Auch Vorbilder können überaus nützlich sein. Ob ihr euch nun eine Person aus eurem Bekanntenkreis oder einen Star zum Vorbild nehmt, ist dabei völlig schnurz.

 

Und es gibt einen weiteren wichtigen Hinweis. Vergesst Sprüche wie “Nach nem ausgedehnten Training fühl ich mich richtig gut!“. Nach einem ausgedehnten Training werdet ihr am Anfang vor allem eines Spüren: Schmerzen.

 

Studiowahl

 

Essentiell für euren Trainingserfolg ist die Wahl des richtigen Studios. Hier lohnt, in der Regel, immer ein Vergleich. Aber was solltet ihr vergleichen? Die Antwort darauf ist ziemlich leicht.

 

Der wohl wichtigste Punkt sind die Trainer. Lasst euch stets zeigen dass ihr es mit einem Fachmann oder einer Fachfrau zu tun habt. Leider kommt es immer noch vor das die Studios Laien angestellt haben. Wenn ihr es jedoch mit einem Fitnesstrainer, einem Physiotherapeuten oder einem Sportlehrer zu tun habt, könnt ihr euch weitestgehend sicher sein gut betreut zu werden.

 

Die vorhandenen Geräte müssen nicht auf nagelneu sein. Wichtig ist das die Geräte gut gewartet sind. Wenn ihr ausgefranste Bänder an Zugmaschinen, rostige Ketten oder aufgerissene Polster an Trainingsbänken seht, sollte euch das unbedingt nachdenklich stimmen.

 

Sehr wichtig ist auch das Publikum. Wenn euch zu viele Leute in einem Studio unsympathisch sind, solltet ihr euch ein anderes Studio aussuchen. In der Regel erteilen euch auch die Trainer mit denen ihr das erste Gespräch führt schon Auskunft über das Publikum.

 

Unbedingt zu beachten ist auch die Möglichkeit ein ausgedehntes Probetraining zu absolvieren. Das heißt dass euch die Möglichkeit eingeräumt werden sollte, euer Trainingsprogramm mindestens einmal kostenlos und unter Betreuung absolvieren zu können. Wenn euch jedoch ein Vertrag aufgezwungen werden soll, denkt unbedingt an das 14tägige Rücktrittsrecht.

 

Bei den ersten Trainingseinweisungen ist es ebenfalls überaus wichtig dass ihr die ganze Zeit, d.h. von Beginn bis Ende des Trainings, von eurem Trainer betreut werdet. Wenn euch euer Trainer während des Trainings allein lässt, solltet ihr das gleiche mit dem Studio tun und euch für ein anderes entscheiden.

 

Ach ja, ein wichtiger Punkt bei der Studioauswahl ist natürlich der Preis. Als Richtlinie solltet ihr euch folgendes merken: Azubis, Zivis, Schüler und Studenten zahlen in der Regel 30 bis 40 Euronen pro Monat. Ab und an kommen auch Arbeitslose in den Genuss dieses Preises. Alle anderen werden wohl mit 50 bis 70 Euronen pro Monat konfrontiert werden.

 

Der erste Trainingsplan

 

Wenn ihr euch also ein Studio ausgesucht habt bei dem ihr meint optimal betreut zu werden, lohnt sich ein Blick auf euren Trainingsplan. Dieser Plan mag euch gut vorkommen, weil ihr (bspw.) zehn Kilo abnehmen wollt und euer Plan eine Menge Cardiotraining vorsieht. Wichtig an eurem Trainingsplan ist das er ausgeglichen ist. Ein Plan der sich nur auf eure Probleme konzentriert, ist eher suboptimal.

 

Ihr müsst euch bewusst machen dass euer Körper eine empfindliche Hochleistungsmaschine ist. Die meisten von euch kennen das Problem vermutlich von der Arbeit. Die Arbeit läuft super und ein Rädchen scheint ins andere zu greifen. Allerdings hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen der keinem aufgefallen ist. Nach einiger Zeit wird aus einem kleinen Fehler ein großes Problem der eure gesamte Arbeit kaputt machen kann.

 

Euer Trainingsplan sollte sich also mit allen Körperpartien beschäftigen und nicht nur mit euren Problemen. Schließlich wollt ihr einen ersten oder zweiten Bandscheibenvorfall vermeiden.

 

Wer sich unsicher ist ob sein Trainingsplan passt, sollte sich mit einem unabhängigen Fachmann beraten. Besonders euer Hausarzt, oder ein Arzt der mit euren körperlichen Problemen vertraut ist, bietet sich dafür an.

 

Das Grundgerüst und euer Ego

 

Bevor ihr euch an hohe Gewichte oder ausgefallene Trainingsprogramme wagt solltet ihr ein anständiges Grundgerüst aufbauen. Wenn ihr keine größeren körperlichen Probleme habt, sollte euer Trainingsprogramm gleichmäßig und sicher aufgebaut sein. Das bedeutet dass ihr anfangs vor allem ein Maschinentraining absolviert. Ein Maschinentraining schützt euch, normalerweise, vor ernsthaften Trainingsverletzungen.

 

Nach circa zwei bis drei Monaten Training sollte sich euer Körper an das Training gewöhnt haben. Herzlichen Glückwunsch! Wenn ihr anständig trainiert habt, sollten eure Muskeln und Sehnen gestärkt sein. Auch eure eventuell vorhandenen körperlichen Probleme sollten entweder verschwunden sein, oder sich gebessert haben. Einigen unterläuft genau jetzt ein Fehler. Vor allem unterläuft Männern dieser Fehler.

 

Ihr wollt jetzt unbedingt mit den “großen Jungs“ spielen. Will sagen: ihr wollt jetzt auch unbedingt große Gewichte stemmen. Allerdings ist das gefährlich. Viele legen mit diesem Wunsch den Grundstein für ihren Bandscheibenvorfall.

 

Der Wunsch danach dickere Bizeps oder Oberschenkel zu bekommen erfordert mindestens ebenso gründliche Planung wie das erste Training. Lasst euch also von einem Trainer einen Trainingsplan erstellen und erläutern. Das absolut wichtigste ist aber das ihr absolut sauber trainiert.

 

Viele machen den Fehler mehr Gewichte stemmen zu wollen als sie können. Was folgt ist das sogenannte abfälschen. Das bedeutet dass man seinen Körper verbiegt um das Gewicht zu bewältigen. Man geht ins Hohlkreuz oder geht sonst wie in eine Haltung die einem zwar helfen das Gewicht zu bewältigen, aber absolut nichts mehr mit gesundem Training zu tun haben. Schraubt also euer Ego zurück wenn euch eure Bandscheiben oder eure Schultergelenke etwas wert sind.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Stretching. Viele werden sich jetzt denken: Bähhh wie uncool! Das hab ich schon im Sportunterricht gehasst!. Allerdings ist Stretching unerlässlich wenn man eine anständige Körperhaltung bewahren will. Ohne Stretching verkürzt sich die Muskulatur. Die unweigerliche Folge ist, dass ihr ausseht wie eine Mischung aus Ronnie Coleman und Quasimodo. Wie ihr euch richtig dehnt, sollte euch euer Trainer bestens erklären können.

 

Die Ernährung

 

Ein wichtiger Punkt bei jedem Training ist die Ernährung. Sobald ihr ein Magazin aufschlagt werden euch Ernährungstipps oder Werbung für Nahrungsergänzungsmittel geradezu anspringen. Es lohnt sich jedoch absolut nicht das ihr euch Nahrungsergänzungen zulegt. Für Trainingserfolge sind diese Sachen absolut unnötig.

 

Macht euch einfach mal ein paar Gedanken darüber was ihr so esst. Und dann versucht euch möglichst fettfrei zu ernähren. Fett ist dabei aber nichts prinzipiell böses. Schokolade, Burger oder Pizza könnt ihr euch selbstverständlich gönnen. Allerdings sollte der Konsum im Rahmen bleiben. Jetzt also ein paar grundsätzliche Tipps zur Ernährung.

 

Wenn ihr abnehmen wollt funktioniert das nur wenn ihr mehr Kalorien verbrennt als ihr zu euch nehmt. Das bedeutet allerdings nicht dass ihr auf Radikaldiäten zurückgreifen sollt. In der Regel genügt es schon mit dem Training anzufangen und eure Ernährung in Kleinigkeiten umzustellen. Esst abends z.B. Äpfel oder Weintrauben statt Chips oder Schokolade. Ein kompletter Verzicht auf Chips, Schokolade und ähnlichem ist, wie oben erwähnt, nicht erforderlich. Allerdings müsst ihr natürlich einen gewissen Mehraufwand an Denkarbeit leisten. Achtet beim einkaufen einfach mal auf die Nährwerte. Kauft beispielsweise Geflügel oder Fisch statt Schweine- oder Rindfleisch.

 

Wenn ihr Muskeln aufbauen wollt ist es nötig das ihr eurem Körper das gebt was er braucht. Der wichtigste Energielieferant für euren Körper ist das gute alte Kohlenhydrat. Ernährt euch also normal weiter (auch hier mit möglichst wenig Fett) und esst nach dem Training einfach ein bis zwei Teller Nudeln oder Reis. Als Beilage lohnt sich hier Geflügel, Fisch oder Rindfleisch.

 

Die Trainingstipps

 

Normalerweise werden euch während des Trainings immer wieder verschiedene Leute ansprechen und euch Tipps geben. Mal werden sie euch eine alternative Übung empfehlen oder euch auf Fehler hinweisen. Die ungeschriebenen Gesetze eines Fitnessstudios besagen das ihr zuhören und dankbar sein solltet. Wenn euch ein Trainer einen Tipp gibt, solltet ihr den befolgen. Bei allen anderen gilt: überlegen ob der Tipp sinnvoll ist und im Zweifel mal einen Trainer fragen.

 

Der letzte Absatz

 

Wie ich oben schon erwähnte bin ich kein ausgebildeter Trainer. Das was ich euch also zum Training erzählt habe, muss nicht 100%ig richtig sein oder mit dem übereinstimmen was euch ein echter Fachmann erzählt. Glaubt im Zweifel eher dem Fachmann oder fragt noch mal genauer nach.

 

Zum Abschluss will ich euch noch sagen dass es keine Ausrede gibt nicht in irgendeiner Form zu trainieren. Ihr müsst lange arbeiten? Ein anständiges Training in einem Fitnessstudio kann auch in 45 Minuten absolviert werden. Drei mal die Woche eine halbe Stunde joggen sollten auch machbar sein. Ein Studio ist euch zu teuer? Ein paar Joggingschuhe kosten circa 50,-- EUR und halten ca. 10.000 km. Ihr habt körperliche Probleme? Ein gutes Fitnessstudio wird euch einen Trainingsplan erstellen der dies berücksichtigt und euch zudem noch zusätzliche Beratung anbieten.

 

So, und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Training.

  
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Orks, Elfen und Tolkien

September 4, 2006 - 22:28

Jeder der schon den einen oder anderen Roman aus dem Fantasy-Bereich gelesen hat, kommt an den oben genannten Begriffen kaum vorbei. Da ich auch gern mal auf einen Fantasy-Roman zurückgreife um mich abzulenken, ist die Zeit für einen Beitrag über einige wenige Romane mehr als reif.

 

Fangen wir an mit dem sogenannten Großmeister der Fantasy J. R. R. Tolkien. Der englische Philologe (geboren 1892 in Südafrika) verfasste mit Der Herr der Ringe das Fantasy-Epos schlechthin. Ich glaube das es kaum jemanden gibt der noch nicht versucht hat den Herrn der Ringe zu lesen. Entweder scheitert man daran, oder man möchte nicht mehr aufhören zu lesen. Ich für meinen Teil habe nach knapp 200 Seiten des ersten Buches aufgegeben. Langatmige Erklärungen und ausufernder Detailreichtum waren einfach zu viel für mich. Viele Leser die jedoch das erste Buch überstanden hatten, berichteten mir von einer regelrechten Sucht die sie gepackt hatte.

 

Vor einigen Jahren, kurz nachdem der zweite Teil des Herrn der Ringe im Kino lief, gab ich Tolkien dann eine zweite Chance und las Der kleine Hobbit. Der kleine Hobbit erschien bereits 1937 und stellt somit den Vorgänger zum Herrn der Ringe. Erwähnenswert ist das Tolkien sein Werk ursprünglich als Kinderbuch geplant hatte und etliche Figuren, Mythen und Legenden aus der Edda und aus Beowulf stammen.

 

Er behandelt die große Reise von Bilbo Beutlin und einer 13 köpfigen Zwergengruppe. Im Buch selbst begegnen dem Leser etliche Figuren die er bereits aus dem Herrn der Ringe kennt oder später noch kennen lernen wird. So spielt der Zauberer Gandalf bereits eine wichtige Rolle. Natürlich trifft Bilbo auch auf Elben, Orks und Gollum. Bei der Begegnung mit Gollum erhält Bilbo dann auch den Ring um den sich das Nachfolgewerk dreht. Das Buch selbst ist wesentlich kurzweiliger als Der Herr der Ringe und allein das macht es für jeden interessant der an eben jenem Werk gescheitert ist.

 

Tolkien starb 1973 in Bournemouth. Seit seinem Tod sucht die Fantasy-Welt nun einen Nachfolger. Mittlerweile wagen sich auch etliche Autoren daran sich mit den Figuren aus den Werken Tolkiens zu beschäftigen und ihnen eigene Bücher zu widmen. Einer der bekanntesten Autoren ist vermutlich der 1948 in London geborene Stan Nicholls. In den Jahren 1999 bis 2001 erschien seine Ork-Trilogie, die 2002 in Deutschland unter dem Namen Die Orks erschien.

 

Auf den ersten Blick scheinen einige Völker und auch einige Handlungsstränge von Tolkien übernommen zu sein. Während Tolkien jedoch nur einige wenige Völker kennt, scheint es bei Nicholls eine wahre Flut an Völkern und Hybriden zu geben. Auch die Handlung, die Suche nach Artefakten die an verschiedenen Orten von verschiedenen Völkern bewahrt werden, scheint vom Herrn der Ringe übernommen worden zu sein.

 

Jedoch findet sich in Die Orks weit weniger Mystik und Magie als man sich erhoffen konnte. Stattdessen erwartet den Leser ein Feuerwerk an Brutalität und sexistischer Gewalt, wobei letztere glücklicherweise im Laufe des Buches abnimmt. Nicholls versteht es seine Figuren klar zu zeichnen. Leider zeichnet er teilweise etwas zu klar, so dass seine Figuren schnell viel von ihrer Mystik verlieren.

 

Wer ein Buch sucht das dem Herrn der Ringe ähnelt, wird es nicht in Die Orks finden. Wer jedoch allgemein Gefallen an Fantasy hat, für den sind die 7,95 für 800 Seiten gut investiertes Geld.

 

Kommen wir zum letzten Autoren für dieses Mal. Der Franzose Jean-Louis Fetjaine wird von einigen Journalisten als ein legitimer Nachfolger für Tolkien gehandelt. Er wurde 1956 geboren und studierte Philosophie und Mittelalterliche Geschichte. Von 1998 bis 2002 erschien seine Trilogie Elfendämmerung. Auch hier finden sich alte Sagen und Legenden wieder. So spielen vor allem keltische Mythen, Artus-Sage aber auch der Herr der Ringe eine große Rolle.

 

Ein großer Vorteil besteht darin das sich die Elfendämmerung sich nicht im Detailreichtum verliert, sondern sich teilweise schlagartig fortentwickelt und viel der Fantasie des Lesers überlässt. Auch die Figuren die Fetjaine erschaffen hat sind durch und durch interessant. Die wenigsten sind glatt poliert, sondern haben Ecken und Kanten. Zudem entwickeln sich die Figuren im Laufe der Trilogie immer weiter.

 

Die Elfendämmerung handelt von einem letzten großen Krieg zwischen den freien Völkern der Erde. Zwerge, Menschen und Elfen sollen aufeinander gehetzt werden. Es liegt an einer kleinen Gruppe von Entschlossenen dies zu verhindern. Natürlich spielt, wie in allen Fantasy-Romanen, ein dunkler Herrscher eine gewichtige Rolle.

 

Alles in allem ist die Elfendämmerung eine sehr gute Trilogie die sowohl für Tolkien als auch für den “normalen“ Fantasy-Fan geeignet ist. Jedoch kosten alle drei Bücher, Vor der Elfendämmerung, Die Nacht der Elfen und Die Stunde der Elfen, derzeit zusammen knapp 32 Euro. Wer sich davon jedoch nicht abhalten lässt, hat sein Geld auf jeden Fall gut investiert.

  
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Travel Guide 2006

August 24, 2006 - 22:02

Wie ich euch ja schon diverse Male berichtete, arbeite ich zur Zeit an diversen Projekten. Die Daten und Fakten hab ich zusammen. Problematisch ist nur das ganze in ordentliche Zusammenhänge zu verpacken. Mal abwarten wie lang es noch dauert bis ich eben dies hinbekommen hab. Allerdings kann ich euch schon mal ein Nebenprodukt dieser Arbeit präsentieren. Den Travel Guide 2006!

 

Im Travel Guide 2006 stelle ich euch ein paar, touristisch weitgehend unentdeckte, Länder vor. Um es mit Helge Schneider zu sagen: Hefte raus! Klassenarbeit!

 

Du wolltest schon immer wissen wie es ist in einem Land mit fremder Zeitrechnung Urlaub zu machen? Dann dürfte Turkmenistan genau das Richtige für dich sein! Als Vorbereitung für deinen Urlaub solltest du dich mit der Geschichte des großartigen Turkmenbaschi vertraut machen. Und vergiss nicht die Namen des Turkmenbaschi und seiner Mutter zu lernen. Die Monate hat der gute Herr Nijasow nämlich nach sich selbst und der lieben Mutti benannt. Vor allem solltest du sein Buch lesen. Am besten drei mal. Dann ist dir der Zugang in den Himmel sicher. Vergiss Bibel, Koran und alles andere. Die Ruchnama wird dich schneller (und schmerzfreier) zu deinem Ziel führen als ein Selbstmordattentat. Auch um deine Gesundheit solltest du dir keine Sorgen machen. Denn die Krankenvorsorge ist in diesem Traumland natürlich frei! Vorausgesetzt du schaffst es bis in die Hauptstadt Aschgabat. Bald wird auch die turkmenische Wüste erblühen, da der Turkmenbaschi einen See mitten in selbiger plant. Vorausschauend, wie man als mittelalterlicher Despot nun mal ist, hat der gute Mensch aus Aschgabat schon mal eine Brücke über den noch nicht vorhandenen Binnensee bauen lassen.

 

Für alle die während ihres Urlaubs nicht zunehmen wollen, bietet sich Nord-Korea als Reiseziel absolut an. Problematisch könnte sich die Einreise gestalten. Vorteilhaft ist es hier über Verwandte in Nord-Korea zu verfügen. Oder aber man ist Bundestagsabgeordneter und sagt das man die Taschen voller Devisen oder Reis hat. Devisen werden allerdings bevorzugt. Nord-Korea ist unter anderem für seine leeren Autobahnen bekannt. Solltet ihr also einen Ausflug mit einem PKW planen, könnt ihr euch über Stau freies reisen freuen. Vorausgesetzt ihr könnt einen PKW bekommen.

 

Als drittes auf meiner Liste möchte ich euch die Föderierten Staaten von Mikronesien ans Herz legen. Warum ich das mache? Weil ich glaube, dass niemand von euch weiß wo die liegen. ;-)

  
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Dan Brown, Sakrileg und die Lüge

May 24, 2006 - 22:32

So Kinders, jetzt ist Schluss mit gute Laune. Nachdem ich bereits zwei Diskussionen um Dan Brown das Sakrileg führen musste, sehe ich mich gezwungen jetzt mal einige Sätze dazu niederzulegen.

 

Vorab sollten wir klären worum´s im Sakrileg geht. Kurz gesagt geht es darum das Jesus nicht gestorben ist und mit Maria Magdalena mindestens ein Kind hatte. Ok, das ist nicht ganz abwegig. Schließlich war Jesus Rabbi und durfte demnach heiraten und auch Kinder machen. Was aber völlig abwegig ist, sind die mittlerweile aufkeimenden Gralsgeschichten. Ganz besonders nervig sind in diesem Zusammenhang die Geschichten um den Abbe Sauniere und die Prieure de Sion. Sowohl der Abbe als auch die Prieure spielen, wenn meine Informationen richtig sind, im Sakrileg eine Rolle.

 

Kommen wir erstmal zum Abbe. Berenger Sauniere war Pfarrer im Pyrenäen-Nest Rennes-le-Chateau. Um das Jahr 1900 soll er, angeblich, auf einen unglaublichen Schatz in seiner Kirche gestoßen sein. Und prompt beginnen die Mutmaßungen. Es wird über die Schätze der Templer und Katharer spekuliert, den heiligen Gral oder wichtige Dokumente die die katholische Kirche in ihren Grundfesten erschüttern sollen. Es gibt sogar Spekulationen dass er all dies kumulativ gefunden hat. Ja wunderbar! Ein kleiner Ausflug in die Wahrscheinlichkeitsrechnung, bzw. das Gebiet des logischen Denkens. Wie wahrscheinlich ist es wohl etwas zu finden was weder die französischen Könige noch etliche frühe Schatzjäger gefunden haben. Und das auch noch kumulativ! Ich glaube die Antwort hierauf kann sich jeder denken. Doch zurück zum Thema. Ebenfalls um 1900 fing der Abbe an die Kirche aufwendig zu renovieren und sich Ländereien zuzulegen.

 

Woher stammt aber dieses Geld nun, wenn die Logik einen eben erwähnten Fund (scheinbar) ausschließt? Ganz einfach.

1.)    Der Abbe war Pfarrer in zwei Gemeinden, was sein Gehalt natürlich prompt verdoppelte. Aber das allein reicht mit Sicherheit nicht aus, darum weiter zu:

2.)    Sauniere inserierte von 1896 bis 1915 in einer Vielzahl religiöser Zeitungen, dass er im Auftrag Messen für verstorbene Lese. Daraufhin erhielt er täglich Briefe und Geldanweisungen für mindestens 100.000 Messen.

3.)    Eine kleine (aber wahrscheinliche) Spekulation ist, dass er in der Kirche tatsächlich etwas fand. Allerdings weder den Schatz der Templer, noch den Gral. Vielmehr ist es möglich dass er einen Teil des Vermögens eines französischen Adligen fand, der sein Vermögen im Zuge der französischen Revolution verstecken wollte.

 

Mit einem Großteil seines Vermögens begann er daraufhin die Kirche in Rennes-le-Chateau zu sanieren. Es ranken sich etliche Spekulationen um diese Sanierungen. So sollen zum Beispiel die aufgestellten Figuren und Heiligenbilder Sonderanfertigungen für den Abbe sein. Er wollte damit angeblich versteckte Hinweise auf den Gral geben. Wenn man die Herkunft der Figuren und Heiligenbilder jedoch prüft, erfährt man dass diese aus einer noch heute existierenden Manufaktur für Heiligenbilder und –figuren stammen. Der Abbe tat also nur das was jeder vernünftige Mensch tun würde. Er achtete auf sein Geld indem er günstig einkaufte.

 

Über dem Kircheingang findet sich die Inschrift Terribilis est locus iste was wohl mit Dieser Ort ist schrecklich übersetzt werden kann. Allerdings sollten wir jetzt einmal Genesis 28/17 betrachten: Terribilis est locus iste: hic domus Dei est, et porta caeli: et vocabitur aula Die. Übersetzung: Furcht erregend ist dieser Ort: Hier ist das Haus Gottes und die Pforte des Himmels welche auch genannt wird: Palast Gottes.

Ja huch! Wollte der Abbe vielleicht einfach nur einen Vers aus der Bibel zitieren der sich im Endeffekt auf den Palast Gottes bezieht? Nicht unwahrscheinlich, oder?

 

Die weitere Geschichte des Abbe ist eher unspektakulär. Er wurde rechtskräftig wegen Betrug verurteilt, seines Amtes enthoben und starb am 22.01.1917. Achtung Verschwörungstheoretiker: 22 + 01 = 23! Oha….

 

Nun zu den guten alten Prieure de Sion. Zuerst muss man zugeben dass es die Prieure de Sion wirklich gab. Sogar zweimal. Na huch, wie kann denn das sein?

 

Ganz einfach. Von etwa 1100 bis 1627 existierte ein katholisches Kloster mit dem Namen Prieure de Sion. Von diesem Kloser sind jedoch keinerlei Beziehungen zur Esoterik bekannt.

 

Kommen wir nun zur angeblichen Geheimgesellschaft. Greifen wir zuerst die Verschwörungstheorie auf. Angeblich stammen die Mitglieder aus Überlebenden des Templerordens. Zu den Großmeistern der Gesellschaft zählten angeblich: Leonardo da Vinci, Isaac Newton, Victor Hugo, Francois Mitterand und Pierre Plantard. In der Nationalbibliothek in Paris finden sich auch tatsächlich Dokumente über die Geheimgesellschaft. Allerdings kann jeder der irgendwas mit Frankreich zu tun hat, dort Dokumente einlagern. Was uns prompt zum nächsten Punkt führt.

 

Laut den Dokumenten welche sich in der Nationalbibliothek finden wurde der Verein Prieure de Sion am 07. Mai 1956 durch Pierre Plantard gegründet. Laut den Gründungsdokumenten handelt es sich hier um eine katholische Laienvereinigung. In den 1960er Jahren begann Plantard Dokumente zu fälschen um mit diesen zu belegen das die Prieure das Geheimnis um die Nachkommen der Merowinger hüten. Natürlich gehörte Plantard selbst zu diesen Nachfahren. Welch Wunder! Desweiteren stellte Plantard eine Verbindung zwischen der oben erwähnten Legende um Rennes-le-Chateau und den Prieure her. Zu allem Überfluss fügte Michael Baignet dieser Geschichte die Komponente hinzu das sich beim Schatz von Rennes-le-Chateau auch eine Heiratsurkunde von Jesus und Maria Magdalena befinde. Zu Nachkommen der beiden sollen angeblich auch die Merowinger gehören. Wer auch sonst?

 

Eigentlich hätte sich die ganze Geschichte schon 1989 in Luft auflösen sollen. Im Zuge eines Ermittlungsverfahrens, welches auch die Prieure tangierte, sagte Plantard unter Eid aus, dass es die Prieure de Sion nicht gebe und alles frei erfunden sei. Nach Plantards Tod im Jahr 2000 verselbstständigte sich der Mythos jedoch wieder und fand sich schließlich in Dan Browns Sakrileg wieder.

 

Tja, und was sagt uns das?

 

Auch wenn ein Top-Autor von Fakten und Tatsachen erzählt, sollte man eine phantastische Geschichte dennoch prüfen.

  
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Top Ten, Blogs und Tyler Durden

May 19, 2006 - 22:24

So sieht´s aus. Zum zweiten mal in Folge in den monatlichen Blog-Top-Ten. Nächsten Monat erhält Illjays winziger Arsch dann eine rektale Injektion die sich gewaschen hat. Der gute Luke muss jetzt wohl eine Gratulation aussprechen, ganz so wie er´s bei den letzten Monats-Top-Ten versprochen hat. Also: Auf die Knie du Steuerflüchtling und huldige dem König des alltäglichen Wahnsinns!

 

Hell yeah! So langsam wird´s Zeit für die ersten Hater. Oder die ersten Groupies. Oder Geld. Ach druff geschissen. Gebt mir alles auf einmal und dann tanzt bitte für mich ihr Punks!

 

Der Kommentar von Fu und die Erscheinungsweise der meisten ViP-Blogs haben mich jedoch nachdenklich gestimmt. Ich fürchte einige verstehen nicht dass ein Blog ein Blog ist. Ein Blog ist kein Forum. Freilich kann man in nem Blog auch diskutieren. Aber Blogeinträge wie: “Alles was mit Hiphop zu tun hat bitte hier rein“ sind doch irgendwie sinnlos. Am I right Biaaatch? Of course I am. [Übers.: Lieg ich richtig Schlampe? Natürlich lieg ich richtig]

 

Wofür ist ein Blog also da? Ein Blog sollte Berichte in irgendeiner Form enthalten.

 

Nehmen wir als erstes Beispiel einen Fotoblog. Hmmmm – oh, der Steuerflüchtling macht ja so was. Aber auch der Blog vom ollen Streetart ist ein gutes Beispiel. “Aber Onkel Chris! Wie funktioniert denn jetzt ein Fotoblog?“ Ganz ruhig mein junger Padawan, ich erklär´s ja. Heutzutage hat beinahe jeder eine ordentliche Digitalkamera und benutzt diese auch. Also nehmt ihr ein schönes Foto, ladet es hoch, verseht es mit einem Kommentar und erstellt den Beitrag dann. Und kawusch habt ihr einen schönen Blogeintrag. Näheres zum Datei-Upload und zum anpassen von Fotos erfahrt ihr auf dem Blog von Krunch.

 

Nehmen wir als nächstes Beispiel einen Blog mit Reviews und Berichten. Recht passend zur hiphop.de-Blogwelt natürlich die Blogs von Toxik oder Flo. Hier greift ihr euch einfach ein Thema aus der großen weiten Hiphop-Welt und referiert darüber. Das bedeutet aber nicht das man einfach nur schreibt: “XYZ ist der geilste!“ sondern das man sich mal ein paar Minuten Zeit nimmt und sich was nettes zusammen schreibt.

 

Kommen wir also zum dritten Beispiel. Man schreibt über Dinge die einen ernsthaft interessieren oder die einem am Herzen liegen. Beispiele hierzu sind die Blogs von Corleone, Chefkoch oder meiner Wenigkeit. Es gibt bei jedem Menschen Themen die einem am Herzen liegen. Hobbies, Liebeskummer, alltäglicher Wahnsinn oder Interessen. Nun gilt das gleiche wie im vorhergehenden Beispiel. Ein guter Blogeintrag sollte doch mehr als “Skateboarden ist das derbste!“ oder “Ich trau mich nicht ein Mädchen anzuquatschen“ enthalten. Also wieder hinsetzen, nachdenken, schreiben, noch mal durchlesen und dann den Beitrag erstellen.

 

Jetzt ab zur nächsten Kategorie. Pseudo-Promotion. Unter den ViP-Blogs gibt es eine große Masse an Personen die meinen mit ihrem Blog ihr neues Label oder ihre tighten Rhymes mit den derben Beats zu promoten. Auch hier gilt: Qualität setzt sich durch. Wenn nur eure Kumpels den Track oder euer Label oder wasauchimmer toll finden, solltet ihr vielleicht vorsichtig sein mit Ankündigungen wie: “Wir übernehmen das Game Alter!“ Das haben die Jungs von Def Jam Germany auch gesagt. Hat wohl nicht ganz funktioniert. Ein guter Promotion Blog sieht aus wie der von den hiphop-pott Jungens.

 

Insgesamt lob ich mir die Premium und Celebrity Blogs. Da sind die Beiträge durchdacht und ordentlich aufgearbeitet. Und mal ehrlich liebe Leser, ohne die Blogs von Stigur, Chefkoch und mir wäre der ViP-Blog-Bereich doch völlig langweilig. ;-)

 

In diesem Sinne folgt jetzt auch das Zitat des Tages:

“Kurze Benimmfrage: Wende ich dir beim Vorbeigehen den Arsch oder den Schritt zu?“ - Tyler Durden

  
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Interesse

May 7, 2006 - 22:02
Es begann um 1992. Ich war ein kleiner Bursche der seine Zeit mit Fußball und dem C64 verbrachte. Zur gleichen Zeit beschloss eine Plattenfirma das es Zeit für deutschen Rap im Musikfernsehen wird. Klar hatte ich schon Lieder MC Hammer und Vanilla Ice gehört und die Namen Ice-T und N.W.A. hatte ich auch schon vernommen konnte damit aber nicht wirklich viel anfangen. Im Sommer kam dann "Die Da!". Eine Stuttgarter Crew begann meinen Musikgeschmack zu revolutionieren. Als Elfjähriger hat man natürlich keine Kohle für Platten. Also hab ich versucht so viel Rap wie möglich auf Tape zu bannen. Leider ignorierten die meisten Radiostationen Rap noch, so dass mir nichts anderes übrig blieb als ein 60 Minuten Tape mit Don´t touch this! und Ice Ice Baby zu füllen. Recht eintönig zwar, aber ich hab´s täglich gepumpt. Kurze Zeit nach den Fantas wurde das Rödelheim Hartreim Projekt als erste deutsche Gangstarap Truppe installiert. Durch meinen Bruder fing ich auch an Ice-T mit Home Invasion und Ice Cube mit Lethal Injenction zu pumpen. Meine Sammlung von Aufnahmen schwoll also langsam aber sicher an. Beinahe zur gleichen Zeit erfolgte dann eine Taschengelderhöhung und die Zeitungsausträgerei begann auch sich positiv auf meine liquiden Mittel auszuwirken. Also beschwatzte ich meinen Vater bis er endlich mal Zeit fand mit uns in einen großen Plattenladen nach Köln zu fahren.

Kaum angekommen zerstreuten wir drei uns. Mein Vater Richtung Bruce Springsteen und Hannes Wader. Mein Bruder Richtung Genesis (jedoch trafen wir uns später bei Ice-T wieder). Meine Wenigkeit in Richtung der mit Rap bespielten Silberlinge. Was soll ich sagen, ihr kennt doch das Gefühl wenn man als kleines Kind in ein Spielzeuggeschäft gekommen ist, oder? Bei mir war´s ähnlich. Das Paradies lag vor mir. Leider waren meine monetären Mittel sehr beschränkt.

Darum erwarb ich folgende Platten:
Erstens
Zweitens
Drittens
Ok, auf die letzte bin ich nicht besonders stolz, aber ich war jung und ahnungslos. Shit happens.

Kurze Zeit später begann Graffiti in mein Leben zu treten. Einer meiner Klassenkameraden malte damals schon seit einiger Zeit und wie junge Hunde nunmal sind, lassen sie das auch raushängen. Mit meinem Klassenkameraden kam ich zwar nicht besonders gut klar, dafür jedoch umso besser mit diesen Herren. Eine Liebe war geboren und mit ihr ein vielleicht nicht sonderlich begabter Künstler (Gruß an Nick_Bio ;-)).

Aber weiter im Text. Ich hatte noch die letzten Folgen der VIVA Sendung Freestyle mitbekommen und versuchte auch alle Nachfolgesendungen zu verfolgen. Dabei kamen mir gradezu süssliche Klänge zu Ohren. Meine Plattenwunschliste wuchs und wuchs und wuchs. Es schien kein Ende zu nehmen. Bis sich eines Tages ein Zwillingspaar aus Heidelberg und junger Künstler aus Minden aus den untiefen des Untergrunds in die Top 5 meiner persönlichen Charts katapultierten. BOUMM!


Ein weiteres Erdbeben erschütterte meine musikalische Landkarte ungefähr im Jahr 2000. Plötzlich und unerwartet traten diese jungen Männer aus Berlin in meine Hemisphäre. Wobei treten das falsche Wort ist. Es war eher ein positives Tschernobyl. Da war etwas neues und ich feierte es. Kurze Zeit später sprengten einige Herren und eine Dame die Bank. Rock´n´Roll.

Beinahe zur gleichen Zeit erhielt ich die Möglichkeit täglich auf´s Internet zuzugreifen. Auf einmal waren da Jungs wie Takum, Reaction, Chezta, Torsoe, Corleone, gk_biggerman, Zupaman, Fiorin und viele andere mehr deren Namen ich grad nicht parat hab. Endlich einmal Gespräche über Rap die sehr bald den üblichen Gesprächen über Bier und Posex weichen mussten. Es folgten erotische Duscherlebnisse und diverse Chatbesäufnisse. Die persönliche Connection zu Rap war also geschaffen.

Doch leider verdunkelte sich der Himmel schnell und Fäkalrap wurde zur guten Schule. Klar gab es noch Scheiben wie diese. Oder jene hier. Zudem gab es noch zwei Bibeln die mein Kunstverständnis wieder auf Start stellten.

Die folgenden Jahre hangelte ich mich nur noch von Platte zu Platte. Jedoch gelang es mir meinen Musikgeschmack entscheidend zu erweitern. Ich würde fast behaupten das ich durch so ziemlich jede nur erdenkliche Musikrichtung gesurft bin.

Jedoch konnten einigen Herren im letzten Jahr meinen Neustart vorantreiben. Und nun harre ich der Dinge die da kommen. Und freue mich auf den Sommer.

Und wie bin ich jetzt auf diesen Beitrag gekommen? Nun liebe Leser, das ist ganz einfach. Ich hab einfach mal wieder durch das Fenster zum Hof geblickt. Da spielt schließlich die Musik.

Lied des Tages:
MOR - Elefanten

Edit:
Mir fällt grad ein das ich immer noch auf ne Antwort auf meine Anfrage beim Calles warte. Na ja, zum Glück gibt´s das Tape auf seiner Homepage mittlerweile zum freien Download.
  
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Respekt und Bewunderung

January 13, 2006 - 23:12

Mein Respekt und Bewunderung gehören in dieser Woche zwei Menschen.

Zum einen wäre da Matej Mamic. Der Name sagt euch nichts? Dann mal aufgepasst. Matej Mamic ist Kapitän von ALBA Berlin und Spieler in der kroatichen Basketball-Nationalmannschaft. Am 26. November 2005 geschah dann das unfassbare. Mamic dribbelte im Spiel gegen Trier auf den Korb zu, setzt zum Wurf an und wird von einem Gegenspieler fair geblockt. Mamic bleibt fünf Minuten lang, regungslos und ohne Gefühl in Armen und Beinen, auf dem Spielfeld liegen. Das Spiel wurde abgebrochen und Mamic umgehend per Rettungshubschrauber in die Intensivstation des Unfallkrankenhauses Berlin eingeliefert. Die Ärzte diagnostizieren eine vollständige Querschnittslähmung. Doch dann geschieht das was der Laie wohl als Wunder bezeichnen würde. Am Tag nach der Einlieferung kann Mamic einen Finger der rechten Hand bewegen. Danke der Behandlung des Klinikchefs bildet sich die Lähmung langsam zurück. Mamic beginnt sofort mit Reha-Übungen, kann bald wieder Arme und Beine bewegen und kämpft nun um sein Comeback. Unbändiger Wille und positives Denken führen Matej Mamic Schritt für Schritt zurück in sein altes Leben. Spätestens im September will Mamic wieder in der Bundesliga spielen.

Zum anderen gibt es einen mir unbekannten Rollstuhlfahrer den ich gestern im Fitnessstudio gesehen. Dieser Rollstuhlfahrer absolvierte nicht etwa Übungen im "krankengymnastischen Rahmen", sondern trainierte hart und konzentriert mit Gewichten die viele nicht behinderte nicht mal im Ansatz bewegen könnten!

Sowohl Matej Mamic als auch der unbekannte Rollstuhlfahrer symbolisieren absolute Willenskraft. Beide sind positive Beispiele dafür wie man mit Schicksalsschlägen umgehen sollte.
  
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