Der Schuss ging nach hinten los
Es fiel schon zu ehemaligen Aggro-Zeiten schwer den milchgesichtigen G-Hot ernstzunehmen, doch als dieser mal seine Härte beweisen wollte und in dem Track "Keine Toleranz" zusammen mit dem auch recht erfolglosem Kralle (alias Boss A) heftigst gegen Homosexuelle schoss und sogar zu Mord aufrief, trat er tiefer ins Fettnäpfchen, als ihm das lieb sein wird.
Textauszug:
"Was ist bloß passiert, sie werden akzeptiert,
es gab Zeiten da wurden sie mit der Axt halbiert.
Heute stellen die Medien Gays als normal dar,
du kannst ihnen heute sogar dein Kreuz geben am Wahltag."
Ob G-Hot's Horizont wirklich am New-Era-Schirm endet oder das ganze nur eine billige Masche sein sollte, um wieder Aufmerksamkeit auf die schlecht laufende Karriere zu lenken, ist schwer zu sagen, jedoch enthält der Track nicht den kleinsten Ansatz von Ironie oder Humor.
Das Ziel der simplen Provokation wurde überschritten und so bewies eine Berliner Rapperin, die anonym bleiben möchte, Zivilcourage und erstattete Anzeige gegen G-Hot und Kralle. Beim Landesamt Berlin wurde ihr mitgeteilt, dass die Chancen auf eine Strafanzeige aufgrund der eindeutigen Inhalte sehr gut stehen.
"Ich habe diesen Track gehört und war extrem schockiert über den Inhalt. Dass der meiste Rap, der aus Berlin kommt, homophob und sexistisch ist, ist klar, aber so etwas habe ich bisher noch nicht gehört" erklärt die Berlinerin
"Das Schlimme daran ist, dass dieser Track nicht von irgendeinem unbekannten kleinen Rapper kommt der in seinem Kämmerlein rappt und von dem nicht viele hören werden, sondern dass dieser Track von einem "Rapper" gemacht wurde, der beim bekanntesten und von den Jugendlichen beliebtesten deutschen Hip-Hop Label (Aggro Berlin) aktiv ist oder war und dessen Videos bei MTV und VIVA zu sehen sind."
Aufgrund diverser Quellen scheint G-Hot von Aggro Berlin entlassen worden zu sein, was jedoch bisher nur auf einen Forenbeitrag von Fler zurückzuführen ist, eine offizielle Pressemitteilung wurde noch nicht veröffentlicht. So bleibt auch noch unklar, ob der homophobe Track der Grund für diese Entscheidung war. Falls dies so sein sollte, hätte Aggro Berlin eine klare Grenze aufgezeigt, wo Medien-wirksame Provokationen aufhören und Menschen-verachtende, gefährliche Inhalte anfangen.
Edit: Gegenüber www.HipHop.de bestätigte Aggro Berlin, dass die Gerüchte um die Entlassung wahr sind.
Die Berliner Rapperin erklärt ausführlich ihre Entscheidung:
"Der Track ist nicht mehr "nur" diskriminierend, was schon schlimm genug ist, er ist ein Aufruf zur Gewalt an Homosexuellen, indem es gut geheißen wird, dass Schwule früher "mit der Axt halbiert" wurden und dazu animiert wird zu "handeln", dass heißt sie zu boxen wenn man sie auf der Straße trifft. Das sind Naziideologien die in unserer Gesellschaft nichts zu suchen haben und ich finde es schlimm, dass diese Leute Rap als Versteck und Plattform für ihren Hass, ihre Komplexe und Gehirnkrankheiten missbrauchen.
Nachdem ich den Track gehört habe, habe ich mich ein bisschen im Internet umgesehen und auf YouTube und in Hip-Hop Foren gelesen, dass die Beiträge vieler sogenannter Hip-Hop Heads Verständnis für diese Einstellung zeigen und sogar einer die Gelegenheit nutzte, einen Holocaust für Schwule einzufordern - neben unreifen vergleichsweise harmlosen Beiträgen wie "Ach lass doch die Schwulen, hauptsache sie lassen meinen Arsch in Ruhe". Auf Grund dieser Eindrücke hab ich mich entschlossen diese beiden "Männer" anzuzeigen mit der Hoffnung, dass die Öffentlichkeit aufmerksam wird und etwas passiert und nicht alles normal weiterläuft. Ich will nicht, dass diese Leute damit davonkommen.
Ich habe mal gehört, dass der Lesben- und Schwulenverband homophobe Reggae- und Dancehall-Sänger, unter anderem Buju Banton, angezeigt hat und damit bewirken konnte, dass die Konzerte nicht oder nur eingeschränkt in Deutschland stattfinden durften. Das hat mich inspiriert.
Ich werde auf dem Laufenden gehalten und versuche jetzt mein ganzes Umfeld zu mobilisieren eine Anzeige zu machen um die Sache voranzutreiben.
Ich finde das so krank und kann mich nicht mal über die abgrundtiefe Dummheit dieser Leute lustig machen, da diese beschränkten Typen sehr viel Anerkennung genießen (jedenfalls der eine). Natürlich werde ich aggressiv wenn ich sowas höre und und wünsche mir auf die beiden einzuprügeln, da dass aber sehr utopisch ist und ich nicht ohnmächtig bei dieser Hetze zusehen will, muss ich etwas unternehmen. Guckt bei so´ner Scheiße nicht weg sondern reagiert. Das sind Nazis die sich mit Hip-Hop tarnen, man darf ihnen keine Raum geben ihre widerliche Einstellung zu propagieren. Peace!"
Man darf gespannt sein, wie die ganze Sache für G-Hot und Kralle ausgeht, das Lied wurde erstmal aus dem Internet entfernt, ist aber noch auf diversen Seiten aufzufinden, jedoch weigere ich mich dagegen derartige "Musik" zu verlinken.
Kralle und dessen Label "Suppe inna Puppe" sind schon vor einiger Zeit durch Homophobie aufgefallen, als sie sich auf dem Christoper-Street-Day mit einem "Schwule raus" Schild bewaffnet beim Beleidigen Homosexueller filmten.
(CB)
Quelle:Wildstyle Magazin
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