SchwänzenGäng Blog - Alibi Spezialkolumne – The 10 Notorious Commandments! - „Von dicken Königen und starken Mamas – Tritt in die Tür, wedel die Vier-Vier!“
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Alibi Spezialkolumne – The 10 Notorious Commandments! - „Von dicken Königen und starken Mamas – Tritt in die Tür, wedel die Vier-Vier!“

1.03.2009 - 13:20
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Kommentare: (6) | kommentieren

Alibi Spezialkolumne – The 10 Notorious Commandments!

„Von dicken Königen und starken Mamas – Tritt in die Tür, wedel die Vier-Vier!“



Prolog: Donni und ich waren sofort motiviert als uns Falk aka Hawkeye zur Pressevorstellung von Notorious einlud. Wir fuhren schon am Abend vorher nach Berlin, einerseits weil der Film am nächsten Tag um 10.30 (!!!) beginnen sollte und andererseits um sich mit KIKE auf ein, zwei Bier zu treffen. Untergekommen sind wir in Neukölln und natürlich hofften wir wenigstens einen Gangstarapper zu treffen. Fehlanzeige. Schade. Dafür aßen wir leckere Dinge, deren Namen wir nicht mal aussprechen konnten und saßen dann noch zu dritt in einer Ur-Berliner Atzenkneipe und unterhielten uns über Ghostwriting,  Twitter und Biggies Mama. Nice! Am nächsten Morgen trafen wir uns dann wieder mit Kike und ich gönnte mir erst mal ein leckeres Bahnhofsfrühstück (ohne H!).  Angekommen am Kino erwartete uns…nichts und niemand. Wir liefen durch (fast) menschenleere Flure und betraten dann den erstbesten Saal. Und siehe da: die bequemsten Sessel der Welt, Beinfreiheit wie in der ersten Klasse einer Emirates-Maschine und ein überschaubares Journaillenaufkommen. Perfekt! Da wir einige Minuten zu spät dran waren, hatten wir den „Empfang“ wohl verpasst und mussten uns die fehlerhafte Presseinfo (sah außerdem aus wie ein Uni-Skript) erst erfragen. Und dann ging es auch schon los…

Hier sind sie also – die 10 unfi**baren Gründe die für einen Kinobesuch sprechen:

1.Bildungsmusik!

Für Soulja Roy-geplagte Ohren ist dieser Film eine wahre Wohltat. Einerseits für die Menschen, die sich sowas anhören müssen bzw. damit ungewollt konfrontiert werden und andererseits auch für diejenigen, die sich das freiwillig geben. Jeder hat was davon. Spätestens wenn der „Hypnotize“-Beat über Kinolautsprecher reindonnert ist eigentlich alles aus. Und falls nicht, dann auf jeden Fall bei der „Party & Bullshit“-Performance. Dieser Film zelebriert vor allem gute Musik, d.h. in diesem Fall klassische, zeitlose Beats und ein nie wieder erreichtes, lyrisches Level. Jada hin, Jigga her – es wurde einfach nie wieder erreicht und das wird sich bis zum jüngsten Tag auch nicht ändern. Danach dürfte Rap auf der menschlichen To-do-Liste eh ziemlich weit unten stehen. Also tut eure verdammte Pflicht und nehmt eure jüngeren Geschwister mit, die aufgrund ihres Alters nie in den Genuss eines Straßenschlagers Brooklyn`scher Machart gekommen sind und bringt sie auf den richtigen Weg!

PS: Nehmt Mutti und Vati auch gleich mit, schließlich haben die sich ja auch 8 Mile mit euch angeguckt!

2.ShookDiddlPack aka Alle meine Vorurteile wurden bestätigt!

Shook Neid, P. Diddlmaus und Zweipack sind definitiv nicht meine Lieblingsmenschen. Das dürften aufmerksame Leser der Sonntagskolumne schon bemerkt haben und das hat sich auch nicht großartig geändert. Im Gegenteil, der Besuch des Kinos hat mich nur noch mehr in meiner Antipathie für diese fragwürdigen Charaktere bestätigt. Während ich Pack noch zugestehe, dass er durch seine Art (keine Ahnung ob es die Lederwesten, die Bandanas, die paranoide Unruhe oder seine „politischen“ Anwandlungen waren) wohl einige Menschen berührt hat, so kann ich den restlichen beiden noch immer nichts abgewinnen. Shook Neid wird als das rote Sakkos mit Schulterpolstern-tragende Arschloch dargestellt, das er vermutlich auch war und noch immer ist. Mit dem kleinen, aber feinen Unterschied das der ehemalige Über-Bully jetzt derjenige ist, der regelmäßig eins auf die Polierte kriegt. Zu Recht! Diddy, der den Film exekutiv produzierte und der sich allen Ernstes auch noch selber spielen wollte, wird wiederum als genau der eklige, geltungsbedürftige Clown dargestellt, der er war und noch immer ist. Diesbezüglich gibt es einen einzigen Punkt, in dem ich Shook Recht gebe: Ein Labelboss der permanent in den Liedern rumflüstert und Videos um Tanzeinlagen bereichert, ist peinlich. Aber solange er Parfüms macht, Praktikanten per MTV sucht und bei Twitter über seine Tantra-Sitzungen plaudert, kann Biggie ganz beruhigt auf Wolke Bad Boy chillen. Schaweine, ihr!

3.Ey, der sieht ja echt aus wie…!

Ich gebe es ganz ehrlich zu: die Szene, in der Gravy zum ersten Mal als Biggie zu sehen ist, hat mir Gänsehaut bereitet. Klar, das Gesicht ist nicht wirklich dasselbe, dafür hat Gravy einfach zu markante Züge und zu wenig Babyspeck, aber die Darstellung seiner ganzen Art, heutzutage nennt man das wohl Swagger, ist grandios. Wie er sich bewegt, wie er Faxen macht und wie er komplett bosshaft im Anzug auf dem Thron sitzt, wirkt einfach verdammt authentisch. Sicher, ich habe nur Musikvideos als Vergleich, aber unabhängig davon wirkt es einfach keine Sekunde gekünstelt. Keine schlechte Leistung für einen relativ unbekannten Rapper wie Gravy, der dazu noch ein Schauspielanfänger ist. Dreißig Kilos mehr auf den Rippen und ein, zwei Tipps von Lil`Cease hätten das alleine bewirken können. Entweder ist der junge Mann ein Naturtalent oder einfach ein übertriebener Fan mit ausgeprägtem Hang zum autodidaktischen Lernen. Hut ab, Keule!

4.Klischees? Klar! Na und?

Obwohl der Film generell positiv aufgenommen wurde, gab es auch einige kritische Stimmen, die vor allem den (teilweise) exzessiven Gebrauch gängiger Hip Hop-Klischees bemängelten. Dies prangerten beispielsweise Juice-Chefredakteur Stephan Szillius und Wortsport-Affiliate Juilan Gupta per Twitter an. Und sie haben recht. Klischees gab es mehr als genug: Fette Ketten, Groupies ohne Selbstachtung, Waffengewalt und Rauschmittel am laufenden Band. Mal ganz davon abgesehen, dass wir das alle natürlich total doof finden, stellt sich auch die Frage, inwiefern diese Klischees eine bloße Überspitzung der damaligen Zustände darstellen bzw. in welchem Maße sie dazu dienen Erwartungen des Durchschnittsbürgers zu erfüllen oder ob es einfach mal so war? Schließlich hat jedes Klischee einen wahren Kern oder stellt zumindest einen (wie auch immer gearteten) Querverweis zur Realität dar. Sicher, Diddy und Ms. Wallace sind keine Garanten für eine realistische Wiedergabe, aber Leute wie D-Roc und Lil`Cease sind es. Zumindest ein wenig.
PS: Waren die Ketten-Exzesse von Rakim und Slick Rick eigentlich auch nur Versuche gängigen Klischees zu entsprechen oder stellten sie vielmehr den Ursprung dessen dar?

5.Niiice, i like! How much?

Selbst wenn du mit Biggie und Rap im Allgemeinen gar nichts anfangen kannst, so hast du wenigstens die Chance ein paar sehr nette Damen kennen zu lernen, wenn auch nur auf Zelluloid. Aber immerhin! Die Darstellerinnen der jungen Lil Kim und der jungen Faith Evans machen ihre Arbeit wirklich gut, sprich sie sehen gut aus und geben sich recht zeigefreudig. Wer immerhin noch den berühmten Sex-Skit vom Debütalbum kennt, wird übrigens auch belohnt. Wenn dich das noch immer nicht überzeugt, weil du beispielsweise die härtere Gangart bevorzugst, so kann ich dir nur sagen, dass es eine wahre Freude ist dabei zuzusehen, wie eine totwütende Faith Evans einem halbnackten Groupie erst die Tür und danach ihre Fäuste ins Gesicht ballert. Beste!   

6.Mut zur Lücke!

Gut ich gebe zu, dass hier ist eher der Wehrmutstropfen-Punkt. Aber auch der ist in sich wieder eine Leistung, wenn auch eine sehr ambivalente. Das Leben eines Menschen, dazu noch eines so berühmten und widersprüchlichen wie Biggie, auf zwei Stunden Leinwandzeit zu reduzieren ist eigentlich unmöglich. Aber einer muss es ja machen und außerdem wollen Norbert Normalo und Diana Durchschnitt nicht zehn Stunden in einem Multiplex gefangen sein, bis auch die letzten Geheimnisse und ungeklärten Fragen aus dem Leben eines toten, schwergewichtigen Sprechgesangskünstlers erläutert worden sind (ich schon!). Ich habe z.B. Jay-Z vermisst, besser gesagt einen Schauspieler der Camel darstellt und eine dazugehörige Studiosession. Und wie stand Biggie nun wirklich zu Nas? Galt „Kick In The Door“ nun ihm oder Rae & Ghost oder allen dreien? Ach ja, einen Kurzauftritt der Lox-Turtles hätte ich auch sehr gefeiert!
PS: Mir fällt grad auf, dass man die Charli Baltimore-Affäre ebenfalls schön diskret unter den Burberry-Fußabtreter gekehrt hat (Shouts an Eko!)

7.Auch die Härtesten werden weich!

Ich bin ein knallharter Typ, der wegen der einen oder anderen Kneipenschlägerei schon das eine oder andere Jahr gesessen hat….niiircht! Aber Vorsitzender des ostdeutschen Michael Bolton-Fanclubs bin ich auch nicht. Egal, was ich eigentlich sagen will, ist, dass mich das Ende des Films doch etwas berührt hat. Nicht das ich das plötzliche Bedürfnis verspürt hätte, mich mit tränenerfüllter Miene gen Decke zu wenden und laut „Warum nur?“ zu schreien. Nein, so war es nicht. Aber traurig fand ich es schon und das obwohl ich ja von vornherein wusste, dass er sterben würde. Das ist es ja, man geht in Notorious und weiß, dass man sich einen Film anschauen wird, indem der Hauptprotagonist sterben wird. Punkt. Ich weiß natürlich nicht, ob das nur so eine Macke von mir ist, aber ich hoffe bei Filmen, bei denen ich ganz genau weiß das jemand sterben wird, vorher immer das er vielleicht doch nicht sterben wird. Panne-ich weiß! Als das Unvermeidliche dann doch passierte und Biggies Mama mitsamt Trauerzug durch Brooklyn fuhr, hätte ich am liebsten meinen Kaffebecher an die Leinwand geschmissen und „So haben wir nicht gewettet“ geschrien. Panne-Ich weiß!

8.Der Blueprint-Effekt!

Notorious eignet sich auch äußerst gut zur „Wer hat eigentlich wen gezeugt?“-Studie, zeigt er doch recht deutlich wen Biggie alles beeinflusst und geprägt hat. Angefangen bei den überzogenen und thuggish-verklärten Kindheitserinnerungen, die in wahren Hood-Hymnen verarbeitet werden, hin zu den klassischen Road to Riches-Fantasien und der Verehrung für die heilige Hip Hop Trias, bestehend aus Bitches, Weed und Liquor, findet man alles im Leben und in der Karriere des Christopher Wallace. Ohne ihn kein Jigga, kein Uncle Murder, kein 50 Cent und höchstwahrscheinlich auch kein Gravy. Die Rap-Geschichte wäre definitiv anders verlaufen!

9.Die Hörgewohnheiten ändern sich!

Biggies Debüt ist es der ganz wenigen Alben, dass ich nach all den Jahren noch immer hören kann, ohne dass etwaige Ermüdungserscheinungen eintreten. Richtig für mich entdeckt habe ich es zwar erst vor acht Jahren, aber seitdem pumpe ich es mindestens einmal im Monat. Dann aber richtig, sprich ohne lästiges Skippen (ganz einfach weil es nichts zu Skippen gibt)  und mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Auf der Rückfahrt war wieder so ein Moment, natürlich auch weil wir Stunden zuvor den Film gesehen hatten, und so lauschten Donni und ich gebannt den Erzählungen des jungen Christopher Wallace. Und siehe da, nach all den Jahren in denen ich glaubte das Album in- und auswendig zu kennen, gesellten sich plötzliche neue Visualisierungen der Texte zu schon vorhandenden Bildern und so manche Textpassage ergab plötzlich mehr Sinn. Ein Beispiel wäre die Brustkrebserkrankung seiner Mutter. Achso: „Notorious Thugs“ finde ich noch immer scheiße, aber der wurde zum Glück auch nicht gespielt.

10.Was macht eigentlich…!

Die richtige Sonntagskolumne? Die gibt es nächsten Sonntag wieder. Sagt ja schon der Name. Die Pause war lang, ich weiß, aber der Papa musste mal eben die Universitätsbibliothek für satte drei Wochen dauerokkupieren. Einer muss diesen Indierock-Besserwissern ja mal beweisen, dass wir Hip Hop Horste auch ganz schön schlau sind. YO!

Danke fürs Lesen!




In diesem Sinne-lasst es euch gutgehen und raubt mal wieder eine Kartoffel aus…so wie Frank White! GimmeTheLootGäng, Bitches!

PS: Ich hoffe, dass er auch in den Kinos im Originalton mit Untertiteln läuft!

PPS: Wann wird es einen Tupac-Film geben? Wenn Detox kommt und das ist auch gut so!

PPPS: Meint ihr Guerilla Black ist auch zum Casting gegangen?

Kritik bitte an: wzeut9mnc74hd@kLoä+=js.de

 


Kommentar ohne Titel

geschrieben von:Padding
am: 1.03.2009 um:14:42
endlich wieder ein lebenszeichen...deine kolumne hat mir den film noch schmackhafter gemacht.
aber ich glaub nicht das er im originalton kommen wird,da bei trailern auf myspace etc. die hippies deutsch labern,was für die bevölkerungsschicht die kein englisch kann sicher sehr von vorteil sein wird,denk ich.

bis nächsten sonntag

...

geschrieben von:Donni
am: 1.03.2009 um:15:06
wahnsinn .. das kartoffel foto ist der absolute (!) Hit

yep

geschrieben von:pacman
am: 1.03.2009 um:18:17
quadrupelwort.grad bzgl.des albums.frank white is immer
noch der einzige könig vom verotteten apfelrap.geil wie
black getz ganz anders klingt.zu spät dicker.

...!

geschrieben von:sammy.kolon
am: 1.03.2009 um:21:44
Klingt ja nicht schlecht..

endlich.

geschrieben von:Rustee
am: 2.03.2009 um:10:26
Und ich dachte mir wäre die seltsame Eigenschaft vorbehalten dass Filmende mit der Kraft meiner Gedanken zu manipulieren.
Und bei P-Diddlmaus hab ich gelacht, ha !

Kommentar ohne Titel

geschrieben von:Gusto
am: 3.03.2009 um:18:26
geiL!




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