
Die Fiktion sieht wiefolgt aus: Zwei typisch englische Loserboys haben zuviel Zeit. Der eine vertickt Schmuggelware auf Londoner Gebrauchtwarenmärkten, der andere ist einfacher Angestellter bei einem Anwaltsbüro. In der Hoffnung, einige Elvis Presley Kopien ergattern zu können, machen sich die beiden armseligen Verlierer auf den Weg in die USA, den Geburtsort des Kings und dem angeblichen Landungsort der Aliens. Als unsere Protagonisten Ray (Declan Donnelly) und Gary (Anthony McPartlin) in einer Bar auf einen ziemlich zwielichtigen Mann treffen, zeigt dieser Ray den sagenumwobenen Film einer Alien-Autopsie. Ray berichtet sogleich seinem Partner von den Geschehnissen und zusammen wittern sie die große Kohle...

Ein viel besseres Satire-Thema hätte sich der englische Regisseur Jonny Campbell wohl kaum aussuchen können. Wer die Geschichte um Ray Santilli damals mitbekommen hat weiß genau, wieso man daraus einen wunderbaren Verarschungs-Streifen schneidern kann. Und das ist den Machern von "Alien Autopsy" über weite Strecken auch hervorragend gelungen.

Ob die beiden Freunde den kompletten Bekanntenkreis für ein Remake der Außerirdischenzerstückelung engagieren oder der ziemlich dämlich wirkende Ray sich für den Kauf des Originalbandes bei einem ungarischen Drogenboss 30.000 Dollar leiht - man kommt nicht mehr aus dem Lachen raus. Zumindest, wenn man britisch lachen kann. Wer also absolut nichts mit dem Humor von der Insel anfängt, sollte lieber die Finger von diesem Streifen lassen.

Die Wahl der beiden bis dato vollkommen unbekannten Schauspieler Declan Donnelly & Anthony McPartlin wurde beim Cast exzellent getroffen. Obwohl mich vor allem Donnelly eher an den Frontmann der Scissor Sisters erinnert, passt er perfekt in die Rolle eines Vollidioten, der sich nichts sehnlicher wünscht, als einmal an 700.000 Dollar zu riechen. McPartlin hingegen spielt seine Rolle etwas durchdachter. Er hinterfragt so manchen Prozess kritisch, wirkt mit seiner Schleimfrisur und der Professorbrille ziemlich altklug und outet sich nicht gerade als Frauenheld - immer ganz im Gegensatz zu seinem Kumpel.

Um diesen Film mit ca. 10 Millionen Dollar Produktionsbudget finanzieren zu können, beiteiligen sich gleich drei Länder daran: Großbritannien, die USA und, ja man lese recht, Deutschland. Kein Wunder also, dass auch mit Götz Otto ein deutscher Schauspieler in der Nebenrolle des durchgeknallten Drogenbosses Voros brillieren kann. Mit dem vergleichsweise hohen Budget wurde auch die ein oder andere Szene mit herrlichen Special Effects ausgestattet. Alleine die Nachbildung des Aliens ist schon atemberaubend, von der anschließenden Sezierung des pummeligen Wesens aus dem All gar nicht zu sprechen.

Insgesamt balanciert "Alien Autopsy" stets auf einem dünnen Seil über dem großen Abgrund. Die Ausgewogenheit zwischen gut durchdachter Satire und spannungserzeugenden, ernsten Szenen bringt den Film allerdings sicher auf die andere Seite. Trotz größtenteils schlechter Kritiken der Filmmagazine weltweit, muss ich "Alien Autopsy" in Schutz nehmen. Wer noch nie etwas von Ray Santilli gehört hat, sollte entweder googlen oder sich mit diesem Streifen das Remake eines realen Ereignisses ansehen.
Genre: Komödie
Regie: Jonny Campbell
Drehbuch: William Davies
Schauspieler: Declan Donnelly, Ant McPartlin, Bill Pullman, Harry Dean Stanton
Laufzeit: 95 Minuten
Filmstart: 16.11.2006
IMDB-Link: www.imdb.com/title/tt0466664
Website: http://alienautopsy.frankiandjonny.com/
(flo)
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Ant & Dec
geschrieben von Anonymousam 25.11.2006 um 06:17