Hannover. Die Nachricht kam am späten Nachmittag, dass ein Mann bei
Neustadt unter einen Zug geraten ist und getötet wurde. Die Polizei
sperrte das Gelände großräumig ab. Am Abend bestätigte 96-Präsident
Martin Kind den Tod Enkes gegenüber der NP.
„Das ist ganz
furchtbar“, sagte Kind. Er war von der Sitzung der Deutschen
Fußball-Liga (DFL) zurückgekehrt, auf der er die 50+1- Regelung kippen
wollte, und bekam am Flughafen den schockierenden Anruf. „Man rechnet
mit vielem, aber nicht mit so etwas“, sagte Kind. „Ich weiß nicht,
warum es und wie passiert ist“, sagte Kind. Der 96-Chef ist sich
sicher, „dass es nichts mit Fußball zu tun hat“.
Enke hatte wegen
einer Erkrankung, die als Bakterien-Infektion des Darmes angegeben
wurde, vier Länderspiele verpasst. Er war auch nicht für die beiden
Länderspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste am 14. und 18. November
eingeladen worden. Löw hatte dem Hannoveraner aber deutlich
signalisiert, dass er weiter ein Favorit auf die Nummer eins bei der
Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika sei. Torwart Enke bestritt acht
Länderspiele.
„Er war labil“, berichtete Kind. Das sei in der
Öffentlichkeit wohl nicht aufgefallen. „Er hat das überlagert“,
erklärte der 96- Clubchef. Der verheiratete Fußballprofi und seine Frau
hatten vor drei Jahren ihre Tochter Lara im Alter von zwei Jahren
verloren, die an einem angeborenen Herzfehler litt und im Krankenhaus
starb.
Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) wurde die Nachricht mit
„tiefer Fassungslosigkeit“ aufgenommen. Bundestrainer Joachim Löw und
Manager Oliver Bierhoff informierten die Spieler und Betreuer am
Montagabend in Bonn. „Wir sind alle geschockt, uns fehlen die Worte“,
sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff.
Quelle: Neue Presse